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Narbenmädchen: Ein eindringlicher Roman über psychische Gesundheit, Freundschaft und Heilung

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Klar, ehrlich und ungeschönt

Lara ist 15 und muss die nächsten vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche verbringen. Dass sie ziemlich verrückt ist, wie sie findet, sieht man ja schon daran, dass sie Rasierklingen in die Kur geschmuggelt hat, um sich weiter schneiden zu können. Aber die Gruppentherapie nervt einfach maximal und die Psychologin erzählt auch nur so komisches Zeug. Also fängt Lara an, mit Neo und Finn über ihre Probleme zu reden. Und diese beiden Teenager schaffen es irgendwie, Laras Leben zu verändern.

Das beeindruckende Debüt der jungen deutschen Autorin

Mal lakonisch und mit Selbstironie, mal voller unterdrückter Wut, aber immer emotional packendLaras Panzer, aber auch ihre Verletzlichkeit und vor allem ihre Entwicklung nehmen die Leser*in jederzeit mit und lassen so schnell nicht mehr los

370 pages, Kindle Edition

Published March 12, 2026

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Displaying 1 - 15 of 15 reviews
148 reviews7 followers
March 2, 2026
Therapie sind die anderen

„Narbenmädchen“, der Debutroman von Lilly Bogenberger, erschienen 2026 bei dtv, ist ein mutiges und ehrliches Buch über die mental issues einer jungen Generation, berührend und nah, ganz sicher nicht nur für die Zielgruppe Young Adult, und eine kleine Mahnung an eine Elterngeneration, sich trotz der ewigen Postadoleszenz mehr mit den eigenen Kindern zu beschäftigen – weil sie es verdienen. Das Cover ziert eindrücklich eine Distelblüte, ein starkes Bild einer Pflanze, die sich ein scheinbar bombensicheres Abwehrsystem gebaut hat – und doch von jedem starken Wind umgeknickt werden kann.

So geht es auch der Protagonistin Lara, 15 Jahre alt, die sich für vier Wochen auf einer Kur in einer Heilanstalt, dem Heilige-Elisabeth-Stift befindet, unter den Teilnehmenden „Elisabethknast“ genannt. Direkt im ersten Teil werden wir auf ihren Kur-Grund gestoßen: Lara verletzt sich selbst. Warum sie das tut, werden wir erst gegen Ende des Buches erfahren, wie generell die Hintergründe der Diagnosen der Jugendlichen, die sich auf der Kur befinden, erst mit der Zeit entblättert werden – was gut ist, denn viel wichtiger als die Begründungen für das Verhalten ist der Kampf der jungen Menschen mit ihren Symptomen und der angestrengte Versuch, in der Kur Therapie und Lebenslust zu finden. Lara fühlt sich im System Kur eingesperrt und nicht gesehen, ihr Drang zur Selbstverletzung ist auch ein Freund, der ihr hilft – und so braucht es vielleicht echte Freunde, um ihr einen Weg davon weg zu zeigen, ohne dass die Autorin behauptet, dass hierin die Lösung läge. Lara erlebt in der Kur auf dem engen Raum in einem geregelten Alltag viele Konflikte, aber auch eine zarte Annäherung an Finn und Neo, die ebenfalls große Päckchen mit sich tragen, wie alle der Jugendlichen. Bogenberger vereint viele Diagnosen in einem Raum und beschönigt dabei nicht, das Buch ist nicht ohne und spart auch suizidale Episoden nicht aus, lässt aber auch immer wieder eine Menge Humor aufblitzen und die Sonne der Hoffnung in die Welt scheinen. Es ist ein berührendes, nahbares Buch, in dem Bogenberger sehr genau den Ton und die Lebenswelt einer jungen Generation trifft, die von ihren Eltern aus vielen Gründen nicht gut gesehen wird. Ihr Roman ist auch ein Plädoyer dafür, sich nicht mit einfachen Sichtweisen und Antworten zufriedenzugeben, genauer hinzuschauen.

