Jump to ratings and reviews
Rate this book

Einsamkeit: Warum sie uns alle betrifft

Rate this book
Sind wir heute einsamer denn je - oder sprechen wir nur endlich mehr darüber? Wann machen unsere modernen Lebensumstände uns einsam und wann bewahren sie uns im Gegenteil sogar davor?

Die Pychologieprofessorin Maike Luhmann forscht seit fünfzehn Jahren zu Einsamkeit. In diesem Buch fasst sie den aktuellen Stand der Wissenschaft zugänglich und gut lesbar

Wann wird Einsamkeit gefährlich?Sind Menschen in der Stadt einsamer als auf dem Land?Was ist dran an der »Einsamkeit der jungen Männer«?Macht die Digitalisierung uns wirklich einsamer?Und wie sollte unsere Gesellschaft aussehen, um uns gut vor Einsamkeit zu schützen?Wissenschaftlich fundiert, klar und verstä Ein Leitfaden zu einem der großen Themen unserer Zeit.

320 pages, Kindle Edition

Published March 25, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
3 (25%)
4 stars
7 (58%)
3 stars
1 (8%)
2 stars
1 (8%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Buchdoktor.
2,471 reviews198 followers
Review of advance copy received from Netgalley
March 24, 2026
Maike Luhmanns Bestandsaufnahme des derzeitigen Wissensstands zum Thema Einsamkeit will zunächst ergründen, ob die in Schlagzeilen behauptete wachsende Einsamkeit empirisch zu belegen ist, welche Faktoren Einsamkeit begünstigen und sie endet mit dem Aufruf, die politische und gesellschaftliche Dimension der Entwicklung ernst zu nehmen. Eine von der Autorin durch KI erzeugte Beschreibung einer einsamen Person lässt in der Phantasie ihrer Leser:innen prompt eine ältere, arme, vermutlich verwitwete Frau erscheinen, obwohl in der Gegenwart ein männlicher Jugendlicher an Handy oder Konsole ebenso wahrscheinlich wäre. Die Psychologie-Professorin erläutert, dass Einsamkeit eine subjektive Einschätzung sei, die morgen anders ausfallen wird als heute und daher in qualitativen Studien schwer messbar sei. Als Risikofaktoren für Vereinsamung führt Luhmann gesellschaftliche Umstände an wie fehlende Bindung an Kernfamilie, an homogene Gruppen (Vereine, Kirchen, Elterngruppen), sowie Alter, Verlust des Partners, Jugend, Arbeitslosigkeit, Umzug in eine fremde Umgebung, aber auch lange Arbeitswege, prekäre Jobs oder ein Beruf mit wenig Kontakt zu Menschen. Von gesellschaftlicher Teilhabe seien oft Angehörige gesellschaftlicher Minderheiten ausgeschlossen durch Herkunft, Familienstand, Behinderung, Pflege- und Carearbeit, fehlende öffentliche Verkehrsmittel und nicht zuletzt durch die Scham, Nachbarschaftshilfe in Anspruch zu nehmen. Wer einsam sei, sei kränker, ernähre sich schlechter, bewege sich weniger und sterbe nachgewiesenermaßen früher. Insgesamt sei Armut der Hauptrisikofaktor für Einsamkeit. Die finanziellen Folgen der Spirale der Einsamkeit hätte die gesamte Bevölkerung zu tragen, z. B. durch sinkende Produktivität.

Jede Person, die sich nicht zugehörig fühlt, sei von Einsamkeit bedroht und einer darauf folgenden negativen Einstellung, die wiederum Kontakte erschwere. Ein wichtiges Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Einsamkeit, Kränkbarkeit, negativen Erwartungen und extremistischen Positionen, die sich in der Ablehnung von gleichberechtigter Teilhabe aller Gruppen niederschlagen. Maike Luhmann betont, dass es keinen Backlash in der Gleichberechtigung aller Bevölkerungsgruppen geben darf, diese sich abzeichnende Entwicklung würde uns allen schaden. Die Liste der Risikofaktoren führt uns zurück zur alleinlebenden älteren Frau mit geringer Rente, die als aktive Ehrenamtliche in einem Stadtteilzentrum ein völlig anderes Bild abgeben wird – und dort kostenlose Angebote nutzen kann.

Weitere Themen sind u. a. die Eignung des öffentliche Raums als niederschwelliger Treffpunkt, Fluch und Segen sozialer Medien für die Kontaktpflege, die Folgen Mobiler Arbeit und die Wirkung von Chatbots und Robotern in der Teilhabe von Kranken und Behinderten.

Fazit
Auch wenn das Zusammenwirken von Risikofaktoren und speziell die Vereinsamung Jugendlicher längst nicht abschließend erforscht sind, verdeutlicht die Auflistung, dass wir unsere Mitmenschen anders sehen lernen müssen, um die negative Wirkung von Vereinsamung auf uns alle zu lindern. Luhmanns leicht lesbare Bestandsaufnahme will kein Ratgeber sein, die zahlreichen Fakten und Quellen können jedoch in ehrenamtlicher und nachbarschaftlicher Tätigkeit nützen, um die bisher zu selten kommunizierte Notwendigkeit von Begegnungsorten ohne Verzehrzwang darzustellen. Hilfreich finde ich das Buch, um Barrieren zu erkennen und die eigenen Besucher/Teilnehmer in der Stadtteilarbeit individueller mit ihren Stärken wahrzunehmen.

Displaying 1 - 2 of 2 reviews