»Die Party ist noch lange nicht vorbei. Aber ich geh trotzdem schon mal nach Hause.«
Sie ist endlich alt genug. Alt genug für bequeme Unterwäsche und für unbequeme Wahrheiten. Sie lacht nicht mehr über jeden blöden Witz. Sie weiß, wohin sie nicht gehört und ist so frei wie nie. Frei, zu bleiben. Frei, zu gehen. Manchmal wünscht sie sich , sie wäre schon früher so alt und so mutig gewesen wie jetzt. Aber es hilft ja nichts. Reifen kann man nur mit der Zeit. Auch für dieses Buch musste sie erst alt genug Ildikó von Kürthy hat sich in innere und äußere Ausnahmezustände begeben, hat eine Menge Mut aufgebracht, ist immer wieder gescheitert, hat sich als Topmodel beworben, sich vom Grab ihrer Eltern verabschiedet und ist nachts in New York sich selbst begegnet. In diesem Buch feiert Ildikó von Kürthy die Kraft der Lebensmitte, das Wunder des Mittagsschläfchens und das kostbare Gefühl, dass wir mit all unseren Ängsten, Ideen, Zweifeln, den schmerzhaften Abschieden und der wuchtigen Gleichzeitigkeit von Licht und Schatten nicht alleine sind.
Alt genug ist ein Buch voller Erkenntnisse und Bekenntnisse. Es ist eine mutige und ehrliche Begleitung für alle, die jenseits der Lebensmitte unterwegs und noch lange nicht angekommen sind.
Konnte dem Buch nicht viel abgewinnen. Weiß nicht ob man eine Bindung zur Autorin braucht, um mehr damit anfangen zu können? Klar, es gibt ein paar lehrreiche, interessante Stellen, auch einiges an Witz, aber auch viele Menschen aus ihrem Umfeld die mit Krebs zu kämpfen hatten. Ich habe es nicht zu Ende gehört, weil ich zu dem Buch keine Bindung aufbauen konnte und es für mich auch keinen richtigen roten Faden hatte. Sie erzählt einfach drauf los, alles mögliche aus ihrem Leben, was mit dem Älter werden zu tun hat. Inwiefern man jetzt hier unterhalten oder belehrt werden kann, ist mir fraglich.
Frau von Kürthy schreibt über das, was sie an sich mag, wovor sie Angst hat, was sie gelernt hat (habe sogar einmal geweint: "Ich will noch erzählen, dass ich manchmal so traurig bin, dass ich denke, mir zerbricht das Herz, weil ich fürchte, jenen, die ich liebe, und mir selbst und meinem wertvollen Leben nicht gerecht geworden zu sein."). Sie ist verletzlich und selbstbewusst und nimmt Platz ein. Manchmal zum Augenverdrehen, immer unterhaltsam, sehr relatable richtet sich offen nur an Frauen. Hat natürlich einen alten weißen Mann auf de Plan gerufen, der in der ARD gesagt hat, das wären "Nachrichten aus der Schnatterzone der Damentoilette" - wahrscheinlich die einzige Situation die er sich vorstellen kann, wo Frauen miteinander über Frauensachen reden.
Am Anfang war ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich überhaupt die Zielgruppe für das Buch bin, einfach weil ich deutlich jünger bin als die Autorin. Gleichzeitig ist das Thema Älterwerden halt schon etwas, das uns alle betrifft – gerade auch, weil unsere Gesellschaft so komisch damit umgeht und es so gut wie immer negativ besetzt ist. Also dachte ich mir: egal, I give it a try. Vielleicht nimmt man ja trotzdem was mit von jemandem, der einfach mehr Lebenserfahrung hat.
Was mich direkt am Anfang gecatcht hat, war der Humor. Ich hatte wirklich ständig ein Grinsen im Gesicht und musste öfter laut lachen. Da dachte ich schon, okay, wenn das so weitergeht, wird das echt ein gutes Buch. Man merkt dabei auch ziemlich deutlich, dass sie Humor und Sarkasmus als eine Art Coping-Mechanismus nutzt – was es irgendwie noch greifbarer macht, weil das ja extrem viele machen. Da kann man auf jeden Fall relaten.
