Marc-Uwe Kling wurde geboren. Er studierte an der Großen Akademie von Lagado, wie man ein Haus vom Dach her nach unten baut. Er hat über seinen Mitbewohner, ein kommunistisches Känguru, drei kapitalismuskritische Bücher geschrieben, welche sich total gut verkaufen. Außerdem macht er mit seiner Band „Die Gesellschaft“ Reformhauspunk und am Ende muss wieder der Steuerzahler für alles aufkommen. Hey. Ho. Let’s go.
Die Chroniken waren vier Bücher von 2009 bis 2018 über ein kommunistisches Känguru, die als Teenager mich und vermutlich viele von euch in meiner frühen Politisierung schon beeinflusst haben. Die Bücher waren nicht krass tiefgründig, aber unterhaltsam und es wurden zum Teil wirklich radikale Thesen verhandelt. Und man fragt sich vielleicht, wie ein kommunistisches Känguru acht Jahre später die Weltlage sieht. Was sagt es zum Rechtsruck oder zum Kriegsfanatismus in der gesamten deutschen Politik? Was sagt es zum westlich unterstützten Völkermord in Gaza? Kein Wort! Es ist unfassbar! Stattdessen ist keine einzige Aussage radikaler als Grüne oder SPD, statt grundlegend um den Kapitalismus geht es um „unsere Demokratie“ oder, kein Scheiß, die FDGO. In den früheren Teilen gab es ja den Running Gag, dass eine Filmproduktionsfirma das kommunistische Känguru durch einen gemäßigt sozialdemokratischen Koala austauscht. Genau das hat Marc-Dieter Kling gemacht! Das allermeiste könnte sogar von einem liberalen CDU-Känguru kommen. Außerdem wurden in den früheren Teilen eigentlich nie reale Politiker behandelt, es war Fiktion. Im neuen Teil wird auf fast jeder Seite Merz genamedropped oder Söder oder Lindner oderoderoder und was sie dummes gesagt haben. Es liest sich wie ein HeuteShow-Skript und zwar keins von denen, wo man so widerwillig lacht und sich denkt „Naja, okay“, sondern eins von der dümmsten Sorte. Und das ist das Allerschlimmste: Das ganze Buch ist sooo humorbefreit, da gibt es Kapitel ohne eine einzige Pointe, wo nur solche Absätze aufeinander folgen, und sorry, wenn ich ein schlechtes Sachbuch lesen will, dann mach ich das. Dass dieser neue Teil nach acht Jahren überhaupt erscheint, liegt an Kai-Uwe Klings neuem Projekt funfacts.de (deshalb kommt das Wort so häufig im Buch vor), wo er und andere politisch mittige Promis wie Ralph Ruthe, Luisa Neubauer oder Sarah Bosetti nochmal sagen: Der Klimawandel ist real, Reiche werden zu wenig besteuert, die AfD ist blöd und rechtsradikal. Ich hab wirklich das Gefühl, dass ich einen Schlaganfall hab, weil wie kann man denn heute noch glauben, dass man mit diesen halbgaren Takes irgendwen umstimmt? Das ist doch nur dazu da, sich moralisch im Reinen den Gratisapplaus der eigenen Bubble abzusahnen. Die ersten Känguru-Bücher müssen ein Versehen gewesen sein, weil Marc-Uwe Kling politisch offensichtlich zu wenig Ahnung hat, um seine Figuren in die aktuelle Zeit zu transportieren; oder er ist halt einfach nach rechts gerückt. Irgendwie schade, wenn ein Autor seine Legacy so krass ruiniert. In diesem Sinne: Kill your Idols.
mal abgesehen davon, dass der mangel an handlung auffallend ist und alle drei politischen talking points so oft wiederholt wurden, dass man ein trinkspiel draus machen könnte - man bekommt den eindruck, dass marc-uwe kling in letzter zeit zu viele jan van aken-interviews geguckt hat. wenn ich linkspartei-pressemitteilungen lesen will, kann ich das jedenfalls auch ohne dafür geld auszugeben. „linke“ politische satire zu machen, aber nicht einmal die zunehmende militarisierung anzusprechen, finde ich schon ein starkes stück, aber - und da habe ich wirklich nichts anderes erwartet, erwähnenswert finde ich es trotzdem - nach über zwei jahren deutscher beteiligung am genozid in gaza nicht ein wort dazu zu sagen zu haben, ist ein armutszeugnis. ich würde jetzt gerne sagen, er ist deutschlands staatstragendster anarchist, aber auf der liste wäre er wahrscheinlich trotzdem nicht ganz oben. immerhin muss er sich mit dem linksliberalen känguru wirklich keine sorgen mehr darüber machen, vom verfassungsschutz beobachtet zu werden. schön.
