Ein Elite-Internat, ein Basketballcoach und eine brisante Einladung aus Nordkorea ...
Frank Bichsel, Sportlehrer an einem Schweizer Elite-Internat, erhält eine persönliche Einladung aus Pjöngjang – von seinem ehemaligen Basketballschüler Kim Jong-un. Was als absurde Erinnerung beginnt, wird zur Reise in die eigene Vergangenheit, zur Konfrontation mit Schuld, Macht und Menschlichkeit. An der Grenze zwischen Realität und Fiktion hat Tom Kummer einen radikalen, berührenden Roman geschrieben über die dunklen Seiten der Erziehung, die Sehnsucht nach Versöhnung und die Kraft der Geschichten, die uns am Leben halten.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass Kim Jong-un in Bern zur Schule gegangen ist. Jahrzehnte später erhält sein Basketball-Coach Frank eine Einladung aus Pjöngjang – und steht nun vor der Frage, ob er dem Diktator begegnen soll. Bei den Besuchen am Sterbebett seiner Mutter verdichten sich Erinnerungen, Schuldgefühle und politische Zweifel. Seine Partnerin Renee, radikal und unberechenbar, will Kim töten. Zwischen Internatsintrigen, Influencer-Druck und moralischer Verantwortung muss Frank sich Flucht oder Konfrontation?
Ui, schwierig, interessante, tolle Idee, wirre Umsetzung. Frank Bichsel ist Sportlehrer und ehemaliger Basketballer an einem Schweizer Elite-Internat, hier werden "wichtige" und geheime Jugendliche aus der ganzen Welt unterrichtet. So auch Kim Yong-Un, "Kimu" und seine Schwester. Es kam zu einer Bindung, Freundschaft. Nun folgt eine Einladung nach Nordkorea und die Vergangenheit wohl "Fräna" ein. Soll er gehen, was ist mit seiner sterbenden Mutter. Seine Liebschaft und Kollegin soll ihn begleiten, scheint aber einen dunklen Plan zu haben. Politik, Mordkomplotte, Geschichte, Familienbünde und Drogen ergeben einen wirren Mix, vielversprechender Anfang, ich habe auf mehr Basketball gehofft. Insgesamt ein "What the fuck did i just read"-Buch. 3 Sterne
Fränä, wie die Berner Hauptperson genannt wird, ist Sportlehrer an einem Eliteinternat in Bern. Dort werden vor allem Diplomatenkinder aus aller Welt unterrichtet. Dass Fränä früher mal den Diktator Kim Jon-Un in Basketball gecoacht hat, droht ihm und dem Internat zum Verhängnis zu werden. Über seine Zeit mit 'Kimu' erinnert sich Fränä intensiv seit er vom Diktator einen Brief mit einer Einladung zu einem Staatsbesuch bekommen hat. Viel wichtiger als Kimu und ihre gemeinsame Zeit ist ihm aber seine Mutter, die sterbend im Pflegeheim liegt. Er besucht sie täglich und ihre Beziehung wird mit jeder Erzählepisode fragwürdiger. Er erzählt ihr Geschichten - vor allem über seine Erlebnisse mit Kimu, aber auch darüber, was er mit seiner Kollegin René tun würde, wenn sie gemeinsam nach Nordkorea reisen. Die Mutter von Fränä, eine Aktivistin und Terroristin aus der 68er-Generation, will vor allem hören, dass sie ein Attentat auf Kim ausüben. Auch die restlichen Figuren um Fränä erwarten das von ihm, doch er versteht diesen Drang nicht und erinnert sich sehr liebevoll an seinen früheren Schützling.
Um den Diktator ging es schlussendlich sehr wenig und der Roman zeigt stattdessen eine immer abstossendere Beziehung zwischen der Hauptfigur und ihrer Mutter. Den Erzählstil fand ich unfertig, für mich hat es zwischen den Situationen an stilistischen Überleitungen und Verknüpfungen gefehlt. Die Frauenfiguren fand ich unglaubwürdig, auch wenn es sich um einen unzuverlässigen Erzähler handelt, lassen sich die Ungereimtheiten im Verhalten der anderen Figuren für mich nicht erklären. Im Vergleich zu 'Von schlechten Eltern' habe ich in diesem Roman Kummers poetischen Schreibstil vermisst, dafür wurde ich daran erinnert, wie unangenehm Kummer Situationen beschreiben kann. Was ich handwerklich bemerkenswert finde, schmälert dennoch mein Lesevergnügen und ich bin überzeugt davon, dass Kummer gar nicht will, dass wir uns mit seinen Romane wohlfühlen.
Tom Kummers letzte Bücher waren autofiktional. Dieser neue Roman ist da anders, dennoch auch sehr raffiniert. Die Grundidee wirkt absurd. Ein Basketball-Trainer hat vor 30 Jahren den heutigen Diktator von Nordkorea, Kim Jong-un, trainiert. Damals war Kim Jong-un ein Junge, der ein paar Jahre in Bern lebte. Das basiert offenbar auf Tatsachen.
Der Trainer fühlt sich heute schuldig, damals einen Jungen unterstützt zu haben,der dann ein Monster wurde. Jetzt bekommt er eine Einladung. Er fragt sich, soll er reisen und was dann tun.
Immer wieder erzählt er seiner sterbenden Mutter davon und von der Vergangenheit. So nimmt eine Mutter-Sohn-Beziehung einen wichtigen Aspekt im Buch ein. Das Buch ist gut gemacht, auch wenn es mich nicht so berührt hatte, wie seine letzten beiden Bücher. Aber wirklich originelle Bücher sind selten, daher empfehle ich Freiwürfe mit einem Diktator.