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Die geheime Mission: Roman (Die Kurierin-Reihe 1)

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Die erste Schlacht des Kalten Krieges

Nela wächst als Tochter einer Kommunistin auf und hilft beim Aufbau in der Sowjetischen Zone. Vom Vater redet die Mutter nur verächtlich, er ist in ihren Augen ein Kollaborateur der Nazis. Nela trifft sich heimlich in Westberlin mit ihm. Je näher sie den Vater kennenlernt, desto mehr erfährt sie über ihn und die tragische Vergangenheit der Familie. Und desto mehr muss sie ihre Ideologie hinterfragen. Als die Lage in den westlichen Sektoren Berlins sich weiter zuspitzt, gesteht ihr der Vater, für die CIA zu arbeiten, und macht sie zur Kurierin zwischen Ost und West. Bald steht Nela zwischen allen Fronten und muss entscheiden, wen sie künftig unterstützen will. Auch Erik, den sie in der Redaktion der »Jungen Welt« kennenlernt, wirft Fragen auf. Wochenlang bleibt er verschwunden und offenbart ihr nicht wohin. Wem kann Nela noch vertrauen?

369 pages, Kindle Edition

First published June 8, 2026

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About the author

Titus Müller

52 books21 followers
Geboren am 15.10.1977 in Leipzig. Studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaften und Publizistik. 1998 gründete er die Zeitschrift „Federwelt“ und war bis 2001 Herausgeber und Redakteur, bei einer Gesamtauflage von 18.000 Exemplaren. Heute erscheint die Zeitschrift im Uschtrin Verlag. 2002 veröffentlichte Titus Müller mit 24 Jahren seinen ersten Roman „Der Kalligraph des Bischofs“. 2005 wurde er mit dem C.S. Lewis-Preis ausgezeichnet, dotiert mit einem fünfwöchigen Schreiburlaub auf der Isle of Wight. Im gleichen Jahr belegte er den zweiten Platz beim Würth-Literaturpreis der Universität Tübingen.

2008 erhielt sein Roman „Das Mysterium“ den Sir Walter Scott-Preis in Bronze als einer der drei besten historischen Romane der letzten zwei Jahre. Für den Roman „Nachtauge“ wurde er 2014 im Rahmen einer Leserumfrage zum Histo-König des Jahres gewählt. Im selben Jahr nahm ihn die Schriftstellervereinigung P.E.N. (PEN-Club) auf.

Titus Müller ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er lebt mit seiner Familie im Hügelland zwischen Isar und Inn.


Wer ich bin
"Als Kind grüßte ich jeden Morgen einen Mann, ohne ihn zu kennen. Es war eine Gewohnheit, die ich liebte. Nie haben wir ein Wort gewechselt, das kurze Heben der Hand machte uns zu Vertrauten. Wohin er ging, während ich zur Schule fuhr, weiß ich nicht. Nach meinem letzten Schultag sah ich ihn nicht wieder. Während des Studiums erfand ich ein neues Ritual. Ich entdeckte ein Schild am Nebeneingang zum Universitätscampus: „Post und Lieferanten“.
Gebunden durch eine stille Absprache mit mir selbst, betrat ich das Gelände nur noch durch diese Hinterpforte. Nach meinem letzten Tag, als habe man darauf gewartet, wurde die Pforte mit einem schmiedeeisernen Tor verschlossen. Heute verwittert das Schild für „Post und Lieferanten“. Niemand braucht es mehr.

Ungelesene Bücher stelle ich nicht ins Regal, nur die gelesenen. Es ist mir gleich, ob ich dabei Buchreihen auseinanderreiße.

Ich tauche beim Schreiben in die Lebenswelt zurückliegender Jahrhunderte ein. Durch diese Reisen in eine Zeit von Seuchen, Schwertern und Dampflokomotiven sehe ich den eigenen Alltag mit neuen Augen. Wir leiden darunter, dass das Leben an uns vorbeirauscht. Wir arbeiten, schlafen, essen, arbeiten, schlafen, essen – und wünschen uns, wieder zu hören, wie am Morgen eine Amsel singt. Wir wünschen uns, die Ameise zu sehen, die eine Tannennadel schleppt. Wir wollen den Wind spüren, der über unsere Wangen streicht. All das ist jeden Tag da, die Amsel, die Ameise, der Wind. Nur wir sind blind geworden durch unsere Lebensgeschwindigkeit.