Ich stimme Marc-Uwe Kling zwar in so ziemlich jeder geäußerten politischen Meinung zu, das Buch las sich aber leider eher wie eine zufällige Aneinanderreihung von allem was in der Welt falsch läuft, anstatt wie intelligente Anekdoten, die erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregen, wie man es vom Känguru sonst gewohnt ist.
Das Känguru ist zurück, aber ist vom Kommunismus zum Liberalismus gewechselt. Die lustige und anstößige Art und Weise mit der das Känguru einst die Abschaffung des Kapitalismus forderte, und sich dabei auch mal positiv auf die DDR oder Stalin bezog, ist verschwunden. Übrig geblieben ist ein Känguru das "Tax the rich" als radikal versteht.
Auch ist es enttäuschend das andauernd reale Politiker genannt werden und sich auf aktuelle Ereignisse bezogen wurde, während die vorherigen Bände eine Fiktion darstellten.
Als großer Känguru Fan habe ich mich sehr auf den neuen Band gefreut und wurde unfassbar enttäuscht.
Das Werk hat mich dazu angeregt, über das Verhältnis von Mensch und Umwelt nachzudenken. Ich sehe da für Kai-Uwe gute Chancen beim deutschen Buchpreis der Ullstein Buchverlage in der Kategorie sprechendes Tier!
Aus dem kommunistischen Känguru und dem anarchistischen Marc-Uwe Kling sind zwei liberale und grünenwählende Gutmenschen geworden. Ne, ernsthaft: was soll das?
Nichts an diesem Buch ist gut, wirklich rein gar nichts. Die Witze sind schlecht. Die wirklich lustigen Sachen aus den vorherigen Teilen kommen nicht vor. Kein einziger Vietcong-Witz im gesamten Buch. Der Pinguin kommt nicht vor. Der Koala ebenfalls nicht. “KENNEN SIE DIESEN MANN??” auch nicht. Nur die Schnapspralinen und die Hängematte durften bleiben. Alles andere scheint wohl zu radikal gewesen zu sein.
Wie gesagt, die Witze sind ne Katastrophe. Also wirklich. Es gibt unterdurchschnittliches Niveau, worüber man trotzdem lachen kann, und es gibt Leute, die Friedrich Merz als Gurke bezeichnen und glauben, das sei eine krasse Pointe. Ne, sorry. Nichts daran ist lustig. Und auch nicht originell. Ich hatte sowieso das Gefühl, dass ich die Hälfte der Sprüche schon irgendwo ähnlich oder gar genau so gehört habe (Shout-out an Simon David Dreßler an der Stelle).
Außerdem? Was passiert eigentlich in dem Buch? Es ist noch nicht so lange her, dass ich die ersten vier Teile gelesen habe, und dort waren das Känguru und Marc-Uwe ständig auf Reisen, haben neue Leute kennengelernt oder Demos angemeldet. Und hier ist der Inhalt quasi nicht vorhanden. Ernsthaft. Das Känguru plant eine Vernissage. Ok. Herta startet einen Podcast. Cool. Dann geht es in einem Kapitel auf eine AfD-Veranstaltung und im vorletzten Kapitel hält das Känguru eine Rede auf einem Abschlussball. Das. War’s. Im gesamten Buch wird dann eigentlich nur das ständig wiederholt, vor allem das Aufnehmen von Podcast-Folgen wird zigmal durchgekaut. I mean I get it, nach vier Teilen vorher gehen einem irgendwann die Ideen aus. ABER DANN SCHREIBT MAN HALT KEINEN FÜNFTEN, DER ABSOLUT BESCHEUERT IST.
