Was passiert, wenn eine gefühlsresistente Spitzenmanagerin ein Achtsamkeitstraining bei einem Coach absolvieren muss, der selbst in einer Sinnkrise steckt? Maxim Leos rasend komischer und tief berührender Roman über die Suche nach dem richtigen Leben und den Weg zu uns selbst.
Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig, dass sie fachlich hochkompetent ist – aber menschlich eine ziemliche Katastrophe. Weshalb sie zum Coaching in ein Brandenburger Schloss geschickt wird – zu Alex Grow, dem berühmten Seelenflüsterer.
Was niemand weiß: Seine Academy steht kurz vor dem Bankrott und Alex hat selbst mit Panikattacken zu kämpfen. Marlene ist seine letzte Hoffnung, denn im Erfolgsfall winkt ein Großauftrag der Aviola. Doch die Klientin bleibt skeptisch und verschlossen – bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen auftauchen, die Marlenes Augen und Herz öffnen und sie erahnen lassen, was am Ende wirklich zählt.
Der Roman „Einatmen. Ausatmen.“ beginnt mit einer eher satirischen Ausgangslage: Marlene Buchholz, fachlich brillant, menschlich jedoch schwierig, soll Vorstandsvorsitzende eines großen Konzerns werden und wird dafür in ein Coaching auf ein abgelegenes Schloss geschickt. Dort trifft sie auf Alex Grow, einen gehypten Coach, dessen Methoden für ihn selbst aber so gar nicht funktionieren. Gerade dieser Einstieg hat mir gut gefallen. Die ganze Coaching-Welt wird zunächst mit Witz betrachtet, die Figuren wirken bewusst überzeichnet und sie treten in unterhaltsame Fettnäpfchen.
Im Verlauf entwickelt sich die Geschichte allerdings in eine andere Richtung, als ich nach der Leseprobe erwartet hatte. Aus der bissigen Satire wird zunehmend ein ernsthafterer Roman über persönliche Entwicklung, Selbstreflexion und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Das hat durchaus seinen Reiz, auch wenn ich es etwas schade fand, dass die anfängliche kritische Auseinandersetzung mit der Coaching-Welt im weiteren Verlauf in den Hintergrund tritt. Der Roman liest sich allerdings insgesamt flüssig, die kurzen Kapitel und viele kleine, oft humorvolle Einfälle machen das Lesen angenehm leicht.
Insgesamt ist „Einatmen. Ausatmen.“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre, die sich schnell wegliest und mit charmanten, teils skurrilen Episoden punktet. Auch wenn der Roman nicht ganz die satirische Schärfe beibehält, die er zu Beginn andeutet, bleibt er bis zum Schluss eine angenehme und durchaus berührende Geschichte.
Was mir an “Einatmen. Ausatmen.” von Maxim Leo so gut gefallen hat? Dass es irgendwie ein bisschen drüber ist und gleichzeitig total authentisch. Marlene ist eine unempathische Over-Achieverin, die von ihrem Chef zu einem Achtsamkeitsseminar verdonnert wird. Sie soll nämlich seine Nachfolgerin werden, aber so, wie sie sich aktuell gegenüber den Mitarbeitern verhält, wird das nichts… Alex Grow (Marlene kommt der Name gleich merkwürdig vor) ist ein erfolgreicher Coach und soll die baldige CEO zu einem besseren Menschen machen. Diese möchte das Seminar so schnell wie möglich hinter sich bringen und das möglichst komplikationslos. Also quasi eine Win-Win-Situation, oder? Auch Alex hat ein paar Themen, mit denen er schon lange kämpft und bei denen er andere überaus kompetent berät und gleichzeitig bei sich selbst versagt. Wachstum ist meistens nicht ohne Komplikationen möglich und dabei entstehen in diesem Roman die ein oder anderen schrägen Situationen.
Maxim Leo entlarvt mit scharfem Blick die Achtsamkeits- und Coachingszene, aber nimmt auch den Willen zur Selbstoptimierung aufs Korn. “Einatmen. Ausatmen.” ist dabei trotzdem ernst zu nehmen und hat mich auch zum Nachdenken angeregt.
Marlenes Entwicklung wirkt total authentisch und sie verliert nichts von ihrer Direktheit, aber der Ton verändert sich. So unsympathisch, wie sie mir am Anfang war, so sympathisch war sie mir am Ende.
Das Cover gefällt mir unglaublich gut und gehört wahrscheinlich zu den schönsten in meinem Bücherregal! Und die Stimmung des Gemäldes passt auch gut zum Inhalt des Buches.
Ich gebe zu, ich habe das Buch wegen seines Covers gekauft (well done, Kiepenheuer & Witsch) – und es nicht bereut. Einzig der Eindruck, dass der Autor seine Figuren nicht ernst nimmt, hat mich etwas irritiert. Sonst sehr gelungen.
„Wenn du wüsstest, wie es manchmal in mir aussieht, du würdest wegrennen, so schnell du kannst.“ (S. 63) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Marlene wird von ihrem Arbeitgeber dazu angewiesen, an einem Achtsamkeitsseminar auf Schloss Schönelinde teilzunehmen - sonst kann sie die CEO-Stelle vergessen. Widerwillig fährt sie nach Brandenburg und macht dort die Bekanntschaft mit Alex Grow, dem Chef dieses Feel-Good-Etablissements. Er steckt allerdings gerade selbst in einer kleinen Sinnkrise. Fügt man dem Ganzen noch ein Wildschwein, einen Hausmeister und ein Mädchen hinzu, erhält man einen kuriosen Roman, der mich wirklich positiv überrascht hat! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ „Einatmen. Ausatmen.“ hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Ich bin durch die 29 (eher kurzen) Kapitel geflogen und habe das Buch innerhalb von 24 Stunden ausgelesen. Marlenes und Alex POV wechseln sich ab, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch konnte ich es mir auch als Hörbuch sehr gut vorstellen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Auch wenn manche psychologischen Prozesse vielleicht hier und da etwas verkürzt dargestellt wurden, fand ich Marlenes Entwicklung toll. Das Buch hat einen fein ironischen Tonfall, ist humorvoll und auch berührend. Der Plot hat mich sehr gut unterhalten und ich habe mich sehr über den Epilog gefreut. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Die Haupt- aber vor allem auch die Nebencharaktere schließt man schnell ins Herz. Hausmeister Mattissen und das Mädchen Connie fand ich wirklich toll. Generell konnte mich das Achtsamkeit-Schloss-Setting definitiv überzeugen. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Von mir gibt es auf jeden Fall eine große Leseempfehlung! Mit knapp 250 Seiten schon ein gutes „Snackbuch“, das ich gerne mit dem Wort „liebenswert“ beschreiben würde. Absolute Cover-Liebe ✨ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Für mich ein kleines Überraschungshighlight! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4,25/5 ⭐️
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Unangefragtes Rezensionsexemplar I Vielen Dank @kiwi_verlag ♥️
“Es erschien ihr seltsam und total übergriffig, andere Menschen mit ihren Gefühlen zu belästigen.”
Der Personalrat läuft stürm: Marlene, Ende dreißig, erfolgreiche Managerin, steht kurz davor CEO der Firma Aviola zu werden, für deren Erfolg sie seit Jahren maßgeblich mitverantwortlich ist. Für die Mitarbeitenden ist die Karrierefrau ein Graus. Wer nicht funktioniert, wird eiskalt zu Rechenschaft gezogen. Bei sexuell übergriffigem Verhalten von Kollegen kann man nicht mit Marlenes Unterstützung rechnen. Um die Übernahme der Führung dennoch zu garantieren, schickt ihr Noch-Chef Marlene auf ein zweiwöchiges Coaching-Retreat in der "Academy". Die "Academy" gelang durch das Coachen berühmter Persönlichkeiten an Ruhm, Gründer Alex Grow (natürlich ist das nicht sein bürgerlicher Name) verliert aber langsam das Feuer, Nach mehreren Panikattacken steht es schlecht um seine Firma. Da kommt es ganz gelegen, dass der Aviola-Chef verspricht, bei einem erfolgreichen Coaching Marlenes, das gesamte Firmenprogramm mit der "Academy" aufziehen zu wollen. Doch dann kommt alles ganz anders als geplant, woran nicht zuletzt ein angeschossenes Wildschwein und ein paar Waldbesetzer einen Beitrag haben.
