What do you think?


Hofsommer: Roman
Wer Leben will, muss auch die Konsequenzen tragen
Schon seit Doreen denken kann, ist Fallera für sie ein Sehnsuchtsort. Auf dem Pferdehof im Osten der Republik ist sie aufgewachsen, bei ihrer Mutter und den Großeltern, die den Hof in der DDR aufgebaut haben. Ausgerechnet als Doreen sich in München ein eigenes Zuhause aufbauen will, fassen ihre Großeltern einen Sie möchten sterben, freiwillig und gemeinsam, bevor die letzte Meile anbricht. Als Doreen davon erfährt, packt sie ihre Sachen und lässt das Großstadtleben hinter sich, fest entschlossen, das Vorhaben ihrer Großeltern zu verhindern und ihnen das Leben wieder schmackhaft zu machen. Doch Maria und Helmut sind genauso dickköpfig wie ihre Enkelin – und Doreen wird langsam klar, dass nach Hause kommen auch bedeuten kann, Abschied zu nehmen.
Schon seit Doreen denken kann, ist Fallera für sie ein Sehnsuchtsort. Auf dem Pferdehof im Osten der Republik ist sie aufgewachsen, bei ihrer Mutter und den Großeltern, die den Hof in der DDR aufgebaut haben. Ausgerechnet als Doreen sich in München ein eigenes Zuhause aufbauen will, fassen ihre Großeltern einen Sie möchten sterben, freiwillig und gemeinsam, bevor die letzte Meile anbricht. Als Doreen davon erfährt, packt sie ihre Sachen und lässt das Großstadtleben hinter sich, fest entschlossen, das Vorhaben ihrer Großeltern zu verhindern und ihnen das Leben wieder schmackhaft zu machen. Doch Maria und Helmut sind genauso dickköpfig wie ihre Enkelin – und Doreen wird langsam klar, dass nach Hause kommen auch bedeuten kann, Abschied zu nehmen.
289 pages, Kindle Edition
Published April 29, 2026
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
May 6, 2026
„Noch kann ich klar denken. Noch ist mein Leben nicht nur Aushalten und Durchhalten. Ich kann noch selbst bestimmen.“ (S. 45)
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
❗️TW: Assistierter Suizid
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Doreen ist schockiert, als ihr ihre Mutter Sandra offenbart, dass ihre Großeltern Maria und Helmut gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen. Selbstbestimmt und terminiert. Sie reist zu ihren Großeltern auf den Pferdehof „Fallera“ und versucht, sie umzustimmen. Auch Sandra hadert mit der Entscheidung ihrer Eltern und kandidiert gleichzeitig für das Bürgermeisteramt in der kleinen Stadt. Beide Frauen werden mit dem Thema „assistierter Suizid“ konfrontiert. Die Entscheidung von Maria und Helmut steht schließlich fest - oder?
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
„Hofsommer“ lässt sich unheimlich gut und leicht lesen, obwohl das Thema natürlich etwas schwerwiegender ist. Ich mag autobiografisch inspirierte Werke immer sehr, und finde es deshalb richtig toll, dass Hanna Heim ihre Familiengeschichte hiermit zu einem Roman verwandelt hat.
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Es gibt mehrere POVs (davon bin ich immer ein großer Fan): Doreen, ihr Mann Simon, Sandra und Helmut bieten jeweils ganz andere Perspektiven auf die erzählte Geschichte. Hier und da wäre ich gerne noch tiefer ins Buch eingetaucht. Die großen Emotionen haben mich nicht ganz erreicht, aber ich fand die Geschichte wunderschön geschrieben. Gerade zum Ende hin gibt es viele kleine Details, die zeigen, wie viel Liebe in diesem Roman steckt!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Das Cover hat mich auch sehr begeistert, so ein schönes Motiv!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
4/5 ⭐️
---
Rezensionsexemplar I Vielen Dank @team.bloggerportal @penguinbuecher 🧡
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
❗️TW: Assistierter Suizid
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Doreen ist schockiert, als ihr ihre Mutter Sandra offenbart, dass ihre Großeltern Maria und Helmut gemeinsam aus dem Leben scheiden wollen. Selbstbestimmt und terminiert. Sie reist zu ihren Großeltern auf den Pferdehof „Fallera“ und versucht, sie umzustimmen. Auch Sandra hadert mit der Entscheidung ihrer Eltern und kandidiert gleichzeitig für das Bürgermeisteramt in der kleinen Stadt. Beide Frauen werden mit dem Thema „assistierter Suizid“ konfrontiert. Die Entscheidung von Maria und Helmut steht schließlich fest - oder?
