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Rehruf #1

Rehruf

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"Tausend Leben will ich dir geben, nur wandeln kannst du nicht auf alten Wegen. Bist du mein, bist du’s für immer. Bist frei und wild vorm Himmelsschimmer. Komm und ich trage dich über den Fluss, doch kennen wirst du nimmer eines Menschen Kuss."

Trink nicht vom Fluss, es sei denn du musst dem Tode entkommen. Inga ist dazu verflucht, ihr Leben als Rehdoppel zu verbringen. Fern von ihrer Familie, verwandelt sie sich beim ersten Morgenlicht in ein Reh und kann erst bei Anbruch der Dunkelheit in ihren Menschenkörper zurückkehren. Sie ist zwar dem Tod entronnen, aber ihre neue Existenz birgt Gefahren und Verlockungen, auf die Inga nicht vorbereitet ist.

322 pages, Paperback

First published December 25, 2014

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About the author

Julia Mayer

15 books30 followers

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Community Reviews

5 stars
6 (21%)
4 stars
12 (42%)
3 stars
9 (32%)
2 stars
1 (3%)
1 star
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Displaying 1 - 13 of 13 reviews
Profile Image for Jessi.
1,248 reviews42 followers
January 10, 2019
Wow, das Buch hat mich richtig geflasht! Die Geschichte war einfach nur toll und auch der Schreibstil haben mir sehr gefallen. Die Idee, dass sie sich jeden Tag in Rehe verwandeln fand ich interessant, meist gibt es sowas ja nur mit Werwölfen. Auch die Bedrohung für sie war real und gut gemacht, auch wenn am Ende alles etwas schnell ging. Ein tolles Buch!
Profile Image for Aleshanee.
1,722 reviews126 followers
September 21, 2015
3,5 Sterne

"Ich bin ein Reh.
Und die Welt ist ein Tal,
das voller Hoffnung vor mir liegt."
Pos. 793

Zum Inhalt

Schon seit ihrer Kindheit ist die 16jährige Inga krank, todkrank. Ihr Leben besteht aus schlimmen Phasen und besonders schlimmen, in denen sie kaum mehr die Kraft hat, aufzustehen.
Zusammen mit ihrer Mutter und ihrer 4 Jahre jüngeren Schwester Frederike lebt sie in dem kleinen Dörfchen Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern. Die Besuche bei den Großeltern sind eine Qual, die vereinzelnten Schultage eine Farce und Inga weiß nicht mehr, ob sich in diesem Zustand ein Weiterleben überhaupt noch lohnt.
Doch dann kommt ihre Großtante Rani zu Besuch. Jahrelang hat sie sich von ihrer Familie ferngehalten - und der Grund dafür wird Ingas Leben für immer verändern ...

Meine Meinung

Entdeckt hab ich dieses Buch durch eine Rezension von Insi Eule und ihre Bücher. Durch ihre sehr positive Meinung und da ich immer neugierig auf neue Märchenadaptionen bin, wollte ich es unbedingt auch lesen :)

Gleich zu Beginn lernt man Inga kennen. Durch die Ich Perspektive erlebt man sehr eindrucksvoll, wie sehr sie schon seit Jahren unter ihrer schweren Krankheit leidet; unter ihrer Hilflosigkeit und den Schmerzen, die ihr nach und nach den Lebensmut geraubt haben.

Ihre Schwester Frederika hingegen, aus deren Sicht auch einige Passagen erzählt werden, hat ein sehr einsames Leben im Schatten von Inga geführt. Grade ihr Blinkwinkel hat mich sehr berührt und traurig gemacht, denn sie hat nie wirklich die Chance bekommen, neben ihrer Schwester aufzuleben. Auch das Verhalten der Mutter hat mich betroffen gemacht; man weiß ja nie, wie Menschen nach schweren Schicksalsschlägen reagieren, aber das war schon beim Lesen schwer zu ertragen.

