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Anti Müller

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Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 36 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Doch mit dem hedonistischen Schauspieler Andi schlittert sie direkt in die nächste Katastrophe. Der hat nicht nur schon Zwillinge, sondern auch eine Ex, die eines Morgens überraschend im Schlafzimmer steht.

Die Sehnsucht nach einem Kind steigert sich in eine alles verzehrende Obsession. Als die Beziehung zu Andi scheitert, ihr Roman nicht so einschlägt wie erhofft, und auch weitere Dates nicht zielführend sind, fasst sie einen drastischen Jetzt erfüllt sie sich ihren größten Wunsch einfach selbst. Auch, wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden. 

Anti Müller ist ein Gesellschaftsroman über schöne Künste mit schaurigem Beigeschmack, identitätspolitische Grabenkämpfe und über den moralischen Bankrott pseudosanfter Gegenwartsmänner, unter deren Fingernägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats klebt.


227 pages, Kindle Edition

Published February 26, 2026

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About the author

Yade Yasemin Önder

6 books3 followers

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Community Reviews

5 stars
46 (21%)
4 stars
77 (36%)
3 stars
68 (32%)
2 stars
17 (8%)
1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 36 reviews
Profile Image for Sandra.
214 reviews60 followers
March 9, 2026
Das Buch beginnt mit einem Tinder-Date, aus dem zunächst nicht viel weiteres folgt, dann aber doch. Die neue Liebschaft hilft der Protagonistin, den Verflossenen hinter sich zu lassen (bzw. für Tod zu erklären) und stellt eine neue Chance für den bisher unerfüllten Kinderwunsch dar. 

Die Protagonistin in dem Buch ist wirklich unbequem. Für die Männer in dem Buch, aber auch für uns Lesende. Sie verhält sich, wie sich Frauen nicht verhalten sollten, laut stillen gesellschaftlichen Vorgaben unserer Zeit. Sie ist needy, fordernd , ungeduldig und erwartet vom Mann Verbindlichkeit (wie kann sie nur, nicht wahr?). 

Die Autorin legt den Finger in die Wunde der Frau deren Körper zur tickenden Uhr werden kann. Sie zeigt, wie sehr im Nachteil sich Frauen in der Frage "Kind: Ja oder Nein und wann" befinden. Die Ich-Erzählerin ist dabei alles andere als eine Sympathieträgerin, sie ist eine Frau, die in ihrer Verzweiflung fast wahnsinnig wird und daran ist nichts schön oder entspricht dem Idealbild einer Frau. Das macht den Text mutig und trägt maßgeblich zum gelingen bei.

Sprachlich ist der Roman interessant gestaltet, durch teilweise sehr kurze Sätze, aneinander gereiht, manchmal fast wie Aufzählungen. Das erzeugt einen Ton, der sehr gut zum Plot des Romans und zur Persönlichkeit der Hauptfigur passt.

Insgesamt wirklich lesenswert, wenn man sich auf das Ganze einlassen kann.
Profile Image for altbauleserinberlin.
84 reviews3 followers
March 8, 2026
Der Anfang war eine solide 5/5 Sternen. Ich war sehr angetan von der „Sezierung patriarchaler Machtstrukturen“ von angeblich linken Feministen. Mit der Atmosphäre, der Sprache und den doch unterschiedlichen Erzählperspektiven hat es mich ziemlich überzeugt. Gewappnet mit meinem liebsten schwarzen Kuli zum markieren, war ich bereit den Roman zu zerlegen und bis ins letzte Detail zu verstehen. Ich dachte, ich hätte meine neue feministische Pflichtlektüre für meine Freund*innen gefunden.
Ja, falsch gedacht.
Was der Klappentext vergessen hat zu erwähnen, ist der nicht zu übersehende, zu zwei Dritteln ausmachende und irgendwann überhandnehmende Teil, in dem es um den starken Kinderwunsch der Protagonistin geht. Hat mich leider überhaupt nicht angesprochen und wurde mir auch irgendwann zu viel. Vielleicht weil es für mich kein Thema ist oder ich lieber von weiblich sozialisiersten, gebärfähigen Menschen lesen möchte, die eben entgegen der gesellschaftlichen Erwartung explizit keine Kinder wollen. Für „weird girl fiction“, bei denen es ab einem bestimmten Zeitpunkt richtig absurd und eklig wird, hat es mir leider nicht ganz gereicht.