Ein Manko des Buches ist leider die Grundkonstellation – diese ist nicht real. Dieses Ausmaß an Diagnosen wäre nicht kur-fähig und die jungen Menschen würden deshalb nie eine solche Kur verschrieben bekommen, hier würde zunächst deutlich mehr Therapie verordnet werden, bevor eine Kur in Betracht käme. Daran krankt der Roman an vielen Stellen, wobei ein junges Publikum wahrscheinlich darüber hinwegliest – mich hat es doch sehr gestört. Und leider driftet die Autorin auch in Klischees ab, natürlich konsumieren die psychisch labilen Jugendlichen auch Drogen, trinken sehr viel Alkohol, rauchen usw. Da wird nicht viel ausgelassen und das ist schade, weil es zum einen nicht wirklich eingeordnet wird, zum anderen aber eben ein Klischee ist, wahrlich nicht alle psychisch instabilen Jugendlichen verhalten sich so, ich würde mutmaßen, noch nicht einmal die Mehrheit.

Davon ab aber habe ich die knapp 350 Seiten in einem Rutsch durchlesen können und bin von diesem Debut mehr als angetan. Bogenberger schreibt lebendige Figuren mit Tiefgang und lässt uns geschickt immer tiefer in diese und ihre Beziehungen eintauchen, sie schont die Lesenden nicht und zeigt auch offen, wie schwer es ist, hier passgenau zu helfen. Viele Szenen gehen sehr ans Herz und am Ende zeigt sich: Therapie sind immer die anderen. Es braucht ein gutes Netz und dieses muss selbstgewählt sein, nur dann kann das Schutzsystem aus Stacheln aufgebrochen werden. Verantwortungsbewusst stellt die Autorin eine ausführliche Triggerwarnung voran und im Nachwort finden sich viele Adressen für Hilfsangebote. Dieses Buch hätte mir vor 20 Jahren sicher viel bedeutet und auch heute noch hat es mich auf eine emotional glaubhafte Reise genommen. Von Lilly Bogenberger werden wird noch lesen.

Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und dtv für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Wega Fritz.
4 reviews
March 17, 2026
sehr wichtiger roman über freundschaften, psychische gesundheit und letztendlich auch die überforderung mit dem thema die es immer noch gibt.
insgesamt wirklich berührend, Lilly Bogenberger macht es einem leicht, sich mit den protagonist:innen zu identifizieren und irgendwie hat das buch mich ein bisschen geheilt, wirklich eine empfehlung
Profile Image for Jessica.
69 reviews
March 16, 2026
„Narbenmädchen“ ist der Debütroman von Lilly Bogenberger und erzählt die Geschichte der 15-jährigen Lara. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive, wodurch man sehr nah an ihren Gedanken und Gefühlen ist.
Lara wird wegen ihrer selbstzerstörerischen und selbstverletzenden Handlungen für vier Wochen auf „Kur“ geschickt. Dabei handelt es sich weder um eine klassische Psychiatrie noch um ein richtiges Krankenhaus. Die Jugendlichen selbst nennen die Einrichtung daher passenderweise „Elisabethenknast“. Genau dort trifft Lara auf andere junge Menschen, die ebenfalls ihre eigenen Geschichten und Probleme mitbringen.
Interessant fand ich die Figuren. Lara, Neo und Finn sind sehr unterschiedliche Charaktere, die alle ihre eigenen Erfahrungen und Gründe mitbringen, warum sie dort gelandet sind. Nach und nach erfährt man mehr über ihre Hintergründe und beginnt besser zu verstehen, was sie geprägt hat. Gerade diese langsame Aufarbeitung der Geschichten hat mir gut gefallen. Im Verlauf der Handlung machen die Hauptfiguren Schritt für Schritt eine Entwicklung durch. Diese Veränderungen wirken nachvollziehbar und zeigen, dass der Aufenthalt für sie letztlich doch eine wichtige Erfahrung ist. Das Buch beschäftigt sich mit sehr sensiblen und wichtigen Themen wie Mental Health, selbstverletzendemVerhalten, Depressionen, Ängsten und Traumata. Die Autorin beschreibt diese offen, emotional und teilweise auch schonungslos, verliert dabei aber nie den Blick für zwischenmenschliche Momente wie Freundschaft, Verständnis und gegenseitige Unterstützung. Der Fokus liegt dabei weniger auf der genauen Schilderung eines spezifischen Krankheitsbildes. Leider werden manchmal zu viele Themen oberflächlich angekratzt und nicht weiter eingeordnet, was ihrer Schwere und dem damit verbundenen Leid nicht wirklich gerecht wird.
Insgesamt fiel mir der Einstieg in die Geschichte recht leicht. Der Schreibstil ist locker und gut lesbar, teilweise stark von Jugendsprache geprägt. Daran musste ich mich zu Beginn erst ein wenig gewöhnen, für die eigentliche Zielgruppe wirkt es jedoch sehr passend und authentisch. Leider wurde ich trotz der authentischen und detaillierten Beschreibung des Erlebens der Protagonistin nicht wirklich warm mit ihr, aber vielleicht habe ich da zu sehr aus der Arbeitsperspektive drauf geschaut. Ein Fauxpas, der mir noch ins Auge stach, war die mehrmalige Verwechslung von autogenem Training und progressiver Muskelentspannung. Das hätte bei der Recherche eigentlich auffallen müssen. Aber da kommt wieder der Arbeitsmodus durch.
Insgesamt ist „Narbenmädchen“ ein berührender Roman, der einige schwierige Themen bespricht und vor allem für jüngere LeserInnen empfehlenswert ist.
Profile Image for Lena.
106 reviews1 follower
Review of advance copy
March 8, 2026
Lara ist 15 und in einer 4-wöchigen Kur gelandet, in der sie durch verschiedene Therapieangebote wieder „auf den rechten Weg“ gebracht werden soll. Ich fand die Perspektive der Teenagerin (auch wenn das bei mir schon ein paar Jahre her ist) sehr realistisch dargestellt, auch die teilweise Benutzung von Jugendsprache kam mir authentisch vor (soweit ich das eben beurteilen kann).
Zuerst findet Lara alles ziemlich scheiße, die Therapien unnötig und nutzlos und die anderen Patient:innen nerven sie zum Großteil auch. Nach und nach erfahren die Leser:innen, warum Lara und die anderen überhaupt in der Kur sind. Die Triggerwarnung am Anfang des Buches war dementsprechend auf jeden Fall angebracht. Lara hat vor einigen Monaten angefangen, sich in die Arme und Beine zu schneiden, weil sie kein anderes Ventil für ihre angestauten Emotionen gefunden hat. Ihre Eltern waren damit anscheinend überfordert und haben sie in die Kur „abgeschoben“.
Einige Probleme der Jugendlichen fand ich zu „extrem“ für diese Art von Kur (ich denke, in der Realität wären stark essgestörte oder suizidgefährdete Jugendliche nicht mehr in einer präventiven Maßnahme untergebracht).
Langsam freundet Lara sich aber mit Neo und Finn an und die drei beginnen, mehr über ihre Probleme zu sprechen. Die Gespräche fand ich sehr gut beschrieben, sehr nachvollziehbar, vor allem das Gefühl, nicht reinzupassen, gar nicht zu wissen, was man mit seinem Leben anfangen soll, etc. – was (vielleicht in abgeschwächter Form) wahrscheinlich jede:r kennt).
Etwas gefehlt hat mir die Auseinandersetzung von Lara mit ihren Eltern. Gerade als langsam herauskommt, warum ihre Probleme überhaupt angefangen haben. Hier habe ich gefragt, ob nicht auch die Therapeut:innen der Klinik in der Pflicht wären, die Eltern mehr einzubeziehen. Vor allem die Beziehung zur Mutter – wie schlimm muss es sein, dass sie der eigenen Tochter nicht glaubt, Lara zum Problem macht, ihr einredet, „krank“ zu sein und sie lieber wegschickt, als gemeinsam an den Problemen zu arbeiten.
Auch in die Therapiesitzungen hätte ich mir einen etwas konkreteren Einblick gewünscht, so bleibt sehr vage, was Lara in den 4 Wochen mit den Therapeut:innen konkret besprochen hat. Allerdings lag der Fokus ja auf der Freundschaft der Jugendlichen, und diese wurde sehr authentisch und intensiv dargestellt.
101 reviews
March 15, 2026
Das Cover gefällt mir gut, diese spitz zulaufenden Distelstacheln wirken durchaus verletzend und Narben hinterlassend, also sehr passend, gut platziert auf schwarzem Hintergrund.
Der Debütroman „Narbenmädchen“ von der Autorin Lilly Bogenberger, ist die sehr berührende, emotional nachwirkende Geschichte der 15-jährigen Lara, erzählt in Ich-Form. Erzählt auch in einer leicht lesbaren, locker-flockigen, oftmals Jugendsprache, an welche ich mich erst ein wenig gewöhnen musste, jedoch passend für die eigentliche Zielgruppe ;-)
Lara muss wegen ihrer selbstzerstörerischen und selbstverletzenden Handlungen für 4 Wochen gezwungenermaßen auf „Kur“, das bedeutet, es ist zwar keine Psychiatrie, aber auch kein wirkliches Krankenhaus, dafür genannt „Elisabethenknast“, also irgendetwas aus allem.
Die Protagonisten sind sehr interessant, intensive Persönlichkeiten mit jeder seiner eigenen Geschichte, die sie krank gemacht hat an Leib und Seele. Erst nach und nach erlebt man mit bzw versteht, weshalb gerade diese Jugendlichen – Lara, Neo und Finn) zusammengefunden haben. Das Buch nimmt einen mit auf eine Reise zu Freundschaft, Verständnis, Zuhören und Verstehen. Sich zur rechten Zeit zurücknehmen oder anbieten. Im Laufe der Handlung machen die Hauptprotagonisten step-by-step nachvollziehbare Entwicklungsveränderungen durch, für welche sich am Ende der Aufenthalt gelohnt hat.
Das Buch handelt von einem für Jugendliche wichtigem, schmerzhaften Thema, stark und schonungslos, wütend, verletzlich aber auch trotzdem mit einer Prise Selbstironie geschrieben, ich nehme an, die Autorin hat entweder sehr gut recherchiert oder viele Gespräche geführt, es wirkt alles sehr authentisch.
Von mir gibt es eine Leseempfehlung, vor allem für junge Menschen, jedoch auch für Leserinnen und Leser, welche diese besser verstehen lernen wollen. Obwohl ich schon älter bin, hat mich dieses Buch sehr angesprochen und berührt.
15 reviews
March 16, 2026
Lara ist 15 Jahre alt und verletzt sich selbst, daher wird sie für 4 Wochen in eine Kurklinik eingewiesen. Doch kann diese Klinik ihr die Hilfe bieten, die sie wirklich benötigt, und wird sie die Chance auf Veränderung überhaupt ergreifen können?