Es stellt sich für mich auch die Frage, was Marc-Uwe Kling mit diesem Buch erreichen möchte. Und ja, klar, das Känguru war schon immer massentauglich, sonst hätte es sich nicht so gut verkauft. Wahrscheinlich war vieles, wenn nicht sogar alles in den Büchern sarkastisch oder übertrieben gemeint. Mag alles sein. Aber wenn ich ein Buch über ein kommunistisches Känguru und einen Anarchisten kaufe, dann erwarte ich auch, dass im Buch ein kommunistisches Känguru und ein Anarchist die Protagonisten sind. Oder, um es mit einem Kling’schen Beispiel auszudrücken: wenn ich Haribo-Goldbären kaufe, dann will ich keine Colafläschchen in der Packung und umgekehrt. Und sorry, ich hatte wirklich das Gefühl, dass man einfach nur wieder irgendwie relevant werden wollte. Oder noch mehr Geld verdienen.
Ich glaube außerdem, dass dieses Buch alles andere als funktioniert oder altern wird. Für viele Menschen waren die Känguru-Bücher ein Teil ihrer Politisierung, vor allem für jüngere Leute. Eben weil die Bücher NICHT der Mainstream waren, nicht damals und nicht heute. Und: die Reihe war außerdem überhaupt nicht in irgendeinen zeitlichen Kontext eingebettet: Ich habe alle Känguru-Bücher letztes Jahr gelesen und na klar, an manchen Stellen merkt man, dass man 8-17 Jahre alte Bücher liest, alles andere wäre ja auch komisch. Trotzdem funktionieren die Geschichten. Bei diesem Teil kann ich mit voller Überzeugung sagen: in spätestens zwei Jahren liest das kein Schwein mehr, weil es PERMANENT um aktuelles Zeitgeschehen geht , dauerhaft Politiker genamedropped werden (es sind bis auf Alice Weidel nur Männer und die wird nicht namentlich erwähnt und ist, Achtung, Lib-Witz: natürlich mitgemeint) und sich politische Situationen bekanntlich schnell ändern, und das Buch dann einfach gar keinen Sinn mehr macht. Und da frage ich mich jetzt? Warum. Warum, Marc-Uwe Kling, musst du mit diesem letzten und völlig unnötigen Teil eine komplette Reihe und Kindheit einfach so kaputt machen? Was waren die Beweggründe dafür? Gut, die Beweggründe sind klar, so oft wie das Wort “Fakten” in diesem Buch vorkommt. Aber muss man sein neues Projekt wirklich auf diese Art und Weise promoten?
Mit den ersten vier Teilen ist es Marc-Uwe Kling gelungen, eine Vielzahl von jungen Menschen auf spielerische und komödiantische Art und Weise zu politisieren. Hier kann ich mir vorstellen, dass das Gegenteil der Fall ist. Das Buch liest sich wie ein schlechtes, nicht fundiertes Sachbuch, bei dem der Autor versucht, auf Krampf lustig zu wirken. Müsste man diejenigen, die es als’ total witzig’ und ‘richtig gut’ oder gar als ‘den besten Teil’ empfunden haben, in ein Sinus-Milieu einordnen, würde man wahrscheinlich bei einem Millenial zwischen 28 und 35, der oder die in Berlin-Mitte (oder Kreuzberg) in einer viel zu teuren, beige eingerichteten Altbauwohnung mit Fahrrad als Deko an der Wand und Siebträgermaschine in der Küche haust und zwei Kinder hat, die nur mit dem Montessori-Holzregenbogen und den überteuerten Stapelsteinen spielen dürfen, rauskommen. Alternative wäre die gleiche Altersklasse, aber mit altem Hof und Haus auf dem Land, das komplett renoviert und dem der ganze Charme genommen wurde. Hier hätten die zwei Kinder immerhin noch eine Matschküche zum Spielen. All diese Menschen wählen natürlich die Grünen und sind fest davon überzeugt, dass es noch eine, NUR NOCH EINE Lichterkette gegen Rechts braucht und DANN, JA DANN werden alle AfDler freiwillig umdenken und merken, wie beschissen eigentlich alles ist. Zu 100% wird das passieren, garantiert. Lieber Marc-Uwe, wenn das deine Art der Rebellion ist, dann bleibe ich getrost zuhause, mach deinen Quatsch gerne alleine.
