Lucy kehrt nach ihrem Studium auf die Kamelieninsel in der Bretagne zurück, wo sie in die Kosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen soll. Aber es ist nicht so einfach, sich wieder in den Ort ihrer Kindheit einzufinden. Als eine Reise nach Japan zu einer Kamelienölmanufaktur ansteht, ist Lucy darüber mehr als erfreut, zumal sie unterwegs den attraktiven Finn kennenlernt und mit ihm einen zauberhaften Tag in Tokio verbringt. Doch ist Finn wirklich der, den sie in ihm sieht? Und kann sie ihre Mission für die Kosmetikfirma ihrer Familie erfüllen? Denn die Manufaktur steht durch den unerwarteten Tod ihres Inhabers kurz vor dem Aus und Lucys Zeit in Japan verläuft völlig anders als geplant ...
Auftakt einer mitreißenden Reihe um Liebe, Familie, Mut und eine Kamelienölmanufaktur in Japan
Das Buch ruft bei mir gemischte Gefühle hervor. Einerseits war Lucy‘s Geschichte spannend, aber andererseits gab es zu viel Rede von der Kamelienölmanufaktur. Drei starke Sterne!
Die Geschichte von Hedwig Courths-Mahler präsentiert sich als bemerkenswertes und facettenreiches Porträt einer jungen Frau, die aus prekären Verhältnissen stammt und mit außergewöhnlicher Entschlossenheit ihren Weg als Schriftstellerin und Frau bestreitet. Besonders hervorzuheben ist die detaillierte Schilderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zum Ende des 19. Jahrhunderts, insbesondere der Herausforderungen, mit denen Frauen im Kontext von Beruf, Familie und sozialem Aufstieg konfrontiert waren. Der Lebensweg Hedwigs – beginnend als Dienstmädchen, über verschiedene berufliche Stationen, bis hin zur erfolgreichen Autorin – wird authentisch und nachvollziehbar dargestellt.
Bemerkenswert ist die realistische und zugleich inspirierende Präsentation ihrer Lebensumstände: Die bedrückende Armut, familiäre Konflikte, aber auch die kleinen Momente des Glücks und die Kraft, die sie aus ihrer Leidenschaft für das Schreiben und die Musik schöpft, werden eindrucksvoll herausgearbeitet. Die Vielzahl von Begegnungen mit Unterstützer*innen, Freund*innen und Gegner*innen unterstreicht die Komplexität ihres Lebens und reflektiert die gesellschaftlichen Zwänge und Chancen jener Epoche.
Die narrative Gestaltung ist lebendig und detailreich, was eine enge Bindung zwischen Lesenden und Protagonistin ermöglicht und die Höhen und Tiefen von Hedwigs Lebensweg intensiv erlebbar macht. Die Einbindung historischer Ereignisse und gesellschaftlicher Entwicklungen – etwa der Industrieausstellung, der Weltausstellung in Paris oder den Anfängen der Frauenbildung – verleiht der Erzählung zusätzliche Tiefe und Kontextualisierung.
Insgesamt handelt es sich bei diesem Werk um eine eindrucksvolle biografische Erzählung, die nicht nur das Schicksal einer außergewöhnlichen Frau beleuchtet, sondern auch exemplarisch für viele Frauen ihrer Zeit steht, die trotz widriger Umstände ihre Träume und Hoffnungen nicht aufgaben. Die Geschichte vermittelt Mut, Durchhaltevermögen und die Bedeutung der Selbstverwirklichung – Themen, die weit über die dargestellte Epoche hinaus relevant bleiben.
Eine Leseempfehlung bietet sich insbesondere für jene, die historische Romane mit gesellschaftlichem Tiefgang und starken, authentischen Frauenfiguren schätzen. Hedwig Courths-Mahler wird hier nicht nur als erfolgreiche Schriftstellerin porträtiert, sondern auch als Symbol für den Kampf um Selbstbestimmung und Gleichberechtigung. Das Werk überzeugt als inspirierende und bewegende Lektüre.
Ich liebe Bücher, die mich an andere Orte entführen, mit interessanten Figuren unterhalten und von einem Familienunternehmen erzählen. Deshalb war ich sehr gespannt auf das Buch „Das Kamelienhaus“, nachdem ich den Klappentext dazu gelesen habe. Ich habe das Buch auch sehr gerne gelesen, auch wenn ich etwas mehr Spannung erwartet hatte.
Die Geschichte dreht sich um Lucy, diese kehrt nach ihrem Studium auf die Kamelieninsel in der Bretagne zurück, wo sie in die Kosmetikfirma ihrer Mutter Sylvia einsteigen soll. Aber es ist nicht so einfach, sich wieder in den Ort ihrer Kindheit einzufinden. Als eine Reise nach Japan zu einer Kamelienölmanufaktur ansteht, ist Lucy darüber mehr als erfreut, zumal sie unterwegs den attraktiven Finn kennenlernt und mit ihm einen zauberhaften Tag in Tokio verbringt. Doch ist Finn wirklich der, den sie in ihm sieht? Und kann sie ihre Mission für die Kosmetikfirma ihrer Familie erfüllen? Denn die Manufaktur steht durch den unerwarteten Tod ihres Inhabers kurz vor dem Aus und Lucys Zeit in Japan verläuft völlig anders als geplant.
In die Handlung habe ich ohne Probleme hineingefunden, denn der Schreibstil gefällt mir wirklich gut. Er ist locker-leicht und schön bildlich. Ich habe mich die ganze Zeit inmitten des Geschehens gefühlt und es ist auch ein schöner Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Dennoch hätte ich ein wenig Spannung und Wendungen gut gefunden, es gab auch mal ein paar langatmigere Passagen. Wie die Landschaft und generell Japan beschrieben wurde, war einfach nur toll und ich konnte mir ein eigenes Bild von diesem interessanten Land machen.
Alles in allem wird die Geschichte unterhaltsam erzählt, einige überraschende Wendungen wären noch schön gewesen. Ich vergebe desalb 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für Leser, die sich für Japan interessieren.
Ein Wohlfühlroman zwischen Tradition und Neubeginn
„Das Kamelienhaus“ ist eine neue Reihe der Autorin Tabea Bach. Sie baut auf einer Vorgängerreihe auf. Aber auch ohne Vorkenntnisse konnte ich gut in die Geschichte finden.
Lucy soll künftig in das Familiengeschäft, ein Kosmetikunternehmen, einsteigen und kehrt auf die Kamelieninsel zurück. Doch ein Lieferstopp des für die Produktion so wichtigen Kamelienöls zwingt sie dazu, geschäftlich nach Japan zu reisen. Auf ihrer Reise lernt sie Finn kennen, doch einiges läuft nicht wie erwartet.
Lucy ist eine selbstbewusste junge Frau und setzt sich in Japan für die dortige Familie und Kamelienproduktion ein. Zwar wirkt die Handlung an manchen Stellen etwas unrealistisch – einige Konflikte lösen sich allzu leicht –, doch da es sich um einen klassischen Wohlfühlroman handelt, darf man das getrost verzeihen.
Die Autorin nimmt den Leser mit auf eine wunderbare Reise und stellt sowohl die Besonderheiten der bretonischen als auch insbesondere der japanischen Kultur in den Mittelpunkt. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen. Insgesamt ein schöner, stimmungsvoller Roman – perfekt für entspannte Lesestunden.