Bombendrohungen, Mordfantasien, digitale Undercover-Ermittlerin Obalski kommt in diesem hochspannenden gesellschaftspolitischen Krimi einer modernen Hexenjagd auf die Spur.
Mü Eine Politikerin des Bayerischen Landtags wird massiv bedroht. Sie erhält E-Mails mit Vergewaltigungs- und Mordfantasien, wird in den sozialen Medien beschimpft und beleidigt. Als eine Bombendrohung im Landtag eingeht, bekommt die Frau Personenschutz, und Obalski von der Sondereinheit Doppel-X wird undercover als Social-Media-Beraterin ins Team der Politikerin eingeschleust. Sie soll ermitteln, wer hinter den Angriffen steckt. Schon bald werden die Hetzkampagnen persönlicher und zugleich gefährlicher. Kennen die Täter ihr Opfer auch privat? Oder leakt jemand aus dem Umfeld der Politikerin Interna? Als eine Richterin tot aufgefunden wird und weitere Frauen ins Fadenkreuz des Hetzmobs geraten, stehen Obalski und ihr Team unter Druck. Was verbindet die Frauen, außer dass sie erfolgreich sind? Und wie können die Täter gestoppt werden?
Nach «Riot Girl» ist dies Susanne Kaisers zweiter Kriminalroman um die eigenwillige LKA-Ermitterlin Obalski.
«Obalski gibt dem deutschen Krimi wieder Aura.» kulturnews.de
Ich fand die Verstrickungen super, es war nicht so durchschaubar und hatte mich die ganze Zeot hooked. Die Darstellung der Brutalität von Misogynie und dessen reale Auswirkungen auf echte, lebende Frauen* fand ich sehr stark. Ich mag auch die Protagonistin und dass sie offensichtlich (zwischenmenschliche) Fehler begeht, das ihre Fähigkeiten etc. in keinster Weise mindert - we love a complex women. Das Setting in Politik bzw. der Fokus auf erfolgreich, ggf. exponierte Frauen (Wissenschaftler*innen, Politiker*innen, Jurist*innen) hat mir ebenfalls gut gefallen. Der Doppelname der Richterin als subtiler Hinweis, wie rechte Hetzkampagnen in Bedrohungen und Einschränkungen der persönlichen Autonomie münden, fand ich ebenfalls sehr gut. Die „side-story“ der fundamentalistischen Elsa fand ich gut, hätte mir aber gewünscht, dass das noch stärker verwebt wird bzw. noch stärker fokussiert wird, was auch so ein Verhalten für Folgen haben kann. Gleichzeitig hat es sehr gut aufgezeigt, dass fundamentalistische Personen nicht, wie tlw suggeriert wird, am äußeren Rand der Gesellschaft leben, sondern ihr Leben „ganz normal“ verläuft - nur halt als misogyne Fundamentalisten 🥲 Meine einzige richtige Kritik ist die Storyline mit der Mutter. Ich checke, dass man ein bisschen Hintergrundwisswn fürs character building von Obalski braucht, aber ich hab nicht ganze gecheckt, abgesehen dass die Mutter natürlich sehr manipulativ ist, inwiefern die München-Storyline da so viel der Story beigetragen hat. Zur Auflösung: Ich bin mir unschlüssig, ob ich es gut finde, dass das Motiv nicht (nur) Misogynie war, sondern die Misogynie eher als Instrument genutzt wurde, wodurch Leute Morde begehen. Einerseits machts das noch krasser, dass der pure Hass dazu befugt, Frauen* für Industriedelikte (im weitesten Sinne, i know) zu töten. Anderseits frage ich mich, ob diejenige, die das Buch lesen und sich noch nicht viel mit struktureller Misogynie auseinandergesetzt haben, sondern eher einen Krimi lesen wollten und daher das Buch lasen, dann die Bedeutung der Misogynie und deren „Weitläufigkeit“ gänzlich checken. Aber all in all richtig gutes Buch!!