Fazit: Inhalt anfangs stark, dann zunehmend schwächer werdend. Sprache durchgehend überzeugend.
Ich hätte mir gewünscht, dass so ein einnehmendes Thema auch auf dem Klappentext oder an anderer Stelle angemerkt würde.
Profile Image for Linus Giese.
Author 10 books129 followers
March 8, 2026
"Ich sage ihm, dass ich ein ruhiger Hafen sein könnte, für ihn und die Kinder. er sagt "ich weiß'. Ich sage "ich will eine Familie gründen". Er sagt "ich weiß". Ich sage "bald". Er sagt, dass ihm das klar wäre, wir ja aber gerade über etwas anderes gesprochen hätten. Ich sage "ich weiß"."

Was für ein Buch! 🔥 Es muss - glaube ich - noch ein bisschen nachwirken, aber mich hat die Protagonistin mit all ihrer Verzweiflung und all ihren (unerfüllten) Wünschen richtig krass bewegt. Es geht um Dating in Berlin, gescheiterte Beziehungen und um linke feministische Männer, die sich davor drücken, Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen. Der Titel des Romans ist eine Anspielung auf das Anti Müller Hormon, das Aufschluss darüber geben kann, wie viele Eizellen ein gebärfähiger Körper noch produzieren kann - für die Protagonistin ist der AMH-Wert wichtig, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind.

Wenn sie nicht gerade versucht schwanger zu werden, schreibt sie an ihrem Debütroman: Es geht in "Anti Müller" also auch viel um das Schreiben, das Veröffentlichen, den Kulturbetrieb. Und all die damit verbundenen Gefühle: Druck, Erwartungen, Neid.

Ich habe den Roman von Yade Yasemin Önder unglaublich gerne gelesen, auch wenn mir beim Lesen manchmal ganz schwer geworden ist. Vielleicht hätte ich mir am Ende ein kleines bisschen mehr Hoffnung gewünscht. Stattdessen versuche ich mir jetzt vorzustellen, wie das Leben der Protagonistin nach dem Zuklappen der letzten Seite, wohl weitergehen mag. Sie wird mich auf jeden Fall noch eine ganze Weile begleiten.
Profile Image for Sarah.
3 reviews2 followers
April 1, 2026
Ich mochte das bedeutungsvolle Wortspiel im Titel und das Cover mit dem Gespenst, das durch das gesamte Buch und wahrscheinlich auch durchs Leben spukt. Die Verzweiflung von Frauen mit ungewollter Kinderlosigkeit findet zu wenig Beachtung in der Literatur und es war spannend darüber zu lesen. Gleichzeitig nervt mich die Darstellung der verzweifelten Single-Frau mit Mitte 30, die sich ohne jeglichen Respekt vor dem eigenen Wert jedem Typen an den Hals wirft, mittlerweile so sehr. Dass ich damit einfach durch bin, ist natürlich kein Mangel der Geschichte. Sprachlich abwechslungsreich, klug, aber manchmal auch verwirrend und überladen, war es nicht immer nach meinem Geschmack. Es hinterlässt mich mit einem Gefühl von Traurigkeit, Unbehagen und Frustration, wenn das gewollt war, hat die Autorin ihr Ziel erreicht.
Profile Image for Avini.
6 reviews2 followers
April 12, 2026
um es mit den worten der autorin zu sagen: „wir haben es mit einer autorin zu tun, die derart langsam und verwinkelt schreibt, die sich nicht traut, gerade sätze zu verfassen, weil das darin erwartbare spiegel-bestseller-publikum wie ein lebendiger blumenstrauß aufginge, weil darin die intentionen zu deutlich wucherten.“

bin immer noch im ersten drittel, ich kämpfe mich durch die seiten, unüblich für mich. beim schreibstil bin ich mir noch unsicher, wie ich ihn finden soll. die metaphern purzeln übereinander, in fast jedem satz folgt eine. ich bin da irgendwo zwischen beeindruckt von sprachlicher akrobatik und andererseits - weil das lesen ununterbrochen höchste konzentration von mir fordert - nervt mich dieser pseudo-intellektualismus irgendwie. ich will das buch noch nicht aufgeben, ich breche nie irgendwas ab, aber soll ich mich durchquälen, weil das thema doch spannend ist, die rezensionen so gut, ich mir selbst was beweisen will, ich die autorin näher kennenlernen möchte?

