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Wild van een woeste droom

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Ver van huis ontmoet een vrouw een man, een Catalaanse schrijver, en begint een affaire met hem. Deze liefde schudt alles op, inclusief de relatie met haar man en kinderen. Door wat ze meemaakt neemt ze een beslissing die risico’s met zich ze wil volledig zichzelf zijn en zich geheel overgeven aan het schrijven. Maar kan zo iemand nog wel met anderen samenleven? Jaren later, als ze zich op een keerpunt in haar leven bevindt, ontmoet ze de Catalaan en daarmee sluit de cirkel tussen verleden en heden.

138 pages, Kindle Edition

Published October 9, 2025

15 people are currently reading
517 people want to read

About the author

Julia Schoch

30 books23 followers

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Community Reviews

5 stars
46 (14%)
4 stars
110 (35%)
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114 (36%)
2 stars
36 (11%)
1 star
5 (1%)
Displaying 1 - 30 of 48 reviews
Profile Image for Alexa.
244 reviews9 followers
May 25, 2025
Dieses Buch war mir jetzt doch etwas gar wild, um nicht zu sagen wirr. Scheint mir eher ein Entwurf als ein fertiges Werk. Schade, einige Gedanken sowie die im Zentrum stehende Erinnerung an eine vergangene Liebe hätten viel hergegeben. So kann ich wenig damit anfangen.
Profile Image for Anele elen.
37 reviews10 followers
February 27, 2025
Die lakonischen, tiefgründigen Ansichten von Julia Schoch haben mich beeindruckt, ebenso wie ihr Sinnieren über die Vergangenheit und ihre mutige Auseinandersetzung mit dem Leben. Dabei kamen mir oft Rachel Cusks frühere Bücher in den Sinn, und ich musste viele Sätze unterstreichen, weil sie so treffend formuliert waren.
Profile Image for Alexa.
180 reviews15 followers
March 8, 2025
Ein schöner Abschluss der Roman-Trilogie. Ich habe alle drei Bücher sehr gerne gelesen.
Profile Image for Jip.
301 reviews28 followers
November 17, 2025
de enige boodschap die ik uit dit boek kan halen is dat vreemdgaan niet zo erg is en dat vind ik toch wel zorgwekkend
Profile Image for Anja Pusch.
58 reviews1 follower
January 20, 2025
Wie die beiden ersten ein Lesegenuss und Inhalte, die für mich relevant sind und die Julia Schoch so vorsichtig, elegant, distanziert, auch humorvoll in genau die richtigen Worte und Sätze gebracht hat.
Profile Image for lea rothe.
136 reviews275 followers
June 16, 2025
„es sind trügerische erinnerungen, ich weiß. dennoch liebe ich sie. und wie ich sie liebe, meine irrtümer. all die wunderbaren, falschen vorstellungen.“
Profile Image for mia :).
41 reviews
August 2, 2025
4,5 ☆ ein sehr gelungener abschluss für eine emotionale und persönliche reihe
Profile Image for Sinne.
28 reviews
November 18, 2025
Het hele boek heeft een postmodernistisch luchtje: geen enkel hoofdstuk te vinden en fragmentarisch geschreven zonder duidelijke hints van tijdsindicatie. Het voelt bijna alsof de schrijfster door de jaren heen af en toe een mooie zin bedacht, daarvan 15 aan elkaar heeft geregen en de rest van het verhaal eromheen heeft geschreven. Het zou je kunnen liggen als wellicht iets poëtischer bent ingesteld; persoonlijk denk ik niet dat ik er over een week nog aan terug denk.
49 reviews3 followers
August 14, 2025
Sicherlich kein grandioses Buch und der Plot reißt von keinem Hocker oder Stuhl - doch das reale Nachdenken über das wahrscheinlich reale Leben, das reale unaufgeregt verarbeitete Fremdgehen und die Bedeutsamkeit und Unbedeutsamkeit einzelner Momente macht besonders wegen einzelner relatable Überlegungen Spaß, wie jetzt einige Zitate zeigen werden:

"Es ist ein Fluch, dass Liebe zeitversetzt stattfindet."

"Hin und wieder wurde behauptet, die Melancholie in meinen Geschichten rühre vom Verschwinden eines Staates her. (...) aber all das begann viel früher, Jahre vorher.
Es beginnt dort, am Waldrand, als der Soldat nach meinem Arm greift, mein Handgelenk packt und es lange küsste. Dieser Kuss wird sich nicht wiederholen, auch wenn er lange zwischen uns schwebt. (...) Ich schlage ihm ein Treffen vor, nenne ihm einen Tag in zwanzig oder dreißig Jahren, ein Datum jenseits aller Vorstellungskraft (das heute weit hinter mir liegt), an dem wir uns wiedersehen würden, genau hier, an dieser Stelle."

