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Träume aus Feuer: Der Alchemist von der Pfaueninsel

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Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der preußische König schenkt ihm deshalb die Pfaueninsel zwischen Potsdam und Berlin, damit er im Geheimen in seiner Zauberwerkstatt aus dem Feuer eine neue Welt erschaffen kann. Aus seinem Ofen entsteigt am Ende ein Glas, wie es zuvor kein Menschenauge je gesehen rot wie ein Rubin. Schnell wird es eines der begehrtesten Luxusgüter Europas.

Mitten im Barock geht Johannes Kunckel den Schritt von der Magie zur Chemie. Und schreibt damit Geschichte.
Florian Illies erzählt diese nun auf seine unnachahmliche Weise neu - voll Atmosphäre, voller Einfühlung in die Vergangenheit, voller Poesie und Witz.


»Florian Illies ist einer der ganz großen Erzähler, die es hierzulande gibt.« NDR KULTURJOURNAL


»Das kann Illies wirklich gut, aus Geschichte Abenteuergeschichten machen.« DEUTSCHLANDRADIO KULTUR


145 pages, Kindle Edition

First published June 1, 2026

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About the author

Florian Illies

39 books236 followers
Florian Illies ist ein deutscher Journalist, Kunsthändler, Kunsthistoriker und Buchautor. Ab Januar 2019 war er geschäftsführender Verleger des Rowohlt Verlags.

Author Florian Illies has worked as culture editor for major German newspapers and magazines, and is a co-founder of "Monopol" a magazine for art, literature and lifestyle.

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Displaying 1 - 30 of 40 reviews
Profile Image for Ellinor.
837 reviews383 followers
June 16, 2026
Wenn Florian Illies ein neues Buch schreibt, muss ich es sofort lesen. All seine bisherigen Bücher haben mir Personen und Epochen sehr viel näher gebracht. Sein neuestes Werk „Träume aus Feuer: Der am Alchemist der Pfaueninsel“ habe ich dementsprechend auch gleich verschlungen. Diesmal war jedoch etwas anders: Im Gegensatz zu den übrigen Texten kannte ich die Personen nicht (selbst bei den ausufernden Personenregistern von 1913 kannte ich fast jede*n) und der beschriebene Zeitraum lag deutlich weiter zurück. Auch Illies‘ Schreibstil war ein wenig anders. Während er sonst eher episodenhaft, kurzweilig und aus einer nahestehenden und doch übergeordneten Perspektive schreibt, liest sich der Text diesmal eher wie ein Roman. All dies zusammengenommen, machte das Buch für mich zu etwas durchschnittlichem, ganz nach dem Motto „Kann man lesen, muss man aber nicht.“
Für den namensgleichen Pfaueninselverlag ist das Buch natürlich perfekt. Ich fand es ganz interessant, über einen Alchimisten zu lesen, war dann aber auch nicht böse, dass die Geschichte nicht allzu lange dauerte.
Ich hoffe, dass Florian Illies beim nächsten Mal wieder über etwas bekanntere Persönlichkeiten schreibt.
Profile Image for Frau HafSi.
51 reviews2 followers
June 13, 2026
Eine kleine Zeitreise ins 17. Jahrhundert, kurzweilig, schön erzählt und zugleich lehrreich. Illies bringt uns in bewährter Manier einen kleinen Ausschnitt deutscher Geschichte näher: Johannes Kunckel und seine Glaskunst. Ich kannte ihn vorher nicht, auch nicht die Geschichte der Pfaueninsel in der Havel.
Damit kann man sehr gut einen Nachmittag verbringen!
15 reviews
June 14, 2026
Ein Roman wunderschön und zerbrechlich wie Rubinglas - doch das letzte, vollendende Glühen bleibt aus

Mit seinem atmosphärischen und mitreißenden Schreibstil zieht Florian Illies den Leser bereits auf den ersten Seiten von „Träume aus Feuer“ unmittelbar in den Bann. Sprachlich bewegt sich der Roman gekonnt zwischen poetischer Eleganz und spannendem historischem Erzählen – mit einem sicheren Gespür für die wesentlichen geschichtlichen Ereignisse, ohne dabei ein klassischer historischer Roman sein zu wollen. Besonders die Detailverliebtheit in Illies’ Beschreibungen fasziniert und verleiht dem Text eine außergewöhnlich dichte Atmosphäre.

Im Mittelpunkt steht, im Gegensatz zu zahlreichen historischen Romanen über die preußischen Hohenzollern des 17. Jahrhunderts, nicht der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg, sondern der Alchemist und Glasmacher Johannes Kunckel – eine irgendwie faszinierende Persönlichkeit seiner Zeit und auf seinem Gebiet. Kunckel veröffentlichte bedeutende Werke zur Glaskunst und gewann die Wertschätzung des Kurfürsten, der ihm u.a. sogar die zwischen Potsdam und Berlin in der Havel gelegene Pfaueninsel schenkte. Wie viele Alchemisten seiner Epoche versuchte auch er zunächst, Gold herzustellen – ein Anspruch, der zwangsläufig Konflikte und Fragen mit sich bringt und den er im Verlauf seines Lebens glücklicherweise aufgibt.

Besonders reizvoll erscheint bei „Träume aus Feuer“ die Verbindung aus den Anfängen moderner Wissenschaft, filigraner Handwerkskunst und intrigantem Hofleben: Kunckel soll für den brandenburgischen Hof außergewöhnliche Glasarten herstellen, bei denen Zusammensetzung und Temperatur entscheidend sind. Passend dazu tragen die Kapitel Titel wie „KALT“, „WÄRMER“, „WARM“, „HEISS“, „ZU HEISS“ und „NACHGLÜHEN“. Auch das Cover mit den farbigen Gläsern greift dieses Motiv stimmig auf. Synchron mit diesen Titeln entwickeln sich auch Aufstieg und Untergang des Protagonisten und seiner Familie.

