Sommer 1944. Seit vier Jahren ist die Schweiz von den faschistischen Achsenmächten eingeschlossen. Im Westen, Süden, Osten und in der Luft sind die alliierten Befreier auf dem Vormarsch. Nicht alle kommen 166 havarierte amerikanische Bomber suchen Zuflucht in der neutralen Schweiz. Diese lässt jedoch die Besatzungen nicht mehr Die Flieger werden in den Bergen interniert, wo sie hin- und hergerissen sind zwischen Fluchtgedanken, Freundschaften und romantischen Beziehungen. Entlang der Tagebücher von zwei dieser «Swiss Internees» lässt uns Jürg Flückiger in die Lebenswelt dieser Menschen eintauchen, die ganz unterschiedliche Wege finden, um im Strudel einer ungewissen Zeit nicht unterzugehen. Ihre Geschichte, ein «Casablanca in den Schweizer Bergen», ist so spannend, wie sie nur das Leben schreiben kann. Und sie stellt eine auch heute aktuelle Kann man neutral bleiben, wenn die Menschheit ihre Menschlichkeit verliert?
Wie ein Roman zieht uns dieses Buch in den Bann der Geschichte. Und doch ist es wissenschaftlich Alle Figuren haben existiert, alle Einzelheiten sind durch Quellen belegt. So erzählt es uns nicht nur eine packende Geschichte, sondern vermittelt auch Kontextwissen über die Internierungspraxis der Schweiz im Zweiten Weltkrieg und trägt zu aktuellen Debatten über die Schweizer Neutralität bei.
Die spannendsten Geschichten schreibt oft das Leben selbst – so steht es auch auf dem Klapptext. Es stimmt. Die Schicksale von Jim Hewlett und George Michel stehen stellvertretend für die hunderten Alliierten, die während des Zweiten Weltkriegs in eine unwirkliche Realität gezwungen wurden: Eine Gefangenschaft, die ihrem Namen nicht gerecht wurde. Während ihre Kamerad:innen an der Front durch die Hölle gingen, warteten sie in den idyllischen Schweizer Alpen bei Tanz, Schokolade und Pistenspass auf das Kriegsende. Wohl genau das machte den «Gefangenen» zu schaffen.
Jürg Flückiger zeigt in «Gefangene Befreier», was in den Köpfen der G.I.s vorging und welche inneren Widersprüche sie plagten. Er setzt die beiden Schicksale zudem in einen grösseren Kontext. Hewlett’s und Michel’s Aufzeichnungen sind damit ein persönliches Zeugnis der Schweizer Internierungspolitik.
Packend geschrieben und umfangreich recherchiert. So macht Schweizer Geschichte Spass.