"Manchmal stelle ich mir vor, wie nach meinem Tod jemand mein Adressbuch aufschlägt, um nach Menschen zu forschen, die in dieser Situation zu benachrichtigen wären.  Und das sich keiner von denen, die auf eine geheime Weise in meinem Leben präsent waren, darin finden ließe. Ich habe ihre Namen nicht aufgeschrieben. Außerhalb meines Gedächtnisses existieren sie nicht."
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Klaus Mo.
41 reviews
April 7, 2025
Das zentrale Thema in Julia Schochs Roman ist ihr Verhältnis bzw. das ihrer Protagonistin zum „Katalanen“, dem sie vor vielen Jahren in einer Künstlersiedlung in der Nähe von New York begegnet ist.
Immer wieder wird sie in den folgenden Jahren von Erinnerungen und Gefühlen an ihn heimgesucht, inzwischen verändert sich ihre berufliche Situation und sie ist auch verheiratet und hat zwei Kinder. Ebenso hat sie sich damals mit der Begegnung mit dem „Soldaten“ beschäftigt, eine Episode aus ihrer Kindheit an der Ostseeküste der damaligen DDR.
Sie sinniert über diese Beziehungen, die immer auch die jeweilige Gegenwart in Frage stellen, es gibt auch Brücken zwischen den verschiedenen Episoden, sie entdeckt Widersprüche ihres eigenen Denkens, die aber so nebeneinander stehen gelassen werden.
Ihre Sprache ist ehrlich und authentisch, man glaubt ihren Gedanken zu folgen oder in einem Gespräch mit ihr zu sein.
Ich habe es gerne gelesen, es nie als langatmig empfunden, weil sie immer wieder die Sichtweise verändern oder in eine andere Zeitebene wechselt.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for ClaudiaZ.
58 reviews6 followers
July 24, 2025
Dieser dritte Teil hat mich ein bissel ratlos zurückgelassen. Viele gute, schöne und kluge Gedanken, sehr offen be- und geschrieben, und trotzdem weiß ich nicht genau, was ich mit dieser Erzählung anfangen soll...
Profile Image for Ruby Warhol.
136 reviews2 followers
May 1, 2025
“Wild nach einem wilden Traum” ist ein komplexes, kluges Buch und dennoch nicht schwer zu verstehen. (Ich habe nur so lange dafür gebraucht, weil ich zwischendurch eher im englischen Modus war… insgesamt war es 1 lange Lese-Session im Januar und dann nochmal 1 im April)
Die verschiedenen Elemente bzw. Zeitlinien, zwischen denen die Geschichte wechselt, sind die Kindheit der Protagonistin in Ostdeutschland und eine Erfahrung mit einem älteren Soldaten, ihre Uni-Zeit, wo sie ihren Mann kennenlernte, die Zeit nach der Uni in in A., wo sie „den Katalanen“ kennenlernte, und die Gegenwart 20 Jahre später, in der sie zwei Kinder hat (eines davon fast erwachsen), ihre Ehe vor einem Ultimatum steht und sie sich an den Katalanen erinnert.
All diese Elemente werden miteinander durch die Erinnerungen und philosophischen Ausführungen der Protagonistin verknüpft.

Stil
- In Erinnerungsfetzen, Gedanken und alltäglichen Beschreibungen erzählt, dennoch nachvollziehbar und nicht chaotisch.
- Umgangssprachlich und zugleich poetisch, wie eine verklärte Erinnerung aus dem Tagebuch einer wortgewandten Freundin.
- Leicht zu lesen, oft stream-of-consciousness und traum-ähnlich, aber von Anfang an fesselnd.
- Besonders haben mich die englisch-deutschen Teile angesprochen (und es ist wirklich schwer, diese beiden Sprachen zu kombinieren, ohne dass es peinlich klingt), sogar ein englisch-deutsches Gedicht war dabei, und einige Vergleiche zwischen Wörtern und ihrer jeweiligen nuancierten Bedeutung, die sich schwer übersetzen lässt (eins meiner vielen special interests)
- Der Schreibstil hat mich leicht an Peter Stamm erinnert, aber etwas moderner.

Inhalt
- Eine gute Wahl für ein zur Abwechslung mal deutsches Buch, für das ich am Hamburg Hbf fast einen Zug verpasst hätte.
- Es geht um Liebe, Erinnerungen und Entscheidungen, aber auch um das Aufwachsen in der DDR, um das Schreiben und alles, was damit zusammenhängt, um Reisen und Alleinsein und die Ausdruckskraft einer Sprache. Um Muttersein und Älterwerden, um Sehnsuchtsorte und -personen, Einsamkeit in einer Ehe.
- Auch feministische Untertöne sind zu finden!
- Alle Figuren sind lebhaft beschrieben, auch wenn sie nur in einer kurzen Szene auftauchen.
- Ich habe die ersten beiden Bücher nicht gelesen, habe aber nicht das Gefühl, dieses Buch deshalb nicht verstehen zu können. Und es hat mich selbst zum Schreiben inspiriert – sogar auch mal wieder auf Deutsch. Also kann es nur gut sein.
- Der Titel hat mich sofort interessiert, aber ich hatte ihn zuerst anders interpretiert: dass die Protagonistin am Morgen nach einem wilden Traum ein wildes Gefühl bekommt. Durch die Meta-Ebene der Kombination zwischen Geschichte und Erzählakt stellt sich schließlich heraus, dass der Satz zu ihr gesagt wurde, in Bezug auf den Traum, Autorin zu werden, und dass man wild danach sein müsse, um es zu schaffen - und die Protagonistin sagt, das klinge wie ein Buchtitel.
- Alle Gefühle und Situationen und ihre Bedeutungen werden gründlich analysiert, mit einem reifen und zugleich kindlichen Blick, als würde die Erzählerin zum ersten Mal über die Welt nachdenken und alles in Frage stellen oder bewundern.
- Interessante Gedanken über verbotene Liebe und Besessenheit, die Menschheit, Moral und ihre Verletzung. Immer wieder tauchen Zweifel an die eigene Erinnerungskraft auf, während die Protagonistin ihre Geschichte erzählt. Z.B. wie Dinge wichtiger oder weniger wichtig werden, nur weil um sie herum Zeit vergangen ist. Manche Dinge verschwinden aus ihrem Gedächtnis und kehren dann wieder zurück, an manchen Stellen trügt sie die Erinnerung – auch wenn sie wünschte, es wäre so geschehen – und trotzdem können auch und gerade diese falschen Erinnerungen wichtig sein, weil sie unsere Persönlichkeit definieren, weil sie etwas über unseren Blick auf die Welt aussagen.
- Eine erfrischend schamlose Schilderung der verzweifelten Sucht nach einem anderen Menschen (inklusive allem, was dazugehört: Schwärmerei, Lust, Selbstaufgabe, Vermissen etc.)
- Tiefgehend und zugleich auf eine so leichtfüßige Weise erzählt
- 1 Mini-Kritikpunkt: Ich hätte gerne noch mehr über die Umstände erfahren, mehr Klarheit über die Situation mit dem Ehemann – aber ich denke, das ist letztendlich nicht der Sinn des Buches. Es geht um Gedanken, und als Leser*in bekommt man Gedanken. Ich habe aus diesem Buch mehr mitgenommen, als ich je erwartet hätte.


Lieblingszitate <3

Oft heißt es, man hätte die Wahl. Dass man in bestimmten Momenten des Lebens eine klare Entscheidung treffen könnte. So liest man es, so stelle ich mir das vor. Jemand steht an einer Weggabelung und fragt sich: Welcher ist wohl der richtige Pfad, der, der mich ans Ziel führt. Aber gibt es sowas tatsächlich? Und selbst wenn ich es mich gefragt hätte – um welches Ziel hätte es sich handeln können?
Ich glaube, ich habe in meinem Leben nie vor Kreuzungen gestanden und in aller Ruhe überlegt. Ich bin einfach weiter und weiter gegangen, vielleicht sogar gerast, wie ich auch in die Liebe gerast bin, und irgendwann, später, dreht man sich um und ist erstaunt.

