Stell Dir vor, dein Leben dauert eine Woche – und heute ist Freitag
Wenn ein Mann bei einem Date gesagt bekommt, dass er älter aussieht als sein brandaktuelles Foto, dann weiß er, die Dinge in seinem Leben laufen nicht gerade toll. So wie bei Henri. Irgendwie geht es ihm okay. Aber irgendwie auch überhaupt seine Ehe ist Geschichte, die Affäre aber auch. Als sein Hausarzt dann auch noch »die Wechseljahre« bei ihm diagnostiziert, reicht es Henri langsam. Da passt es auch ganz gut, dass seine Traumfrau Emily als Coach arbeitet. Kann sie ihm helfen? Dummerweise steht Emily privat auf junge Männer. Aber so leicht gibt Henri nicht auf. Er Er will noch lange nicht aufs Abstellgleis. Und vielleicht sind die Wechseljahre ein Gleiswechsel, den er begrüßen sollte.
Henri muss sich eingestehen, dass er aktuell nicht ganz so glücklich ist. Seine Ehe mit Jenny ist Geschichte, seine Affäre Sue hat ihn auch verlassen und mit seiner Angebetenen Emily hatte er einen äußerst unglücklichen Start. Und wäre das alles noch nicht genug, hat er nun auch noch ein Loch in seinem Bart. Henris Arzt diagnostiziert ‚die Wechseljahre‘ und damit steht für Henri fest, dass er dringend einen Plan für sein Wochenende benötigt.
Wir Freitagsmänner von Hans-Gerd Raeth ist ein Roman über das Älterwerden, Innehalten und sich selbst nicht zu ernst nehmen. Wir nehmen die Perspektive von Henri Albers einen, einem Anfang 50-jährigen, der durch seine Affäre mit Sue seine Ehe an die Wand gefahren hat und jetzt doch wieder alleine ist. Henri Albers nimmt sich selbst nicht zu ernst, weswegen es super lustig ist, den Beginn seiner ‚Wechseljahre‘ mitzuerleben. Schlagfertig, nachdenklich, aber eben auch humorvoll werden wir durch die Geschichte getragen. Das Buch lässt sich aufgrund des lockeren Schreibstils kaum aus der Hand legen und neben vielen Lachern gibt es auch immer wieder Erkenntnisse Henris, die auch den Leser:innen etwas zum Nachdenken mitgeben können, ohne zu schwer zu wirken.
Der Autor schafft es ein Gleichgewicht zwischen stereotypischen Handlungen und dynamischen Figuren herzustellen, sodass die Geschichte smart und humorvoll anstatt platt wirkt. Henris schlagfertige Antworten sorgen immer wieder für kleiner und größere Lacher und auch sein ‚nicht aufgeben‘ wirkt nicht penetrant.
Einzige Kritik ist für mich Cindy, die mir im Laufe der Geschichte doch zu überspitzt dargestellt wurde und mir irgendwann eher auf die Nerven ging. Trotzdem ist Wir Freitagsmänner ein empfehlenswerter Roman für diejenigen, die etwas zum Lachen brauchen und wie Henri nicht alles zu ernst nehmen.
Amüsant und tiefgründig „Wir Freitagsmänner – Wer wird denn gleich alt werden?“ist ein humorvoller, warmherziger Roman von Hans-Gerd Raeth über das Älterwerden, Selbstzweifel und die Sehnsucht nach einem Neuanfang und einer neuen Liebe. Im Mittelpunkt steht Henri, ein Mann in den Fünfzigern, der seine Ehe durch eine Affäre in den Sand gesetzt hat. Als sein Arzt ihm männliche „Wechseljahre“ diagnostiziert, beginnt Henri, sein Leben und seine Wünsche neu zu überdenken und stellt fest, dass es gar nicht so einfach ist, zu wissen, was man vom Leben (noch) erwartet oder wünscht. Raeths Schreibstil ist lebendig und oft sehr witzig. Ich musste mehrmals laut lachen. Er macht das Buch zu einer kurzweiligen Lektüre, die einfühlsam und realistisch die kleinen Dramen des Lebens zeigt, obwohl er sich aller Klischees bedient. Die Figuren sind sehr sympathisch dargestellt. Der Autor zeigt, wie wichtig Freunde im Leben sind. „Wir Freitagsmänner“ bringt den Leser zum Schmunzeln, regt aber auch zum Nachdenken über Lebensphasen, Erwartungen und Chancen an. Die Idee, das Leben als Woche zu betrachten, bei der es bereits Freitag ist, fand ich sehr gelungen. Der Roman ist eine empfehlenswerte, unterhaltsame Lektüre über das Leben in der zweiten Lebenshälfte - geeignet nicht nur für Männer. Ich denke, jüngere Leser würden ihn nicht so amüsant finden.