Obwohl ich ungefähr halb so alt bin wie die Autorin, habe ich mich überraschend oft wiedererkannt. Vor allem die Sachen über ihre Söhne fand ich extrem unterhaltsam – Pubertät ist anscheinend einfach immer gleich, egal aus welcher Perspektive. Gleichzeitig war es nicht nur lustig, sondern stellenweise natürlich auch ziemlich traurig.
Bei den Emotionen war ich zwischendurch auch etwas lost. Einerseits geht es darum, Dinge gelassener zu sehen, andererseits darum, Wut zuzulassen. Ich habe nicht immer ganz gecheckt, wo genau sie da steht. Für mich ist es eher so: Gefühle haben immer einen Grund, und man sollte sie auch rauslassen – aber die Frage ist, wie. Im Nachhinein denkt man oft, man hätte überreagiert, aber das Gefühl war ja trotzdem da aus einem Grund.
Sehr stark fand ich, wie offen sie über ihre Angstneurose spricht. Gerade in ihrer Generation ist das ja immer noch ein riesiges Tabuthema, deswegen finde ich das echt wichtig. Und auch das Thema Antidepressiva: Das finde ich extrem wichtig, dass sie das so klar anspricht. Vor allem, dass sie selbst so lange gebraucht hat, um diesen Schritt zu gehen, obwohl sie gleichzeitig weiß, dass man andere dafür nicht verurteilen sollte. Dieser Zwiespalt ist so real – und ehrlich gesagt auch komplett altersunabhängig. Den Vergleich mit körperlichen Krankheiten kenne ich und macht auch total Sinn. Niemand würde hinterfragen, ob man bei einem gebrochenen Fuß Hilfe annimmt oder Medikamente nimmt. Warum also bei psychischen Themen? Genau das müsste viel mehr normalisiert werden.
Was ich außerdem extrem wichtig finde: dass sie über die Menopause spricht. Das ist ein Thema, über das viel zu wenig geredet wird, obwohl es so viele betrifft. Gerade wenn man bedenkt, dass Frauen im Gesundheitssystem ohnehin oft nicht ernst genommen oder vernachlässigt werden, wundert es einen leider nicht – aber genau deshalb ist es umso wichtiger, dass solche Themen sichtbar gemacht werden.
Der Schreibstil ist insgesamt super angenehm, und ich finde es auch richtig gut, dass sie das Hörbuch selbst spricht – das macht es irgendwie noch persönlicher.
Dieses Abschweifen und dann wieder Zurückkommen zum Punkt fand ich teilweise ein bisschen verwirrend, aber das kann auch daran liegen, dass ich beim Hören nicht immer zu 100 % konzentriert war.
Was mich aber komplett rausgebracht hat, war die Story mit dem Freund ihres Sohnes, der angeblich nur Steak isst und so dargestellt wird als würde er auch gleich noch den Hund essen. Den Take verstehe ich ehrlich gesagt gar nicht. Das wirkt einfach wie ein unnötiges, rassistisches Klischee und passt für mich null zu dem sonst eher reflektierten Ton.
Und dieser Moment, wo sie sagt, sie wäre gerne so eine weibliche Version von Thomas Gottschalk – da war ich kurz so: really? Ich verstehe, was sie meint mit Präsenz und Bekanntheit, aber trotzdem… weiß ich nicht, ob das das beste Beispiel ist.
Was ich dafür wieder richtig gut fand: das sie sagt, dass man als Frau auch einfach mal auf den Tisch hauen muss. Gerade wenn man bedenkt, wie sehr uns beigebracht wurde, alles runterzuschlucken, zu lächeln und nichts zu sagen – selbst in Situationen, die absolut nicht okay sind.
Das hat mich wieder einmal zum Nachdenken gebracht, wie oft man Dinge einfach hinnimmt, obwohl man eigentlich Grenzen setzen müsste.
All in all gutes Buch, guter Schreibstil kann man definitiv lesen. :)
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Ein wunderbares, humorvolles, erfrischendes und gleichzeitig nachdenklich machendes Buch über "Die besten Jahre im Leben ". Ich musste ganz oft laut lachen und hatte gleichzeitig schwermütige Momente während des Hörens. Das Hörbuch ist perfekt von der Autorin selbst eingesprochen. Für mich war es ein Genuss.
