Jump to ratings and reviews
Rate this book

Hundeheimat: Der Osten, meine Familie und andere Rätsel | "Ein zärtliches, wütendes, radikal ehrliches Buch. Voller Schmerz und Hoffnung zugleich." Şeyda Kurt

Rate this book
Als Kind musste Don Pablo Mulemba, Sohn eines angolanischen Vertragsarbeiters und einer Ostdeutschen, ständig seine Hautfarbe erklären. Er selbst empfand sich selbstverständlich als deutsch. Er sprach den gleichen Dialekt wie alle anderen, kannte nichts anderes als die brandenburgische Provinz – und wurde doch immer wieder zum Fremden gemacht. Seine Eltern hatten sich in der DDR kennengelernt, aber der Osten der Nachwendezeit war kein sicherer Ort mehr für sie und ihre Kinder. Es waren die «Springerstiefeljahre», ihren Freund Amadeu Antonio prügelte man in Eberswalde auf offener Straße zu Tode. Die Familie wurde Die Eltern sahen keine Perspektive mehr, wanderten nach Angola aus. Pablo aber wollte bleiben. Mit zwölf ging er auf ein Sportinternat in Cottbus und musste als Schwarzer Jugendlicher seinen Weg finden. Heute stellt er sich die entscheidenden Fragen nach Identität, Heimat und Zugehörigkeit, Fragen, die ihn auf eine gemeinsame Reise mit seinem Vater bis nach Angola führen. – Don Pablo Mulembas Geschichte ist auch die Geschichte des wiedervereinigten mit seinen Wunden, Brüchen und der Entschlossenheit, dennoch eine Zukunft zu schaffen – packend, nah und authentisch erzählt.

232 pages, Kindle Edition

Published August 14, 2026

Loading...
Loading...

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
18 (78%)
4 stars
5 (21%)
3 stars
0 (0%)
2 stars
0 (0%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Franziska.
95 reviews21 followers
August 18, 2026
Heimat ist da, wo unsere Geschichten stattgefunden haben und stattfinden werden.

In Hundeheimat erzählt Don Pablo Mulemba von seiner ostdeutschen und seiner angolanischen Heimat. Zunächst berichtet er vom Aufwachsen im ostdeutschen Eberswalde als Sohn eines angolanischen Vaters und einer ostdeutschen Mutter. Dabei geht es viel um den Rassismus, den er und seine Familie und Andere aus seinem Umfeld erfahren mussten und er erzählt unter anderem auch von dem Mord in Eberswalde im Jahr 1990, als Nazis einen angolanischen Vertragsarbeiter töteten. Später im Laufe des Buches setzt er sich dann auch mehr mit seiner angolanischen Wurzeln auseinander, als er gemeinsam mit seinem Vater in dessen Heimat reist.

Mulemba verknüpft in diesem Buch seine persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen in Ostdeutschland und die Frage nach Heimat und mit geschichtlichen Hintergründen, unter anderem über Angola und die politische und gesellschaftliche Situation, die sich noch immer nicht vom Kolonialismus erholt hat.

Unterm Strice ein sehr lesenswertes (oder in meinem Fall hörenswertes) Debüt, das einem viel Stoff zum Nachdenken mitgibt.

Vielen Dank an argon hörbuch und Netgalley für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Profile Image for Jo.
104 reviews2 followers
August 13, 2026
aber hätte er die weed gummies nicht auch einfach das Klo runterspülen können?
Profile Image for Ex Libris.
118 reviews2 followers
August 20, 2026
In Hundeheimat – Der Osten, meine Familie und andere Rätsel erzählt Don Pablo Mulemba seine eigene Familien- und Lebensgeschichte und verbindet sie dabei eng mit der Geschichte Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung. Mulemba wächst als Sohn eines angolanischen Vaters und einer ostdeutschen Mutter in Brandenburg auf. Für ihn selbst ist zunächst völlig selbstverständlich, dass er deutsch ist: Er kennt die Region, spricht wie die Menschen um ihn herum und betrachtet sie als seine Heimat. Gleichzeitig wird ihm von außen immer wieder vermittelt, dass er aufgrund seiner Hautfarbe angeblich nicht selbstverständlich dazugehört. Genau aus diesem Widerspruch entwickelt das Buch einen großen Teil seiner Wirkung.