nachtrag: ich möchte mich bei der autorin entschuldigen; ich mag sie zu sehr, um sie mit einer missbilligenden kritik abzustrafen. für die schonungslose hummus und nazigroßeltern szene bin ich ihr besonders dankbar. bitte mehr davon in deutsche buchhandlungen.
Profile Image for Sonia D.
5 reviews
March 13, 2026
Hat mir sehr gut gefallen: die vielschichtige, poetische, oft spielerische Sprache. Der unerfüllte Kinderwunsch der Protagonistin und ihre nicht ganz stabile psychische Verfassung stehen im Vordergrund und werden mit starken Bildern und teils zerstörerischen Szenen illustriert.
Profile Image for tollpatschki.
138 reviews7 followers
March 1, 2026
hab nachm klappentext tbh was sehr anderes erwartet, aber trotzdem spannende perspektive (ungewollte kinderlosigkeit gefühlt selten thema in der literatur), sprache fand ich sehr gut, aber alle charaktere haben mich irgendwie genervt🤘
Profile Image for Sofi.
123 reviews2 followers
April 17, 2026
"It may well be easier to die if you have already given birth to others or yourself, at least once before." - Ursula K. Le Guin in "The Space Crone"


"We recognize the body as the source of our suffering. We dream of a death that will mean freedom from it because here on earth, in our bodies, we are [...] bound by the very fact of a particularizes body to a role which [...] forbids us any real self-becoming or self-realization." - Andrea Dworkin in "Woman Hating"


Ich habe viele Gedanken zu diesem Buch und versuche sie hier, so gut es geht, zu strukturieren.

Sprache
Von Anfang an war ich überrascht und begeistert von der Sprache dieses Buches. Die Protagonistin gleitet in ihren Gedankenströmen zwischen Umgangssprache und dramatisch-intellektuellem Ausdruck hin und her. Das sagt sowohl sehr viel über sie als auch über die beschriebene Herkunft der Protagonistin aus, die sich trotz ihres Erfolges immer wieder fehl am Platz fühlt in den sehr weißen, pseudo-intellektuellen Theaterräumen Berlins. Die Autorin spielt mit vielen Stilmitteln, was wirklich großen Spaß beim Lesen macht und genau in den richtigen Momenten das Pacing beim Lesen an die erzählte Situation anpasst, z.B. als die Protagonistin in einen obsessiven Wahn verfällt und man fast schon mit ihr spiraled. Zwischendrin ist die Sprache poetisch und wechselt im Anspruch von Erzähltem (oft einfache Umgangssprache in der wörtlichen Rede und in sozialen Situationen) zu Gedachtem (ausufernde Analysen und Gedankenkonstrukte, eingewoben in soziokulturelle Kritik).Die perfekte Mischung aus Anspruch und guter Lesbarkeit.

Struktur
Das Buch ist in eine klassische 3-Akt-Struktur geteilt, was sehr zum Theaterbezug der Protagonistin aber auch der Autorin passt. Auch wenn mir die Einteilung am Anfang nicht bewusst war, macht sie doch jetzt am Ende sehr viel Sinn. Vor allem der letzte Teil der Katastrophe (Lösung? Eskalation?) zeigt das noch mal sehr gut. Die Kapitel sind angenehm kurz und lassen einen durch die Seiten fliegen.

Die Protagonistin
Die Protagonistin ist eine Frau Mitte-Ende 30 und sie steht unter Stress. Stress, durch eine Pi-mal-Daumen Hochrechnungen eines x-beliebigen Doktors, der ihr die verfrühte Unfruchtbarkeit mit 37 prophezeit hat. Stress, durch ein tief in der Kindheit verwurzeltes Verlangen nach einer eigenen Familie. Stress, durch die vermeintliche Unvereinbarkeit der beiden Situationen. Stress, in ihrem Job die Anerkennung und den (monetären) Erfolg zu bekommen, der ihr zusteht. Stress mit Männern.
Und dieser Stress dominiert ihr Leben, ihren Alltag. Alles was sie tut, dient dazu, einen dieser Stressoren zu befriedigen. Und die Menschen um sie herum machen ihr das nicht wirklich leicht. Der Verflossene, der Aktuelle und der Zukünftige (?) sind alles unzuverlässige, performative Fake-Feministen, die so lange für Frauenrechte einstehen, bis der Aktivismus über das eigene Nägel-Lackieren herausgeht. Die Protagonistin kommuniziert ihren Kinderwunsch, ihre Sorgen und ihren Zeitdruck transparent und wird trotzdem von ihren Beziehungspartnern, die wohl nur offen Reden können, wenn es um ihr eigenes Dasein als tragischer Künstler geht, hingehalten, vertröstet und betrogen.



