Weltberühmte Zwiebeln und mysteriöse Morde im idyllischen Roscoff
Die Mittagssonne lässt die bunten Segel der Boote im Hafenbecken aufleuchten, als Kommissar Dupin sich auf der Terrasse des Amiral niederlässt. Gerade will er sich seinem tartare de bœuf widmen, als sein Handy In Roscoff im hohen bretonischen Norden wurde eine junge Frau ermordet aufgefunden – ausgerechnet dort, wo gerade das berühmte Krimifestival stattfindet …
Umgehend macht sich der Kommissar zusammen mit seinen Inspektoren Riwal und Kadeg auf den Weg. In dem Hafenstädtchen, das für seine Zwiebeln weltbekannt ist, herrscht Ausnahmezustand: Inmitten des Festivaltrubels ziehen Mitarbeiter des lokalen Fährunternehmens wegen drohender Entlassungen durch die Straßen.
Außerdem scheinen in der »Bruderschaft zum Schutz der Roscoff-Zwiebel« obskure Dinge vor sich zu gehen. Als Unbekannte beginnen, rätselhafte Drohparolen auf Hauswände zu schmieren, spitzt sich die Lage zu. Für Dupin wird es so gefährlich wie in keinem Fall zuvor …
The author divides his time between Germany and coastal Brittany, France. Death in Brittany, the first case for Commissaire Dupin, was published in German in March 2012 and sold 600,000 copies, spending many months on the bestseller list. It has been sold into 14 countries.
Im schönsten Sommer wird Kommissar Dupin nach Roscoff an der bretonischen Nordküste gerufen. Eine junge Bäuerin, die sich um die berühmten Zwiebeln von Roscoff verdient macht, wurde tot aufgefunden. Und gerade findet in Roscoff das alljährliche Krimifestival statt. Zur Freude von Dupins Mitarbeitern, unter denen sich einige echte Krimfans befinden. Dupin hofft, dass das die Ermittlungen nicht beeinflusst, schließlich sind das keine literarischen Werke. Immerhin beeinflusst das Festival die Anzahl der vorhandenen Zimmer. Dupin ist gezwungen, sich mit Kadeg und Riwal ein eine Suite zu teilen. Wie so soft versinkt Dupin in Gedanken, wer sollte es auf dieses angesehene Mitglied der Gemeinde abgesehen haben.
Auch in seinem fünfzehnten Fall verschlägt es Kommissar Georges Dupin an einen malerischen Ort in der Bretagne. Roscoff im Norden ist ein Hafenstädtchen mit einer Fährverbindung nach England. Besonders bekannt ist es für seine köstlichen Zwiebeln. Und Kommissar Dupin muss sich mit der Affinität seiner Kollegen für die Krimis und ihre Autoren herumplagen. Das kann er einfach nicht nachvollziehen. Diese teilweise selbstgerechten Hobbydetektive, die sich eine Expertise zurechnen, weil sie ein paar Bücher geschrieben haben. Nur eine ältere Dame ist ihm einigermaßen sympathisch. Aber das mit dem Mord will ihm einfach nicht in den Kopf und dann gibt es ein zweites Opfer.
Auf die Romane um Kommissar Dupin kann man sich immer freuen. Sie führen einen in verschiedene Orte der Bretagne, die alle eine Reise wert sind. Sei es mittels des Romans oder als Empfehlung für die Reiseplanung. Verfolgt man daneben den Fortgang der Ermittlungen, bleibt man gespannt. Die Verstorbene war in vielen Bereichen der Gemeinde engagiert und sie hatte sich überraschenderweise einige Gegner geschaffen, weil sie nicht jedem Profit hinterherrennen wollte. Dupin und seine Kollegen haben viele Hinweise, aber keinen stichhaltigen Verdacht. Und natürlich kommt auch der Humor nicht zu kurz, das Zusammenleben mit den Kollegen ist schon eine Herausforderung für den Kommissar, der sich eigentlich auf ruhige Tage mit seiner Frau Claire gefreut hatte. Aber wie immer gibt er seinen vollen Einsatz, um den Fall zu lösen. Das liest man gerne - ein kleiner gedanklicher Urlaub mit einem fesselnden Krimi garniert.
