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Mirabellentage: Roman | "Warmherzig und sonnendurchflutet. Ein Roman, sinnlich wie ein Sommertag auf dem Land." Für Sie

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Martina Bogdahns neuer Roman aus dem Kosmos des »Mühlensommers«

Flirrende Hitze über dem See, das Summen in den Feldern und der Geschmack von Mirabellen. Martina Bogdahn führt uns in einen bewegten Sommer. In »Mirabellentage« erzählt sie warmherzig und humorvoll von einem Leben zwischen Routinen, Pflichten und Loslassen. Von einem letzten Wunsch und einem lang gehüteten Geheimnis. Von einer Frau, die alles hinterfragt und eine neue Sicht aufs Leben gewinnt. Denn ihre Freiheit liegt nicht in weiter Ferne, sie ist der schmale Weg, auf dem sie geht.

Als der Ortspfarrer Josef überraschend stirbt, gerät die geordnete Welt seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Was soll nun werden? Erst mal muss sie die Beerdigung organisieren, den jungen Ersatzpriester Fridtjof in Empfang nehmen – und dann soll auch noch Josefs Asche ans Meer.

Dafür nimmt Anna, Anfang fünfzig, Fahrstunden bei ihrem ehemaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Gemeinsam erkunden sie die Gegend um Blumfeld und erinnern sich an ein fast vergessenes Leben. An den Geruch des Sommers, die Farbe reifer Mirabellen, an harte Arbeit und kleine Alltagsfluchten.

Je näher der Aufbruch rückt, desto drängender werden Annas Fragen, denn die Fahrt bedeutet eine Reise ins Ungewisse. Es braucht eine Entscheidung. Wie gut, dass sie die nicht alleine treffen muss.

326 pages, Kindle Edition

Published April 16, 2026

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Martina Bogdahn

2 books6 followers

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4 (8%)
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Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Dunja Brala.
678 reviews62 followers
April 23, 2026
Beim aktuellen Weltgeschehen wünscht man sich ja weit weg in eine kleine Blase, in der die Welt noch komplett in Ordnung ist. Wo die Sonne scheint und die Blumen blühen, die Obstbäume reiche Früchte tragen und es duftet immer nach frischgebackenen Kuchen und Unbeschwertheit. Wenn ihr in dieses Buch eintaucht, bekommt ihr genau das.

Anna lebt im kleinen Dorf Blumfeld. Sie hat schon sehr jung beim Pfarrer Josef, einem Freund aus Kindertagen, den Haushalt gemacht. Und so kennt sie auch jeder. Sie fährt auf einem Moped, kleidet sich adrett, aber unspektakulär und kümmert sich darum, dass alles im Ort einen guten Weg geht. Sich selber stellt sie meist hinten an.

Als Josef plötzlich stirbt, muss sie sich neuen Herausforderungen stellen. Josef möchte nämlich nicht im Ort beerdigt werden, und das würden die Blumenfelder niemals tolerieren. Auch der neue Pfarrer Fritjof ist so ganz anders, als sie das kennt. Und dann ist da noch die Sache mit dem Auto fahren.

Anekdotenhaft erzählt uns Martina Bogdahn vom Leben im kleinen Idyll. Dabei steht Anna zwar als ICH-Erzählerin im Mittelpunkt des Geschehens, doch wird unser Fokus auch auf andere Personen gelenkt. Wir lernen Annas Familie kennen, ihren Werdegang, aber auch den von Josef. Wir erfahren, warum die Blumfelder Männer mit dem Ausgang der Kneipp Kur sehr unzufrieden sind, was passiert, wenn man den Beichtstuhl putzt und warum es jedes Jahr mehrere 100 Gläser Mirabellenmarmelade gibt. Dabei hüpft die Geschichte hin und her in den Zeiten, man bleibt nicht lange bei einem Ereignis, sondern hat eine Art Rahmenhandlung von der aus die Erzählerin uns in kleinen Geschichte Dorf und Menschen näher bringen möchte.

Ziemlich lange hatte ich das Gefühl, ich bin in den 50er/60er Jahren des letzten Jahrhunderts unterwegs, so altbacken waren einige Ansichten. Doch wir sind im Jahr 2010. Das war für mich wirklich schwer überein zu kriegen. Es mag ja sein, dass auch heute noch Haushälterinnen in Dörfern eine Instanz waren oder Pfadfinder die Mirabellen bekamen, um daraus Schnaps zu brennen – ich musste ein ums andere Mal doch die Stirn runzeln. Leider sind die Episoden oft sehr konstruiert und verfehlen ihre Wirkung, weil vieles so unglaubwürdig ist. Ich kenne viele Menschen im Alter von Anna und hab meine Jugend auf dem Dorf verbracht, aber so hat sich das für mich nie angefühlt. Blumenfeld ist total aus der Zeit gefallen. Es gab allerdings auch viele Momente, wo ich mir gewünscht hätte, dass die Welt heute noch genauso wäre. Was für ein schöner Ort muss das sein, wo die größte Sorge ist die Asche heimlich ans Meer zu schmuggeln. Und das kleine Tradwife in mir möchte auch gerne mal Marmelade kochen und backen und damit ein halbes Dorf versorgen.

Der Schreibstil von Martina Bogdan ist herzerwärmend. Dadurch, dass man sich ständig mit einer neuen Person einem neuen Ereignis auseinandersetzen muss, konnte ich aber zu niemandem, außer zu Anna, Nähe herstellen. Auch hab ich nicht so richtig gespürt, wie sehr sie Josef vermisst. Irgendwie hatte sie dafür auch gar nicht wirklich Zeit. Ob das Ende einer so integeren Person würdig ist, mag man bezweifeln. Ich dachte mir, naja, richtig ist das auf jeden Fall nicht.

Dieser Roman ist eine klassische Sommerlektüre für zwischendurch. Das Buch tut keinem weh, hat mir aber jetzt auch keine horizonterweiternden Ansätze vermittelt. Kein großer Anspruch aber genügsame Unterhaltung. Wenn ihr euren Kopf gar nicht groß einschalten möchtet und ein bisschen heimatfilmartige Berieselung braucht, dann empfehle ich euch dieses Buch sehr.
156 reviews10 followers
April 26, 2026
Leider keine Geschichte, nur Geschichten

„Mirabellentage“, der neue Roman von Martina Bogdahn, erschienen 2026 bei Kiepenheuer und Witsch, kann leider nicht mit dem Vorgänger „Mühlensommer“ mithalten und verliert sich in Anekdoten und überzogener, gewollter Komik. Das ist schade, denn die Autorin beweist auch hier wieder grundsätzlich, dass sie schreiben kann, verliert aber ihre eigentliche Geschichte immer mehr aus den Augen, je weiter der Roman fortschreitet. Stattdessen reiht sie Anekdote an Anekdote und hier gilt wahrlich nicht: Viel hilft viel.

