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Gelb, auch ein schöner Gedanke: Roman

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»Was du hier für einen zärtlichen Krach geschaffen hast!« Saša Stanišić

Ein wunderbares Buch über eine Mutter-Tochter-Beziehung in einer nicht enden wollenden Ausnahmesituation, mal zärtlich und poetisch, mal wütend, humorvoll und sehr direkt erzählt mit einer überraschenden Wendung, die das Ende eines Lebens und unseren Umgang damit in ein völlig neues und unbekanntes Licht rückt.

Georg stirbt, und das schon viel zu lange. Während Ruth ihren Mann selbstvergessen zu Hause pflegt und sich darüber von ihrer fünfzehnjährigen Tochter Lea entfremdet, möchte die endlich Normalität und ungebremst ein jugendliches Leben führen. Ruth und Lea brauchen sich, driften aber immer weiter voneinander weg. Und dann passiert etwas mit Georg, mit dem keiner gerechnet hat.

»Das Moos tröstet, der Vater wiehert, das Sterben ist nicht Abschied, sondern Verwandlung, und wer pflegt denn bitte einen fremden Mann mit langen pinken Fingernägeln?! Willkommen, Nefeli Kavouras, in der deutschsprachigen Literatur, ja, was du hier für einen zärtlichen Krach geschaffen hast!« Saša Stanišić

232 pages, Kindle Edition

Published February 12, 2026

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Community Reviews

5 stars
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4 stars
36 (37%)
3 stars
25 (25%)
2 stars
10 (10%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Sandra.
214 reviews61 followers
February 22, 2026
Ruth kümmert sich seit Jahren aufopfernd um ihren todkranken, hoch pflegebedürftigen Mann und bringt sich damit selbst an die Grenzen des Aushaltbaren. Die 16-Jährige Tochter Lea lebt mit im Haus, fühlt sich aber zunehmend überfordert vom sterbenden (bzw. immer noch nicht sterbenden) Vater und vernachlässigt von der Mutter. Alles was sie will ist Normalität. Mutter und Tochter entfremden sich immer mehr und jede ist allein in ihrem stillen Kampf...

Das Buch ist nicht immer leicht zu lesen, weil es radikal zeigt, was es bedeutet Angehörige pflegen zu müssen/wollen und was dabei auf der Strecke bleiben kann. Hierbei ist der Text schonungslos, so dass beim Lesen viel Konfrontation mit dem Thema Tod und Sterblichkeit, sowohl der eigenen als auch der Angehöriger, entsteht.

Die Perspektiven wechseln in recht kurzen Kapiteln zwischen Ruth und Lea hin und her. Beide Figuren sind gut und schlüssig dargestellt in all ihrer Zerrissenheit und mit ihren Ambivalenzen. 

In der Mitte des Textes müssen wir als LeserInnen uns dann mit etwas sehr unvorhergesehenen auseinandersetzen. Was ich nicht leicht fand. Die ganze Sicht aufs Buch ändert sich und ich kann, auch nach einer Weile nachdenken, nicht sagen, ob meiner Meinung nach positiv oder negativ oder neutral. Ohne zu spoilern, kann hier nichts weiter gesagt werden. 

Durchaus lesenswert.
Profile Image for Pia.
7 reviews1 follower
February 22, 2026
Ich wollte dieses Buch sehr gerne mögen, aber turns out: es war wirklich gar nicht schwer zu mögen, da es ganz toll war - sehr große Leseempfehlung! 💛
Profile Image for Till Raether.
431 reviews232 followers
Read
May 12, 2026
Nefeli Kavouras ist eine hervorragende Autorin und eine sehr geschätzte Kollegin, aber für mich aus persönlichen/bigraphischen Gründen leider auf absehbare Zeit ein DNF
123 reviews14 followers
April 26, 2026
Sehr subjektiv: Mich hat dieses Buch sehr mitgenommen und der Twist in der Mitte geradezu begeistert, da er viel Interpretationsraum gewährt.
Es ist aber Geschmacksache, wie ich während der Diskussion unserer Leserunde erfahren habe.

————-

Ich habe nun ein Interview mit der Autorin gehört (ndr) und bin enttäuscht. Hinter dem Twist verbirgt sich keinen Zauber und die wechselnden Perspektiven kommen daher, dass die Autorin nur aus der Ich-Perspektive schreiben kann. Krass.