Maxim Leos neuer Roman "Einatmen. Ausatmen." ist witzig-skurril. Schon auf den ersten Seiten begegnen dem Leser wandelnde Klischees (Karrierefrau und Coaching-Guru), die aber so überzeichnet sind, dass niemand auch nur eine Sekunde lang glauben mag, dass Leo es hier Ernst meinen kann. Sämtlich Stereotype aus der Selbstfindungsszene lassen sich gerade im ersten Teil des Romans wiederfinden. Hier hat jemand seine Recherchearbeit gemacht! Gleichzeitig möchte "Einatmen. Ausatmen." aber mehr. Der Roman hat Tiefgang, auch wenn sich dieser zwischen den lustigen Szenen verstecken mag. Es geht um nicht weniger als die Frage, was das Glück eigentlich ist und wie wir es finden können - auch jenseits der Retreats und digitalen Coachingangebote.
Leider gelingt es dem Autor dann aber doch nicht, eine klare Position zu beziehen. Möchte er mit seinem Buch die Coaching-Szene kritisieren oder bestätigen? Zunächst scheint es ein Verriss zu sein. Die Figuren pointiert-überspitzt, der Guru erkennt selbst, dass seine Methoden bei ihm nicht mehr wirken. Marlene wird nicht durch Achtsamkeitsübungen auf der Yoga-Wiese, sondern durch ihre ganz eigenen Begegnungen in der Brandenburger Wildnis innerlich bewegt. Dann aber gibt es doch wieder Szenen wie etwa die Aufstellungsübung, in der die Wirkung des Achtsamkeitstrainings in den Vordergrund rückt. Alle Figuren sind auf ihre Weise suchend. Genauso wie diese Suche an unterschiedlichen Orten im Roman endet, könnte auch die fehlende Positionierung ein Hinwies darauf sein, dass Yoga, Atmen und Gespräche eben für den einen funktionieren und für die andere nicht. Ob ich Marlene ihren Wandel abnehme? Da bin ich mir noch unschlüssig. Oft wirkte ihre Umkehr für mich zu "passend":
Nicht nur in Bezug auf die Figurenentwicklung, auch mit Blick auf die Details hätte ich mir manchmal eine genauere Ausarbeitung gewünscht. Nebenfiguren und -handlungen wirkten auf mich oft so, als stellten sie in erster Linie Funktionselemente dar. So bleibt zum Beispiel Alex Freundin lange blass, Auch wenn sie am Ende mehr Raum bekommt (und sich das in der Story begründen lässt), wird hier viel verschenkt, was spannend zu erzählen wäre. Etwa, wie sich ihre Unsicherheit und ihre Kritik an Alex genau auswirken. Viele Nebenaspekte werden auch nur noch schwach oder gar nicht mehr aufgegriffen, wenn sie für den Haupthandlungsstrang an Bedeutung verlieren. Hier hätten ein paar Seiten mehr nicht geschadet.
Insgesamt erzählt "Einatmen.Ausatmen." eine ganz nette Geschichte, die man gut zwischendurch lesen kann. Vieles bleibt aber an der Oberfläche. Das fand ich schade.
Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.
Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Ihr Privatleben existiert nicht, Mitgefühl für ihre Mitarbeiter kennt sie nicht wirklich. Für sie zählt nur der maximale Erfolg. Dass sie bei den Kollegen nicht wirklich beliebt ist und als empathielos gilt, ergibt sich von selbst. Trotzdem hat sie die Firma Aviola zum Erfolg geführt, deren neue Vorstandsvorsitzende sie werden soll. Doch bevor sie den Job endgültig bekommt, muss sie auch auf menschlicher Ebene überzeugen. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar ins Brandenburgische geschickt. Der berühmte "Seelenflüsterer" Alex Grow soll sie zu mehr Mitgefühl und Einfühlungsvermögen bekehren. Doch er steckt im Moment selbst in einer existentiellen und finanziellen Krise. Falls er es jedoch schafft, Marlene zu einer empathischen Frau umzuwandeln, winkt ihm ein Großauftrag von Aviola.
Das erste Drittel hat mir sehr gut gefallen. Man lernt die zwei Hauptprotagonisten kennen, die beide an einem Punkt im Leben angelangt sind, der sie fordert. Marlene ist alles andere als begeistert vom Coaching, welches sie über sich ergehen lassen muss, um die gewünschte Beförderung zu erhalten. Alex steckt hingegen in einer Finanzkrise, nachdem er in seinem Schloss auch die vorzeigbaren Mitarbeiter wie Ayurveda-Köche, Yogalehrer und Atemtrainer eingestellt hat. Zusätzlich leidet er unter Bindungsangst, was niemand wissen darf.
Der flüssige und detailreiche Schreibstil und die Situationskomik des Autors hat mich schon in "Wir werden jung sein" überzeugt. Sein neuer Roman ist eher ruhig und lebt von den Begegnungen und Handlungen der Figuren. Abwechselnd wird aus der Sicht von Marlene und Alex erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und lernt Marlene und Alex sehr gut kennen. Aber auch die Nebenfiguren wurden mit viel Liebe gezeichnet, wie die Naturschützerin Connie oder Hausmeister Mattissen. Der trockene Humor hat mir sehr gut gefallen, der allerdings im Laufe des Buches etwas nachlässt. Der Autor nimmt die Branche gekonnt aufs Korn. Dabei wirken manche Handlungen etwas überspitzt. Marlenes "Verwandlung" kam mir etwas zu schnell und das Ende bietet nicht wirklich eine große Überraschung. Trotzdem fand ich den Roman sehr unterhaltsam und die Aussage, dass es für Veränderungen nie zu spät sei, kann ich nur unterstreichen.
Fazit: Ein ruhiger und humorvoller Roman über Selbstfindung, der nicht nur gut unterhält, sondern auch nachdenklich macht - jedoch nicht zu tief geht.
Klappentext: Marlene Buchholz soll Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig, dass sie fachlich hochkompetent ist – aber menschlich eine ziemliche Katastrophe. Weshalb sie zum Coaching in ein Brandenburger Schloss geschickt wird – zu Alex Grow, dem berühmten Seelenflüsterer. Was niemand weiß: Seine Academy steht kurz vor dem Bankrott und Alex hat selbst mit Panikattacken zu kämpfen. Marlene ist seine letzte Hoffnung, denn im Erfolgsfall winkt ein Großauftrag der Aviola. Doch die Klientin bleibt skeptisch und verschlossen – bis ein verletztes Wildschwein, ein schüchterner Hausmeister und ein dreizehnjähriges Mädchen auftauchen, die sie erahnen lassen, was im Leben wirklich zählt.
„Einatmen. Ausatmen.“ Ist der neue Roman von Maxim Leo. Mit seinem Roman „Wir werden jung sein“ hat mich Maxim Leo begeistert, jetzt war ich schon sehr gespannt auf sein neues Werk.
Im Mittelpunkt steht Marlene Buchholz, ihr steht eine Karriere im Aviola-Konzern bevor. Ihre Kompetenz spricht für sie, doch vom Charakter passt es nicht ganz. So ist ein Coaching bei Axel Grow ihre letzte Hoffnung. Für Alex Grow ist ein erfolgreiches Coaching von Marlene Buchholz die letzte Hoffnung. Er braucht Erfolg für einen größeren Auftrag, sonst steht es um seine Academy schlecht.
Die Geschichte wird in einem ruhigen Ton erzählt und doch taucht man recht schnell und tief in die Geschichte ein. Die Charaktere werden gut beschrieben. Man kann bei Marlene Stück für Stück eine Veränderung in ihrem Wesen feststellen. War sie mir zu Beginn nicht richtig sympathisch, änderte sich das im Laufe der Geschichte ins Positive.
Die Geschichte lebt durch ihre Charaktere und einzelne Szenen. Wichtig ist hier das Miteinander und das sich selbst nicht immer zu wichtig nehmen.
Maxim Leo hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Er weiß mit seinen Protagonisten umzugehen.
Auch mit „Einatmen. Ausatmen.“ konnte der Autor mich wieder begeistern, auch wenn mir sein vorheriger Roman noch etwas besser gefallen hatte.
Ein erfrischendes Buch hat Maxim Leo mit dem Buch "Einatmen, Ausatmen" geschrieben. Ein Buch dass mit Humor und Leichtigkeit einen schönen cozy read beschert, welches aber auch mit leichtem Tiefgang in eine angenehme Richtung von Selbstfindung und psychologischen Ansätzen geht. Eine schöne Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang.