Man hört es raus: diese Art von Menschen gehen mir ziemlich auf den Sack. Und damit bin ich nicht die Einzige: diese Menschen gehen so ziemlich ALLEN auf den Sack, die nicht eins zu eins wie sie selbst denken. Und genau das ist das Problem: Damit erreicht man Niemanden. Man bleibt in der immergleichen, linksgrün-liberalen Bubble, bestehend aus homogenen weißen cis-hetero Pärchen mit viel Geld, Mitteilungsbedürfnis (obwohl ich mich da nicht rausnehme, merkt man glaub ich) und einem übergroßen moralischen Zeigefinger stecken. UND DAS SCHLIMMSTE: DIE MERKEN DAS JA NOCH NICHT MAL. Ja los, nur noch einmal alle AfDler als dumm und “FAKTENFEINDE” (????) bezeichnen, das wird bestimmt dafür sorgen, dass sich diese Leute und die REALEN Probleme, die sie haben, richtig ernst genommen fühlen und dann auch fleißig die Grünen wählen werden. ZEITENWENDE GARANTIERT!
Ach ja, und für alle, die bis hierhin gelesen haben: Ein kommunistisches Känguru hätte sich mit Sicherheit zu den andauernden Völkermorden in Palästina, Sudan, Kongo und dem Krieg im Iran geäußert. Gut, Letzterer ist zugegeben wirklich sehr kurz vor Veröffentlichung von den USA und Israel begonnen worden, aber der Rest??? KEIN WORT IM GESAMTEN TEXT!! Ach ja, und Marx und linke Philosophen kommen nur an einer einzigen Stelle vor. UND IN DER WERDEN SIE KRITISIERT.
Für eine WG aus einem Anarchisten und einem kommunistischen Känguru ganz schön linksliberal, geradezu sozialdemokratisch. Und viel zu politisch. Äh...was? Nun, das Schöne an den alten Känguru-Büchern ist, dass sie geschrieben wurden als ich ein Kind war und jetzt bin ich erwachsen, aber die subtilen politischen Anspielungen funktionieren immer noch. Außerdem haben sie den ganz tollen Effekt, dass sie immer lustiger werden, je erwachsener und je linker man selbst wird, weil man dann mehr der *subtilen* politischen Anspielungen versteht. Dieses Buch hingegen ist alles andere als subtil, es ist sehr explizit, Politiker, Parteien und konkrete politische Vorschläge werden mit Namen genannt und erklärt, ganz ehrlich, dieses Buch hätte auch ein Podcast der Linkspartei sein können (nur 10x lustiger). Es wird vor allem argumentiert und zwar pro soziale Reformen. Und don't get me wrong, ich bin auch sehr pro und alles was Menschen mehr Klassenbewusstsein gibt finde ich supi, es fühlt sich aber nicht an wie die alten Bücher, sondern, nun ja, das was Marc-Uwe halt so auf Youtube macht. Und ja, es geht in dem Buch darum, gegen die aktuellen Zustände zu rebellieren (schreib mich auf deine Liste, Marc-Uwe), deswegen hat es schon Sinn, diese Zustände auch anzusprechen, ich hätte mir aber ein bisschen weniger Argumente vorkauen und mehr revolutionäres kommunistisches Känguru gewünscht, das Buch heißt Rebellion, aber eine Rebellion der Reformen, was soll das sein? Und ja ich weiß der Diskurs ist extrem nach rechts verschoben, deswegen müssen wir bei Basics wie tax the rich anfangen, aber dann schreib halt über einen sozialdemokratischen Koalabären und nicht über ein kommunistisches Känguru. Außerdem wurden keine Nazis geboxt :/ Na ja. War trotzdem lustig :)
1. Hören: Ich liebe es! Besser als der 4. Band. Brandaktuell – klarer Bezug zu aktuellen politischen und popkulturellen Ereignissen. Dadurch stellt sich natürlich auch die Frage, ob das Ganze gut altern kann, aber das werden wir in ein paar Jahren sehen.