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
„Hofsommer“ lässt sich unheimlich gut und leicht lesen, obwohl das Thema natürlich etwas schwerwiegender ist. Ich mag autobiografisch inspirierte Werke immer sehr, und finde es deshalb richtig toll, dass Hanna Heim ihre Familiengeschichte hiermit zu einem Roman verwandelt hat.
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Es gibt mehrere POVs (davon bin ich immer ein großer Fan): Doreen, ihr Mann Simon, Sandra und Helmut bieten jeweils ganz andere Perspektiven auf die erzählte Geschichte. Hier und da wäre ich gerne noch tiefer ins Buch eingetaucht. Die großen Emotionen haben mich nicht ganz erreicht, aber ich fand die Geschichte wunderschön geschrieben. Gerade zum Ende hin gibt es viele kleine Details, die zeigen, wie viel Liebe in diesem Roman steckt!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Das Cover hat mich auch sehr begeistert, so ein schönes Motiv!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Von mir gibt es eine Leseempfehlung!
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
4/5 ⭐️
---
Rezensionsexemplar I Vielen Dank @team.bloggerportal @penguinbuecher 🧡
August 4, 2026
Werbung | Das Thema des Buches wird wortwörtlich totgeschwiegen. Wir alle werden irgendwann sterben, wir werden miterleben, wie jemand anderes stirbt, vielleicht sogar jemanden bis in den Tod begleiten. Ja das ist emotional und keine leichte Kost - aber so wichtig! Darüber zu reden und sich darüber Gedanken zu machen.
Die Großeltern aus dem Buch haben sich nämlich entschieden gemeinsam zu gehen. Den letzten Weg. Die Oma ist krank und der Opa will mit. Das erschüttert die ganze Familie und jede*r sieht die Situation anders...
Ich muss sagen, dass ich das Buch sehr angenehm fand. Unaufregend, entschläunigend, melancholisch. Es hat mich nicht so sehr abgeholt, wie ich gehofft hätte, das macht das Buch aber nicht weniger emotional.
Die Großeltern aus dem Buch haben sich nämlich entschieden gemeinsam zu gehen. Den letzten Weg. Die Oma ist krank und der Opa will mit. Das erschüttert die ganze Familie und jede*r sieht die Situation anders...
Ich muss sagen, dass ich das Buch sehr angenehm fand. Unaufregend, entschläunigend, melancholisch. Es hat mich nicht so sehr abgeholt, wie ich gehofft hätte, das macht das Buch aber nicht weniger emotional.
May 3, 2026
Hofsommer von Hanna Heim / Rezension
„Uns erwartet hier nichts mehr.“
Das war mein erstes Buch von Hanna Heim und es hat mich überrascht. Hinter dem Cover, was übrigens zu 100% meinem Geschmack entspricht, steckt eine sehr anspruchsvolle und in jeglicher Hinsicht politische Geschichte!
✨Zitate
„Maria und Helmut wollen sich gemeinsam das Leben nehmen.“
„Wir finden schon einen Weg, um gut zu sterben.“
„Der Tod kommt ganz bald an den Ort, an dem ich gelernt habe, das Wort „Opa“ zu sagen, noch bevor ich „Papa“ sagen konnte. Die Frage ist nur, wie er kommt.“
„Wir betasten uns mit Blicken. Kurz ruhen ihre Augen in meinen.“
„Was ich nicht tun werde: achselzuckend danebenstehen und warten, bis es vorbei ist. Das kommt nicht infrage. Weil es noch nie infrage gekommen ist. Weil man für die richtigen Dinge kämpfen muss. Weil es sich immer lohnt zu kämpfen. Das habe ich von ihnen gelernt.“
✨Inhalt
Sandras Eltern wollen gemeinsam sterben. Ihre Mutter Maria ist schwer krank und leidet täglich, ihr Vater Helmut möchte nicht ohne seine große Liebe zurückbleiben… als Enkelin Doreen davon erfährt, will nichts hören und fährt kurzentschlossen nach Fallera, zum Ponyhof ihrer Großeltern in der ehemaligen DDR. Ihr Ziel: ihnen das Leben wieder schmackhaft machen.