Schon die ersten Seiten sind sehr aufwühlend. Man ist sofort mitten im Geschehen und kann Laras Wut, Hilflosigkeit und Angst spüren. Die Handlung wird ungefiltert aus Laras Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich flapsig. Ich habe das Gefühl, Lara steht neben mir und ich kann ihre Gedanken quasi hören. Nichts wird beschönigt. Der Hintergrund ihres Verhaltens erschließt sich nur langsam.

Lara erscheint sehr authentisch und auch die anderen Jugendlichen, die im Laufe des Buches zunehmend an Profil gewinnen, sind sehr glaubwürdig dargestellt. Ihre Gefühle lassen sich sehr gut nachvollziehen. Die Geschichte ist einfühlsam geschrieben und besitzt eine eindrucksvolle emotionale Tiefe. Besonders die Freundschaft zwischen Lara, Neo und Finn ist berührend und von großer Wärme geprägt.

Es ist ein Buch, das stellenweise sehr nervenaufreibend sein kann, besonders für Menschen, die bislang noch nicht mit diesem Thema in Berührung gekommen sind. Daher ist die Anmerkung der Autorin zum schwierigen Inhalt zu Beginn des Buches sehr sinnvoll. Positiv hervorzuheben ist auch die Zusammenstellung von Hilfe- und Anlaufstellen am Ende. Gut gefällt mir zudem, dass das Tabuthema der Selbstverletzung offen angesprochen wird.