Alle Figuren – es sind für einen auf Geschichte basierenden Roman nur überschaubar viele – wirken authentisch und überzeugend an ihren historischen Vorbildern orientiert. Der Protagonist Johannes Kunckel versteht es meisterhaft, Menschen für sich einzunehmen und geschickt zu manipulieren – sei es den Kurfürsten selbst, dessen Gemahlin oder den Glasschneider Martin Winter. Einzig bei Hofmeister Eberhard Danckelmann und den Kurprinzen scheinen seine Strategien an Grenzen zu stoßen und nicht ohne Folgen zu bleiben.

Die große Stärke des Romans liegt zweifellos in seiner Sprache: bildhaft, atmosphärisch dicht und stilistisch außergewöhnlich elegant. Gleichzeitig bleibt „Träume aus Feuer“ mit seinem vergleichsweise kurzen Umfang eher eine hochwertige Erzählung als ein epischer historischer Roman. Als ehemaliger Feuilletonchef der FRANKFURTER ALLGEMEINEN SONNTAGSZEITUNG hat der Autor den Blick für das Wesentliche und so gerät sein Werk eher zu einer Art „literarisch extrem hochwertiger Zeitung“. Genau darin liegt jedoch auch eine kleine Schwäche des nur 120 Seiten umfassenden Buches. Obwohl die Geschichte durchgehend fesselt, bleibt der Leser emotional stets ein wenig auf Distanz zum Geschehen. Der leicht nüchterne, beinahe ausschließlich beobachtende Erzählton ohne jegliche Dialoge unter den Figuren des Romans verhindert stellenweise jene unmittelbare Nähe zu den Figuren, die viele Leser besonders an großen historischen Romanen schätzen. Hinzu kommt, dass die Handlung trotz aller sprachlichen Qualität gelegentlich etwas zu kurz erläutert und unabgeschlossen wirkt. Da sowohl der historische Hintergrund der preußischen Hohenzollern um den Großen Kurfürsten und seine Nachkommen als auch Kunckels Schicksal in den Grundzügen bekannt sind, stellt sich stellenweise die Frage, worauf die Erzählung letztlich hinauswill. Gerade wegen des faszinierenden Stoffes hätte der Geschichte deutlich mehr Raum und Entfaltung gutgetan, vielleicht auch einen etwas größeren Lebensabschnitt des Protagonisten umfassen dürfen.

Dennoch bleibt „Träume aus Feuer“ eine poetisch herausragende, geschichtlich korrekte Nacherzählung eines Abschnitts aus dem Leben Johannes Kunckels – jenes Mannes, der die Glaskunst beherrschte wie kaum ein anderer seiner Zeit und dessen Wirken den Übergang von der Alchemie zur modernen Chemie mitprägte. Die Kapitel „NACHGLÜHEN“ und „LITERATUR und DANK“, in denen die wichtigsten Stationen und Ereignisse rund um das Leben Kunckels chronologisch zusammengestellt sind, viele Zusatzinformationen gegeben werden und die Motivation des Autors für das Schreiben des Buches erläutert wird, runden das Werk würdevoll ab.

Fazit: „Träume aus Feuer“ ist ein Roman über den Alchemisten und Glasmacher Johannes Kunckel, der sich keinem der üblichen Genres zuordnen lässt und überzeugt vor allem durch seine atmosphärisch dichte, poetische Sprache und die faszinierende Verbindung aus Alchemie, Glaskunst und höfischer Geschichte. Florian Illies erzählt stilistisch elegant und mit viel Gespür für kurze historische Details über einen wenige Jahre umfassenden Lebensabschnitt des Johannes Kunckel und seine Verbindung zum Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dessen Familie sowie zur Pfaueninsel, bleibt dabei jedoch eher beobachtend und distanziert als emotional mitreißend. Der vergleichsweise kurze Umfang des Büchleins lässt zudem manche Entwicklung nur angerissen erscheinen. Trotz kleiner Kritikpunkte bereitet die Lektüre große Freude und hinterlässt vor allem durch ihre sprachliche Qualität und besondere Atmosphäre einen bleibenden Eindruck.
Profile Image for Johanna Berger.
158 reviews7 followers
June 4, 2026
Kurz und gut? Kurz: mit Zeittabelle und Danksagung 143 Seiten dünn. Gut: ja, aber.
Kein erzählendes Sachbuch (wie sein letztes Buch über die Familie Mann in Sanary-sur-Mer), sondern eine Art historischer Roman, der vom Aufstieg und Niedergang des Glasmachers Johannes Kunckel erzählt – in Szenen, oft aus der Sicht seines Protagonisten, im unmittelbaren Präsens.
Der Kurfürst Friedrich Wilhelm hat seinem Alchimisten Johannes Kunckel eine Insel geschenkt, damit der dort ungestört sein Aufsehen erregendes rubinrotes Glas machen kann. Kunckel ist sein Ratgeber, Lieferant von Kostbarkeiten für die Brandenburgische Staatskasse. Nur Gold herstellen kann er nicht. Er zerreibt die Golddukaten zu Pulver und mischt sie mit geheimen Zutaten in die Glasschmelze. Rubinrot und ohne Bläschen. Es sind Geschenke für den Fürsten und seine Frau und Objekte, mit denen der Fürst Staat machen kann. Natürlich gibt es Neider am Hof, insbesondere den Erzieher des Nachfolgers, Danckelmann. Der ist am Ende auch für Kunckels tiefen Fall verantwortlich.
Illies erzählt wie immer sehr anschaulich und szenisch, hin und wieder ein bisschen abgehoben anachronistisch (Kann man von der „Patchworkfamilie“ eines Fürsten im 17. Jahrhundert sprechen?) oder betont altväterlich („Und unser Kunckel?“). Zunächst ist da noch die typische Ironie, mit der Illies gewöhnlich seine Bücher würzt, z.B. bei der Beschreibung des Kurfürstenpaares („das einzige deutsche Fürstenpaar, das stets im Doppelbett in den Krieg zieht“) und des Potsdamer Hofs, wo, nachdem Dorotheas fülliger Körper ins Korsett geschnürt ist, der Fürst seine Geburtstagsrede auf die Gattin so lange ausdehnt, dass ein „Magen am oberen Tisch laut zu knurren“ beginnt.
Oder in der personalen Sicht seines Protagonisten, der nach den Geschichten vom großen Reich, die ihm der Kurfürst erzählt, mit dem Zukunftsoptimismus des Herrschers hadert: „Aber vielleicht war es in den kargen Steppen Brandenburgs am Ende doch einfach zu kalt dafür?“
Illies‘ Altherrenwitz hätte ich allerdings nicht gebraucht.: „Ja, die Kurfürstin hat die ehelichen Pflichten sehr ernst genommen, so wie sie lebenslang jede Pflicht ernst genommen und Kurbrandenburg nach der Eheschließung im Jahrestakt Kinder geschenkt hat.“
Illies will die Atmosphäre der verwunschenen Pfaueninsel heraufbeschwören. Das gelingt oft, aber er rudert manchmal auch hart am Kitsch schrammend die Havel hinunter, wo die Schilfblätter am Ufer sich im eisigen Nordwind biegen und die Eichen schwer atmen.
Aus der SZ erfahren neugierige Leser, dass Florian Illies „strumpflos in Loafern aus braunem Leder zum Rundgang über die sandige Insel gekommen [ist] und […] sofort die ebenso stilsichere wie selbstgewisse Heiterkeit aus[strahlt], die auch seine Bücher durchzieht“. Hm. Was ich schon immer nicht wissen wollte.
Ich weiß jetzt was übers Glasmachen im 17. Jahrhundert und habe mich zwei Nachmittage lang von Florien Illies teilweise gut unterhalten gefühlt. Von den Aschekochern, Glasbläsern und Feuerjungen hätte ich gern mehr erfahren. Aber das wäre dann kein Buch von Florian Illies mehr gewesen.
(Dreieinhalb Sterne)