Vielleicht passiert die Liebe, dieses Gefühl, wenn wir uns zu jemandem hingezogen fühlen, immer nur so: stellvertretend für etwas viel Früheres, Älteres, das uns verloren gegangen ist und das wir zurückerlangen wollen. Alle Liebe ist nur ein Ersatz-Haltegriff, habe ich irgendwo gelesen.

Man hat mir zu verstehen gegeben, dass es nicht gut sei, über Lebende zu sprechen. Über sie zu schreiben. Erst recht nicht über die Menschen, die man liebt. Man hinterlässt ein Feld der Zerstörung. Also, sage ich mir, schreibe ich über Menschen, die nicht mehr da sind. Auch wenn es sie noch gibt, irgendwo auf der Welt. Aber sie sind nicht anwesend, ich meine, nicht hier, in diesem Moment, und wahrscheinlich würde ich sie nicht einmal wiedererkennen, wenn ich sie auf der Straße träfe. Dennoch lebe ich mit ihnen. So lange schon bevölkern sie mein Gedächtnis, trotz – oder vielleicht gerade wegen – ihrer Gespensterhaftigkeit.
Natürlich verhält es sich andersherum. Ich selbst bin es, die die Menschen schreibend in Gespenster verwandelt, sogar die, die mir am nächsten sind, mit denen ich eine Wohnung teile. Aber kann ich bedauern, was offenbar meine Absicht ist?

Später, Monate oder Jahre danach, wenn die Nüchternheit zurückgekehrt ist und man bestimmte Geschehnisse mit klarem und zugleich stumpfem Blick betrachtet, bezeichnet man es vielleicht als Irrtum. Man hat einen Fehler begangen, sagt man sich. Aber im Grunde weiß ich nicht, was das heißt. Ich weiß nicht, ob man sich wünschen soll, etwas hätte nicht stattgefunden. Wäre es so und die Dinge ließen sich rückgängig machen – was träte an die Stelle der somit ausgelöschten, nie geschehenen Ereignisse? Es ist mir immer kläglich, ja geradezu fahrlässig vorgekommen, etwas nicht zu tun. Der Anblick einer weißen Fläche ängstigt mich. Nein, denke ich dann, nichts daran war falsch: Die erinnerungswürdigsten Momente meines Lebens sind die, in denen ich in einem glücklichen Irrtum gelebt habe. Weshalb überhaupt unterscheiden zwischen echtem und trügerischem Glück, wenn doch beides dieselbe Empfindung auslöst?

Lange habe ich Zeit damit verschwendet, ergründen zu wollen, welche Teile diese Erinnerungen stimmen und welche sich im Laufe der Jahre angereichert, wie von selbst ergänzt haben. Aber nachdem ich die Geschichte wiedergelesen hatte, fragte ich es mich nicht mehr. Mit einem Mal gab es keinen Unterschied mehr zwischen Erinnerung und Erzählung. Mir war klar, dass beides eins war, verschmolzen, vollkommen.

Später, in Momenten der Erschöpfung, einer friedlichen Erschöpfung, wenn ich voller Zärtlichkeit und Zugewandtheit für meinen Mann gewesen bin, habe ich die Veranda in A. manchmal vor mir gesehen. Ab und zu passiert es noch immer. Dann sehe ich mich, alt und weißhaarig geworden, in einem Schaukelstuhl sitzen. Vor mir das Tal in der Dunkelheit, hochstehendes Gras. Mein Mann ist gestorben, aber meinem altgewordenen Ich scheint es, als wäre er nach einem rauschenden Fest, das wir beide gegeben haben, schon mal hinauf ins Schlafzimmer gegangen. Erledigt von den Anstrengungen der Feier, ist er vorausgegangen, um sich bettfertig zu machen, während ich noch ein Weilchen in dem Schaukelstuhl sitze und in die Dunkelheit lausche, die noch bis eben vom fröhlichen Lärm der Gäste erfüllt gewesen ist. Und dann höre ich mich sagen: Geh ruhig, Lieber, geh schon nach oben, ich komme gleich nach.
Dieses Bild ist für mich das Bild vollkommener Liebe.

Ich habe den Eindruck, ich kehre mit dieser Geschichte zu einem Punkt meines Lebens zurück, wie man in einem Album zu einer bestimmten Seite zurückblättert. Weil man sich da, auf diesem bestimmten Bild, besonders gut erkennt.

Die Geschichte von mir und dem Soldaten ist eine unauffällige Geschichte, aber die unauffälligsten Geschichten hatten immer die größte Auswirkung auf mein Leben. Ich habe später nur über solche Momente schreiben können: Momente, über die ich nichts notiert habe. Tage, Wochen, in denen ich so ratlos war, dass es mir nicht einmal gelingen wollte, ein Tagebuch zu führen – so wenig war mir bewusst, wie ich beschreiben sollte, was ich gerade tat, zu welchem Zweck ich gerade lebte. Immer zieht es mich dorthin, zu diesen Zeiten.

Heute frage ich mich, ob so eine Welt überhaupt denkbar ist. Wie wäre es wohl, wenn das Vermeiden von Verletzungen alleroberste Priorität im Leben hätte? Eine Welt, in der unser Verhalten nur diesem einen Ziel dient. Wichtig wäre nicht, ob wir selbst glücklich sind, nicht, ob wir unsere eigenen Träume und Ansprüche verwirklicht sehen, sondern nur das: unter keinen Umständen je einem anderen Menschen wehzutun. Ist so etwas denkbar? Ist es machbar? Und wenn ja, wären wir schwache, unzufriedene Wesen oder stark? Was würde überwiegen: das Wohlbefinden, weil wir Tag für Tag anderen Genüge tun, oder das bohrende, ärgerliche Gefühl, wir würden uns selbst ständig zurücknehmen? Bekäme man nicht Sehnsucht nach sich selbst?

