"Und ich blieb zerfleddert zurück. Zurück sagt man, als habe man die Abfahrt verpasst. Als sei der Tod das Ziel und das Leben die Wartehalle. Was ja letztlich auch so ist."
An dem Tag, an dem Gabriele von Arnim ihrem Mann sagt, dass sie nicht mehr mit ihm leben kann, hat dieser einen Schlaganfall, zehn Tage später einen zweiten. Er ist danach halbseitig gelähmt und kann sich nicht mehr artikulieren. Sie beschließt, nicht zu gehen, sondern zu bleiben, baut während seiner Zeit im Krankenhaus und der Reha eine barrierefreie Wohnung in Berlin, holt ihn nach Hause und pflegt ihn, zehn Jahre lang. In ihrem Essay "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand, reflektiert Gabriele von Arnim diese zehn Jahre und die Zeit nach dem Tod ihres Mannes, sie erzählt vom schmalen Grat zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, von Freund*innen, die sich abwenden, was so bezeichnend für unsere Leistungsgesellschaft ist, die Krankheit nicht sehen möchte und die Augen vor dem eigenen Tod am liebsten verschließt. Sie beschreibt aber auch die tiefe Nähe und Liebe, zu der sie und ihr Mann finden, von Menschen, die immer wieder kommen und ihm vorlesen, vom Glück des materiellen Wohlstands, der es ihnen ermöglicht, in einer barrierefreien Wohnung zu wohnen und eine Pflegekraft einstellen zu können. Und letztlich schreibt sie auch über das Schreiben selbst und wie heilsam Literatur über Tod und Abschied sein kann - genau das durfte ich durch ihr Buch "Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" auch erfahren. Traurig, feinfühlig, klug - ein Buch über das Sterben und die Liebe, das man so schnell nicht vergisst.
Dieses Buch hat mich als Leser während des Lesens aufgewühlt und sehr zum Reflektieren eingeladen.
Der Schreibstil von Gabriele von Arnim stach dabei besonders heraus: sehr detailliert, einzigartig und poetisch. Ich mochte es sehr.
Die Gedankengänge, Verzweiflungen, Sorgen und Ängste der Autorin, die sie mit dem Leser teilt sind so mutig, ehrlich und nachvollziehbar. Ihr Mann erlitt einen Schlaganfall und wird pflegebedürftig. Die Autorin nimmt uns bei dem Prozess des Sterbens und Abschiednehmens mit. Es schmerzt, muss es aber, denn auf die Thematik muss man sich einlassen. Es ist eine Gratwanderung für sie als Ehefrau und die Kernfrage: "Wie schafft man die Balance, in der Krankheit zu sein und im Leben zu bleiben?" (Zitat Buchinnenseite).
"In Zeiten von Not und Krankheit wird die Wohnung zum Lebensort, zu dem Ort, an dem man bangt, verzagt oder phantasiert. Ein Ort, in dem Kraft und Zärtlichkeit schwingen. Hier ist man nicht nur geschützt vor der Welt, sondern hier wird man auch gestärkt, um Welt zuzulassen. Wohnungen sind ein Dazwischenraum zwischen uns un der Außenwelt. Wir laden ohnehin nicht jeden ein, uns wirklich zu kennen. Und so laden wir auch nicht jeden ein, uns in allen Zimmern unserer Wohnung zu besuchen. Weil die Räume uns sichtbar machen. Sie sind das Gehäuse, in dem wir uns manifestieren, uns zeigen. Wer die Wohnung betritt und in ihr ist, kann uns lesen."
Das Buch war mir zu distanziert, die oft höchst philosophischen Formulierungen haben mich daran gehindert mich den Personen verbunden zu fühlen.
Heute habe ich ein Interview mit Frau von Arnim gehört (aktuell auf youtube zu finden "Die Liebe und das Aushalten | Gabriele von Arnim | SWR1 Leute" vom 26.05.2021)und ich bin ein Riesenfan von ihr als Person. Wie berührend und ehrlich sie von ihrem Leben und der Entstehung des Buches erzählt hat mir eine ordentliche Gänsehaut verpasst. Die Integrität und Liebe sie sich ihren Aufgaben gestellt hat ist absolut bewundernswert. Eine wirklich bereichernde, berührende Geschichte (die mich in diesem Fall als Interview weit mehr abgeholt hat als das Buch).