✨Meinung
Wir lesen aus verschiedenen Perspektiven und befinden uns zum Großteil in der Gegenwart. Es gibt allerdings auch einige Rückblickkapitel aus Sicht von Helmut. Dort erinnert er sich an früher und wie er Maria kennengelernt hat.
Im Grunde genommen handelt das Buch vom Tod, aber nicht auf eine depressive Art und Weise. Viel mehr möchte die Autorin ihr sehr spezielles Insider Wissen über eine besondere Situation mit uns teilen: Sie hat es nämlich selbst erlebt im echten Leben, ihre Großeltern sind gemeinsam in den Tod gegangen.
Ob oder wie dieses Unterfangen unseren fiktiven Protagonisten gelingen wird, werde ich Euch nicht verraten. Für mich persönlich war das Ende sehr würdevoll und ich konnte friedlich mit der Geschichte abschließen, die mich zwischendurch auf jeden Fall sehr aufgewühlt hat.
✨Fazit
Eigentlich ist es wirklich kein Buch für zwischendurch, aber durch den stringenten roten Faden und klare Themenauswahl, kann man es auch „zwischendurch“ kapitelweise lesen, ohne dass man direkt rausfliegt aus der Story. Ich persönlich hatte Glück und konnte es fast am Stück lesen, ich war so in der Geschichte versunken und dann noch zu lesen, dass es quasi auf einer fiktiven „wahren“ Begebenheit beruht, das hat mir dann echt noch den Rest gegeben. Hab’ sogar Sonnenbrand bekommen 😂😂 es war ja so tolles Wetter am 1. Mai 🫠🫠.
Nehmt es nicht auf die leichte Schulter, aber macht Euch gern ein eigenes Bild!
5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
„Uns erwartet hier nichts mehr.“
Das war mein erstes Buch von Hanna Heim und es hat mich überrascht. Hinter dem Cover, was übrigens zu 100% meinem Geschmack entspricht, steckt eine sehr anspruchsvolle und in jeglicher Hinsicht politische Geschichte!
✨Zitate
„Maria und Helmut wollen sich gemeinsam das Leben nehmen.“
„Wir finden schon einen Weg, um gut zu sterben.“
„Der Tod kommt ganz bald an den Ort, an dem ich gelernt habe, das Wort „Opa“ zu sagen, noch bevor ich „Papa“ sagen konnte. Die Frage ist nur, wie er kommt.“
„Wir betasten uns mit Blicken. Kurz ruhen ihre Augen in meinen.“
„Was ich nicht tun werde: achselzuckend danebenstehen und warten, bis es vorbei ist. Das kommt nicht infrage. Weil es noch nie infrage gekommen ist. Weil man für die richtigen Dinge kämpfen muss. Weil es sich immer lohnt zu kämpfen. Das habe ich von ihnen gelernt.“
✨Inhalt
Sandras Eltern wollen gemeinsam sterben. Ihre Mutter Maria ist schwer krank und leidet täglich, ihr Vater Helmut möchte nicht ohne seine große Liebe zurückbleiben… als Enkelin Doreen davon erfährt, will nichts hören und fährt kurzentschlossen nach Fallera, zum Ponyhof ihrer Großeltern in der ehemaligen DDR. Ihr Ziel: ihnen das Leben wieder schmackhaft machen.
✨Meinung
Wir lesen aus verschiedenen Perspektiven und befinden uns zum Großteil in der Gegenwart. Es gibt allerdings auch einige Rückblickkapitel aus Sicht von Helmut. Dort erinnert er sich an früher und wie er Maria kennengelernt hat.
Im Grunde genommen handelt das Buch vom Tod, aber nicht auf eine depressive Art und Weise. Viel mehr möchte die Autorin ihr sehr spezielles Insider Wissen über eine besondere Situation mit uns teilen: Sie hat es nämlich selbst erlebt im echten Leben, ihre Großeltern sind gemeinsam in den Tod gegangen.