Mir hat es richtig gut gefallen und ich werde es bald noch einmal hören, habe beim ersten Hören bestimmt noch einiges verpasst.
Der neue Teil wirkt in vielerlei Hinsicht wie ein Schatten seiner selbst. Viele Pointen aus den früheren Büchern werden noch einmal aufgewärmt – wie auf einem Greatest-Hits-Album. Nachdem diese vertrauten Gags jedoch recht schnell aufgebraucht sind, bleibt vor allem eines übrig: recht vorhersehbare linksliberale Kritik.
Der „Ausländer“ erfährt, dass er hier letztlich geduldet wird, weil ohne ihn das Gesundheitssystem kollabieren würde. Gleichzeitig halten der anarchistische Autor und das kommunistische Känguru ausgerechnet das Grundgesetz als Bollwerk gegen die AfD hoch. Angesichts dessen hätte vielleicht tatsächlich der sozialdemokratische Koala besser in diesen Teil gepasst.
Mehrfach wird darüber lamentiert, dass im politischen Diskurs einfach mehr Fakten nötig seien, um Rechte zu entzaubern. Daneben erfährt man noch, dass Söder Weißwurst mag. So quält man sich durch wirklich peinlich bürgerliche Kritik am Weltgeschehen.
Am Ende bleibt als Fazit vor allem: Die AfD ist schlecht – und das ausgerechnet wegen ihres mangelnden Nationalismus – schließlich lässt sie sich ja von Russland und China steuern, anstatt endlich Politik für das deutsche Volk zu machen.
dicke enttäuschung. bin tatsächlich einfach sprachlos wie sehr man so sein wirken in die Tonne treten kann. Der Grips und die coolen Takes der ersten vier Werke wirken als Vergleich wie von einem komplett anderem Autor.
wir haben name drops von Politikern und es wird uns gezeigt wie ekelhaft diese Menschen sind. Wow... no shit. Ich weiß nicht, was sich Kai-Uwe von seiner Leserschaft erwartet, aber ich denke doch, dass der überwiegende Teil der Leser Politisch gebildet ist und nicht so ein lazy real life retelling braucht.
Das Känguru ist auf einmal Bestenfalls noch ein Sozialdemokrat und das ist wirklich das enttäuschendste.
you know shit's bad wenn nicht mal Marc-Uwe Kling es noch lustig machen kann...
Ich war so froh, neues vom Känguru zu bekommen, aber leider bin ich enttäuscht. Die originalen Bücher waren lustige Anekdoten, die mehr oder weniger aufeinander aufbauen, und nebenbei werden politische, philosophische etc. Konzepte verhandelt. Im Gegensatz dazu ist Die Känguru Rebellion eine große Beschwerde über alles, was falsch läuft in der Welt. Das ist natürlich sehr verständlich und berechtigt, aber es fehlt jegliche Feinheit oder Abstraktion. Den Leser:innen wird kein bisschen selbstständiges Denken mehr zugetraut. Und der Aufruf zur Rebellion scheint mir insgesamt wenig effektiv. Wie auch Marc-Uwe dem Känguru sagt: Du predigst den Gläubigen. Es macht einfach nicht wirklich Spaß, sondern ist einfach nur deprimierend.
Wenn man Kling seit einiger Zeit verfolgt, ist vieles leider sehr bekannt aus Bühnenprogrammen, Comics etc.
Dem Buch fehlt, die sonst so zeitlose, Gesellschaftskritik, die witzig verpackt ist, da es größtenteils auf Aktuelles zurückgreift. Das Buch wird dadurch sehr apelllastig und verliert an tieferer Gewitztheit.