Es geht darum, dass Marlene ein Achtsamkeitsseminar belegen soll, damit sie die gewünschte Karriereleiter hochsteigrn kann und als Vorstandsvorsitzende agieren kann. Da sie aber als empathielos und hart wirkt, soll sie nun bei Alex dem Seelenflüsterer in einem Brandenburger Schloss dieses Seminar belegen.
Das dieser aber selber Beziehungsprobleme hat und sein Unternehmen kurz vor der Innsolvenz ist, prallen Welten aufeinander.
Nicht dass das genug ist noch einige einzigartige Charaktere geben diesem Aeminar Witz, Skurillität und Freude und dieses Buch zu einem humorvollen kurzweiligem Lesegenuss.
Der Roman von Maxim Leo gefiel mir ausgesprochen gut. Skurrile, aber irgendwie auch nachvollziehbare Persönlichkeiten, ein interessantes Setting und viele existenzielle Fragen schafften eine kurzweilige Geschichte.
Dieses Buch war schon sehr sehr nah an einem perfekten Buch für mich! Dabei ist es das erste Buch des Autors, das ich je gelesen habe.
✨Zitate
„Sie nahm die hellblaue Jeans aus der Kiste, die könnte noch passen. Auch die T-Shirts schienen okay zu sein. Aber reichten die Sachen für zwei Wochen? Kaum war diese Frage in ihrem Kopf aufgetaucht, spürte sie auch schon die Verzweiflung: Wie sollte sie das aushalten, zwei Wochen lang in dieser Laber-Akademie? Zwei ganze verdammte Wochen!“
„Es folgte eine Aufzählung kritischer Bewertungen von namentlich nicht genannten Mitarbeitern, die vor allem ihren Charakter und ihren Führungsstil infrage stellten. »Die Kollegen beschreiben Sie als unempathisch, sie haben nicht das Gefühl, von Ihnen gesehen zu werden«, sagte Dr. Finckenstein. »Etliche Mitarbeiter fühlen sich nicht motiviert, sondern unter Druck gesetzt. Von einem Klima der Kälte und Angst ist die Rede. Mit Lob sollen Sie dagegen sehr sparsam sein.«“
„Es könnte durchaus sein, dachte Marlene, dass Alex Grow einen Fake-Bauern bei irgendeiner Agentur bestellt hatte, weil er wusste, wie sehr die Stadtmenschen sich nach dem Bild sehnten, das sie von den Landmenschen hatten.“
„Nur einen Eierbecher hatte sie damals mitgenommen, dunkelblau mit weißen Punkten. Sie hatte diesen Eierbecher eher zufällig eingesteckt und freute sich jetzt manchmal, ihn zu sehen.“
✨Inhalt
Marlene ist knallharte Managerin und für die Wehwehchen und Problemchen (in ihren Augen) ihrer Mitarbeiter hat sie kein Verständnis. Leider wird ihr das zum Verhängnis und zum Hindernis auf dem Weg dazu, zum CEO ihrer Firma aufzusteigen. Kurzerhand wird sie zu Alex Grow, Deutschlands erfolgreichstem Coach, ins Achtsamkeitsseminar geschickt, um Empathie zu erlernen und eine bessere Führungskraft zu werden…
✨Meinung
Ich hatte so viel Spaß beim Lesen. Der Schreibstil ist super und ich habe eigentlich schon auf der ersten Seite gekichert. Mit der Zeit habe ich gemerkt, dass aus Gründen, die ich gar nicht so konkret benennen kann, dieses Buch einfach ein Match zu meinem Geschmack ist. Es hat mich tief berührt, zum Lachen gebracht, mich stellenweise geärgert. Ein Cocktail aus Emotionen, verpackt in eine schöne Geschichte.
Marlene ist zwar nicht unproblematisch, aber dennoch relatable. Mir war sie von Anfang an sympathisch und ich fand sie extrem witzig. Sie ist eine unbequeme Protagonistin und nicht unbedingt ein klassischer Love Interest. Sie macht eine starke Entwicklung durch und setzt sich mit ihrer Vergangenheit auseinander, insbesondere mit dem problematischen Verhältnis zu ihrer Mutter.
Man könnte sagen, dass die Entwicklung zu schnell war, aber ich sehe das nicht so. Marlene wurde in eine andere Umgebung verpflanzt und hat angefangen zu blühen.
Ich bin davon überzeugt, dass uns Menschen manchmal schon Kleinigkeiten (eine nette Geste, ein liebes Wort, jemand hat an uns gedacht, jemand hat sich an etwas erinnert, was wir mal gesagt haben etc. etc.) in eine ganz neue und positivere Richtung bewegen können.
Schon vom Klappentext weiß man, dass es einen „schüchternen Hausmeister“ gibt 😍😍😍 yes yes! Und ich würde Euch gern von Mattissen vorschwärmen, aber lasst Euch einfach überraschen. Nur so viel: keine Insta Love weit und breit zu sehen. Und sie sind einfach nur goldig! Mehr sage ich nicht.
Warum weine ich, während ich das schreibe 😭😅😂?
Alex Grow (Protagonist) ist ebenfalls ein sehr guter Charakter, auch wenn ich etwas länger gebraucht habe, um mit ihm warm zu werden. Der Beruf eigenes Lebenscoaches ist mir ebenso suspekt wie der von Influencern, aber es war dennoch sehr interessant und spannend, da hinter die Kulissen zu schauen. Und ich war durchaus angetan, insbesondere die Übung „Aufstellung“ hat mir gut gefallen.
Alex macht seine eigene Entwicklung durch, trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen, aber sein Herz ist am rechten Fleck!
✨Fazit
Was soll ich sagen? Ich hoffe, dass ich mit der Zeit mehr solche Bücher finde. Angezogen durch das wunderschöne Cover, habe ich hier einen echten Schatz entdeckt. Ich habe gelacht, ich habe geweint, was bitte möchte man mehr?
Übrigens: das Buch hat wie üblich gemischte Reviews bekommen, zapft Euch daher gern erstmal die Leseprobe runter und gewinnt einen eigenen Eindruck, wenn das Buch Euch thematisch anlacht.