Feministische Linse
Hier musste ich direkt an die oben genannte Quote von Le Guin denken.
Die Protagonistin ist so verbissen fokussiert darauf, schwanger zu werden, weil sie sich unbedingt eine eigene Familie wünscht. Hier wird die heteronormative "nuclear" family als non-plus-ultra, die einzigen Art sich selbst zu verwirklichen, als einziges, wahres Ziel einer Frau stilisiert. Aber ist das wirklich ihr echter, durch intrinsische Beweggründe ausgelöster Wunsch? Oder schreit alles um sie herum sie an, dass das ihr Ziel sein MUSS? Und ist sie schon so sehr in ihrer Obsession gefangen, dass sie gar nicht mehr von außen auf ihre Situation schauen kann und andere Familienformen, andere Liebe und andere (Selbst-)Geburten für sich finden kann? Eine Lösung von ihrem verbissenen Vorhaben könnte ihr beispielsweise zeigen, dass sie in ihrer Kunst, ihrer Arbeit, ihren Freundinnen und vor allem in sich selbst schon so viel Liebe und Zufriedenheit und Akzeptanz finden kann und sie dafür auf jeden Fall keinen MANN braucht, geschweige denn ein Kind.
Die Schwangerschaft und das damit als Ziel gesetzte Kind werden zum Selbstzweck der Protagonistin, die eigentlich auf der Suche nach sich selbst ist. Dieses komplexe Thema wird von der Autorin sowohl künstlerisch wie auch inhaltlich wirklich hervorragend und differenziert ausgearbeitet.

Ich stimme Daniele Dröscher (wie so oft) komplett zu: Dieses Buch wird ein feministischer Klassiker.

"Kein Mann dieser Welt kann mir heute noch schreiben. Von den Männern dieser Welt habe ich genug! Die Frauen dieser Welt müssen den Männern endlich den Zugang verwehren! Erst dann können sich die Männer dieser Welt endlich selbst ficken, ins Knie und überhaupt!" - Yade Yasemin Önder
Profile Image for Hanna.
664 reviews89 followers
May 7, 2026
2,5*

Ein bisschen ging es mir mit diesem Roman so wie der Erzählerin mit ihren Männern: heftig ins Potential verliebt um dann umso heftiger enttäuscht zu werden. Schon Cover und Titelwahl fand ich außerordentlich gelungen. Das erste Drittel des Buches hat mich in wahre Begeisterungsstürme versetzt, so lustig, gewitzt und sprachlich auf höchstem Niveau begann dieser Roman.
Leider hat sich die Erzählerin als eine so problematische Figur herausgestellt, dass ich am Ende nahezu Mitleid mit all den toxischen Typen in dieser Geschichte hatte. Kein gutes Zeichen für ein Buch, das feministisch sein will.
So gut es auch geschrieben ist (ich konnte es kaum aus der Hand legen), ich hatte ein riesiges Problem mit der Unreife der Erzählerin, deren Gedanken mich eher an eine Teenagerin denn eine Mitt/Enddreißigerin erinnert hat. Ihr manipulatives Verhalten war schwer erträglich. Und alles, alles, alles in diesem Buch dreht sich um Männer und deren Schuld dass die Erzählerin noch nicht Mutter ist - ihr sehnlichster Wunsch - alles andere, ihre künstlerischen Erfolge, ihre Freund:innenschaften (sofern sie welche pflegt, denn im Buch kommen sie nicht vor) treten in den Hintergrund. Frauen sind in Anti Müller, wenn sie überhaupt auftauchen, Konkurrenz und Gefahr. Sie werden beneidet ob ihrer Schönheit und für ihr Verhalten kritisch unter die Lupe genommen. Selbst auf die Schwester des Love Interests ist die Erzählerin eifersüchtig. Den Bechdel Test besteht das Buch jedenfalls nicht.
Irgendwie gerettet wurde das ganze durch die paar Kapitel in der wir vom familiären Hintergrund der Erzählerin erfahren, von ihrer dysfunktionalen Herkunftsfamilile, in der sie nie Sicherheit erfahren hat - der mutmaßliche Grund warum sie sich nun nach der Fantasie ihrer eigenen Safe Haven Kernfamilie verzehrt. Das hat in mir zumindest so etwas wie Mitgefühl für die Hauptprotagonistin erzeugt. Aber wenn man mich fragt wem ich dieses Buch empfehlen soll, so bin ich überfragt.
Profile Image for Nicola.
3 reviews1 follower
April 30, 2026
Puh belastend - schonungslose aber lesenswerte Darstellung eines unerfüllten Kinderwunschs mit Ende 30 und der dazugehörigen unbothered Männers. Sprachlich sehr versiert aber war mir manchmal einen Tick drüber.
Profile Image for Anne.
6 reviews
April 2, 2026
sprachlich super spannend. sehr faszinierende satzstruktur, die einen gut und schnell in die geschichte eintauchen lässt. hab das buch inhaliert. auch spannende doppeldeutigkeit im titel und viele wortspiele. der klappentext und der schreibstil gab mir die erwartung, von einer neuen möglichen feministischen pflichtlektüre. leider kam alles anders. statt sich wirklich mit linken pseudofeministischen mackern zu beschäftigen ging es um den wunsch nach schwangerschaft und mutter sein, einer mitte 30 jährigen. die sich aufgrund dieses wunsches so übergriffig und problematisch verhält, dass mir die red flag typen im buch direkt sympathisch vor kamen. mich hat das buch ehrlich gesagt ziemlich wütend gemacht. da auch nicht reflektiert wurde woher vielleicht dieser mutterwunsch entsprungen ist und was das möglicherweise mit dem patriarchat zu tun hat. finde der Klappentext des buches ist voll die mogelpackung.