Die Buchbeschreibung lockt mit einem Road-Movie: Die Protagonistin Anna war über viele Jahre die Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der überraschend verstirbt und ihr einen letzten Wunsch hinterlässt, der Anna zwingen wird, sich auf eine Reise an die See zu machen, wenn sie ihn erfüllen möchte. Schnell zieht ein neuer Pfarrer ein und Anna wird, so die Beschreibung, ganz neu mit sich und ihren eigenen Wünschen konfrontiert, mit der Frage nach Sinnhaftigkeit ihres Lebens und ihrer Vergangenheit.

Zumindest der letzte Punkt wird mehr als weidlich erfüllt, das Buch spielt zu 80 Prozent in der Vergangenheit und reiht dort ein Geschichtchen ans nächste, manche haben eine wirkliche Funktion, viele eher nicht, die meisten bemühen viel hau-drauf-Komik und persiflieren durchweg die Ortsbevölkerung (kein normaler Mensch außer Anna zu finden dort scheinbar). Das macht am Anfang noch ein paar Anekdoten lang Spaß, wirkt aber zunehmend sehr bemüht und die grundsätzlichen Übertreibungen sind irgendwann nur noch anstrengend. Die Reise von Anna zu sich selbst dagegen findet kaum statt, und die Reise an die See – nun ja, lest selbst.

Martina Bogdahn schreibt leicht, atmosphärisch stark und sinnlich spürbar, emotional und mit sympathischen Charakteren. Ihrem aus „Mühlensommer“ bekannten und bewährten Prinzip des Wechselns zwischen Gegenwartserzählung und vielen Rückblenden in die Vergangenheit bleibt die Autorin treu, nur scheint sie hier doch deutlich in der Vergangenheit festzuhängen, so dass die Struktur eigentlich keinen Sinn ergibt und formal wirkt. Warum hat sie ihr Buch nicht einfach chronologisch erzählt, wenn ihr Fokus so sehr in der Vergangenheit liegt? Das hätte hier definitiv geholfen. Am Anfang noch ein cosy Buch, gut geschrieben, mit doch auch tiefen Momenten, gleitet Bogdahn immer mehr in die Knallcharge ab. Dabei war der Ausgangsplot so gut und Anna ist eine wirklich spannende Figur – für die sich die Autorin in der Gegenwart leider kaum zu interessieren scheint. Was sie innerlich ausmacht, wohin sie mit ihrem Leben will, wie sie ihr Leben bewertet – es bleibt ungesagt. Sehr schade.

Insgesamt hat mich das Buch leider nicht wirklich begeistern können, mir fehlte da Handlungszug und gute Dramaturgie. Für Menschen, die gerne einfach nur anekdotisch lesen, macht es bestimmt Freude. Mir fehlt hier leider Tiefe und die eigentliche Geschichte, die vielen Einzelgeschichten aus der Vergangenheit docken bei mir leider nicht an.


Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und KiWi für das Rezensionsexemplar!


2,373 reviews14 followers
April 20, 2026
Zum Inhalt:
Der Pfarrer ist gestorben und damit gerät die Welt dessen Haushälterin Anna aus dem Gleichgewicht, was soll jetzt aus ihr werden? Doch erstmal muss die Beerdigung organisiert werden und auch der neue Priester empfangen werden. Und die Asche des verstorbenen Pfarrers soll auch noch ans Meer gebracht werden. Dafür nimmt Anna dann Fahrstunden und dabei kommen immer mehr alte Erinnerungen hoch.
Meine Meinung:
Wir erfahren in dem Buch sehr viel aus dem Leben der Anna, die zu dem verstorbenen Pfarrer schon seit Kindertagen eine Freundschaft verband, erfahren viel wie das Leben im Dorf lief und wie schön das Landleben eigentlich war. Sie selbst hatte nie viel darüber nachgedacht, was für ein Leben sie sich eigentlich wünscht, sondern sie hat einfach gemacht und dabei auch sehr viel für den Pfarrer gemacht. Dann der Wunsch des Pfarrers dass seine Asche ans Meer gebracht werden soll, bringt schließlich eine Veränderung in Annas Leben. Eigentlich hatte ich erwartet, dass gerade die Fahrt ans Meer mehr Raum einnimmt, das war aber leider nicht so. Dennoch fand ich das Buch in seiner Gesamtheit ein schönes Buch, dass ich auch gut von der Autorin gelesen fand.
Fazit:
Hat mir gefallen
Profile Image for Inge H..
504 reviews9 followers
April 16, 2026
Humorvoll

Martina Bogdahn hat es wieder geschafft, mit Mirabellentage, einen wunderschönen Wohlfehlroman geschrieben. Schon mit Mühlensommer konnte sie mich wieder begeistern.
Diese Geschichte ist in Blumnfeld angelegt.
Der Pfarrer Josef stirbt plötzlich und unerwartet. Sein Haushälterin Anna ist sehr traurig. Josef kannte sie schon aus ihrer Kindheit.
Am Tag der Beerdigung kommt der neue Pfarrer. Er ist ein junger Mann, der von einer Hallig stammt.
Er spricht nur platt, das kann ich nicht glauben. In der Schule und während des Studiums hat er garantiert Hochdeutsch gelernt. Gut, das ist für die Geschichte eben ziemlich witzig.
Um den letzten Wunsch Josefs zu erfüllen, muss sie an die Nordsee fahren. Sie hat seit über dreißig Jahren den Führerschein, ist aber nie gefahren. Da sucht sie ihren alten Fahrlehrer, der ihr Fahrstunden geben soll.
Das Ganze ist humorvoll geschrieben, so wird das ein schönes Lesevergnügen.
Profile Image for Fruggielicious.
749 reviews6 followers
April 17, 2026
Mirabellentage von Martina Bogdahn / Rezension

💛«Große Tragik ist etwas, das die Menschen eint.»💛

„Mirabellentage“ ist ein Buch, auf das man sich einlassen muss. Das wird einem nicht einfach so serviert und schon ist man dabei. Mich hat es durch die ruhige Sprache, den lustigen Humor und die warmherzige Geschichte erreicht.

„Mühlensommer“ hingegen liegt noch gemütlich und in Sicherheit auf meinem SuB und ich bin gespannt darauf. Die Bücher spielen wohl im gleichen Universum.