www.kultursalon.blog
Profile Image for Magnolia .
675 reviews3 followers
June 1, 2026
Anregende Reise durch die Welt des (rubinroten) Glases

Florian Illies, der „große Geschichtenerzähler“, wie die Süddeutsche ihn so treffend beschreibt, erzählt in seinem neuesten Werk „Träume aus Feuer“ von dem Alchimisten und Glasmacher Johannes Kunckel.

Der erste Blick aufs Buch nimmt mich mit in die faszinierende, in allen Farben schillernde Welt des Glases. Durch die rubinroten Scheiben meine ich, die noch wilde Pfaueninsel zu erkennen. Die Insel, an der Havel im Südwesten Berlins gelegen, die der Große Kurfüst Friedrich Wilhelm ihm einst geschenkt hat. Wir sind im Jahre 1685, als Johannes Kunckel mit der Schenkung auch die Rechte erhält, die für die Glasherstellung notwenigen Öfen sowie ein Laboratorium zu erbauen, auch sollen sich seine Helfer mit ihren Familien hier ansiedeln und selbst versorgen, sie also autark leben und arbeiten. „Die Pfaueninsel, das ist seine (Kunckels) Lizenz zum Träumen.“

Davor schon war der Große Kurfürst von Kunckel sehr angetan, auch wenn er einsehen musste, dass auch dieser kein von ihm so begehrtes Gold herstellen konnte. Dafür aber erfuhr er so einiges über die Welt der Alchemie und die für die Glasherstellung notwendigen Substanzen. So verbrachten sie viele Abende miteinander, Kunckel war alsbald sein Vertrauter, er wird zum Geheimen Kammerdiener ernannt. Was des Kurfürsten Sohn Friedrich mitsamt seinem Kammerdiener Eberhard Danckelmann sehr missfällt. Sie nennen Kunckel einen eitlen Selbstdarsteller, neiden ihm seine Stellung beim Großen Kurfürsten.

Reinstes Glas, ohne Bläschen, in einem Rubinrot, das zuvor noch keiner herstellen konnte, war Kunckels Meisterwerk. Ein Rubinglas von besonderer Leuchtkraft, sehr zur Freude des Großen Fürsten und seiner zweiten Ehefrau Dorothea. So manch Pokal veredelte der Hofglasschneider Martin Winkler mit Jagdszenen und anderem Zierwerk, der Mode der Zeit entsprechend.

Daneben wird der geschichtliche Hintergrund in jener Zeit angerissen und soweit beschrieben, wie es für diese Geschichte und den hier vorkommenden Personen notwendig scheint. Illies lässt etwa den Großen Kurfürsten von seinem Reich erzählen und auch erfahren wir von seiner Familie und den Eifersüchteleien der Kinder aus erster Ehe und von denen, die früh verstorben sind. Überhaupt war die Kindersterblichkeit groß, auch Kunckel blieb davon nicht verschont.

Im Focus jedoch steht die faszinierende Welt der Glasherstellung aus jener Zeit, als der Alchimist Johannes Kunckel dem Glas Farbe und Glanz verleiht. Sein Rubinglas war einzigartig und nicht nur dieses, auch sein kobaltblaues Glas war heiß begehrt. Kunckels Leben und Wirken wird zuletzt nochmal stichpunktartig in der Rubrik NACHGLÜHEN wiedergegeben.

Illies bildhafter Erzählstil macht das Buch zu etwas Besonderem, er bringt auf wenigen Seiten die „Träume aus Feuer“ zum Glühen und danach zum Funkeln. Mich hat er damit tief beeindruckt und nicht zuletzt den Wunsch erweckt, mir die Pfaueninsel demnächst anzusehen.
Profile Image for Buchstabengeflüster.
358 reviews2 followers
June 24, 2026
Interessante, anschauliche und sehr kurze Romanbiographie

Von Johannes Kunckel habe ich bisher noch nie gehört, aber er muss ein sehr beeindruckender Mann gewesen sein. Das Buch beginnt im Jahre 1686 als der Alchemist und Kammerdiener des Kurfürsten von Preußen die Pfaueninsel geschenkt bekommt. Er soll dort sein wertvolles Rubinglas perfektionieren (und nein, entgegen des Klappentextes weiß er, dass er kein Gold herstellen können wird). In dieser Romanbiographie begleiten wir Kunckel zwei Jahre lang zwischen seiner Familie in Berlin, der Glashütten auf der Pfaueninsel und auf dem Hof des Kurfürsten, zwischen Freundschaft und Neid.