Ich bin in der Bibliothek über dieses Buch gestolpert, weil es bei den Neuheiten ausgestellt war und damit auf einem "Sonder-Präsentierteller". Sonst wäre ich sehr sicher nicht in den Genuss gekommen es zu lesen. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht. Und es war wirklich ein Genuss es zu lesen. Ich fand es unglaublich mutig, wie offen die Autorin all ihre empfundenen Unzulänglichkeiten, Ängste und Probleme beschreibt. Und trotzdem ist das Buch voller Positivität, Hoffnung und Freude. In so manchen Schilderungen konnte auch ich mich absolut wiederfinden. Ein super Buch... auf jeden Fall mal für Ü50-Damen...aber nicht nur für diese.
In “Alt genug” erzählt Ildikó von Kürthy vom Leben, Älterwerden und Erkenntnissen über das , was sie will, kann und nicht mehr muss. In ihrem gewohnt trocken-humorigen Schreibstil ist dieses (Hör-)Buch eine Ermutigung an Frauen in und nach der Lebensmitte, Erwartungen guten Gewissens loslassen zu können und sich auf die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu konzentrieren, anstatt Erwartungen erfüllen müssen zu wollen. Auch wenn hier viele “schwere” Aspekte wie Krebserkrankungen, Depressionen oder Alkoholismus angesprochen werden ist es doch ein leichtes, positives und bestärkendes Buch, das, besonders in der Autorinnenlesung viel Spaß macht und Wärme spendet.
*Das Hörbuch wurde mir kostenfrei vom Verlag zur Verfügung gestellt.
Ildikó von Kürthy schreibt witzig und mit Selbstironie. Ich habe schon ein paar ihrer Bücher genossen. In ihrem Buch Alt genug schildert sie ihr persönliches älterweden. Rigoros zeichnet sie ihre Falten und andere Macken, die sich einstellen und mit denen man sich abfinden muss. Das ist gerade für uns ältere Leser gut zu lesen. Man sieht, das es allen Frauen nach der Menopause ähnlich geht. Da fühlt man sich doch gleich besser. Ich erkannte viel von mir wieder in dem Buch. Manchmal dachte ich auch, das ist doch nicht so schlimm, da muss man eben durch.
Es ist ja ganz gut, wenn man nicht mehr so aufbrezeln muss, Aber auch im Alter macht es Spaß, sich adrett zu kleiden. Das hebt das Selbstbewusstsein.
Das Buch ist lebendig, humorvoll und flüssig geschrieben. Es hat mir ungemein gefallen das Buch zu lesen. Es ist hauptsächlich ein Buch für Frauen.
Jung ist gut und alt ist schlecht... diese Einstellung muss sich ändern und das hat sich Ildikó von Kürthy auf die Fahnen geschrieben. Das Buch ist eine bunte Mischung aus humorvollen Episoden und nachdenklichen Rückblicken auf ihr Leben. Es ist lustig, ehrlich, nachdenklich und menschlich. Eine Lektüre, die ermutigt, dem dritten Lebensabschnitt hoffnungsvoll, selbstbewusst und neugierig zu begegnen. Es war ein großes Vergnügen, der Stimme der Autorin in der Hörbuchversion zu folgen.
Erst jetzt, Dekaden und unzählige Flaschen Wein und Kopfschmerztabletten später, bin ich endlich so geworden, wie ich nie werden wollte.
Seit ein paar Jahren fühle ich mich zunehmend auch endlich alt genug. Allein der Titel hat mich deshalb direkt angesprochen. Trotz dieses Gefühls und einer überzeugenden Leseprobe bleibe ich bei Romanen dieser Art zunächst skeptisch. Zu schnell werden sie zu kalkulierten Wohlfühlgeschichten, charmant, versöhnlich, mit diesem gewissen Humor, ohne dass viel gesagt oder gewagt wird.