✨Zitate

„Am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen. Die Geranien in den Blumenkästen vor den Fenstern leuchten rot, und eine leichte warme Brise bringt die Blätter in den Obstbäumen zum Rauschen. In der Ferne surrt ein Rasenmäher. Ein paar Schwalben fliegen hoch über den Dächern von Blumfeld. Ich bleibe stehen und sehe ihnen eine Weile nach.“

„Ich wollte damit nur sagen, dass man selbst nicht hart sein muss, bloß weil man ein hartes Leben führt.“

✨Inhalt

Annas Leben steht Kopf: Pfarrer Josef, für den sie als Haushälterin arbeitet, verstirbt und der Ersatzpriester Fridtjof steht direkt schon vor der Tür. Josefs Asche soll zu allem Überfluss auch noch heimlich an‘s Meer und dort verstreut werden und Anna ist seit 1974 nicht mehr Auto gefahren… Zum Glück ist Annas damaliger Schwarm und Fahrlehrer Manfred schnell zur Stelle…

✨Meinung

Ich war mir zunächst nicht ganz sicher, wie ich das Buch finde. Der Schreibstil erschien mir etwas zu poetisch, was ich allerdings bereits aus der Leseprobe wusste. Lesen wollte ich es aber so oder so, denn irgendwas hat mich einfach dahin gezogen. Die Waage pendelte stets hin und her.

Bei der Beschreibung der Kaffeefahrt 😂😂😂 offenbarte Frau Bogdahn einen richtig guten Sinn für Humor, ist vielleicht nicht für jeden etwas, aber ich fand es extrem witzig, was da passiert, ich lache gerade wieder während ich das schreibe. Und so hat mich die Geschichte zunächst immer weiter eingesogen.

„Segelohren“ fällt mir noch als Stichwort ein 😂😂 und Annas erste Fahrstunde seit 36 Jahren 😅😅.

Der Ton des Buchs ist einfach insgesamt (aber nicht nur) sommerlich, warm und gutherzig, das hat mir sehr gut gefallen.

Was mir hingegen weniger gut gefallen hat, waren die Beschreibungen von Tierquälerei und ausufernde Beschreibungen von „Essen“ in dem Zusammenhang. Kann es nicht näher ausführen. But that’s just me. Muss jeder selbst wissen, aber da ist meine Grundstimmung wieder etwas ins Negative gekippt, auch wenn ich verstehe, dass es etwas mit Dorfleben und ggf. anderen Zeiten zu tun hat.

Müsste ich weitere Kritik äußern, dann würde ich sagen, dass mich die Rückblicke teilweise aus dem Konzept gebracht haben, für mich wäre es auch okay gewesen mehr in der Gegenwart zu bleiben. Aber natürlich hat man so tiefere Einblicke in die Charaktere gewonnen, was auch schön ist. Sehr berührt hat mich der erste Abend, den Josef und Anna zusammen verbracht haben, also als sie seine Haushälterin wurde (platonisch).

Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen, da gab es einige Situationen, bei denen ich mit den Tränen kämpfen musste.

✨Fazit

Ich bin wirklich gespannt auf das andere Buch der Autorin und insgesamt wieder sehr zufrieden mit meiner Buchauswahl. Es war etwas risky und einiges hat mir nicht so gut gefallen, aber der Humor hat für mich diesmal den großen Unterschied ausgemacht. Und tatsächlich mag ich scheinbar auch ruhigere Bücher. Annas Geschichte und ihr Dorf haben mich sehr berührt und das ist ja das, was zählt.

Macht Euch gern ein eigenes Bild!

4/5⭐️⭐️⭐️⭐️
12 reviews
Review of advance copy
March 29, 2026
Ein atmosphärischer, humorvoller Roman für den Sommer

Mirabellentage ist ein Roman, der mich wirklich positiv überrascht hat. Die Protagonistin ist Anna, die im Dorf Blumfeld lebt und die Pfarrhaushälterin vom örtlichen Pfarrer Josef ist. Als Josef stirbt muss sie nicht nur seine Beerdigung organisieren, sondern es beginnt für sie auch ein komplett neuer Lebensabschnitt.

Der Schreibstil der Autorin hat mich sehr begeistert. Er ist ruhig, eindringlich und sehr atmosphärisch. Der Roman wird aus der Perspektive von Anna in der Ich-Form erzählt. Während sie die Beerdigung von Josef organisiert sowie den neuen Pfarrer in den Ort einführt und ihm seine Menschen näherbringt, schweift sie in ihrer Erzählung immer wieder in Erinnerungen an ihre und Josefs Herkunft, Kindheit und ihr gemeinsames Leben im Pfarrhaus ab. Man lernt dabei viele Dorfbewohner über Jahrzehnte kennen, manche intensiv, manche eher oberflächlich. Es werden viele Begebenheiten über den Ort, seine Bewohner und Veranstaltungen im Ort erzählt, die ein typisches Dorfleben darstellen. Wer jetzt denkt, dass das langweilig ist, irrt sich gewaltig. Die Begebenheiten sind manchmal traurig, oft sehr berührend aber auch sehr oft so komisch, dass ich wirklich viel lachen musste. Dieser rabenschwarze Humor auch in Bezug auf die katholische Kirche und die Erlebnisse als Pfarrsekretärin machen für mich einen großen Reiz des Buches aus. Die Kaffeefahrt der Männer zum Kneippen, die zur Enttäuschung der Männer nicht in diversen Kneipen sondern in diversen Wasserbecken endet, ist ein absolutes Highlight und ich habe Tränen gelacht. Es sind einfach viele Begebenheiten, wie ich sie auch früher bei meinen Großeltern auf dem Dorf erlebt habe, wo der Pfarrer noch eine Respektsperson war und Kaffeefahrten und Dorffeste das Highlight der Dorfbewohner. Anna als Protagonistin ist total sympathisch und aufgeweckt. Sie ist mit sich und dem Leben zufrieden, obwohl es ein hartes Leben mit viel Fremdbestimmung ist. Trotzdem macht sie aus allem das Beste und hilft oft auf witzige und unkonventionelle Art und Weise. Sie nimmt sich auch kleine Freiheiten und gerade nach Josefs Tod erwacht in ihr ein Freiheitsdrang, der nochmal eine spannende charakterliche Entwicklung mit sich bringt. Das Setting in Blumfeld fand ich ganz toll. Die Landschaft und auch die Ereignisse vor Ort werden so malerisch und eindringlich beschrieben, das man das Gefühl hat, mit im Ort zu wohnen.

