Zwischen Krisen, Kriegen, Hitze und Hetze scheint es gerade nur noch bergab zu gehen. Worauf können wir in diesen Zeiten noch hoffen? Und vor Wie kommen wir da wieder raus? Hoffnung ist so vielfältig wie die Menschen, die nach ihr suchen. Deshalb versammelt dieses Buch Stimmen, die alle etwas anderes meinen, wenn sie »Hoffnung« sagen – die sich ergänzen, widersprechen, herausfordern und gemeinsam eine Vision von Zukunft entwerfen. In persönlichen Essays verraten die Autor*innen, was sie den Krisen unserer Zeit entgegensetzen. Sie alle eint ein reflektierter und konstruktiver Blick auf die Gegenwart, genauso wie der Mut zu handeln. Denn am Ende beginnt Hoffnung dort, wo wir uns zusammentun und unsere Geschichten erzählen.
Marc-Uwe Kling wurde geboren. Er studierte an der Großen Akademie von Lagado, wie man ein Haus vom Dach her nach unten baut. Er hat über seinen Mitbewohner, ein kommunistisches Känguru, drei kapitalismuskritische Bücher geschrieben, welche sich total gut verkaufen. Außerdem macht er mit seiner Band „Die Gesellschaft“ Reformhauspunk und am Ende muss wieder der Steuerzahler für alles aufkommen. Hey. Ho. Let’s go.
Die Essay-Sammlung "Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen" vereint die Stimmen von 13 unterschiedlichen Personen. In persönlichen Worten und auf jeweils einzigartige Weise erzählen sie, was für sie Hoffnung ist.
Mich haben zum einen der Titel, zum anderen einige der darin versammelten Stimmen (z. B. sind Marina Weisband, Cornelia Funke, Marc-Uwe Kling) angesprochen.
Wie das bei solchen Sammlungen oft der Fall ist, gibt es Texte, die mich mehr angesprochen haben, andere wiederum waren nicht so mein Ding. Der Text von Marina Weisband zum Beispiel hat mir sehr gut gefallen. Ich empfand den Beitrag als ausgewogen und in der Summe auch für mich hoffnungsvoll. Zwei Beiträge von anderen Personen waren mir persönlich zu sehr im Negativen verhaftet, auch wenn am Ende der Schwung zum Hoffnungsvollen kam. Aber so sieht man, wie jede*r Mensch anders tickt. Dass wir das anhand der Texte im wahrsten Sinne des Wortes erleben, spricht für dieses Buch.
Alles in allem habe ich viele interessante Texte gelesen und dank des Aufbaus des Buches kann man es immer wieder zur Hand nehmen. Es ist kein Buch, das man einmal und dann nie wieder liest. Ich persönlich finde, dass es sich auch super als Geschenk eignet.
"Auch ich habe immer wieder Tage, an denen ich vor allem weitermache, weil ich nicht weiß, wie Aufgeben geht." - damit spricht Baro Vincenta Ra Gabbert wahrscheinlich einigen aus dem Herzen. In der Essaysammlung wird "Hoffnung" von unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und verhandelt. Auch wenn Hoffnung für die Autor:innen unterschiedliches bedeutet, bleibt doch die Gemeinsamkeit von Hoffnung als etwas Aktiven, was man tut und lebt. Ohne die aktuellen Herausforderungen zu beschönigen oder zu verharmlosen, zeigt das Buch was möglich ist, inspiriert und macht Mut.
Mit „Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“ legen Julien Gupta (Hg.) gemeinsam mit zahlreichen Autor:innen wie Cornelia Funke, Marc-Uwe Kling, Marina Weisband, Gilda Sahebi u. a. ein politisch-gesellschaftliches Sachbuch beim oekom Verlag vor. Auf 208 Seiten versammelt der Band Essays, die den Begriff Hoffnung aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten – zwischen Klima, Demokratie, Aktivismus und persönlicher Haltung. Der Band versteht sich ausdrücklich nicht als Ratgeber, sondern als Einladung zum Weiterdenken.
Meine Meinung
Was direkt auffällt: Dieses Buch will nicht beruhigen, sondern aktivieren. Schon die Einleitung setzt den Ton: „Dieses Buch ist eine Einladung, gemeinsam auf Stop zu drücken. Und uns die Kontrolle über unsere Hoffnung zurückzuholen.“ (S. 14) – ein starkes Bild, das den Anspruch des Sammelbands gut zusammenfasst. Hoffnung wird hier nicht (nur) als Gefühl verstanden, sondern vor allem als Handlungsspielraum.