"Würde, sagt ein Freund, heißt annehmen, was einem abverlangt wird, ohne seine Haltung dabei zu verlieren." S.83
Wie bewahrt man die Würde, während man gepflegt wird und pflegt, während die intimsten Bereiche offengelegt werden, wie auf einem Silbertablett und während man von einer Sekunde auf die andere, an den Rand der Gesellschaft und darüberhinaus katapultiert wird ?
Gabriele von Arnim lässt es mich in diesen Roman ahnen. Denn ebenso ehrlich, wie intelligent berichtet sie, von den zehn Jahren, in denen ihr Mann schwer erkrankte.
Isgesamt 4,6 Mio. Pflegebedürftigen gibt es in Deutschland. Damit haben wir im vergangenen Jahr bereits die Schallmauer durchbrochen, die das Bundesgesundheitsministeriums eigentlich erst in 10 Jahren für die Soziale Pflegeversicherung erwartet hat und trotzdem ist die Zerbrechlichkeit des Körpers für viele ein Tabu. Wer seinem verräterischen Körper nicht mehr trauen kann, der soll sich bedeckt halten, nicht sichtbar sein und andere nicht an die eigene Schwäche erinnern.
Dabei kann es jeden von uns treffen. Gesundheit ist ein Gut, das uns jederzeit genommen werden kann und mit ihr vergeht unser bisheriges Leben. Denn nahezu jeder Bereich unserer Gesellschaft ist an das Funktionieren gekoppelt.
Wir leben, wie Arnim es beschreibt, in einem Raubtiermaul, das jederzeit zuschnappen kann. (vgl.S.139) Sind uns dessen aber meist nur bewusst, wenn neben uns schon das ein oder andere Maul geschlossen ist und drehen uns nicht selten angewidert weg.
Dabei bleibt auch das Leben mit Behinderung, mit Krankheit und Tod ein Leben mit Freuden.
In diesem schonungslos ehrlichen, feinsinnigen und sprachlich herausragenden Roman legt Gabriele von Arnim ihren Finger in eine Wunde, an der unsere Gesellschaft schon lange krankt. An die Ignoranz mit der Gesundheit, Jugend und Stärke als Maß viele viele andere ausschließen.
4,6 Millionen Pflegebedürftige, zu denen wir jederzeit gehören könnten. 6 Millionen Menschen über 80, zu denen wir mit etwas Glück irgendwann zählen. 8 Millionen Schwerbehinderte, die auf Hilfe angewiesen sind - das ist etwa jeder Zehnte.
Dabei zeigt sich die wahre Stärke einer Gemeinschaft darin, wie gut sie sich um ihre Versehrten kümmert.
Gabriele von Arnim zeigt sowohl das Dunkel als auch das Licht, ihre Überforderung, ihren Schmerz aber auch den Schmerz ihres Mannes. Sie macht die Liebe ebenso greifbar, wie den Wunsch trotz der Krankheit ein anderes aber trotzdem lesenswertes Leben zu führen und schafft damit ein wirklich wichtiges Buch.
Dieses Buch in meinen Händen liegt da wie ein schweres, großes, offenes Herz. Die ersten Seiten bewegten mich schon tief. Ich wusste gar nicht, ob dieses Buch "jetzt so das richtige ist". Aber es war ein bedeutsames Leseerlebnis, wenn auch kein einfaches. Ich verehre Gabriele v. Arnim für ihre ungeschönte Offenheit und den Mut ihre Geschichte zu teilen. Auch finde ich das Gesamtwerk des Buches so klug und liebevoll konzeptzioniert. Man wird so durch ein großes Leid getragen, hofft mit, grübelt, resigniert.
Ich wollte jetzt gern noch etwas schreiben, aber ich finde nichts treffenderes.
puhhhhhh das war n harter kochschinken, vor allem weil ich gerade herausgefunden habe, dass das buch quasi memoiren der autorin sind und sie aus einer „er/sie“ perspektive ihre geschichte aufschreibt ist am anfang echt schwierig reinzukommen aber entwickelt sich zu einer schönen liebesgeschichte iwie aber TW wenn ihr mit tod/leid/krankheiten nicht so gut umgehen könnt
p.s. hab mein leseziel jetzt auch erreicht hihihi🤭
[Würde, sagt ein Freund, heißt annehmen, was einem abverlangt wird, ohne seine Haltung dabei zu verlieren. S. 83]
Es gibt Bücher, die schleichen sich erst langsam ins Herz und die Seele. Dieses ist eines davon. Am Ende hatte ich einen großen Kloß im Hals und ich ziehe den Hut.
