»Sie hat sich diese Sätze vorher zurechtgelegt. Kurze Sätze mit einfachen Informationen. Es sind keine Informationen, die leicht zu verdauen sind, aber verständlich. Subjekt, Prädikat, Objekt.«
Eigentlich ist Flo glücklich. Zusammen mit ihrem Freund Matty verbringt sie eine Woche auf einer kleinen griechischen Insel. Das Wasser lockt azurblau, die Nächte schimmern im Mondlicht. Und trotzdem findet Flo keine Ruhe. Denn da ist etwas, das sie Matty nicht sagt. Nicht sagen kann. Als sie der mysteriösen Sofia begegnet und sich von ihr die Karten legen lässt, gerät Flo in einen Strudel aus Erinnerungen, die sie drängen, einen Weg zur Wahrheit zu finden.
In »Träume aus Salz« erzählt Bestsellerautorin Anika Landsteiner von einer Frau, die zwischen Intuition und Illusion taumelt – durch die flirrende Hitze Griechenlands hindurch, in der alles miteinander zu verschmelzen droht.
Anika Landsteiner, geboren 1987, absolvierte eine Ausbildung zur Schauspielerin mit Bühnenreife, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Zwei Jahre leitete sie das Magazin MUCBOOK in der Print- und Onlineredaktion, mittlerweile schreibt sie für verschiedene Zeitschriften, moderiert ihren Podcast „ÜberFrauen" und führt ihren mit dem ISARNETZ Blogaward ausgezeichneten Reiseblog „anidenkt.“. Die Autorin wohnt in München.
Ich liebe Anikas Romane und dieser ist keine Ausnahme. In diesem Buch flimmert die Hitze, es schmeckt nach Ouzo und Kapern und riecht nach Meersalz und Tabak. Möchte jetzt sofort nach Griechenland und mir die Karten legen lassen.
Zum zweiten Mal diesen Monat habe ich das dritte Buch einer Autorin beendet und ebenfalls zum zweiten Mal ist es das Buch, das mir von der jeweiligen Autorin am wenigsten gefallen hat. Das erste Mal handelte es sich um Liz Moore und nun ging es mir mit Anika Landsteiner genauso. Träume aus Salz spielt auf einer kleinen griechischen Insel, bei der es sich wahrscheinlich um Chalki handelt. Dort verbringen Flo und ihr Freund Matty ein paar Tage Urlaub. Die beiden scheinen das perfekte Paar zu sein und auch der Urlaub ist traumhaft. Dann lernen sie Sofia kennen, eine Einheimische, die Flo die Karten legt. Denn Flo bedrückt etwas, das sie Matty nicht sagen kann. Anika Landsteiner schafft es, ein unglaublich schönes Urlaubsgefühl heraufzubeschwören, dass das Fernweh weckt und bei dem ich am liebsten gleich die Koffer gepackt hätte. Recht viel mehr positives habe ich aber leider nicht zu sagen. Es gab zu viele Dinge, die mich gestört haben bzw., die ich zu unausgereift fand. Da ist zum einen Tarot (wobei ich mich damit nach einiger Zeit sogar arrangiert habe). Hinzu kommt noch die Astrologie. Das war mir dann eindeutig zu viel. Für meinen nächsten Kritikpunkt muss ich kurz Spoilern, wer das Buch also noch lesen möchte, diesen Absatz einfach schnell überspringen! Flos großes Geheimnis fand ich einfach ziemlich unbeeindruckend, sagen wir es mal so. Es besteht darin, dass sie seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr zu ihrer Schwester (der Astrologin) hat. Matty weiß nichts davon und denkt, dass sie Einzelkind ist. Das nun so dramatisch aufzubauschen, ist in meinen Augen weit gegriffen. Als Lösung für das Ganze und um Flo zum Reden zu bringen, fällt der Autorin dann nichts besseres als ein Pilztrip ein. Soviel dazu. In den anderen beiden Büchern hatte alles Hand und Fuß, hier ist einfach zu vieles aus der Luft gegriffen. Schade, das hätte sie bestimmt besser hinbekommen.
"Du wirst dich vielleicht nie auf Englisch so ausdrücken können wie auf Deutsch. Das heißt, du lässt einen Teil von dir los, aber du findest eben auch einen neuen."
"Flo hat keinen Grund, Matty zu verheimlichen, im Gegenteil, sie muss sich oft zurückhalten, vor Freundinnen nicht ständig von ihm zu schwärmen, weil alle heterosexuellen Frauen wissen, wie rar heterosexuelle Männer sind, die verstanden haben, dass sie der Gruppe von Menschen angehören, die es für den Rest der Welt schwer macht - und die daran keinen Gefallen finden."
"Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so auf etwas gefreut habe, und werde sofort melancholisch, weil die Vorfreude gleich vorbei sein wird. Vorauseilende Trauer nennt man das."
"Sie hat sich diese Sätze vorher zurechtgelegt. Kurze Sätze mit einfachen Informationen. Es sind keine Informationen, die leicht zu verdauen sind, aber verständlich. Subjekt, Prädikat, Objekt."
Am Ende habe ich mehr Fragen als Antworten… das Setting gefiel mir gut. Daher 2.5 Sterne. Sympathien nur stellenweise aufgebaut.
Ich habe es gestern Abend beendet ….ach es hat mir keinen Mehrwert gegeben. Fand ich sehr schade. Man Ende bleiben so viele Fragen offen… und Leser*innen dürfen sich das Ende selbst ausdenken. Das mag ich in diesem Fall leider gar nicht. Es fehlte an Tiefe. Ich habe keine Beziehung aufbauen können. Das Setting hat ein wenig Stimmung reingebracht. Aber das war es für mich auch. Ich denke ich werde es nochmal mit einem anderen Buch von ihr probieren, aber Träume aus Salz war leider kein Page Runner für mich. Der Titel find ich im Nachhinein auch nicht ganz passend. Ich find es schade, da ich mich so darauf gefreut habe es zu lesen. Ich bedanke mich, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte. Der Austausch hat Spaß gemacht.
Ein Zitat möchte ich noch erwähnen, welches ich in meinen Freundeskreis teilen musste und mich traurig zurücklässt:
„Mein Leben füllt sich einzig mit den Geschichten anderer.“
"Träume aus Salz" von Annika Landsteiner war mein erster Berührungspunkt mit der Autorin und ein sehr gelungener Einstieg. Schon nach wenigen Seiten war ich in der Geschichte angekommen. Der Schreibstil ist leicht, fließend und zieht einen in das Geschehen hinein. Eingebettet in die sommerliche Atmosphäre einer griechischen Insel entfaltet sich eine Geschichte, die sich ruhig, aber durchzogen von einer leisen, beständigen Spannung liest. Der Prolog gibt bereits einen Hinweis darauf, dass zwischen den Hauptfiguren Matty und Flo etwas Entscheidendes vorgefallen ist. Genau dieses Versprechen begleitet einen durch das gesamte Buch. Ständig stellt man Vermutungen an, verwirft sie wieder und liest weiter, stets mit der Frage im Kopf „Was ist hier passiert?“. Diese subtile Spannung ist eine der größten Stärken des Romans. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Matty. Seine Fürsorge, seine Loyalität und die bedingungslose Liebe, die er Flo entgegenbringt, machen ihn zu einer der berührendsten Figuren der Geschichte. Flo selbst bleibt lange rätselhaft, während mit Sophia eine weitere spannende Figur hinzukommt. Sofia ist eine Einheimische mit spirituellen Fähigkeiten, die Tarotkarten legt und ebenfalls ihre eigene Vergangenheit mit sich trägt. Die Verbindung von Esoterik, Lebensfragen und zwischenmenschlichen Dynamiken verleiht dem Roman eine zusätzliche Tiefe und greift Themen auf, die in vielen Lebensrealitäten - auch beeinflusst durch soziale Medien - eine Rolle spielen. Trotz all dieser Stärken blieb für mich ein zentraler Punkt hinter den Erwartungen zurück und das betrifft leider die Auflösung des großen Geheimnisses. Über weite Strecken baut sich eine Erwartung auf, die letztlich nicht vollständig eingelöst wird. Ich hatte auf eine überraschendere, vielleicht auch erschütterndere Wendung gehofft. Stattdessen wirkte die Enthüllung zu leise für das, was zuvor angedeutet wurde. Dennoch gelingt es dem Buch, im weiteren Verlauf noch einmal emotional zu greifen. Vor allem Mattys Entscheidung gegen Ende bringt eine neue, unerwartete Tiefe hinein und hinterlässt einen nachdenklichen Eindruck. Diese Wendung konnte für mich einen Teil der zuvor empfundenen Ernüchterung auffangen.
Insgesamt ist "Träume aus Salz" ein atmosphärischer und feinfühliger Roman über Freundschaft, Vergangenheit und Veränderung. Besonders gelungen sind die Figurenzeichnung und die leise, stetige Spannung. Auch wenn ich mir beim zentralen Geheimnis mehr Wucht gewünscht hätte, hatte ich eine sehr gute Lesezeit und vergebe solide 4 von 5 Sternen.