Die Grundstimmung ist meist traurig, ja geradezu schwermütig und von Hoffnungslosigkeit durchtränkt, obwohl es auch kleine Momente mit Lichtblicken gibt.
Mit ihrem Schreibstil hat Julia Mayer diese Atmosphäre wunderbar übertragen - teilweise fast schon poetisch und wirklich wunderschön und flüssig zu lesen - irritierend war für mich dabei zu Beginn aber diese Mischung mit der "banalen" Realität. So einen Stil kannte ich bisher noch nicht und es hat etwas gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe. Der Name des Ortes "Wasserwacht" z. B. hat mich leider immer an den Rettungsdienst erinnert, wodurch mir die magische Stimmung ein bisschen abhanden gekommen ist. Aber das ist mein ganz individuelles Problem :)

Ingas "neues" Leben als Rehdoppel bringt natürlich einige Schwierigkeiten mit sich. Angelehnt ist diese Idee an das Märchen "Brüderchen und Schwesterchen", in dem der Bruder zum Reh wird, nachdem er aus einer Quelle getrunken hat. Etwas mehr Bezug zu dem Märchen hatte ich mir allerdings schon erwartet - wer darauf spekuliert, sollte am Ende nicht enttäuscht sein!
Die Autorin hat hier eine schöne Idee verarbeitet, wobei mir manchmal ein bisschen mehr Tiefe gefehlt hat. Die anderen Figuren, die Inga in der "Rehdoppel"-Gemeinschaft kennenlernt, hätten viel Potenzial gehabt: es gab einige Andeutungen von denen ich mir erhofft hätte, dass da der Faden noch weitergesponnen wird. Hier sind immer wieder Momente verstrichen, aus denen man noch ein bisschen mehr hätte herausholen können.

Aber es gab auch einige spannende Aspekte und kleine Überraschungen, die meine Neugier zum Weiterlesen geweckt haben. Die Geschichte ist sehr bewegend und ein sensibles Konstrukt aus Schuld- und Rachegefühlen, dem Schicksal und dem Zusammenhalt von Gleichgesinnten. Durch den überraschenden Schluss fehlt mir ein bisschen der Sinn, den ich nach so einer gemütvollen Geschichte erwarte, dafür gibt es zwischendurch immer wieder sehr tiefgründige Details, die einem sehr zu Herzen gehen.

Fazit

Eine sehr berührende und bedrückende Geschichte über zwei Mädchen, deren Schicksal so verschieden und doch unlösbar miteinander verbunden ist - mit einer wunderschön poetischen Sprache erzählt.

© Aleshanee
Weltenwanderer

Profile Image for Serina.
46 reviews
January 28, 2016
OMG. Ich ... ich kann das auf einem emotionalem Level gerade nicht verkraften. Eine objektive Rezension kommt noch. Ich muss jetzt erstmal auf dieses Ende klar kommen Q_Q
Profile Image for Insi Eule.
737 reviews65 followers
July 29, 2015
Darum geht es:

Inga leidet seit sie denken kann an einer schweren, chronischen Krankheit und sie weiß, dass diese irgendwann ihr Tod sein wird. Doch als es dann passiert und die Krankheit scheinbar über sie gesiegt hat, muss sie herausfinden, dass sie auf irgendeine Weise doch noch lebt. Und zwar als Rehdoppel, wiedererweckt durch einen magischen Fluss, der ihren Heimatort Wasserwacht durchströmt. Ihre Tante Randi hat dafür gesorgt, dass Inga mit dem Wasser in Berührung kommt. Irgendwie ist Inga dann auch erleichtert über die zweite Chance die sich ihr bietet und arrangiert sich damit, tagsüber als Reh und des Nachts als Mensch zu leben. Dabei lernt sie auch noch mehr Menschen kennen, die so sind wie sie. Aber dennoch kehren ihre Gedanken immer wieder zu ihrer Mutter und ihrer kleinen Schwester Frederike zurück, die sie für tot halten. Unbedingt möchte Inga die Beiden sehen und sich vergewissern, dass es ihnen gut geht. Doch eine düstere Wesenheit macht sich diesen sehnlichen Wunsch zu Nutzen und die Rehdoppel sehen ihr abgeschiedenes, harmonisches Leben bedroht...