Ob oder wie dieses Unterfangen unseren fiktiven Protagonisten gelingen wird, werde ich Euch nicht verraten. Für mich persönlich war das Ende sehr würdevoll und ich konnte friedlich mit der Geschichte abschließen, die mich zwischendurch auf jeden Fall sehr aufgewühlt hat.
✨Fazit
Eigentlich ist es wirklich kein Buch für zwischendurch, aber durch den stringenten roten Faden und klare Themenauswahl, kann man es auch „zwischendurch“ kapitelweise lesen, ohne dass man direkt rausfliegt aus der Story. Ich persönlich hatte Glück und konnte es fast am Stück lesen, ich war so in der Geschichte versunken und dann noch zu lesen, dass es quasi auf einer fiktiven „wahren“ Begebenheit beruht, das hat mir dann echt noch den Rest gegeben. Hab’ sogar Sonnenbrand bekommen 😂😂 es war ja so tolles Wetter am 1. Mai 🫠🫠.
Nehmt es nicht auf die leichte Schulter, aber macht Euch gern ein eigenes Bild!
5/5⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
June 24, 2026
Doreen klaubt Amelie vom Boden auf. Die will bei achtzehn Grad Außentemperatur ihre gefütterten Einhornstiefel anziehen. Doreen hat keine Zeit, das auszudiskutieren. Sie hat ihr die Turnschuhe übergestreift, ihr brüllendes Kind auf die Arme gehoben und lässt sich jetzt treppabwärts von kleinen Fäusten auf die Brust hämmern. Ab in den Kindergarten mit dem Energiebündel. Die SMS ihrer Mutter hatte sie gerade überflogen. Es geht um Maria und Helmut und es scheint dringend.
Helmut liegt im Bett, hört das Scharren der Hufe, das Schnaufen der Nüstern, das Wiehern und Grasen. Warum sollte er aufstehen, in seinem Alter pfeift ihn niemand mehr aus dem Bett. Alles im Leben war ihm passiert. Das Schmieden genau wie die Fohlenzucht. Die große Verwirrung am Ende der DDR. Nur Maria war ihm nicht passiert, für sie hatte er sich entschieden. Das feine Mädchen mit den vielen braunen Haaren und den langen Beinen. 1956 bei der Kartoffelernte hatte er am Besteck neben ihr gestanden. Sie trug ein selbst genähtes Städterinnenkleid in Rosa mit blauen Blumen. Ihre Arme voller Staub, der sich mit ihrem Schweiß vermischt hatte. Nur ihre gewaschenen Hände mit den langen Fingern waren schneeweiß. Jetzt liegt sie neben ihm und atmet schwer. Lunge, Endstadium. Sie haben sich entschieden, zusammen zu gehen. Ihre Tochter Sandra wird einen Weg finden und sie wird es Doreen sagen müssen.
Fazit: Die Wirtschaftsjournalistin Hanna Heim hat nach dem Tod ihrer Großeltern ihre Familiengeschichte aufgearbeitet. Ihre Protagonistin Doreen wuchs auf dem Pferdehof ihrer Großeltern im Osten Deutschlands, in Fallera auf. Später hat sie in München eine Familie gegründet. Ihre Mutter ist Kommunalpolitikerin in Fallera und kämpft gerade mit einem Skandal. Als ihre Eltern sich für einen assistierten Doppelsuizid entscheiden, will ihre Enkelin ihnen mit allen Mitteln das Leben wieder schmackhaft machen. Ich bin hin und her gerissen. Wirklich gut gefallen haben mir Helmuts Rückblicke. Ich erfahre realistisch, wie es war, in der DDR zu leben, kein Individuum zu sein, sondern ein winziges Rädchen im Getriebe gegen den Imperialismus. Das Thema finde ich interessant, der Wunsch in Würde zu altern und wenn das nicht mehr möglich ist, früher zu gehen. Ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden. Da war mir zu viel Pathos, der an Hysterie grenzte und die Dialoge waren flach:
„Bereit Baby?“ „Was meinst du Liebste?“ „Wer von euch zwei Schnuckies will denn anfangen?“
Grundsätzlich fand ich das Buch unterhaltsam und die Idee gut, aber der Stil hat mich nicht überzeugt.
