Ich kroch auf allen vieren absolut würdelos über vereiste Stellen auf der Piste und fluchte leise vor mich hin [...] Keine Ahnung, wie lange es dauerte, bis wir oben ankamen Irgendwann stand ich da, an der Spitze von Cringe Mountain.
Was cool ist, bestimmen immer die anderen – so auch im Leben der Erzählerin, die von klein auf weiß, was es heißt, nicht schlank, abgebrüht, edgy genug zu sein. Aus Angst vor der Peinlichkeit des Lebens versteckt sie sich hinter den Erwartungen der anderen, hinter denen ihres nutellahassenden Vaters, ihres schnöseligen Boyfriends Fabian, ihres viel zu coolen Arbeitgebers. Erst, als Flora, Josef und Rosalie (und eine ziemlich gute Therapeutin) in ihr Leben treten, wird ihr Mut langsam größer als die Angst vor dem Cringe. Gemeinsam stellen sie sich die Was ist ein cringefreies Leben wert, wenn man sich dabei selbst verliert? Mit den Menschen, die sie nicht trotzdem, sondern genau deshalb lieben, traut sie sich, nach einer Antwort zu suchen. Und findet sie irgendwo zwischen Pina Coladas, No-Angels-Songs und einer wahnwitzigen Bergwanderung.
»Mit viel Liebe und Humor katapultiert Verena Bogner uns in die bittersüßen Irrungen und Wirrungen des Heranwachsens. Eine berührende Reise durch die Wachstumsschmerzen auf dem Weg zu Emanzipation und Selbstfindung.« Nadja Benaissa
»Coolness als Haltung ist hochgradig überschätzt und müssen wir dringend hinter uns lassen. Verena Bogner hat das längst begriffen.« Jovana Reisinger
Habe mich selbst in so vielen Stellen in der Erzählerin gesehen, es war teilweise traurig, aber vor allem ganz oft schön und empowernd. Würde am liebsten mehr als 5 Sterne geben
Es gibt unterschiedliche Kriterien nach denen man Bücher bewerten kann: nach Stil, Sprache, Thema, Storytelling, u.s.w. Ein Kriterium, das oft in den Hintergrund gerät: Wie lässt mich ein Buch fühlen und wie wirkt es in mir nach. I am cringe, but I am free gewinnt vor allem in dieser Kategorie. Innerhalb kürzester Zeit wuchsen mir die Ich-Erzählerin und ihr Freund:innenkreis ganz außerordentlich ans Herz. Nach der Lektüre hatte ich das Gefühl eine warme Umarmung von lieben Freund:innen bekommen zu haben. Und das lässt mich mehr als darüber hinweg sehen, dass ich es stilistisch eher simpel fand und sich auch inhaltlich gar nicht mal so viel weltbewegendes tut. Aber warum muss auch immer alles irgendwelchen arbiträren Qualitätsansprüchen gerecht werden, wenn das Gefühl das erzeugt wird so ein schönes ist? Das ist doch genau das, worauf uns dieses Buch aufmerksam machen will. Übung gelungen würde ich sagen! I am cringe, but I am free ist ein Roman vom Erwachsen werden, eine warmherzige Coming of Age Story die ich gern schon vor 20 Jahren gelesen hätte.
Es ging relatable los und endete absolut herzerwärmend. Die Reise, auf die die Protagonistin mich mitgenommen hat, war so rührend und echt, cringe und popkulturell geprägt - ich liebe es! Nicht nur habe ich mehrere Passagen an meine beste Freundin schicken müssen, es war auch eine warme Erinnerung an die Entwicklungen, die man vom Teenager zur jungen Erwachsenen macht. So vieles haben die Protagonistin und ich gemeinsam - ich würde sie gerne in den Arm nehmen. Stattdessen drücke ich mich selbst und bin stolz. Hinzu kommt, dass das Buch so flüssig geschrieben war, dass ich es nur inhalieren konnte! Toll toll toll <3
Doch beim Lesen entpuppt sich die Geschichte leider als das genaue Gegenteil.
Das Buch wird als feministische, befreiende Lektüre vermarktet, die Frauen vom Druck erlösen soll, perfekt und „cool“ sein zu müssen.
Die versprochene „Befreiung vom Cringe“ findet im Verlauf der Handlung einen unschönen Twist. Anstatt echte Verletzlichkeit zuzulassen, wandelt sich die Protagonistin in genau das, was sie anfangs beklagt: ein „Cool Girl“.