So fand ich es:

Auch hier wurde ich wieder von der Autorin persönlich gefragt, ob ich ihr Buch lesen und rezensieren wolle. Da mir die Leseprobe schon sehr zugesagt hat und sich die Geschichte interessante anhörte, angelehnt an das doch eher unbekannte Märchen 'Brüderchen und Schwesterchen', fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Ich hatte mit einem netten Jugendbuch für zwischendurch gerechnet, dann aber überraschenderweise noch viel mehr bekommen.

Was mir gleich als Erstes aufgefallen ist, ist der wunderschöne Schreibstil der Autorin. Das Buch lässt sich zwar leicht und flüssig lesen, wie man es bei einem Jugendbuch auch erwarten kann, aber gleichzeitig schwingt auch noch sehr viel Poesie mit und die Sprache ist oft sehr bildhaft mit schön gewählten Worten. Das hat mir unglaublich gut gefallen und passte auch einfach super zur Geschichte. Das Buch ist auch nicht nur aus Ingas Sicht geschrieben, sondern auch aus der Sicht ihrer Schwester Frederike und der des Bösen in diesem Buch, welches ich aber hier nicht erwähnen werde.

Die Atmosphäre ist recht melancholisch, tragisch und ein wenig traurig, allein schon durch Ingas Krankheit und den vermeintlichen Verlust den ihre Familie zu verwinden hat als sie dann stirbt. Ihre Wiedererweckung als Rehdoppel bringt dann zwar auch wieder etwas Hoffnung, aber unterschwellig bleibt die Stimmung doch ziemlich bedrückt und schwer. Darauf muss man sich natürlich einlassen können, was mir nun überhaupt nicht schwer gefallen ist. Auch wenn die Story grundsätzlich eher ruhig und nachdenklich fortschreitet, so gibt es aber auch ein paar Wendungen, die Spannung gebracht haben. Das Ende hat mich zum Beispiel sehr überrascht und hätte ich so nicht erwartet in einem Jugendbuch. Da gibt es bestimmt auch Leute, denen das nicht gefallen würde. Ich bin damit aber gut zurecht gekommen, außer, dass es mir vielleicht ein bisschen zu schnell abgehandelt war.

Die Idee der Tierdoppel ist zwar nichts Neues aber in dieser Form fand ich es wirklich schön gelöst. Auch, dass es sich um Rehe handelt, die ja sehr ruhige und scheue Tiere sind, war mal was Anderes. Die Charaktere haben mir allgemein auch gut gefallen, durch den Schreibstil der Autorin hat man viel von den Gefühlen der Protagonisten aufgreifen können. Jedes Redoppel hat natürlich seine schicksalhafte Geschichte und es wurde schon darauf geachtet, die Charaktere individuell zu gestalten. Aber gerade die tragische Figur der kleinen Schwester Frederike war es, die mich echt mitgenommen und berührt hat. Sehr gut fand ich auch, dass dieses Jugendbuch vollkommen ohne eine kitschige, klischeehafte Liebesgeschichte auskommt und einzig und allein die Themen Familie, Verlust und Zusammenhalt aufgreift.


Mein Fazit:

Ein wirklich schönes Jugendbuch, das mal als Einzelband daher kommt und durch das man auf einem fast poetischen Schreibstil hindurchgetragen wird. Tolle Ideen, sympathische Charaktere und eine sehr rührende Story haben mir ein paar sehr angenehme Lesestunden beschert. Das Buch ist einfach mal ein bisschen was Anderes, als der ganze Einheitsbrei den man sonst so liest und ich werde mir bestimmt auch die anderen Tierdoppel-Romane der Autorin näher ansehen.
4,5 von 5 Sterne
Profile Image for Laura.
Author 46 books220 followers
May 19, 2016
Bevor ich ins Detail gehe, mir fiel es sehr schwer zwischen vier und fünf Sternen zu entscheiden, entschiede mich dann aber für die vier Sterne, weil ich hoffe, dass die Autorin dies als Ansporn sieht, weiterzumachen, noch besser zu werden und mich im nächsten Buch zu überraschen!
Erst einmal zum Positiven: die Idee. Brüderchen und Schwesterchen Reloaded. Mich hat die Idee genauso wie das Cover von Anfang an begeistert, auch den Titel fand ich sehr ansprechend. Mich konnte von der ersten Seite an der Schreibstil überzeugen, sowie die dadurch erzeugte ruhige Atmosphäre. Außerdem sagte mir die sehr stimmige Inhaltsangabe sehr zu, sodass ich alles in allem richtig gut in die Handlung einfand, die schon einmal sehr tragisch begann. Eine todkranke Protagonistin - bedeutet ein sehr großes Wagnis für den Autor, denn wie möchte man sich als Leser mit ihr identifizieren? Und da lag sogleich mein erstes Problem ... es war nicht einmal so, dass ich mich nicht mit ihr identifizieren konnte, weil sie krank war, sondern weil sie zunächst sehr blass blieb. Wie leider die meisten Charaktere, was der entscheidende Grund für meine vier Sterne war. Zum Ende hin löste sich zumindest Frederike aus diesem Schema und wurde sehr plastisch dargestellt, ich konnte wirklich mit ihr mitfiebern und war jedes Mal froh, wenn aus ihrer Sicht geschrieben wurde. Ich hätte gerne viel mehr über das Rudel erfahren, über die Lebensweise, über die Gesellschaft ... einfach über alles, aber leider wurde uns nicht viel davon präsentiert. Hier und dort eine Anmerkung über andere Doppel aber sonst nichts ... sehr schade, vor allem da man ja durchaus gemerkt hat, dass die Autorin weiß, worüber sie schreibt! Sie hat sich definitiv viele Gedanken gemacht, nur hat sie versäumt uns an allem teilhaben zu lassen (:
Der zweite "Kritikpunkt", der wahrscheinlich nur ein subjektiver Punkt ist (wie alles), ist der Perspektivwechsel. Während ich mich freute, über Frederike zu lesen, so war ich vollkommen verwirrt, als auf einmal ohne Vorwarnung Klara auftauchte. Sie war nicht ein einziges Mal erwähnt worden (ich weiß, stellt sich als schwierig heraus), und riss mich brutal aus der Handlung. Danach musste ich erstmal schlucken. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn es denn sein muss, ihre Perspektive erst nach dem Treffen mit Frederike zu schildern :3
Der dritte und letzte Kritikpunkt hat mich sehr gestört ... die "Magie" zum Schluss und der "Geist" ... bis dahin war für mich das "Doppelleben" einfach das einzige Magische, was wirklich gepasst hatte. Es gab nur sie und die Menschen, mehr nicht. Es fügte sich wie Puzzleteile, aber dann tauchte auf einmal ein Geist auf? WTF? und Bannsprüche??? Nein, danke ... damit konnte ich - wieder ohne Vorwarnung in der Handlung - einfach nichts anfangen und hat Rehruf sehr runtergezogen. Mag sein, dass ich allein mit dieser Meinung dastehe, aber ich konnte mein Empfinden nicht ändern. Vielleicht hätte ich anders reagiert, wenn von Aurelius bei der Einführung in das Leben als Doppel mal von Magie geredet worden wäre, aber so wurde ich buchstäblich ins kalte Wasser geworfen.
Das Ende war wiederum sehr mitreißend und hat mich sehr traurig und nachdenklich gestimmt, bis ich schließlich damit zufrieden war. So und nicht anders hätte Rehruf enden soll und ich bin der Autorin sehr dankbar für diesen mutigen Schritt. Ich bin gespannt, ob sie uns noch einmal in die Welt der Doppel entführt und kann es - ehrlich gesagt - kaum erwarten!
Profile Image for Denise.
Author 1 book6 followers
June 19, 2015
Handlung
Inga war krank. Todkrank. Nun lebt sie. Sie lebt ein verfluchtes Leben als Rehdoppel. Dazu verdammt beim Tagesanbruch sich in ein Reh zu verwandeln. Zurück in ihren Menschenkörper kann sie nur bei Nacht.
Ein normales Leben ist für Inga fortan nicht mehr möglich. Fernab ihrer Familie muss sie sich an ihr neues Dasein gewöhnen. Aber diese neue Welt birgt Gefahren, auf die sie nicht vorbereitet war.

Gestaltung
Das Cover ist schlicht gehalten. Der blaue Hintergrund weißt ein auffälliges Muster auf, welches als Symbol über den Titel wieder aufgegriffen und in den Vordergrund gerückt wurde. Auch der Hirsch am unteren Ende passt sehr gut zum Buch.
Hier trifft das Sprichwort „weniger ist oftmals mehr“ sehr gut zu. Ich mag es zumindest so.

