Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk - und eine Frage hat sie seither nie mehr Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird ...
Romy Fölck wurde 1974 in Meißen geboren und arbeitete nach ihrem Jurastudium zehn Jahre in einem großen Unternehmen. Sie lebt heute als freie Autorin in Leipzig und in der Nähe von Hamburg. Neben ihren Kriminalromanen schreibt sie Kurzgeschichten für Anthologien und Zeitschriften sowie Rezensionen im belletristischen Bereich. Romy Fölck ist Mitglied im 'Syndikat', dem Verein deutschsprachiger Krimiautoren.
Inhalt: Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk - und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird... ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Meine Meinung: Die Atmosphäre auf Neuwerk gefiel mir sehr. Das Geheimnisvolle und Ungemütliche der Insel wurde durch Romy Fölcks Schreibstil sehr gut eingefangen, ohne dabei jedoch einen Einblick in das familiäre Miteinander der Insellaner außen vor zu lassen. Die Perspektiven der fünf Fremden wechselten ständig und ich habe lange grübeln müssen, wie diese so unterschiedlichen Charaktere zusammenpassen und in welcher Beziehung sie zueinander stehen. Des Weiteren gab es auch immer wieder Rückblenden in das Jahr 1995 und mich erinnerte das stark an meine Klassenfahrt-Zeiten 😄 Nostalgie pur. Ich habe schon mehrere Rezensionen gelesen, die das Ende aufgrund von Logikfehlern kritisiert haben. Ich persönlich sehe es nicht ganz so, dennoch empfand ich die Auflösung als recht unauthentisch und konstruiert. Alles in allem jedoch eine spannende und atmosphärische Geschichte. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Meine Bewertung: 4/5 Sterne 🌟
In „Fünf Fremde“ von Romy Fölck treffen im Jahr 2025 fünf Menschen auf der abgelegenen Nordseeinsel Neuwerk aufeinander. Was sie jeweils dorthin geführt hat, scheint zunächst individuell und unabhängig voneinander zu sein. Doch schnell wird deutlich, dass dieses Zusammentreffen kein Zufall ist. Zwischen vorsichtiger Höflichkeit und wachsendem Misstrauen entsteht eine angespannte Atmosphäre, die sich mit dem aufziehenden Sturm über der Insel immer weiter verdichtet.
Parallel dazu führt der Roman zurück ins Jahr 1995. Während eines Aufenthalts in einem Landschulheim verschwinden zwei Jugendliche über Nacht. Das Mädchen taucht später wieder auf, verstört und schweigsam. Der Junge jedoch bleibt spurlos verschwunden. Der Fall wird nie vollständig aufgeklärt, viele Fragen bleiben offen.
Mit zunehmendem Verlauf verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart immer enger. Die Ereignisse von damals werfen lange Schatten bis ins Jahr 2025 und während der Sturm die Insel zunehmend von der Außenwelt abschneidet, wird klar, dass mindestens einer der Anwesenden eine direkte Verbindung zu jener Nacht vor dreißig Jahren hat.
Im Zentrum stehen fünf sehr unterschiedliche Figuren, die aus wechselnden Perspektiven begleitet werden. Jede bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Geheimnisse mit. Besonders gelungen ist, wie sich die Dynamik zwischen ihnen entwickelt. Sympathien verschieben sich, Misstrauen wächst, alte Schuldgefühle brechen auf.
Was mir hier gut gefallen hat, ist die psychologische Ausrichtung des Romans. Es geht weniger um spektakuläre Wendungen als vielmehr darum, wie Menschen mit Schuld, Verdrängung und traumatischen Erlebnissen umgehen. Jede der Beteiligten hat ihren ganz eigenen Weg gefunden, mit den Geschehnissen von 1995 zu leben. Gerade dieses unterschiedliche Umgehen mit der Vergangenheit verleiht den Figuren Tiefe.
Der Thriller arbeitet mit zwei klar voneinander getrennten Zeitebenen. Der Wechsel zwischen 1995 und 2025 ist deutlich gekennzeichnet, sowohl durch Kapitelüberschriften als auch durch die jeweilige Perspektive. Zu keinem Zeitpunkt entsteht Verwirrung darüber, wer spricht oder in welcher Zeitlinie man sich befindet. Das hat mir ausgesprochen gut gefallen.
Die Perspektivwechsel sind klug gesetzt. Immer dann, wenn es besonders spannend wird, springt die Handlung zu einer anderen Figur. Dadurch entsteht ein starker Lesesog. Man möchte ständig wissen, wie es weitergeht, und wird regelrecht durch die Kapitel getragen.
Ein ganz zentraler Bestandteil des Romans ist das Setting auf Neuwerk. Die Insel ist nicht nur Kulisse, sondern das Herzstück der Geschichte. Die abgeschiedene Lage mitten im Wattenmeer, die abenteuerliche Anreise, die Abhängigkeit von Wetter und Gezeiten, all das schafft eine besondere Atmosphäre. Der aufziehende Sturm verstärkt dieses Gefühl von Isolation und Bedrohung zusätzlich.
Allerdings war für mich nicht immer ganz stringent, was unter diesen Sturm-Bedingungen nun möglich ist und was nicht. An manchen Stellen bewegen sich die Figuren relativ selbstverständlich über die Insel, während es wenig später wieder als zu gefährlich dargestellt wird. Das wirkte nicht durchgehend konsequent.
„Fünf Fremde“ ist für mich ein eher ruhiger Thriller. Die Spannung entsteht weniger durch Action oder Gewalt, sondern durch zwischenmenschliche Konflikte, unterschwellige Bedrohung und die allmähliche Enthüllung der Vergangenheit. Genau das mochte ich sehr. Die Verknüpfung der beiden Zeitebenen ist gelungen, der Plot ist durchdacht und logisch aufgebaut. Am Ende werden alle losen Fäden zusammengeführt, es bleibt nichts unbeantwortet. Die Auflösung ist nachvollziehbar und schlüssig, wenn auch ohne großen Wow-Faktor. Gleichzeitig hatte ich beim Finale das Gefühl, dass es etwas überhastet wirkt. Sehr viele Erklärungen kommen gebündelt am Ende, alles verdichtet sich stark. Hier hätte ich mir stellenweise etwas mehr Raum gewünscht, um die Enthüllungen wirken zu lassen.
Mit „Fünf Fremde“ liefert Romy Fölck einen atmosphärischen, psychologisch geprägten Thriller, der vor allem durch sein starkes Setting und die gelungene Struktur überzeugt. Die Insel Neuwerk mit ihrer rauen Nordsee-Kulisse trägt die Geschichte und verleiht ihr eine besondere Intensität. Kein absolut herausragendes Highlight, aber ein durchweg spannender, gut geplanter und unterhaltsamer Thriller, der zeigt, wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart formen kann.
Dieses Buch ist für mich das erste der Autorin und es hat mich überzeugt.
Den Schreibstil fand ich sehr gut und ich kam beim Lesen schnell voran. Dies lag auch an der interessanten Geschichte, denn diese beginnt schon sehr spannend. Die Autorin springt hier zwischen den Ereignissen von 1995 und 2025 sowie zwischen den Protagonisten hin und her. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und mich interessierte sehr, was 1995 geschehen ist. Der Wechsel der Zeiten und der Leute war auf der einen Seite toll, da man sich somit ein umfassendes Bild aus verschiedenen Perspektiven machen konnte, nahm aber leider der Handlung auch teilweise die Spannung. Das war an manchen Stellen etwas schade, deshalb auch der eine Stern Abzug. Im Großen und Ganzen aber ein sehr guter Krimi, den ich gerne weiter empfehlen möchte.
Ein gelungener Kriminalroman....spannend und solide geschrieben....!
Eventuell leidet das Buch etwas an "Verschachtelung" durch zu viele Protagonisten in unterschiedlichen Zeitstufen...😆....was mir als Schnellleserin allerdings nichts ausmachte...!