Wie immer purer Urlaub für die Seele. Oder auch, der eigentliche Grund, warum ich die Bücher liebe: googlen, wo der Comissaire grade ist und Fernweh kriegen...
Die Serie wird einfach nicht langweilig, dafür sind die Charaktere zu liebenswert.
REZENSION – Vor 14 Jahren veröffentlichte ein völlig unbekannter Autor namens Jean-Luc Bannalec seinen ersten Krimi. Doch schon bald wusste man, dass sich hinter diesem französischen Pseudonym ein deutscher Schriftsteller – der damalige Verleger Jörg Bong (60) – verbarg. Seitdem verfasste er alljährlich einen weiteren Band seiner längst zu Kultromanen gewordenen und teilweise fürs Fernsehen verfilmten Reihe um den wegen seiner eigenwilligen Ermittlungsmethoden aus Paris in die Bretagne strafversetzten Kommissar Claude Dupin und seine bretonischen Inspektoren Riwal und Kadeg. Jetzt erschien mit „Bretonischer Glanz“ im Verlag Kiepenheuer & Witsch schon der 15. Band. In dem durch seine Zwiebeln weltberühmt gewordenen Hafenstädtchen Roscoff an der bretonischen Nordküste findet gerade ein dreitägiges Krimi-Festival statt. Doch nicht nur dadurch ist die Ruhe in dem sonst so idyllischen Ort gestört. Am Strand wurde eine junge Frau tot aufgefunden. Claude Dupin soll sich dieses Falles annehmen. Unterkunft und Hauptquartier wird eine Suite im besten Hotel des Ortes, die sich der Kommissar zu seinem Leidwesen mit seinen Inspektoren teilen muss, da alles ausgebucht ist. Schon dies allein nervt ihn gewaltig, was nur mit einigen doppelten Café petit zu ertragen ist. Zusätzlich nerven ihn Riwal und Kadeg auch noch mit ihrer Krimi-Begeisterung, macht sich doch Dupin absolut nichts aus solchen Romanen. Umso mehr gehen ihm deshalb die eitlen Bestseller-Autoren, die hier zu Lesungen versammelt sind, auf den Geist, zumal einer von ihnen sogar ausgerechnet Dupin als Protagonisten seiner Krimis erwählt hat. Zu allem Überfluss ziehen auch noch Mitarbeiter der örtlichen Fährgesellschaft wegen drohender Entlassungen demonstrierend durch die Stadt, an die Hauswände werden Drohparolen geschmiert und bei der „Bruderschaft zum Schutz der Roscoff-Zwiebel“, deren Mitglied die Tote war, scheint auch nicht alles im Reinen zu sein. Als zwei weitere Morde geschehen, ohne dass Dupin auch nur eine geringste Spur zum Mörder hat, wird die Situation immer undurchsichtiger und für ihn selbst sogar lebensgefährlich. Wie in allen bisherigen Bänden geht es auch in „Bretonischer Glanz“ weniger um den reinen Kriminalfall. Bannalecs neuer Krimi, der wie alle Vorgänger völlig ohne Action auskommt, zeichnet sich durch die atmosphärische Beschreibung des Städtchens Roscoff und dessen Besonderheiten aus. Der Autor schildert die historische und gegenwärtige wirtschaftliche Entwicklung des Ortes als ehemals wichtiger Verbindungshafen zwischen Frankreich und Großbritannien. Wir lernen so manches über Anbau und Vermarktung der international berühmten Roscoff-Zwiebeln, erhalten nebenbei ein paar kulinarische Tipps und lernen das Alltagsleben in Stadt und Umgebung kennen. Buchreihen haben oft den Nachteil, dass nach Lektüre von zwei oder drei Bänden kaum noch etwas überraschen kann. Natürlich gleichen sich auch Bannalecs Bretagne-Krimis in ihrer so eigenen Art. Doch bieten sie mit von Band zu Band wechselndem Handlungsort und dessen jeweiliger Geschichte sowie der Schilderung von Traditionen und Besonderheiten immer wieder Neues an