Von Arnim beschreibt in ihrem Buch die letzten Jahre ihres Mannes, der zwei Schlaganfälle erlitt, wovon ihn der zweite teilweise lähmte.
[Wie existiert man im Haifischmaul des Lebens, das jeden Moment zuschnappen kann. S. 31]
Klar und ohne Beschönigung beschreibt sie ihren gemeinsamen Alltag. Tieftraurig, ergreifend, schonungslos, aber mit Liebe, Respekt und Demut gegenüber ihrer Situation. Sie schreibt über ihren Mann, der in seiner Gesundheit brillant, willensstark und freundlich war, und über ihren Mann, der in Krankheit immer noch gleich brillant, willensstark und freundlich war – doch durch seine Krankheit in seiner Artikulation behäbig und massiv eingeschränkt war. Ein Mann, der aus seinem öffentlichen Sein, seiner hohen Sportlichkeit und seiner Redegewandtheit ungeschönt und ohne Vorwarnung herausgerissen wird und plötzlich zum Pflegefall wird.
[Immer wieder wird er später fragen: Warum hast du mich nicht sterben lassen? Ich hätte es doch gar nicht gemerkt. S. 56]
Eindrucksvoll beschreibt sie, wie sie versucht das Leid für ihren Mann zu lindern. Alles Mögliche in Bewegung zu setzen, um Ärzt*innen, Therapeut*innen, Pfleger*innen, etc. zu finden, die ihren Mann wieder gesund machen können. Um ihn daheim betreuen zu können, „zu wohnen“, im eigenen Sein, im ICH. Ein Heimplatz käme nicht in Frage, ist sie sicher. Eigentlich wollte sie sich von ihm trennen, doch gerade an dem Tag erlitt ihr Mann seinen ersten Schlaganfall. Persönliche Tragödien, taktloses Verhalten von Freund*innen, Menschen, die sich zurückziehen, besserwisserische Ärzt*innen, Erfahrungen, die man eigentlich nicht machen möchte. Weder als Betroffene*r noch als Beteiligt*er. Körperlicher und geistiger Verfall. Verlust der Würde. Zulassen von Schmerz. Verlust der Intimität.
Dies ist eine Ode an die Menschheit. Zeilen an die Liebe, an Vergebung, Verbundenheit, Loyalität … einer groben Gratwanderung zwischen Fürsorge und Bevormundung; eines Bewusstwerdens, nicht selbst in die Opferrolle zu fallen. Ein ehrliches, bestürzendes, einnehmendes Buch, das einen nicht kalt lässt und aufzeigt, dass Freunde, Zuversicht und Rückhalt in Zeiten der Not und des Verlustes unverzichtbar sind. Ein Schmerz, der tief sitzt und vermutlich nie vergehen, aber heilen wird. Denn diese Lektüre ist sicher ein Teil der Trauerarbeit!
Und zum Schluss zwei Sinnfragen aus dem Buch (S. 93 und S. 169): - „Nur, wie füllt man Raum und Zeit, wenn Krankheit einen täglich ausraubt.“ - „Aber ist man ein ganzer Mensch ohne Schwäche? Lebt es sich nicht heilender, wenn man alles lebt in sich? Und ist nicht der, der Schwäche fürchtet, der Schwächste von allen?“ Große Leseempfehlung!!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Eigentlich wollte sie ihn verlassen, doch dann erleidet Gabriele von Arnims Mann einen Schlaganfall. Und einige Tage später noch einen. Er, ein freiheitsliebender Mensch, der stets im Mittelpunkt stand, ein Redner und Diskutant, ist nun in seinem Körper gefangen, kann nicht lesen, nicht schreiben, sich nicht mehr artikulieren - fast nichts kann er noch alleine. Und sie bleibt. Zehn Jahre lang kümmert sie sich um ihren schwer kranken Mann, erträgt diese Leidenszeit nicht nur, sondern lebt sie intensiv mit ihm zusammen. Sie ist die einzige, die ihn versteht, die übersetzen kann, was er versucht zu sagen.