Helmut liegt im Bett, hört das Scharren der Hufe, das Schnaufen der Nüstern, das Wiehern und Grasen. Warum sollte er aufstehen, in seinem Alter pfeift ihn niemand mehr aus dem Bett. Alles im Leben war ihm passiert. Das Schmieden genau wie die Fohlenzucht. Die große Verwirrung am Ende der DDR. Nur Maria war ihm nicht passiert, für sie hatte er sich entschieden. Das feine Mädchen mit den vielen braunen Haaren und den langen Beinen. 1956 bei der Kartoffelernte hatte er am Besteck neben ihr gestanden. Sie trug ein selbst genähtes Städterinnenkleid in Rosa mit blauen Blumen. Ihre Arme voller Staub, der sich mit ihrem Schweiß vermischt hatte. Nur ihre gewaschenen Hände mit den langen Fingern waren schneeweiß. Jetzt liegt sie neben ihm und atmet schwer. Lunge, Endstadium. Sie haben sich entschieden, zusammen zu gehen. Ihre Tochter Sandra wird einen Weg finden und sie wird es Doreen sagen müssen.
Fazit: Die Wirtschaftsjournalistin Hanna Heim hat nach dem Tod ihrer Großeltern ihre Familiengeschichte aufgearbeitet. Ihre Protagonistin Doreen wuchs auf dem Pferdehof ihrer Großeltern im Osten Deutschlands, in Fallera auf. Später hat sie in München eine Familie gegründet. Ihre Mutter ist Kommunalpolitikerin in Fallera und kämpft gerade mit einem Skandal. Als ihre Eltern sich für einen assistierten Doppelsuizid entscheiden, will ihre Enkelin ihnen mit allen Mitteln das Leben wieder schmackhaft machen. Ich bin hin und her gerissen. Wirklich gut gefallen haben mir Helmuts Rückblicke. Ich erfahre realistisch, wie es war, in der DDR zu leben, kein Individuum zu sein, sondern ein winziges Rädchen im Getriebe gegen den Imperialismus. Das Thema finde ich interessant, der Wunsch in Würde zu altern und wenn das nicht mehr möglich ist, früher zu gehen. Ich konnte mich mit dem Schreibstil nicht anfreunden. Da war mir zu viel Pathos, der an Hysterie grenzte und die Dialoge waren flach:
„Bereit Baby?“ „Was meinst du Liebste?“ „Wer von euch zwei Schnuckies will denn anfangen?“
Grundsätzlich fand ich das Buch unterhaltsam und die Idee gut, aber der Stil hat mich nicht überzeugt.
September 4, 2026
"Noch ist es nicht zu spät!", will er ihnen entgegenrufen, damit sie es endlich verstehen. "Noch kann ich klar denken! Noch ist mein Leben nicht nur Aushalten und Durchhalten. Ich kann noch selbst bestimmen. Nicht nur, wie meine Tage aussehen, sondern auch, wie ich dieser chronologischen Abfolge von Stunden ein Ende bereiten will." Aber sie alle stellen sich taub. (S. 45)
"Meine Eltern wollen gemeinsam sterben."
Sie hatte es bisher kein einziges Mal ausgesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren das fünf Worte gewesen, die sich wie die Gondeln eines Karussells seit Wochen im Kreis drehten. Und jetzt, da ihr Mund sie ans Licht gebracht hatte, hineingeworfen in eine kleine Öffentlichkeit, stoppte die Fahrt mit einem Mal. Kurz schaukelten sie noch hin und her, dann standen sie da. Jedes Wort eine Gondel. Meine Eltern wollen gemeinsam sterben. (S. 111)
"Wer wirklich sterben will, weil er jede Hoffnung verloren hat, sollte das dürfen. Diesen Wunsch klein zu reden oder zu ignorieren, macht alles nur schwerer. Ich habe gelernt, den Todeswunsch eines Menschen nicht zu unterschätzen." (S. 114)
"Und das Fernsehabonnement hast du gekündigt?" Wieder nickt er. Maria hebt ganz leicht die Schultern. "Ich werde ihnen fehlen, sagen sie. Aber sie meinen gar nicht mich. Sie meinen die Maria vor sechs, fünf Jahren."