Im Herbst 2025 erreichen 5 Passagiere die Insel Neuwerk, kurz bevor ein heftiger Herbststurm diese erreichen wird. Mitten im Unwetter wird es für die 5 Menschen aber nicht nur wegen des Unwetters brandgefährlich und es stellt sich heraus, wie diese Menschen miteinander verbunden sind durch den Sommer 1995...
Der Thriller entwickelt sich sehr atmosphärisch und die Figuren und einzelnen Stränge werden immer greifbarer. Vor allem der Mittelteil ist wirklich sehr spannend geschrieben. Welche Geheimnisse jede/r Einzelne hat und wie die Vorfälle im Sommer 1995 noch auf das JETZT einwirken, wird alles aufgelöst, was ich immer sehr schätze. Das Ende war mir dann ein bisschen zu vorhersehbar und die Spannung blieb leider ein bisschen hinter dem zurück, was ich im Mittelteil so mochte. Aber alles in allem auf jeden Fall ein gut geschriebener Cold Case Thriller mit 2 Zeitebenen und plastischen Figuren und einem wirklich beeindruckenden Setting! Klare Leseempfehlung!
Romy Fölcks Thriller, Fünf Fremde, hat zwei Zeitebenen. Einmal 1995 und dann 2025. Der Schauplatz ist die Insel Neuwerk. Es beginnt mir der Überfahrt mit der Fähre im Jahr 2025 bei Sturm. Da bekommt man die Witterung gleich hautnah mit. Im Prolog erfährt man, das 1995 aus dem Schullandheim zwei Jugendliche verschwinden. Das Mädchen erscheint plötzlich wieder, spricht aber nicht. Der Junge bleibt verschwunden. 2025 geschehen eigenartige Dinge. Die Polizistin Annika kommt aus Hamburg zurück auf die Insel. Sie ist in den Fall involviert. Es beginnt eine fesselnde Geschichte, in der ich gefangen war. Es ist ein lesenswerter Roman.
Besonders gefallen hat mir die stürmische Insel-Atmosphäre, die gesamte Thematik um Neuwerk und das Wattenmeer. Der Thriller hat zwei verschiedene Zeitebenen, auch das fand ich gelungen umgesetzt, die Sprache flüssig, die Charaktere interessant und authentisch. Die Auflösung fand ich leider enttäuschend, und davon hängt ja bei Thrillern eine ganze Menge ab, daher nur 3/5 Sternen. Trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen, das Buch macht Lust, sich Urlaub am Wattenmeer zu buchen, einfach um dort eine ganze Weile nichts zu tun als spazieren zu gehen und zu lesen.
Düster wie der Schmuckeinband mit eingefärbter Schnittkante, stellt sich das Wetter und die Atmosphäre dar, in dem die Geschichte beginnt. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt die Autorin von damals, als 1995 eine Schulklasse auf der Insel Neuwerk das Schullandheim besucht, und von 2025, als die Geschehnisse von damals die Beteiligten wieder einholen. Mit dem Spannungsbogen entwickelt sich aus düsterem Wetter ein Orkan. Kommen alle wieder heile daraus hervor? Ihr werdet es lesen müssen! 😉
Wenn dem Sturm die Puste aus geht… . FÜNF FREMDE von Romy Fölck ist unbesehen auf meiner Leseliste gelandet. Ich mag die Elbmarsch-Krimireihe der Autorin. Klar, dass ich ihr da auch folge, wenn sie einen Stand Alone-Thriller veröffentlicht. Der Verlag lockt Leser*innen zusätzlich mit einer echten Hingucker-Aufmachung, an der man optisch wirklich nur schwer vorbeikommt. . Der Schreibstil von Romy Fölck ist immer angenehm zu lesen. Auch FÜNF FREMDE kann damit wieder punkten. Inselatmosphäre, seltsame Ereignisse und eine Gruppe Personen, die irgendwie miteinander verbunden ist – das sind beste Voraussetzungen für einen spannenden Thriller. Der Einstieg hat mich auch direkt gefangen genommen und richtig neugierig auf das weitere Geschehen gemacht. Das Kennenlernen der verschiedenen Protagonisten war für mich aber zugleich auch der erste Stolperstein. Ich mag ja Perspektivwechsel. In diesem Fall habe ich sie aber irgendwie als etwas anstrengend empfunden. Aber ich bin am Ball geblieben und habe mich von dem bedrohlich aufziehenden Sturm durch die Handlung pusten lassen. Dem Sturm ist aber irgendwie mehr und mehr die Luft ausgegangen. Damit ist auch die Spannung auf der Strecke geblieben. Die Wendungen, die die Geschichte im Verlauf nimmt, konnten mich nicht überzeugen. Die Auflösung fand ich persönlich sogar recht einfallslos und damit eher enttäuschend. Damit bleib am Ende ein schaler Nachgeschmack. . Fazit: FÜNF FREMDE hätte, nun ja, besser sein können. Der Thriller ist nicht schlecht. Er ist aber auch nicht Romy Fölcks stärkstes Buch. Tolle Optik und guter Schreibstil allein können nicht über ein paar Schwächen in Sachen Storytelling und Spannungskurve hinwegtäuschen. Keine Frage, man kann das Buch Zwischendurch gut lesen. Es ist okay, hinterlässt bei mir aber, mal abgesehen von der Optik, keinen wirklich bleibenden Eindruck. Ganz ehrlich: Ich fand jeden Krimi aus der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck stärker.
Vorab: ich liebe die Frida Paulsen-Krimis von Romy Fölck, daher dachte ich, ich könnte mit ihrem neuesten Buch „Fünf Fremde“ nichts falsch machen. Und damit lag ich vollkommen richtig. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, den roten Faden im Krimi zu finden, war ich vollauf begeistert und konnte nicht erwarten, die Lösung des Falls zu erfahren. Aber von vorn. Fünf Menschen treffen auf der Nordseeinsel Neuwerk aufeinander. Annika ist die Einzige, die auf der Insel verwurzelt ist, ihre Mutter Hedda lebt noch auf Neuwerk, ihr Onkel Ole ist der Inselobmann. Die Kriminalpolizistin selbst lebt aber in Hamburg. Mats Nilsson ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Die Schriftstellerin Sinje Bianchi lebt eigentlich in Rom. Michelle Welm will eigentlich die Stelle als neue Vogelwartin auf Scharhörn antreten und sich auf Neuwerk mit ihrer Vorgängerin treffen. Charlotte Hähnel war früher Lehrerin und ist jetzt Nonne, sie ist mit Annikas Mutter Hedda befreundet und möchte ihr einen Besuch abstatten. Diese vollkommen verschiedenen Menschen haben eines gemeinsam: sie waren vor 30 Jahren schon einmal auf Neuwerk gewesen. Damals war die 13jährige Isa zusammen mit dem gleichaltrigen Janosch nachts aus dem Schullandheim verschwunden. Kurze Zeit später wurde sie schwer traumatisiert gefunden, Janosch blieb verschwunden. Kaum sind die fünf jetzt auf Neuwerk angekommen, überschlagen sich die Ereignisse. Annikas demente Mutter gräbt auf dem Friedhof der Namenlosen, auf dem seit dem 14. Jahrhundert ertrunkene Seeleute begraben wurden, ein Skelett aus. Es trägt einen sehr besonderen Ring am Finger. Annika kennt diesen Ring. Doch kann es tatsächlich der seit 30 Jahren vermisste Janosch sein? Die Geschichte auf einer Insel spielen zu lassen, die nur einmal am Tag per Fähre, per Wattwagen und für ein paar Stunden am Tag zu Fuß zu erreichen ist, ist wirklich clever. Klaustrophobischer und mehr „locked in“ geht gar nicht, zumal zu Anfang des Buchs ein Sturm aufzieht, der sich, parallel zur Spannung in der Geschichte zum Orkan