Radikal ehrlich und in wunderschöner Sprache fängt Gabriele von Arnim die Ambivalenz des Lebens in diesem autobiografischen Essay ein. Fast verblüffend, wie zurückhaltend und reflektiert sie die Jahre der Verzweiflung, der drohenden Überforderung, der Gratwanderung zwischen Fürsorge und Bevormundung mit uns teilt - diese Jahre, die gleichzeitig neue Liebe und Innigkeit durch erzwungene Nähe zwischen den Partnern wachsen lassen.
Ich ziehe meinen Hut, Frau von Arnim! Eins der Highlights aus dem letzten Jahr und eine große Leseempfehlung!
“Wir brauchen Geschichten, um zu leben. Wir brauchen Geschichten, um das Leben zu verstehen. Erzähl es, hast du gesagt. Und so habe ich aufgeschrieben, was das trügerische Gedächtnis mir zugespielt hat.”
"Es gibt viele Arten zu leben." "Patienten mit Locked in Syndrom sind im Durchschnitt nicht weniger zufrieden als Gesunde."
An dem Tag, an dem Frau von Arnim ihrem Mann offenbart, dass sie sich von ihm trennen möchte, hat er einen Schlaganfall und sie pflegt ihn fortan zehn Jahre lang. Erstaunliche Fakten und interessante (philosophische) Einsichten hat diese sehr berührende Lektüre zu bieten. Im Stil sehr literarisch habe ich mir zuweilen etwas mehr Trivialität gewünscht. Zum Beispiel störte mich, dass die Erzählerin, wenn sie von sich sprach, ständig zwischen erste und dritte Person Singular wechselte. Ja mir ist klar, dass damit die emotionale Distanz dargestellt werden sollte aber genau diese Mittel gefielen mir eben weniger. Nichtsdestotrotz ein sehr tiefgründiges Buch, aus dem man definitiv etwas gewinnen kann und das ich auch verschenken werde.
Großartig! Sehr lesenswertes Buch, wunderschön geschrieben. Es ist das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe und ich mag ihren poetischen, klugen und ehrlichen Schreibstil hier sehr. Ihren Gedanken konnte ich immer folgen und fand es spannend die beschriebene Zeit mit ihr sozusagen noch einmal zu erleben. Auch wenn es eine eher schwere Thematik ist, empfinde ich das Buch insgesamt als positiv.
ENGLISH VERSION BELOW ---------------------------------- Das Buch war ein Büchermontag-Buch (mein Buchclub). Es war schwer, muss man ehrlich sagen. Ich wusste nicht, warum es im Buch geht, ich war total unvorbereitet. Ich habe es als Hörbuch gehört und es ist mir zum Teil sehr nahe gegangen, es war sehr persönlich und teils sehr detailliert. Das Buch beinhaltet wenig Positives – soll es auch nicht. Es ist ein persönlicher Bericht, es gibt Einblick. Es soll die Realität abbilden, wenn die geliebte Person, mit der man nicht mehr gut zueinander gefunden hatte durch einen Schlaganfall zu einem Pflegefall wird und man entscheidet, die Pflege bzw. große Teile davon selbst zu übernehmen. Nun kommt dazu, dass diese Person vorm Schlaganfall durchaus ungut war, mit Personen angeeckt hat, eine schwierige Persönlichkeit hatte. Im Raum stand sich von der Person zu distanzieren, plötzlich kann die Person das Leben aber nicht mehr alleine beschreiten. Und man entscheidet sich, sich um die Person zu kümmern.
Das Buch ist ehrlich. Das macht es aus und besonders. Zeitgleich ist es aber eben, wie oben geschrieben, schwer. Wenn man sich aber auf das Buch einlässt, auch emotional, bereit für das Buch ist und sich Zeit nimmt, kann einem das Buch begeistern, vor allem sprachlich und auf Grund der Offenheit.