Auch der Schluss ist gelungen: Er verspricht nicht zu viel, lässt aber dennoch ein kleines Pflänzchen Hoffnung wachsen.

FAZIT: Ein intensives, bewegendes Buch über ein schwieriges Thema. Absolut lesenswert!
Profile Image for Mariola Pijewski.
6 reviews
Read
March 10, 2026
Lara ist fünfzehn und sie muss für vier Wochen in eine Kur Klinik, weil Lara psychische Probleme hat und sich schneidet , im Kur sie muss zurechtkommen mit die anderen "schwierigen" Jugendlichen uns sie muss sich selber unter die dicken Panzer finden...

In klaren, ehrlichen Worten beschreibt die Autorin der Alltag einer psychischzerstörten Mädchen und ja ich war mit die Ehrlichkeit überrumpelt , am Anfang habe ich noch gedacht, Lara reiß dich zusammen, warum machst Du so ein Blödsinn ? ,schau nach vorne mit mehr Optimismus... und dann war ich baff, weil eigentlich alle auf den Kur die psychische Probleme die Erwachsenen, meistens eigenen Eltern, verdanken. Die Autorin zeigt deutlich mit die Laras Geschichte dass die "kaputte" Kinder waren nicht immer kaputt, die haben früher normal funktioniert , schlimm ist das dass nur wenige können sich noch "reparieren" und normale Leben führen, eigentlich statt die Kinder sollen die Eltern , oder noch besser die sollen zusammen solche Kur machen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe dass viele Erwachsene werden das "Tagebuch " von Lara lesen und danach sich ändern.

Das Cover ist unglaublich gut auf das Inhalt angepasst, die schöne zarte Blume hat keine Chance in der Dunkelheit weiter wachsen und gesehen zu werden, zu erst muss der Licht kommen und dann kann die Blume erst aufblühen.
Profile Image for Ingrid.
108 reviews
Review of advance copy
March 9, 2026
Berührendes Debüt

Ein Teenager, Lara, mitten zwischen Kind und Erwachsener, abgeglitten in eine Welt des Selbstverletzens, aus der sie sich selbst keinen Ausweg vorstellen kann. Ihre Eltern bringen sie in deren völliger Verzweiflung in eine Kuranstalt für Kinder mit ähnlichen Problemen. Anfangs setzt sie ihr Verhalten mit schier unendlicher Kreativität fort. Bis sich schließlich ein zartes Pflänzchen auftaut, das ihr doch Hoffnung auf ein geregeltes Leben gibt.

Die Autorin schreibt in sehr direkter und unverblümter Art und Weise aus der Sicht von Lara. Das Buch spricht schwierige Themen an, weswegen bereits am Anfang eine deutliche Triggerwarnung Bescheid gibt, denn so ein Buch sollte man nur mit einer gewissen psychischen Stabilität lesen. Man kann sich in die Lage von Lara sehr gut einfühlen. Besonders gut hat mir die Darstellung von Laras Charakter und ihre Beziehung zu den anderen Jugendlichen gefallen. Wer ein Buch für Erwachsene mit besonders viel Tiefgang erwartet, ist hier allerdings fehl am Platz, das Buch spricht vor allem Jugendliche an, was anfangs zu etwas Verwirrung führt. Nichtsdestotrotz hat man es mit einem äußerst gelungenem und realitätsnahen Roman zu tun, mit Problematiken, die in unserer heutigen Zeit immer häufiger auftreten.
336 reviews
March 19, 2026
Zum Inhalt: Dieser Roman spielt in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche und bietet damit ein eher ungewöhnliches Setting, das Raum für intensive zwischenmenschliche Entwicklungen schafft. Im Mittelpunkt stehen die Figuren Lara, Neo (Torben) und Finn, deren unterschiedliche Hintergründe und Persönlichkeiten im Verlauf der Handlung nach und nach beleuchtet werden.
Meine Meinung: Ich habe diese Story mit gemischten Erwartungen begonnen und war vor allem von der ruhigen, einfühlsamen Erzählweise der Autorin überrascht. Besonders die Geschichte von Lara hat mich nach und nach immer mehr berührt. Ihr innerer Kampf mit Selbstzweifeln und der Wunsch nach Selbstakzeptanz wirkten auf mich sehr authentisch.
Interessant finde ich auch die Dynamiken innerhalb der Klinik und insbesondere, wie die Jugendlichen mit ihren individuellen Herausforderungen umgehen.
Besonders hervorzuheben ist auch der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin. Dieser macht es leicht, der Geschichte zu folgen und sich in die Gedankenwelt der Charaktere hineinzuversetzen.
Auch das Buchcover fügt sich stimmig in das Gesamtbild ein.
Mir hat diese leise, aber eindringliche Geschichte über Selbstwert und den schwierigen Weg zur Selbstliebe gut gefallen.
1,333 reviews3 followers
Review of advance copy
March 2, 2026
Die 15-jährige Lara verbringt vier Wochen in einer Kurklinik für verhaltensauffällige Jugendliche. Sie schnuggelt Rasierklingen in die Kur und schneidet sich damit. Die Gruppentherapien und die Gespräche mit der Psychologin geben Lara nicht viel, dafür vertraut sie sich den Mitpatienten Neo und Finn an und redet über ihre Probleme. Es entsteht daraus eine ganz besondere Verbindung...