jedoch mag ich das das buch provoziert und mich dazu bringt über das thema nachzudenken. zudem ist es einfach wunderschön geschrieben.
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5 reviews
April 1, 2026
Eine Frau wünscht sich nichts sehnlicher als ein Kind, sieht sich aber konfrontiert mit ihrer tickenden biologischen Uhr und - weitaus schlimmer - Männern, die keine Verantwortung übernehmen wollen. So lässt sich in etwa der neue Roman von Yade Yasemin Önder zusammenfassen.

Wo andere künstlerische Werke versuchen, den Ernst der Situation durch Komik konsumierbar zu machen, nimmt Önder den Wunsch ihrer Protagonistin komplett ernst und scheut auch nicht davor, sie am Ende als geradezu besessene Frau zu zeichnen.

Önder gelingt ein nuanciertes Bild. Ihre Protagonistin ist keinesfalls nur das Opfer einer Generation von Männern, die nicht in der Lage zum Commitment ist. Sie wird aktiv und nimmt sich, was sie will. Das zeigt der konsequente Schluss hervorragend.

Genau wie in ihrem Debütroman "Wir wissen, wir könnten und fallen synchron" verwendet Önder auch diesmal Elemente des magischen Realismus, wenn auch in deutlich reduzierter Form. Die Sprache bleibt jedoch auf dem konstant hohen Niveau des Vorgängers. Diese erfrischenden und überraschenden Ideen bereiteten mir beim Lesen eine große Freude.

Womit wir bei der Subjektivität sind. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch vielen vor den Kopf stößt. Es wird Konservative abschrecken und auch Feminist:innen geben, die es ablehnen. Mich hat es begeistert.

Önder widmet sich einem Thema, das eigentlich omnipräsent ist, künstlerisch allerdings bisher kaum thematisiert wurde. Und das Schöne? Önder schafft fantastische Kunst.
Profile Image for Stella ConMucho.
7 reviews
March 26, 2026
Dieses Buch „vergesse“ ich beim nächsten Frauenarzttermin im Behandlungszimmer oder lese während der Untersuchung gleich selbst allen Gynäkolog*innen dieser Welt daraus vor. Ärzt*innen, die uns bis Mitte 20 die Angst der Teen Pregnancy umschnallen, nur um diese dann gleich gegen eine Fruchtbarkeitszeitbombe auszutauschen.
Der Roman zeigt schonungslos, wie der unerfüllte Kinderwunsch der Protagonistin zu Wahnsinn wird. Ich habe sehr mit ihr gelitten, als Männer sich nicht für sie, aber gleich für die neue Partnerin entscheiden konnten und wenn sie mal wieder von brutalen wissenschaftlichen Statistiken heimgesucht wurde. Lachen kann man bei der Lektüre trotzdem, wenn zum Beispiel nach unzähligen schlechten Online-Dates die Berliner Ringbahn zum Kennlernort des Vaters der Kinder werden soll.
Ich wünsche der Protagonistin und allen in dieser Situation sehr, dass der zweifelnde Kopf am Ende nicht über den eigentlich gesunden Körper siegt.
Profile Image for Nanny.
3 reviews
March 8, 2026
Ich glaube, ich habe vieles noch gar nicht zu 100% verstanden und habe trotzdem das Gefühl, genau zu verstehen, was in der Protagonistin vorgeht. Ein komplett emotionales, schmerzliches, aufwühlend wundervolles Buch
Profile Image for Carolin.
19 reviews
April 17, 2026
Das Buch hat mir insgesamt schon gefallen. Sprachlich ist es sehr interessant und sehr künstlerisch geschrieben. Da musste ich am Anfang auch erstmal reinkommen, aber dann mochte ich den Schreibstil schon. Er ist auf jeden Fall auch sehr besonders. Ich habe auch immer gerne weitergelesen und wollte wissen, wie die Geschichte ausgeht.