entwickelt. A propos Spannung. Anfangs habe ich eine Weile gebraucht, um herauszubekommen, wohin die Geschichte führen würde. Die Geschichte wird aus der Sicht jeder der fünf Hauptpersonen erzählt, dazu springt die Autorin nicht nur von Person zu Person, sondern auch von 2025 nach 1995 und zurück, was mich anfangs zugegebenermaßen irritiert hat. Als ich mich aber auf die Geschichte eingelassen habe, hat sie mich gepackt und der Spannungsbogen wuchs kontinuierlich an. Dennoch blieb es für mich eher ein solider Krimi, denn ein Thriller. Punkten kann das Buch bei mir definitiv mit Lokalkolorit und Atmosphäre. Die Landschaft der Insel Neuwerk mit ihren rund 3km² Fläche, den 20 festen Einwohnern ist anschaulich beschrieben und macht Lust, einmal hinzureisen. Der Orkan ist ebenfalls sehr bildhaft beschrieben, man kann den Sturm und die klaustrophobische Stimmung nachvollziehen. Die Charaktere sind eventuell ein bisschen zu stereotyp und die Geschichte an sich viel zu konstruiert, aber sie ist gut konstruiert und das ist es, was ich von einem Buch erwarte, das mich hauptsächlich unterhalten soll. Wirklich mitfühlen konnte ich mit keinem der Charaktere, obwohl die Autorin jeder auch eine Portion Privatleben auf den Leib geschrieben hat (zum Beispiel ist Annikas Ehe zerrüttet, ihre Mutter ist dement und sie hat gesundheitliche Probleme; Sinje ist verwitwet und schreibt an einem Cold-Case-Krimi; Michelle möchte so weit wie möglich von ihrer Familie und ihrem ex-Freund wegkommen) Sympathisch war mir aber am ehesten noch die ehemalige Lehrerin und spätere Nonne Charlotte. Sie ist auch eine der wenigen Beteiligten, die aus ihrem Handeln Konsequenzen zieht, in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Die Auflösung des Falls ist stimmig und passt zur absolut hanebüchen konstruierten Geschichte. Der Titel des Buchs erinnert an „Nine perfect strangers“ von Liane Moriarty und natürlich an Enid Blytons „Fünf Freunde“. Letztere sind ähnlich abstrus konzipiert, mit viel zu vielen Zufälle und komplizierten Verquickungen - aber ich mag sie trotzdem. Es ist ganz sicher nicht Romy Fölcks bestes Buch, aber da sie einen sehr angenehmen Schreibstil hat und ich mich durch „Fünf Fremde“ gut unterhalten gefühlt habe, vergebe ich vier Sterne.
"Noch vor zwei Wochen ist das Schullandheim voller Menschen gewesen. Zwei Schulklasse [...] haben hier auf Neuwerk wundervolle Tage verbracht. Bis zu jener Nacht. Bis das Unaussprechliche geschah."
Das war im Jahr 1995. Damals verschwanden am letzten Tag der Klassenfahrt zwei Jugendliche auf der Wattinsel Neuwerk. Nur Isa, das Mädchen, tauchte nach ein paar Tagen wieder auf. Das Schicksal des Jungen blieb ungewiss. Nun, dreißig Jahre später, machen sich fünf Personen kurz vor Saisonschluss mit der Fähre auf den Weg in Hamburgs Exklave. Da ist Annika, Polizistin, die auf Neuwerk aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist schwer demenzkrank, die Ehe geht nach dem Auszug des Sohnes in die Brüche und ihre zunehmende Nachtblindheit macht den Beruf bei der Mordkommisson für Annika nahezu unmöglich. Mats hingegen hat Mails eines toten Freundes bekommen. Darin wird er erpresst. Seine Lebenslüge droht aufzufliegen, wenn er nicht schnell auf die Insel reist. Schwester Charlotte ist die beste Freundin von Annikas Mutter Hedda gewesen. Sie reist auf Einladung der Kranken auf die Insel. Michelle wird im Frühjahr auf der unbewohnten Nachbarinsel eine Stelle als Vogelwärterin antreten. Mit ihrer Vorgängerin möchte sie sich schon jetzt im Herbst austauschen, um dem Job gewachsen zu sein. Und Sinje war als Kind 1995 mit ihren Eltern im Urlaub auf der Insel. Die Ereignisse lassen die Journalistin bis heute nicht los. Ein True-Crime-Bestseller über das Verschwinden der Kinder plant sie zu schreiben. Als sie davon liest, dass anlässlich des Jahrestages sich die Hinterbliebenen auf der Insel versammeln, beschließt auch sie, von Italien nach Norddeutschland zu reisen.
Romy Föck macht es ihren Lesern zu Beginn nicht ganz leicht, der Geschichte zu folgen. Denn nicht nur die Zeitachsen wechseln, auch die Kapitel werden abwechselnd aus der Perspektive einer der titelgebenden fünf Fremden erzählt. Da hat man es am Anfang mit vielen Namen, Biografien, Motiven und Hintergründen zu tun. Mit der Zeit - auch dank geschickt eingestreuter Wiederholungen - lichtet sich der Nebel nach und nach. Beide Erzählgestaltungen sind für einen Thriller eher ungewöhnlich. Das mach "Fünf Fremde" eher zu einem klassisch literarischen Werk als zu einem der bluttriefenden Geschichten, die man sonst unter dem Genre findet. Gestützt wird dieser Eindruck durch die eher langsame Erzählweise. Manche Szenen werden teilweise doppelt aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. So entsteht für den Leser nach und nach das Gesamtbild. Allerdings verliert sich die Autorin (und wahrscheinlich auch das Lektorat) hin und wieder in ihren Details. So wird die Zusammenkunft, von der Sinje liest, gar nicht mehr aufgegriffen. Das ist schade, da solche kleinen Schnitzer der ansonsten gut durchkomponierten Geschichte ein wenig Glaubhaftigkeit nehmen.
Streiten kann man darüber, ob fünf Fremde tatsächlich ein Thriller ist. Denn den Täter kennen wir zu Beginn nicht. Wie in einem klassischen Krimi wird nach und nach ermittelt, bis der Fall schließlich gelöst ist. Möchte man das Genre über besonderes spannende Momente klassifizieren, schneidet "Fünf Fremde" ebenfalls nur bedingt gut ab. Zwar spitzen sich die Ereignisse in einer Orkannacht dramatisch zu, aber die psychologische Gruselebene erreicht die Autorin nicht.
Die fünf Figuren habe ich - abgesehen von Sinje - gerne begleitet. Besonders Annika und ihre Liebe zur Insel sind mir ans Herz gewachsen. Mit der Figur kann man Neuwerk gut erkunden. Es ist sogar möglich, große Teile der Handlung auf der Karte zu verrotten. Romy Föck muss man hoch anrechnen, dass alle fünf Protagonisten eine eigene Geschichte haben und sich charakterlich deutlich unterscheiden. Auf die Aufklärung des Falls trifft das aber nicht zu. So wirken manche Ideen ziemlich konstruiert. Einige Puzzleteile muss der Leser einfach so hinnehmen, etwa woher jemand ohne spezielle IT-Kenntnisse dazu in der Lage ist, Trojaner zu programmieren. So sackt das Ende gegenüber dem Rest der Geschichte leider deutlich ab.
fesselnder, atmosphärischer Thriller mit einer enttäuschenden Auflösung
3,5 Sterne
Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden sind, und bleibt auch noch auf der Insel, nachdem die Suche nach den beiden bereits aufgegeben wurde - und eines Tages taucht Isa plötzlich wieder auf. 30 Jahre später anlässlich des Gedenkens an Janoschs Verschwinden begeben sich einige Personen auf die Insel Neuwerk zurück...