In Summe ist das Buch, verglichen mit anderen Büchern von Kling enttäuschend, aber das ist meckern auf hohem Niveau
Bin enttäuscht 280 Seiten Flachwitze erzählt zu bekommen, ist erstaunlicherweise nicht lustig. Marc-Uwe Kling ist mental komplett bei Hertha in die Eckkneipe eingezogen. Dementsprechend ist leider auch das Niveau, absolut Kneipenlevel. Kennt ihr diese Leute, die einen Witz erzählen und dann selber am meisten drüber lachen? So ungefähr las sich das Buch. Selbst eine Geschichte war nicht mehr vorhanden. Zudem hatte ich den Eindruck, dass lediglich auf alles gewettert wurde, was offiziell legal und angesagt ist. Das die BRD beispielsweise an einem Oben-rechts-Rechtspopulismus krankt, davon fiel kein Wort, Dieser Rebellion jedenfalls fehlte jeglicher Biss. Falls man nichts dazu lernen möchte, ist dieses Buch bestens dafür geeignet.Es schmeichelt höchstens einer entsprechenden, evtl vorhandenen kognitiven Dissonan
Was habe ich mich gefreut, als der neue Känguru-Teil angekündigt wurde. Denn das aktuelle Weltgeschehen schreibt die Realsatire fast selbst, sodass ich gespannt war, was der Autor aus den Themen macht.
Leider kann diese Fortsetzung aus meiner Sicht nicht ganz an die ersten Bände anschliessen, weil sich der Stil für mich deutlich anders angefühlt hat. Während die früheren Teile ein richtig guter Mix aus humorvoller Situationskomik, Wortspielen und geistreicher Gesellschafts- und Politikkritik waren, war dieser fünfte Band im Grunde nur noch eines: Kritik an Gesellschaft und Politik.
Viele Themen – wie etwa fossile Brennstoffe oder KI – werden immer wieder aufgegriffen, sodass ich am Ende das Gefühl hatte, der Autor wolle seine Botschaften mit dem Presslufthammer in unsere Köpfe hämmern. Und ganz ehrlich: Der Grossteil der Fangemeinde der Känguru-Chroniken stammt ja vermutlich ohnehin aus der linken Bubble (mich eingeschlossen). Deshalb frage ich mich ein bisschen, was sich Kling davon erhofft hat. Diejenigen, die sich mit diesen Themen noch nicht auseinandergesetzt haben, gehören vermutlich ohnehin nicht zur Zielgruppe des Buches.
Schade fand ich auch, dass die Botschaften nicht mehr so humorvoll verpackt sind, sondern teilweise fast wie Monologe daherkommen, die eher an einen Vortrag erinnern. Dass Kling bzw. das Känguru dabei immer wieder Fact Sheets aus der Tasche (oder dem Beutel ;)) ziehen und vorlesen, hat es für mich nicht besser gemacht. Teilweise wirkte das wirklich wie ein Ablesen von nackten Fakten, was ich so von früheren Känguru-Büchern nicht gekannt habe.
Auch Herta hat sich für mein Empfinden ziemlich verändert: Von der eher einfältigen, aber liebenswerten Barbesitzerin hin zu jemandem, der gefühlt nebenbei ein Politikwissenschaftsstudium absolviert hat und jetzt in eloquenter Art ihre Weisheiten in einem Podcast zum Besten gibt. Das passt für mich einfach nicht mehr so recht zu der Figur, deren „geistreichster“ Standardspruch früher mal war: „Es jibt sone und solche, und dann jibt es noch janz andre, aba dit sind die Schlimmstn.“
Es gab dazwischen aber zum Glück auch ein paar wenige Kapitel, die mich trotzdem zum Schmunzeln gebracht haben. Allen voran, waren das die Kapitel, die neu aus Sicht des Kängurus geschrieben wurden, das auf herrlich sarkastische Art seine Wahrnehmung zu früheren oder aktuellen Sachverhalten schildert. Als es noch einmal das Kennenlernen mit Marc-Uwe im 1. Känguru-Teil schildert, habe ich beinahe Tränen gelacht. Aber leider bleiben solche Szenen dieses Mal aber eher die Ausnahme.
Was ich ebenfalls schade fand: Das Buch ist viel stärker am aktuellen Zeitgeschehen dran als die Vorgänger. Kling nimmt dabei immer wieder dieselben deutschen Politiker aufs Korn – allen voran Merz, Spahn und Söder. Dadurch wirkt das Ganze ziemlich zeitgebunden, und ich kann mir vorstellen, dass sich das Buch in 10 oder 15 Jahren nicht mehr so gut lesen lässt, wenn vermutlich schon die nächsten politischen Übeltäter:innen nachgerückt sind.