Seine Bücher mögen sich zwar inhaltlich deutlich unterscheiden und zwischen Historie und Gegenwart, zwischen Politik und Alltagsleben wechseln. Aber eines haben alle Werke des Schriftstellers Maxim Leo (56) gemeinsam: So ernst das Thema im Kern auch sein mag, schafft er es doch immer, den Sachverhalt in der für ihn typischen Leichtigkeit und gelegentlich auch sanfter Ironie darzustellen. Im Vordergrund steht bei ihm immer der Mensch mit seinen Stärken, meistens aber mit seinen oft unvermeidbaren Schwächen. Dies gilt auch für seinen im März beim Verlag Kiepenheuer & Witsch veröffentlichten Roman „Einatmen – Ausatmen“, in dem es als Folge der sich von Generation zu Generation wandelnden gesellschaftlichen Einstellungen, Verhaltens- und Denkweisen um die scheinbar immer schwieriger werdende Suche nach dem individuellen Lebenssinn und Glück geht. Die Protagonistin seines neuen Romans, Marlene Buchholz, steht vor ihrem seit Jahren angestrebten Berufsziel, Vorstandsvorsitzende ihres Konzerns zu werden. Doch mangelt es der fachlich kompetenten Managerin an der für diese Position ebenfalls nötigen Empathie im Umgang mit dem Personal, worauf mehrfache Beschwerden bei der Antidiskriminierungsbeauftragten hinweisen. Deshalb schickt sie der Seniorchef zu einem Achtsamkeits-Coaching. Marlene fügt sich widerwillig und fährt – wie sie es nennt – ins „Umerziehungslager“ zum „Seelentröster“ Alex Grow. Dumm ist nur, dass Alex selbst gerade unter Burn-out und Panikattacken leidet und seine bisher so erfolgreiche Academy vor der Insolvenz steht. Sollte er aber im Fall Marlene erfolgreich sein, ist ein rettender Großauftrag des Konzerns zu erwarten. Maxim Leo scheint in seinem unterhaltsamen Buch aus dem eigenen Fundus an Erfahrungen mit diesem Thema geschöpft zu haben: Seine Ehefrau ist als Coach tätig, und seine beiden Töchter mahnen – wie er selbst sagt – beim Vater immer wieder mehr Achtsamkeit an. Nicht nur, dass Leo die Vielfalt der von Alex Grow angebotenen Selbstfindungs- und Achtsamkeitskurse sehr plastisch beschreibt, sondern es gelingt ihm, die unterschiedlichsten Menschentypen in der Handlung gegenüberzustellen. Marlene Buchholz, die nur für ihre Karriere lebt, hat überhaupt kein Verständnis für junge Kolleginnen, die „problematischen Themen aus dem Weg gehen und ihre Ehre als Frau verteidigen, dass für die eigentlichen Arbeitsaufgaben kaum noch Energie übrig blieb.“ Diese „verhuschten Ponyfrauen“ stehen, wenn sie im Job nicht die erwartete Leistung bringen, nur Marlenes Erfolg im Weg. Die Antidiskriminierungsbeauftragte Gundula Starkowski fühlt sich in ihrer Aufgabe inzwischen überfordert: „Die Menschen wurden immer dünnhäutiger, waren immer schneller verletzt oder beleidigt. Die Grundidee ihres Jobs … drohte in allgemeiner Jammerlust zu versinken.“ Dann gibt es aber auch den schüchternen Hausmeister Mattissen, der vor Jahren seinen guten Job als Ingenieur aufgab, um lieber ein stressfreies Leben zu führen und sich um seine alte Mutter zu kümmern, sowie die 14-jährige Conny aus zerrüttetem Elternhaus, die statt zur Schule zu gehen, ihren Lebenssinn im Umwelt- und Naturschutz sieht. Weniger das Seminar, bei dessen Kursen Marlene kaum mitmacht, sondern die Begegnungen mit diesen beiden Menschen lösen bei ihr den vom Seniorchef gewünschten inneren Wandel aus und machen ihr klar, was wirklich ein erfülltes Leben ausmacht. Natürlich gibt es bereits viele Ratgeber zum Thema Sinnsuche und Achtsamkeit – sowohl als Sachbuch als auch als Roman. Wir Leser sollten also inzwischen wissen, worauf man achten sollte. Insofern ist die Entwicklung der Handlung und Protagonisten in „Einatmen – Ausatmen“ wenig überraschend, zumal manche Szene und Figur doch etwas klischeehaft wirkt. Der Geschichte hätten einige unerwartete Wendungen und etwas mehr Dramatik im Ablauf gutgetan, um für Spannung zu sorgen. So bleibt der Roman ein flüssig erzählter, leicht lesbarer Unterhaltungsroman, der auf psychologisch nicht allzu tiefgehende Art existenzielle Fragen mit Situationskomik verbindet. Aber vielleicht ermöglicht genau dies jenen Lesern einen leichten Einstieg ins Thema, die sich vor der Lektüre von Ratgebern scheuen.
Einatmen Ausatmen von Maxim Leo beginnt wie eine bissige Abrechnung mit unserer Selbstoptimierungs-Gesellschaft – und endet ganz woanders: leiser, nachdenklicher, fast versöhnlich. Im Zentrum steht Marlene Buchholz, eine Frau, die alles erreicht hat – außer Nähe zu anderen Menschen. Ihre Beförderung hängt ausgerechnet davon ab, ob sie lernt, empathischer zu sein. Also landet sie in einem Achtsamkeitsseminar, das sie selbst eher als „Umerziehungslager“ betrachtet. Dort trifft sie auf Alex Grow, einen Coach, der anderen Orientierung geben soll – während ihm selbst gerade alles entgleitet. Was folgt, ist weniger ein klassischer Plot als ein Aufeinandertreffen zweier Lebensentwürfe: Kontrolle versus Kontrollverlust, Karriere versus Sinnsuche. Leo schreibt leicht, fast spielerisch – und genau darin liegt seine Stärke. Die Sprache ist zugänglich, temporeich und durchzogen von einem feinen, oft selbstironischen Humor. Genau wie in seinen anderen Romanen. Die Dialoge sitzen, wirken lebendig und tragen viel zur Dynamik zwischen den Figuren bei. Gleichzeitig schafft er es, unter dieser Oberfläche immer wieder ernstere Themen anklingen zu lassen, ohne dass der Roman je schwer wird. Auffällig ist der Perspektivwechsel zwischen Marlene und Alex. Dadurch entsteht eine schöne Doppelbewegung: Während Marlene langsam lernt, sich selbst zu hinterfragen, kämpft Alex damit, überhaupt noch Halt zu finden. Diese Spiegelung macht den Roman interessant – auch wenn beide Figuren an manchen Stellen etwas klischeehaft wirken. Doch gerade durch ihre Brüche und Unsicherheiten gewinnen sie schnell an Sympathie. Inhaltlich balanciert der Roman geschickt zwischen Satire und Ernst. Anfangs hatte ich das Gefühl, hier wird der ganze Coaching- und Achtsamkeitsboom ordentlich aufs Korn genommen – und ja, diese Spitzen gibt es auch. Aber im Laufe der Geschichte verschiebt sich der Ton. Die ironische Distanz wird zugunsten einer ehrlicheren Auseinandersetzung mit Themen wie Selbstbild, Erwartungen und Lebensentwürfen aufgegeben. Das wird nicht jede*r mögen, ich fand es aber durchaus spannend. Besonders gelungen sind die Momente, in denen Marlene aus ihrer gewohnten Welt herausgerissen wird – sei es durch Naturerfahrungen, Begegnungen oder Übungen wie die Familienaufstellung. Hier zeigt sich, dass hinter der kühlen Fassade mehr steckt, als sie selbst lange wahrhaben wollte. Ihr Wandel geht stellenweise schnell – vielleicht sogar etwas zu schnell – wirkt aber emotional nachvollziehbar. Nebenfiguren und kleinere Episoden lockern die Handlung auf, auch wenn sie nicht immer zwingend notwendig erscheinen. Dafür bringen sie Wärme und Farbe in die Geschichte. Und ganz nebenbei stellt der Roman Fragen, die hängen bleiben: Was, wenn Erfolg nicht erfüllt? Was, wenn wir uns selbst auf dem Weg dorthin verloren haben? Fazit: Ein unterhaltsamer, klug erzählter Roman, der mit Humor beginnt und mit Herz endet. Vielleicht nicht in jeder Hinsicht originell, aber mit einem feinen Gespür für die Widersprüche unserer Zeit. Eine Geschichte, die leicht daherkommt – und trotzdem dazu einlädt, das eigene Leben kurz anzuhalten und zu fragen: Bin ich eigentlich noch auf meinem Weg?
„Sie wusste schlicht nicht, wie man es anstellt, sich mit anderen Menschen zu verbinden.“ (S.37)
Sie – das ist Marlene Buchholz, 39, irgendwie in einer richtig wichtigen Funktion bei der „Aviola“ in Hamburg und mit der Option, dort noch wichtiger, nämlich CEO zu werden. Zu Marlenes Bedauern reichen Kompetenz, Erfahrung und Ehrgeiz sowie halbherzig Verständnis für Mitarbeitende und ihre Belange vorzugaukeln nicht aus, um befördert zu werden und insbesondere ihr robust-rustikales Auftreten gegenüber dem Team sorgt für Zweifel an ihrer Befähigung für die gehobene Position.
Marlenes Chef Dr. Finckenstein hat vor Jahren an einem Seminar in der „Academy“ von Alex Grow teilgenommen, ist dort zu Ruhe gekommen, hat gelernt einen anderen Blickwinkel einzunehmen und verstanden, dieses erfolgreich in seine Führungsrolle einzubringen. Die „Academy“ scheint der beste Ort zu sein, um Marlene aus ihrer ausgeprägten Emotionsarmut herauszuholen und Alex der Einzige, der aus ihr eine empathische Führungskraft hervorzaubern kann.
Zauber und ein kleines Wunder wären auch für Alex gar nicht so schlecht, denn seine „Academy“ steht wirtschaftlich nicht gut da. Und so findet sich flott ein Deal mit Dr. Finckenstein: gelingt es Alex, Marlene zu einer Führungskraft mit Herz zu machen, werden zukünftig alle Mitarbeitenden der „Aviola“ Kurse bei ihm belegen und die „Academy“ wäre damit gerettet.
Es versteht sich von selbst, dass Marlene nur widerstrebend der Anweisung von Dr. Finckenstein folgt und sich auf den Weg zu Alex macht. Sie hält Achtsamkeit für Firlefanz und sieht die Zeit bei Alex als Zeitverschwendung an, die ihren Weg an die Unternehmensspitze verzögert - und schon bald treffen zwei Welten aufeinander.