Fazit: Ein köstlicher Roman über eine starke, warmherzige und einfallsreiche Protagonistin, ein interessantes Dorfleben und die Eigenheiten des katholischen Glaubens, wenn man das Leben nicht ganz so ernst nimmt. Sehr berührend, manchmal traurig aber oft sehr humorvoll. Ein ganz tolles Setting mit atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und des Ortes. Ein Sommerroman, den ich wärmstens empfehlen kann.
Profile Image for Magnolia .
631 reviews3 followers
April 16, 2026
Ein wundervolles Buch, eine warmherzige Geschichte

Martina Bogdahns „Mirabellentage“ sind wie schon ihr erster Roman „Mühlensommer“ in und um Blumfeld angesiedelt, einem fiktiven Ort im Fränkischen.

Anna ist die Haushälterin des Pfarrers, den mit gerade mal 57 Jahren das Zeitliche segnet. Die beiden kannten sich seit Kindertagen wie auch Robert und Josef – der Mesner und der gerade Verstorbene. Zwei richtige Lausbuben waren sie, die sich für so manch Bubenstreich schon mal ne Ohrfeige eingehandelt haben.

Der Roman beginnt mit dem Tod von Josef, der sich seine letzte Reise anders wünscht, als man es von einem Pfarrer erwartet. Ans Meer will er, dort soll seine Asche verstreut werden. Anna weiß dies und auch der Bestatter ist eingeweiht, also muss der leere Sarg für alle gut sichtbar ins Grab. Aber - bis alles geregelt ist, gibt es noch so manch Hindernis zu bewältigen. Anna hat zwar einen Führerschein, ihre Fahrpraxis lässt aber sehr zu wünschen übrig. Wie soll sie ans Meer kommen? Zunächst aber muss die Beerdigung organisiert werden, der neue Pfarrer ist schon unterwegs und was soll Anna nun machen, mit ihren 54 Jahren? Noch hat sie alle Hände voll zu tun, auch denkt sie an so manch Anekdote, die schon lange zurückliegt.

Es ist ein warmherziges Buch, das mit einem ernsten Thema beginnt. Es ist traurig und es ist auf wundervolle Weise schön. Es ist witzig und charmant, zuweilen skurril, mit gar herrlicher Situationskomik ausgestattet – so wie das Leben eben ist. Und dann träumt sie - träumt sie wirklich? Von dem blauen Mofa und der riesigen Gans und den goldenen Ohrringen und von einer Allee voller Mirabellenbäumen und… von noch so vielem mehr.

Die beiden Zeitebenen – das Gestern und das Heute – verschmelzen ineinander. Aus der momentanen Situation heraus ergibt sich so manch mehr oder weniger kuriose Begebenheit. Der neue, noch ziemlich junge Pfarrer Frijdthof, stammt aus dem hohen Norden, er spricht platt und – keiner versteht ihn. Was macht Anna? Das sei nicht verraten, nur so viel: Ich hab mich köstlich amüsiert. Ja, köstlich, im wahrsten Sinne des Wortes.

Martina Bogdahn hat mich mit ihren Mirabellentagen sofort in Annas Geschichte gezogen. Einer Pfarrhaushälterin, die für alle und für jeden da ist, die aus jeder Situation das Beste zu machen imstande ist. Sie und all die Menschen um sie herum sind gut getroffen, garniert mit durchaus nachvollziehbaren Erlebnissen – zum Schmunzeln schön. Es sind auch die leisen Töne, die nicht zu kurz kommen, die diesen klugen Roman abrunden.

In Annas Leben wird sich viel verändern, was auch bedeutet, dass sie gewohnte, eingefahrene Pfade verlassen wird. Es wird nicht leicht sein, aber nur wer Neues ausprobiert und dies auch zulässt, kann viel dazugewinnen. Um es mit den Worten der Autorin zu sagen: „Nur wer von zuhause weggeht, kann heimkommen.“
725 reviews2 followers
April 15, 2026
Was bleibt, wenn sich das Leben dreht
Der Sommer in Blumfeld fühlt sich ruhig an, fast so wie immer. Doch mit dem Tod des Pfarrers gerät Annas Alltag aus dem Gleichgewicht. Vieles muss plötzlich neu bedacht werden, obwohl sich nach außen hin zunächst kaum etwas verändert.
Anna kümmert sich um das, was ansteht, organisiert die Beerdigung und begegnet dem neuen Priester. Gleichzeitig rückt ein letzter Wunsch näher, der mehr verlangt als nur Mut. Schritt für Schritt beginnt sich ihr Blick auf das eigene Leben zu verändern.
Erinnerungen tauchen auf, manches lange Verdrängte kommt wieder näher. Auch die Fahrstunden bei Herrn Tanner bringen mehr zurück als nur alte Routine. So entsteht nach und nach das Gefühl, dass dieser Sommer mehr verändert, als es zunächst den Anschein hat.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne Eile. Alles wirkt nah am Alltag und gut nachvollziehbar. Anna macht einfach weiter, obwohl vieles ins Wanken gerät.
Die Begegnungen tragen viel zur Stimmung bei. Der neue Priester bringt eine andere Art mit, die gut in das Dorf passt. Besonders lebendig sind die Fahrstunden bei Manfred Tanner. Dort geht es nicht nur ums Fahren. Alte Erinnerungen kommen zurück, und manches fühlt sich auf einmal wieder offen an.
Beim Lesen entsteht nach und nach das Gefühl, dass sich etwas verändert. Nicht plötzlich, sondern ganz langsam und fast unbemerkt.
Die Geschichte bleibt bis zum Ende ruhig und nah an ihren Figuren. Alles fügt sich stimmig zusammen. Gerade das passt gut zu dieser Erzählweise. Die Veränderungen zeigen sich in kleinen Momenten, die im Gedächtnis bleiben.
Schon der frühere Roman „Mühlensommer“ der Autorin war sehr gelungen. Mit diesem Buch hat sie noch eine Schippe draufgelegt.
Der Sommer, die Erinnerungen und die anstehenden Entscheidungen greifen gut ineinander. Das wirkt glaubwürdig und unaufgeregt.
Ein ruhiges Buch, das lange nachwirkt.
5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die Geschichten mögen, die nah am Leben sind und ohne große Dramatik auskommen.
Profile Image for Elke Sonne.
571 reviews1 follower
Review of advance copy
April 10, 2026
Veränderungen und Neuanfänge in ländlicher Idylle

„Mirabellentage“ ist nach „Mühlensommer“ der zweite Roman der in München lebenden Autorin Martina Bogdahn. Auch dieser spielt in dem fiktiven kleinen bayrischen Ort Blumfeld ist aber unabhängig von dem vorherigen Roman.