Das dünne Büchlein beginnt direkt sehr atmosphärisch, als Johannes Kunckel über die Havel seiner neuen Insel entgegen rudert. Es sind so viele schöne Naturbeschreibungen vorhanden. Florian Illies hat einen sehr anschaulichen und wortgewaltigen Schreibstil. Seine Worte treffen auf den Punkt, sind passend zur Thematik gewählt und geben so eine wunderschöne Atmosphäre. Ich habe vor dem Lesen der Geschichte nur kurz nach der Pfaueninsel gegoogelt, aber Florian Illies hat dieses Stückchen Land und seine Bewohner viel besser vor meinem inneren Auge erschaffen, als Fotografien es könnten. Ich mag den lebendigen und bildlichen Schreibstil wirklich sehr, aber andererseits sind die Sätze und Szenen so dicht gestaltet, dass ich einiges oftmals wieder und wieder lesen musste, um mich zurecht zu finden.

"Was für ein Rot. Es ist wie ein Sonnenuntergang, der beschlossen hat, für immer in diesem Glas zu wohnen." S. 87

Ich finde es schön, dass wir auch viel von der Glaskunst lesen dürfen. Die Herstellung war damals sehr heikel, denn so viele Handlungsschritte müssen perfekt sitzen und die Arbeit ist mehr als schweißtreibend. Wusstet ihr, dass es auch Glasschneider gab? Diese Künstler haben tatsächlich Motive in Glaskelche geschnitten. Daneben steht die Politik am preußischen Hof, wo Neid und Misstrauen herrscht. Das Ende der Geschichte ist dann eher abrupt, aber durch den hinten abgedruckten Lebenslauf (finde ich sehr gut und wichtig), wissen wir, wie es Johannes Kunckel weiterhin erging. Ich muss sagen, ich hätte gerne auch mehr von Kunckel gelesen. Das Buch ist recht kurz, da es nur zwei Jahre und etwas im Geschehen eingestreute Vergangenheit umfasst. Ich weiß nicht, wie viel Material es zu seinem Leben gibt, aber ich hätte sehr gerne eine längere Romanbiographie gelesen.


Fazit:
„Träume aus Feuer“ ist eine sehr informative und kurzweilige Romanbiographie über Johannes Kunckel, der im 18. Jahrhundert die Herstellung von leuchtend rubinrotem Glas entwickelt hat. Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lebendig, was mir sehr gut gefallen hat, drängt aber auch so viel Inhalt auf nur wenigen Seiten, wodurch ich einige Momente mehrmals lesen musste, weil ich verwirrt war. Insgesamt finde ich das Büchlein etwas mager, aber ich bin froh, dass ich dadurch Kunckel und seine beeindruckende Handwerkskunst kennengelernt habe.
2 reviews
June 4, 2026
Funkelndes Rubinglas eingefasst in einem literarischen Juwel

Im 17. Jahrhundert war das Funkelndes Rubinglas eingefasst in einem literarischen JuwelErschaffen von Gold der Traum eines jeden Alchemisten. Johannes Kunckel hatte aber bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt, dass dieser Wunsch eine Illusion bleiben würde und verschrieb sich so der Glaskunst, in der er seine eigene Magie einzufangen schien. Durch die Gunst des Kurfürsten von Brandenburg bekam er die Möglichkeit dieser auf seiner eigenen Insel, der Pfaueninsel, nachzugehen. Die Verstrickungen mit dem Leben am Hofe konnten aber selbst damit nicht verhindert werden und so sah sich Kunckel mit immer wieder neuen Herausforderungen konfrontiert, die sein eigenes Bestehen gefährden.

Florian Illies erweckt in seinem Roman „Träume aus Feuer“ beeindruckend das Wirken des Johannes Kunckel zum Leben. Als Kunsthistoriker, Journalist und Bestsellerautor ist er bekannt für seine historischen Romane und seine Erzählkunst. Realistisch arbeitet Illies die tatsächlichen Ereignisse auf und führt sie zu einer einnehmenden Geschichte zusammen.

Johannes Kunckel, der neben seiner herausragenden Glasmacherei auch Bekanntheit durch seinen naturwissenschaftlichen Ansatz erlangt hat, tritt als umsichtiger, zurückhaltender und bedachter Charakter auf. Er steht im starken Kontrast zu den exzentrischen Persönlichkeiten des brandenburgischen Hofes. Als Leserin konnte ich so ein vielschichtiges Bild der Dynamiken dieser Zeit aufbauen und das Gefühl bekommen, diese auch wirklich zu verstehen, indem ich sie in ihrer Entwicklung mitverfolgen konnte. Gleichzeitig besticht der Roman durch die poetische Zeichnung der Landschaften und Natur und die faszinierenden Schilderungen der Abläufe in den Glaswerkstätten, durch die ich tief in Kunckels Leben abgetaucht bin und es in jedem Moment vor Augen sehen konnte.

„Träume aus Feuer“ hat mich vor allem durch seine atmosphärische Dichte gefesselt, durch die ich die Geschichte sehr intensiv beobachten konnte. Beim Lesen habe ich sehr genossen in dieser Atmosphäre versinken und abschalten zu können. Die enorm entschleunigende und erholsame Wirkung des Erzählens, die gleichzeitig aber auch einen Sog entwickelt hat, durch den ich den Roman nicht mehr weglegen wollte, ist für mich einzigartig.

Illies ist es gelungen die leuchtende und wertvolle Welt der Glasmacherkunst und des farbigen Glases in ebenso farbenfrohe Worte zu verpacken und letztendlich sein eigenes Prosa-Juwel zu erschaffen. Ein Buch, bei dem ich traurig war, dass es schon wieder vorbei ist, da es aus meiner Sicht gerne etwas länger hätte sein dürfen.
Profile Image for Tealo.
477 reviews
July 7, 2026
"Was für ein Rot. Es ist wie ein Sonnenuntergang, der beschlossen hat, für immer in diesem Glas zu wohnen. Milliarden Goldatome haben sich neu geordnet." S. 87


Vom einfachen Mann zum Liebling des Kurfürsten, dem die größten Geheimnisse anvertraut werden und der sogar eine ganze Insel geschenkt bekommt – Johannes Kunckel, Glasbläser und Alchemist, ist der Protagonist in Träume aus Feuer.