Meine Meinung
Als ich gefragt wurde, ob ich eine Märchenadaption lesen wollen würde; über ein Thema, das ich so noch nicht kannte; da musste ich einfach zusagen.
Tatsächlich war die Geschichte etwas völlig Neues für mich. Sie war anders, interessant und hat mich bis zuletzt bei Laune gehalten.

Julia hat eine Figur geschaffen, der man ihre Gefühle nachempfinden kann. Sie ist ein Mädchen, das sich auch mal aus der Bahn werfen lässt. Wer würde das in ihrer Situation nicht. Das macht Inga für mich zu einer sehr glaubhaften Persönlichkeit, die mit ihren Ecken und Kanten überzeugt.
Neben Inga stehen noch einige andere Figuren im Fokus des Lesers: ihre Familie und die Rehdoppel. Ich habe schnell meine Favoriten heraus gepickt; meinen männlichen Lieblings- und Hasscharakter entdeckt. Jede Figur hat so seine Facetten. Leider hat man nicht jede einzelne Figur so genau kennen lernen können, für den Roman wäre das auch einfach zu viel.

Mit Hilfe vom Umfeld der Protagonistin und Inga selbst erschuf die Autorin eine Atmosphäre, die ich für den Roman als gut – für mich als Leser als bedrückend – empfinde. Tatsächlich ist es ein gutes Zeichen. Ingas Zustand war dadurch glaubwürdiger. Zum Finale des Romans legte die Autorin dann noch eine Schippe drauf.

Fazit
Ich war begeistert von dieser Märchenadaption. Die Autorin hat mich mit ihrem Einfallsreichtum hier überrascht; sich keins der typischen Märchen gegriffen. Starke Figuren, eine toll konstruierte Atmosphäre und eine Geschichte die mich bis zur letzten Seite festhielt.
Profile Image for Julia.
139 reviews3 followers
January 24, 2015
Ein wunderschönes Cover, eine innovative Idee und ein toller Sprachstil. Das sind nur drei Attribute, mit denen man den Roman „Rehruf“ von Julia Meyer beschreiben könnte. Hinzu kommt, dass der Titel wirklich schön gewählt ist, so auch das sprachliche Können der Autorin unterstreicht und das Buch außerdem eine Mischform aus ganz vielen verschiedenen Genres ist. So ist für jeden Leser etwas dabei und für Spannungen und viele Wendungen ist gesorgt. Dennoch hätte man das Buch an der ein der anderen Stelle noch vertiefen können. „Rehruf“ ist ein guter Roman, der für Abwechslung im Lesealltag sorgen kann.

Die 16-Jährige Inga ist seit Jahren todkrank. Sie weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird und auch ihre Mutter und ihre kleine Schwester, müssen dieser Tatsache ins Auge blicken. Doch als Inga, die durch ihre Krankheit nur ein sehr eingeschränktes Leben führen konnte, tatsächlich stirbt, erwacht sie wenig später wieder. Wie kann das sein? Nach und nach erfährt Inga, dass es in unserer Welt doch etwas mehr Magie gibt, als man vielleicht denkt. Ihre Großtante ist in ein Geheimnis eingeweiht, an dem sie Inga teilhaben ließ – Inga wurde als Rehdoppel wiedergeboren. Bei Tag ist sie ein Reh und nimmt die Welt mit ganz anderen Sinnen wahr und in der Nacht wird sie wieder zum Menschen. Sie wird aufgenommen ein die Herde der Rehdoppel, lernt neue Freunde kennen und genießt das neue Leben. Doch auch dieses birgt Gefahren, denn die Doppel haben Feinde, denen alle Mittel recht sind. Und außerdem wäre da noch Ingas Familie. Kann sie mit dem Gedanken leben, dass man sie für tot hält?