Zudem war mir der Fokus dieses Mal ein bisschen zu sehr auf die deutschen Politiker:innen gerichtet. Die Bücher sind ja in der gesamten DACH-Region erschienen, und ich als Schweizerin weiss zwar, dass Merz der aktuelle Bundeskanzler ist, aber die restlichen Politiker wie Jens Spahn oder Markus Söder haben mir nur vom Namen her was gesagt. Deshalb haben mich die Kapitel über die oben genannten Politiker relativ rasch gelangweilt, denn um die Kritik zu verstehen, müsste man schon vertrauter mit der Deutschen Politik sein. Und das war in den vorherigen Bänden definitiv anders.
Fazit: Alles in allem war „viel Schönes dabei“, aber mir haben diesmal der Humor und die Leichtigkeit gefehlt. Stattdessen wirkte vieles etwas zu belehrend und zu stark auf die aktuelle deutsche Politik fokussiert.
Ich rebelliere gegen die Zustände der politischen Gesinnung des Kängurus und Marc-Uwes! Nee, aber mal ernsthaft: Wie kann es sein, dass die zwei Protagonisten, ein Anarchist und ein Kommunist, im fünften Teil der Reihe, der sich im Übrigen, Känguru-REBELLION nennt, plötzlich zu gemäßigten Sozialdemokraten werden?? Das Buch liest sich wie ein schlechtes Sachbuch, in dem einem ein linksliberaler Take nach dem anderen an den Kopf geknallt wird. Nichts an dem Roman war literarisch, die Witze waren entweder geklaut oder schlecht oder beides, die vertretenen Standpunkte absolut lauwarm und das ständige Pochen auf Factchecking, als wäre es die Lösung aller Probleme, war irgendwann kaum mehr auszuhalten. Es hat sich alles eher wie Promo für das neue Fun Facts-Format von Marc-Uwe Kling angefühlt und hat mal wieder bewiesen, dass Geld und Erfolg Künstler*innen wohl doch sehr im Negativen beeinflussen kann: Systemkritik ist anscheinend doch nur geil, bis man selbst vom System profitiert. Ich wollte dem Roman übrigens auch eigentlich zwei Sterne geben, weil ich es erst nicht übers Herz gebracht habe, es noch schlechter zu bewerten, allerdings hat das letzte Kapitel dann doch noch geschafft, mir den letzten Lebenswillen zu rauben.
Aller Kritik sei noch mehr Kritik vorangestellt: wo ist der Shredder??? Flugstunden Flugschmunden. Erzähl das deiner Oma.
Ansonsten fehlte mir hier irgendwie der Biss. Die Känguru-Chroniken glänzen ja eigentlich durch ihre durchwachsenen politischen, historischen und philosophischen Referenzen, die man auch gerne noch selbst mit abgeschlossenem Studium der Geisteswissenschaften nicht alle greifen kann. Hier hingegen habe ich mich ein wenig verraten gefühlt.
Fern war es sowohl Protagonist als auch Side Kick in der Vergangenheit, irgendetwas vorzukauen, jetzt aber fällt es mir schwer, den Geschichten noch etwas intellektuelle Tiefe abzugewinnen. Känguru und Marc-Walter sind verdächtig oft einer Meinung und aus dem anarchischen Känguru ist ein sich mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung zufrieden gebendes Beuteltier geworden. Könnte auch ein Koala sein.
Normalerweise lese ich Bücher, aber beim Känguru mache ich eine Ausnahme - das gibt es auf die Ohren. Einige andere haben ja schon angemerkt, dass dieser fünfte Band mit dem kommunistischen Beuteltier weniger bissig und anarchisch ist, als das Frühwerk des Kleinkünstlers. Vielleicht liegt es daran, dass Kling eben auch kein verhungernder Poetry-Slammer mehr ist, sondern inzwischen ein bestimmt auch finanziell recht erfolgreicher Autor, der auch schon "richtige" Bücher verkauft hat.