Es scheint, Frauen werden von den immer gleichen Fragen umgetrieben: Wer liebt mich? Wen liebe ich? Früher fand ich das verachtenswert, inzwischen haben sich meine Ansichten ins Gegenteil verkehrt. An die Liebe zu denken, sich in sie zu verbeißen, das ganze Leben nach ihr auszurichten, sich von ihr zugrunde richten zu lassen – was sollte verachtenswert daran sein? Wenn man zurückblickt, ist sie das Einzige, das wichtig war. Mehr als alles andere hat die Liebe dazu geführt, dass ich mein Leben als eine Geschichte wahrnehme. Sie ordnet die einzelnen Episoden darin an, lässt es zu einer anschaulichen Landschaft werden.

Man darf nicht zu lange nachdenken über das Weggehen, man muss sich beeilen, weil sich die Zukunft sonst immer wieder entzieht, und dann stürzt man ihr ratlos hinterher.

Ich werde sterben ohne dich. Nie wieder im Leben wird ein Mann so etwas zu mir sagen. Alles war also schon geschehen, bevor überhaupt etwas begann.

Ich frage mich nicht, wie man etwas, was man zum letzten Mal sieht, am besten ansehen sollte. Wie man noch deutlicher, noch nachdrücklicher Abschied nehmen könnte. Ich muss es auch nicht. Ich bin mir sicher, nichts dort wird je verschwinden. Die Wohnblöcke, die Schule, die Kaufhalle oder das Trafohäuschen, der Spielplatz – all das wird ewig so bleiben, habe ich gedacht. Dass es auf mich warten wird für den Fall, dass ich eines Tages zurückkommen sollte (obwohl ich mir damals nicht vorstellen kann, diesen Wunsch jemals zu haben). Also habe ich flüchtig Abschied genommen. Wir alle haben es so gemacht. Ohne Zeremonie, ohne ein letztes Foto von dem, was wir im Begriff waren zu verlassen. Auf solch eine Idee wäre niemand von uns gekommen.

Solche Einsprüche, Angriffe, beschäftigen mich, und später im Hotel dachte ich lange darüber nach. Einerseits gab ich ihr recht. Man stabilisiert die Verhältnisse, wenn man sie schildert, wie sie sind. Andererseits lässt sich nur so Empörung hervorrufen – indem man die Welt in ihrer Unvollkommenheit, mit all ihren Ungerechtigkeiten beschreibt. Und führt Empörung nicht automatisch zu Veränderung?

Noch etwas zu diesen Schachteln: Es gibt Schachtelmenschen, und es gibt solche, die alles wegschmeißen. Möglichst schnell wollen sie allen Ballast loswerden. Beide Sorten Mensch können ein glückliches Leben führen, und beide sterben am Ende.

Was weiß ein Kind schon von der Liebe, dem Leben seiner Eltern, bevor es geboren wurde, diesem Vorzimmer zum eigenen Leben? Was sollte es wissen?

Es hat immer einen Grund, warum man sich erinnert. In der Hinsicht glaube ich nicht an Zufälle. Wenn ich ausgerechnet die Bruchstücke jenes Herbstes wieder heraufhole, dann deshalb, weil ich mich an einem ähnlichen Punkt sehe wie damals. Ich kehre zu einem Moment zurück, da etwas hinter mir lag und etwas anderes vor mir. Dasselbe angstvolle Zittern, mit dem einer der Hobbits zu Gandalf, dem Zauberer in "Herr der Ringe", sagt: Es ist so ruhig. Und Gandalf erwidert: Das ist das tiefe Luftholen vor dem Sprung. Er sagt es, um nicht etwas anderes sagen zu müssen, nämlich: Gleich, gleich beginnt der Schrecken, die Schlacht, und niemand weiß, wie sie ausgehen wird. Man muss hoffnungsvoll sein, und damals, auf der Fähre, war ich es. Das will ich damit sagen.

Er wusste, dass man beim Schreiben ganz bei sich ist und dass, wer ganz bei sich sein darf, nie mehr ganz bei den anderen ist. Die anderen: er. Und hatte er nicht recht? Seither habe ich viel mehr Stunden mit anderen Menschen, anderen Männern am Schreibtisch verbracht als mit ihm im Bett.

Ich wollte mich herausreißen aus der Besessenheit, mit der ich an den Katalanen dachte. Aus dieser verzweifelten Ratlosigkeit, die zugleich ein Zustand der Ekstase war.

Über solche Dinge denke ich nach, und dann kommt mir jedes Mal wieder in den Sinn: Wir wissen nicht, was wir für jemand anderen in einem bestimmten Moment seines Lebens sind. Der Soldat, der Katalane, all die anderen... Nicht mal bei meinem Mann kann ich mit Sicherheit sagen, wobei wir uns gegenseitig geholfen oder wovor wir einander gerettet haben oder es immer noch tun.

Es geht nicht um Verrat, nie. Man will etwas haben, das einem ganz allein gehört. Und zugleich will man sein Leben mit jemandem teilen. Wie es aussieht, wollen manche Menschen alles. So verrückt ist das.
Profile Image for Marie.
94 reviews41 followers
January 3, 2026
Wat een bijzonder, raadselachtig en tegelijk kraakhelder boek! Heel erg onder de indruk.
Profile Image for Rita.
857 reviews17 followers
March 1, 2026
Langzaam lezen, zinnen om over na te denken in een bedachtzaam verhaal. Prettig mens volgens mij, zoals ze tegen me praat, wikt en weegt. In een toch wel wat traag boek.
Profile Image for Prusseliese.
488 reviews32 followers
January 20, 2025
4,5 ☆
Hat mir sehr gut gefallen. Erinnert mich an Siri Hustvedt.
Profile Image for Lotte.
26 reviews2 followers
March 2, 2025
Julia Schoch schreibt so gut. Ich bin dankbar für die Offenheit, mit der sie uns Einblicke in ihr Leben gewährt bzw. in ihre Gedanken über Erlebtes.
Profile Image for Gönül.
245 reviews3 followers
May 9, 2026
Ich mag die autofiktionalen Romane von Julia Schoch. Hier führt eine fiktionale Autorin durch verschiedene Epochen ihres Lebens, erzählt von einem katalanischen Liebhaber in jungen Jahren, einem Soldaten, dem sie als Kind begegnet ist und sie weiß selber auch nicht wirklich wie diese Dinge zusammen hängen. Die Autorin springt etwas hin und her in der Zeit aber auch in ihren Gedanken.
Profile Image for Uralte  Morla.
381 reviews165 followers
May 13, 2025
"In der Liebe gibt es keine halbe Anwesenheit. Ich habe mich bei lebendigem Leib in Schrift verwandelt." (Seite 169)