'Alt genug' besitzt durchaus viel Wärme und eine optimistische Grundhaltung, besticht im Kern jedoch durch eine Ehrlichkeit, die der Erzählung eine angenehme Rohheit verleiht, etwas, was ich in dem Genre oft vermisse. Es ist eine Ode an das Leben mit all seinen Ecken und Kanten, mit Momenten der Selbstentblößung (im besten Sinne), und schafft es gerade dadurch, das Älterwerden nicht nur zu thematisieren, sondern zu feiern.
Die Autorin formuliert an einer Stelle sinngemäß den Wunsch, mit diesem Roman ernster genommen zu werden und sich aus der Zuschreibung reiner „Frauenliteratur“ zu lösen. Nachvollziehbar, da die Branche entsprechende Themen tendenziell vorschnell abwertet. Was unglücklicherweise genau jene Skepsis nährt, mit der ich solchen Büchern zunächst begegne. Gleichzeitig sehe ich hier weniger einen Bruch mit dem Genre als vielmehr den Beweis dafür, wieviel Tiefe, Authentizität und Reibung innerhalb dieses Rahmens möglich sind. Gerne mehr davon.
Das Hörbuch wird von der Autorin selbst gesprochen, was nicht nur ausgesprochen angenehm zu hören ist, sondern der Erzählung eine persönliche Note gibt, fast wie im Gespräch mit einer Freundin. Umso beeindruckender ist das, weil sie im Buch davon berichtet, wie sehr sie aus Angst lange Zeit vermieden hat laut vorzulesen. "Aber ich singe doch nur, weil ich Angst habe zu lesen."
Vielen Dank an vorablesen, netgalley und dem Verlag für ein Rezensionsexemplar. Alle Meinungen sind meine eigenen.
Ildikó von Kürthy ist seit Mondscheintarif eine meiner allerliebsten Autorinnen. Ich habe fast jedes ihrer Bücher gelesen und geliebt (das mit dem Hund habe ich ausgelassen...) und besitze ein Foto von der FBM mit ihr und habe eine ihrer Shows zum Buch erlebt. Daher war klar, dass ich das neue Buch natürlich unbedingt lesen muss. Und wie immer ist das Buch einfach nur perfekt. Der Humor, den ich aus allen ihren Werken so sehr liebe, ist wie immer überaus präsent und bringt mich immer wieder dazu laut aufzulachen. Aber wie immer ist die Lektüre nicht seicht und oberflächlich, sondern strotzt nur so vor Gedanken und Zitaten, die mich mitten ins Herz treffen. Alt genug ist keine Fiktion, Alt genug ist ein Memoir, was es nochmal faszinierender macht, da der Mensch hinter der Autorin noch stärker in den Fokus tritt, wenn auch - wie sie sympathischerweise mehrmals betont - nur das, was sie zeigen möchte und sagen möchte, gesagt wird. Ich denke, es ist dennoch sehr, sehr persönlich, was Ildikó hier mit uns teilt und als langjährige treue Leserin fühle ich mich davon angesprochen, wenn sie uns auf Instagram mit "liebe Freundinnen" anspricht. Der Text verzichtet anders als ihre Frühwerke auf spielerische Zeichnungen und mädchenhafte Farben. Das Cover ist stark und auffällig und passt zu der Frau, die Ildikó geworden ist - und die ich bewundere! Das Buch - und die Stimme der Autorin - haben mich so sehr erreicht. Und so schreibe ich noch mit Tränen in den Augen, nachdem ich den letzten Satz gelesen und das Buch zugeklappt habe - lest es! Eine 100%ige Leseempfehlung und für mich auf jeden Fall wie jedes ihrer Bücher ein Highlight meines Lesejahres....