Die 54-jährige Anna Nass ist die Haushälterin des Dorfpfarrers Josef. Als dieser überraschend stirbt steht sie direkt vor mehreren Herausforderungen. Das Dorf ist ihre Heimat, die sie noch nie wirklich verlassen hat, deswegen ist es für sie schwierig dem letzten Wunsch des Pfarrers nachzukommen. Auch sein junger Nachfolger Fridjof, stellt ein Problem da, weil er von einer Hallig kommt und nur plattdeutsch spricht.

Der Schreibstil von Martina Bogdahn liest sich leicht und ist sehr lebendig. Sie hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, mich in den beschaulichen Ort Blumfeld mitzunehmen. Ihre Beschreibungen sind authentisch und durch die Landschaftsbeschreibungen hatte ich alles direkt vor Augen.

Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von Anna berichtet. Anna ist eine sympathische Protagonistin, die ihre eigenen Bedürfnisse immer wieder hinten anstellt, sich einsetzt und die für die Dorfgemeinschaft da ist. Ihr fällt es schwer mit den neuen Veränderungen zurechtzukommen und ihre Gedanken schweifen häufig in die Vergangenheit, wodurch es zahlreiche Episoden aus der Vergangenheit gibt. Ich habe diese durchaus gerne gelesen, hätte aber auch gerne mehr aus der Gegenwart erfahren, dieser Handlungsstrang kam mir ein wenig zu kurz. Das Ende kam ein wenig plötzlich, war aber für mich rund und stimmig.

Es ist ein ruhiges Buch mit einem atmosphärischen Setting, authentischen Charakteren, Momenten die berühren aber auch vielen humorvollen Augenblicken. Ich mag die Idylle von Blumfeld und hoffe, dass Martina Bogdahn dieses Setting in weiteren Romanen verwendet.
Profile Image for Steffi.
203 reviews9 followers
April 26, 2026
In “Mirabellentage” von Martina Bogdahn begleiten wir Anna, die seit vielen Jahren als Haushälterin für den Dorfpfarrer tätig ist. Dessen plötzlicher Tod bringt ihr bisher klar geregeltes Leben aus dem Gleichgewicht. Zwischen Beerdigung, Veränderungen im Dorf und einem letzten Wunsch wird sie mit vielen Erinnerungen aus ihrem Leben konfrontiert.

Der Fokus des Romans liegt, ähnlich wie schon in Martina Bogdahns erstem Roman “Mühlensommer”, stark auf Rückblenden, die einen großen Raum einnehmen. Die Geschehnisse der Gegenwart treten dabei stellenweise etwas in den Hintergrund. Gerade diese Gewichtung muss man mögen, denn die eigentliche Handlung entfaltet sich weniger über äußere Ereignisse als über Erinnerungen.

Stattdessen begeben wir uns gemeinsam mit Anna in zahlreiche Episoden aus der Vergangenheit. Manche Rückblenden sind ernst und eher trauriger Natur, die meisten zeichnen sich jedoch durch den vielfältigen Humor der Autorin aus, der manchmal ganz fein ist, in einigen Szenen aber sogar klamaukige Züge annimmt. Diese Erinnerungen sind lebendig und humorvoll erzählt und sorgen dafür, dass man beim Lesen nicht nur nachdenklich wird, sondern auch schmunzeln muss. Gleichzeitig zeichnen sie ein stimmiges Bild vom Leben im Dorf und von den Strukturen, in denen Anna geprägt wurde.

Anna ist eine eher stille, zurückhaltende Figur, die lange Zeit vor allem funktioniert und sich den Erwartungen ihres Umfelds angepasst hat. Umso eindrücklicher ist es zu beobachten, wie sie im Laufe der Geschichte leise und in kleinen Schritten beginnt, ihr eigenes Leben bewusster in den eigenen Fokus zu rücken.

Auch die Beschreibungen der ländlichen Umgebung tragen viel zur Wirkung des Romans bei. Die sommerliche Atmosphäre, das Dorfleben und die vielen bildhaften Details fügen sich zu einer warmen, entschleunigten Stimmung zusammen, die beim Lesen eine richtige Wohlfühlatmosphäre entstehen lässt.

Fazit: “Mirabellentage” von Martina Bogdahn ist ein warmherziger Roman, der vor allem durch seine humorvollen Rückblenden und die stimmungsvolle, sommerliche Atmosphäre überzeugt.
11 reviews
May 2, 2026
Geschichten aus dem Dorfleben

