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Am Ende des Fortschritts: Überleben in den Ruinen des Kapitalismus | Die neue Vision für eine Gesellschaft jenseits von Fortschrittsglauben. Der neue SPIEGEL-Bestseller

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Sozialismus oder Barbarei? Sozialismus in der Barbarei!

In seinem neuen Buch zieht Kohei Saito eine ernüchternde Teile der Umwelt, die unseren Wohlstand zuverlässig sicherte, sind bereits zerstört. Autoritäre Kräfte und Kriege überziehen die Welt, und gleichzeitig stagniert das Wirtschaftswachstum im globalen Norden. Der Kapitalismus scheitert an einer von Techno-Oligarchen beherrschten Welt. Krise als Chance? Nein, sagt Saito, was nun folgt, ist eine Ära chronischer Notlagen. Unsere Zukunft wird geprägt sein von Knappheit, Destabilisierung und Naturkatastrophen – und nicht von Überfluss, Beschleunigung und Emanzipation. Saito fordert, dieses Ende des Fortschritts zu akzeptieren und plädiert für eine neu gedachte Planwirtschaft, um unsere letzten Freiheiten zu bewahren.

313 pages, Kindle Edition

Published June 9, 2026

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About the author

Kōhei Saitō

20 books326 followers
Kohei Saito received his Ph.D. from Humboldt University in Berlin. He is currently associate professor of political economy at Osaka City University. He has published articles and reviews on Marx’s ecology, including “The Emergence of Marx’s Critique of Modern Agriculture,” and “Marx’s Ecological Notebooks,” both in Monthly Review. He is working on editing the complete works of Marx and Engels, Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) Volume IV/18, which includes a number of Marx’s natural scientific notebooks.

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Profile Image for Carla.
26 reviews2 followers
June 9, 2026
in seinem neuen buch entwickelt saito seine idee von einem postwachstums-kommunismus (ich würde es wegen seiner sehr bottum-up, commons-fokussierten und dezentralen elemente eher als kommunialismus beschreiben) weiter – als reaktion auf die sich zuspitzende klimakrise sowie entwicklungen im bereich der digitalen technologien und der zugehörigen politischen ökonomie.
seine kernthese lautet: der vater des neoliberalismus hayek hat sich in alle unseren köpfen so sehr eingebrannt, dass selbst linke oder ökologische antworten oft in kapitalistischen mechanismen gefangen bleiben, die eskalierende klimakrise und zugehörige knappheit und monopoltendenzen im digitalbereich stellen aber grundprinzipien infrage und bedeuten das ende von der idee liberalen fortschritts. seine antwort: zuerst anerkennen, dass es vorbei ist mit der idee des fortschritts und der ständigen verbesserung und dann auf dieser erkenntnis den "dunklen sozialismus" aufbauen, der staatliche planung von oben (durch vergesellschaftung, verbote, planung zur einhaltung planetarer grenzen) mit demokratischer kontrolle von unten kombiniert. den weg dahin ebnet laut saito die "diktatur der ökologie".

was das buch mMn ist:
- ein wichtiger debattenbeitrag, gerade innerhalb einer linken, die planung gerne mit produktivismus verwechselt und die klimakrise und ökosysteme eher als beiwerk und nicht als zentralen rahmen für seine politik wahrnimmt.
- die anregung anzuerkennen, dass die klimakrise sachen wirklich schlechter machen wird, statt nur ponyhof-optimismus-szenarien zu propagieren, aber daraufhin nicht zu resignieren, sondern politisch mit umzugehen.
- eine ernsthafte auseinandersetzung mit tiefgreifenden neoliberalen logiken, die wir so internalisiert haben, dass es uns nicht mehr auffällt.
- eine auseinandersetzung mit historischen momenten kurzer sozialistischer kommunalistischer erfolge sowie der herkunft des diktaturbegriffs (hätte ich jetzt nicht gebraucht)
- ein erster anriss einer linken analyse der politischen ökonomie der digitalisierung, die mMn mehr platz an anderer stelle verdient
- eine kritische auseinandersetzung mit anderen links-ökologischen konzepten der transformation

was das buch nicht ist:
- eine anleitung, *wie* man jetzt dahin kommt
- ein campaigning anlass (ich denke nicht dass diktatur der ökologie und dunkler sozialismus besonders massentauglich sind, aber prove me wrong)
- eine antwort auf die frage, wie wir konkret zeitnah emissionen reduzieren
- eine absage an klimaschutz zugunsten von anpassung (!)

all in all: lässt sich gut lesen, finde es einen guten diskussionsbeitrag innerhalb der linken, weil klima tatsächlich ernst genommen wird, hoffnung macht es jetzt nicht so viel, bestärkt mich in meinem ostrom-fantum (ohne sie einmal namentlich zu erwähnen), hat mir definitiv ein paar gedanken (auf der analytischen ebene) mitgegeben, die umsetzungsperspektiven bleiben unklar.
Profile Image for Electric.
645 reviews1 follower
June 25, 2026
Die Barbarei kommt ganz von selbst, den Sozialismus muss man erkämpfen. Saito entwirft ein ziemlich konkretes Szenario mit klaren Maßnahmen die gut in den aktuellen sozialistischen Diskurs von KPÖ bis Mamdani passen, streift Kybernetik in Chile und bezieht sich positiv auf die Pariser Commune. Das ist gut zu lesen, auch wenn der Autor kein großer Stilist ist, lässt aber die Frage offen, wie man an die Hebel kommt, um diese Forderungen umzusetzen und wer Träger dieser Forderungen sein soll. Aber dass ein Marxist bei dtv ein Bestseller wird ist ja irgendwie auch ein gutes Zeichen.
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