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, der Schreibstil ist intensiv und schonungslos, so wir eine psychisch auffällige Teenagerin eben denkt und redet. Man fällt direkt in die Story rein und ist sehr nah bei der Protagonistin Lara, auch wenn ich sie nicht unbedingt sympathisch finde, so kann ich sie doch in gewisser Weise nachvollziehen. Vorallem ihre Gespräche mit Finn und Neo fand ich ultragut und nahbar geschrieben und beide Jungs habe ich in mein Herz geschlossen! Es gab ein paar Passagen die etwas langatmig waren und manche Situationen in der Klinik fand ich manchmal auch etwas konstruiert, aber das wichtigste, das zwischenmenschliche der drei Teenager wird wunderbar geschrieben!

Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und gute 4 Sterne für diese besondere Geschichte.
4 reviews
Review of advance copy
March 9, 2026
Lilly Bogenberger gibt Mädchen wie Lara eine Stimme. Im wahrsten Sinne, denn Lara ist die Erzählerin in diesem Buch. Sie erzählt uns, wie beschissen alles ist. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und wählt drastische Worte, die womöglich sogar etwas übertrieben oder aufgesetzt wirken. Doch nach und nach findet Lara ihre eigene Stimme. Versucht dieser anderen, fiesen Stimme in ihrem Kopf zu widersprechen. Dieser Stimme, in der nachhallt, was andere sie glauben machen wollen. Dass sie selbst Schuld sei. Dass niemand sie wirklich lieben könne. Und irgendwann bricht es dann aus ihr heraus „WAS IST DENN ÜBERHAUPT DAS VERFICKTE PROBLEM UND WOMIT HABE ICH DAS VERDIENT?!“ (S. 315). Hast du nicht. Du bist nicht Schuld.
Ein sehr lesenswertes Buch über junge Menschen mit psychischen Erkrankungen, die Welt, die ihnen Schmerz zugefügt hat und den hindernisreichen Weg in Richtung Besserung. Die Autorin lässt Lara immer wieder wunderbar treffende Worte dafür finden. Ich ende mit noch einem Zitat: „Wie immer hat mein Körper seinen Job gemacht, hat die kaputten, zerfetzten Zellen repariert und neue Zellen geschickt, um die Löcher zu stopfen“ (S. 301).
271 reviews
March 29, 2026
Lara kommt in eine Klinik für verhaltensauffällige Jugendliche doch es ist gar nicht so leicht, den Panzer abzulegen und die Gruppentherapie zuzulassen.