Er war weder schön, noch elegant und doch will sie ihn sofort. Die Erzählerin in Julia Schochs autofiktionalem Roman "Wild nach einem wilden Traum". Sie beginnt eine Affäre, fernab von der Heimat, fernab von ihrer Ehe. Und etwas verändert sich in ihr - auch in Bezug auf ihr Schreiben.
Denn das Schreiben ist der titelgebende wilde Traum. Die Sehnsucht, die immer da ist, das Eine, das unwiderruflich zu ihrem Leben gehört.
Und so ist dieser Roman nicht nur die Geschichte einer Affäre und einer Selbstbefragung, sondern auch eine Liebeserklärung an das Schreiben.
Julia Schoch führt aus, was es sein kann - und was nicht. Und wieviel es mit (nicht selten verfälschten) Erinnerungen zu tun hat.

"Das Schreiben kompensiert nichts. Es stellt auch keinen früheren Zustand wieder her, schon gar nicht das Leben. Es befindet sich auf der anderen Seite, der anderen Seite des Meeres, der Wüste, dort, wo sich alles aufzulösen beginnt. Es ist das, was entsteht, wenn alles gesagt und getan worden ist, man alles hinter sich gelassen hat und nichts mehr weiß." (Seite 156)

Abgesehen davon, dass es erfrischend ist, von einer Frau zu lesen, die durchaus romantisch über eine Affäre und ihr eigenes Begehren schreibt, ist "Wild nach einem wilden Traum" sprachlich so großartig und steckt voller kluger Gedanken über das Leben, die Liebe sowie das Schreiben, dass ich mich nicht daran sattlesen konnte.

Ich bin nur so durchgerauscht durch all ihre Sätze, durch diese Sprache, die gleichzeitig so direkt und so poetisch ist. Nach etwas mehr als der Hälfte habe ich dann eine längere Pause gemacht, nur um länger etwas von diesem Buch zu haben.

Eine klare Leseempfehlung, wie überhaupt die gesamte Trilogie, von der "Das Liebespaar des Jahrhunderts" eventuell ein bisschen mein Lieblingsbuch bleiben wird.
109 reviews6 followers
January 28, 2026
Klein beetje ontgoocheld na "Het echtpaar van de eeuw". Schoch slaagt er zeker in om mij met haar bedenkingen over liefde, trouw, herinneringen te treffen, maar ondanks begrip voor de vertelster, voelde ik er weinig sympathie voor.
Profile Image for Kurt Vandemaele.
27 reviews14 followers
March 10, 2026
Ik wist niet dat dit deel 3 was van een trilogie. Pas nu kom ik te weten dat 'Het liefdespaar van de eeuw' deel 2 was. Deel 1 blijkt niet naar het Nederlands vertaald. Wat ik wel raar vind. Maar ik had bij het lezen van deel 3 dus inderdaad wel de indruk dat diezelfde stem uit deel 2 weer aan het woord was. Wat me bij het vorige boek aansprak, namelijk dat de vrouw wiens stem tot ons spreekt, haar huwelijk in vraag durfde te stellen en dat je meekeek in haar twijfels over haar relatie. Er was veel moois geweest, maar dat leek achter de rug en ze leek haar conclusies te gaan trekken. Haar bedenkingen bij de liefde raakten me op de ene of andere manier. Bij de liefde van haar en van haar man. Mooi verwoord, maar eenvoudig. Julia Schoch schrijft in een taal die je heel vlot laat lezen. Dat is ook weer bij deel 3 het geval.

Dit keer neemt ze ons mee naar een ervaring uit haar verleden. Naar een tijd toen ze op schrijfkamp mocht in Amerika. Daar logeert ze in een afgelegen oord samen met een gezelschap van andere schrijvers. Het komt tot weinig interactie met de anderen. Behalve met één van hen.

LEES HIER NIET VERDER ALS JE NOG VAN PLAN BENT OM HET BOEK TE LEZEN:

Het is de tijd dat ze nog niet zo zeker is van haar eigen schrijverschap, ze worstelt nog met het gevoel een charlatan te zijn. Ze heeft het veelvuldig over haar man, van wie ze beweert te houden, maar ze laat zich bij het eerste contact met een schrijver die ze bestempelt als 'De Catalaan' in bed lokken. ZE hebben niet echt een goed contact, maar zonder dat ze een verklaring geeft, keert ze de hele tijd naar hem terug. En de Catalaan blijkt net zoals zij niet van plan er meer van te maken. Ze zijn nu op schrijversretraite en ze zijn mekaars ontspanning. "Hij zou me geen aanzoek doen, niet alles opgeven voor mij. Wat wij hadden was duidelijk geen relatie. Daar liet hij geen misverstand over bestaan. Ik gaf hem gelijk. Ja, dat zou mooi zijn, zei ik. Het zou fantastisch zijn als je van ieder mens die je tegenkwam oprecht kon houden. Zonder verraad, zonder verstoppertje te spelen. Zonder er iemand anders mee te kwetsen." Het verhaal speelt zich grotendeels in het verleden af. Want Julia Schoch is vooral met herinneringen bezig. Dat is wat me ook heel fel aanspreekt in de twee boeken die ik nu van haar gelezen heb. Voortdurend doemen er gedachten op aan vroeger. Aan haar kinderjaren ook. En die vormen ook de inspiratie voor het verhaal dat ze aan het schrijven is tijdens de schrijversretraite. Over een soldaat die eigenlijk niet gemaakt is om soldaat te zijn. De papa van de schrijfster is zelf officier bij het Oost-Duitse leger. En als kind fietst ze wel vaker de bossen in en ontmoet daar telkens een jonge soldaat die door gezondheidsproblemen niet kan deelnemen aan de oefeningen en dus allerlei planten gaat plukken in het bos. De soldaat en het meisje praten. Ook over onderwerpen die op dat moment nog niet echt behapbaar zijn voor het kind. En intussen waaien haar allerlei gedachten binnen, over de literatuur, over de liefde, over verhoudingen en over haar man. Maar het zijn zoveel losse snippers dat je het gevoel hebt dat je als lezer gewoon meedrijft op een poel van mijmeringen. Wat ze met die Catalaan doet, blijft ze doen, tot de residentie is afgelopen. En zij verdwijnt nog even naar New York, dat niet te ver van de plek ligt waar ze allemaal samenhokten, en komt tot de conclusie dat het de perfecte plek is om te vergeten wat ze heeft meegemaakt. Ze logeert er bij een oude danser en achteraf beklaagt ze het zich dat ze niet beter naar zijn verhaal heeft geluisterd. Maar ze maakt zich de bedenking dat er zoveel verhalen zijn waar een mens niet induikt. Omdat je te moe bent of het te druk hebt met andere dingen. "Louter gemiste gesprekken die je niet kunt inhalen" (pag 132). Later wanneer ze met haar zoon door New York loopt, bedenkt ze dat er heel veel is dat ze hem niet heeft verteld: 'Hij is een mens op zoek naar een eigen verhaal, onafhankelijk van mij, van zijn ouders' (pag 133).... 'Wat weet een kind van de liefde, van het leven van zijn ouders voordat het geboren werd, van die voorkamer van zijn eigen leven? Wat zou het moeten weten?'... Pagina 139 heb ik onderstreept: 'Er is altijd een reden waarom je je iets herinnert'... Pagina 141: Na mijn terugkeer ging het een hele tijd niet goed tussen mijn man en mij.... en niet lang daarna raakten we elkaar bijna kwijt. ... Later probeert ze de ontmoetingen en de omhelzingen met de Catalaan terug te vinden... Maar dat lukt niet altijd: "bepaalde gebieden uit je leven laat je in het donker, ook voor jezelf, omdat ze onlogisch en onbegrijpelijk lijken, omdat je er geen toegang toe hebt. Ze zijn er, we dragen ze met ons mee, maar we kunnen ze niet verlaten als een willekeurige episode die we moeiteloos opdissen" (pag 167)... Wanneer ze later over haar affaire met de Catalaan aan haar zus vertelt, zegt ze: 'toch leek er nu iet te zijn wat ons verbond, iets geheims, onbeduidends en grandioos tegelijk. Iets gemeenschappelijks. Maar dat heb ik pas later begrepen, een paar jaar daarna. Het gaat niet om verraad, nooit. Je wilt iets hebben dat alleen van jou is. En tegelijk wil je je leven met iemand delen." Nu ik de onderstreepte passages bekijk, is er toch wel best veel in het boek dat me aanspreekt, merk ik. "Telkens opnieuw, om de zoveel tijd probeerde ik ver weg te gaan om aan mijn leven te ontsnappen - in de hoop dat alles in het vreemde land opgelost zou worden" (pag 183)... 'Niemand weet ooit zeker wat de ander van je denkt, wat je voor de ander bent'. (pag 186).... 'We leven door, we veranderen, worden telkens opnieuw uitgedaagd en ten slotte worden we oud'. (pag 186) ... 'Ik heb altijd geprobeerd te ontsnappen aan de troosteloosheid van mijn dagen' (pagina 188).
Profile Image for Eva.
156 reviews
April 23, 2026
Novel·la escrita en clau de records de la vida de la narradora, com l'han marcat algunes relacions, les decisions que ha pres al llarg de la seva vida adulta com a dona, com a escriptora, com a mare, com a amant.
Profile Image for Booquinia Renee.
14 reviews7 followers
February 19, 2025
Kreuzungen

Die Trilogie Biographie einer Frau von Julia Schoch. Mit „Wild nach einem wilden Traum“ gibt es den langersehnten Abschluss dieser Trilogie. Ein absolut gelungenes Ende.

„Das Vorkommnis“ und „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ waren die Vorgänger, in ihnen schaute die Autorin auf die familiären Bedingungen im Leben der Frau und ihren Ursprung, sowie auf ihr Eheleben. Jetzt in diesem Buch hier geht es um das Schreiben und um weitere Menschen/Männer, die Eindruck auf die Frau gemacht haben, die sie berührt haben. Wobei beide erwähnten Männer auch im Bezug zum Schreiben zu sehen sind.

Wieder gelingt Julia Schoch ein Buch, welches mich tief berührt, nicht ausschließlich, weil ich Berührungspunkte finde. Sondern eher, weil mich die Denke der Schoch inspiriert.

Menschen begegnen uns, berühren uns und inspirieren uns. Wer wären wir ohne diese Kontakte? Andere Menschen. Denn gerade diese Begegnungen, die uns einen Input geben, ermöglichen Veränderung. Der Soldat, der der erzählenden Stimme in jungen Jahren begegnet, weist ihr den Weg, bestärkt sie. So sehr, dass sie sich noch viele Jahre danach erinnert. Der Katalane, ein erfahrener Schriftsteller, der eine Ausstrahlung besitzt, die der erzählenden Stimme ein „Das möchte ich auch“ vermittelt. Mit dem sie Momente der Hingabe und des Rausches erlebt. Doch was war hier wichtiger, der Rausch oder die Begegnung? In der Entscheidung der erzählenden Stimme beim Verlassen des Autorencamps liegt die Antwort auf diese Frage. In der Rückbetrachtung des Geschehens schwingt die Frage nach der richtigen Entscheidung dazu mit, die der erzählenden Stimme dann durch die erneute Begegnung vermittelt wird. Absolut interessante Gedanken. Ihre Betrachtungen zum Jetzt, zur Liebe, zur Familie. Ich liebe das. Ich lese das Buch und bin auch bei meinen Wegkreuzungen, sinniere, denke, zerfließe. Und weiß, es war alles richtig so. Denn das Damals ermöglicht das Heute. Und die eine oder andere Träne?!?! Ja, was solls. Das zeigt, dass man lebendig ist, dass man fühlt und lebt. Letztendlich darf man nie vergessen, man ist immer involviert, entscheidet über das eigene Tun, im Moment und im Danach. Und dies lässt einfacher auf die Vergangenheit schauen.