Aber: Nur weil jemand zum Pflegefall wird, hat niemand das Recht alle negative Eigenschaften rauszukehren und sehr regelmäßig ungut zu sein. Dies wird im Buch leider nicht ausdiskutiert. Es wird angedeutet, kurz angesprochen, aber am Ende siegt "über die Toten redet man nicht schlecht". Aber doch, hier hätte so manch schlechte (Charakter)eigenschaft ruhig stärker angekreidet werden können. Krankheit oder Pflege ist kein Freifahrtschein. Der Herr hatte aber anscheinend auch bereits davor nicht die ansprechendste Persönlichkeit. Vieles im Buch wird ausgesprochen und detailliert beleuchtet. Das Innenleben von Gabriela von Arnim ist mir dennoch zu distanziert geblieben. Dies kann einfach ihre Persönlichkeit sein. So ehrlich sie ist, was die Pflege bedeutet, wie hart es ist, physisch und psychisch, so empfand ich doch immer eine gewisse emotionale Distanziertheit zu ihr.
Es gibt viele literarische und kulturwissenschaftliche Verweise und manche Passagen sind sehr philosophisch, zu philosophisch und kolumnenartig. ----------------------------- -----------------------------
The book was a Büchermontag-book (my book club). It was hard, I have to be honest. I didn't know why the book was about, I was totally unprepared. I listened to it as an audiobook and it really got to me in parts, it was very personal and very detailed in some parts. There is little positive in the book - nor should there be. It is a personal account, it gives insight. It is meant to depict the reality when a loved one, with whom one no longer had a good relationship, becomes a nursing case due to a stroke and one decides to take over the care, or large parts of it, oneself. Now add to this the fact that before the stroke this person had been quite unpleasant, had clashed with people and had a difficult personality. The idea was to distance oneself from the person, but suddenly the person can no longer go through life alone. And one decides to take care of the person.
The book is honest. That is what makes it special. At the same time, however, as written above, it is difficult. But if you get involved with the book, also emotionally, are ready for the book and take your time, the book can inspire you, especially linguistically and because of its openness. Just because someone becomes a care case, no one has the right to sweep out all the negative qualities and be very regularly unpleasant. Unfortunately, this is not discussed in the book. Much of the book is spoken out and illuminated in detail. The inner life of Gabriela von Arnim nevertheless remained too detached for me. This may simply be her personality. As honest as she is about what caring means, how hard it is, physically and psychologically, I always felt a certain emotional detachment from her.
There are many literary and cultural references and some passages are very philosophical, too philosophical and columnar.
Nie da się pisać o tej książce bez popadania w patos, a patos to jest ostatnia rzecz, którą tu znajdziecie. To bardzo, bardzo osobista, intymna narracja, trochę kronika, trochę esej - podsumowanie trudnego czasu, ostatnich dziesięciu lat z życia autorki, pisarki i dziennikarki, spędzonych na... szukam właściwego słowa, bo nie była to pielęgnacja - spędzonych na byciu z mężem, dotkniętym podwójnym udarem mózgu. Człowiek niezwykle aktywny, ekspansywny, elokwentny, głodny życia i połykający je bez pohamowania, wysportowany, oczytany i chłonący wiedzę, z dnia na dzień (a był to dzień, w którym Gabriele von Arnim postanowiła się z nim rozstać) staje się kompletnie uzależoniony od innych, niezdolny do ruchu, niezdolny do czytania, uczestnictwa w życiu, jakie znał i wiódł. Nie sposób wymienić wszystkich aspektów tej opowieści, bo są tak wielorakie, tak zniuansowane, tak pełne, szczere i kompletne, że oddanie ich przekroczyłoby ramy recenzji. Jest tu refleksja o śmierci, o odchodzeniu, jest próba uchwycenia tego, czym jest życie i jak je żyć, są wstrząsające detale medyczno-pielęgnacyjne, jest zapis tego, co ta choroba najbliższego człowieka uczyniła z samą autorką. Jest tu i liryzm, są cytaty z lektur prowadzących autorkę przez ten czas. Bardzo mnie poruszyła ta książka, dziwnym trafem wpisała się w mój osobisty czas i doświadczenie. Wysłuchałam jej - znakomicie, perfekcyjne odczytaną przez samą autorkę, co rzadkie - ale już wiem, że do tego będę wracać, że wersja papierowa to w tym wypadku mus.
"Das Leben ist ein vorübergehender Zustand" hat ja hier auf Instagram sehr viel Hype und Lobeshymnen erfahren. Mich konnte es nicht begeistern, leider.
