Weniger Mental Load und mehr Zeit für Beziehungsarbeit in der Schule!
Lehrer*in sein – das bedeutet neben Begeisterung und Verantwortung oft auch eine enorme mentale Belastung. Personalmangel, widersprüchliche Erwartungen und der Spagat zwischen Schule und Familie bringen viele an ihre Grenzen. Wie gelingt es, eine starke Beziehung zu Schüler*innen aufzubauen und begeistert Lehrkraft zu bleiben, ohne dabei auszubrennen? Die erfahrene Lehrerin und Coach Ann-Marie Backmann zeigt praxisnah, wie man den Mental Load im Schulalltag reduzierenkann, um mehr Zeit und Kapazität für echte Beziehungsarbeit zu gewinnen. Basierend auf didaktischer Forschung, ihren eigenen Erfahrungen aus dem Schulleben sowie Expertinneninterviews gibt die Autorin praktische Impulse, wie Lehrer*innen Verantwortung teilen, Perfektionismus ablegen und ein positives Lernklima für sich und ihre Schüler*innen schaffen können. Ihr Buch lädt dazu • die eigenen Ideale und Überzeugungen zu reflektieren,• von gesunden Grenzen und echter Teamarbeit zu profitieren,• den Lehrberuf mit Leichtigkeit und Begeisterung neu zu entdecken.Zehn praxiserprobte, konkrete Strategien kombinieren langjährig erprobte Übungen mit Reflexionsfragen aus dem Coaching – ein Buch, um begeistert Lehrer*in zu sein und zu bleiben!»Ohne notwendige systemische Veränderungen außer Acht zu lassen, zeigt Ann-Marie Backmann, wie viel Kraft und Stärke in uns selbst liegen und wie viel Veränderung wir aus uns selbst heraus bewirken können. Ein empowerndes und mutmachendes Buch!« Anika Osthoff, Lehrerin und SPIEGEL-Bestsellerautorin »Ein kraftvolles Buch, das zeigt, dass Entlastung im Schulalltag möglich ist. Es hilft Lehrkräften, endlich aus der Überforderung auszusteigen und wieder mit Klarheit und Verständnis für ihre Schüler*innen da zu sein.« Laura Fröhlich, Autorin und Mental-Load-Expertin
Anleitung, wie Lehrkräfte vom ausgebrannten Einzelkämpfer zum mental starken Teamplayer werdenPraxiserprobter und lösungsorientierter zehn konkrete und direkt umsetzbare Schritte für den herausfordernden SchulalltagMit Zusatzmaterial zum Download (u. a. eine Vorlage für Elternsprechtage und ein Mental-Load-Bingo)
„Schule ohne Burnout“ von Ann-Marie Backmann beschäftigt sich mit einer Frage, die im Schulalltag viele betrifft: Wie lässt sich der Lehrberuf langfristig engagiert und gesund ausüben, ohne dabei auszubrennen?
Der Einstieg ins Buch ist mir direkt positiv aufgefallen, weil er sehr authentisch wirkt. Anders als viele Stimmen aus dem „Insta-Lehrerzimmer“ vermittelt die Autorin nicht das Gefühl, dass alle anderen alles im Griff haben, im Gegenteil: Die Herausforderungen werden realistisch benannt, ohne zu dramatisieren. Auch die Gestaltung des Buches ist übersichtlich und ansprechend, sodass ich mich direkt gut orientieren konnte.
Inhaltlich kombiniert Backmann persönliche Erfahrungen mit didaktischen Ansätzen, Forschungsergebnissen und Coaching-Impulsen. Besonders interessant fand ich die Unterscheidung zwischen Mental Load und Emotional Load. Während ersterer vielen inzwischen bewusst ist, wird der emotionale Anteil der Belastung im Schulalltag oft unterschätzt. Hier hat das Buch für mich tatsächlich neue Perspektiven eröffnet. Die vorgestellten Strategien zum Umgang mit Belastung sind praxisnah und konkret. Vieles kam mir bekannt vor, aber es gab auch einige Ansätze, die ich gerne stärker in meinen Alltag integrieren möchte, etwa die stärkere Einbindung der Schüler*innen in ihre eigenen Lernprozesse, zum Beispiel durch von ihnen vorbereitete Lernentwicklungsgespräche. Auch das zusätzliche Material zum Downloaden ist hilfreich und sinnvoll.
Im letzten Kapitel hatte ich allerdings gemischte Gefühle. Einerseits bietet es viele inspirierende Ideen für Schulentwicklung und Zusammenarbeit, andererseits hatte ich beim Lesen stellenweise wieder das Gefühl, dass sich neue To-dos auftun („Das müssten wir auch machen…“), was ja eigentlich dem Anspruch der Entlastung widerspricht. Hier hätte ich mir an manchen Stellen eine noch stärkere Einordnung gewünscht, dass nicht alles sofort umgesetzt werden muss.
Trotzdem ist „Schule ohne Burnout“ für mich ein sehr gelungenes, praxisnahes Buch, das viele hilfreiche Impulse für den Schulalltag liefert. Es eignet sich gut zum Nachschlagen und Reflektieren und wird bei mir definitiv griffbereit im Regal stehen bleiben.
Zentrale Themen für die mentale Gesundheit und um beziehungsstark zu sein, sind im Buch die Kommunikation (mit KuK und/oder SuS bzw. Eltern) sowie die Teamarbeit im Kollegium. Zwei wichtige Pfeiler, die man allerdings allein nicht bearbeiten kann und bei denen man immer wieder auf Grenzen stößt. Und genau das frustriert dann eigentlich noch mehr. Ann-Marie Backmann setzt absolut gute und wichtige Impulse. Doch nur sehr wenig, ist m.E. für die einzelne Lehrkraft wirklich anwendbar. Manche Strategien erscheinen mir für manche Schulen oder Kollegien beinah weltfremd. Weder die Arbeitsweisen der KuK, noch der Grad der Heterogenität von Klassen passt auf die im Buch gesetzten Ideen - oder nur in wenigen Schulen.
Zusammengefasst ist das Buch ein Maßstab für die generelle Schulentwicklung, also das, wo Schule hin sollte und wie Lehrkräfte ganz selbstverständlich arbeiten sollten. Aber für die einzelne Lehrkraft, die bereits im Schulalltag rudert, ist nur wenig der Strategien wirklich geeignet. Denn m.E. müsste sich jede Lehrkraft und jede(r) Schulleiter(in) mit diesen Strategien beschäftigen, damit die einzelne Lehrkraft Erfolge verzeichnet. Letztlich hat Ann-Marie Backmann dahingehend völlig recht:
"Wie Lehrkräfte brauchen einander, wir brauchen Verbindung. Gerade in diesen Jahres des Lehrkräftemangels können wir uns Einzelkämpfertum nicht mehr leisten, egal in welcher Schulform." (S. 11)