Im fränkischen Blumenfeld gerät die geordnete Welt von Anna nach dem Tod des Dorfpfarrers Josef plötzlich ins Wanken. Als seine Haushälterin stand sie über Jahrzehnte an seiner Seite und soll nun auch noch seinen letzten Wunsch erfüllen. Entgegen der Tradition wollte Josef nicht auf dem Kirchfriedhof beerdigt werden, seine Asche soll ins Meer. Und dann wird auch noch ein neuer, junger Priester ins Dorf geschickt, aus Nordfriesland. Ob das gut gehen kann?
Das Setting in Blumenfeld mochte ich sehr. Dieses typische Dorfleben mit seinen Eigenheiten und teilweise herrlich skurrilen Charakteren hat einfach etwas. Auch die ruhige, sommerliche Stimmung hat mich direkt abgeholt, genauso wie Anna, die eine sehr sympathische Protagonistin ist und für mich so etwas wie die gute Seele des Dorfes.
Nach den ersten Seiten hatte ich ehrlich gesagt etwas anderes erwartet. Vielleicht eine Art Roadtrip, wenn Anna sich mit der Asche auf den Weg macht. Stattdessen bekommt man viele kleine Geschichten und Anekdoten aus ihrem Leben und aus der Dorfgemeinschaft. Das ist meist wirklich unglaublich unterhaltsam. Ich musste mehr als einmal lachen, weil manches einfach so herrlich überzogen und gleichzeitig so treffend ist.
Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit haben mich aber auch immer wieder ein wenig aus dem Lesefluss gerissen und manches war mir stellenweise etwas zu drüber.
Trotzdem ist es eine richtig schöne, unterhaltsame Geschichte mit viel Charme und einem Hauch Nostalgie. Wer vom Dorf kommt, wird hier vieles wiedererkennen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung.
1,087 reviews9 followers
Review of advance copy received from Netgalley
March 26, 2026
Anna ist die Pfarrhaushälterin, als Pfarrer Josef unerwartet stirbt. Steht sie vor der Frage ändert sich jetzt alles oder bleibt ihr Leben wie es war. Sie hat ihm mit der Gemeinde geholfen, sie waren seit ihrer Kindheit Freunde. Jetzt ist da ein letzter Wunsch und ein junger neuer Pfarrer der zudem aus dem Norden kommt, ganz entgegengesetzt wie der Ort Blumenfeld.
In kleinen Geschichten erzählt Anna von ihrem Leben, teilweise traurig, manchmal zum lachen, sie verbindet die Menschen, den Ort, das Leben. Aber ist das genug wenn sich auf einmal alles ändert?
Ich fand das erste Buch der Autorin "Mühlensommer" großartig. Bei diesem Buch hat sie noch einmal nachgelegt.
Anna ist eine Persönlichkeit die in sich ruht, trotzallem was in ihrem Leben nicht so gelaufen ist wie sie es sich vielleicht erträumt hat. Sie ist auf der einen Seite genügsam und auf der anderen hat sie aber noch Wünsche für die es noch nicht zu spät ist. Die Menschen in diesem Ort vertrauen ihr auf eine unaufdringliche Weise. Sie ist der elastische Kleber der die Gemeinschaft zusammen hält. So einen Menschen zu kennen, wenn auch nur fiktiv durch dieses Buch, bereichert für kurze Zeit.
Alle Figuren sind fein gezeichnet, sei es der bienenstichblonde junge Neuling der bei den dunklen Dorfbewohnern schon Vergleiche mit dem Papst hervor ruft. Auch wenn sie nur einen kurzen Auftritt haben, haben einige Figuren einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Man kann sich den Einfluss gut vorstellen den sie auch lange noch nach ihrem Tod hinterlassen.
Profile Image for Karola.
878 reviews7 followers
April 21, 2026
"Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen".
Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten Tod des katholischen Ortspfarrers Josef Heubeck, 57 Jahre, ihrem Arbeitgeber und Freund seit ihrer Kindheit, und wegen seinem besonderen Bestattungswunsch neue Entscheidungen in ihrem festgefahrenen Leben treffen muss. Bis zur Mirabellenernte im Pfarrgarten des Sommers 2010 geht es neben der Einführung des jungen Ersatzpriesters Fridtjof Nissen auch um ihre weit zurückliegenden Erinnerungen an Elternhaus, an harte Arbeitserfahrungen und teils lustigen Erlebnissen mit der Dorfgemeinschaft. Die Episoden rund um die lateinischen bzw. pikanten italienischen Sonntagspredigten des Friesen Fridtjof ohne hochdeutsche Sprachfertigkeiten wirken despektierlich in dieser ländlichen Idylle und dörflichen vertrauten Verbundenheit miteinander. Wie sich langsam besonders über den Fahrlehrer Manfred Tanner der Wendepunkt in Annas Leben anbahnt, hätte mehr Tiefgang einnehmen können. Ihre Angst vor dem Verlust ihres heimischen Platzes im Dorf, mit dem neuen, noch zu fremden Pfarrer, ist verständlich. Komplexere Gedanken zum Thema Neuanfang in der Lebensmitte hätten sicherlich gefallen. Der letzte Wunsch des verstorbenen Pfarrers wird leider sehr unspektakulär abgewickelt.
Insgesamt wirken die Charaktere authentisch, teils originell. Der Schreibstil vermittelt sommerliche Atmosphäre.
190 reviews
April 22, 2026
Dorfleben

Ein Dorf im Süden Deutschlands. Glaube ist den Bewohnern wichtig. Entsprechend betroffen sind die Einwohner des Dorfes, als Dorfpfarrer Josef stirbt. In „Mirabellentage“ erinnert sich seine fiktive Haushälterin Anna an ihre Erlebnisse mit dem Pfarrer.

Anna hat bereits viele Jahre für Josef gearbeitet. Nun steht für sie die Herausforderung an, die Asche möglichst unauffällig ans Meer zu bringen. Im Gespräch mit Josefs Nachfolger Fridtjof berichtet Anna zahlreiche Anekdoten- von einer Beichte bei Anna über einen Ausflug zum Kneippen (ganz ohne Alkohol) bis zu Gewalt an einem Schwein ist alles dabei.

Mir hat das Konzept sehr gut gefallen. Das lag vor allem an der authentischen Protagonistin. Anna hat die Anekdoten ausführlich und bildhaft dargestellt, was mir meistens geholfen hat, mir die Situationen mit entsprechenden Humor vorzustellen. Dabei hat sie den Spannungsbogen regelmäßig erhöht und es mir so leicht gemacht, den Erzählungen zu folgen.

Allerdings gibt es Sequenzen , die meiner Meinung nach zu intensiv betrachtet wurden. Hier ist die Szene mit dem Schwein hervorzuheben, welche ethisch fraglich ist, oder das Missverständnis auf dem Ausflug, was zu weit ausgeholt wurde. Das mindert aus meiner Sicht das Lesevergnügen ein wenig. Da der Roman insgesamt aber einen gelungenen und unterhaltsamen Überblick über das Leben in Annas Dorf liefert und auch offenlegt, dass in der Kirche nicht alles gesittet zu geht, gebe ich vier Sterne.
Profile Image for Nikko R..
25 reviews
May 3, 2026
Nach "Mühlensommer" war ich besonders interessiert, wie es wohl weiter gehen wird. Es war eine sehr schöne Überraschung, dass die Nebenfigur aus Mühlensommer hier ihre eigene Geschichte bekommen hat.

Der Schreibstil ist ruhig, atmosphärisch und sehr lebendig. Besonders gelungen sind die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die ein stimmiges Bild vom einfachen, oft auch einengenden Leben in einer katholischen Dorfgemeinschaft zeichnen. Für viele Leser:innen dürfte hier ein hoher Wiedererkennungswert entstehen, gerade wenn eigene Erinnerungen an das Landleben mitschwingen.

Emotional bietet das Buch eine breite Palette: von nachdenklichen Momenten über berührende Szenen bis hin zu humorvollen Episoden. Allerdings ist genau dieser Humor nicht durchgehend treffsicher. Einige Einfälle, etwa rund um den neuen Pfarrer und sprachliche Missverständnisse, wirken eher überzogen oder albern und treffen nicht jeden Geschmack. Hier verliert die Geschichte stellenweise etwas an Wirkung.

Dennoch überzeugt der Roman insgesamt durch seine stimmige Atmosphäre, die liebenswerte Hauptfigur und das Thema des späten Aufbruchs. Annas Reise, sowohl innerlich als auch äußerlich, entwickelt eine leise, aber nachhaltige Kraft.