Das Thema, die Handlung und auch die Autorin sind absolut gut und interessant. Nur hat mir die Tiefe, das Gefühl dazu gefehlt. Es war für mich leider zu sachlich, zu distanziert. Vor allem bei der Thematik hätte ich mir mehr Nähe, mehr Gefühl und auch mehr Menschlichkeit gewünscht.
Ich hätte die Geschichte gerne genauso geliebt, wie viele andere hier. Das war leider nicht der Fall, dennoch muss ich sagen, dass es mich teilweise zum Nachdenken angeregt hat, und ich trotz der Kühle und Distanz es gut und flüssig lesen konnte.
Demnach kann ich persönlich keine Leseempfehlung dafür aussprechen, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es vielen anderen Menschen sehr gut gefallen wird.
Schön geschrieben. Zeigt das Leben von seiner harten, aber teilweise auch schönen Seite, die durch Menschlichkeit entsteht. Viele literarische Hinweise und Zitate.
Zärtlichkeit in der Trauer; Lebenswille des Schmerzes „Ich aber will den Schmerz, will seine Lebendigkeit und meine Empfindlichkeit, will verletzlich bleiben, stark und zart.“
Toll einfach. Viele produktive Gedanken dabei zum Umgang mit schwäche, Krankheit und Tod. Aber auch durchaus Überschneidungen zum „Trost der Schönheit “, den ich zuerst von ihr gelesen hab. Daher einen Stern Abzug.
Ein Buch so schwer wie schlau. Es geht ums Sterben und Kranksein, Liebe und den schmalen Grad zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit. Wer das lesen möchte, braucht Zeit und frische Luft - man braucht Pausen zwischen den Kapiteln.
Mit intelligenten Gedankengängen beschreibt Gabriele von Arnim das Leben mit Krankheit. Die Sprache und der Stil haben mir sehr gefallen.
Ich hatte das Gefühl, es gab einige Wiederholungen, und es wurden mir auch etwas zu viele Menschen zitiert.
Ein beeindruckender und empfehlenswerter Text.
Meine liebsten Zitate:
"Nicht jetzt, noch nicht, bitte nicht, lass mich jetzt nicht allein, bleib noch ein wenig, bleib noch. Ich redete, als wäre er ein Gast, den ich bäte, doch noch ein letztes Glas mit mir zu trinken und erst dann nach Hause zu gehen. Aber er ist gegangen. Ausgerechnet im Frühling. Wenn alles treibt und keimt, wenn die Knospen prall sind, wenn das Leben erwacht. Ob es leichter ist, sich im Herbst zu verabschieden? Wenn ohnehin alles verblüht, vergeht und erschlafft. Dem Tod ist die Jahreszeit egal. [...] Er ging. Ich blieb. Das Bleiben so unausweichlich wie das Gehen." -Seite 22
"Wie schmal ist der Grat zwischen Fürsorge und Übergriffigkeit, wann wird aus Zuwendungen Herrschsucht, wann enden Rettungsversuche in demütigende Herabwürdigung. Wann wird Aufopferung erbarmungslos." - 31
"Alles, was noch nicht war, könnte jederzeit sein. Vielleicht ist es das, was die Angst lodern lässt - die Fülle der Möglichkeiten. Angst ist diffus, Furcht konkret. [...] Wenn ich das nächste Mal komme, sagt sein liebster Freund am Telefon, dann legen wir uns eine halbe Stunde auf den Teppich, und ich halte dich fest, wir legen uns eine halbe Stunde einfach nur auf den Teppich." - Seite 36
Und immer wieder die so beständigen wie ausdauernden Versuche, ein Glück zu finden oder gar eine Liebe und diese zu retten. - 87
"Als er krank wurde und krank blieb, habe ich wohl erst wirklich zu wohnen begonnen, als die Welt ferner und unerreichbarer wurde, als die Schutzlosigkeit mich zu zermahlen drohte und ich Deckung suchte, Hüllen, Obhut. Als ich jeden Trost, jede Vertrautheit, jede Gewohnheit brauchte." - 109
Wie merkwürdig anders sich die selben Zimmer anfühlen, wenn sie lange leer gestanden haben. Als habe sich die Wärme, die Lebendigkeit nicht halten können ohne seine Bewohner darin, als verrotte die Freude wie der Vorwochen vergessene Apfel in der Obstschale. - 111