Thematisch ist es mit dem unerfüllten Kinderwunsch der Hauptprotagonistin auch mal was anderes, das wird so selten in Büchern beschrieben. Finde ich auf jeden Fall gut, ein Buch darüber zu schreiben. Auch dass es für die Hauptfigur schwer ist, einen potenziellen Vater für ihr Kind zu finden, ist nachvollziehbar dargestellt und natürlich auch irgendwie frustrierend. Mir haben auch die Einblicke in die Literatur- und Theaterszene gefallen.

Es war aber auch schwer mitzuerleben, wie die Hauptfigur sich von ihren Beziehungspartnern und Dates behandeln lässt. Natürlich ist sie da auch Opfer des Systems. So ganz konnte ich es aber irgendwann auch nicht mehr nachvollziehen und ihre zwei Expartner waren echt mega unsympathisch. Sollten sie vielleicht auch sein, aber über die beiden zu lesen war schon echt unangenehm. Die Hauptprotagonistin mochte ich eigentlich und ich hatte bis zum Ende gehofft, dass sie noch gute Lösungen für ihre Probleme findet und auch schwanger wird. Da das Ende recht offen gehalten ist, weiß man das leider nicht. Die Umkehr der Hauptprotagonistin vom Opfer zur Täterin ist aber auch eine interessante Wendung.

Das Cover ist auf jeden Fall auch toll!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Thomas Lingstädt.
20 reviews
March 26, 2026
Wenn die Protagonistin eines Romans aus der Ich-Perspektive über den Schreibprozess eines Buches und das Leben einer Autorin erzählt, finde ich das genauso naheliegend wie schwierig. Yade Yasemin Önder gelingt das meiner Meinung nach auf anschaulichste Art wahnsinnig gut. Ich könnte als Mann ohne Kinderwunsch nicht weiter weg sein von der “Anti Müller”-Ich-Erzählerin und fühle mich trotzdem komplett abgeholt von der Geschichte und von der bissig-sarkastischen Erzählweise.
Profile Image for jona rausch.
14 reviews2 followers
April 12, 2026
funny, deep, sprachlich unfassbar interessant, ambivalente Hauptfigur, keine einzige Seite gelangweilt, nicht komplett ausgelutschtes Thema, großartige Nagellackszene! everything was ein gutes Buch sollte :)
Profile Image for Sarah_lrz.
53 reviews8 followers
May 2, 2026
3,5 ich muss noch etwas drüber nachdenken aber irgendwie hat das Buch mich extrem traurig gemacht ich muss mit wem darüber reden???
Profile Image for Tim.
2 reviews
April 28, 2026
"Ich schiebe die Scherben mit dem Schuh in irgendeine Ecke."
Profile Image for Ileana (The Tiniest Book Club).
272 reviews48 followers
Review of advance copy received from Netgalley
February 22, 2026
Wie ein schmoderiges Franzbrötchen eine Wespe hat das geniale Cover von Yade Yasemin Önders „Anti Müller“ mich angezogen. Rätselhafter Titel? Bluttriefender Geist vor lavendelfarbenem Hintergrund? Wir gehen rein!

Erstmal musste ich wissen, was es mit dem Titel auf sich hat. Eine Figur heißt Andi Müller, aber es gibt auch das Anti-Müller-Hormon, das wichtig ist für die Fertilitätsdiagnostik und bei Frauen nach dem 30. Lebensjahr abfällt.