Fazit:
Ein warmherziger, atmosphärischer Dorfroman über Verlust, Erinnerungen und den Mut zum Neuanfang. Nicht jeder Humor zündet, doch die authentische Stimmung und die sympathische Protagonistin machen Mirabellentage zu einer gelungenen, emotionalen Lektüre, besonders für Fans von ruhigen, lebensnahen Geschichten.
1 review
Review of advance copy
April 6, 2026
Selten habe ich so oft und herzhaft Tränen gelacht wie bei diesem turbulenten und lustigen Roman. Darum gehe ich jetzt in dieser Rezension gar nicht gross auf die Ereignisse ein, denn ich will auf keinen Fall eine Pointe vorweg nehmen um vollsten Lesegenuss zu garantieren. Gerade in der momentanen turbulent politischen Zeit ist dieses in Bayern verfasste Buch, das sich um die Pfarrershaushälterin Anna dreht, ein wahrer Segen für die Seele. Mit voller Intensität fühlte ich mich um Jahrzehnte zurückversetzt in mein eigenes altes Dorfleben und sehr viele längst vergessen Sachen wurden aus den hintersten Winkeln meines Kopfes wieder zum Leben erweckt. Inklusive den Gedanken an den damaligen Pfarrer und seiner Anna ( ja, auch unsere Pfarrersköchin hiess lustigerweise genauso), dem eigenen Mirabellenbaum ( unsere Marmelade enthielt übrigens immer ein wenig köstlichen Strohrum ) und unzähligen weiteren Dingen und Begebenheiten.

Das gebundene Buch hat das perfekt passende Buchcover mit einem Mirabellenbaum. Die abgebildeten Mirabellen sehen zu lecker aus, dass man sofort hinein beissen möchte. Ausserdem weiss ich das farbig passend orange Leseband als Lesezeichen sehr zu schätzen.

Diesen wunderbaren Roman empfehle ich aus vollstem Herzen allen Personen ab ungefähr 50 Jahren die auf dem bayerischen Land aufgewachsen sind und diesen Roman dann hoffentlich genauso wie ich geniessen.

Profile Image for LeserinLu.
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April 10, 2026
Nachdem mir der erste Roman der Autorin schon wie ein Bullerbü-Roman für Erwachsene vorkam, habe ich mich sehr gefreut, dass „Mirabellentage“ in diese Welt zurückkehrt. Im Mittelpunkt steht dieses Mal Anna, die nach dem plötzlichen Tod ihres Freundes und Chefs Pfarrer Josef aus der Bahn geworfen wird. Während sie den neuen Priester Fridtjof empfängt und sich schließlich auch noch um Josefs letzten Wunsch kümmern soll, stellt sie ihr eigenes Leben zunehmend infrage.

Besonders schön fand ich kleinen Rückblenden und Anekdoten, die den Roman prägen und die in die Rahmenhandlung eingestreut werden. Erinnerungen an frühere Sommer, an den Duft reifer Mirabellen und an ein anderes, vielleicht freieres Leben schieben sich immer wieder in die Gegenwart. Der Schreibstil hat mir wie schon beim Vorgänger sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt ruhig, warm und mit viel Gespür für Stimmungen. Im Vergleich zu „Mühlensommer“ fand ich allerdings die Rahmenhandlung etwas weniger stark. Die eigentliche Entwicklung rund um Anna bleibt stellenweise etwas im Hintergrund, während die vielen kleinen Episoden zwar schön zu lesen sind, aber nicht immer gleich viel zur Gesamtgeschichte beitragen.

Trotzdem ist „Mirabellentage“ ein kurzweiliger Roman, der mit seiner ruhigen Erzählweise und seinen liebevoll gezeichneten Figuren überzeugt. Für mich wieder ein Ausflug in eine literarische Welt, die ein bisschen an Bullerbü erinnert, nur eben für Erwachsene.
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April 11, 2026
Erinnerungen an früher

Anna lebt in einem kleinen katholischen Dorf in Bayern und arbeitet als Haushälterin für den Pfarrer, den sie schon seit Kindertagen kennt. Als dieser nun unerwartet verstirbt, beginnt ihre Welt zu wanken. Zudem kommt ein neuer Pfarrer aus dem hohen Norden, dessen Dialekt für Anna nicht ganz einfach und für die Leser ausgesprochen amüsant ist.
Anna ist nicht nur einfach die Haushälterin des Pfarrers gewesen, dafür kannten sich die beiden viel zu lange. Zudem ist sie auch die gute Seele des Dorfes. Man muss sie einfach mögen.
Ich habe ihre Erinnerungen und Anekdoten, die geschickt mit der Gegenwart verwoben werden, gerne gelesen und bin dabei auf unerwartet viel Humor gestoßen, den ich hier nicht erwartet hatte, der mir teilweise gut gefiel aber manchmal auch einfach ein wenig zu viel war.
Zwischenzeitlich war ich ein wenig enttäuscht, dass es nur so wenig Handlung in der Gegenwart gab, aber im Nachhinein kann ich sagen, dass mich das Buch mit seinen lustigen, traurigen und berührenden Momenten dennoch gut unterhalten hat.
Blumfeld ist einfach ein Dorf mit sympathischen Einwohnern, die liebevoll gezeichnet sind und die ich gerne durch ihr Leben begleitet habe und an die ich beim nächsten Einkochen von Marmelade denken werde .

Das Buch bietet mit seiner charmanten Dorfidylle einen schönen Kontrast zu unserer heutigen schnelllebigen Zeit in den großen Städten und zeigt, dass sich Mut und Neuanfänge durchaus lohnen.
Profile Image for Filipines Buchclub.
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April 16, 2026
Martina Bogdahns zweites Buch entführt uns zurück in die bezaubernde Welt des ‚Mühlensommers‘ und lässt uns die Geschichten der dort lebenden Menschen hautnah erleben.

Nach dem plötzlichen Tod von Josef, dem Pfarrer von Blumfeld, steht seine Haushälterin Anna vor einer ungewöhnlichen Aufgabe. Josef hatte einen besonderen letzten Willen: Er wollte nicht im Grab neben seiner Mutter beigesetzt werden, sondern verbrannt und seine Asche im Meer verstreut sehen. Wie soll Anna diesen Wunsch erfüllen? Der neue Pfarrer, ein Nordlicht, steht bereits am nächsten Tag vor der Tür. Kann sie ihr Geheimnis für sich behalten? Und wie soll sie an die Nordsee kommen, wenn sie doch seit dreißig Jahren nicht mehr Auto gefahren ist? Zudem beschäftigt sie die Frage, ob sie ihre Stelle behalten kann oder ob der neue Pfarrer sich eine neue Haushälterin sucht.

