»Carla Hinrichs schreibt mit einer Dringlichkeit, die ihren politischen Schmerz in eine poetische Analyse verwandelt.« Samira El Ouassil
Carla Hinrichs schläft noch, als ein Einsatzkommando unter Berufung auf § 129 StGB ihre Wohnung stürmt. Der Bildung einer kriminellen Vereinigung, der Letzten Generation. Die Jurastudentin aus Bremen, die sich dafür einsetzt, dass Gesetze auch vom Staat eingehalten werden, landet nun selbst dafür vor Gericht. Dieses Buch ist ein erschütterndes Zeugnis davon, wie verletzt unsere Demokratie ist und der dringliche Appell, die eigenen Grundrechte immer wieder aktiv zu nutzen – solange wir sie noch haben.
Hier geht es nicht um die Klimakrise. Hier geht es um die Demokratie und um die Autokratisierung unseres Staates. Und um den Paragraphen 129 StGB. Ein Gesetz, das die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Terror und Mafia bemächtigen soll und das missbraucht wird, um Grundrechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Die Anklage gegen Carla Hinrichs und die Letzte Generation wird dadurch zu einem Präzedenzfall gegen die Zivilgesellschaft. Denn ihr Protest war stets gewaltfrei, doch nun droht ihnen Gefängnis. Spannend, emotional und aufrüttelnd erzählt Carla Hinrichs hier die Geschichte einer politisch engagierten jungen Frau und einer der kontroversesten Bewegungen der letzten Dekade.
» zu kriminalisieren, ist ein Angriff auf unsere Grundrechte.« Amnesty International
musste das beruflich lesen und es ist a) ein typischer Fall von nem Text der für ein Buch länger sein musste als nötig, 150 Seiten hätten es auch getan, b) wirklich sehr gut wenn Hinrichs beschreibt wie sie sich über die Jahre des Aktivismus verändert hat und was der Staat mit der Repression der Letzten Generation in ihren verschiedenen Formen jeweils (!) bezweckt und vorbereitet und c) so wie die Letzte Generation insgesamt anscheinend völlig uninteressiert daran, wie man Macht aufbaut, stattdessen gelten Aufmerksamkeit nach außen und ein Gefühl der Selbstwirksamkeit nach innen als Selbstzweck, was die Lektionen aus dem Buch wirklich nur auf b) beschränkt, außer es stellt sich heraus dass die Hoffnungen auf langfristige gesellschaftliche und juristische Veränderung infolge des Protests analog zur Bürgerrechtsbewegung in den USA berechtigt ist. aber s. c) glaub ich nicht. hab mich jedenfalls oft geärgert bei diesem buch, merkt man vielleicht.
Gute Buch, aber keine Überraschenden Inhalte. Wenn wir später mal zurück schauen, würden wir uns wohl wünschen, es hätten sich mehr auf die Straße geklebt.
Mit viel Emotionen, Pathos, aber auch fachlicher und wissenschaftlicher Tiefe beschreibt Carla Hinrichs in meine verletzte Generation ihren persönlichen Weg in und mit der Protestbewegung „die letzte Generation“, auch als Klimakleber durch die Springer Medien diffamiert, die sich durch zivilungehorsam, zum Beispiel auf die Straßen kleben hervorgetan getan haben. Sie geht aber nicht nur darauf ein, wie die letzte Generation entstanden ist, welche Beweggründe sie hatte, sondern sie beschreibt auch sehr klar und deutlich, mit welch zweierlei Maß Politik, Polizei und Staatsgewalt im Umgang mit friedlichen Protesten - zum Beispiel auch im Gegensatz zu den Bauernprotesten - messen. Wie die Staatsgewalt, Gerichte, aber auch Politik, aus friedlichen, protestierenden Narrativ Terroristen machten und somit der vollen Härte des Rechtsstaates gegen friedlich protestierende vorgingen. Ich bin nicht nur sehr beeindruckt von Carla Hinrichs als Person, sondern auch von der Entwicklung und dem, was die letzte Generation erreicht hat. Schade nur, dass unser aktuelles politisches Klima global, viele der Errungenschaften auch der vorherigen Proteste für die Erhaltung unseres Planeten zunichte machen. Unbedingt ein must-read!
Tiefe Einblicke, in die letzte Generation und die Mechanismen von Medien und staatlichen Repressionen. Eine überraschend tiefgründige Diskussion der parlamentarischen Demokratie, deren Unzulänglichkeiten und Möglichkeiten zur Verbesserung.