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Wer bist du? (Illustrierte Lieblingsbücher 21)

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Wunderschön und abgründig – In Monika Helfers Novelle erzählen zwei Frauen um ihr Leben. Denn wer erzählt, hat Macht.

Monika Helfers meisterhafte Geschichte über die Begegnung zwischen zwei Frauen erzählt von Nähe und Einsamkeit, Liebe und Lebenslügen, von Angst – und von der Macht des Erzählens selbst.

Eines Tages steht ein Mädchen vor der Tür der Erzählerin, mit einem 1000-Schilling-Schein in der Hand und einer unglaubwürdigen Geschichte dazu. Als das Mädchen wenig später vermisst wird, sucht die Erzählerin vergeblich nach ihr. Jahre später taucht eine junge Frau auf, die behauptet, das Mädchen von damals zu sein, und die sich in ihr Leben drängt. Die Beziehung der beiden Frauen wird zu einem lauernden Tanz, bei dem jede die andere belügt – oder nicht? Wer erzählt wem was? Wer ist wer?

Monika Helfers Geschichte ist ein doppelbödiges Spiel, spannend und abgründig bis zum Schluss. Kat Menschik hat sie mit beunruhigend schwebenden, irisierenden Bildern versehen. Ein großes Lesevergnügen!

97 pages, Kindle Edition

Published February 12, 2026

7 people want to read

About the author

Monika Helfer

46 books90 followers
Monika Helfer (1947), vormals Monika Helfer-Friedrich, ist eine österreichische Schriftstellerin.
Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

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Profile Image for Uralte  Morla.
377 reviews148 followers
February 27, 2026
Monika Helfer: "Wer bist du?", illustriert von Kat Menschik: Was für ein Trip...

Eine Frau erzählt einer anderen Frau eine Geschichte.

Über ein Mädchen, das eines Tages vor ihrer Tür steht, angeblich viel Geld gefunden hat und nicht wirklich wieder nach Hause möchte. Weil ihre Mutter psychisch nicht gesund ist, ihr Zuhause kein wirkliches Zuhause. Sie trinken heiße Schokolade zusammen, das Mädchen erzählt von ihren Brüdern und ihrem Vater, sie verstecken das Geld und das Mädchen geht. Am nächsten Tag ist das Geld verschwunden, das Mädchen auch. Es wird als vermisst gemeldet, taucht nie wieder auf.

Bis Jahre später eine junge Frau vor der Tür steht und mit einer krude Geschichte im Gepäck behauptet, das Mädchen von damals zu sein. Doch kann das stimmen? Und warum hat das Mädchen eigentlich so eine Macht über die Frau?

Die wunderbare Monika Helfer hat mit "Wer bist du?" eine grandios-verwirrende Geschichte über die Macht des Erzählens geschrieben. Über Wahrheit und Lüge, über Schein und Sein. Am Ende blieb ich zwar etwas verwirrt zurück, doch auch mich hatte dieses Mädchen vollkommen in seinen Bann gezogen, so dicht ist die Geschichte erzählt. Mit wunderbar komponierten Sätzen und einem Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte.

Unterstützt wird die geheimnisvolle Spannung des Textes durch die kongenialen Illustrationen von Kat Menschik, an denen ich mich sowieso nie satt sehen kann.
Profile Image for WildesKopfkino .
829 reviews7 followers
February 12, 2026
Diese Novelle hat mich in einen Raum zwischen Nähe und Geheimnis gezogen, in dem ich die Protagonistinnen atmen hören konnte, ihre Unsicherheiten, ihre Sehnsucht nach Wahrheit und die leise Furcht vor der eigenen Verletzlichkeit. Beim Lesen hallte das Gefühl nach, beobachtet zu werden, während ich zugleich Zeugin eines lauernden Tanzes aus Wahrheit und Lüge, Verlangen und Abwehr wurde. Helfers Sprache ist scharf wie ein Blick, verletzlich wie ein Herz, das sich nicht mehr hinter Ausreden verbergen kann. Die Begegnung zwischen der Erzählerin und dem Mädchen – später dann der vermeintlichen Frau von damals – hat mich immer wieder innehalten lassen, weil jede Aussage wie ein feines Spiel von Licht und Schatten wirkt. Ich habe mitgefiebert, habe gezweifelt an dem, was gesagt wurde, und habe gespürt, wie die Macht des Erzählens meine eigene Wahrnehmung befragt hat.

Die Illustrationen von Kat Menschik schwingen wie leise, irisierende Nebel durch die Kapitel und geben jedem Satz noch eine unausgesprochene Tiefe, als schauten sie hinter die Oberfläche der Worte. Besonders hat mich berührt, wie dieses Buch die Einsamkeit in all ihren Facetten spiegelt – nicht nur im Anderen, sondern in mir selbst. Es ist eine Reise in die Unwägbarkeit menschlicher Beziehungen, die mich emotional mitgenommen und lange nachklingen lassen hat, was Wahrheit bedeutet und wie sie sich im Spiegel anderer Formen kann. Nur manchmal habe ich mir ein kräftigeres Ende gewünscht, weil die Leere am Schluss so dicht war, dass ich kurz nach Atem ringen musste, bevor ich das Buch zuklappte.

Sprachlich kunstvoll, psychologisch fein gewebt, ein Leseerlebnis, das ich nicht so schnell vergesse.
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