Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der preußische König schenkt ihm deshalb die Pfaueninsel zwischen Potsdam und Berlin, damit er im Geheimen in seiner Zauberwerkstatt aus dem Feuer eine neue Welt erschaffen kann. Aus seinem Ofen entsteigt am Ende ein Glas, wie es zuvor kein Menschenauge je gesehen rot wie ein Rubin. Schnell wird es eines der begehrtesten Luxusgüter Europas.
Mitten im Barock geht Johannes Kunckel den Schritt von der Magie zur Chemie. Und schreibt damit Geschichte. Florian Illies erzählt diese nun auf seine unnachahmliche Weise neu - voll Atmosphäre, voller Einfühlung in die Vergangenheit, voller Poesie und Witz.
»Florian Illies ist einer der ganz großen Erzähler, die es hierzulande gibt.« NDR KULTURJOURNAL
»Das kann Illies wirklich gut, aus Geschichte Abenteuergeschichten machen.« DEUTSCHLANDRADIO KULTUR
Florian Illies ist ein deutscher Journalist, Kunsthändler, Kunsthistoriker und Buchautor. Ab Januar 2019 war er geschäftsführender Verleger des Rowohlt Verlags.
Author Florian Illies has worked as culture editor for major German newspapers and magazines, and is a co-founder of "Monopol" a magazine for art, literature and lifestyle.
Johannes Kunckel und seine Gold-Rubin-Pokale aus Glas Dieses Sachbuch über 144 Seiten beschreibt nur eine kurze Periode im Leben des Geheimen Kammerdieners Johannes Kunckel , der als Alchemist unter dem Großen Kurfürsten Brandenburgs eigentlich Gold herstellen sollte. Von 1685 bis 1689 experimentierte er auf der Pfaueninsel an der Havel bei Potsdam in einem Laboratorium, um wie die berühmten Glasmacher aus Murano z.B. Rubinglas und Glas-Corallen in hoher Stückzahl herzustellen. Auch werden die Arbeits- und Lebensbedingungen seiner auserwählten Mitarbeiter inmitten einer von Neid und Verrat behafteten Umgebung geschildert. Weitere wichtige historische Fakten wie z.B. das Toleranzedikt gegenüber den Hugenotten oder die Herausgabe von Kunckels Buch »Ars Vitraria« über die Glasmacherkunst, quasi als praktischen Ratgeber in deutscher Sprache, fallen in diese barocke Epoche. Insgesamt erstrahlt die Person Johannes Kunckel (1630-1703) als Chemiker, Apotheker, oder Glasmacher hier besonders durch die Herstellung von Gold-Rubin-Pokalen. Der Schreibstil hält den Zeitgeist und auch die bedrückende Atmosphäre am Hof sowie an den Schmelzöfen detailliert fest.
Florian Illies gelingt es, mit viel Atmosphäre und sprachlicher Leichtigkeit das Porträt eines Mannes zu zeichnen, der zwischen zwei Welten steht: Alchemist und früher Chemiker zugleich. Der Roman bietet einen interessanten Einblick in das Leben Johannes Kunckels und zeigt, wie er sich selbst zwischen Magie und Wissenschaft verortet.
Besonders spannend ist die Darstellung der Abhängigkeiten am Hof. Es wird deutlich, wie sehr Erfolg und Anerkennung davon abhängen, in der Gunst des Kurfürsten zu stehen – unabhängig von tatsächlichen Fähigkeiten. Dieses Machtgefüge, in dem Nähe alles bedeutet und ein falscher Schritt alles kosten kann, wird eindrücklich geschildert.
Auch Kunckel selbst erscheint als eine vielschichtige Figur, die immer wieder erkennen muss, wie unsicher ihre Position ist und wie schnell Errungenschaften wieder verloren gehen können. Diese Unsicherheit zieht sich spürbar durch die Erzählung und verleiht ihr eine gewisse Tiefe.
Allerdings bleibt der Einblick insgesamt recht kurz. Gerade weil das Thema und die Figur so interessant sind, hätte man sich eine ausführlichere Auseinandersetzung gewünscht.
„Träume aus Feuer“ ist wieder genau das, was ich an Illies’ Büchern so schätze: eine ungewöhnliche historische Geschichte, erzählt mit großer Leichtigkeit, viel Atmosphäre und dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie, kluger Beobachtung auf Basis umfangreicher Recherche und humorvollen Kommentaren. Dieses Mal geht es um den Glasmacher Johannes Kunckel und seine Pfaueninsel.
Ehrlich gesagt hätte mich das Thema ohne Illies als Autoren kaum angesprochen. Glasmacherei, Alchemie, Feindschaften am brandenburgischen Hof sind eigentlich keine Stoffe, nach denen ich normalerweise greifen würde. Aber ich liebe einfach Illies Sprache, die verspielt und immer wieder herrlich kommentierend ist, ohne belehrend zu wirken. Für mich bestätigt dieses Buch wieder, dass ich vermutlich alles von Florian Illies lesen würde, selbst über Themen, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren. Denn wenn Geschichte so lebendig, poetisch und zugleich augenzwinkernd erzählt wird, macht die Lektüre einfach Spaß. Für Illies-Fans!
Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten im Grunde nichts anderes. Er steht hoch in der Gunst des Kurfürsten von Brandenburg und seiner 2. Frau Dorothea, erhält sogar die Pfaueninsel geschenkt, auf der er nun in völliger Ruhe und sehr geheim seine Experimente fortführen kann und dem Kurfürsten regelmäßig wunderschönes Glas herstellen kann.
Doch die Zeiten bleiben nicht ruhig und friedlich...
Florian Illies erzählt in dem Roman mit ruhigem Ton von einer lange vergangenen Zeit und einem Mann mit Visionen. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen und viel neues erfahren - nicht zuletzt, dass es die Pfaueninsel wirklich gibt, die dem Verlag Pfaueninsel ihren Namen gibt.
Eine Leseempfehlung für alle, die gerne über historische Figuren lesen und sich auf diese Weise nebenbei Wissen aneignen - ich liebe das sehr!
Ein schöner, historischer Ausflug in Kunckels Leben als Alchimist und Glasmacher. Geschichtsfans kann ich es sicher sehr gut empfehlen, mir hat's gefallen.
Ich liebe die Art, wie Florian Illies Geschichten erzählt. Er lässt Kunckels Glas sogar auf Buchseiten glänzen. Den Stern Abzug gibt es nur, weil das Büchlein mir eigentlich zu kurz war!