Leider finde ich den Titel nicht ganz passend, denn von den fünf Personen, die auf Neuwerk reisen, kennen sich vier aus der Vergangenheit - sind also keine Fremden, auch wenn sie seither keinen Kontakt hatten. Es gibt zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Sommer 1995 und 10., 11. und 12. Oktober 2025; in der Gegenwart jeweils abwechselnd aus Sicht von Lehrerin Charlotte Hahnel, die die damaligen Vorkommnisse nicht losgelassen haben, sodass sie einem Orden beigetreten ist; Annika Lundt, die damals auf der Insel gelebt hat und sich den Jugendlichen angeschlossen hat, und nun eine beurlaubte Polizistin ist, die sich um ihre demente Mutter kümmern will; Mats Nilsson; ehemaliger Schüler auf der Schullandwoche; Sinje Bianchi, die damals mit ihren Eltern auf Urlaub auf Neuwerk war, sich den Jugendlichen aber nicht abschließen durfte; und Michelle Welm, die einen Job als Vogelwartin auf der Vogelinsel antreten will. Und in der Vergangenheit liest man aus Sicht von Isa. Erst nach und nach bauen sich die Vorgänge langsam auf; und was tatsächlich passiert ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Man fragt sich also die ganze Zeit, wie die Dinge zusammenhänge, welche Rollen die einzelnen Personen gespielt haben und wie die junge Michelle ins Bild passt.
Ich mag den Erzählstil von Romy Fölck, auch wenn es sprachlich teilweise leider etwas holprig war und es Wiederholungen gab; aber die Beschreibung des starken Sturms, der immer heftiger wird, war sehr bedrückend. Auch ist die Insel Neuwerk so detailliert dargestellt, dass man alle Schauplätze und Wege genau vor Augen hatte und mit allen Personen mitgefiebert und mitgelitten hat. Auch die Trecker-Fahrt zur Vogelinsel ist so lebendig beschrieben. Auf Neuwerk scheint die Zeit stillzustehen; es gibt keine Hektik - es geht um die Elemente und die gewaltige Natur. Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen. Alle handelnden Figuren waren unterschiedlich, authentisch, mit Kanten und Ecken, und dadurch so lebendig. Man konnte sofort eine Bindung aufbauen - oder fand sie unsympathisch. Dass man immer abwechselnd aus der unterschiedlichen Sicht der fünf Personen, und auch noch teilweise aus der Vergangenheit liest, macht es interessant und hält den Spannungsbogen konstant aufrecht. Man lernt erst die Personen kennen und erfährt nur nach und nach kleinste Puzzleteilchen, die sich erst langsam zu einem ganzen Bild zusammenfügen. Es war faszinierend, wie fest das Damals das Heute noch im Griff hat. Und es hat sich wieder bewahrheitet: wenn man Dinge verschweigt und nicht miteinander spricht, kann nichts Gutes dabei herauskommen. Es wurde am Ende dann alles aufgelöst, was im Jahr 1995 vorgefallen ist; leider hat mich die Auflösung dann enttäuscht; es war für mich so unrealistisch und absolut nicht nachvollziehbar. Leider kann ich auf kein Detail eingehen, da ich sonst alles spoilern würde. Jedenfalls hat diese für mich konstruiert gefühlte Erklärung das schöne Leseerlebnis von zuvor zerbröckeln lassen.
Fazit: Sehr spannendes Leseerlebnis auf zwei Zeitebenen und aus Sicht von fünf (bzw. sechs) verschiedenen Personen in einem wunderschönen, jedoch stürmischen Setting, das einen mitfiebern lässt. Leider hat mich die Auflösung enttäuscht zurückgelassen.
Klappentext: Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird.
„Fünf Fremde“ von Romy Fölck ist ein spannender Thriller über ein dunkles Geheimnis.
Die Autorin entführt ihre Leser*innen auf die Nordseeinsel Neuwerk. Ich muss zugeben, von der Insel noch nie gehört zu haben. Sie hat allerdings auch nur 20-30 Einwohner.
Für fünf Passagiere auf der Fähre nach Neuwerk, die sich offensichtlich fremd sind, werden dunkle Erinnerungen wieder hochkommen.
Im Mittelpunkt stehen die 5 Personen: Annika Lundt ist Kriminalkommissarin. Sie ist auf der Insel geboren und kommt für einige Zeit zurück um sich um ihre demenzkranke Mutter zu kümmern.
Charlotte Hahnel ist Nonne. Sie kommt auf die Insel, um eine alte Freundin zu besuchen.
Sinje Bianchi ist Journalistin und kommt extra aus Rom auf die Insel. Sie will mehr über den 30 Jahre zurückliegenden Fall recherchieren, bei dem ein Junge verschwunden ist und bis heute nicht mehr aufgetaucht ist.
Mats Nielsson ist Meeresbiologe und Sturmjäger. Er kommt auf die Insel. Weil ein lebensbedrohlicher Sturm angekündigt wurde. Aber nicht nur das Wetter wird bedrohlich.
Michelle Welm wird in der nächsten Saison als Vogelwartin auf der Nachbarinsel Scharhörn arbeiten. Sie möchte die jetzige Vogelwartin treffen, um einiges über die Arbeit zu erfahren. Doch die taucht nicht auf.
Von den fünf Fremden, haben vier eine gemeinsame Vergangenheit, die langsam ans Licht kommt.
Romy Fölck baut schon gleich am Anfang Spannung auf, als ein Passagier auf der Fähre über Bord geht.
Die Leser*innen lernen die Charaktere nach und nach kennen. Sie bekommen ihre Beweggründe vermittelt, warum sie wirklich auf der Insel sind.
Romy Fölck erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven, das macht die Geschichte sehr interessant und spannend. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, die die Personen mit sich herumtragen. Und die dunklen Erinnerungen.
Die Charaktere sind von der Autorin gut gezeichnet. Ich konnte mich schnell in jeden einzelnen einfühlen.
Das Leben auf der einsamen Insel Neuwerk wird gut beschrieben. Im Sommer kommen viele Touristen, aber nach der Saison muss das Leben dort sehr einsam sein.
Romy Fölck, von der ich schon viele Bücher gelesen habe, hat einen flüssigem und gut verständlichen Schreibstil. Den Handlungsort beschreibt die Autorin anschaulich. Eine Skizze im Buch zeigt auch genau auf, wo sich die Charaktere immer befinden.
„Fünf Fremde“ ist ein spannender Thriller, den ich mit großer Freude gelesen habe.
Worum geht’s? Vor 30 Jahren verschwanden zwei Teenager auf Neuwerk. Das Mädchen wurde verstört wiedergefunden, vom Jungen fehlt bis heute jede Spur. Drei Jahrzehnte später kehren ausgerechnet jene Kinder, die damals auf der winzigen Insel mit ihren kaum mehr als 20 Einwohnern waren, dorthin zurück. Ein harmloses Wiedersehen? Oder hat jemand lange gewartet, um ein altes Kapitel endgültig zu schließen?
Meine Meinung: Mit „Fünf Fremde“ von Romy Fölck habe ich meinen ersten Thriller der Autorin gelesen – und ich verstehe jetzt sehr genau, warum ihr Name in der Thrillerwelt so oft fällt. Ihr Stil ist rau wie der Nordseewind, dicht wie aufziehender Nebel und trägt eine unterschwellige Bedrohung in jeder Zeile.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt – vielleicht sogar aus ein paar zu vielen. Immer wieder springen wir zwischen Gegenwart und Vergangenheit, erleben die Ereignisse durch Annika, die Polizistin, Mats, den Wetterforscher, Michelle aus der Tierauffangstation und Charlotte, einst Lehrerin, heute Nonne. Dazu kommen die Stimmen von Isa, dem verstörten Mädchen von damals, und Janosch, dem Jungen, der nie zurückkehrte. Manchmal wiederholen sich Szenen aus neuen Blickwinkeln – das nimmt minimal Tempo heraus, verstärkt aber gleichzeitig das Gefühl, dass jeder ein Puzzleteil in der Tasche versteckt.