Besonders eindrücklich ist, dass Mulemba Rassismus nicht als abstraktes gesellschaftliches Problem beschreibt, sondern zeigt, wie unmittelbar er in das Leben einer Familie eingreifen kann. Die Nachwendezeit wird für seine Familie zu einer bedrohlichen Phase. Die Ermordung Amadeu Antonios, eines Freundes der Familie, in Eberswalde steht dabei für die rechtsextreme Gewalt jener Jahre und macht verständlich, warum Mulembas Eltern schließlich keine Zukunft mehr für sich in Deutschland sehen und nach Angola gehen. Mulemba selbst bleibt jedoch in Deutschland und zieht mit zwölf Jahren auf ein Sportinternat nach Cottbus. Damit wird die Frage nach Zugehörigkeit noch komplizierter: Seine Eltern verlassen das Land, das für ihn weiterhin Heimat ist, während er selbst lernen muss, sich ohne sie und zugleich als Schwarzer Jugendlicher in seinem Umfeld zu behaupten.

Der Bezug zu Eberswalde hat das Buch für mich zusätzlich besonders gemacht, weil ich die Stadt zumindest ein wenig kenne. Umso krasser war es für mich, beim Lesen noch einmal zu merken, wie unterschiedlich Lebensrealitäten selbst am gleichen Ort sein können. Man kann eine Stadt kennen, durch dieselben Straßen gehen oder bestimmte Orte wiedererkennen und trotzdem vollkommen andere Erfahrungen mit ihnen verbinden. Mulembas Geschichte hat mir dadurch sehr deutlich vor Augen geführt, wie begrenzt die eigene Wahrnehmung eines Ortes sein kann und wie viel man nicht sieht, wenn man nur die eigene Perspektive kennt.

Gerade die familiäre Perspektive macht Hundeheimat stark. Mulemba erzählt nicht einfach eine Erfolgsgeschichte darüber, wie jemand trotz widriger Umstände seinen Platz findet. Vielmehr bleiben Brüche, Verluste und widersprüchliche Gefühle bestehen. Heimat erscheint deshalb nicht als eindeutiger Ort. Brandenburg kann gleichzeitig der Ort der Kindheit, vertrauter Sprache und Erinnerungen sein und ein Ort, an dem Mulemba Ausgrenzung erlebt. Angola wiederum ist zunächst vor allem mit seinem Vater und seiner Familiengeschichte verbunden. Die spätere gemeinsame Reise mit seinem Vater nach Angola führt diese verschiedenen Teile seiner Identität zusammen. Am Ende kann Mulemba sowohl mit Cottbus Frieden schließen als auch Angola als Teil seiner Heimat annehmen. Heimat wird dadurch nicht als Entweder-oder verstanden, sondern als etwas, das aus mehreren Orten, Beziehungen und Erinnerungen bestehen kann.

Überzeugend ist auch, dass Mulemba seine persönliche Biografie mit deutscher Zeitgeschichte verbindet. Die sogenannten „Springerstiefeljahre“ nach der Wiedervereinigung bilden nicht einfach einen historischen Hintergrund, sondern wirken direkt auf seine Familie ein. Damit zeigt das Buch, dass die Geschichte der deutschen Einheit je nach Perspektive sehr unterschiedlich aussehen kann. Neben Aufbruch und neuen Möglichkeiten stehen Unsicherheit, rassistische Gewalt und die Erfahrung von Menschen, die formal und biografisch zu Deutschland gehören, deren Zugehörigkeit von anderen aber ständig infrage gestellt wird.

Trotz meiner sehr positiven Bewertung sehe ich auch einen Punkt, bei dem die Erwartungen an das Buch entscheidend sind: Hundeheimat ist ein Memoir und keine umfassende historische Analyse der Nachwendezeit oder der Situation angolanischer Vertragsarbeiter in der DDR. Wer eine systematische politische oder wissenschaftliche Einordnung dieser Themen erwartet, dürfte an manchen Stellen mehr Hintergrund vermissen. Die Stärke des Buches liegt stattdessen gerade im subjektiven Blick. Mulemba erzählt, was gesellschaftliche Entwicklungen mit einer konkreten Familie und einem konkreten Kind gemacht haben. Für mich wiegt diese persönliche Perspektive stärker als eine möglichst vollständige historische Aufarbeitung.