Nach der Leseprobe war ich völlig begeistert. Das Buch wirkte witzig, geheimnisvoll und voller Alchemie – und ich wollte unbedingt herausfinden, was es mit der Pfaueninsel auf sich hat. Nachdem ich leider nicht für die Leserunde ausgewählt wurde, investierte ich kurzerhand meine gesamten Prämienpunkte in dieses Buch.


Als es schließlich bei mir ankam, war ich zunächst überrascht, wie dünn es mit seinen knapp 140 Seiten ist. Schon nach den ersten Seiten fragte ich mich allerdings, was mich an der Leseprobe eigentlich so begeistert hatte. Am Ende blieb ich leider enttäuscht zurück.


Ich hatte eine Geschichte mit einer Prise Magie oder Fantasy erwartet – humorvoll, geheimnisvoll und voller alchemistischer Experimente. Stattdessen erzählt Florian Illies die Lebensgeschichte Johannes Kunckels recht werkgetreu nach. Erst im Verlauf des Buches wurde mir bewusst, dass es sich um reale Personen und historische Ereignisse handelt. Bis dahin war ich fest davon ausgegangen, einen fiktiven Roman zu lesen.


Die wichtigsten Höhen und Tiefen in Kunckels Leben werden zwar in Romanform erzählt und sind durchaus interessant. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass hier unglaublich viel Potenzial verschenkt wurde. Ein Alchemist, der vom Kurfürsten eine Insel erhält, dort Gold herstellen und außergewöhnliche Glaswerke erschaffen soll, dabei mit gefährlichen chemischen Stoffen experimentiert und auf Neider trifft – daraus hätte sich in meinen Augen eine viel spannendere, atmosphärischere Geschichte entwickeln lassen.


Die Zeittafel mit den historischen Fakten am Ende hätte es trotzdem geben können. Dann wäre sie eben eine Einordnung der realen Ereignisse gewesen, auf denen der Roman basiert, anstatt die Handlung nahezu eins zu eins zu bestätigen.


Letztlich lag meine Enttäuschung wohl vor allem an meinen Erwartungen. Wer einen historischen Roman sucht, der sich eng an die tatsächlichen Geschehnisse hält, wird mit Träume aus Feuer vermutlich zufriedener sein als ich. Ich hatte mir jedoch eine freiere, fantasievollere und ausgeschmücktere Geschichte gewünscht.
6 reviews
June 10, 2026
Wenn Geschichte lebendig wird: faszinierende Einblicke in die Glaskunst des Barocks und die Intrigen am brandenburgischen Hofe

Johannes Kunckel ist fast auf dem Höhepunkt seines Schaffens als der Alchemist und Chemiker beim Kurfürsten von Brandenburg seine Anstellung antritt. Der Kurfürst und seine Frau sind so begeistert von den Kunstwerken aus feinem rubinroten Glas, das Kunckel herzustellen vermag, dass sie ihn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln fördern: und zu diesen Mitteln gehört nicht zuletzt die Pfaueninsel, mitten in der Havel, nur 500 Meter breit und 1200 Meter lang. Hier entsteht mit Kunckels neuer Glashütte in den folgenden Jahren eine der zentralen Wirkungsstätten der barocken Glaskunst.

Genau diese steht im Mittelpunkt dieses historisch inspirierten Romans, der Geschichte lebendig werden lässt. Neben tiefen Einblicken in die Glaskunst zu der neben der Kunst, nicht zuletzt und ganz entscheidend, auch das harte, schweißtreibende Handwerk der Glashüttenarbeit gehört, lässt Illies außerdem den Hof des Kurfürsten mit allen innerfamiliären Streitigkeiten, Neiddebatten und der Verschwendungssucht auferstehen.

All dies liest sich unglaublich einnehmend. Illies spielt mit Worten und den Farben, kaum zufällig stellt er das Rubinrot des Glases in den Kontrast seiner Komplementärfarbe in Form der vielfältigen Grünschattierungen der Flora der Insel. So virtuos wie er Kunckel sein Glas formen lässt, so gekonnt lässt Illies mit seiner eigenen Kunst der Worte historische Figuren zum Leben erwachen. Das schmale Büchlein wird so zu einem echten Lesegenuss in Inhalt und Stil!

Für mich ein echtes Highlight in diesem Lesejahr, mit einer ganz klaren Empfehlung!
Profile Image for Elke Sonne.
601 reviews1 follower
Review of advance copy
May 30, 2026
Eine farbenprächtige Zeitreise

„Träume aus Feuer: Der Alchemist von der Pfaueninsel“ ist ein faszinierendes Buch über den Glasmacher und Alchemisten Johannes Kunckel des in Berlin lebenden Autors, Journalisten, Kunsthistorikers und Kurators Florian Illies.

Die Handlung beschränkt sich auf einen Ausschnitt des Lebens von Johannes Kunckel. Der Protagonist ist Glasmacher und steht hoch in der Gunst des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Dieser schenkt ihm aufgrund seiner Begeisterung für die Werke Kunckels die Pfaueninsel, damit er dort in aller Ruhe mit seinen Arbeitern experimentieren kann .

Der Schreibstil von Florian Illies ist ruhig, dicht und intensiv. Er vermittelt die Atmosphäre der Zeit, thematisiert neben der Arbeit des Glasmachers, das Leben der Menschen, politische Intrigen, die hohe Kindersterblichkeit und malt gleichzeitig mit seinen Worten die Landschaft der Pfaueninsel vor den Augen seiner Leser.

Die Handlung baut sich immer weiter auf, bis sie zu einem dramatischen und emotionalen Ende kommt. Im Anschluss gibt es in dem Kapitel „Nachglühen“ nochmals gesammelte Fakten, die einiges aus der Handlung wieder aufgreifen.

Mich hat das Buch gut unterhalten und gleichzeitig hat es mir interessante Einblicke in vergangene Zeiten und die Glasbrennerei vermittelt.