"Alt genug" ist ein Buch, dass einem aus der Seele spricht. Sofern man alt genug ist, vermutlich. Ildiko von Kürthy plaudert aus ihrem Leben. Authentisch, schonungslos ehrlich, voll von Lebendweisheiten ohne irgendwie belehrend zu wirken. Das Buch zu lesen ist wie ein wohltuendes Gespräch mit einer guten Freundin, bei dem man alles rauslassen kann, vom Hundertsten ins Tausendste kommt. Sich versteht. Mitfühlt. Seinen eigenen Gedankengängen folgt. Und sich wieder findet. Es geht um uns Frauen. Wie wir sind. Wie wir leben. Wie wir gesehen werden. Oder auch nicht gesehen werden. Es geht um das Altern. Und eine Gesellschaft, die Schönheit zum Ideal erhebt und sie nur der Jugend zugesteht. Es geht um Würde und um Weisheit. Obwohl mein eigenes Leben ein völlig anderes ist, habe ich mich an vielen Stellen verstanden gefühlt. Innerlich laut ja gerufen. Mich gefreut, dass es auch andere Menschen gibt, die den ganzen Wahnsinn nicht mehr um jeden Preis mitmachen sondern zu dem stehen, was sie gerade fühlen, ihren Bedürfnissen nachgeben und gut auf sich selbst achten. Sich selbst akzeptieren und treu bleiben. Mit den ganzen vielen kleinen Dingen im täglichen Leben. Was so gar nicht selbstverständlich ist in dieser Gesellschaft. Es geht auch um Angst und um Mut. Es gibt Dinge zum Schmunzeln und andere zum Weinen. Das Leben eben, so wie es ist. Es ist ein Buch, das die eigenen Gedanken bereichert, das einem einen Schubs gibt, unbequem ist, aber nie langweilig. Sehr zu empfehlen, wenn man mal wieder darüber nachdenkt, ob es in Ordnung ist, dieses oder jenes zu tun. Ja, wir sind alt genug. Wir dürfen das. Und wir brauchen keine Erlaubnis.
Der Roman Alt genug von Ildikó von Kürthy erzählt mit Humor und Selbstironie vom Älterwerden – und davon, was es eigentlich bedeutet, „alt genug“ zu sein. Im Mittelpunkt steht eine Protagonistin, die mitten im Leben steht und beginnt, ihre Entscheidungen, Beziehungen und Erwartungen zu hinterfragen. Zwischen Alltag, Familie und persönlichen Zweifeln entwickelt sich eine Geschichte über Selbstakzeptanz, verpasste Chancen und den Mut, das eigene Leben noch einmal neu zu betrachten.
Typisch für von Kürthys Stil ist die Mischung aus Leichtigkeit und Nachdenklichkeit. Die Autorin greift viele Themen auf, die besonders Leserinnen und Leser jenseits der Jugendphase ansprechen: gesellschaftliche Erwartungen, Selbstzweifel, körperliche Veränderungen und die Frage, wie viel vom eigenen Leben wirklich selbstbestimmt ist. Dabei gelingt es ihr, ernste Gedanken immer wieder mit humorvollen Beobachtungen des Alltags zu verbinden.
Der Roman lebt vor allem von seiner Ich-Erzählstimme, die direkt, ehrlich und oft überraschend selbstkritisch wirkt. Viele Situationen wirken dadurch sehr nahbar und laden zum Wiedererkennen ein. Gleichzeitig bleibt die Geschichte bewusst alltagsnah und konzentriert sich weniger auf dramatische Wendungen als auf innere Entwicklungen.
Alt genug ist damit kein spektakulärer Roman, sondern eher eine warmherzige, reflektierte Momentaufnahme einer Lebensphase, über die in der Literatur oft zu wenig gesprochen wird. Gerade diese Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und Lebensklugheit macht das Buch zu einer unterhaltsamen und zugleich nachdenklichen Lektüre.
„Alt genug“ ist wieder ein lesenswerter Roman der in Hamburg lebenden Autorin und Journalistin Ildikó von Kürthy.
1999 habe ich das erste Buch der Autorin gelesen und fühlte mich damit direkt abgeholt. Seitdem habe ich keines ihrer Werke ausgelassen und festgestellt, dass ich im gleichen Tempo altere wie Ildikó von Kürthy. Sie trifft immer wieder meine Situation und ich erkenne mich wieder.
Hier erzählt sie aus ihrem Leben. Erlebnisse, Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, Momente der Unsicherheit, Peinlichkeiten, Glücksgefühlen, alles, was das Leben sonst noch bereit hält und worüber man nicht immer gerne spricht oder sich Gedanken macht.
Der Schreibstil ist locker, witzig, warmherzig und lässt sich leicht lesen. Dabei stecken die Sätze voller Emotionen, manchmal auch voller Ironie und Humor. Es ist ein sehr mutiges und ehrliches Buch, das dazu auffordert sein Leben mit seinen Veränderungen anzunehmen und sich selbst zu akzeptieren.
