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Liebe: Roman

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»Liebe hat keine Zeit.«

Thomas Hettche taucht ein in das größte aller Gefühle. Zärtlich und voller Leidenschaft erzählt er von einer späten und umso unbedingteren Liebe. Sein neuer Roman nähert sich ihrem Wesen, ihrem Wunder und ihrem Abgrund.

Max stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen.

Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.

161 pages, Kindle Edition

Published March 12, 2026

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About the author

Thomas Hettche

27 books8 followers
Thomas Hettche is a German author.

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Profile Image for Wandaviolett.
481 reviews70 followers
March 12, 2026
LIEBE IN REIFEREN JAHREN
Kurzmeinung: Vielleicht ein wenig zu kurz. Andererseits ist komprimiert ja auch mal ganz schön.

In seinem neuen Roman widmet sich Thomas Hettche dem Thema der Liebe im reiferen Alter. Sein Protagonist Max, ist über sechzig Jahre alt als er endlich auf Anna trifft. Max ist nach zwei langjährigen Beziehungen wieder allein, zufrieden allein, er hält es nicht mehr für möglich, die Liebe neu zu finden. Sucht sie auch nicht. Und wer nicht sucht, der findet. Anna jedoch ist verheiratet. Beide werden sozusagen vom Blitz getroffen. Was tun? Die Liebe leben mit allen Konsequenzen, sie sich versagen?

Der Kommentar und das Leseerlebnis:
Ich muss vorausschicken, dass ich Thomas Hettche als Autor sehr schätze. Sein schönstes Buch meines Erachtens, ist „Pfaueninsel“. In „Liebe“ stellt Hettche nicht so sehr die magere Handlung in den Vordergrund, er denkt vielmehr grundsätzlich über das Phänomen der Liebe nach. Und doch ist „Liebe“ kein philosophisches Buch; dafür ist es zu kurz. „Liebe“ erzählt von Sex, vom Begehren und von der Sehnsucht. Und von Hölderlin. Denn was Hettche über die Liebe zu sagen hat, macht er an dem Dichter Hölderlin fest. Kernpunkt ist ein bestimmtes Gedicht von ihm oder Teile aus diesem Gedicht „Eigentliche Liebe findet nur unter Lebendigen statt, die an Macht sich gleich und also durchaus füreinander Lebendige, von keiner Seite gegeneinander Tote sind.“

Wenn Thomas Hettche Johann Christian Friedrich Hölderlin, einen schwäbischen Dichter aus dem 18. Jahrhundert ins Spiel bringt, macht er mir damit Probleme. Denn Hölderlin und ich – wir können nicht miteinander. Das war schon immer so. Und was die Definition über das Wesen der Liebe angeht, halte ich es mit 1. Korinther 13, Verse 4-7: „Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.“ Weltanschaulich sind Thomas Hettche und ich so weit voneinander entfernt wie die Erde vom Mond.

Fazit: Was ist also mein Fazit? Es gibt bessere Romane über die Liebe. Aber auch schlechtere. Ich mag die Thematik, Liebe im Alter. Und ich mag, wie Thomas Hettche mehr macht aus seinem Buch als eine reine Liebesgeschichte. Sagen wir es also so: Ein weiteres Werk aus der Feder eines großen Erzählers. Thematisch interessant, war mir sein Buch einfach zu kurz für seinen Inhalt. Ich würde trotzdem jedes weitere Werk des Autors lesen und genießen.

Kategorie: Anspruchsvolle Literatur
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2026
Profile Image for kristinaliest.
670 reviews10 followers
March 27, 2026
Ich hatte beim Lesen von „Liebe“ gemischte Gefühle. Besonders das Ende hat mich eher ratlos zurückgelassen. Ich habe es ehrlich gesagt nicht wirklich verstanden und es wirkte auf mich etwas abrupt bzw. unklar.
Interessant fand ich hingegen die kurze Passage am Ende über seine Arbeit als Okularist (spezialisierter Handwerker, der Augenprothesen herstellt). Dort hatte ich das Gefühl, dass das Buch kurz an Tiefe gewinnt und ein konkreteres Thema greifbar wird. Mit den Charakteren bin ich leider nicht warm geworden. Sie blieben für mich ziemlich blass und distanziert, sodass ich keinen wirklichen Bezug zu ihnen aufbauen konnte. Dadurch fiel es mir auch schwer, emotional in die Geschichte einzutauchen oder mit ihnen mitzufühlen.
Insgesamt ein Buch mit einzelnen interessanten Ansätzen, das mich aber vor allem durch sein schwer verständliches Ende und die wenig greifbaren Figuren eher enttäuscht zurückgelassen hat.
1,333 reviews3 followers
March 26, 2026
Der Klappentext hat sich wirklich interessant angehört, denn der Beruf des Okularisten hört sich spannend an und hat mich interessiert und ich hatte mir eine sehr bewegende Liebesgeschichte erhofft. Leider muss ich aber sagen, dass die Geschichte mich so gar nicht packen konnte und es einfach nicht das richtige (momentan) für mich war.

Es geht in der Geschichte um Max, dieser stellt künstliche Augen her. Er ist Okularist. In seiner Praxis, über der Flamme des Bunsenbrenners, formt er feine Glaskugeln, versieht sie mit farbigen Äderchen, Iris und Pupille. Max weiß von der stillen Sprache der Blicke. An den Blitzschlag der Liebe aber glaubt er mit Anfang sechzig nicht mehr. Bis er eines Sommerabends Anna begegnet und ihn die Gefühle in ungekannter Wucht überwältigen. Anna geht es genauso, doch sie ist verheiratet, und so bleiben den beiden immer nur Tage, das zu leben, was nicht sein darf. Und immer sind da die Erinnerungen, die Träume, die Schatten. Das stürzt Max in Verzweiflung, denn er weiß, er hat seine große Liebe gefunden. Und er ahnt, dass sie ihn auf eine unheimliche Probe stellen wird.

Der Schreibstil war nicht so locker- und leicht wie ich das gedacht hatte, dennoch konnte man die Geschichte recht gut hören. Gestört hat mich, dass es relativ häufig zu elektronischen Nachrichten gekommen ist, diese sind immer mit Datum und Uhrzeit vorgelesen worden und haben meinen Hörfluss tatsächlich etwas gestört, da hätte ich es schöner gefunden wenn man die Nachrichten einfach hintereinander wegliest, da es ja auch zwei Sprecher für das Hörbuch gab. Die Geschichte wird aus Sicht von Max erzählt und Anna kommt immer nur kurz in den Nachrichten zu Wort.

Die Liebesgeschichte hat mir leider nicht gefallen, ich habe da keine Verbindung gespürt und konnte ihre Gefühle nur schwer nachvollziehen, vielleicht habe ich einfach etwas ganz anderes erwartet oder der Zeitpunkt war falsch. Aber leider konnte die Geschichte mich gar nicht packen. Einzig als über den Beruf von Max kurz erzählt wird, fand ich das interessant. Es war mir in Teilen auch zu philosophisch und hat mir deshalb nicht so recht gefallen.

Ich mochte die Stimme von Anna, die die Nachrichten gelesen hat sehr gerne und war enttäuscht, dass sie nicht mehr gelesen hat. Sie war sehr angenehm und hat gut gepasst. Die Stimme von Max war ganz okay, aber der Sprecher konnte mich leider nicht so mitreißen.
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