"Noh, noh, noh", murmelt Helmut zustimmend.
"Die, die noch Holundersirup gemacht und Wäsche gewaschen hat." (S. 121)
" Weißte, Kleine", sagt er und blickt Sandra dabei in die Augen, "ihr seid doch die, die hierbleiben."
Auf diese Formulierung haben sie sich verständigt. Maria und Helmut verabschieden sich an dem Tag, Sandra und Doreen bleiben hier. (S. 174)
"Weißt du noch, wann wir uns das hier versprochen haben?", fragt er. Maria nickt, krächzt zeitverzögert: "Zur Wendezeit."
Aber Helmut hört nicht das Krächzen. Er sieht auch nicht ihre dünn gewordenen Ärmchen und die Adern, die an den Händen hervortreten. Er riecht nicht den sauren Geruch, der von dir ausgeht, und spürt nicht, dass unter seiner Hand ein schwach gewordener Brustkorb um jeden Atemzug ringt. Helmut hat die Frau vor sich, die er liebt. Die Frau, die über so viele Jahre sein Leben war. Und die nun ihren letzten Momenten entgegenfiebert. Die nur noch das eine will: sterben. Mit ihm an ihrer Seite. (S. 177)
Er legt den Kopf ganz vorsichtig auf ihrem Nrustkorb. Innen rasselt es, und er hört, dass es die letzten Atemzüge sind. Er glaubt nicht an dein Leben nach heute.
Er wird sie vermissen. (S. 180)
"Meine Eltern wollen gemeinsam sterben."
Sie hatte es bisher kein einziges Mal ausgesprochen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren das fünf Worte gewesen, die sich wie die Gondeln eines Karussells seit Wochen im Kreis drehten. Und jetzt, da ihr Mund sie ans Licht gebracht hatte, hineingeworfen in eine kleine Öffentlichkeit, stoppte die Fahrt mit einem Mal. Kurz schaukelten sie noch hin und her, dann standen sie da. Jedes Wort eine Gondel. Meine Eltern wollen gemeinsam sterben. (S. 111)
"Wer wirklich sterben will, weil er jede Hoffnung verloren hat, sollte das dürfen. Diesen Wunsch klein zu reden oder zu ignorieren, macht alles nur schwerer. Ich habe gelernt, den Todeswunsch eines Menschen nicht zu unterschätzen." (S. 114)
"Und das Fernsehabonnement hast du gekündigt?" Wieder nickt er. Maria hebt ganz leicht die Schultern. "Ich werde ihnen fehlen, sagen sie. Aber sie meinen gar nicht mich. Sie meinen die Maria vor sechs, fünf Jahren."
"Noh, noh, noh", murmelt Helmut zustimmend.
"Die, die noch Holundersirup gemacht und Wäsche gewaschen hat." (S. 121)
" Weißte, Kleine", sagt er und blickt Sandra dabei in die Augen, "ihr seid doch die, die hierbleiben."
Auf diese Formulierung haben sie sich verständigt. Maria und Helmut verabschieden sich an dem Tag, Sandra und Doreen bleiben hier. (S. 174)
"Weißt du noch, wann wir uns das hier versprochen haben?", fragt er. Maria nickt, krächzt zeitverzögert: "Zur Wendezeit."
Aber Helmut hört nicht das Krächzen. Er sieht auch nicht ihre dünn gewordenen Ärmchen und die Adern, die an den Händen hervortreten. Er riecht nicht den sauren Geruch, der von dir ausgeht, und spürt nicht, dass unter seiner Hand ein schwach gewordener Brustkorb um jeden Atemzug ringt. Helmut hat die Frau vor sich, die er liebt. Die Frau, die über so viele Jahre sein Leben war. Und die nun ihren letzten Momenten entgegenfiebert. Die nur noch das eine will: sterben. Mit ihm an ihrer Seite. (S. 177)
Er legt den Kopf ganz vorsichtig auf ihrem Nrustkorb. Innen rasselt es, und er hört, dass es die letzten Atemzüge sind. Er glaubt nicht an dein Leben nach heute.
Er wird sie vermissen. (S. 180)
Displaying 1 - 5 of 5 reviews