Doch nicht nur die Gedankenwelt der Schoch fasziniert mich. Ich denke auch unsere ähnliche Sozialisation verbindet. Dieses DDR-Ding. Uns trennt nur ein Jahr. Wir sind in der DDR aufgewachsen, sind von ihr geprägt worden, hatten aber das große Glück das Negative noch nicht völlig zu kennen. Dann kam die Wende, das Bekannte verschwand, das Neue tauchte auf und man musste sich einen neuen Platz suchen. Was uns gelungen ist. Die ein, zwei Jahre nach uns Kommenden waren zu jung für die DDR, wuchsen gleich in den Westen hinein und die ein, zwei Jahre Älteren lernten den Ernst des Lebens in der DDR und wurden dadurch geprägt, fanden ihre Nische, ihren Platz, bevor sie den wieder abgeben mussten und ein neues Plätzchen für sich finden durften. Was vollkommen andere Sichten und Stellungen ergeben kann.

Hier finde ich für mich Berührungspunkte bei Julia Schoch und bei ihrem Sinnieren, was sie in ihren Romanen betreibt. Was wäre wenn? Wo wäre ich wenn? Wichtige Gedanken. Gedanken, die helfen können. Wenn man ihre Gewichtung genau überdenkt.

In der Trilogie Biographie einer Frau, in „Das Vorkommnis“, in „Das Liebespaar des Jahrhunderts“ und in „Wild nach einem wilden Traum“ entführt Julia Schoch in die Welt ihrer Denke, in die Welt ihres Fühlens und ich muss gestehen, ich habe diese Reise geliebt!
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345 reviews4 followers
February 20, 2025
Klappentext:

„Über eine lang zurückliegende Liebe und das, was die Erinnerung daraus werden lässt

Die Erinnerung an eine Liebe kann intensiver sein als diese Liebe selbst

Eine Frau lernt fern von zu Hause einen Mann kennen, Katalane und Schriftsteller, und hat mit ihm eine Affäre. Diese Liebe bringt alles ins Wanken – nicht nur die Beziehung zu ihrem Ehemann, auch ihre Sicht auf die Dinge, ihre Arbeit. Was sie erlebt, lässt eine Entscheidung in ihr reifen, die mit Risiken verbunden ist: ganz bei sich zu sein und künftig als Schriftstellerin zu leben. Aber kann jemand, der ganz bei sich ist, noch bei anderen sein? Bei einem Ehemann, bei Kindern? Jahre später steht sie erneut an einem Kipppunkt ihres Lebens und begegnet dem Katalanen wieder: Ein Bogen schließt sich zwischen Vergangenheit und Jetzt….“



Autorin Julia Schoch beendet mit diesem Werk ihre Trilogie >Biographie einer Frau<. Alle drei Teile habe ich nun gelesen und es gilt nicht nur diesen Band zu bewerten sondern auch das Gesamtbild.

Unsere auch hier namenlose Darstellerin lernt einen Katalanen kennen und auf gewisse Weise auch „lieben“. Persönlich empfand ich diese „Liebe“ als bedingt nutzlos für unsere Erzählerin. Sie vergleicht sich mit ihm, passt sich an und will aus ihrem alten Leben ausbrechen weil sie alles komplett stört, es abschließen und total verändern. Schoch mag damit einen gewissen Nerv der Zeit treffen aber nicht jede Frau denkt so bzw. braucht diese Veränderung. Allein deswegen wird dieses Werk wieder Fans aber auch neutrale Bewertungen erhalten. Kurzum: es ist einfach recht kontrovers. Mich persönlich sprach es wieder nur sehr bedingt an, auch wenn ich den Sprachgebrauch von Schoch gerne gefolgt bin. Im Gesamten wird mit diese Trilogie doch eher blaß in Erinnerung bleiben, was wohl daran liegen mag, dass ich komplett anders denke und fühle rund um das Thema Beziehung, Ehe und um das erfüllte und glückliche Leben als Frau. Sie selbst sagte einmal: »Was ich in der Trilogie erzähle? Dass wir unterschiedliche Rollen im Leben haben und oft nicht wissen, was wir für andere sind. In den drei Büchern möchte ich Gerechtigkeit walten lassen. Ein Wunschtraum, vielleicht. Aber ein schöner.« Julia Schoch

Ja, interessant aber ich fühle mich dabei überhaupt nicht angesprochen, da ich weiß was ich für andere bin. Sie merken schon, es war, ist und bleibt ein Thema von gegensätzlicher Natur.



Da diese Trilogie definitiv von jedem Leser recht persönlich betrachtet werden wird, werden demzufolge auch Bewertungen so ausfallen. Auch hier kurzum: entweder man kann sich mit der Protagonistin identifizieren oder eben nicht. Ich konnte es nicht und deshalb vergebe ich hier 2,5 neutrale Sterne.
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73 reviews
April 4, 2025
Die meiste Zeit wissen wir nicht, was wir für einander sind.
Seite 60

Man beobachtet andere Frauen, unterhält sich mit ihnen, liest einen Artikel in einer Zeitschrift, vielleicht sogar ein Buch, man nimmt sich alles Mögliche vor. Man sagt sich, dass man dieses und jenes anders machen, sich auf keinen Fall einschränken lassen wird. Aber all das sagt man, weil es fremde Kinder sind, denen man bisher begegnet ist. Dann ist es da, das eigene Kind, und man fängt ganz von vorn an, als wäre man die erste Frau auf Erden, die eins bekommen hat. Man fängt ganz von vorn an, weil man diese Liebe zu einem Kind, diesen schrecklichen Irr-
sinn, noch nie gekannt hat.
Seite 68

Es ist ein Fluch, dass die Liebe zeitversetzt stattfindet.
Seite 70

Vermutlich ist sie genau dafür da, die Liebe. Nicht, damit sie ein Leben lang dauert - das würde wohl niemand erwarten -, sondern damit wir uns an sie erinnern, wenn sie nicht mehr da ist. Wie ein Licht, nach dem wir uns umwenden und das uns sagt: Einmal ist es passiert, es war möglich, also wird es auch in Zukunft möglich sein.
Seite 97

Das Seufzen ist die Brücke, die die Mütter mit dem Rest der Menschheit verbindet.
Seite 135

Wie merkwürdig: Jemanden nie wieder zu sehen scheint das Begehren ebenso zum Erlöschen zu bringen wie jemanden täglich zu sehen. Etwas verblasst, verflüchtigt sich, löst sich schließlich auf. Die einzige Liebe, der die Zeit nichts anhaben kann, ist die Liebe zu Kindern. Sie nutzt sich nicht ab. Im Gegenteil, sie wächst durch Gewöhnung, während man einen Geliebten, eine Geliebte durch Gewöhnung verliert.
Seite 143