Auch die zentrale Frage nach Heimat erhält keine einfache Antwort – und genau das gefällt mir. Mulemba löst den Konflikt nicht dadurch auf, dass er sich am Ende eindeutig für Deutschland oder Angola entscheidet. Stattdessen entsteht ein wesentlich komplexeres Verständnis von Zugehörigkeit: Berlin, Brandenburg und Angola können gleichzeitig Heimat sein, weil an all diesen Orten Familie, Freundschaften und Erinnerungen existieren.

Insgesamt ist Hundeheimat für mich deshalb weit mehr als eine autobiografische Familiengeschichte. Das Buch erzählt von einem Schwarzen Aufwachsen im ostdeutschen Nachwendealltag, von der Trennung einer Familie und von dem Versuch, verschiedene Teile der eigenen Herkunft nicht länger gegeneinander ausspielen zu müssen. Gerade die Verbindung zwischen sehr persönlichen Erfahrungen und einem größeren Stück deutscher Geschichte macht das Buch relevant. Dass dabei nicht jede historische Frage erschöpfend beantwortet wird, empfinde ich nicht als entscheidende Schwäche. Viel wichtiger ist, dass Mulemba einen Blick auf Deutschland eröffnet, der in vielen Erzählungen über die Wiedervereinigung lange zu wenig sichtbar war.
Profile Image for Selina.
99 reviews2 followers
August 20, 2026
Ich hab Hundeheimat als Hörbuch gehört und war sofort hooked. Dass der Autor es selbst spricht, macht das Ganze für mich nochmal stärker. Seine Art zu erzählen ist total locker und direkt und gleichzeitig brutal ehrlich, verletzlich und teilweise echt hart.

Ich mochte vor allem diese Mischung aus Härte, Wärme und Humor. Es ist eine sehr persönliche Familiengeschichte, erzählt aber gleichzeitig auch viel über das Aufwachsen im Nachwende-Ostdeutschland und darüber, was Heimat und Zugehörigkeit eigentlich bedeuten. Dazu verbindet Mulemba seine eigene Geschichte immer wieder mit historischen Hintergründen und Kolonialgeschichte.
Absolute Empfehlung!
Profile Image for maria.
46 reviews1 follower
Review of advance copy
August 11, 2026
ich bin durch den podcast „springerstiefel“ (sehr zu empfehlen!!) auf den autor aufmerksam geworden und war sehr gespannt auf das autobiographische debüt, das ich überraschenderweise bereits vor dem offiziellen Erscheinungsdatum in einer kleinen buchhandlung gefunden hatte.

dieses buch hat mich von anfang an in seinen bann gezogen. die sprache eher locker und einfach, zum teil rau und wütend. die emotionen des autors werden durch die sprache transportiert und verankern sich im leseerlebnis des rezipienten/der rezipientin. der inhalt war hingegen hart, schockierend, aber auch berührend. man konnte schrittweise miterleben, wie der autor zu dem menschen geworden ist, der er heute ist - die erzählungen von der gewalt sowie mikroaggressionen im alltag, die er und andere Schwarze sowie PoC miterleben, haben mich aufgewühlt und wütend zurückgelassen. ich konnte kaum glauben, was ich da teilweise gelesen habe. leider war das wirklich die lebensrealität von vielen menschen damals im osten und auch traurigerweise heute noch.
ich glaube, dass don pablo mulemba mit dem buch auch durchaus das ziel erreicht hat/erreichen wird, dass sich andere nicht mehr so alleine fühlen.

ein herausragendes debüt, das ich sehr weiterempfehlen kann.
7 reviews
August 23, 2026
Interessante und wichtige Perspektive bzw. Lektüre. Gut geschrieben, sodass ich mich gleichzeitig auch unterhalten gefühlt habe. Dieses Buch sollten vermutlich so viele Menschen wie möglich lesen, einfach um sich auch mal mit dieser Perspektive auseinanderzusetzen.
Profile Image for Jeannette Aryee-Boi.
77 reviews
August 20, 2026
Ein wichtiges Thema. Ich hätte noch stundenlang weiterhören können.
Alles Gute Don Pablo Mulemba!✊🏽
Displaying 1 - 7 of 7 reviews