Mich hat dieses lebenskluge Buch gut unterhalten und gleichzeitig hat es mir Stoff zum Nachdenken geliefert. Ich denke, dass sich hier viele Leser*innen wiederfinden können, auch wenn sie kein so öffentliches Leben wie Ildikó von Kürthy führen und in viele ihrer Situationen nicht hineinkommen. Es bleiben dennoch eine Menge Parallelen.
Wir müssen die Veränderungen, die das Leben mit sich bringt mit seinen Abschieden, Neuanfängen, Erkenntnissen, Möglichkeiten und Chancen annehmen und das Altern einfach akzeptieren.
Ildikó von Kürthy war mir gänzlich unbekannt und ich verwende weder Social Media, noch schaue ich GNTM, um sie irgendwo wahrzunehmen. Ich hatte vor ein paar Wochen eine Leseprobe ihres Buches in der Hand und es gefiel mir recht gut, aber hat mich letztendlich nicht so überzeugt, dass ich es selbst lesen wollte. Doch dann habe ich gesehen, dass dieses Buch innerhalb kürzester Zeit ein Spiegel Bestseller geworden war und dann packte mich also doch die Neugier: weshalb ist dieses Buch so beliebt?
Was mich am Ende überzeugte, war Ildikós offene und ehrliche Art ihre Wahrheit übers Alt werden zu schildern. Sie beschönigte nicht das, was ihr früheres Ich bereit war zu tun und sie erklärte gut, weshalb sie nun so fühlt und handelt, wie sie es heute tut. Die Anekdoten aus ihrem Leben laden ein, sich über sein eigenes Leben und über sein eigenes Alter Gedanken zu machen. Ich bin noch ein gutes Stück jünger als Ildikó, aber trotzdem habe ich mich in vielen Situationen wiedererkennen können. Dieses Buch macht mir Mut - Mut für mich auch selbst festzustellen, dass ich auch alt genug bin, um mal Nein zu sagen oder um zu gehen, wenn ich keine Lust mehr habe. Mut, das zu tun, was ich möchte, ohne fremden Menschen gefallen zu wollen.
"Alt genug" ist ein sehr persönliches und offenes Buch von Ildikó von Kürthy. Es geht ums Älterwerden, um Lebensmitte-Momente, Wechseljahre, Rollenbilder und Erwartungen an Frauen, ums Zweifeln und darum, sich selbst besser zu verstehen – ohne Drama, dafür mit viel Herz. Der Ton ist wie immer bei der Autorin humorvoll, direkt und herrlich selbstironisch. Ich habe mich in vielen Gedanken wiedererkannt und musste mehrfach schmunzeln. Auf der anderen Seite werden auch Themen wie Altersdiskriminierung oder Social-Media-Inszenierungen kritisch reflektiert. Das Buch wirkt leicht, ehrlich und unaufgeregt. Ich konnte zwischendurch gar nicht aufhören zu lesen. Beim Cover wäre meiner Meinung nach noch Luft nach oben gewesen. Das hat aber keinen Einfluss darauf, dass mich das Buch großartig unterhalten und auch persönlich berührt hat.
War das jetzt schon alles? Die Frage, die sich durch das Buch zieht und mit der sich auch die Protagonistin beschäftigt. Jedoch ist das Buch mehr wie ein Roman über das Erreichen einer Altesmarke. Die Protagonistin reflektiert ihr Leben, ihre unerfüllten Träume, verpassten Chancen und die Angst vor dem Älterwerden. Es geht um Freundschaft, Liebe, und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen - große Themen, die behandelt werden. Der Schreibstil ist typisch für Ildikó von Kürthy: humorvoll mit etwas Selbstironie. Auch Emotionen kommen nicht zurück - generell eine tolle Atmosphäre wurde in diesem Buch gesfchaffen. Alles sehr sehr offen und ehrlich geschrieben.
Ein ehrlicher, warmherziger Roman über das Älterwerden, mit Tiefgang der somit auch nachdenklich macht - sehr lebensnah geschrieben. Von mir gibt es eine Empfehlung.