Zu Beginn leidet sie unter Menschen wie ihrem Freund Fabian, der sich über intellektuelle Statussymbole (wie Programmkino, Siebträgerkaffeemaschinen oder Rennradfahren) definiert.
Als sie sich davon „befreit“, deklariert sie ihre eigenen Vorlieben zum neuen, einzig wahren Lifestyle. Wer diesen Umschwung nicht mitmacht, wird von ihr nun als „langweilig“ oder „festgefahren“ herabgestuft. Sie ersetzt eine elitäre Blase einfach durch eine andere und blickt auf diejenigen herab, die ernsthafte oder vermeintlich „intellektuelle“ Hobbys pflegen (etwa wandern).
Am Ende bleibt kein Gefühl der Befreiung zurück, sondern der schale Beigeschmack einer Hauptfigur, deren vermeintliche persönliche Weiterentwicklung lediglich in einer neuen Form von elitärer Ausgrenzung mündet. Ein Buch, das die eigene Botschaft leider komplett verfehlt.
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In vielen Punkten schon sehr relatable, aber der Plot ist nach einer Weile etwas langweilig und ziemlich vorhersehbar. Also kann man lesen, muss man aber nicht. (Habe irgendwann angefangen Seiten nur zu überfliegen)
Das Buch ist perfekt für den Strand, wenn man einfach etwas abschalten und nicht nachdenken möchte. Ich fand den Schreibstil sehr angenehm, jedoch literarisch nicht sehr anspruchsvoll - das wollte er aber auch nicht sein. Für mich war der Inhalt des Buches zeitgenössisch betrachtet nichts Neues. Die Kernbotschaft „Sei wie du bist, egal wie“ ist schön und gut, aber nichts revolutionäres oder besonders innovatives. Auf der einen Seite hat sehr gut gefallen, wie die Freundschaften der Protagonistin dargestellt wurden und zum Mittelpunkt des Buches gehören. Auf der anderen Seite hatte ich oft das Gefühl die Protagonistin möchte mit den Beschreibungen von Situationen, teilweise zeigen wieeee funny, quirky und edgy sie ist. Ich habe das Buch trotzdem sehr genießen können, da ich es als Kind unserer Zeit betrachten konnte. Außerdem gab es zu viele Stellen, die sehr lustig waren… ich lag am Strand und musste öfter kichern. Insgesamt ein perfektes Buch, um den Kopf auszuschalten und einfach nur zu Lesen, wenn man sich von manchen Situationen der edgy Protagonistin nicht triggern lässt.
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Vielleicht hat mich das Buch so irritiert, weil es so tut, als wäre ein aktiver, interessierter Lebensstil automatisch verdächtig. Das Buch will von Befreiung erzählen: von einer Frau, die sich vom Druck löst, perfekt, cool und angepasst sein zu müssen. Nur wirkt diese Befreiung beim Lesen nie wirklich frei. Statt offener zu werden, sind für die Hauptfigur danach halt alle anderen die Deppen.
Noch schwieriger fand ich, dass der übermäßige Alkoholkonsum fast wie ein Zeichen von Authentizität wirkt. Als wäre Trinken ehrlicher als Selbstfürsorge. Als wäre es mutiger, sich gehen zu lassen, als Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
3,5 ⭐️ Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Menschen sich in diesem Buch wiederfinden und es deshalb lieben werden. Für mich persönlich waren allerdings nur einige Aspekte wirklich relatable.
Trotzdem ist das Buch wunderbar geschrieben — emotional, nahbar und sehr ehrlich. Ich glaube absolut, dass es für andere eine 5-Sterne-Lektüre sein kann, und das wäre auch völlig nachvollziehbar.
Mich selbst hat es nur nicht ganz so tief erreicht. Deshalb liegt meine Bewertung eher bei 3,5 Sternen.
Dieses Buch zeigt ganz toll, dass man sich niemals verstellen sollte, egal wie "cringe" man vielleicht manchmal ist. Mit vielen popkulturellen Referenzen aus den 2000ern und einer liebenswerten Freundesgruppe. Starkes Buch!
Eine süße und lustige Geschichte, bei der mir die Protagonistin und ihre Freund:innen sehr ans Herz gewachsen sind. Teilweise hätte ich mir gewünscht, dass die Hauptfigur Themen stärker reflektiert, aber schön und erfrischend zu lesen.
Eigentlich nur aufgrund des Covers gekauft und dann auf einmal durchgelesen. Es war leicht, unterhaltsam und ich habe mich selbst erstaunlich oft darin wieder gefunden.