Insgesamt ein kleines, aber feines Buch, das trotz seiner Kürze durch eine faszinierende Thematik und eine hohe Informationsdichte überzeugt.
1 review
Review of advance copy
May 28, 2026
Florian Illies, der neue Alchemist des geschichtlichen Sachbuchs:

Gar nicht allzu lange habe ich auf das neue Buch von Florian Illies gewartet, bis ich es schon vor dem offiziellen Veröffentlichungstermin im Buchhandel gekauft habe, auch wenn ich des Themas wegen des Buches ein wenig skeptisch begegnet war.
Jeder, der das denkt, muss das Buch lesen.
Illies schreibt das Buch in einer sehr schönen, zarten und sanften Sprache, die dazu einlädt es zu genießen.
Es ist in fünf Kapitel und ein „Nachglühen“ unterteilt, welches den Lebensweg des Protagonisten noch einmal stichpunktartig zusammenfasst.

Das Buch handelt von Johannes Kunckel, einem Alchemisten, der direkt am Anfang des Buches die Pfaueninsel, von seinem Gönner, dem großem Kurfürsten, geschenkt bekommt. Denn Kunckel ist Alchemist und kann Rubinglas zu einer solch strahlenden Kraft bringen, welche nur durch die Sprache Illies‘ zu beschreiben ist. Obwohl ich das Glas nie live gesehen habe, konnte ich es mir vorstellen.
Kunckel fertigt im Laufe des Buches, mehrere Geschenke und Auftragsarbeiten für den Kurfürsten und seine Frau Dorothea an. Illies beschreibt dies mit seiner schönen Sprache und so kann der Leser Johannes Kunckel durch die Reise seines Lebens begleiten.

Es ist ein stilles, jedoch kein leises Buch, welches sich lohnt gelesen zu werden.
Profile Image for Karola.
936 reviews7 followers
Review of advance copy received from NetGalley
May 14, 2026
Johannes Kunckel und seine Gold-Rubin-Pokale aus Glas
Dieses Sachbuch über 144 Seiten beschreibt nur eine kurze Periode im Leben des Geheimen Kammerdieners Johannes Kunckel , der als Alchemist unter dem Großen Kurfürsten Brandenburgs eigentlich Gold herstellen sollte. Von 1685 bis 1689 experimentierte er auf der Pfaueninsel an der Havel bei Potsdam in einem Laboratorium, um wie die berühmten Glasmacher aus Murano z.B. Rubinglas und Glas-Corallen in hoher Stückzahl herzustellen. Auch werden die Arbeits- und Lebensbedingungen seiner auserwählten Mitarbeiter inmitten einer von Neid und Verrat behafteten Umgebung geschildert. Weitere wichtige historische Fakten wie z.B. das Toleranzedikt gegenüber den Hugenotten oder die Herausgabe von Kunckels Buch »Ars Vitraria« über die Glasmacherkunst, quasi als praktischen Ratgeber in deutscher Sprache, fallen in diese barocke Epoche. Insgesamt erstrahlt die Person Johannes Kunckel (1630-1703) als Chemiker, Apotheker, oder Glasmacher hier besonders durch die Herstellung von Gold-Rubin-Pokalen.
Der Schreibstil hält den Zeitgeist und auch die bedrückende Atmosphäre am Hof sowie an den Schmelzöfen detailliert fest.
76 reviews
Review of advance copy received from NetGalley
May 14, 2026
Florian Illies gelingt es, mit viel Atmosphäre und sprachlicher Leichtigkeit das Porträt eines Mannes zu zeichnen, der zwischen zwei Welten steht: Alchemist und früher Chemiker zugleich. Der Roman bietet einen interessanten Einblick in das Leben Johannes Kunckels und zeigt, wie er sich selbst zwischen Magie und Wissenschaft verortet.

Besonders spannend ist die Darstellung der Abhängigkeiten am Hof. Es wird deutlich, wie sehr Erfolg und Anerkennung davon abhängen, in der Gunst des Kurfürsten zu stehen – unabhängig von tatsächlichen Fähigkeiten. Dieses Machtgefüge, in dem Nähe alles bedeutet und ein falscher Schritt alles kosten kann, wird eindrücklich geschildert.

Auch Kunckel selbst erscheint als eine vielschichtige Figur, die immer wieder erkennen muss, wie unsicher ihre Position ist und wie schnell Errungenschaften wieder verloren gehen können. Diese Unsicherheit zieht sich spürbar durch die Erzählung und verleiht ihr eine gewisse Tiefe.

Allerdings bleibt der Einblick insgesamt recht kurz. Gerade weil das Thema und die Figur so interessant sind, hätte man sich eine ausführlichere Auseinandersetzung gewünscht.
8 reviews
June 12, 2026
Mit „Träume aus Feuer“ nimmt uns Florian Illies wieder einmal mit in deutsche Geschichte, wieder dürfen wir eintauchen in eine vergangene Zeit, diesmal ins preußische 17. Jahrhundert. Florian Illies erzählt uns aus dem Leben des sagenumwobenen Glasbläsers (auch wenn vorwiegend nicht er selber bläst), Chemiker und Alchemisten Johannes Kunckel, der zu seiner Zeit in Europa neben den bekannten Glasmanufakturen in Murano die schönste Glaskunst produzierte. Kunckel bekommt von seinem Gönner, dem Kurfürsten, eine Insel - die Pfaueninsel- geschenkt, um dort Sagenhaftes zu produzieren. Illies nimmt uns mit an den Hof mit seinen Kungeleien, aber vor allem in das Streben und Schaffen Kunckels.
Und wieder schafft Illies es mit seiner unnachahmlichen Erzählkunst, scheinbar so mühelos und leicht, uns mitzunehmen, uns fühlen, riechen und sehen zu lassen, wie Kunckel am heißen Ofen steht, die Jahreszeiten auf der Insel vorbeiziehen und mehr.
Ich habe das Buch sehr genossen - und wieder mal quasi nebenher viel gelernt von deutscher Geschichte, aber auch von der Glaskunst #gold
Von mir eine klare Leseempfehlung!
Profile Image for LeserinLu.
399 reviews54 followers
Review of advance copy received from NetGalley
May 17, 2026
„Träume aus Feuer“ ist wieder genau das, was ich an Illies’ Büchern so schätze: eine ungewöhnliche historische Geschichte, erzählt mit großer Leichtigkeit, viel Atmosphäre und dieser ganz eigenen Mischung aus Poesie, kluger Beobachtung auf Basis umfangreicher Recherche und humorvollen Kommentaren. Dieses Mal geht es um den Glasmacher Johannes Kunckel und seine Pfaueninsel.

