Ein Sommer in Schweden, voller Blumen und zweiter Chancen …
Frauenpower meets Flower-Power – duftige Sommerlektüre für Fans von Clare Pooley und Freya Sampson.
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf … Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte – aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist …
Vom Rowohlt Verlag habe ich den neuen Roman von Ally Zetterberg erhalten. Das Setting Schweden hat mich sofort angesprochen. Für mich ist es das erste Buch der Autorin.
Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.
Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen. Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....
Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....
Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist. Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde. Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben. Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.
Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten. Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street. Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.
Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.
Fazit: Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet.
Klappentext: Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf. Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte, aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist.
„Sommer, Glück und Ringelblumen“ von Ally Zetterberg ist ein Sommerroman mit Liebesglück.
Die Geschichte beginnt mit 2 Handlungssträngen. Im schwedischen Svedala möchte die Floristin Sophia gerne das Blumengeschäft ihres verstorbenen Onkels, dass er ihr und ihren Brüdern vermacht hat, weiterführen. Doch die Brüder wollen es lieber so schnell wie möglich loswerden. Jetzt heißt es für Sophia einen großen Auftrag zu generieren, damit sie ihre Brüder auszahlen kann. Dazu eignet sich die anstehende Blumenmesse hervorragend. Doch die Aussichten sind schlecht, denn schon auf dem Weg zur Messe bleibt Sophia mit dem Auto liegen.
In London betreut Blade seine unter Alzheimer leidende Mutter. Ihr Wunsch ist, ihre große Liebe noch einmal zu sehen. Noch heute sitzt Edith noch oft an der Bushaltestelle Hornton Street und wartet auf ihren Sven. Damals, als sie verabredet waren, ist Sven nicht erschienen. Edith bittet ihren Sohn nach Schweden zu reisen um Sven zu finden. In Schweden angekommen, bemerkt er auf der Straße eine junge Frau, die mit ihrem Auto liegengeblieben ist. Er hält mit seinem Wohnmobil an, um zu helfen.
Ally Zetterberg erzählt die Geschichte mit Herz und Gefühl. Ihre Charaktere wirken wie aus dem echten Leben entsprungen. Sophia ist Autistin und hat nur den einen Wunsch, ihren Blumenladen zu neuem Leben zu erwecken. Doch sie muss so viel Geld damit verdienen, um ihre Brüder auszahlen zu können. Blade kümmert sich um seine Mutter und möchte ihr den Wunsch erfüllen und ihre Liebe Sven zu ihr zu bringen. Sophia und Blade haben mir gut gefallen. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Es wird nicht nur das leichte Sommerglück erzählt. Auch Edith ist ein interessanter Charakter. Doch sie triftet immer mehr in die Vergangenheit ab.
Ally Zetterberg vermittelt die Gefühle der an Alzheimer leidenden Edith sehr authentisch. Ich hätte Edith am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Es ist schlimm, wenn einem das eigene Leben entgleitet.
Die Autorin beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist gut verständlich. Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar war, habe ich „Sommer, Glück und Ringelblumen“ gerne gelesen.
Diese Frage hat der Floristin Sophie nie jemand gestellt, bis sie Blade kennenlernt. Blade stellt einfach immer die richtigen Fragen. Und das Beste? Er nimmt Sophia ernst und behandelt sie nicht so, als ob sie immer die falschen Fragen stellt und er nimmt sich die Zeit, die sich noch nie jemand für sie genommen hat.
Dabei hat er eigentlich genau das nicht: Zeit. Als Vollzeitpflegekraft für seine an Alzheimer erkrankte Mama kann er sich keine Auszeit leisten, bis sie ihn nach Schweden schickt, um nach einer wichtigen Person aus ihrer Vergangenheit zu suchen.
Der Beschreibung nach hatte ich nicht mehr als eine heitere Sommerlektüre erwartet, doch die Ernsthaftigkeit, mit der dieser Roman über gewisse Themen spricht, hat mich positiv überrascht. Dieses Buch handelt unter anderem vom "anders" sein und vom gesellschaftlichen Druck, "normal" zu sein.
Ich habe nicht damit gerechnet, aber beim Lesen ist mir einfach das Herz aufgegangen, weil ich Teile von mir in Sophia wiedererkannt habe. Dieses Buch hat mir Hoffnung gegeben, dass da draußen jemand ist, der mich so nimmt wie ich bin.
Sophia hat von ihrem Onkel den Blumenladen geerbt und kommt gerade so über die Runden. Allerdings muss sie demnächst ihre Brüder auszahlen und dafür reicht das Geld nicht. Doch der Auftrag landesweit Blumenmessen auszustatten, überfordert Sophia eigentlich, ist sie doch Autistin und kommt nicht gut mit ungewohnten Umgebungen zurecht.
Blade hat seinen Job aufgegeben, um seine an Demenz erkrankte Mutter zu pflegen. Diese bittet ihn eindringlich in Schweden nach Sven zu suchen, ihrer großen Liebe, die sie vor vielen Jahren an einer Bushaltestelle versetzt hat. In Schweden angekommen trifft er auf Sophia und durch einen Zufall gehen die beiden gemeinsam in seinem Leihwohnmobil auf Reisen. Dabei lernt Sophia, dass es auch Menschen gibt, die sie so nehmen wie sie eben ist.
Ich muss sagen, dass ich von diesem Buch sehr überrascht worden bin. Die Protagonisten sind sehr eigen, aber auch sehr liebenswert. Anfangs habe ich mich schwergetan in Sophias Welt einzutauchen, aber das hat sich recht bald gelegt. Und dann ist sie mir richtig ans Herz gewachsen und ich habe mich sehr gefreut, dass sie bald einen Unterstützerkreis gefunden hat, der nicht an ihr rumkrittelt, so wie es ihre Familie jahrelang getan hat. Und auch der Erzählstrang in England war einfach toll, da man hier den unterschiedlichen Umgang von Menschen mit Demenzkranken sieht.
Das Buch ist vor allem aus den Sichtweisen von Sophia, Blade und Edith, Blades Mutter, geschrieben. Bei Edith wechselt die Autorin in die Ich-Perspektive, was wirklich gut passt, da Edith mit ihrer Erkrankung auch innerlich kämpft und daher die Innenperspektive auch wichtig ist.
Ich fand das Buch ausgesprochen gut. Ich mochte die Protagonisten und konnte gut mit allen mitfühlen. Und ich hatte immer Bilder vor Augen. Besonders schön fand ich, wie sich am Ende eine Gemeinschaft bildet, die sich gegenseitig unterstützt und allen das Leben verbessert. Es ist ein wirklich positives Buch, dass sehr schön mit den Themen Autismus und Demenz umgeht. Daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung!