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Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen: Historischer Roman. Ein Abenteuer voller Intrigen aus dem spätmittelalterlichen Augsburg (Historische Abenteuer um Jakob Fugger 2)

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Intrigen, Macht und Rache im Zeitalter der Fugger


1505. Im Heiligen Römischen Reich pulsiert das Leben. Im Jakob Fugger, der einflussreichste Finanzier Europas. Doch wer reich und erfolgreich ist, hat auch Feinde. Aus gutem Grund beschäftigt das Oberhaupt der Fugger zwei ungewöhnliche die Diebin Afra und den Boten Herwart. Von Fugger nach Venedig geschickt, stoßen die beiden bei einem Maskenball im Fondaco dei Tedeschi rasch auf erste Hinweise einer Verschwörung. Die Spuren führen zurück nach Augsburg, zu konkurrierenden Händlerfamilien, Fuhrleuten, Agenten des Papstes und einem Rosengarten. Erst in letzter Minute erkennen Ein Fest soll zur tödlichen Falle werden ...


Ein packender Historischer Roman vor sorgfältig recherchiertem Hintergrund, mit vielschichtigen Figuren und einem brillanten Gespür für die Zeit

577 pages, Kindle Edition

Published March 2, 2026

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Peter Dempf

40 books6 followers

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148 reviews7 followers
February 25, 2026
Strukturelle Redundanz in der Fuggerwelt

„Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“, der zweite Band und Nachfolger zu „Im Auftrag der Fugger – Der Burgunderschatz“, geschrieben von Peter Dempf und erschienen 2026 bei Bastei Lübbe, schließt zum einen an Peter Dempfs Qualität an, die Fuggerzeit in vielen Details lebendig werden zu lassen, zum anderen aber leider auch an seine Redundanz, in immergleich strukturierten Szenen, Wendepunkten und Verfolgungsjagden einen Roman unnötig in die Länge zu ziehen – was diesem 565-Seiten-Werk leider nicht gut tut.

Vorab positiv zu erwähnen das Figurenverzeichnis, dem Roman vorangestellt, die historischen doppelten Namenvergaben sind ja immer nicht so leicht, umso besser, wenn frau mal nachschlagen kann. Hinten im Buch findet sich ein ebenfalls hilfreiches Glossar, das gern etwas ausführlicher hätte sein dürfen, einige zentrale Dinge tauchen dort nicht auf, und auch ein Nachwort, das einordnet, was hier Fakt und was Fiktion ist, das finde ich bei historischen Romanen immer eine große Bereicherung.

Der zweite Band startet direkt mit viel Action und Peter Dempf lässt geschickt alle wichtigen Figuren des ersten Teils auf den ersten Seiten auftauchen. Für mich als Leserin des ersten Bandes hat der Roman inhaltlich gut funktioniert, ich glaube, für Neuleser:innen wären ein paar mehr ausführlichere Rückblenden nicht verkehrt, auch wenn der Roman auch so weitestgehend verständlich sein dürfte. Ungewöhnlicherweise starten wir in Venedig und nicht in Augsburg, aber ich verstehe, dass man den historischen Brand des Fondaco die Tedeschi nicht links liegen lassen konnte. Afra und Herwart, uns schon bekannt aus Band eins, sind wieder im Auftrag von Jakob Fugger unterwegs, der dieses Mal in großen Schwierigkeiten steckt, irgendjemand hat es auf sein Geschäft abgesehen und versucht, ihn zu vernichten. Und natürlich taucht direkt auch der große Widersacher Zeno auf, ebenfalls vertraut aus Band 1 und macht den Team Fugger das Leben schwer. Wer steckt hinter den vielen Anschlägen auf die Fuggertransporte und Lager? Wer streut Gerüchte, dass Jakob Fugger zahlungsunfähig sei? Wer hat Interesse daran, ihm das Leben so zu vermiesen? Und was hat eine geheimnisvolle schwarz gekleidete Dame in Venedig damit zu tun? Bei der Suche nach Antworten kämpfen Afra und Herwart alle 20 Seiten um ihr Leben, das passt zum letzten Band, wo die Verfolgungsjagden und Kämpfe auf Leben und Tod doch auch etwas überhandnahmen, ähnlich auch in diesem Band, ebenso wie die Plausibilität hier und da doch erheblich ins Wanken kommt (ein Beispiel von vielen wäre der doppelte Sprung in den Canale Grande und die Lagune und beide Male wird überlebt, beim zweiten Mal schöpft man sogar aus dem Wasser heraus ein Boot leer und klettert dann hinein – in voller Bekleidung... Sind hier alle Rettungsschwimmer, oder was? Im beginnenden 16. Jahrhundert konnten die meisten Menschen mit Ach und Krach schwimmen im Sinne von sich ein bisschen über Wasser halten). Gerne werden auch Verstecke aufgesucht, wo man auf jeden Fall gefunden wird vom Mordschergen. Wenn ich mich irgendwo verstecken will, dann doch nicht in meiner Kate oder meiner bekannten Wohnung, also da habe ich schon große Fragezeichen im Gesicht. Dann gibt es, grundsätzlich sehr lustig, den Hund namens Fugger – und dieses Tier ist wahrlich ein Superhund. Er riecht quer durch Städte die kleinsten Spuren, ist immer am Platz, wenn man ihn braucht, rettet Herwart und Afra aus jeder brenzligen Lage – und davon gibt es ja alle 20 Seiten spätestens eine. Die Protagonisten lernen daraus nicht, weiter folgen sie jedem Impuls, achten nicht auf innere Alarmglocken, trennen sich beständig, um vereinzelt überwältigt zu werden usw. Das wird dann irgendwann lang, zumal Dempf sich in wirklich jeder Situation der gleichen Struktur bedient – irgendwann will frau das nicht mehr lesen. Und je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr nehmen Ungereimtheiten, Unwahrscheinlichkeiten und wirklich unglaubwürdige Zufälle zu in einem Maß, dass ich doch verärgert war. Auch das vom Autor im Nachwort sehr gelobte Lektorat darf gerne noch ein bisschen nacharbeiten, hier gibt es leider so einige Fehler, über die eigentlich gar nicht hinweggelesen werden kann.

Interessant ist in diesem Band die Figur von dem Albino Zeno, er bekommt in diesem Band eine neue Farbe (haha), im ersten Band noch ganz eindeutig Bösewicht, scheint er hier doch auf dem Grat zwischen Gut und Böse zu tanzen, das macht die Sache auf jeden Fall spannend. Und auch Jakob Fugger wirkt zwiespältig – bis zum Ende wird nicht ganz klar, was eigentlich in ihm vorgeht und was er plant.

Was mich am Buch gehalten hat, sind die vielen historischen Fakten und Anteile, die Dempf sehr gut lebendig werden lässt. Die Fuggerzeit ersteht auf, das wirkt auch nie referatsartig, immer wieder werden geschickt historische Personen eingewoben, das hat der Autor einfach drauf. Und mit Afra schreibt er auch nach wie vor eine widerständige Frauenfigur, die ihrer Zeit voraus ist. Sehr gut hat mir deshalb auch die kleine Spielerei mit dem generischen Femininum am Anfang in der Welt der Masken gefallen, jaja, die Herren, so fühlt sich das an.

Wer es also eher simpel gestrickt mag bei einer guten historischen Grundqualität, auf dauerhafte Action steht und bereit ist, dabei Redundanz zu verzeihen und auf Glaubwürdigkeit zu verzichten, der ist hier wahrscheinlich bestens bedient. Mir war das zu viel auf zu vielen Seiten, eine deutliche Reduktion hätte diesem Band wirklich gut getan, denn diese Zerfaserung geht zulasten der Haupthandlung, in der die lesende Person immer wieder den Faden verliert. Und das Ende: Ist einfach nur noch abrupt und unbefriedigend. Ein dritter Band ködert mich aktuell leider eher nicht, auch wenn ich mich in der intriganten und brisanten Fuggerwelt wirklich gern aufhalte.

Ein großes Dankeschön an lovelybooks.de und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Petra.
373 reviews3 followers
March 18, 2026
Augsburg 1505: Jakob Fugger hat Probleme, seine Warentransporte werden überfallen und ausgeraubt, seine Boten ermordet, und dann hat sich auch noch König Maximilian angekündigt, der auf dem Weg zum Reichstag in Köln in Augsburg Halt machen will, und sicher ein großes Fest sowie eine Geldspritze erwartet.

Der Roman ist ein Nachfolgeband. Ich kenne den Vorgänger nicht, hatte aber keine Probleme, mich zurechtzufinden, denn die Geschichte ist eigenständig, es kommen aber Charaktere vor, die schon im vorherigen Band handelten. Neben Jakob Fugger sind das vor allem Afra und Herwart, die offenbar schon dort ermittelten und jetzt von Fugger wieder eingesetzt werden, sie sollen herausfinden, wer ihm schaden möchte. Auch einen der möglichen Gegenspieler:innen ist bereits im vorherigen Band aufgetreten, und macht hier eine sehr undurchsichtige Figur.

Die Perspektiven liegen meistens entweder auf Fugger, Afra oder Herwart. Leider muss man sagen, dass mir die Charaktere nicht wirklich nahe gekommen sind, und dass ich ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen konnte. Immer wieder wird unlogisch, naiv oder nicht vorausschauend gehandelt, man kommt kaum aus dem Kopfschütteln heraus. Nur Jakob Fugger wurde im Verlauf des Romans für mich greifbarer. Über die Fugger wusste ich schon einiges, was hilfreich war. Es gibt ein paar richtig gute Szenen mit Jakob Fugger, zum Beispiel, wenn er in Betrachtung einer Kreuzspinne, die ihr Nest baut und Beute fängt, sich mit dieser vergleicht, wenn er einen Adeligen in die Schranken weist, oder wenn er jungen Kaufleuten klar macht, wie wichtig er selbst für Augsburg ist. Hier kommt auch das Historische des Romans zum tragen, das dem Roman sonst oft fehlt.

Denn dieser baut vor allem auf Action, dauernd kommt jemand in Gefahr, dauernd muss jemand gerettet werden, es gibt Verfolgungsjagden und viele Tote. Ohne den Hund, den Afra und Herwart meistens mit sich führen, und der auf den Namen „Fugger“ hört, wären die beiden aufgeschmissen, denn dieser kommt in der Regel zur Rettung geeilt und hat zudem eine der besten Hundenasen der Welt. Zu oft regiert hier außerdem der Zufall.

Ich mag historische Romane, die mich in vergangene Zeiten führen und gut recherchiert sind. Über die Recherche will ich hier gar nicht meckern. Peter Dempf ist selbst Augsburger, er kennt die Stadt wahrscheinlich gut und hat schon einige Romane geschrieben, in denen sie oder auch die Fugger eine Rolle spielen. Ich mag es aber nicht so gerne, wenn die Historie Platz machen muss für Action, wenn ich das Gefühl habe, ich lese einen Actionthriller, der halt in vergangenen Zeiten spielt. Spannend darf es schon sein, aber hier wird die Action einfach übertrieben und viele Szenen ähneln sich. Dazu die Charaktere, deren Handeln auch eher der Spannung als der Logik gewidmet zu sein scheint, und der regierende Zufall, das enttäuscht mich doch sehr.

Die Auflösung kann man nachvollziehen, den Umgang damit allerdings nicht. Am Ende hat mich der Roman doch eher genervt als unterhalten.

Ich wollte eigentlich einen guten historischen Roman lesen, bekommen habe ich einen Actionthriller im historischen Gewand. Der historische Hintergrund bleibt mir hier zu sehr im Hintergrund. Die Charaktere kommen mir nicht nahe, sie handeln oft nicht nachvollziehbar und es gibt zu viel Zufall.
Profile Image for Chem Angel.
31 reviews
March 15, 2026
Historische Romane über reale Persönlichkeiten haben es nicht leicht. Entweder wirken sie schnell wie trockene Geschichtsstunden oder sie verbiegen die Fakten so stark, dass vom historischen Kern kaum noch etwas übrig bleibt. „Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ versucht einen Mittelweg und schafft es über weite Strecken tatsächlich, die Welt um Jakob Fugger lebendig werden zu lassen.
Im Zentrum steht erneut der mächtige Augsburger Kaufmann, dessen Handelsnetz sich über große Teile Europas spannt. Doch plötzlich geraten seine Geschäfte ins Wanken. Transporte werden überfallen, Boten verschwinden, Gerüchte über finanzielle Probleme machen die Runde. Hinter den Kulissen scheint jemand gezielt daran zu arbeiten, Fugger zu ruinieren. Um der Sache auf den Grund zu gehen, schickt er wieder seine beiden ungewöhnlichen Vertrauten los: Afra und Herwart.
Wer den ersten Band gelesen hat, trifft hier auf vertraute Figuren, deren Geschichte weitergeführt wird. Das hat mir tatsächlich gut gefallen, weil man ihre Dynamik bereits kennt und nun sieht, wie sie sich weiter durch Fuggers gefährliche Aufträge schlagen. Gleichzeitig funktioniert der Roman aber auch ohne Vorwissen, da die wichtigsten Zusammenhänge schnell wieder verständlich werden.
Diesmal rückt außerdem das weit verzweigte Fugger-Netzwerk stärker in den Fokus. Kontore, Handelsrouten und politische Kontakte spielen eine größere Rolle als im ersten Band. Dadurch bekommt man einen besseren Eindruck davon, wie groß der Einfluss dieses Kaufmannshauses tatsächlich war und wie empfindlich selbst ein solches Machtgefüge werden kann, wenn an mehreren Stellen gleichzeitig Druck entsteht.
Was den Roman stark macht, ist die Atmosphäre. Die Welt der Kaufleute und politischen Allianzen wirkt detailreich und glaubwürdig. Man merkt, dass der Autor sich intensiv mit der Zeit beschäftigt hat. Besonders hilfreich sind auch das Figurenverzeichnis sowie ein Glossar und ein Nachwort, das erklärt, welche Elemente historisch belegt sind und wo die Fiktion beginnt.
Für Spannung sorgt vor allem das Ermittlerduo. Afra ist eine eigenwillige Figur, die sich nicht so recht in die Erwartungen ihrer Zeit einfügt, während Herwart eher der bodenständige Gegenpart ist. Zusammen geraten sie allerdings ziemlich oft in brenzlige Situationen. Der Roman setzt stark auf Action, Verfolgungen und überraschende Wendungen. Das sorgt zwar für Tempo, wirkt auf Dauer aber etwas repetitiv und lässt manche Entwicklungen etwas konstruiert erscheinen. Mir waren es einfach irgendwann zu viele Zufälle, was mich schon irgendwann gestört hat.
Trotz dieser Schwächen bleibt der Roman unterhaltsam. Wer Freude an historischen Stoffen hat, sich für die Welt der Fugger interessiert und eine Geschichte mit viel Bewegung und Intrigen sucht, findet hier eine solide Lektüre. Etwas Straffung hätte dem Buch vermutlich gutgetan, aber das historische Umfeld und die lebendige Darstellung der Epoche machen vieles wieder wett. 3 von 5 Sternen.
Profile Image for Birgit.
246 reviews3 followers
Review of advance copy
March 1, 2026
Intrigen, Macht und Rache

Die Geschichte beginnt im Januar 1505. Jakob Fugger, der berühmte Kaufmann aus Augsburg, ist der einflussreichste Finanzier Europas. Doch dieser reiche und erfolgreiche Mann hat auch mächtige Feinde, die seine Warentransporte überfallen und seine Boten töten. Deshalb beschäftigt das Oberhaupt der Fugger die ehemalige Diebin Afra und den Boten Herwart gewissermaßen als Privatermittler.
In Venedig stoßen die beiden bei einem Maskenball im Fondaco die Tedeschi auf erste Hinweise einer Verschwörung. Im weiteren Verlauf der Geschichte geraten Afra und Herwart von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste und oft ist ihre Rettung der schier übernatürlich schlaue Hund, der witzigerweise auf den Namen Fugger hört. Das Ermittlerpaar forscht in Augsburg und Füssen weiter, die Spuren der Verschwörung führen zu konkurrierden Händlern, Fuhrleuten und Agenten des Papstes.


Dieses Buch ist der zweite Band einer Reihe, ich kenne jedoch nur diesen Band. Er war für mich gut verständlich, trotzdem gab es einige Anspielungen auf den ersten Band, so dass es eine gute Idee ist, mit dem ersten Band zu beginnen.
Der Autor hat die geschichtlichen Hintergründe gut recherchiert. Durch die vielen Dialoge wird der Roman außerdem sehr lebendig. Es gibt auch einen sehr interessanten Gegenspieler, den weißgesichtigen Zeno, der in den Diensten des Kaufmanns Höchstetter und König Maximilian I steht.
Allerdings kommen viele Dinge vor, die mir nicht sehr realistisch erscheinen. Afra und Herwart stolpern von einer lebensgefährlichen Situation in die nächste, wobei sie sich meiner Meinung nach oft etwas naiv anstellen. Es ist erstaunlich, wie geschickt die beiden sich dann aus den Notsituationen retten können, ohne jemals größere Verletzungen davonzutragen. Manche Gefahr hätte man umgehen können. Auch sind die Gefahrensituationen oft sehr ähnlich, wodurch sich die Geschichte wiederholt. Ich denke, es hätte dem Roman gut getan, wenn man ihn ein wenig gekürzt hätte.
Manche Dinge passen nicht so recht in die Zeit. Es wird einmal erwähnt, dass Afra vom Reiten wunde Oberschenkel hat. Eine Frau, die in der Renaissance im Herrensattel reitet? Im Kleid?
Die Fähigkeiten des Wunderhundes Fugger stellen selbst Lassie in den Schatten. Er taucht immer zur rechten Zeit auf und scheint alles, was die Menschen sprechen und tun, zu verstehen. Sein Sinne sind übernatürlich – durch Straßen und Hauswände hindurch riecht er seine Herrin und hört auch ihren Pfiff auf weite Entfernung. Er erkennt auch vergiftete Speisen und Getränke – und rührt diese nicht an.

Insgesamt handelt es sich bei „Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ um einen soliden, actionreichen historischen Roman, den Fans des Genres lesen können. Ein Muss ist diese Lektüre aber nicht.
580 reviews5 followers
March 19, 2026
Hat mich in den ruhigen Passagen beeindruckt

Buchmeinung zu Peter Dempf – »Teufelsreigen«

»Teufelsreigen« ist ein Historischer Roman von Peter Dempf, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist der zweite Band der Reihe »Im Auftrag der Fugger«.

Zum Autor:
Peter Dempf, 1959 in Augsburg geboren, studierte Germanistik und Geschichte. Der mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Autor schreibt neben Romanen und Sachbüchern auch Theaterstücke, Drehbücher, Rundfunkbeiträge und Erzählungen. Bekannt aber wurde er durch seine Historischen Romane, die häufig in Augsburg angesiedelt sind, wo Peter Dempf lebt.

Zum Inhalt:
Überfälle auf Warenlieferungen und Anschläge auf Einrichtungen alarmieren im Jahr 1505 Jakob Fugger, der seine Boten Afra und Herwart mit der Klärung beauftragt. Der angehende Kaiser will Augsburg besuchen und Fugger will sich sein Wohlwollen sichern und hofft auf lukrative Geschäfte.

Meine Meinung:
Der Einstieg in diesen Titel ist mir leicht gefallen, denn es begang rasant mit dem Brand in der Handelsniederlassung der deutschen Kaufleute in Venedig. Die beiden Hauptfiguren Afra und Herwart sind sympathisch, wirken aber auch mehrfach recht naiv. Sie geraten immer wieder in tödliche Gefahr und meist rettet sie ihr großer Hund Fugger. Dieses Muster zieht sich durch weite Teile der Handlung, wirkt auf Dauer aber etwas eintönig. Der Schreibstil ist nüchtern und eindringlich zugleich. In vielen Details wird die umfassende Recherche des Autors deutlich. Beeindruckt haben mich die ruhigeren Passagen, wenn der Leser den Gedanken Jakob Fuggers in Gesprächen mit Maximilian, dessen Beratern und anderen Augsburger Kaufleuten folgen kann. Jakob Fugger zeigt sich als charismatische Persönlichkeit, die den wachsenden Einfluss der Kaufleute und Finanziers symbolisiert. Eine weitere interessante Figur in der undurchsichtige und skrupellose Spion Zeno, der für einige Aufregung sorgt.
Einige historische Persönlichkeiten haben den Weg ins Buch gefunden und wirken durchaus bereichernd. Im lesenswerten Nachwort erläutert der Autor, welche Ergänzungen er zu den historischen Fakten hinzugefügt hat. Ein Glossar rundet das Werk ab.
Die ruhigen Passagen haben mir weitaus besser gefallen (vier bis fünf Sterne) als die oft wiederkehrenden Szenen mit Mord und Totschlag (zwei bis drei Sterne). .

Fazit:
Ein Historischer Roman, der mich nur in den ruhigen Passagen fesseln konnte. Somit bewerte ich den Titel mit dreieinhalb Sternen, die ich diesmal zu vier von fünf Sternen aufrunde (70 von 100 Punkten). Für diesen Titel gebe ich eine bedingte Leseempfehlung.
Profile Image for Nicola.
390 reviews22 followers
March 2, 2026
Ich mag gute historische (Kriminal-) Romane und so habe ich mich sehr auf "Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen" von Peter Dempf gefreut. Der Roman ist der zweite Teil einer Reihe. Es ist sicherlich hilfreich, den ersten Teil gelesen zu haben, aber ich habe auch gut in den zweiten Teil reingefunden, ohne den Vorgängerband gekannt zu haben. An einigen Stellen hätte ich mir allerdings doch mehr Details zu vorangegangenen Ereignissen gewünscht, statt vager Andeutungen.

Der Roman beginnt rasant: Die Ex-Diebin Afra und der Bote Herwart - beide handeln im Auftrag Jakob Fuggers - stoßen in Venedig auf eine Verschwörung. Und schon geht es los mit einer actiongeladenen Geschichte, die ich anfangs angenehm rasant fand.

Dempf hat einen angenehmen Schreibstil, der es mir leicht machte, immer weiterzulesen. Auch die historischen Details, die Dempf immer wieder einstreut, sind beeindruckend und haben mich bei der Stange gehalten. Das hat richtig Spaß gemacht.

Problematisch waren für mich angesichts der Länge des Romans allerdings die vielen Actionsequenzen - und zwar nicht wegen deren Häufung, sondern wegen des immer gleichen Musters. Dadurch ergab sich eine Vorhersehbarkeit, die ich recht schnell als langweilig empfand. Tatsächlich graute mir irgendwann vor der nächsten vorhersehbaren Actionsequenz. Die Häufung führte dazu, dass die Story an sich unnötig in die Länge gezogen wurde. Der Roman hätte locker 100 Seiten kürzer sein können und hätte dadurch meiner Meinung nach wenig verloren, dafür viel gewonnen.

Dass das Ermittlerpaar Afra-Herwart offenbar nicht fähig ist, selbst offensichtlichen Gefahren wenigstens versuchsweise aus dem Weg zu gehen oder gar dazuzulernen und stattdessen permanent von einem Hund namens Fugger gerettet werden muss, hat meinerseits auch nicht gerade zu Begeisterungsausbrüchen geführt.

Das Ende kam mir persönlich etwas zu plötzlich - vor allem wenn man bedenkt, dass der Roman vorher meiner Meinung nach künstlich aufgebläht worden ist. Ich empfand es als unbefriedigend.

Gut fand ich das Personenregister am Anfang sowie das Glossar am Ende des Romans. Das Nachwort fand ich auch gelungen, weil es noch einmal Realität und Fiktion erläutert.

Fazit: Ein alles in allem durchwachsenes Werk, das tolle historische Details bietet, im Verlauf aber viel Faszination einbüßt, weil zu viel der immer gleichen Action geboten wird. Schade.
1,071 reviews9 followers
February 22, 2026
Ava und Hervart arbeiten für Jacob Fugger. Den bekannten Kaufmann aus Augsburg, er verkauft in der ganzen bekannten Welt und rührt auch politisch in vielen Töpfen. Fugger ist eine reale Person im fünfzehnten Jahrhundert. Während Ava und Hervart fiktionale Personen sind. Ihre Abenteuer beruhen auf geschichtlichen Tatsachen. Die Ausschmückung dagegen ist dem Kopf des Autors entsprungen.Es

Tatsache ist: Fugger hat Schwierigkeiten, seine Lieferungen werden beschädigt oder verschwinden ganz, seine Angestellten werden bedroht oder verletzt. Es liegt an der Konkurrenz und an seinem politschen Handeln. Ava und Hervart sollen heraus finden wer genau dahinter steckt.

Die historischen Figuren wirken distanziiert, als ob der Autor sich streng an die bekannten Tatsachen gehalten hat. Beispiel Javob Fugger war nach den historischen Beschreibungen ein berechnender Mann, zwar auch Wohltäter aber immer mit dem Hintergedanken an sieinen Vorteil. Diese Beschreibung findet sich auch im Roman wieder, er zahlt gut, denn nur gut bezahlte Leute sind loyal und leisten gute Arbeit.

Im Gegensatz dazu sind die fiktiven Figuren. Sie wrken lebendig Sie machen den Roman spannend, man kann ihren Hang zum Abenteuer und den Wunsch nach einem besseren Leben nachvollziehen. Denn Fugger ist einer der Wenigen die das möglcih machen.

Die Mischung ist gelungen, der Autor hat die Historie in eine spannende Geschichte eingebaut. Gleichzeitig hat er die Tatsachen nicht verbogen oder für die Geschichte an andere Orte oder Zeiten verlegt. Das stört mich immer bei seinen Kollegen. Denn wenn man Spaß an Geschichte hat, möchte man das das Drumherum stimmt.
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