Ehrlich gesagt hätte mich das Thema ohne Illies als Autoren kaum angesprochen. Glasmacherei, Alchemie, Feindschaften am brandenburgischen Hof sind eigentlich keine Stoffe, nach denen ich normalerweise greifen würde. Aber ich liebe einfach Illies Sprache, die verspielt und immer wieder herrlich kommentierend ist, ohne belehrend zu wirken. Für mich bestätigt dieses Buch wieder, dass ich vermutlich alles von Florian Illies lesen würde, selbst über Themen, die mich eigentlich überhaupt nicht interessieren. Denn wenn Geschichte so lebendig, poetisch und zugleich augenzwinkernd erzählt wird, macht die Lektüre einfach Spaß. Für Illies-Fans!
Profile Image for Barbara Heckendorn.
484 reviews13 followers
July 19, 2026
The author is a journalist, art historian and curator, and this is evident in his books. The facts and figures in his books are accurate, yet they read as fluid, engaging novels.

With elegance and erudition, Florian Illies transforms bygone eras into a vivid present in this book. In the midst of the Baroque era, Johannes Kunckel makes the transition from magic to chemistry. And in doing so, he makes history. Florian Illies retells this story in his own unique way – full of atmosphere, full of empathy for the past, full of poetry and wit. The Great Elector in Potsdam dreams that Johannes Kunckel, perhaps the most famous alchemist of his time, can make gold – yet Kunckel instead grinds up the gold ducats and turns them into a glass that glows a deeper red than any before.

‘Dreams of Fire’ tells the story of this journey into a new world. Florian Illies allows the events surrounding Johannes Kunckel to heat up as slowly as the ruby glass in his furnace – only to let everything go up in flames in a magnificent finale.
(3½)
Profile Image for Melanie.
574 reviews5 followers
Review of advance copy
May 23, 2026
Träume aus Feuer ist ein kurzer historischer Roman, der eine Zeit im Leben des Alchimisten Johannes Kunckel zum Thema hat. Kunckel war deutlich mehr Chemiker als Alchimist - doch zu seiner Zeit waren Alchimisten im Grunde nichts anderes. Er steht hoch in der Gunst des Kurfürsten von Brandenburg und seiner 2. Frau Dorothea, erhält sogar die Pfaueninsel geschenkt, auf der er nun in völliger Ruhe und sehr geheim seine Experimente fortführen kann und dem Kurfürsten regelmäßig wunderschönes Glas herstellen kann.

Doch die Zeiten bleiben nicht ruhig und friedlich...

Florian Illies erzählt in dem Roman mit ruhigem Ton von einer lange vergangenen Zeit und einem Mann mit Visionen. Ich habe das Buch wirklich gern gelesen und viel neues erfahren - nicht zuletzt, dass es die Pfaueninsel wirklich gibt, die dem Verlag Pfaueninsel ihren Namen gibt.

Eine Leseempfehlung für alle, die gerne über historische Figuren lesen und sich auf diese Weise nebenbei Wissen aneignen - ich liebe das sehr!
Profile Image for Jonah Schnür.
4 reviews
June 9, 2026
Sprachlich sicherlich nett gemacht nimmt Florian Illies uns mit in das mehr oder weniger fiktive Leben von Johannes Kunckel, dem Schöpfer der Rubingläser und einem "Alchemisten/Chemiker" im Dienste des Kurfürsten von Brandenburg.
Spannung hält das Buch kaum bereit - was sicherlich dem Quellenmaterial geschuldet ist.
Allerdings fand ich es auch abgesehen davon leider etwas fad. Es finden sich sehr viele wiederholende Beschreibungen von Havel und Pfaueninsel, was sich recht schnell abnutzt. Es ist seichte Unterhaltung und macht auf jeden Fall Lust, sich einmal die im Naturalienkabinett Waldenburg ausgestellten, echten Rubingläser anzusehen, aber wer gehofft hatte, etwas tiefer in Alchemie, Glasherstellung oder auch nur die tatsächlichen höfischen Intrigen einzutauchen, wird leider mit einer fast kitschig anmutenden Erzählung über die Freundschaft zwischen Glasmacher und Kurfürst abgespeist. Schade.
Profile Image for Christina.
18 reviews
Review of advance copy
May 31, 2026
Mit einem sehr poetischen und beschreibenden Schreibstil begleiten wir die Kurfürstenfamilie und den Alchemisten Johannes Kunckel durch die Jahrzehnte des Aufstiegs und Falls. Was dabei positiv zu erwähnen ist: die geschichtlichen Fakten werden dabei sehr lebendig und anschaulich in diesem Buch verpackt und mit viel Humor durch den Erzähler eingeflochten. Man fühlt sich fast in die damalige Zeit zurückversetzt. Positiv zu erwähnen ist ebenfalls, dass ausnahmsweise nicht der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg im Mittelpunkt steht, sondern stattdessen sein Alchemist, dessen Schicksal natürlich eng mit dem des Kurfürsten verwoben ist. Hierbei ist die Verbindung aus Anfängen der Wissenschaft, filigraner Handwerkskunst und intrigantem Hofleben sehr spannend. Generell ist der Schreibstil sehr humorvoll und kommt komplett ohne wörtliche Rede bzw. Dialoge aus. Die Geschichte wirkt dadurch eher wie eine Nacherzählung, mit Augenzwinkern an den passenden Stellen, aber auch mit der nötigen Ernsthaftigkeit, die die Schicksale der Charaktere verdienen. Die Metapher des steigenden und sinkenden Sterns zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk. Jeder Charakter scheint seinen eigenen Stern zu haben, der bald leuchtet, bald verdunkelt wird – manchmal durch eigenes Verschulden, manchmal durch das Schicksal.
Mir war der Einstieg und auch das Ende in dieser Geschichte zu abrupt, daher ein Stern Abzug dafür. Auch die Länge des Buches war meiner Meinung nach etwas kurz, ich hätte mir sehr gewünscht, diese Geschichte auf 300 oder mehr Seiten sich entfalten zu sehen.