Die Ich-Erzählerin in „Anti Müller“ ist 35 und verspürt einen heftigen Kinderwunsch. Die potentiellen Väter schweben jedoch so unerreichbar wie Gespenster durch ihr Leben: da ist Kar, der Ex, Autor wie die Protagonistin, der sie über Jahre vertröstet hat und dessen Anwesenheit nach der Trennung überall in der Stadt zu spüren ist, wie ein Spuk. Und Andi, das Tinderdate, Schauspieler in einer offenen Beziehung, der bereits zwei Kinder hat und immer mal wieder plötzlich in Erscheinung tritt, nachdem er die Protagonistin geghostet hat.

Yade Yasemin Önder beobachtet schonungslos das Verhalten tindernder Mittdreißiger in Berlin und findet dabei so treffende Begriffe wie „Migrationsmargarine“ oder „Verantwortungsphobie“. Leider fühlt sich der Text teilweise forciert und prätentiös an, was die Autorin bewusst auf der Metaebene verhandelt. Dennoch: eine reflektierte Nabelschau ist trotzdem eine Nabelschau.

In „Anti Müller“ trifft der unerfüllte Wunsch nach einer Kernfamilie und das eingeschränkte Fruchtbarkeitsfenster einer Frau auf Männer, die sich in der zweiten und dritten Pubertät befinden. Die Protagonistin entwickelt absolut toxische Verhaltensweisen und findet nicht mehr aus diesen heraus: von einer Beziehungskrise gerät sie in die nächste, sie versucht, durch selbstzerstörerische Handlungen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Ein Argument der Ich-Erzählerin für Familiengründung: sie möchte „dem Kulturbetrieb etwas entgegensetzen, das nicht neurotisch und narzisstisch ist“. Was für ein Widerspruch, da ihr Umgang mit dem eigenen Kinderwunsch vor Neurose und Narzissmus trieft.

Ich hätte mir für sie so sehr einen Weg aus diesem Chaos gewünscht, ein Umdenken, eine Entwicklung, vielleicht eine andere Erfüllung.

CN: selbstverletzendes Verhalten, suizidales Verhalten, unerfüllter Kinderwunsch
Profile Image for adina &#x1f31e;.
25 reviews
April 6, 2026
Theatertypen sind nichts für mich – eine Erkenntnis, die ich nicht nur privat, sondern auch literarisch erneut bestätigt bekam. Anti Müller macht ziemlich deutlich, warum.
Im Zentrum steht, wenig subtil , ein gewisser Müller, beziehungsweise das „Anti“ zu ihm. Die Erzählerin beschreibt ihr kurzes, intensives Verhältnis zu einem aufstrebenden *hust* Schauspieler, der vor allem eines beherrscht: sich selbst. Dass er sich darüber hinaus nicht festlegen kann, überrascht dabei ungefähr so sehr wie eine Generalprobe, die länger dauert als geplant.
Der Einstieg ist stark: Mit feiner Beobachtungsgabe und trockenem Humor werden die typischen Eigenschaften des „Theatermannes“ seziert: eine Mischung aus Selbstüberschätzung, emotionaler Unverbindlichkeit und Dauerperformance. Das ist witzig, treffend und stellenweise fast schon therapeutisch zu lesen.
Leider bleibt es nicht bei dieser pointierten Analyse. Im weiteren Verlauf dreht sich gedanklich alles zunehmend im Kreis: Müller, Müller, Kinder, Kinder – und wieder von vorn. Was anfangs wie eine kluge Selbstreflexion wirkt, kippt stellenweise in eine gewisse Monotonie, die weder der Figur noch der Geschichte wirklich neue Facetten abgewinnt.
So bleibt am Ende ein Roman, der stark beginnt, sich dann aber etwas zu sehr in seinem eigenen Gedankenkarussell verfängt. Unterhaltsam ist das trotzdem – wenn auch mit dem leisen Gefühl, dass hier weniger „Anti Müller“ als vielmehr „Noch mehr Müller“ erzählt wird.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Charlotte Becker.
8 reviews
March 26, 2026
Ich bin völlig unwissend in dieses Buch reingegangen, nur ein mal den Klappentext gelesen und am Ende jetzt doch wirklich beeindruckt.