Aber auch wenn das Känguru etwas milder geworden ist: Das meiste ist immer noch umwerfend komisch, und hat aktuellen Bezug. Und Marc-Uwe Kling liest das Buch wieder brilliant - auch die Kapitel, die nicht von ihm, sondern vom Känguru stammen. Für 4 Sterne reicht es locker...
Das Hörbuch „Die Känguru-Rebellion“ von Marc-Uwe Kling ist wie immer politisch, pointiert und vor allem sehr witzig und kurzweilig.
Diesmal hat das Känguru endgültig genug von der Weltlage, von Merz und von Spahn und ruft zur Rebellion auf, natürlich nicht ohne die gewohnt absurden Dialoge mit dem Kleinkünstler. Inhaltlich bleibt das Konzept vertraut: viele kleine Anekdoten statt einer durchgehenden Handlung. Besonders gut funktioniert das für mich wie immer das Hörbuchformat, weil Marc-Uwe Kling selbst liest. Wie schon bei den vorherigen Teilen bringt er das Timing, die Betonung und die kleinen Nuancen perfekt rüber. Etwas irritierend könnte zwischendurch für manche das Lachen des Live-Publikums sein, mich hat das aber nicht gestört.
Ich habe mich beim Hören durchgehend gut unterhalten gefühlt. Das Hörbuch ist witzig, kurzweilig und trifft oft genau den richtigen Ton zwischen Humor und Gesellschaftskritik. „Die Känguru-Rebellion“ ist damit genau das, was man erwartet und genau das, was man in dieser Reihe auch haben möchte.
Das Känguru ist zurück und im Beutel hat es wieder eine folgerichtige Idee: Lass uns doch eine Rebellion gegen die Zustände anfangen. Eine fatale Wette später versuchen Marc-Uwe und das Beuteltier überall, wo es sie hintreibt, Anhänger zu finden. Es ist so weit! Niemand hat jahrelang damit gerechnet, dass das nette Känguru aus der Nachbarschaft noch einmal vorbeispringen würde. Doch sobald sich die frohe Kunde einer Fortsetzung mittels Buschfunk verbreitet hatte, waren Überraschung und Freude groß, die Erwartungen größer. Nach dem fulminanten Finale in der Offenbarung und den zusammengewürfelten, herrlichen Episoden der gottgleichen Apokryphen ruft Marc-Uwe Kling, seines Zeichens Kinderbuchautor, zum Widerstand gegen die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zustände auf. Kongenial spricht mal wieder der Autor das Hörbuch selber ein und beim Klang der Stimme des Kängurus fangen Steine zu weinen an – vor Freude und Genuss natürlich. Schlagfertig mit logischen Argumenten ausgerüstet stellt sich das Duo gegen Rechte und Konservative. Jedes Mal hat man das Bedürfnis laut zu applaudieren und wünscht sich gleichzeitig, genauso gekonnt reagieren und schlagfertig sein zu können. Nichtsdestotrotz sind die wortschwallartigen Monologe doch überproportional häufig vertreten und thematisch zu ähnlich, sodass ein Eindruck von Redundanz entsteht. Davon und den immer gleichen Handlungsorten unterstützt fühlt sich der fünfte Band zunehmend statischer an. Wirklich frische Ideen wie die Rebellion voranzutreiben oder des Kängurus Vernissage haben für seltene Abwechslung gesorgt. Leider gab es für mich überwiegend Schmunzler, erhofft hatte ich mir aber mehr Momente, in denen ich selbst in der Straßenbahn laut aufgelacht hätte. Das ändert natürlich nichts an den formidabel formulierten, punktgenauen Äußerungen, von denen man sich wünschen würde, viel mehr Menschen würden sie lesen und zum Umdenken bringen. Doch – und jetzt lege ich für fünf Sekunden den Kopf auf die Tischplatte – wenn wir ehrlich sind, diese Leute wird der Text nicht erreichen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der neue Känguru-Stoff durchaus Spaß macht und ich ihn nicht missen wöllte, jedoch meine Erwartungen nicht erfüllt hat.