Boxerinnen im frühen 18. Jahrhundert, Jiu-Jitsu-Suffragetten, kurdische Kämpferinnen an der Dieses Buch erzählt die vergessene Geschichte kämpfender Frauen.
In Zeiten eines globalen antifeministischen Backlash erzählt die Journalistin Andrea Böhm die vergessenen Geschichten jener Frauen, die sich gegen Unterdrückung und Geschlechtergrenzen physisch auflehnen. Ob im Ring, zu Hause oder auf dem Frauen haben zu allen Zeiten das Dogma ihrer physischen Unterlegenheit gegenüber Männern infrage gestellt. Andrea Böhm fragt, ob der weibliche Körper tatsächlich so wehrlos ist, wie es uns von Kindesbeinen an gelehrt wird. Das männliche ein Mythos? Auf ihren Reisen begegnet sie mexikanischen Ringerinnen, die halsbrecherisch gegen die weibliche Opferrolle kämpfen; kurdischen Milizionärinnen, die im Krieg von einer feministischen Utopie träumen; kenianischen und deutschen Schülerinnen, die lernen, dass Wut ein befreiendes Gefühl ist − und Selbstverteidigung ihr gutes Recht. Und sie begegnet Männern, die diese Mädchen und Frauen dabei unterstützen. Sie alle sind überzeugt, dass ein selbstbewusstes weibliches Körperbewusstsein Voraussetzung für eine gleichberechtigte Gesellschaft ist. Ein unverzichtbares und persönliches Plädoyer für einen physischen Feminismus.
Ein extrem gutes Buch über physischen Feminismus, die Wehrhaftigkeit und Gewaltbereitschaft von FLINTA gegen ihre Unterdrückung. Andrea Böhm klärt auf über unter den Tisch gekehrte historische Ereignisse, falsche biologische Prämissen und reist für uns um die Welt zu starken Frauen und Transfrauen. Sie bringt dabei eine ansteckende Leidenschaft mit und gibt uns Informationen, die auch für fortgeschrittene feministische Leser*innen lehrreich sind.
Andrea Böhm reist in ihrem Buch durch unterschiedliche Länder und Zeiten, um dem physischen Feminismus auf den Grund zu gehen. Dabei erzählt sie schließlich von Kämpfer:innen aus verschiedenen Kulturen. Es war interessant zu sehen, in welcher Ausprägung sich das Zurückschlagen zeigt, aber dass sie sich dich in manchen Punkten ähneln. Man bekommt viele Denkanstöße und Ideen, ohne dass die Gewalt verherrlicht wird.
"Wenn du kämpfst, musst du lernen, Raum einzunehmen. Genau das fällt Frauen so schwer. Uns wird beigebracht, möglichst wenig Raum einzunehmen." Die Kampfsportlerin und Journalistin Andrea Böhm reist für ihr Buch um die Welt und durch die Jahrhunderte, um vergessene, unerzählte Geschichten über kämpfende Frauen zu recherchieren. Nebenbei räumt sie auf mit Mythen über die schwächere weibliche Physis und macht deutlich, wie wichtig der feministische Kampf für alle Menschen ist. Anschaulich, kurzweilig, grandios!
Andrea Böhm erzählt in Fighting Like a Woman die Geschichte von Frauen, die zurückschlagen — im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Dabei geht es nicht um eine einfache Verherrlichung von Gewalt, sondern um eine grundlegende feministische Frage: Warum wird Mädchen und Frauen so oft beigebracht, klein, vorsichtig, verletzlich und ausweichend zu sein, während körperliche Stärke, Aggression und Wehrhaftigkeit als männlich gelten? Böhm stellt dieses Dogma konsequent infrage und zeigt, dass die angebliche weibliche Schwäche keine naturgegebene Wahrheit ist, sondern ein gesellschaftlich erlerntes und politisch nützliches Narrativ.
Besonders stark fand ich, wie breit Böhm ihr Thema auffächert. Sie schreibt über Boxerinnen im frühen 18. Jahrhundert, über Jiu-Jitsu-Suffragetten, über mexikanische Wrestlerinnen, über kurdische Kämpferinnen und über Mädchen in Kenia und Deutschland, die Selbstverteidigung lernen. Dadurch wird deutlich: Frauen, die sich körperlich widersetzen, sind keine moderne Ausnahmeerscheinung. Es gab sie immer. Nur wurden ihre Geschichten oft verdrängt, belächelt oder als unweiblich markiert.
Genau darin liegt für mich eine der großen Stärken des Buches. Fighting Like a Woman erweitert den Blick auf Feminismus. Böhm schreibt nicht nur über strukturelle Ungleichheit, patriarchale Gewalt oder antifeministische Backlashs, sondern über den Körper als Ort politischer Erfahrung. Der weibliche Körper erscheint hier nicht als etwas, das geschützt, kontrolliert oder bewertet werden muss, sondern als Quelle von Handlungsfähigkeit. Diese Perspektive fand ich enorm befreiend.