Was ich sammele, halte ich den Menschen hin. Kleine Fundstücke: eine Murmel, eine Vogelfeder, eine alte Bahnfahrkarte. Ich bin Sammler, Staunender und Entdecker von Beruf."

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June 10, 2026
Es gibt Autoren, die das geteilte Deutschland als bloße Kulisse benutzen, als historisches Bühnenbild, vor dem sich beliebige Schicksale abspielen ließen. Titus Müller gehört nicht zu ihnen. In "Die geheime Mission", dem Auftakt seiner neuen „Kurierin-Reihe", wird die Trennlinie zwischen Ost und West nicht nur über Berlin gezogen, sondern mitten durch eine Familie – und damit, was ungleich heikler ist, mitten durch einen einzelnen Menschen.

Dieser Mensch heißt Nela. Sie wächst als Tochter einer überzeugten Kommunistin auf, hilft beim Wiederaufbau in der Sowjetischen Zone und hat gelernt, den abwesenden Vater mit der Verachtung der Mutter zu betrachten: ein Kollaborateur, ein Verräter, eine Leerstelle, die man besser nicht füllt. Dass Nela sich dennoch heimlich mit ihm in Westberlin trifft, ist der erste jener kleinen Verrate, aus denen Müller seine Dramaturgie spinnt. Denn je besser sie den Vater kennenlernt, desto unbequemer wird die fertige Wahrheit, mit der sie aufgewachsen ist. Und desto schwerer fällt die Frage, die der Roman mit bemerkenswerter Geduld vorbereitet: Wem gehört eigentlich die eigene Überzeugung?

Müllers große Stärke ist, dass er Zeitgeschichte nicht erklärt, sondern erfahrbar macht. Der Roman transportiert gekonnt die Mechanik des Kalten Krieges – Misstrauen, Doppelbödigkeit, die ständige Gegenwart der Angst – und übersetzt sie in Figuren, ohne ins Lehrhafte zu kippen. Die Spannung entsteht weniger aus dem Spionagehandwerk, das Titus Müller gleichwohl präzise und ohne falsche Romantik schildert, als aus einer inneren Bewegung: Aus dem Mädchen, das einer Ideologie dient, wird eine junge Frau, die zu denken beginnt. Dass ihr Vater - mittlerweile CIA-Führungsoffizier - sie bei den Treffen als Kurierin zwischen den Welten benutzt, ist deshalb nicht nur ein Plottwist, sondern eine moralische Zumutung, an Nela wie an den Leser, der längst aufgehört hat, eindeutig Partei zu ergreifen, auch wenn man einwenden könnte, dass die Sympathien hier und da etwas ungleich verteilt werden - die Figuren in der Sowjetzone bleiben mit Ausnahme von Nela wenig sympathisch.

Bemerkenswert ist, mit welcher Leichtigkeit Titus Müller diese Schwere trägt. Seine Sprache sucht nicht das Pathos der großen Geste. Sie bleibt klar, unaufgeregt, fast freundlich und entfaltet gerade dadurch ihre Wirkung. Wo andere die Teilung Berlins zum Symbol aufblasen, lässt er sie zunächst nur eine Demarkationslinie auf einer Straße sein, über die man, fast beiläufig, in ein anderes Leben tritt.

