Alles, was man über Nahrungsergänzungsmittel wissen muss – der neue große Kompass von Bestsellerautor Bas Kast
Neue, bahnbrechende Studien deuten darauf Auch die so umstrittenen Nahrungsergänzungsmittel könnten dazu beitragen, geistig und körperlich fit zu bleiben und lange gesund zu leben. In seinem neuen Buch gibt der renommierte Bestseller- und Wissenschaftsautor Bas Kast einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand der Wissenschaft zu Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen von Supplements. Er erklärt, welche nach neuesten Erkenntnissen für wen sinnvoll sind, welche vor Altersleiden schützen können und welche Nährstoffe in bestimmten Lebensphasen besonders wichtig sind. Ein faktenbasierter Kompass, der Licht in den Dschungel der Nahrungsergänzungsmittel und Supplements bringt. Mit Abbildungen und durchgehend zweifarbig gestaltet.
Ich habe die beiden bisherigen "Kompass-Bücher" von Bas Kast genauso verschlungen wie das kurze Buch über Alkohol. Der "Vitamin- und Nährstoffkompass" reiht sich hier nahtlos ein. Auch dieses Buch ist wieder angenehm leicht geschrieben und vermag es komplizierte Sachverhalte einfach zu erklären. Dennoch ist das Buch doch ein bisschen anders: zum einen ist das Thema an sich schon einmal komplizierter und gleichzeitig muss es zwangläufig in eine Art monotoner Aufzählung ausarten (ein Sipplement nach dem anderen...). Zum anderen krankt es für mich auch ein bisschen an der Dramaturgie, denn fast auf den ersten Seiten erläutert Kast - wie er es auch schon begleitend auf Social Media kundgetan hat - dass ein Multivitamin-Präparat das Supplement seiner Wahl wäre, wenn er sich auf eines festlegen müsste, das man nehmen sollte. Hinzukommt, dass logischerweise bei fast allen nachfolgenden Supplements immer irgendwo ein Haken dran ist und er die allermeisten davon auch nicht ohne weiteres empfehlen würde. Das hält die Spannung nicht gerade aufrecht. Aber insgesamt ist das Jammern auf hohem Niveau. Ich empfehle das Buch dennoch sehr.
Im Gegensatz zu den anderen Büchern des Autors, fand ich dieses Buch langweilig und auch oft auf schwachen Studien beruhend. Bei manchen Supplements macht er Hoffnung mit Studien die nur bei Mäusen, Ratten oder sogar Würmern erfolgreich waren. Er hat zwar anfangs erwähnt, dass man nicht von Tierstudien auf Menschen schliessen kann, aber ganz klar ist es nicht immer. Dazu kommt aber eine dauernde Empfehlung, den Arzt zu fragen. Wenn jeder Leser jedes Mal, wie von ihm empfohlen den Arzt zu fragen wird, dann haben Ärzte zukünftig keine Zeit mehr für Kranke. Insgesamt bleibt es eher eine Aufzählung nach einem immer gleichen Schema, aufgelockert mit ein paar Anekdoten oder persönliche Geschichten, was die Langeweile auf Dauer aber nicht meistern konnte.
Erst kürzlich habe ich den Seelenkompass gelesen, und dann mit viel Vorfreude gesehen, dass Bas gerade einen neuen Kompass veröffentlicht hat. Da ich oft etwas unsicher bin in Bezug auf Supplemente - was ist sinnvoll, was ist zuviel, mache ich da alles richtig oder doch nicht - habe ich den Vitaminkompass ohne Zögern gleich bestellt und mich in die Lektüre gestürzt. Den neuen Kompass habe ich also mit einer Mischung aus Neugier und ziemlich klaren Erwartungen gelesen.
Das Buch ist sehr umfangreich und wissenschaftlich aufgebaut. Bas Kast arbeitet sich durch viele Themen wie Antioxidantien, Schlaf, Herz-Kreislauf, Muskeln oder Nahrungsergänzungsmittel und stützt sich dabei stark auf Studien. Das ist grundsätzlich spannend, und ich habe auch immer wieder interessante Dinge gelernt.
Gleichzeitig war genau dieser wissenschaftliche Ansatz für mich auch die grösste Schwäche. Viele Kapitel gehen nach meinem Geschmack zu tief ins Detail, mit ausführlichen Studienerklärungen und komplexen Zusammenhängen, sodass ich mich stellenweise eher durchgearbeitet habe als wirklich im Lesefluss war. Ich habe gemerkt, dass ich mir etwas Kompakteres und Praktischeres gewünscht hätte – konkrete, alltagstaugliche Antworten statt lange Herleitungen.
Gegen Ende habe ich sogar ein paar Kapitel ganz übersprungen, weil sie für meine aktuelle Lebenssituation nicht relevant sind.
Was ich am Ende wirklich mitnehme, ist eher eine fundierte Analyse darüber, was ich eigentlich bereits gewusst habe: Eine ausgewogene Ernährung ist in den meisten Fällen sinnvoller als eine Supplementierung, und bei gewissen Nahrungsergänzungsmitteln sollte man vorsichtig sein. Vitamin D ist dabei eine der wenigen Ausnahmen, bei denen eine Ergänzung oft empfohlen wird.
Ich schätze Bas Kast als Autor sehr und habe andere Bücher von ihm als sehr zugänglich und inspirierend empfunden (meine Favoriten sind der Ernährungskompass und Ich weiss nicht, was ich wollen soll; wie oft ich die beiden Bücher in meinem Alltag schon zitiert habe!). Im Vergleich dazu wirkt Der Vitaminkompass auf mich schwerfällig und weniger alltagsnah.
Fazit: Ein informatives Buch mit vielen interessanten Ansätzen, das mir persönlich aber zu detailreich und zu wenig praktisch war.