Wunderbar! Einfach großartig! Maxim Leo erzählt mit Humor, Verstand und Gefühl eine Geschichte, die viel, viel mehr als „Junge trifft Mädchen“ ist und mich wunderbar unterhalten hat. Es passiert viel, aber nicht zu viel in der Geschichte, die einzelnen Handlungsstränge sind klug und glaubhaft miteinander verbunden und selbst die Nebenfiguren mit viel Liebe angelegt. Ganz besonders haben es mir Günther Mattissen und seine Mutter angetan. Ich mag diesen Teil der Geschichte in all seinen Facetten. Die Welt braucht mehr Mattissens!
„Alles ändert sich, nichts kann bleiben, wie es war. Warum eigentlich? War denn alles so schlecht vorher? Wir brauchen doch Dinge, die einfach da sind und auf die man sich verlassen kann.“ (S.128)
Ich mag es, wie Maxim Leo erzählt, seine Bücher zu lesen ist ein wenig, als ob dir ein Herzensmensch eine schöne Geschichte erzählt. Ich sehe die Orte vor mir, bin beobachtend mittendrin in der Szenerie und die Personen sind so lebhaft beschrieben, dass ich mir vorstellen kann, wie sie sich bewegen, wie ihre Gesten aussehen und ihre Stimmen klingen.
„Einatmen. Ausatmen.“ hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert; ganz große, herzliche Leseempfehlung.
„Einatmen Ausatmen“ von Maxim Leo, erschienen im @kiwi_verlag , war ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Ich liebe die Bücher dieses Autors, der aktuelle und auch auch tiefgründige Themen mit einer großen Portion Humor in seinen Büchern verarbeitet.
Marlene Buchholz ist auf ihrem Karriereweg auf dem Weg nach ganz oben. Sie soll CEO des Aviola Konzerns werden. Doch ihr Chef zweifelt an ihrer emotionalen Intelligent, vor allem was die Empathie ihren Untergebenen gegenüber angeht und so wird Marlene zu einem Achtsamkeitstraining in die brandenburgische Pampa geschickt. Marlene, aufgewachsen bei einer fordernden Mutter, der sie nie genügte und sie immer zu Höchstleistungen anspornte und Eigenliebe und Achtsamkeit gegenüber den eigenen Ressourcen für Blödsinn hält und die Vergangenheit lieber negiert, als sich mit Traumata auseinandersetzt, hat ihr Leben nie in Frage gestellt. An erster Stelle stand die Arbeit, an zweiter die Arbeit und an Dritter die Arbeit.Privatleben ist überbewertet und so lebt Marlene in einem möblierten Appartement, dass sie zum Schlafen und Duschen nutzt. Als pragmatische Person nimmt sie die Aufforderung zum Coaching stoisch auf, da es für ihre Karrriere wichtig ist, ohne sich viel aus diesem „Seelenstriptease„zu machen.
Alex Grow, der Besitzer des Coachingzentrums, hat mit seinen eigen Geistern der Vergangenheit zu kämpfen, aber auch mit realen, denn sein Zentrum steht kurz vorm Konkurs. Das Angebot von Marlenes Chef, dass wenn er Marlene fit macht für ihren Posten, ihm alle Mitarbeiter des Konzerns zum Coaching geschickt werden und er somit sein Lebenswerk rettet,kann er nicht ausschlagen, doch Marlene scheint ein harter Brocken zu sein.
Maxim Leo hat mich mit seinem neuen Buch zum lauten Lachen, aber auch zum Nachdenken gebracht.Viele Situation werden mit viel Witz und Situationskomik erzählt,was das Ganze sehr unterhaltsam macht, die Bedeutung des Themas Achtsamkeit aber nicht herabwürdigt. Psychologische Themen wie Atemtraining, Traumabewältigung, Familienaufstellung, Waldbaden usw werden angesprochen, aber eben nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern so, dass man es gerne liest und auch zum Nachdenken kommt. In einer Welt, in der viele in ihrem Hamsterrad festsitzen, ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit, ist so ein Buch das auf so unterhaltsame Weise dieses Thema behandelt sehr wohltuend, Ob man denn dann so schnell wie Marlene seinen Lebensweg umschmeißt sei dahingestellt, aber so erst sollte man manches in diesem Buch auch nicht nehmen, so habe ich den Autor, der vieles mit einem Augenzwinkern erzählt wenigstens verstanden. Trotzdem stellt es manches infrage und eröffnet andere Perspektiven und das mag ich an Büchern. Für mich war Einatmen , Ausatmen ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis das ich sehr gerne weiterempfehle,wie auch die anderen Bücher dieses Autor, die mir alle gut gefallen haben.
Marlene Buchholz steht kurz vor dem Höhepunkt ihrer Karriere: Die Position als Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns ist in greifbarer Nähe. Fachlich ist sie über jeden Zweifel erhaben, doch ihr zwischenmenschliches Auftreten lässt zu wünschen übrig. Um ihre Beförderung abzusichern, lässt sie sich auf ein Coaching bei Alex Grow ein, einem gefeierten „Seelenflüsterer“. In der Abgeschiedenheit eines Brandenburger Schlosses treffen zwei völlig gegensätzliche Welten aufeinander. Doch auch beim Erfolgscoach bröckelt die Fassade; Grow kämpft mit Panikattacken und der drohenden Insolvenz seiner Akademie. In dieser spannungsgeladenen Situation sorgen unerwartete Begegnungen mit einem verletzten Wildschwein, einem zurückhaltenden Hausmeister und einem jungen Mädchen dafür, dass feste Lebensentwürfe ins Wanken geraten.
Es ist eine kurzweilige und humorvolle Geschichte, die dennoch ernste Themen anspricht. Der Anfang überzeugt durch eine Leichtigkeit, die mir sehr gefallen hat, wobei schnell deutlich wird, dass unter der Oberfläche tiefgründigere Töne mitschwingen.
Die Protagonistin Marlene wirkt zunächst wenig sympathisch – als Vorgesetzte möchte man sie im Berufsalltag sicher nicht erleben. Dennoch fand ich es spannend, im Handlungsverlauf eine weichere Seite an ihr zu entdecken. Dass dieser Wandel während des Seminars für mein Empfinden etwas zu plötzlich und damit wenig glaubwürdig geschah, trübte das Lesevergnügen zwar ein wenig, nahm der Erzählung aber nicht ihren Charme.
Alex Grow verkörpert für mich das typische Klischee eines Coaches, was ihn mir nicht unbedingt sympathisch machte. Dass er jedoch seine eigenen Prinzipien bricht und mit menschlichen Schwächen ringt, verleiht seiner Figur eine angenehme Tiefe und macht ihn greifbar.
Während die Hauptfiguren mitunter etwas schematisch agieren, haben mich die Nebencharaktere – Hausmeister Mattissen und die junge Umweltaktivistin Connie – durch ihre Natürlichkeit berührt. Sie verleihen der Geschichte eine Herzlichkeit, die über die stellenweise vorhersehbare Handlung hinwegtröstet.
Sicherlich gibt es hier und da Übertreibungen und Klischees, dennoch mochte ich die Atmosphäre und das Setting des märkischen Schlosses sehr und war neugierig auf den weiteren Fortgang.
Der Schreibstil ist modern und verzichtet auf unnötige Schnörkel. Er liest sich angenehm locker und flott, ohne dabei ins Umgangssprachliche zu verfallen. Dank der kurzen Kapitel fliegt man förmlich durch das Buch, wobei der Spannungsbogen konstant bleibt. Für mich war es eine angenehme Lektüre, die trotz der Vorhersehbarkeit eine warme und unterhaltsame Wirkung entfaltet.