"Duldung hat mit Herablassung zu tun. Mit Beschränkungen, mit einer Erlaubnis nach meiner Maßgabe. Ich habe die Macht, ich ziehe die Grenze. [...] Goethe schrieb in seinen Maximen und Reflexionen: 'Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein. Sie muss zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen'." - 129
"Monatelanges Reden und Zuhören und Lachen am Telefon. Seine Stimme im Nachtohr. Seine Stimme im Tagohr. Berauschende Sehnsucht. Lange Briefe. Besuche hin und her über den Ozean. Hände, Haut, Zärtlichkeit. Ungeduldige Leidenschaft." -132
Nach ihrem Geschrei und ihrer Litanei sagt er ganz leise: vergiss mich nicht - 141
"Silvia Bovenschen beschreibt in ihrem klugen Buch übers Älterwerden, dass sie - wenn sie aus ihrem italienischen Ferienort am Meer wegfuhr und traurig war - doch zugleich freudig wusste, dort glücklich gewesen zu sein. Das habe sie getröstet. Ob es beim Abschied vom Leben auch hilft, sich in aller Traurigkeit sagen zu können, dass man dort im Leben glücklich war." - 190
"Wie geht man weg, wenn niemand da ist zu dem Mann zurückkommt. Wie schließt man eine Tür hinter sich ab, wenn niemand mehr hinter der Tür auf einen wartet." - 210
Sehr klar, beeindruckend selbst reflektiert und mit vielen interessanten literarischen Bezügen beschreibt GvA das Leben mit und die Zuwendung zu ihrem Mann nachdem dieser 2 Schlaganfälle erlitt. Ein Buch über Krankheit und Sterben und Leben, über Freundschaft und die Unfähigkeit einiger Menschen mit Krankheit und Kranken umzugehen; vor allem aber auch ein Buch in dem Care, Bedürftigkeit, Asymmetrie in Beziehungen und Freiheit in Bezogenheit sehr konkret werden.
Gabriele von Arnim erzählt in „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ von den gemeinsamen letzten 10 Jahren mit ihrem Mann. Derselbe Mann, den sie eigentlich verlassen wollte, als das Schicksal ihn plötzlich zum Pflegefall machte. Sie erzählt, wie sie und ihr Mann versuchen sich einzurichten in dieser neuen Realität und wie sie sich „ein ganzes Dorf“ zusammensucht um ihn und sie zu unterstützen. Das Buch ist sehr berührend und nah, sehr ehrlich und oft auch weise, aber natürlich auch traurig und konfrontierend, denn wie könnte einem nach dem Lesen dieser Zeilen nicht die eigene Vergänglichkeit und die der liebsten Menschen um einen herum noch bewusster werden. Ganz besonders gefallen hat mir auch das letzte Kapitel, in dem die Autorin versucht ins leven zurückzufinden ohne ihn, dem sie so lang so nah war, zu vergessen. Eindrücklich schildert sie, dass Trauer ein Prozess ist, der oft auch keine Richtung kennt und manchmal völlig unerwartet zuschlägt. Es ist ein sehr persönlicher Prozess, den Außenstehende oft nicht nachvollziehen können. Trauer kann man nicht messen oder quantifizieren. Trauer ist, was in dem Moment da ist und es darf sein, damit man es danach loslassen kann.
Ich konnte dieses Buch nur an schönen Tagen lesen, denn der Grat zwischen Pflege eines Kranken und Selbstfürsorge ist so schmal. Sehne ich das Ende herbei, fehlt mir doch etwas und ich bleibe doch im Leben.
Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
Sprachlich hat mich das Buch bereits zu Beginn in seinen Bann gezogen. So schön formuliert, so poetisch, mit tollen Zitaten garniert.
„Wir brauchen Geschichten, um das Leben zu verstehen“ - Gabriele von Arnim hat mich mit auf die Reise mitgenommen, das Leben und Krankheit besser verstehen zu können. Der Roman regt durch viele Zitate und eine sehr ehrliche Wortwahl viel zum Nachdenken an. Ich hab oft innegehalten und Momente mitgefühlt. Eine Liebesgeschichte über ein würdevolles Leben mit Krankheit und die Hingabe (oder Aufopferung?) durch die Pflegende.