Das erste Drittel der Geschichte plätschert so ein bisschen dahin, man denkt es geht um Dating in der Berliner Künstlerszene mit entsprechenden Cringe-Momenten und alle sind ein bisschen crazy. Es nimmt dann aber alles doch ziemlich an Fahrt auf und wird immer drängender, bedrückender. Zweifellos ist die Protagonistin keine Sympathieträgerin, aber das muss sie auch nicht sein. Aus ihrer extremen Emotionalität heraus bekommt das ganze Thema der ungewollten Kinderlosigkeit etwas sehr betreffendes. Ihre inneren Abgründe werden schonungslos beschrieben, man möchte ihr eigentlich nur raten doch noch mal eine Psychotherapie zu beginnen.

Sprachlich fand ich den Stil streckenweise etwas umständlich, atemlos, was aber sehr gut zum Charakter der Protagonistin gepasst hat. Liebe den Wort-Witz im Titel, generell alles perfekt recherchiert (das Fertilitätszentrum!). Ein vergleichbares Buch habe ich glaube ich noch nie gelesen, dass sich aus dieser fast schon humoristischen Seite mit dem Thema befasst. Eine Trigger Warnung für Betroffene halte ich für sinnvoll an dieser Stelle.
Profile Image for WildesKopfkino .
979 reviews8 followers
May 7, 2026
Zwischen Wut, Analyse und poetischer Schärfe liegt dieses Buch wie ein offener Nerv auf dem Tisch.

Anti Müller ist kein Roman, der einen sanft an die Hand nimmt. Vielmehr zieht er die Vorhänge auf und lässt das grelle Licht auf Beziehungen, Machtverhältnisse und einen Kulturbetrieb fallen, der sich gern modern gibt, aber oft noch erstaunlich alte Muster atmet. Die Sprache ist dabei präzise, manchmal fast messerscharf, voller kluger Beobachtungen und bitterer Sätze, die nachhallen.

Mich hat besonders gefallen, wie kompromisslos Yade Yasemin Önder auf patriarchale Strukturen schaut. Da steckt viel Wut drin, aber auch eine große Verletzlichkeit. Gleichzeitig blieb ich emotional öfter auf Abstand. Die Erzählerin seziert so viel, dass mir zwischendurch das Fühlen etwas verloren ging. Manche Gedanken waren stark, andere wirkten auf mich sehr verkopft und sperrig.

Trotzdem ist Anti Müller ein mutiges Buch mit Haltung. Kein Wohlfühlroman, kein leichter Abend auf dem Sofa, sondern eher ein literarischer Schlag unter die Rippen. Für mich war es interessant, klug und unbequem, aber nicht durchgehend packend genug für mehr als 3 Sterne.
Profile Image for Leonie.
197 reviews7 followers
Review of advance copy received from Publisher
February 21, 2026
“Es reicht. Ich lege mich hin, rolle mich ein, sammle in dieser Rundung alle schrecklichen Erlebnisse meines Lebens und werde zum Ball meiner Verzweiflung. Mein Körper, mein Geist, meine Seele, alles erinnert sich plötzlich wieder an alles. Und mit diesem Gewicht saust es sich hervorragend bergab. Im Tal angekommen, bleibe ich liegen. Warte auf einen sogenannten Gedanken. Mehrere Wochen liege ich da, sehe den Wolken zu, den Vögeln, den sich verändernden Lichtverhältnissen. Doch die Gedanken kommen nicht.
Möwen krächzen, Magen knurrt, und es wird Mai.”
Profile Image for Jane Kahlke.
2 reviews
May 2, 2026
Der Schreibstil hat mir persönlich sehr gut gefallen. Kunstvoll wurde hier mit Worten gespielt und ein Einblick in die Gedanken und Gefühlswelt gegeben.

Leider haben mich die Protagonisten nur wenig abgeholt. Insbesondere die Hauptprotagonistin wurde mir mit Fortschreiten des Buches immer unsympatisch und die Handlung fragwürdig. Insbesondere ihr Umgang mit dem Kinderwunsch im Bezug auf die Beziehung und Sichtweise zu Männern fand ich schwierig nach zu vollziehen.
Das Ende fand ich dann recht verwirrend.

Ausgehend vom Klappentext hatte ich vll auch eine fehlgeleitete Erwartungshaltung.
61 reviews
April 16, 2026
2,5 ⭐️ Es hat gut angefangen, wurde mir dann aber zu wirr. Der anfangs starke feministische Charakter hat mir im weiteren Verlauf gefehlt. Am Ende war ich von der Protagonistin eher genervt, und auch der Schreibstil hat mich leider nicht abgeholt.
Displaying 1 - 30 of 36 reviews