Inhalt siehe Klappentext. Vor 2 Jahren habe ich von Maxim Leo „Wir werden jung sein“ gelesen und kürzlich die Verfilmung von „Es ist nur eine Phase, Hase“ gesehen. Mir ist das Titelbild zu „Einatmen. Ausatmen.“ aufgefallen, die vielen Blumen könnten tatsächlich die nötige Ruhe ausstrahlen, wenn man sich darauf einlässt. Ich selbst halte nichts von Coaches und Coaching, Trainern und Training sowie sogenannten oder selbsternannten Gurus, aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden. Marlene ist offensichtlich auch kein Freund davon, sich Dinge vor- und einreden zu lassen - so, wie sie gleich einen Deal mit Alex Grow (fantastischer Name…) aushandeln will. Ich denke, man sollte das Achtsamkeitstraining im Brandenburger Schloss nich todernst nehmen, sondern erstmal eine Runde entspannt ein- und ausatmen, sich Alex‘ Methoden anhören und dann entscheiden, ob man auf die Yoga-Wiese geht oder lieber nackt durch den Wald humpelt, weil einen die Waldameisen angegriffen haben, gegen die das Wildschwein noch harmlos ist. Urkomische Szenen in freier Wildbahn, zum Lachen, wäre Marlenes Situation nicht so traurig. Sehr herzlich und herzerwärmend finde ich Marlenes Austausch mit Mattissen und dessen Mutter, diese ehrlichen und echte Gespräche könnten Marlene mehr helfen, als die ganzen Therapieversuche. Alex kommt mit Connie in den Genuss einer ganz besonderen Therapie, die man für Geld nicht kaufen kann - unverstellt und spontan, wie Kinder eben sind. Ich hätte nicht gedacht, dass die Forstrettungsaktion Alex‘ beruflichen Plänen und Ziele einen anderen Stellenwert gibt und sogar er nun überdenkt, was er wirklich will und braucht. Ich finde, er wirkte zu Beginn ziemlich angestrengt, auch wenn er sich locker geben will. Auch bei Marlene scheinen die neu gewonnenen Erkenntnisse einiges bewirkt zu haben, sie redet mit ihrer Mutter - ich freue mich, dass sich Marlene so entschieden hat, wie es nun ist und dass auch Alex praktisch von seinen Kursteilnehmern gelernt hat und die Prioritäten anders setzt. Flüssig zu lesen, anregend, um mal über sich und sein Leben, seinen Lebensweg und -stil nachzudenken, auch wenn alles gut scheint, so wie es ist. Es gibt immer Möglichkeiten… Dass Autor Maxim Leo einen Schauplatz abseits der hektischen Großstädte gewählt hat, mitten im ostdeutschen Land, weitab vom Schuss, um es mal direkt auszudrücken, finde ich grandios, da kommt die Ruhe wie von selbst und gibt Bonuspunkte. Somit komme ich nach der mit 256 Seiten recht kurzen Lektüre von „Einatmen. Ausatmen.“, ohne dass ich selbst einen Kurs, Training oder ähnliches absolvieren musste, auf einen Punktestand von 5 Sternen - und das im stressigen Alltag. Bravo!
So, Herr Grow, wie funktioniert denn so eine Teufelsaustreibung?
Marlene Buchholz soll der Neue CEO des Aviola Konzerns werden. Ihre Kollegen sind sich einig darüber das sie die Firma sehr weit nach vorne gebracht hat und horrende Gewinne erzielt hat. Menschlich ist Marlene jedoch Untragbar. Ihr fehlt jegliches Feingefühl im Umgang mit den Angestellten, sie ist mehr als nur unemphatisch. Für Marlene zählt lediglich Gewinne zu erzielen.
Aufgrund dieser aktuellen Situation wird Marlene, bevor sie den Posten als CEO antreten, darf von Ihrem Vorgesetzten in ein Achtsamkeitscamp geschickt. Doch ausgerechnet der Inhaber dieses Camps steckt gerade selbst in einer tiefen Sinnkrise. Noch dazu steht seine Achtsamkeits Academy kurz vor dem Bankrott. Für Alex Grow ist "der Fall" Marlene Buchholz existenziell. Denn nur dann, wenn er Marlene etwas mehr Menschlichkeit und Emphatie näher bringen kann, kann er seine Academy retten, da er mit dem Vorgesetzen von Marlene einen Deal ausgehadelt hat womit er sein Unternehmen vor dem Aus retten kann.
Marlene hat mir extrem gut gefallen, ihr Humor ist einzigartig, sie ist so trocken und haut Sachen auf dem Punkt raus, das ich sie Regelrecht geliebt habe. Alle anderen Protagonisten sind auch überaus sympathisch.
Leider muss ich jedoch sagen das dieser Roman, für mich, ein absoluter Fehlgriff gewesen ist. Für die wenigen Seiten war mir einiges viel zu weit hergeholt. Was mich massiv gestört hat war, das Marlene hier eine hundert achtzig Grad Drehung innerhalb weniger Tage durchgemacht hat. Die Geschichte ist mir viel zu unrealistisch. Die gesamte Begebenheit rund um den Hausmeister, also bitte, mehr Unrealismus geht ja kaum noch. Marlene sitzt urplötzlich am Sterbebett seiner Mutter wo sie den Hausmeister gerade mal seit drei Tagen "kennt" ??? Oh man...
Ebenso den Erzählstrang rund um Connie, alles viel zu viel.
Manchmal ist weniger eben mehr. Hier bin ich froh das dieser Roman so kurz und auch kurzweilig war und das ich diesen schnell, nebenher weglesen konnte.
Mein Fazit Ein Roman der viel zu voll und viel zu unrealitisch ist, den man allerdings auch schnell mal nebenher weglesen kann, aber nicht muss. Leseempfehlung? An der Stelle leider nein. Für mich war das ein Fehlgriff.
„Einatmen, Ausatmen.“ ist ein unterhaltsamer, warmherziger und humorvoller Roman des in Berlin lebenden Journalisten, Drehbuchautors und Schriftstellers Maxim Leo.
Marlene ist durch und durch Karrierefrau und in ihrer Firma für ihre unempathische Art bekannt. Nun bietet sich ihr der Posten als Vorstandsvorsitzende, allerdings nur unter einer Bedingung. Sie muss ein Achtsamkeitsseminar besuchen, was sie als Zumutung empfindet. Geleitet wird das Seminar von Alex Grow in einem Brandenburger Schloss. Alex ist zwar ein guter Coach, aber seine eigenen Probleme lassen sich nicht so einfach wegatmen. Finanziell steht seine Academy steht er kurz vor dem Ruin.
Bereits nach den ersten Seiten wollte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil von Maxim Leo ist angenehm leicht zu lesen und zunächst leicht ironisch und humorvoll. Er arbeitet dabei auch mit diversen Klischees, eigentlich nichts, was ich gerne mag, aber hier hat es gepasst.
Das Buch besteht aus 29 kurzen Kapiteln, deren Perspektive zwischen Marlene und Alex abwechselt. Die beiden haben ihre Ecken und Kanten, werden ein wenig überspitzt dargestellt und machen im Verlauf der Handlung eine tolle Entwicklung durch. Marlene lernt auf ihre innere Stimme zu hören. Bei nur 256 Seiten geht das alles ein wenig schnell, wirkt aber dennoch authentisch. Neben dem aktuellen Leben der Protagonisten ist auch noch Marlenes Familiengeschichte ein Thema. In diesem geht es darum, wie sich Erlebnisse aus dem Zweiten Weltkrieg über Generationen hinweg weiterhin auf das Leben und die Gefühle der nachkommenden Generationen auswirken können.
Mit seinem Epilog rundet der Autor seinen Roman gelungen ab.
Ich habe den Roman gerne gelesen. Er unterhält, amüsiert und regt zum Nachdenken an. Insgesamt hätte er noch ein wenig mehr Tiefgang vertragen, aber die Botschaft, dass im Leben alles möglich ist, wenn man sich traut neue Wege einzuschlagen und auf seine innere Stimme zu hören, kommt trotzdem an.
„Was bringt es, zu wissen, wohin ein Weg geführt hätte, den du nicht eingeschlagen hast? Viel spannender finde ich die Frage, ob es Dinge gibt, die unveränderlich bleiben – egal, wie man sich entscheidet. Ob es etwas in uns gibt, das wir instinktiv nicht infrage stellen, das unumstößlich ist.“ (Tolino S. 164)
Marlene Buchholz hat es fast geschafft: Sie ist die hochqualifizierte Wunschkandidatin des aktuellen CEOs des Aviola-Konzerns und soll kurzfristig seine Nachfolgerin werden. Doch es gibt ein Problem – die Mitarbeiter und Kollegen sehen in ihr eine kaltherzige Karrieristin, der es an Empathie und Mitgefühl fehlt.
Marlene selbst hat dafür wenig Verständnis. In ihren Augen ist es vielmehr Undankbarkeit: Schließlich arbeitet sie täglich bis zu 15 Stunden und sorgt dafür, dass die Umsätze stetig steigen. Ohne sie, so ihre Überzeugung, wären viele ihrer Kollegen längst arbeitslos.
Ihr Chef bleibt dennoch unnachgiebig: Wenn sie den Posten übernehmen will, muss sie an ihrer Sozialkompetenz arbeiten. Und das soll sie ausgerechnet auf einem Achtsamkeitsseminar tun – bei einem der renommiertesten Coaches des Landes.