Mich hat das Buch besonders inspiriert, weil es auch dann neue Gedanken anstößt, wenn man sich schon lange mit Feminismus beschäftigt. Viele feministische Debatten kreisen um Repräsentation, Care-Arbeit, Sprache, Machtstrukturen oder ökonomische Ungleichheit. All das bleibt wichtig. Aber Böhm erinnert daran, dass Emanzipation auch eine physische Dimension hat: Wie stehe ich im Raum? Wie bewege ich mich? Darf ich wütend sein? Darf ich mich wehren? Darf ich Kraft haben, ohne mich dafür zu entschuldigen?
Sehr überzeugend ist auch, dass Böhm nicht in platte Umkehrungen verfällt. Sie behauptet nicht, Frauen müssten einfach „härter“ oder „männlicher“ werden. Stattdessen zeigt sie, wie begrenzt unsere Vorstellungen von Stärke sind. Stärke kann im Ring stattfinden, auf der Straße, im Krieg, im Unterricht, im Training, in der Stimme, in der Atmung und in der Entscheidung, nicht länger automatisch zurückzuweichen. Das Buch nimmt weibliche Wut ernst, ohne sie zu romantisieren. Es nimmt Gewalt ernst, ohne sie gedankenlos zu feiern.
Gerade die Verbindung aus historischen Beispielen, Reportage und persönlicher Reflexion macht Fighting Like a Woman so lesenswert. Böhm schreibt zugänglich, präzise und engagiert. Man spürt, dass sie nicht nur ein Thema beschreibt, sondern eine tief verwurzelte kulturelle Erzählung angreift: die Vorstellung, Männer hätten ein natürliches Monopol auf körperliche Macht, während Frauen vor allem Opfer, Schutzbedürftige oder moralisch Überlegene zu sein hätten. Dieses Buch zeigt, wie eng solche Bilder mit patriarchalen Strukturen verbunden sind.
Für mich war Fighting Like a Woman deshalb nicht nur informativ, sondern auch motivierend. Es hat mich daran erinnert, dass Feminismus nicht nur Analyse ist, sondern auch Praxis. Nicht nur Kritik, sondern auch ein Training darin, sich selbst anders wahrzunehmen. Nach der Lektüre denkt man anders über Angst, Wut, Stärke und Selbstbehauptung nach. Und genau das macht ein wirklich gutes Sachbuch aus: Es bestätigt nicht nur, was man ohnehin schon weiß, sondern verschiebt den eigenen Blick.
Fighting Like a Woman ist ein kluges, kraftvolles und inspirierendes Buch über weibliche Körper, Widerstand und Selbstermächtigung. Für mich eine klare Empfehlung — besonders für alle, die Feminismus nicht nur als Theorie, sondern als gelebte, körperliche und politische Praxis verstehen wollen.
Andrea Böhm beschäftigt sich in ‚ Fighting Like a Woman‘ mit Frauen, die sich gegen Misogynie, insbesondere männliche Gewalt, Ungerechtigkeit, etc wären. Sie zeigt auf, dass dort, wo Frauen Gewalt anwenden, um sich zu schützen oder zu verteidigen, insbesondere bei der männlichen Gesellschaft. Irritation entsteht. Kampfsportler Sinnen scheinen als unnormal zu gelten, da fahren grundsätzlich eher viel volles Verhalten zugeordnet wird. In ihrer Betrachtung befasst sich Böhm sowohl mit den Suffragetten aus Großbritannien, mit den Schwierigkeiten, die Frauen in Nairobi oder anderen afrikanischen Ländern Aufgrund von Misogynie und Vergewaltigungen erleben, über thailändische Kampf, Künstler, mexikanische Kämpferinnen… sie. Alle haben gemeinsam, dass sie sich gegen ein scheinbares männliches Gewaltmonopol zu Wehr setzen. Böhm berichtet von der Interviews, insbesondere mit den Kämpferinnen. , Handlung, zeigt sie sehr klar auf, wie das männliche Gewaltmonopol nicht nur eine Gefahr für Frauen , sondern für das soziale Gefüge allgemein darstellt. Klare Empfehlung nicht nur für Frauen, sondern insbesondere auch für Männer!
Eine Reise durch die neuere Vergangenheit der Frauen im Kampfsport mit einer aktuellen Momentaufnahme. Präzise auf den Punkt gebracht, was heute passiert und genauso spannend erzählt, wie es (etwas) früher war. Besonders empfehlenswert für (junge) Frauen, an Kampfsport interessierte Menschen. Feminist:innen und eigentlich auch für Menschen auf der Jugend- oder Sozialarbeit!