———-

Die 3 Sterne bleiben für die Illusion, die mir das Buch geschenkt hat.
Profile Image for Leylin.
58 reviews1 follower
March 25, 2026
Ruth pflegt seit Jahren ihren sterbenskranken Ehemann. Georg ist immer weniger da, genauso wie die Tochter Lea. Diese entfremdet sich noch mehr von ihrer Mutter und versucht mit dem Druck Zuhause und dem jahrelangen nicht-sterben des Vaters zu verarbeiten. Wir beobachten Mutter und Tochter bei dem Versuch mit der Ausnahmesituation umzugehen sowie herauszufinden was wirklich im Leben zählt. Gespickt wird die Geschichte mit Erzählungen über Georg, mit dem im Laufe des Romans etwas wundersames geschieht und den Perspektivwechsel der Protagonistinnen forciert. Die Autorin schafft es der Leserschaft zwei sehr unterschiedliche Charaktere darzustellen, die sich eigentlich sehr ähnlich sind, es aber erstmal nicht erkennen können. Nefeli Kavouras nutzt einen leichten, fluiden Sprachstil, welcher aber in der Lage ist, einem kleine Stich oder aber auch kleine Pflaster auf das Herz zu kleben wie zB "Wenn jemand Geburtstag hat, gibt es Kuchen, aber wenn der eigene Ehemann einem wegstirbt, gibt es gar nichts. "(S75/76) Oder"Ich kann mir gar nicht vorstellen dass so etwas Leichtes einmal ein Leben in sich trug. Ein Leben muss doch Gewicht haben." (S140)
Die Autorin verpackt den Schmerz und die Sehnsucht, nach sich selbst, einem anderen Leben oder auch dem alten Leben mit sanften Worten in einer klaren Darstellung. Gezielt seziert sie die Bedürfnisse und Wünsche einer Ehefrau und einem jungen Mädchen welche eine lange Zeit ihres Lebens von einem trauernden Umstand umgeben sind. Die Realität einer pflegenden Person oder, wie Ruth es nennt, eine "Mitsterbende" wird durch die dauerhafte Aufgabe der Pflege und dem zusätzlichen Verzicht auf das bisherige Leben sowie der Vereinsamung im Roman skizziert. Der Ausbruch und Entfremdung von Lea von ihrer Mutter in das normale Leben einer Heranwachsenden, ohne Warten auf den Tod stellt die andere Seite des Romans dar.
Nefeli Kavouras nimmt die Leserschaft mit auf eine emotionale Reise der ambivalenten Gedanken der Familie eines Sterbenden. Große Empfehlung!
Profile Image for Sarah.
182 reviews15 followers
January 12, 2026
"Wenn einem die Eltern peinlich sind, ist man nicht erwachsen."

"Mir kommt das Leben so etappenhaft vor, und die nächste Etappe startet jetzt."

"Aus der Nähe betrachtet erschließt sich ein Wesen nie ganz."
Profile Image for Sanja.
250 reviews1 follower
February 26, 2026
wow, hätte nicht erwartet dass es mich so überrascht!
Profile Image for Daniela.
219 reviews2 followers
February 16, 2026
Sehr emotional und düster erzählt die Nefeli Kavouras aus den Perspektiven von Ruth (Ehefrau und Mutter) und Lea (Tochter) vom Sterbeprozess des Ehemannes und Vaters Georg. Erzählt ihr doch nicht nur traurigdavon, wie Georg immer mehr abbaut, sondern auch, die Mutter und Tochter die Verbindung zueinander verlieren und jede für sich leidet. Die Mutter, die nicht loslassen kann und den Vater selbst, als die Ärzte ihn nur noch Palliativ behandeln können, weiter pflegen möchte. Die Tochter, die schon seit ihrer Kindheit mit der Krankheit und dem bevorstehenden Tod ihres Vaters klarkommen muss und sich fast schon vor dem kranken Vater ekelt. Die beiden leben aneinander vorbei, sind mit sich selbst beschäftigt.
Mir gefällt dies sehr emotionale und doch sehr traurige Erzählweise, mehr als einmal hatte ich Tränen in den Augen. Leider finde ich das letzte Drittel eher grotesk, es soll wohl kafkaesk anmuten, ist jedoch eher befremdlich. Auch der Titel, der im Buch genau in diesem Wortlaut einmal vorkommt, erschließt sich mir nicht so recht.
Profile Image for Christiane Fischer.
567 reviews8 followers
April 24, 2026
GELB, AUCH EIN SCHÖNER GEDANKE
Nefeli Kavouras
ET: 12.02.26

„Wir waren schon einmal an diesem Punkt. Nur anders. Damals legte ich die Hand auf Mamas Schulter. Damals konnte ich meinen Vater nicht anschauen – ohne Scham, ohne Ekel, ohne Schuld und ohne Distanz.“ (Tolino S. 203)

Leas Vater hatte vor sieben Jahren einen Schlaganfall. Seitdem reiht sich eine Krankheit an die nächste. Schon lange kann er nicht mehr ohne Hilfe aufstehen oder zur Toilette gehen. Das Krankenhaus empfahl, ihn in einem Hospiz anzumelden, doch ihre Mutter weigert sich. Sie holt ihn zurück nach Hause.

„Mama würde wollen, dass Papa für immer in diesem Zustand bleibt. Wem kann ich erzählen, dass ich mir den Tod meines Vaters wünsche?“ (Tolino S. 37)

Ihre Mutter schließt sich mit ihrem sterbenden Mann in ein Zimmer ein – das Sterbezimmer, wie Lea es nennt. Und obwohl sie sich von ihr verlassen, ja vernachlässigt fühlt, ist es ihr zugleich recht. So kann sie ihre Freunde treffen, sich zurückziehen – und muss sich nicht eingestehen, wie sehr sie sich vor ihrem Vater ekelt: vor seinem Schleim, dem Geruch von Urin und seiner pergamentartigen Haut.