Viele Essays arbeiten sich daran ab, wie eng Hoffnung mit Aktivität, Beziehung und Perspektive verknüpft ist: „Hoffnung ist doch vor allem eine Dynamik. Ein Tätigsein. Ein Tuwort.“ (S. 58). Genau diese Verschiebung vom passiven Warten hin zum bewussten Gestalten zieht sich durch viele Beiträge und macht das Buch besonders anschlussfähig für Menschen, die sich gesellschaftlich engagieren (wollen).
Besonders im Gedächtnis bleibt mir sicherlich die zugespitzte Formel: „Ehrliche Hoffnung = Akzeptanz × (Selbstwirksamkeit + Gemeinschaft)“ (S. 127). Sie zeigt gut, wie stark der Band versucht, Hoffnung systematisch zu denken – nicht als naive Zuversicht, sondern als Zusammenspiel aus Empathie, Handlung und kollektiver Kraft.
Gleichzeitig bleibt es ein klassischer Essay-Sammelband: Manche Texte waren für mich sehr zugänglich, andere wirken eher theoretisch oder weniger greifbar. Die unterschiedlichen Schreibstile spiegeln zwar die Vielfalt der Perspektiven wider, machen das Lesen aber auch stellenweise sprunghaft. Wer lineare Argumentationen erwartet, muss sich hier gedulden.
Fazit Am Ende ist dieses Buch weniger eine fertige Antwort als ein vielstimmiger Raum für offene Fragen. Es lädt dazu ein, Hoffnung neu zu denken – unbequem, politisch und sehr gegenwärtig. Für alle, die sich mit Klimakrise, gesellschaftlichem Wandel und demokratischer Verantwortung beschäftigen wollen, ist es eine lohnende, wenn auch nicht immer zugängliche Lektüre. Danke an netgalley.de & den oekom Verlag für das digitale Rezensionsexemplar.
„Was wir meinen, wenn wir Hoffnung sagen“ war für mich weit mehr als ein kluges Buch über aktuelle Krisen. Es hat mir vor allem gezeigt, dass Hoffnung nichts Passives ist. Hoffnung ist etwas Aktives, das wir tun. Deshalb ist sie auch nicht mit Optimismus zu verwechseln. Besonders spannend fand ich den Gedanken des Negativity Bias (die menschliche Neigung, stärker auf Negatives zu achten), den ich seitdem im Alltag viel bewusster wahrnehme. Mich haben die Essays von Marina Weisband, Maren Urner, Jojo Berger, Raúl Krauthausen und Kristina Lunz besonders bewegt. Das Buch hat mich so sehr inspiriert, dass ich direkt ins Handeln gekommen bin (kleine Schritte - aber immerhin) Ich habe angefangen, ein Hoffest in unserem Berliner Altbau zu organisieren, damit wir als Nachbar*innen wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen. Hoffentlich kriegen wir auch ein Straßenfest hin! Eine große Inspiration und ein sehr aktivierendes Buch für diese düsteren Zeiten.
Schenkt Hoffnung und beeindruckt … aber zeigt auch auf, dass wir viel Arbeit vor uns haben. Die Autor*innen zeigen zu den verschiedensten Themenbereichen auf, dass es noch Grund zur Hoffnung gibt.
Sei es in Bezug auf den globalen politischen Rechtsruck, das verpasste 1,5 grad Klimaziele, Konflikte zwischen Generationen, immigration…. Vieles davon macht eher Angst als Hoffnung. Doch, auch wenn die Medien Abdeckung negativer Entwicklungen, Krieg, Zunahme von Autokratien, uns glauben lässt, dass es kaum Hoffnung für eine bessere Welt, zeigt sich doch, dass die Mehrheit eben nicht diejenigen sind, die massiv Mediencoverage bekommen, sondern dass die Mehrheit für Frieden, Gleichberechtigung, das Recht auf ein Diskriminierungsfreies Leben ist. definitiv ein Must read für jede*n die nicht nur Hoffnung haben wollen, sondern auch Ideen, wo jede*r einzelne von uns ihren Beitrag leisten kann.