Ich muss ehrlich sagen: Ich lache bei Büchern nur extrem selten laut auf. Hier ist mir das nicht nur einmal passiert. Der Humor ist pointiert, selbstironisch und herrlich ehrlich. Gleichzeitig ist das Buch aber viel mehr als nur witzig. Trotz aller Leichtigkeit steckt unglaublich viel Tiefe zwischen den Seiten.
Die Grundidee fand ich besonders stark: Was wäre, wenn dein Leben nur eine Woche dauert und heute Freitag ist? Wo stehst du gerade? Was hast du aus deinem Leben gemacht und was würdest du gern noch ändern? Genau diese Fragen schleichen sich beim Lesen ganz automatisch ins eigene Denken. Man reflektiert das Älterwerden, eigene Entscheidungen und Verhaltensweisen ohne dass es je schwer oder belehrend wirkt.
Für mich ist dieses Buch eine wunderbare Mischung aus Humor und Nachdenklichkeit. Warmherzig, klug, manchmal absurd und gleichzeitig sehr lebensnah. Ich habe mich köstlich unterhalten gefühlt und würde es wirklich jedem empfehlen, der Lust auf etwas anderes hat etwas, das lachen lässt und trotzdem hängen bleibt.
Ein absolutes Herzensbuch, das man nicht unterschätzen sollte. 💛📚
Positiv überrascht Ein interessantes, farbenfrohes Cover, das sofort Aufmerksamkeit auf sich zieht. Worum geht es? Wechseljahre mal aus der Perspektive eines Mannes, dessen Ehe gescheitert ist, die Affäre sich davon gemacht hat und wo es im Beruf auch an vielen Stellen hakt. Skeptisch war ich schon, aber das Buch hat positiv überrascht. Humorvoll geschrieben, aber auch mit feinen Zwischentönen. Henri steht an einem neuen Punkt in seinem Leben, diagnostizierte Wechseljahre. Was macht das mit einem Mann? Mit Episoden aus dem Alltag , Beruf und Familie erzählt uns Henri, wie es ihm damit geht. Dabei stechen vor allem die Dialoge mit seinem gleichaltrigen Freund Felix hervor. Sicherlich werden hier auch die üblichen Klischees bedient, Fahrradfahren, wechselnde Liebschaften, auch in vielen Punkten bleibt die Handlung vorhersehbar. Aber mir gefällt der Grundaspekt, sich das Leben als eine Woche vorzustellen. Das regt durchaus zum Nachdenken an, vor allem,wenn man sich in einem ähnlichen Altersabschnitt befindet. Ein kurzweiliges Buch, ohne den Anspruch ein literarisches Highlight zu sein, aber auf jeden Fall unterhaltsam.
In diesem Roman begleiten wir Henri, der sich mit viel Humor seinen Wechseljahren nähert. Die Grundidee, das eigene Leben als Woche zu sehen, hat mir richtig gut gefallen. Man fängt automatisch an, sich selbst zu fragen, wo man gerade steht und ob man mit dem eigenen Weg eigentlich zufrieden ist. Das fand ich spannend und auch überraschend nachdenklich.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto schwerer fiel es mir, mit Henri zu sympathisieren. Obwohl klar wird, dass er mit seinem Leben und seinen Entscheidungen hadert, bleibt echte Einsicht oder Entwicklung für mich irgendwie aus. Dadurch wirkte er stellenweise eher anstrengend. Auch einige Darstellungen und Figuren empfand ich als klischeehaft und wenig realistisch.
Trotzdem habe ich das Buch insgesamt gern gelesen. Es ist unterhaltsam und regt dazu an, über das eigene Leben nachzudenken. Für mich verliert der Roman jedoch durch stereotype Elemente etwas an Stärke.
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