Alles andere als begeistert reist Marlene nach Brandenburg, ins Schloss Schönerlinde, das als Mekka der Selbstfindung gilt. Dort trifft sie auf den gefeierten Coach Alex Grow, der jedoch selbst mit erheblichen Problemen kämpft. Sein Achtsamkeits-Imperium steckt in finanziellen Schwierigkeiten, und zusätzlich leidet er seit einiger Zeit unter Panikattacken.
Wie das alles zusammenhängt und ob Marlene tatsächlich etwas für sich mitnehmen kann, müsst ihr selbst herausfinden.
Ich muss gestehen: Mit Achtsamkeit, Esoterik und „Bäume umarmen“ kann ich normalerweise wenig anfangen. Trotzdem habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen. Ich schätze Maxim Leos klaren, unverschnörkelten Schreibstil sehr. Auch wenn die Geschichte das Rad nicht neu erfindet, ist sie durchweg kurzweilig und sehr unterhaltsam erzählt.
Fazit: Eine sympathische, leicht erzählte Geschichte, die mich gut unterhalten hat. 4/5
Als Führungsperson benötigt man ein gewisses Maß an Empathie. Zum Glück gibt es Training oder Coaching, um sich ebendiese anzueignen. So auch in „Einatmen. Ausatmen.“ von Maxim Leo.
Marlene soll Vorstandsvorsitzende des Aviola Konzerns werden. Vorher gilt es noch, sich die nötige Empathie anzueignen. Dafür wird sie zu Coach Alex Grow geschickt- doch das Training läuft anders als erwartet…
Ich habe direkt zu Beginn Zugang zum Buch gefunden. Unterhaltsame Sprache und alltagsnahe Situationen ermöglichen es mir, die Szenen im Kopf zu visualisieren. Obwohl vor allem der Anfang voller teils überspitzter Klischees ist, hatte ich keine Probleme zurecht zu kommen.
Mit Marlene hat der Roman eine starke Protagonistin bekommen. Während ihrer Reise beginnt sie, festgefahrene Vorgaben und angebliche Wahrheiten zu hinterfragen. Dabei ist besonders ihre errungene Fähigkeit zu reflektieren nützlich. Die Unternehmerin ist wandelbar, passt sich an und bleibt dennoch ambitioniert, auch wenn sie eigene Ziele hat.
Therapeut Alex Grow dagegen bleibt für mich unnahbar. Ich bin mir unsicher, was seine Prinzipien und Bausteine sind und ob er in der Lage ist, sie umzusetzen. Er bleibt weit hinter der anpassungsfähigen Marlene zurück.
Ähnlich gegensätzlich wie die Protagonisten verhält es sich mit der Handlung des Romans. Viele wichtige Themen wie Feminismus, Fridays for the future oder der Umgang mit dem Lebensraum Wald und mit den eigenen Mitmenschen versuchen, im Roman unterzukommen. Bei dieser Vielzahl an Themen kann es passieren, dass manche zu kurz kommen, während andere sich wie ein Kaugummi ziehen.
Insgesamt ist es ein sehr unterhaltsames und wichtiges Buch mit einigen Schwächen. Vieles hätte von der Länge her anders verteilt werden können oder der männliche Protagonist dynamischer rüberkommen können. Dennoch empfehle ich diesen Roman und gebe vier Sterne.
„Einatmen. Ausatmen“ von Maxim Leo ist ein unterhaltsamer Ausflug in die Welt der Achtsamkeit. Was brauchen wir wirklich, um im Hier und Jetzt glücklich zu sein?
Marlene ist 39, Single und beruflich erfolgreich. Bevor sie jedoch die angekündigte Beförderung erhält, muss sie an einem Coaching in Brandenburg teilnehmen, um ihre sozialen Fähigkeiten zu verbessern. Und obwohl sie voller Vorurteile ist, merkt Marlene schnell, wie wohltuend eine solche Auszeit vom Alltag sein kann.
Maxim Leos Schreibstil ist sehr lebhaft und amüsant, sodass ich direkt gut in die Geschichte gefunden habe und mehrmals schmunzeln musste. Mit einem humorvollen und manchmal sarkastischen Blick beleuchtet er unsere Gesellschaft mit all ihren Vorstellungen von einem erfüllten Leben, Selbstoptimierung und dem Umgang mit sensiblen Themen.
Marlene und der Coach Alex lassen uns die Geschehnisse jeweils aus ihrer Perspektive erleben. Besonders interessant fand ich, dass selbst der Coach als vermeintlicher Meister der Theorie noch einiges dazulernen kann. Auch Marlene macht eine deutliche Entwicklung durch – doch genau hier liegt mein Kritikpunkt.
Insgesamt ging mir die Entwicklung der Protagonisten etwas zu schnell, sodass es sich anfühlte, als würde zügig und gezielt auf ein Happy End hingearbeitet. Ein paar Seiten mehr hätte ich sehr gerne gelesen, um die Entwicklung glaubwürdiger zu finden.
Der Roman „Einatmen. Ausatmen“ war für mich ein schöner Ausflug in den beschaulichen Teil Brandenburgs und bietet wertvolle Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen. Einige Momente haben mich wirklich berührt und zum Nachdenken angeregt.
Kurzweilig, humorvoll und tiefsinnig – der perfekte Roman für alle, die genug von den klassischen Achtsamkeits- und Empathie-Ratgebern haben und sich einfach mal aufs Glücklichsein konzentrieren möchten.
Marlene Buchholz steht kurz davor, Vorstandsvorsitzende des Aviola-Konzerns zu werden. Fachlich brillant, aber menschlich eher… naja, schwierig. Kurzerhand wird sie zu einem Achtsamkeitscoaching in ein abgelegenes Schloss geschickt. Dort trifft sie auf Alex Grow, einen gefeierten Coach, der anderen helfen soll, obwohl er selbst gerade mitten in einer Sinnkrise steckt. Ich wusste ehrlich gesagt nicht so genau, was mich hier erwartet, aber bei Maxim Leo vertraue ich einfach auf ein schönes Leseerlebnis. Dieses Buch ist herrlich schräg, unterhaltsam und gleichzeitig viel tiefgründiger, als zunächst gedacht. Marlene und Alex könnten unterschiedlicher kaum sein. Beide tragen auf ihre Weise ihre Themen mit sich herum und kämpfen mit unsichtbaren oder unterdrückten Dämonen. Dazu kommen mehrere, teilweise skurrile Nebenfiguren und Momente, die der Geschichte etwas ganz Eigenes und Besonderes geben. Typisch Maxim Leo wird es dabei nie zu schwer, obwohl es eigentlich um ziemlich große Fragen geht. Um Erwartungen, um das Funktionieren im Alltag, um nichts weniger als den Sinn des Lebens und darum, was passiert, wenn man plötzlich gezwungen ist, innezuhalten. Das Ganze ist stellenweise bewusst überspitzt und manchmal auch ein kleines bisschen drüber, aber das Gesamtbild ist trotzdem rund. Die Mischung aus Leichtigkeit und Tiefe mochte ich sehr. Es gibt ebenso viel zum Schmunzeln wie zum Nachdenken. Ein kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass es vielleicht ein paar Themen zu viel waren. Trotzdem bleibt für mich eine besondere Geschichte, die sich leicht lesen lässt, im Kopf bleibt und der Gesellschaft und uns selbst den Spiegel vorhält. Ein bisschen schräg, ein bisschen chaotisch, aber ebenso unterhaltsam. Von mir gibt es auf jeden Fall eine große Leseempfehlung.
Das Buch ist ruhig mit einigen kleinen Höhepunkten
„Einatmen Ausatmen“ von Maxim Leo ist für mich ein stilles, ruhiges Buch mit einigen kleinen, aber wirkungsvollen Höhepunkten. Ich konnte es gut lesen – an drei Abenden war ich durch – und genau dieses angenehme Lesetempo passt auch zur Stimmung der Geschichte.
Das Buch macht ruhig. Ich musste nicht grübeln oder komplizierte Handlungsstränge entwirren. Stattdessen durfte ich einfach eintauchen, mitgehen, mitfühlen. Es gefiel mir – das Cover, die Charaktere, die Handlung. Alles wirkt stimmig und unaufgeregt, aber keineswegs langweilig.
Besonders Connie und Marlene mochte ich sehr. Ihre Art, miteinander und mit sich selbst umzugehen, hat mich berührt. Am meisten bewegt hat mich die Szene, in der Marlene am Sterbebett sitzt. Diese Passage war leise, würdevoll und sehr eindringlich – für mich einer der emotionalen Höhepunkte des Buches.
Auch die Szenen mit dem Hausmeister fand ich großartig. Sie hatten etwas Echtes, manchmal leicht Skurriles, aber immer sehr Menschliches. Und dann die Sache mit der Tierrettung und dem daraus entstehenden „Lärmresultat“ – ich will nicht zu viel verraten –, aber auch das gehört zu diesen kleinen Höhepunkten, die die ruhige Erzählweise immer wieder auflockern.
Es ist kein Liebesroman, auch wenn die Geschichte kurz in diese Richtung abdriftet. Doch genau das mochte ich: Es bleibt bei sich, bleibt ruhig, bleibt nah an den Figuren.
Insgesamt ist „Einatmen Ausatmen“ ein ruhiges Buch – aber nicht langweilig. Es hat leise Höhepunkte, viel Gefühl und eine angenehme Klarheit. Für mich war es eine wirklich schöne, entspannte Lektüre.
Gelungene Neuorientierung im Leben von Erwachsenen mit Sinnkrise Das Blumencover im blühenden wilde-Wiese-Stil passt nicht optimal zum Brandenburger Schlossambiente mit gepflegter Yogawiese für zehn hochkarätige Teilnehmer des dortigen Achtsamkeitstrainings. Hauptfigur Marlene Buchholz, 35 Jahre alt, weilt dort in Ermangelung menschlicher Führungsqualitäten für 14 Tage unter Anleitung des berühmten Alex Grow. Ihr kerniger, direkter Dialogstil bekräftigt ihre knallharte Arbeitshaltung sich selbst und ihren Mitarbeitern gegenüber. Doch zu sehr konstruiert und unrealistisch wirkt die zu schnelle Wandlung der Soziopathin Marlene nach Ankunft im Schloss, hervorgerufen durch die Bekanntschaft mit verletztem, gefährlichem Wildschein im angrenzenden dunklen Wald und mit schüchternem Hausmeister, sowie ihre offene Rückbesinnung auf verdrängte Emotionen hinsichtlich von tot geschwiegenen Russen-Vergewaltigungen an der Großmutter auf deren Flucht im 2. Weltkrieg. Neben der bisher gefühlsresistenten, schwierigen Spitzenmanagerin Marlene macht der von Schlafproblemen und Panikattacken gepeinigte Coaching-Guru Alex einen sehr zerbrechlichen Eindruck, sind die Ertragszahlen doch stark rückläufig und seine Paarbeziehungen bisher bedrückend. Thematisiert werden neben Beziehungsproblemen, seiner verlogenen Performance und gewissen Zukunftängsten auch der Kult der Selbstoptimierung und ihre Vermarktung, teilweise psychologisch beleuchtet. Die unterhaltsame Geschichte zeigt schließlich diese zwei menschlich gereiften Hauptfiguren in optimistischem Licht bei offenem Ende. 3,5*
*Dieses Buch habe ich als kostenloses "Vorab" Examplar erhalten.*
Das Cover mit der grünen Blumenwiese samt Gänseblümchen lädt zum Entspannen ein. Der Titel ist Programm und Lebensweisheit zugleich.
Lässt man sich mit der Protagonistin Marlene auf das Achtsamkeitsseminar ein, lernt man einiges. Nicht nur über sie, sondern auch über unsere Gesellschaft. Alle Charaktere haben ihr Päckchen zu tragen und teilen nach und nach ihre Geheimnisse mit den Lesern. Jeder für sich ist auf der Suche nach dem persönlichen Glück.
Max Leo kann erzählen. Er schreibt klar und strukturiert und versteht es mit wenigen Sätzen seine Charaktere zu skizzieren. Besonders zu Beginn paart der Roman Gesellschaftskritik mit Witz. Dann überschatten ernstere Themen die Geschichte.
Die Handlung ist simpel, doch voller Botschaften. Wendungen sind oft unwahrscheinlich. Meiner Meinung nach fehlt es an Tiefe. Je weiter die Geschichte fortschreitet , desto mehr liest sich "Einatmen. Ausatmen." wie ein Ratgeber in Romanform. Vielleicht soll es genau das sein.
Während der Lektüre gingen mir einige Fragen durch den Kopf im Bezug auf unsere Gesellschaft. Gefesselt hat mich das Gelesene jedoch nicht. Ich konnte mich trotz Achtsamkeits- Academy Setting nicht in die Geschichte fallen lassen und eine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen.
Das fand ich schade. Nichtsdestotrotz: Das blumige Cover werde ich gut sichtbar im Bücherregal platzieren, so das ich, wenn es mal wieder stressig wird im Alltag stets daran denke folgendes zu tun: Einatmen. Ausatmen.
Lädt zum Entspannen ein Marlene ist eine Karrierefrau durch und durch. Beruflich läuft alles nach Plan, doch auf persönlicher Ebene besteht durchaus noch Entwicklungspotenzial. Bevor sie zur CEO ihrer Firma befördert wird, soll sie daher an einem Coaching teilnehmen – eine Aufgabe, der sie zunächst eher pragmatisch als begeistert begegnet.
Schon nach wenigen Seiten wird deutlich, dass Marlene ein sehr direkter und durchaus außergewöhnlicher Charakter ist. Entsprechend hatte ich mich auf einige pointierte und schlagfertige Dialoge gefreut, die allerdings etwas sparsamer eingesetzt wurden als erwartet. Dennoch war es spannend, ihre Entwicklung zu verfolgen und hinter die Fassade der ehrgeizigen Geschäftsfrau zu blicken.
Auch Alex lernen wir durch wechselnde Kapitel zunehmend besser kennen, was der Geschichte zusätzliche Perspektiven verleiht. Vom eigentlichen Seminar selbst erfährt man hingegen vergleichsweise wenig – der Fokus liegt stärker auf den persönlichen Entwicklungen der Figuren.
Gerade diese unterschiedlichen Entwicklungen haben mir insgesamt gut gefallen. An manchen Stellen wirkten einzelne Szenen jedoch etwas konstruiert oder leicht unrealistisch, und teils hatte ich das Gefühl, dass sehr viele Veränderungen auf vergleichsweise wenigen Seiten untergebracht wurden. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Raum gewünscht. Der Schreibstil passt hervorragend zur Geschichte: angenehm, ruhig und flüssig zu lesen. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, da es stimmig ausgearbeitet ist und der Geschichte einen runden, zufriedenstellenden Abschluss verleiht.
Insgesamt ist es ein solides, unterhaltsames Buch mit interessanten Charakterentwicklungen.
Spitzenmanagerin Marlene Buchholz ist ebenso erfolgreich, wie empathielos. Für ihre große Chance, die oberste Stufe der Karriereleiter zu erklimmen, ist sie jedoch angehalten, an ihrer Sozialkompetenz und ihrem fehlenden Einfühlungsvermögen zu arbeiten. Kurzerhand wird Marlene zu Alex Grow - DEM Seelenguru schlechthin - geschickt, um bei ihm an einem Achtsamkeitsseminar teilzunehmen. Doch was, wenn besagter Guru gerade selbst, in einer von Panikattacken begleiteten Sinnkrise steckt und kurz vor dem Bankrott steht?
Dann kommt dabei eine humorvolle Sinnsuche und ein absolut wundervoller Roman heraus! Bis zu „Einatmen. Ausatmen.“ war mir Autor Maxim Leo eigentlich gar kein Begriff, vielmehr waren es Titel, Klappentext und das wunderschöne Cover, die mich sofort angesprochen haben und mir ins Auge gesprungen sind. Von der ersten Seite an hatte mich der Autor dann jedoch auch gleich mit seinem tollen Schreibstil eingefangen und lies mich, mit einem bunten Potpourri an Emotionen, auch bis zum Ende des Buches nicht mehr los. Die Charaktere sind gegensätzlich, sympathisch, eigenwillig und dadurch auch irgendwie skurril. Doch im Verlauf der durchaus auch tiefgreifenden, berührenden Geschichte, entwickeln sie sich und es hat einen wahnsinnigen Spaß gemacht, sie auf ihrem Weg zu begleiten.
Fazit: Ich bin begeistert und habe mich daher auch direkt schon nach anderen Büchern des Autors umgeschaut. „Einatmen. Ausatmen.“ ist nicht nur herzerfrischend humorvoll und unterhaltsam, sondern ebenso tiefsinnig, wie metaphorisch und absolut lesenswert!