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Coraz rzadziej czytam kryminały, coraz mniej w nich dla siebie znajduję. Ale czasem robię wyjątki, na przykład dla Susanne Kaiser. Witch Hunt to drugi tom z serii, której główną bohaterką jest policjantka Obalski, niepokorna, krnąbrna, trochę dziwna, ale z wielkim sercem. Jest to zarazem powieść, w której słychać echa aktualnych społecznych dysput: historie Giselle Pelicott, Colline Fernandez coś zmieniły w ludziach, częściej mówi się o mizoginii, także na łamach zwykłych, zdawałoby się, kryminałów. Niniejszy tom to wartka akcja, dużo o incelach i nienawistnych wobec kobiet trollach, sporo technikaliów, no i przede wszystkim: Monachium, a ja uwielbiam poruszać się w literackich światach po znanych mi topografiach. Nie jest to powieść bez wad, bo niektóre scenki, wątki lecą trochę po łebkach, jest przerysowana, karykaturalna matka, jest też osobliwe uwielbienie dla piwa. Są to istne peany na cześć tego trunku, co budzi we mnie niejakie podejrzenie o sponsoring…
Gleich mal vorweg: ich bin eigentlich keine Krimi-Leserin (mehr). Aber nachdem mich Obalskis erster Fall, „Riot Girl“, so gefesselt und begeistert hat, musste ich natürlich auch den zweiten Obalski-Krimi von Susanne Kaiser lesen: „Witch Hunt“, eben erschienen bei Rowohlt Wunderlich. Und ja, sie hat es wieder getan: Susanne Kaiser hat es abermals geschafft, dass ich ein Buch kaum aus der Hand legen konnte und wollte. Ich liebeliebeliebe die einsiedlerisch veranlagte Ermittlerin Obalski, die auch mal unkonventionelle Wege geht, ich finde es einfach wunderbar, dass die Fälle in München spielen und ich so die Schauplätze direkt vor Augen habe und ich liebe die raffinierten Wendungen, die Susanne Kaiser auch im zweiten Band der Reihe gelingen: „Witch Hunt“ führt Obalski als verdeckte Ermittlerin in den Bayerischen Landtag, wo eine Politikerin massiv bedroht wird. Nach und nach stellt sich heraus, dass eine ganze Trollarmee von INCELs einzelne Frauen in Bayern bedroht - und als das erste Todesopfer zu verzeichnen ist, geraten die Ermittler*innen des LKAs unter massiven Druck. Sie finden heraus, wer die Trolle sind, die diese Frauen jagen - aber wer sind die Frauen, die wiederum Jagd auf die Trolle machen? Ein unglaublich komplexer Fall über Cybermobbing, der bis zur letzten Seite spannend bleibt und (darf man das sagen?) Spaß macht: ich hoffe von Herzen auf viele weitere feministische Krimis von Susanne Kaiser 🙌🏼
Eine Politikerin wird mit Vergewaltigungsfantasien, Morddrohungen und digitaler Hetze überzogen. Um herauszufinden, wer dahintersteckt, wird Obalski undercover in ihr Umfeld eingeschleust. Doch je tiefer die Ermittlungen gehen, desto deutlicher wird, dass es nicht nur um einzelne Täter geht, sondern um ein System aus Hass, Angst und gezielter Einschüchterung von Frauen in der Öffentlichkeit.
Ich fand das Buch wirklich unfassbar stark. Nicht nur als Krimi, sondern vor allem als feministischen Krimi. Diese Mischung aus politischer Realität, digitaler Gewalt und der Atmosphäre rund um moderne Hexenjagden hat mich komplett reingezogen. Gerade dieses Motiv von Frauen, die sichtbar sind, laut sind oder Macht haben und deshalb angegriffen werden, zieht sich spürbar durch die ganze Geschichte.
Und dann diese permanente Anspannung. Ich habe wirklich bis zur letzten Seite überlegt, wem man eigentlich noch trauen kann. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich verstanden, wohin die Geschichte geht, kam wieder eine Wendung, die alles verschoben hat.
Besonders stark fand ich die Stimmung: Dieses Gefühl von Beobachtung, Eskalation und unterschwelliger Gefahr war die ganze Zeit da. Gleichzeitig schafft das Buch es, gesellschaftliche Themen einzubauen, ohne dass die Handlung darunter leidet. Im Gegenteil, genau dadurch wirkt alles noch bedrückender und realistischer.
Für mich war das einer dieser Krimis, die nicht einfach nur spannend sind, sondern beim Lesen wirklich etwas auslösen. Ich habe mich beim Lesen immer wieder gefragt, ob das hier wirklich nur eine Geschichte ist oder längst Teil unserer Realität. Gerade weil so vieles daran erschreckend real wirkt, kam ich irgendwann zu dem Gefühl, dass all das genauso auch außerhalb dieses Buches passieren könnte und vermutlich bereits passiert.