»Oberammergau« | Historischer Roman nach wahren Begebenheiten – spannend wie ein Krimi, atmosphärisch und mitreißend
Ein Dorf ringt um Erlösung
Mitten im Dreißigjährigen Krieg wird Oberammergau von der Pest heimgesucht – bis das Dorf gelobt, von jetzt bis in alle Ewigkeit die Passion Christi zu spielen, wenn Gott sie verschont. Dem unerfahrenen Pfarrer Johannes fällt es zu, das Bühnenstück auf die Beine zu stellen. In kürzester Zeit muss er Bauern und Hirten in Apostel und Römer verwandeln – ohne Kostüme, ohne Bühne, ohne einen Text. Und zudem mit einer mächtigen Ortsvorsteherin Agnes hat beide Kinder an die Pest verloren, hasst Gott und tut alles, um das Vorhaben zu vereiteln. Bald spaltet sich das Dorf in Freunde und Feinde der Passion. Und Johannes muss Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um Agnes, die Pest und seine eigenen Zweifel zu besiegen …
Krieg und Pest, Mord und Totschlag – und ein göttliches Robert Löhrs bildgewaltiger Roman über die Geburt der Oberammergauer Passionsspiele
»Robert Löhr beweist, dass das in Deutschland vermeintlich Unmögliche doch möglich der Tradition lustvoll auf die Sprünge zu helfen mit Humor, Spannung und Phantasie.« FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG
»Robert Löhr ist ein wahrer Meister des Erzählens. Er beherrscht sowohl das mühsame Handwerk der detailverliebten Recherche als auch die Kunst, fließend, witzig und intelligent zu fabulieren.« THÜRINGER ALLGEMEINE
Es begann als Gelübde vor Gott und wurde zur Theater-Sensation. Die faszinierendsten Fakten zu den Oberammergauer
Vom Pestfluch zur Zu dem spektakulären Laienspiel in den Alpen strömen in den Jahren der Passionsspiele mehr als eine halbe Million Menschen aus aller Herren Länder nach Oberammergau. Seit der Premiere 1634 sind die Spiele nur in Ausnahmesituationen ausgefallen oder verschoben wegen Weltkriegen oder Seuchen, zuletzt 2020 aufgrund der Covid-Pandemie. Die Aufführungen dauern fünf Stunden. Über 2.000 Mitwirkende braucht man, und das Dorf hat nur 5.000 Einwohner. Die männlichen Darsteller lassen sich ein Jahr vorher schon Haare und Bart wachsen.
Der Autor Robert Löhr verfasst Drehbücher, Theaterstücke, Musicals und Hörspiele – und Romane, die in 25 Sprachen übersetzt wurden. Seine historischen Erzählungen kombinieren akkurate Recherche mit packender Dramaturgie.
Robert Löhr was born in Berlin and grew up there and in Bremen and Santa Barbara, California. He trained as a journalist at the Berlin School of Journalism, then worked for Sat. 1 News and for the Berlin daily paper Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Neue Zeit, and Taz, and finally as a correspondent for the Washington Post. After spending many years writing screenplays, musicals, plays, and short stories, Löhr decided to try his hand at a novel. The Chess Machine, also know as The Secrets of the Chess Machine, is his first.
Ich habe ein bisschen gebraucht, reinzukommen. Das lag vor allem daran, dass ich etwas anderes erwartet und erhofft hatte: Ein 'Unterleuten' im 17. Jahrhundert mit Mord und Totschlag oder zumindest eine sehr düstere Stimmung.
Das war es nicht. Stattdessen rast hier die Handlung nur so voran, eine Wendung folgt der nächsten und irgendwie ist alles eher amüsant als düster. Aber es entwickelt seinen Sog - die letzten 200 Seiten habe ich regelrecht verschlungen. Die Charaktere sind wundervoll skurril und überzeichnet und auch wenn ich ihre Beweggründe anfangs nicht wirklich nachvollziehen konnte, ergibt es am Ende ein stimmiges Bild.
Hätte nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen würde dass ich es in zwei Tagen durchlese, but here we are 😂 Die Story war nicht nur in einem angenehmen Stil geschrieben sondern auch nie wirklich langweilig oder unnötig in die Länge gezogen. Stattdessen ein What-ths-fuck Moment nach dem anderen 😂
Ein historischer Roman, der die Enstehungsgeschichte der Oberammergauer Passionsspiele behandelt. Die Pest ist gerade erst aus Oberammergau verschwunden und fast keine Familie ist ohne Verluste geblieben. Trotzdem ist Oberammergau im Vergleich zu anderen Orten einigermaßen glimpflich davon gekommen, und als Dank haben die Dorfbewohner Gott geschworen, bis in aller Ewigkeit die Passionsgeschichte auf der Bühne aufzuführen. Es ist der junge Pfarrer Johannes, der sich zusammen mit ein paar treuen Verbündeten voller Hingabe der Entwicklung des Passionsspiels widmet. Wegen der hohen Kosten- und Zeitaufwand gibt es allerdings auch Gegner der Spiele, was zu heikle Situationen, Intrigen und das eine oder andere Unglück führt.
In der Premisse ist das Buch extrem interessant und ich habe mir - weil ich Robert Löhrs vorherigen Romanen allesamt fantastisch fand - sehr viel davon versprochen. Die Umsetzung fand ich allerdings zu "plätschernd" und wenig spannend gestaltet.
Intrigen, Mord, Affären, religiöse Fanatiker - könnte auch eine HBO Serie werden. Humor ist auch dabei. Und dazu lernt man noch wie es wohl war, in Bayern während des dreißigjährigen Krieges.
Ich hatte definitiv andere Erwartungen an das Buch und ich denke deswegen hat es mir nicht gefallen. Ich dachte ich könnte mich über den Katholizismus lustig machen und das ging auch eine Weile ganz gut. Die Figuren sind nämlich wirklich die schlechtesten Christen, die ich jemals gesehen habe. Irgendwann ging es aber einfach nicht mehr. Es wurden so viele moralische Grenzen überschritten, dass ich es nicht mehr amüsant fand, sondern wirklich besorgniserregend. Und ja, gewisse Dinge passen in die Zeit, zum Beispiel der wirklich konstante Judenhass und dass Frauen überhaupt nicht respektiert werden. Aber andere Dinge wie Mord sind auch damals nicht akzeptiert gewesen (denke ich jetzt mal) und ich kann niemanden sympathisch finden, der seine Mitmenschen in einer Kurzschlussreaktion umbringt und es dann nicht mal bereut, geschweige denn Konsequenzen davon trägt.
Am Ende ist alles supi, juhu, aber ich kann mich für das Dorf nicht freuen, weil fast jede der Hauptfiguren irgendetwas moralisch verwerfliches getan hat.
Zusätzlich dazu war mir das Buch zu lang. Man hätte sich besser auf weniger Leute fokussieren können und es wäre trotzdem die gleiche Geschichte dabei rumgekommen. So bin ich nur irgendwann abgestumpft. Was? Noch ein Mord? Oh nein, wie unerwartet...
Eins der besten Bücher, das ich jemals gehört habe. Eine unglaubliche Mischung aus genialer Handlung, faszinierender Figuren, Düsternis und Humor. Man taucht ein in diese Epoche und kann kaum aufhören. Genialer Sprecher.