Was für ein geheimnisvolles Gespinst, dieses Netz aus Blicken und Gedanken, das unsichtbar zwischen den Menschen gewoben ist. Niemand kann je sicher sein, wer was vom anderen denkt, was wir für den anderen sind.
Seite 171

Und wie ich sie liebe, meine Irrtümer. All die wunderbaren, falschen Vorstellungen.
Seite 174
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Profile Image for Bruno.
1,186 reviews167 followers
October 13, 2025
****1/2

Soms vraag ik mij af of het kenmerkend is voor mij, om met het derde deel van een trilogie te beginnen. Zoals ik Kitamura antichronologisch aan het lezen ben. Tegelijkertijd lees ik Lockwood dan weer helemaal chronologisch, louter omdat iemand heeft geschreven dat je maar beter alles van haar weet, eer je aan haar laatste boek begint.

Maar dit geheel terzijde.

Wild van woeste dromen (WvWD) is het derde deel van Schochs Biographie einer Frau, waarvan voorheen enkel het tweede deel naar het Nederlands werd vertaald (Het liefdespaar van de eeuw). Het eerste deel is Das Vorkommnis, maar dit noch enig ander werk werd reeds naar het Nederlands vertaald.

WvWD gaat over schrijven, over (de selectiviteit van) het geheugen, over verbeelding, over relaties, over wat ons vormt, over de herinnering. Sleutelmoment is de bewering “Als je jong bent, leef je beschermd, omgeven door een bastion van theorieën”, gevolgd door: “Geleidelijk, bijna onmerkbaar, worden de theorieën vervangen door ervaringen.”

De stijl van Schoch liet mij onmiddellijk denken aan Rachel Cusk, maar de manier waarop ze haar thematiek behandelt, ligt net zo goed dicht bij Ernaux. Baseer jullie vooral niet te veel op voorgaande zin in de beslissing om dit boek al dan niet te lezen. En lees misschien toch eerst het eerste, pardon: het tweede deel, want er zitten een aantal zaken in die met elkaar verband houden.

Schoch is net nog van mijn generatie (ze is net iets jonger), en die gedeelde tijdservaring zorgde misschien voor meer herkenningspunten, maar ze schrijft heel toegankelijk, hooguit soms een beetje associatief. Ik heb het heel graag gelezen, en ben meteen in haar andere vertaalde boek begonnen.
Profile Image for Ancla Müller.
1,003 reviews5 followers
April 22, 2025
Wilde Literatur, interessante Einblicke, neutrale Lesehaltung

**** Worum geht es? ****
Die Lehren des Lebens – so oder so ähnlich. Eine Biografie im ganz eigenen Stil.

**** Mein Eindruck ****
Die Szenen sind teilweise so kurz, dass ich noch gar nicht in dem Moment angekommen war und schon wieder zu einem anderen sprang, der mir dann – so fühlte es sich zumindest an – exakt dasselbe erzählte wie Absätze zuvor, nur in anderen Worten. Ich denke, in dem Buch geht es vor allem um die feinen Nuancen und die kleinen Fortschritte in den Rückblicken sowie der Zuordnung von Bedeutung. Besonders die Rückblicke, in denen die Autorin dem Ganzen aus heutiger Sicht eine Bedeutung zuschrieb, fand ich interessant zu verfolgen. Sprachlich hat das Buch einiges zu bieten, und auch stilistisch fällt es auf. Leider trifft es nicht ganz meinen Geschmack. Es ist wirklich – wie im Titel integriert – wie ein wilder Traum, und ich wurde zunehmend unruhiger, anstatt mich den Worten der Autorin zu nähern. Einzelne Sätze stachen gelungen hervor, der Rest verblasste und sorgte für Fülle. Am Ende spürte ich jedoch die antizipierte Versöhnung mit der Vergangenheit, und das lohnte die Lesereise.

**** Empfehlung? ****
Ich denke, dass das Buch vor allem für Leser*innen geeignet ist, die sich der Autorin verbunden fühlen, sie schon länger verfolgen und auf gewisse Fragen Antworten suchen. Vielleicht möchte man sich hier auch zu einer Reise in die eigene Vergangenheit inspirieren lassen. Als neutrale Leserin blieb ich in dem Buch weitestgehend außen vor.
Profile Image for Suzanne Brink.
Author 2 books6 followers
March 21, 2026
Totale onderdompeling in de intieme gedachten van een vrouw die terugdenkt aan hoe een affaire van lang geleden alles in een ander perspectief zette en hoe herinneringen alsmaar veranderen en hoe weinig je weet van wie een ander echt is en wat hij van jou denkt. Wat is uiteindelijk de betekenis van mensen en gebeurtenissen in je leven?
Ik bleef maar zinnen onderstrepen. 'Ik weet het niet meer... Mijn herinneringen ontglippen me. Ze leiden een eigen leven. Jarenlang zitten ze schijnbaar slaperig en ongeïnteresseerd in een hoekje tot er iets uit de lucht komt vallen wat hun belangstelling wekt en ze naar een nieuw optreden verlangen. Hun transformatiekunst lijkt onuitputtelijk.'
'Soms stel ik me voor dat iemand na mijn dood mijn adresboekje openslaat om te kijken welke mensen op de hoogte moeten worden gebracht, En dat niemand van degenen die heimelijk een rol in mijn leven speelden daarin te vinden is. Ik heb hun namen niet opgeschreven. Buiten mijn geheugen bestaan ze niet. Ik vraag me af of die onzichtbaarheid, die opsluiting in mijn binnenste, een vorm van bescherming is of gelijkstaat aan uitwissen.'
Ook grappig met al die betekenisvolle details: 'Vroeger zuchtte ik bijna nooit. Het begon met de kinderen, toen ze nog klein waren. Opeens zuchtte ik heel vaak, het vaakst op zondag. Op een dag ben ik aan het tellen geslagen, ik kwam op achtendertig keer.'
Ik vond het liefdespaar van de eeuw van Julia Schoch ook al zo goed. Ze doet me denken aan de boeken van Sigrid Nunez met een tekst zoals deze tussen haakjes (Ik weet niet of deze passage hier op zijn plaats is.)
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