Als Auftakt einer Dilogie macht der Roman vor allem eines: Lust auf das, was folgt, denn am Ende bleiben doch einige Fragen offen. Nicht nur wie es mit Nela weitergeht, sondern auch die Geschichte ihrer Eltern und der Bruch in ihrer Familiengeschichte. Titus Müller hat eine Figur geschaffen, deren wichtigste Mission nicht die zwischen Ost und West ist, sondern die zwischen Gehorsam und Gewissen. Man begleitet sie gern und wartet schon jetzt ungeduldig auf den nächsten Botengang. Ein spannender historischer Roman vor dem Hintergrund der Berlin-Blockade 1948/49, der historische Fakten gekonnt mit Spionage-Elementen und einer ungewöhnlichen Familiengeschichte verknüpft.
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656 reviews3 followers
June 10, 2026
Die Berlin-Blockade

DIE GEHEIME MISSION ist das erste Buch der Kurierin-Reihe aus der Feder von Titus Müller. Seine Hauptfigur ist die Nela, die Tochter einer Kommunistin, die in der sowjetischen Zone lebt. Sie ist unversöhnlich ihrem geschiedenen Mann gegenüber, dem Vater von Nela. Er lebt im Westen Berlins und arbeitet hier für die CIA. Nachdem Vater und Tochter lange getrennt waren, treffen sie sich dann doch. Und - sie begibt sich auf das gefährliche Terrain einer Kurierin zwischen Ost und West.

Wir sind in der Zeit des Kalten Krieges, inmitten der Berlin-Blockade und der Luftbrücke, welche die Westalliierten als Konsequenz daraus in einem Kraftakt ankurbeln.

Mit der Berlin-Blockade (1948/49) verfolgte die Sowjetunion das Ziel, sich Berlin und nachfolgend ganz Deutschland unterzuordnen. Die drei Westsektoren wurden von den USA, England und Frankreich verwaltet, die vierte Besatzungszone kontrollierten die Sowjets. Nach Stalins Befehl sollten die Westmächte aus Berlin vertrieben werden, dafür stellte die Rote Armee die Belieferung mit lebenswichtigen Gütern ein. Auch war die Währungsreform West ein weiterer Grund, mit absoluter Härte dagegen vorzugehen. Kurzerhand wurden die zugesicherten Versorgungswege gekappt, Berlin sollte ausgehungert und somit zur Aufgabe gezwungen werden.

Im Gegensatz zu den Westberlinern fehlte es denen in der Sowjetzone an nichts, die als glühende Anhänger des SED-Regimes im Kapitalismus nur das Schlechte sehen und dies auch lautstark propagieren. Mit gezielt gestreuten Desinformationen wird dieser bekämpft – der Roman bietet hier tiefe Einblicke. Er vermittelt viel über diese Zeit der Blockade aus verschiedenen Blickwinkeln. CIA und MGB, der Vorgänger des KGB, werden beleuchtet, Überläufer sind einzuschätzen, Spitzeldienste hier wie da sind nicht wegzudenken - die Geheimdienste sind Thema. Daneben lesen wir kleine Anekdoten rund um die Rosinenbomber, müssen um urplötzlich Verschwundene bangen, der Schwarzmarkt ist nicht wegzudenken. Müller hat aber noch sehr viel mehr zu bieten, mehr will ich hier aber gar nicht anführen, selber lesen lohnt sich allemal. Der bestens recherchierte Roman ist ein rundum gelungenes, informatives, spannend erzähltes und zudem unterhaltsames Zeugnis dieser Zeit, die von beiden Seiten berichtet, aus Ost- und aus Westsicht. Ohne zu werten.

Der Auftaktband der Kurierin-Dilogie hält sich an die historischen Fakten und endet damit, dass man die Hintergründe um die Berlin-Blockade nochmal zusammengefasst nachlesen kann mitsamt Kurzinfo über die Gründung der NATO. Eine rundum gelungene Geschichte, der hoffentlich bald der zweite Band folgen wird.
173 reviews
June 28, 2026
Titus Müller kann einfach Geschichte(n) erzählen.

In seinem neuesten Roman geht es um die Berlin Blockade. Wie immer verwebt er äußerst geschickt Fakten und Fiktion zu einem extrem spannenden Ganzen, das man/frau nicht aus der Hand legen kann.

Hätte mir zwar schon im Roman selbst manchmal eine Datumsangabe gewünscht (und nicht erst in den Erläuterungen), aber das hat der Lesefreude keinen Abbruch getan.

Ganz klare Kauf- und Leseempfehlung!

Bin gespannt auf die Nachfolgebände.
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