Mit viel Liebe zum Detail und bildreicher Sprache lässt uns Martina Bogdahn in die Welt von Blumfeld eintauchen. Man riecht förmlich die Mirabellenmarmelade, sieht die malerische Landschaft vor dem inneren Auge und spürt den Fahrtwind auf dem Gesicht. Durch Rückblicke erfahren wir von kleinen Anekdoten, die zum Teil so humorvoll sind, dass man laut loslachen muss. Die Protagonisten sind liebevoll und fein gezeichnet und gewinnen schnell das Herz der Leser*in.

Dieses Buch ist eine absolute Leseempfehlung für alle, die in eine wunderschöne und einfühlsame Welt eintauchen möchten.
32 reviews
April 21, 2026
„Mirabellentage“ ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das sich angenehm lesen lässt, auch wenn es nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Besonders positiv fällt auf, dass die Geschichte immer wieder mit Humor und Leichtigkeit erzählt wird, sodass man gut durch die Seiten getragen wird.

Allerdings wirkt die Handlung an einigen Stellen etwas zu weit hergeholt und stellenweise konstruiert. Manche Szenen sind deutlich überspitzt – etwa die Idee, ein italienisches Rezept wie eine Sonntagspredigt zu inszenieren. Das sorgt zwar für amüsante Momente, kann aber auch etwas überzogen wirken und nimmt der Geschichte gelegentlich ihre Glaubwürdigkeit.

Inhaltlich behandelt das Buch eigentlich ein eher trauriges Thema, nämlich einen Abschied. Dennoch bleibt der Ton insgesamt überraschend leicht. Das macht die Lektüre zwar angenehm, führt aber auch dazu, dass es stellenweise an Tiefe fehlt. Gerade bei einem so emotionalen Kern hätte man sich an manchen Punkten mehr Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit gewünscht.

Die Figuren hingegen sind durchweg sympathisch und tragen viel zum positiven Gesamteindruck bei. Man verbringt gern Zeit mit ihnen, auch wenn die Handlung nicht immer vollständig überzeugt.

Insgesamt ist „Mirabellentage“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch – mit charmanten Charakteren, aber auch mit inhaltlichen Schwächen und verpasstem Potenzial für mehr Tiefe.
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April 11, 2026
Ein Buch, das einen entspannen lässt

Mirabellentage von Martina Bogdahn, erschienen im Kiepenheuer&Witsch Verlag am 16.04.2026.

Anna ist plötzlich allein. Der Pfarrer Josef, ein sehr guter Freund und gleichzeitig ihr Arbeitgeber, ist überraschend gestorben und hat ihr eine Aufgabe hinterlassen, die sie glaubt, nicht bewältigen zu können. Dann schickt Rom auch noch kurz vor der Beerdigung den jungen Priester Fridtjof, der mit seinem nordischen Akzent fast unverständlich für die Dorfbewohner redet. Anna greift ein, weil sie doch einfach am besten weiß, wie der Pfarrbetrieb läuft.

Anna ist eine Frau mit dem Herzen am rechten Fleck. Das Schicksal hatte sie auf die Stelle als Haushälterin geschickt, wo sie die Aufgaben, die ihr zugefallen sind, ohne Klage übernimmt. Ohne ihren Fixpunkt Josef, ist sie nun aber zum ersten Mal auf sich allein gestellt und muss Aufgaben übernehmen, bei denen sie zurückschreckt.

Das Buch ist lustig, spannend, philosophisch und einfach unterhaltsam. Die Personen handeln z.T. impulsiv, was aber ehrlich wirkt und man möchte immer noch etwas mehr lesen. Dieses Buch ist ein echter Pageturner mit Herz und diesem Gefühl von dazu zu gehören und etwas Bodenständiges.

Mir hat dieses Buch sehr viel Freude gemacht, auch wenn ich Mühlensommer noch besser fand. Das liegt aber daran, dass mit Mühlensommer die Latte wirklich hoch liegt.
12 reviews
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April 12, 2026
Nachdem das Buch Mühlensommer der Autorin für mich schon ein Highlight gewesen ist, war natürlich klar, dass Mirabellentage auch gelesen werden muss.

Im Buch begegnen wir Anna, die seitdem sie eine Junge Frau war, die Haushälterin des Pfarrers war. Als dieser dann plötzlich stirbt und sein Nachfolger noch vor der Beerdigung vor der Tür steht, ändert sich ihr Leben, welches doch bisher so herrlich in geregelten Bahnen verlief.

Das Buch ist eine Mischung aus der Gegenwart, die mit dem Tod Josefs, dem Pfarrer, beginnt und kleinen Anekdoten aus Vergangenen Zeiten. Der Leser erfährt, wie lang Josef und Anna sich schon kannten, wieso Josef Pfarrer geworden ist, wie Anna seine Haushälterin wurde etc., aber auch viele kleine Geschichten, die einem zum Lachen bringen, aber auch nachdenklich und traurig stimmen können. Im Mittelpunkt steht jedoch immer das kleine Dorf Blumenfeld mit seinen mehr oder weniger von Eigenheiten geprägten Bewohnern.

Für mich persönlich ein fast rundum gelungenes Buch, was mich jedoch mit 2-3 offenen Fragen zurücklässt. Vielleicht ist es so gewollt und wir dürfen auf eine Fortsetzung hoffen, oder es ist alles erzählt und wir denken uns den Rest ;).
Profile Image for Lisa Sophie.
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April 30, 2026
Ein Buch wie eine sanfte Sommerbrise, die einen dazu bringt, innezuhalten.
Die sommerliche Atmosphäre wurde von der Autorin gut eingefangen und hat meine Stimmung gehoben. Es geht um alltägliche Sachen, sowie den Ausbruch aus Routinen und der Komfortzone. Man merkt, dass die Geschichte sehr durchdacht und liebevoll verfasst wurde.
Die Charaktere sind schön ausgearbeitet und ihre Erinnerungen werden mit sanften Übergängen eingeflochten.
Das Tempo ist behaglich und lädt zum Entspannen und Nachdenken ein.
Es geht allerdings auch nicht sehr in die Tiefe und bleibt insgesamt doch eher oberflächlich.
Die Autorin spricht das Hörbuch und es war sehr angenehm und schön, ihr zuzuhören.

3.25*

Vielen Dank an den Verlag "Argon" für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars über NetGalley. Diese Rezension ist meine freie Meinung in eigenen Worten.
22 reviews
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April 8, 2026
Die Geschichte hat mich nicht so sehr mitgenommen wie Mühlensommer.
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