Informationen, das die Lektüre dieser Krimis – neben dem hohen literarischen Unterhaltungswert – zusätzlich interessant macht. Als Leser kommt man leicht in Versuchung, sofort die Koffer zu packen und in die Bretagne zu fahren. In solchem Fall darf man gern auf vielleicht übliche Reise- und Gastroführer ebenso wie auf Sachbücher zur Informationsbeschaffung verzichten. Denn je nach gewähltem Urlaubsort reicht der entsprechende Band aus Bannalecs Krimireihe fürs Erste völlig aus. Seine Hintergrund-Informationen lässt der Autor dabei so geschickt und unaufdringlich in die Romanhandlung einfließen, das man alles Wissenswerte leicht aufzunehmen vermag, ohne die Lust daran zu verlieren, und dennoch an einem spannenden und gleichermaßen humorvollen Krimi voller Ironie seinen Spaß behält. Dafür sorgen nicht zuletzt die Figur des leicht verschroben wirkenden, letztlich aber doch erfolgreichen Kommissars und seine Marotten. Die beiden eingefleischten Bretonen Riwal und Kadeg, die ihren aus dem fernen Paris stammenden Chef immer wieder davon zu überzeugen versuchen, dass alles Leben von der Bretagne ausging, stehen ihm mit ihren eigenen Schrullen in nichts nach. Nachdem Kommissar Dupin die Mordfälle letztlich doch noch aufklären konnte, empfiehlt dem Krimi-Banausen ausgerechnet seine Ehefrau Claire, „wirklich einmal“ einen Krimi der bekanntesten Autorin zu lesen. „Er seufzte. Es war bisher ein so schöner Tag gewesen.“ Doch ihrer Empfehlung darf man sich als Rezensent getrost anschließen: Sollten Sie also tatsächlich Jean-Luc Bannalecs Bretagne-Krimis immer noch nicht kennen, dann lesen Sie „wirklich einmal“ einen! Für die Fans der Romanreihe ist dieser 15. Band „Bretonischer Glanz“ ohnehin Pflichtlektüre.
"Er musste aufpassen, nicht zu ironisch zu klingen, aber in diesem Fall nervte ihn bisher jede der Personen, mit denen sie zu tun hatten, und zwar gehörig."
In Dupins fünfzehntem Fall "Bretonischer Glanz" versucht sich Jean-Luc Bannalec an Metafiktion. Was würde wohl passieren, wenn ein Festival für Krimiliebhaber und -autoren zum Schauplatz eines Verbrechens wird - und die Autoren quasi mitermitteln? Diese Idee muss Bannalec angetrieben haben, als er das Setting für seinen neuen Kriminalroman angelegt hat. Denn die Leiche einer jungen Landwirtin, die sich auf den Anbau von Roscoffer Zwiebeln verlegt hat, wird tot an einem der Lesungsorte aufgefunden. Doch neben dem Krimifestival (auf dem Dupin auch einem Autor begegnet, der eine Kriminalreihe über einen Ermittler in Concarneau schreiben möchte) bieten sich eine Vielzahl naheliegender Motive an. Darunter etwa ein erbitterter Streit auf lokale Ebene über die Stellung biologischer Landwirtschaft beim Zwiebelanbau oder um die Privatisierung eines botanischen Gartens.
Wer die Reihe um Kommissar Dupin kennt, wird auch hier nicht enttäuscht. Lokalkolorit und detaillierte Landschaftsbeschreibungen durchziehen wie auch schon bei den Vorgängern die Erzählung. Außerdem finden sich hier und da moderne Einsprenkler, etwa wenn Kardeg von einer KI-Spezialeinheit aus Paris berichtet. Allerdings muss man sich (wie immer) mit den autorentypischen Formulierungen anfreunden. Wie oft das Wort "grotesk" in dem Roman vorkommt, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Dennoch hat es mich gefreut, erneut gedanklich in die Bretagne reisen zu können und eine Krimihandlung aus dem cosy crime Genre zu lesen.