Ich finde die Thematik unglaublich wichtig. Besonders in der heutigen Zeit lastet so viel Druck und viele Vergleiche auf Jugendlichen. Kein Wunder, dass viele Hilfe brauchen. Hinzu kommen die ganzen anderen Themen im Alltag. Dieser Roman beschäftigt sich mit psychischen Belastungen, Selbstverletzungen und einer wütenden und zeitgleich verletzlichen Protagonistin.

Sprachlich passt es zum Alter der Figur, hatte für mich aber auch ein paar Längen und zähe Momente. Deswegen kann ich leider keine 5 Sterne vergeben, obwohl die Dringlichkeit des Themas es verdient hätte.

Das Cover mit der Distelblüte passt für mich sehr gut und hatte mich auch direkt neugierig gemacht, muss ich zugeben.

Leseempfehlung aber bitte bedenkt, dass es um Themen wie Selbstverletzung, Ängste, Wut, Alkoholkonsum und Ängste geht. Das ist nicht für jeden was, denn durch die ich-Perspektive ist man sehr nah dran. Achtet da auf euch.
Profile Image for Janina.
24 reviews
March 13, 2026
Ich würde dem Buch etwa 3,5 von 5 Sternen geben. Narbenmädchen von Lilly Bogenberger hat mir insgesamt gut gefallen - vor allem, weil es sich sehr flüssig lesen lässt. Ich konnte es einfach so „durchlesen“, obwohl die Geschichte ehrlich erzählt ist und einen emotional nicht unbedingt schont.

Gleichzeitig bin ich beim Lesen immer wieder über einige Klischees gestolpert, die mich etwas gestört haben. Vielleicht fällt das der jüngeren Zielgruppe weniger auf, aber für mich hat es an manchen Stellen die Geschichte etwas flacher wirken lassen. Auch das Setting kam mir teilweise nicht ganz logisch vor.

Trotzdem halte ich das Buch für sehr wichtig. Ich wünsche mir, dass es nicht nur von Jugendlichen gelesen wird, sondern auch von Eltern, Lehrkräften und anderen Bezugspersonen. Vielleicht hätte ich mir stellenweise etwas mehr Tiefe und weniger Klischees gewünscht – aber insgesamt ist es ein gelungenes Buch mit einem sehr zugänglichen Schreibstil für junge Leser*innen.
198 reviews2 followers
March 17, 2026
das cover hat mich schon beeindruckt und die beschreibung verdeutlicht, dass es um ein schweres thema geht. sehr informativ wird erklärt wie sich die protagonistin fühlt, warum sie so denkt und auch, wie andere denken und handeln. toll, wie geschildert wird dass sie bei gleichgesinnten ansprache findet und dennoch sich distanziert. auch andere problematiken werden erläutert und alles in jugendverständlicher sprache. es gibt einiges zu lernen daraus und die schilderungen bewegen und regen zum nachdenken an. warum ritzt sich jemand, wie geht es in der klinik zu, wie agieren die psychotherapeuten und welche ansätze zur bearbeitung werden angebracht. auch andere thematiken werden verdeutlicht, durch die kontakte in der klinik. schwierigkeiten nach aussen, mit der familie und den freunden kommen zur sprache. für mich ein sehr ehrliches und authentisches buch, das unbedingt viele leser finden sollte.
43 reviews
Read
February 28, 2026
„Narbenmädchen“ von Lilly Bogenberger ist kein leichtes Buch aber ein unglaublich wichtiges. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte und emotional stark eingebunden. Die Autorin schreibt klar, direkt und ungeschönt, ohne dabei sensationsheischend zu wirken. Gerade diese Nüchternheit macht vieles noch eindringlicher.
Besonders beeindruckt hat mich, wie authentisch die Gefühle und inneren Konflikte dargestellt werden. Die Figuren wirken greifbar und echt, mit all ihren Schwächen, Ängsten und Hoffnungen. Man leidet mit, versteht, hinterfragt und wird immer wieder zum Nachdenken angeregt.
Die Sprache ist schnörkellos, teilweise hart, aber stets passend zum Thema. Das Buch geht unter die Haut und bleibt auch nach dem Zuklappen noch lange im Kopf. Es ist keine Geschichte, die man „einfach so“ liest sie fordert Aufmerksamkeit und Empathie.
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