Das Buch "Alt genug" von Ildiko von Kürthy ist ein humorvolles Buch, dass vom Prozess des Älterwerdens handelt. Es ist kein Roman, sondern die Autorin gibt Ideen, Gedanken und Erlebnisse aus ihrem Leben wieder. Diese bettet sie in die Handlung einer Partynacht ein. Es gibt traurige, nachdenkliche und auch witzige Momente.
Die Autorin ist auch die Stimme hinter dem Hörbuch. Man ihr gut folgen und zuhören!
Auch wenn ich vermutlich, aufgrund meines Alters, noch nicht zur Zielgruppe gehört, habe ich das Hörbuch gerne gehört. Ich mochte die bisherigen Romane und habe mich daher auch zum Hören dieses Buches entschieden und es nicht bereut, da es kurzweilig war!
Ein Buch über das Dazwischen. Über Körper, Kinder, Ehe, Müdigkeit, Hoffnung. Über dieses Alter, in dem man nicht mehr werden muss, aber auch noch nicht fertig ist.
Ildikó von Kürthy streift viele Themen, fast im Vorbeigehen. Man erkennt sich wieder. Man nickt. Und dann ist man schon beim nächsten Gedanken.
Ich hätte mir gewünscht, sie wäre öfter geblieben. Hätte eine Tür nicht nur geöffnet, sondern den Raum betreten.
Teilweise lustig, sehr ehrlich und auch ein paar gute Ansichten zum Alter. Mir ist es zu negativ, ich finde manches zu krass, es dreht sich nur noch darum, dass man Banalitäten liebt wie Routinetätigkeiten und früh ins Bett gehen… aber die Autorin hat auch Angststörungen und dadurch mehr Probleme. Schön ist, was sie über lange Freundschaften schreibt.
Ungelogen eines der schönsten und besten Bücher, mit dem ich zuletzt in Kontakt gekommen bin. Ich hab gelacht, geweint, gezittert und mich - selbst mit 31 - schon so mit der Autorin identifiziert. Ich wünschte, jeder würde dieses Buch lesen ❤️
Wunderbar. Es vermittelt eine Ruhe, eine Zufriedenheit, eine Witzigkeit angesichts der Endlichkeit unseres Lebens, die mich glücklich macht. Es ist eine schöne Vorstellung, dem eigenen Leben genüsslich den Bauch kraulen zu können.
Mein Lieblingszitat aus dem Buch: „Wie soll man sich denn, verdammt noch mal, als Frau anständig emanzipieren, zu sich selbst finden, patriarchale Strukturen durchbrechen und mal ordentlich auf den Tisch hauen, mit diesen ganzen scheiß Weiberhormonen im Blut?“
Ein Buch, das im Moment heiß diskutiert wird und wenn ich mir so manche Besprechung anhöre, wird mir wieder mal klar, wie abgehoben Literaturkritik manchmal sein kann. Es ist ein gutes Buch mit vielen schönen Gedanken - und ja: Auch Männer dürfen es lesen. Mir hat es sehr gefallen.
So'n Mittelding zwischen Roman, Autobiografie und Sachbuch. Sehr lustig, sehr klug. Lebensweisheit at her best. Passt natürlich vom Alter gut zu mir. Aber auch Junge dürften von der Lektüre profitieren. Jedes Alter hat seine Bedürfnisse, Prioritäten, Wahrnehmung und Weisheiten
Ganz tolles Buch - mitten aus dem Leben. Es sind Gedanken über, mit und im Leben. Es hat mich zum Schmunzeln gebracht und an manchen Stellen auch nachdenklich…
Gute Unterhaltung und Perspektiven auf das Älterwerden. Es gab Stellen zum Lachen. Geschichten, die inspiriert haben und Themen zum Nachdenken. Also eine gute Mischung.
So viel Ehrliches, so viel Kluges, so viel Hoffnungsvolles, so viel Mutmachendes, so viel Lustiges … nicht nur für Frauen, nicht nur für Menschen im beschriebenen Alter. Ich habe es sehr genossen, das Buch von der Autorin selbst gelesen, zu hören. Ich fand mich in so vielem wieder und sage der Autorin „danke“ :-) Und werde es wieder und wieder hören…