Über weiter Teile ist die Krimihandlung durchaus plausibel. Die zahlreichen wirtschaftlichen und politische Verstrickungen laden zum Mitraten ein und bieten gleichzeitig einige interessante Informationen über die Fährverbindungen nach Großbritannien. Bis zur Auflösung hat mir der Krimi daher durchaus gefallen. Das Ende allerdings ist sehr weit hergeholt. Ja, es gibt Hinweise, die sich im Roman verstecken. Aber insgesamt kommt hier einiges doch sehr plötzlich und überraschend, dass man sich fragt, warum vorab eine Vielzahl an Motiven so detailliert dargelegt wurden. Ein wenig wirkt es so, als müsse der Autor nun mal zum Schluss kommen und habe deshalb dieses abrupte Ende gewählt. Auch der Verdacht, einen doch gekünstelten Bogen zum Anfang schlagen zu müssen, kommt hier auf. Das kann Bannalec deutlich besser. Leider nimmt das letzte Kapitel vor dem Epilog dem Roman daher deutlich an Qualität.
Eigentlich ist Roscoff im Norden der Bretagne ja nicht der Zuständigkeitsbereich von Commissaire Dupin. Doch der zuständige Kommissar geht in zwei Tagen in Rente, die Nachfolgerin hat noch Urlaub - und so beordert der Präfekt ihn, die Ermittlungen in einem Mordfall zu übernehmen. Dupin liebt die weltbekannte, örtliche Zwiebel und freut sich insgeheim schon auf das gerade stattfindende Zwiebelfest, seine Mitarbeiter auf das parallel stattfindende Krimi-Festival. Doch vor dem Genuss steht noch harte Arbeit: eine junge Frau wurde ermordet! Bereits kurz nach Ankunft drohen die Dinge jedoch aus dem Ruder zu laufen... bei der örtlichen Fährgesellschaft droht ein Arbeitskampf zu eskalieren, es bleibt nicht bei der einen Toten und obendrein will einer der Krimiautoren auch noch eine neue Buchreihe starten - mit einem Kommissar aus Concarneau als Hauptperson. Dupin ist entsetzt, will jede Zusammenarbeit mit einem Buchautoren verweigern, doch sowohl der Präfekt als auch seine Mitarbeiter sind begeistert von der Idee. Als dann aber Drohparolen auf Häuserwände geschmiert und Fensterscheiben zu Bruch gehen, helfen auch noch so viele petit café nicht mehr weiter - denn plötzlich steht Dupins eigenes Leben auf dem Spiel... Meine Meinung: Wie immer schafft es Jean-Luc Bannelec eine Geschichte zu Papier zu bringen, die Hochspannung, lokales Flair und eine große Prise Humor miteinander vereint. Auch in seinem 15. Band ist Dupin ein Kommissar den man nur zu gerne bei seinen Ermittlungen begleitet, seine manchmal abstrusen Gedanken teilt und seine messerscharfe Kombinationsgabe bewundert. Ich liebe die Dupin-Reihe und würde auch hier sechs von fünf Sternen vergeben, wenn das möglich wäre...
Zum Inhalt: Dupin möchte eigentlich die Mittagssonne auf der Terrasse des Amiral genießen, als sein Telefon klingelt. In Roscoff wurde eine junge Frau dort tot aufgefunden, wo gerade das berühmte Krimifestival stattfindet. Dupin, Kadeg und Riwal mache sich gleich auf den Weg. Dort angekommen, landen sie im Ausnahmezustand, denn die Mitarbeiter der Fährunternehmen streiken dort gerade, weil Entlassungen drohen. Meine Meinung: Ich mag die Romane um Dupin immer sehr und auch dieser hat mich überhaupt nicht enttäuscht, obwohl dieser schon ein wenig anders, denn wann haben wir Dupin mal so verletzlich erlebt? Doch auch in seinem derangierten Zustand lässt er sich nicht unterkriegen und mischt trotzdem kräftig mit. Die Story hat mir gut gefallen und durch viele Wendungen, die einen natürlich auch erst in die falsche Richtung geführt haben, kommt es dann zu einem Abschluss, den ich lange nicht habe kommen sehen. Ich hatte das Vergnügen sowohl Buch als auch Hörbuch zu genießen und mochte bei Varianten sehr. Fazit: Wieder mal gut