624 reviews
June 7, 2026
Die Handlung spielt zwischen 1685 und 1689 und gemeinsam mit Johannes Kunckel reisen wir auf die Pfaueninsel, die er vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg geschenkt bekommen hat. Pfaueninsel heißt sie, aber bis dato gibt es nur jede Menge Kaninchen da und auch Werkstatt und Wohngebäude müssen erst noch errichtet werden.
Viele Zeitgenossen am Hof neiden Kunckel dessen hohes Ansehen beim Kurfürsten. Kunckel experimentiert, schafft wunderbare Glaskunst, beschäftigt sich mit den chemischen Vorgängen und vor allem sein Rot ist wunderschön.
Der Schreibstil von Florian Illies und seine Kenntnis der Zeit sind wieder sehr gut, leider ist es wirklich nur ein "Büchlein" und ich wäre gerne länger bei der Geschichte geblieben, aber so gab es keinerlei Längen und ich konnte trotz der Kürze viel lernen.
Profile Image for Friederike.
30 reviews
June 5, 2026
Ein wunderbarer wenn auch etwas kurzer Ausflug in die Vergangenheit der Pfaueninsel


In dem Buch wird auf eine sehr angenehm zu lesende Weise die Geschichte des Alchemisten Johannes Kunckel dargestellt.
Ab der ersten Seite, kann man wunderbar in die Geschichte des Buches eintauchen, das Leben von Kunckel rund um seine Pfaueninsel, seiner Arbeit als Alchemist und Glasmacher.

Obwohl dieses Buch eher kurz gehalten wurde, sowie durch die Erzählweise und den Schreibstil des Autors, bekommt man eine gut zu lesende kompakte Geschichte mit historischem Hintergrund dargeboten.

Dieses Buch ist passend für alle, die gerne mal eine etwas kürzer gefasste Geschichte mit einer guten Menge historischem Hintergrund lesen möchten. Besonders gut gefallen hat mir, die Timeline zum Ende des Buches hin.
Profile Image for Isabella.
488 reviews20 followers
June 20, 2026
Florian Illies' Bücher haben mir bisher immer gefallen, daher musste ich auch "Träume aus Feuer" unbedingt lesen. Der Schreibstil ist hier etwas anders als bei seinen letzten Büchern - die Geschichte dreht sich nur um einen zentralen Protagonisten und liest sich eher wie ein Roman als wie ein Sachbuch. Mir hat auch dieser Stil sehr zugesagt, besonders schön fand ich die Beschreibungen der Atmosphäre zu verschiedenen Jahreszeiten auf der Pfaueninsel. Ich hatte vorher noch nie etwas von Johannes Kunckel gehört, der Roman hat allerdings erfolgreich mein Interesse an ihm und seinen Innovationen geweckt. Auch die anderen Charaktere wie z.B. das Königspaar sind anschaulich und lebensnah beschrieben.
Profile Image for LN.
108 reviews
June 29, 2026
Geschichte zum Anfassen: Wir tauchen ein in das spannende Leben des Alchemisten Johannes Kunckel, der mit seinen Rubingläsern die Welt verzaubert. Ich muss gestehen, ich hatte vorher noch nie von Johannes Kunckel gehört, fand es aber unglaublich spannend, in seine Lebensgeschichte und sein Lebenswerk einzutauchen. Teilweise hat sich das Buch wirklich nicht wie ein Sachbuch, sondern wie ein Roman gelesen, was an dem tollen poetischen Schreibstil lag. Ich habe dabei fast vergessen, dass ich eine reale, teils wirklich tragische Lebensgeschichte lese. Kurzweilig und absolut lesenswert!
Profile Image for Franziska .
382 reviews
Review of advance copy received from Book of the Month
May 30, 2026
#reading #review #neuerscheinung2026 #florianillies #traeumeausfeuer

4*

Wie der Autor es schafft mit doch recht wenig Plot so eine interessante Geschichte zu skizzieren, fasziniert mich. Es ist für mich wie bei seinen letzten Werken, man will das Buch nicht weglegen. Warum nur 4* - mir ist es zu kurz. Im Werk um die Manns wurde ein langer Zeitraum beschrieben und es gab viel mehr Geschichte drum herum.
20 reviews
June 8, 2026
In Florian Illies historischer Erzählung wandeln wir auf den Pfaden Johannes Kunckels, eines Glasmachers/Alchemisten in Diensten des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Wie kam das Glas auf die Pfaueninsel? Ein wunderbares Zusammenspiel, wenn auch der ein oder andere moderne Begriff wie Patchwork irritiert. Eine kurze, aber interessante Episode über mehrere Jahre gestreckt. Fließend zu lesen und interessant vom Thema.
Profile Image for Benjamin.
34 reviews1 follower
June 1, 2026
Dieses Buch hätte ein Essay in einer beliebigen Zeitschrift sein können. 120 Seiten für ein Recht unspektakuläres Thema mit vielen Wiederholungen, vielleicht liest ja mancher das Buch während er TikToks sieht? Das einzig interessante ist ein Buch über die Pfauninsel für den Pfaueninsel-Verlag. Schade. Ich hatte nicht mehr erwartet, aber mehr erhofft.
Profile Image for Michaela Kaule.
50 reviews
June 20, 2026
Nach der Pfaueninsel von Thomas Hettche fällt das Buch von Florian Illies qualitativ ziemlich ab. Wissenreich und blutleer....positiv ist die Kürze...so ist der Oberschüleraufsatz, der sich in seiner Selbstliebe sonnt, schnell vorbei.
Schade, denn das Thema klang vielversprechend
Profile Image for Alexilexi.
134 reviews
Review of advance copy received from NetGalley
May 23, 2026
Ein schöner, historischer Ausflug in Kunckels Leben als Alchimist und Glasmacher.
Geschichtsfans kann ich es sicher sehr gut empfehlen, mir hat's gefallen.
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