Dabei waren sie früher ein Team. Gemeinsam gegen die Mutter, voller Leichtigkeit, voller Nähe. Lea versucht, sich daran zu erinnern – doch vor ihrem inneren Auge erscheint nur noch der alte, sterbende Mann.

Lea ist 16 und will eigentlich nur eines: ihren eigenen Weg finden, rebellieren, ein ganz normaler Teenager sein. Doch zu Hause wird Rücksicht erwartet, in der Schule begegnet man ihr mit Mitleid. Die Geschichte nimmt schließlich eine überraschende Wendung, die zunächst irritiert, dem Ganzen aber eine neue Tiefe verleiht – und Lea auf eine unerwartete Weise wieder näher zu ihrem Vater bringt.

Dieses Buch ist ohne Frage außergewöhnlich. Der erzählerische Bruch hat mich zunächst ratlos zurückgelassen, doch rückblickend fügt er sich stimmig in die Geschichte ein.

Fazit:
Ein intensives, ungewöhnliches Buch über das Sterben – direkt, poetisch und in einem ganz eigenen Ton. Ich empfehle dieses Buch Leserinnen und Leser, die unkonventionelle Geschichten schätzen.
4/5

Profile Image for Chris Born.
Author 1 book2 followers
Review of advance copy received from Netgalley
January 24, 2026
Mit „Gelb, auch ein schöner Gedanke" legt Nefeli Kavouras ihr Debüt vor – ein Roman über Sterben, Pflege und eine Familie im Ausnahmezustand.

Georg stirbt, und das schon viel zu lange .
Der Roman erzählt aus zwei Perspektiven: Ruth, die sich der Pflege ihres Mannes völlig hingibt, und ihre Tochter Lea, die einfach nur Teenager sein will. Mutter und Tochter brauchen einander, driften aber auseinander .

Ich wollte dieses Buch wirklich lieben – etwas, das zwischen all den großen Frühjahrserscheinungen hell erstrahlt. Aber Ruth hat mich von den ersten Seiten an so sehr genervt, dass ich nach wenigen Kapiteln abgebrochen habe. Ihre Figur wirkt derart überzeichnet unsympathisch, dass ich sie am liebsten schon im Krankenhausflur geschüttelt hätte. Dazu kommt ein Schreibstil, der einen besonderen Sound anstrebt, diesen aber nicht durchhalten kann. Sätze werden mit „, und ..." verlängert, als wären es schlechte Wandtattoos – nicht wirklich schön und ganz sicher unnötig. Der Lesefluss stolpert, wo er eigentlich fließen sollte. Vielleicht entwickelt sich Ruth im Verlauf, vielleicht gewinnt der Stil an Sicherheit – das kann ich nicht beurteilen. Für mich war der Einstieg zu holprig, um dranzubleiben.

Wer sperrige Figuren und "experimentellen" Stil schätzt, findet hier vielleicht seinen Roman – für mich war es kein Match.
Profile Image for Filipines Buchclub.
92 reviews1 follower
April 27, 2026
Die sechszehnjährige Lea hat bereits seit acht Jahren einen pflegebedürftigen Vater daheim und wünscht sich ein ganz normales Leben, wie ihre Freunde auch. Doch ihre Mutter ist einfach nur überfordert und hat für sie keine Zeit. An Urlaub ist nicht zu denken.
Als ihr Vater ins Hospiz kommen soll, nimmt ihn ihre Mutter nach Hause und kümmert sich noch mehr um ihn. Lea flüchtet immer mehr zu ihrem Freund, dessen Familie sie bei sich aufnimmt.
Bis hier hin macht das Buch Sinn. Ich finde die psychologische Situation, in der sich Lea und ihre Mutter befinden, bis dahin sehr gut beschrieben. Vieles hat mich zum Nachdenken gebracht. Dieser Teil hat mir sehr gut gefallen: alles ist sehr realistisch und nachvollziehbar.
Achtung Spoiler: leider verwandelt sich der Vater dann in ein Pferd. Von da an hat mich das Buch verloren. Was soll das denn? Mir fehlt die Fantasie, das deuten zu können. Von hier an habe ich die Seiten nur noch überflogen - zu blöd, war mir der Inhalt! Wenn ich Fantasy lesen will, lese ich Fantasy, aber nicht ein Buch über das Sterben.

Schade, die erste Hälfte war sehr vielversprechend und hat mir sehr gut gefallen.

Ob das Buch etwas für Euch ist, dass müsst Ihr selber herausfinden.
Profile Image for Greta.
1 review3 followers
May 18, 2026
Stark angefangen und dann leider genauso stark nachgelassen.
Bis zum Schluss (nach der Veränderung) war mir nicht klar ob ich das Buch nicht verstehe/falsch interpretiere oder ob es einfach wirklich null Sinn ergibt.
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