Und dann ist da dieser Sturm. Er peitscht über Neuwerk, schneidet die Insel von der Außenwelt ab und schafft eine Atmosphäre, die bedrückend, fast klaustrophobisch ist. Dadurch wirkt alles dunkler, gehetzter und gefährlicher. Immer mehr Geheimnisse tauchen auf. Menschen, die scheinbar unbeteiligt waren, sind tiefer verstrickt, als man es für möglich hält. Besonders eindrücklich fand ich die Figur Hedda, Annikas Mutter. Die Darstellung ihrer Demenz ist erschütternd realistisch und fügt der ohnehin düsteren Geschichte eine weitere, sehr persönliche Tragik hinzu.
Kapitel für Kapitel zieht sich das Netz enger. Neue Verbindungen, neue Abgründe – bis am Ende eine Auflösung wartet, die einerseits unerwartet und etwas weit hergeholt wirkt, andererseits aber auch passend und sinnig ist. Da bin ich mir noch nicht ganz sicher, was meint ihr? Und als wäre das noch nicht genug, setzt die Geschichte ganz zum Schluss noch einen letzten, kalten Nadelstich.
Fazit: Mit „Fünf Fremde“ von Romy Fölck liefert die Autorin einen atmosphärisch dichten Thriller, der wie ein Nordseesturm über uns Lesende hinwegfegt. Trotz kleiner Abzüge bei der Vielzahl der Perspektiven und teilweisen Wiederholungen überzeugt der Roman mit intensiver Spannung, starken Figuren und einer beklemmenden Inselkulisse. Die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart ist klug konstruiert und emotional aufgeladen. Besonders die realistische Darstellung von Heddas Demenz verleiht der Geschichte zusätzliche Tiefe. Ein packender Thriller, der definitiv Lust auf mehr von der Autorin macht.
Ein sehr atmosphärischer Thriller, der bei mir noch nachwirkt
In „Fünf Fremde“ geht es um Geheimnisse, um Schicksalsschläge, um Emotionen, die nicht immer rational sind – und um eine Insel, die alle(s) vereint. Im Zentrum stehen verschiedene Personen, die vor dreißig Jahren miterleben mussten, wie zwei Jugendliche während einer Klassenfahrt spurlos verschwanden. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Aus ganz unterschiedlichen Gründen befinden sich diese Menschen nun, drei Jahrzehnte später, wieder auf der Insel. Und obwohl es ihnen bis heute schwerfällt, über die damaligen Ereignisse zu sprechen, suchen sie alle nach Antworten – und hoffen, sie endlich zu finden.
Zunächst besticht das Buch optisch mit seinem grandiosen, starken und sehr eindrucksvollem Cover und Farbschnitt! Das Cover verspricht einen unheilvollen Sturm. Mittendrin der rote Riss, der mich direkt vermuten ließ, dass der Sturm dazu benutzt wird, etwas Verborgenes an die Oberfläche zu bringen.
Erzählt wird die Geschichte aus den Perspektiven der einzelnen Charaktere, durchzogen von Rückblenden. So erfahren wir nach und nach immer über die Geschehnisse von damals – und auch darüber, weshalb sich ausgerechnet „heute“ wieder alle auf Neuwerk befinden. Doch genau diese Vielzahl an Informationen machte es mir nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Kaum hatte ich eine Theorie entwickelt, wurde sie durch neue Details wieder über Bord geworfen. Erst ganz am Ende fügte sich alles zu einem Gesamtbild zusammen – und diese Lösung habe ich nicht kommen sehen!
Romy Fölck schreibt sehr flüssig und vor allem unglaublich atmosphärisch. Nicht nur die Naturlandschaft der Insel Neuwerk und den heraufziehenden Orkan beschreibt sie eindrucksvoll, auch die angespannte Stimmung zwischen den Charakteren und die beklemmenden Situationen setzt sie gekonnt in Szene. In meinem Kopf lief ein kompletter Film ab – so klar und deutlich sah ich alles vor mir.
An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir etwas mehr emotionale Tiefe bei den Figuren gewünscht. Der dichten Stimmung und vor allem der Spannung hat das jedoch keinen Abbruch getan. Ich war über das gesamte Buch hinweg gefesselt. Ein Cliffhanger jagte den nächsten, ein düsteres Gefühl das andere.
Die Auflösung am Ende kam für mein Empfinden allerdings etwas zu plötzlich, und gerade dort fehlten mir erneut die intensiveren Gefühle der Charaktere. Auch der eine oder andere kleine Logikfehler hat sich eingeschlichen und zwei, drei Fragen, die ich mir zwischendurch gestellt hatte, blieben unbeantwortet.
Nichtsdestotrotz kann ich den Thriller wirklich empfehlen, ich hatte spannende und fesselnde Lesestunden, in denen mir mehr als einmal die Luft wegblieb!
Der Prolog blickt ins Jahr 1995. In einem Schullandheim auf Neuwerk haben sie wundervolle Tage verlebt bis zu jener Nacht, als zwei Kinder verschwunden sind. Charlotte, die damals als Lehrerin dabei war, macht sich noch heute Vorwürfe. Sie ist noch länger geblieben, hat jeden Winkel nach Janosch und Isa abgesucht, allerdings vergebens.
„Fünf Fremde“ erzählt von damals, von diesen verhängnisvollen Augusttagen im Jahre 1995 und von heute, als fünf Passagiere an einem Oktobertag 2025 auf der Fähre über die stürmische Nordsee zur Insel Neuwerk unterwegs sind.
Von der etwa drei Quadratkilometer großen Insel Neuwerk, die 15 km nordwestlich von Cuxhaven und 120 km südöstlich von Hamburg liegt, habe ich zuvor noch nie gehört. Romy Fölck beschreibt die Eigenheiten dieser Insel, das umliegende Watt, die erhöhte Turmwurt und auch den Neuwerker Turm (um nur einiges zu nennen) mitsamt den sehr überschaubaren Einwohnern eindrucksvoll. Zunächst nimmt sie mich mit auf die Fähre und stellt die für unsere Geschichte relevanten Personen vor. Ist es Zufall, dass auch Annika Lundt, die Hamburger Kriminalbeamtin, hier ist? Sie kümmert sich um ihre hier lebende Mutter Hedda, die sie immer wieder an einer ganz bestimmten Stelle einsammelt - irgendetwas zieht die zunehmend demente Frau hierhin.
Was passiert hier? Der Sturm wird zunehmend stärker, keiner sollte sich draußen aufhalten und doch scheint da etwas zu lauern – oder sind es „nur“ Geräusche, die der Sturm verursacht? Allerdings sprechen einige unerklärliche Vorkommnisse dagegen. Seltsame Dinge geschehen, es wird direkt unheimlich. Diese beklemmende, ja bedrohliche Atmosphäre ist eindringlich beschrieben, man spürt dieses Düstere hautnah.
Die beiden Zeitebenen werden wechselseitig erzählt. Neben den beiden Vermissten Janosch und Isa sind es Finn, Mats und Bea, die ich nicht alle mit den heutigen Passagieren in Einklang bringe. Bleibt noch Annika, die hier aufgewachsen ist und schon lange in Hamburg lebt und arbeitet. Und da ist noch die Wildtierauffangstation, die neu besetzt werden sollte. Die Übergabe gestaltet sich jedoch ganz anders, als es sein sollte.
Lange tappe ich im Dunkeln, kann mir so einiges nicht erklären. Bis dann doch das ganze Ausmaß dessen, was damals geschah, nach oben drängt. Unerbittlich. Und ja, alles wird bis zum bitteren Ende aufgeklärt. Hier, in der Aufklärung, liegt für mich schon ein Wermutstropfen, denn diesen Schluss, der dreißig Jahre zurückgeht, finde ich nicht schlüssig. Zu abstrakt, zu gewollt, zu konstruiert. Nichtsdestotrotz bleibe ich bei meiner sehr guten Bewertung, der Thriller hat es allemal verdient.
Für diejenigen, die 1995 jung waren und für alle anderen, die detaillierte und atmosphärisch dichte Geschichten lieben!
Ich musste dieses Buch haben und es gehört auch nicht auf den SuB, sondern musste sofort gelesen werden.
✨Zitat
„Erschrocken lehnte er sich nach vorn. Da unten war nichts außer dem braunen, aufgewühlten Wasser. Vielleicht war das lediglich ein Schattenwurf vom Schiff gewesen. Er wollte sich wieder aufrichten, als plötzlich ein Kopf auf der Wasseroberfläche auftauchte, eingerahmt von einer seltsam bunten Welle. Ein greller Schrei, dann war der Kopf wieder weg.“
✨Inhalt
5 scheinbar voneinander unabhängige Personen befinden sich auf der Fähre nach Neuwerk. Auf dieser Insel sind vor 20 Jahren Jugendliche spurlos verschwunden, es konnte nie aufgeklärt werden, was passiert ist. Zumindest bis jetzt, denn Rechnungen sind offen und ein aufziehendes Sturmtief sorgt dafür, dass diese beglichen werden.
✨Meinung
Das war schockierenderweise erst mein 2. Buch der Autorin (ich bewahre ihre anderen Bücher für schlechte Zeiten / Leseflauten mental auf). „Das Licht in den Birken“ war ein Highlight für mich und als nun sogar ein Thriller aus der Feder der Autorin angekündigt war, wusste ich, da muss ich ran. Und was soll ich sagen:
Es hat mich diesmal zwar nicht komplett umgehauen, aber es war schon sehr sehr gut. Zumindest für mich, ich sehe durchaus, warum es womöglich nicht allen gefallen wird.
Wir haben sehr viele Personen (in der Gegenwart und in der Vergangenheit) und lesen daher nicht nur auf 2 Zeitebenen, sondern auch aus vielen verschiedenen Perspektiven. Das kann stressig sein, aber Frau Fölck setzt es toll um und man kommt sehr gut mit.
Schreibstil und Atmosphäre sind einfach eine 10/10. Das Setting auf Neuwerk ist sehr spezieller Natur. Man fühlt die Abgeschiedenheit, die extreme Abhängigkeit von den Gezeiten und den wirklich anderen way of life. Das Leben auf einer Insel eben!
Ich hätte das Buch gern noch besser bewertet, aber für mich persönlich hat es sich nach 3/4 der Seiten etwas gezogen. Insgesamt war es ein überraschend langes Lesevergnügen, also es waren nicht mal 400 Seiten und trotzdem hatte ich immer mal das Gefühl, nicht voranzukommen. Und die Auflösung war zwar gut und hatte einige beklemmende und schockierende Elemente, aber einiges war mir persönlich auch too much und mir fehlte das Verständnis dafür.
✨Fazit
Also, wer gern Thriller liest, wird um dieses Buch nicht drum herum kommen. Schon sehr empfehlenswert.
Durch den Perspektivenwechsel, der auch einen Blick ins Jahr 1995 und auf die damaligen Geschehnisse wirft, lernen wir die einzelnen Personen nicht nur mit der Zeit kennen, sondern erfahren auch, was sie mit dem damaligen Ereignis verbindet. Ich fand es zwar durchaus interessant, mehr über jeden zu erfahren, dennoch zog sich die Handlung für meinen Geschmack dadurch immer wieder zu sehr. Denn immer wenn ich dachte, es geht los, es wird spannend, flaute diese schon wieder ab. Erst im letzten Drittel der Handlung, wenn auch der Orkan die Insel trifft, zieht die Spannung an und die Ereignisse überschlagen sich regelrecht. Das war auch der Grund, weswegen mich die Handlung erst ab da so richtig packen konnte und ich nicht schnell genug lesen konnte, um zu erfahren, wie es weitergeht. Mit ein paar Dingen konnte mich die Autorin überraschen, vieles habe ich aber bereits vorher erahnen können, was aber nicht ganz so schlimm war. Ich war dennoch immer neugierig darauf, ob meine Vermutungen zutrafen.
Der Autorin sind mit allen fünf Passagieren wirklich vielschichtige Figuren gelungen, die ihre Ecken und Kanten haben, durch die sie authentisch wirken und sich voneinander unterscheiden. Ich hatte jedenfalls kein Problem, zwischen den verschiedenen Perspektiven zu wechseln, und konnte sie mir zudem alle gut vorstellen. Außerdem schafft die Autorin es, durch den nahenden Orkan, auf den sich die Insel vorbereitet, eine angespannte und aufgeheizte Stimmung zu erzeugen, die immer weiter zunimmt, was mir gefallen hat.
Fazit: Da wir die fünf Passagiere erst mal kennenlernen und immer mal wieder einen Blick ins Jahr 1995 werfen, um zu erfahren, was damals geschah, baut sich die Spannung erst langsam auf. Für meinen Geschmack gab es am Anfang zu viele Längen, weswegen mich die Geschichte erst im letzten Drittel so richtig packen konnte. Denn ab da überschlugen sich die Ereignisse regelrecht und ich konnte nicht schnell genug lesen, um zu erfahren, was geschah. So konnte mich die Autorin mit einigen Zusammenhängen überraschen, vieles konnte ich mir aber schon vorher denken. Dies fand ich nicht so schlimm und war dennoch neugierig, ob meine Vermutung richtig war. Zudem hat sie es geschafft, fünf vielschichtige Figuren zu entwickeln, die alle ihre Ecken, Kanten und kleinen Geheimnisse haben.
Ein düsterer Inselthriller voller Geheimnisse und falscher Fährten
Dreißig Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden zweier Jugendlicher kehren mehrere Beteiligte auf die Insel Neuwerk zurück und schnell wird klar: Die Vergangenheit ist nie wirklich vergangen. Als ein Skelett gefunden wird und sich die Ereignisse überschlagen, geraten alte Geheimnisse, verdrängte Schuld und sorgfältig konstruierte Lügen erneut ins Wanken.
Romy Fölck gelingt es von Beginn an, eine düstere, unheilvolle Atmosphäre aufzubauen, die sich wie ein feiner Nebel über die gesamte Geschichte legt. Die wechselnden Perspektiven und die beiden Zeitebenen, Sommer 1995 und Gegenwart, greifen geschickt ineinander und sorgen für eine konstant hohe Spannung. Immer wieder werden neue Hinweise gestreut, nur um im nächsten Moment durch überraschende Wendungen infrage gestellt zu werden. Besonders die psychologischen Spielchen und das Gefühl, dass jemand im Hintergrund die Fäden zieht, machen den Reiz dieses Thrillers aus.
Die Figuren sind vielschichtig angelegt und erhalten ausreichend Raum, sich zu entfalten. Während einige schnell Sympathien wecken, bleiben andere bewusst distanziert und schwer greifbar, was perfekt zur Grundstimmung passt. Die Auflösung hält einige starke Überraschungen bereit und klärt die zentralen Fragen rund um das damalige Verschwinden schlüssig auf.
Im letzten Abschnitt gab es für mich kleinere logische Unklarheiten und Details, bei denen ich mir noch etwas mehr Ausarbeitung gewünscht hätte. Diese mindern jedoch nicht den Gesamteindruck eines atmosphärisch dichten und raffiniert konstruierten Thrillers, der bis zum Ende fesselt.
Fazit: Fünf Fremde ist ein spannender, psychologisch ausgefeilter Insel-Thriller über Schuld, Manipulation und die zerstörerische Kraft von Geheimnissen. Ein Roman, der mit falschen Fährten spielt, immer wieder überrascht und noch lange nach dem Zuklappen nachhallt. Für mich eine klare Leseempfehlung und definitiv nicht mein letztes Buch von Romy Fölck.
Neuwerk. Vor 30 Jahren verschwanden in einer Sommernacht zwei Kinder aus dem Schullandheim. Nach tagelanger Suche konnte das Mädchen gefunden werden - vom Jungen fehlt bis heute jede Spur. An einem stürmischen Oktoberwochenende kehren Vier von denen, die damals auf der Insel waren, zurück. Sie alle haben Erinnerungen an die verhängnisvolle Nacht. Als Neuwerk aufgrund eines Sturms von der Außenwelt abgeschnitten wird, kommen immer mehr Geheimnisse ans Licht. Was geschah damals wirklich?
Meine Meinung:
Da ich die bisherigen Bücher der Autorin Romy Fölck allesamt verschlungen habe, war ich gespannt auf diesen Stand-Alone-Thriller. Vorallem das Setting hat mich von Anfang an begeistern können. Die Beschreibungen der Insel Neuwerk sind sehr bildhaft und authentisch. Zudem gelingt es der Autorin eine bedrohliche und düstere Atmosphäre zu schaffen, was nicht nur am stürmischen Wetter liegt.
Die Handlung wird abwechselnd aus Sicht verschiedener Personen erzählt. Bis auf eine von ihnen eint sie, dass sie in jener Nacht vor 30 Jahren auf der Insel waren und mehr wissen, als sie zugeben wollen. Durch die stetigen Perspektivwechsel bleibt es spannend und abwechslungsreich. Darüber hinaus gibt es einige Rückblendungen die zusätzlich für Spannung sorgen.
Der Plot an sich hat mir gut gefallen. Mich haben vorallem die Ereignisse von vor 30 Jahren in ihren Bann gezogen - ich wollte unbedingt wissen, was damals wirklich geschehen ist. Dank einiger Wendungen bleibt es bis zum Schluss spannend und so einiges unvorhersehbar. Die Auflösung - insbesondere der heutigen Ereignisse - hat mich aber leider nicht 100%ig überzeugen können, da wäre meiner Meinung nach deutlich mehr (und realistischeres) möglich gewesen.
Fazit:
Spannender Plot mit atmosphärischem Setting. Nur die Auflösung konnte mich leider nicht so richtig überzeugen.
Mich hat an diesem Buch v.a. die Atmosphäre sofort abgeholt. Die Insel, das aufziehende Unwetter, dieses Gefühl, langsam von der Außenwelt abgeschnitten zu sein - das ist sehr eindrücklich und bildhaft beschrieben. Die Natur und das Wetter schaffen eine dichte Stimmung, die beim Lesen richtig greifbar wird. Gerade diese Kulisse trägt viel zur Spannung bei. Zu Beginn hatte ich allerdings etwas Mühe, die Figuren auseinanderzuhalten. Es treten mehrere Personen auf, deren Beziehungen zueinander sich erst nach und nach erschließen. Ich musste ein paar Mal zurückblättern, um mich wieder zu orientieren, wer gerade welche Rolle spielt. Mit der Entwicklung der Handlung wurde ich nicht ganz so warm wie mit dem Setting. Einige Wendungen wirkten auf mich recht konstruiert, und bestimmte Pläne erschienen mir in ihrem Aufwand größer als eigentlich nötig. Dadurch hat mich die Auflösung emotional weniger gepackt, als ich es mir bei einem Thriller erhofft hatte. Interessant fand ich dagegen ein Thema, das sich durch die Geschichte zieht: wie fehlgeleitete Wut manchmal ihren Weg nimmt. Statt bei den eigentlichen Verantwortlichen zu landen, richtet sie sich oft gegen Menschen, die eher am Rand stehen oder nur indirekt beteiligt waren. Diese Dynamik fand ich durchaus spannend, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass sie noch etwas konsequenter oder glaubwürdiger ausgearbeitet wird. Unterm Strich lebt das Buch für mich vor allem von seiner Atmosphäre. Wer stimmungsvolle Thriller mit starkem Setting und einer isolierten Inselkulisse mag, wird hier wahrscheinlich gut unterhalten. Ich selbst habe das Buch gern gelesen, hätte mir bei der Handlung aber stellenweise eine etwas rundere und plausiblere Entwicklung gewünscht.
1995 hat sich auf der Nordseeinsel Neuwerk ein Verbrechen abgespielt, das niemals aufgeklärt werden konnte. 30 Jahre später sind 5 ganz unterschiedliche Menschen auf dem Weg dorthin. Manche von ihnen waren auch damals auf der Insel, manche kommen nicht ganz freiwillig. Kann das alles ein Zufall sein, oder werden die Geschehnisse der Vergangenheit nun endlich aufgeklärt?
Das Buch hat mir gut gefallen. Die Atmosphäre war toll beschrieben und ich konnte mir die Insel, wie auch das Wetter mit dem aufziehenden Sturm bildlich vorstellen. (Da es Neuwerk ja tatsächlich gibt, war es auch sehr spannend, sich nach dem Lesen Bilder verschiedener Schauplätze anzusehen.) Die Handlung war interessant und hat meine Aufmerksamkeit gefesselt. Es gab zwar immer wieder Charaktere, die relativ dumme Entscheidungen getroffen haben, aber das gehört ja irgendwie auch dazu. Interessant fand ich außerdem, dass das Ende nicht ganz nach dem typischen Schema verlaufen ist, wie man es von Thrillern kennt. Die Struktur fand ich ansprechend. Es wurde aus verschiedenen Perspektiven berichtet, und so auch etwaige Informationslücken gefüllt. Trotz der vielen Charaktere habe ich mich hier schnell zurechtgefunden und bin nur selten durcheinander gekommen. Sprachlich wurde ich gelegentlich von etwas unpassenden englischen Ausdrücken herausgerissen; auch der Titel ist in meinen Augen nicht ganz passend.
Insgesamt ein spannender Thriller, der sich gut lesen lässt und eine eindrückliche Stimmung schafft.
Empfehlung geht raus an alle Thriller-Freund/innen, die nicht unbedingt viel Gewalt und Blutvergießen brauchen.
Danke an NetGalley und Lübbe für das Bereitstellen eines digitalen Leseexemplars.
Auf Neuwerk sind vor 30 Jahren zwei Jugendliche verschwunden. Dieses Unglück hat für alle Nachwirkungen. Freunde, Verwandte, Inselbewohner, Lehrer und Besucher. Jeder hat davon erfahren, keiner weiß was passiert ist. Nun im Jahr 2025 treffen verschiendene Personen auf die Insel ein, aus verschiedenen Gründen alle stehen irgendwie im Zusammenhang mit dem damaligen Ereignis. Ganz langsam führt uns die Autorin an die Ereignisse damals und heute heran. Wir erleben mehr von dem nahendne Sturm als von den Gedanken und Gefühlen der Protagonisten. Die kleine Insel mitten im Orkan, dieses klaustropobische Setting überträgt sich beim Lesen. Der laute unheimliche Wind, das Knarren der Bäume und Dächer, die Wucht der Böen, es ist als ob man es spürt. Über allem liegen die Unsicherheiten, warum sind diese Personen auf der Insel, die eine weil sie eine Auszeit vom Job braucht und sich um ihre Mutter kümmern will, die andere um eine alte Freundin zu besuchen, Das sind ganz allgemeine Themen aber unterschwellig ist da mehr. Darüber erfahren wir nach und nach. Auch was vor dreißig Jahren passiert ist. Ganz langsam erleben wir Teenager im Schullandheim, harmlose Streiche, erste Liebeleien usw. Die Steigerung der Erwartung wann kommt es zum Verbrechen oder einem anderem Ereignis ist kaum auszuhalten. Immer mehr Hinweise, Indizien, begonnene Gespräche. Allmählich reimt man sich als Leser etwas zusammen. Dann das fulminante Ende. Mit allem war zu rechnen, aber das was dann kam nicht. Soviel verqueres Denken kann man sich kaum ausdenken, aber nach dem Sacken lassen, erscheint es auf eine absonderliche Art logisch. Schrecklich, abartig, Rache eben.
Das Setting auf der Insel Neuwerk hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die raue, abgeschiedene Atmosphäre wird so anschaulich beschrieben, dass man Wind und Weite beinahe selbst spürt. Dass es diese Insel tatsächlich gibt, macht die Geschichte noch greifbarer und verleiht ihr eine besondere Authentizität. Die Kulisse ist nicht nur Hintergrund, sondern trägt maßgeblich zur dichten Stimmung des Romans bei.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auf zwei Zeitebenen erzählt, was mir sehr gut gefallen hat. So bleibt die Spannung über die gesamte Handlung hinweg erhalten, während sich nach und nach erschließt, was vor 30 Jahren geschehen ist. Die Wechsel sind klar und nachvollziehbar gestaltet, sodass sich Stück für Stück ein Gesamtbild zusammensetzt.
Besonders überzeugend fand ich, dass jede der fünf Figuren einen eigenen, nachvollziehbaren Grund hat, auf die Insel zurückzukehren. Diese Motive treten erst im Laufe der Handlung vollständig zutage und verleihen den Charakteren Tiefe. Man versteht ihre Beweggründe, ihre Konflikte und ihre Verstrickungen immer besser, je weiter die Geschichte voranschreitet.
Das Ende hat mich tatsächlich überrascht. Ich hatte während des Lesens einige Theorien, die ich jedoch mit jeder neuen Entwicklung wieder verworfen habe. Genau das macht für mich einen gelungenen Spannungsroman aus.
Der Schreibstil von Romy Fölck ist flüssig, atmosphärisch und sehr angenehm zu lesen. Die Handlung entfaltet sich stetig und fesselnd, sodass ich das Buch innerhalb eines Wochenendes beendet habe.
Vielen Dank an Netgalley und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar.
Ich bin großer Fan der Elbmarsch-Krimiserie der Autorin und habe mich deshalb sehr gefreut, dass es einen neuen Thriller gibt. Nicht Bestandteil der Serie, sondern etwas Neues, noch dazu mit Nordsee-Insel-Vibes, wie schön.
Es geht um Annika Lundt, eine Kriminalkommissarin. Sie kommt auf die Insel Neuwerk zurück, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Auf der Fähre befinden sich noch weitere Menschen, einige davon wird sie sehr bald näher kennenlernen.
Parallel geht es dreißig Jahre zurück, Annika ist damals noch ein Teenager. Aus einem Schullandheim verschwinden zwei Jugendliche.
Personen aus der damaligen Clique der verschwundenen Jugendliche oder Bezugspersonen sind nun heute auch auf der Insel. Und dass, obwohl doch alle in alle Winde verstreut waren. Ein Zufall? Sicherlich nicht.
Ich mochte anfangs einfach alles am Buch. Die Verstrickungen zur Vergangenheit, die Schilderungen der Insel, die sich aufbauende Spannung und die Düsternis, die über allem liegt. Gleichzeitig macht das Buch große Lust, die Insel auch real zu besuchen.
Allerdings hat mich die Auflösung am Ende dann enttäuscht. Ich fand die Entwicklung der Handlung nicht plausibel und in der Gesamtsicht auch die Charaktere nicht überzeugend. Sie hatten nicht die Tiefe, wie ich es aus der Elbmarsch-Serie kenne. So habe ich das Buch, das so gut startete, dann mit einigen Fragezeichen eher enttäuscht zugeklappt.
3,5 Sterne, weil mich zwei Drittel des Buches trotzdem gut unterhalten und gefesselt haben.
Romy Fölck hat ja schon so einige Krimis und Thriller geschrieben. Trotzdem ist "Fünf Fremde" mein Debüt von ihr. Habt ihr schon ein Buch von ihr gelesen? Habt ihr Empfehlungen?
Fangen wir mit der Story kurz an: 1995 verschwinden auf der Insel Neuwerk zwei Schüler. Eine taucht kurz darauf wieder auf. 2025 treffen sich "zufällig" einige damalige Freunde auf der Insel wieder.
Eine kleine Insel in der Nordsee mit gerade mal knapp 30 Einwohnern und vielen Geheimnissen, das verspricht viel, oder? Zum Großteil werden diese auch erfüllt, meiner Meinung nach.
Der Schreibstil der Autorin ist auf jeden Fall fesselnd, und man fliegt nur so durch das Buch. Auch die Kapitel haben eine sehr angenehme Länge. Man muss etwas aufpassen, weil man zwischen verschiedenen Protagonisten hin und her wechselt und auch mal das Datum in der Vergangenheit oder Gegenwart ist.😅
Die Protagonisten finde ich insgesamt auch sehr cool. Es nervt nur manchmal, dass sie ein Gewese um ihr Geheimnis machen, und wenn es rauskommt, denkt man sich: "Und was war jetzt schlimm daran?"😅
Die Spannung ist auf einem guten Niveau das ganze Buch lang, könnte meiner Meinung nach manchmal etwas mehr sein. Das Setting ist hammer. Man bekommt irgendwie Lust, auf so einer einsamen Insel zu wohnen.😅
Ein solider Thriller, der vielleicht noch etwas mehr Power hätte haben können oder mehr Drama am Ende. 😁 Trotzdem bekommt er eine klare Leseempfehlung von mir.😊 Und dazu ⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sterne. 🤩
Die Elbmarsch-Krimi Reihe von Romy Fölck liebe ich und umso gespannter war ich auf ihren Thriller. Der Klappentext hat mich auch sofort angesprochen.
Der Schreibstil ist wie immer von Romy Fölck hervorragend. Äusserst flüssig.
Auch die Zeichnung der Charaktere hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte jede Person kennenlernen. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen und auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das hat mir auch sehr gut gefallen.
Auch die Beschreibung der Örtlichkeiten war hervorragend. Ich habe mich gefühlt als wäre ich mit dabei.
Die Geschichte an sich fängt spannend an. Ich habe ich mich gefragt, was verschlägt gerade jetzt diese fünf Personen auf diese Insel. Jede einzelne Person hütet ihr ganz spezielles Geheimnis. Diese aufzudecken hat mir sehr gut gefallen.
Aber im letzten Drittel fällt für mich persönlich auch der Spannungsbogen ab. Ich wollte dieses Buch nur noch beenden und wissen, was damals geschehen ist und wer heute hinter den Taten steckt. Die Auflösung war für mich persönlich allerdings nicht zufriedenstellend. Der AHA-Effekt blieb für mich aus. Auch wurde mir das Ende dann viel zu schnell abgehandelt.
Für mich persönlich war es auch kein richtiger Thriller. Eher ein ruhiger Roman, der viele Geheimnisse aufdeckt.
Auf der rauen Nordseeinsel Neuwerk trifft Annika nach vielen Jahren auf Menschen, die einst eine kurze,aber prägende Rolle in ihrem Leben spielten. Was als Besuch bei ihrer Mutter beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Reise in die eigene Vergangenheit – eine, die tiefere Wunden hinterlassen hat, als zunächst sichtbar ist.
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen: Heute und vor 30 Jahren – als sich auf Neuwerk etwas Schreckliches ereignete, das alle Beteiligten bis heute nicht loslässt. Die Autorin schafft es, die düstere Stimmung der abgelegenen Insel mit ihrem aufziehenden Sturm eindrucksvoll einzufangen. Diese Atmosphäre trägt die Handlung und legt sich wie ein drückender Schatten über die Ereignisse.
Zwar sind die vielen Figuren zu Beginn etwas unübersichtlich, doch nach und nach ordnen sich die Puzzleteile, und die Vergangenheit beginnt zu sprechen. Ab der Mitte zieht die Spannung spürbar an – Geheimnisse brechen auf, Wahrheiten drängen an die Oberfläche, und das Vergangene wird immer beklemmender.
Die Auflösung ist bedrückend, aber konsequent erzählt. Sie hinterlässt Spuren – beim Leser wie bei den Figuren.
Fazit: Ein atmosphärischer, psychologisch dichter Inselthriller,der mich sehr überzeugen konnte. Unbedingt lesen!
Vielen Dank an den @bastei_luebbe und @netgalleyde für die Zurverfügungstellung des ebooks Inhalt Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk - und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird ... Meinung Der Schreibstil ist leicht und locker. Das Setting fand ich malerisch. Die Story interessant. Ich bin wunderbar ins Buch gekommen. Der Thriller hat mich wunderbar unterhalten. Die Protagonisten gut gezeichnet. Tolles fesselndes Buch. Große Lese Empfehlung