Wie ich bereits erwähnt hab, gefiel mir vor allem die innovative Idee, die dem Roman zu Grunde liegt. Man liest ein Jugendbuch mit Märchen- und Fantasyelementen und bekommt dennoch ein paar Seiten Thrill geliefert. Obwohl es ein Jugendbuch ist, gibt es keine Liebesgeschichte. Im Vordergrund stehen Familie, Gemeinschaft und Trauer – und auch deren Bewältigung. „Die Mischung macht’s“, könnte man sagen.
Einerseits gefiel mir diese auch recht gut, manchmal kamen mir die verschiedenen Wendungen aber auch sehr sprunghaft vor.
Loben muss man auf jeden Fall die Sprache des Buches. Julia Meyer hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und genau in das Genre Jugendbuch passt. Allerdings gibt es ein paar Perspektivwechsel, die erst recht spät auftauchen und anfangs etwas verwirrend sind. Zwar liefern sie einen guten Einblick in verschieden Figuren, dennoch war ich etwas abgelenkt.

Die Figuren waren für mich auch ambivalent. Sie gefielen mir - auf alle Fälle! Aber ich hatte das Gefühl, grundsätzlich zu wenig über viele von ihnen zu erfahren. Gern hätte ich mehr über die anderen Herdenmitglieder und deren Geschichten gewusst. Das Buch ist recht kurz und manchmal hatte ich das Gefühl, als wenn man einfach ein paar Dinge hätte ausführlicher beschreiben können. Es steckt so viel Potenzial drin und meiner Meinung nach, wurde es einfach noch nicht ausgeschöpft.

Alles in allem ist „Rehruf“ ein gutes Buch mit einem unerwarteten (und auch traurigen) Ende. Es besitzt Märchenzüge und ist dennoch sehr real geschrieben. Ich habe es gern gelesen, sehe aber einfach noch Luft nach oben. Eventuell wird es einen zweiten Teil gebe. Ich bin gespannt! Von mir gibt es 3 von Sternen.
Profile Image for Sarah.
354 reviews
February 12, 2015
4,5 Sterne

Ich habe Rehruf gerade erst zuende gelesen und bin gerade noch so überwältigt von dem ganzen Leseerlebnis, dass mir einfach kein würdiger einleitender Satz einfallen will. Deswegen fange ich jetzt einfach mal ganz plump an, alles aufzuzählen, was ich beim und nach dem Lesen so gedacht und gefühlt habe.
Ich glaube, was mich am meisten beeindruckt hat, war der wunderschöne Stil, in dem das Buch geschrieben ist. Es ist ein bisschen, wie sich einfach fallen zu lassen und sich von einem Fluss aus Seide durch die Geschichte tragen zu lassen. Ganz unaufrdringlich und natürlich reihen sich wunderbar ausgeschmückte Metaphern und Phrasen aneinander - hätte ich das Buch mit einem Marker in der Hand gelesen und alles angestrichen, was mich stilistisch beeindruckt hat, wäre in meine Ausgabe von Rehruf jetzt wohl mehr bunt hinterlegt als nicht. Es ist wirklich wahnsinnig schön geschrieben.
Die Charaktere haben mir ebenfalls unglaublich gut gefallen - auch, wenn mein neugieriges Leserherz sich fast schmerzlich nach mehr Infos und mehr Geschichten über die Leben der einzelnen Leute, die Rehruf bevölkern, sehnt. Sie waren ein bunter Haufen, sehr verschieden, klar definiert und (fast) alle sehr liebenswürdig. Es gibt so viele verschiedene Menschen, die hier eine Rolle spielen, aber für mich war es nie ein Problem, sie auseinander zu halten. Am meisten Liebe trage ich wohl für die kleine Frederike in mir, und ich glaube, ich muss nicht extra erwähnen, wie viel ich mit ihr auf die verschiedenste Weise gelitten habe.
Die Atmosphäre mochte ich ebenfalls sehr. Es ist der Autorin sehr gut gelungen, all die verschiedenen Emotionen, aus denen sich das Buch zusammenwebt, auf den Punkt zu bringen. Ich konnte Trauer ebenso gut nachfühlen wie Freude und Wut und Sehnsucht, ich habe alles mit den Charakteren zusammen gelebt und es war teilweise schön und teilweise schmerzhaft, aber immer wundervoll.
Was mir auch sehr gefallen hat, war, dass Rehruf ganz klar in Deutschland spielt. Ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt jemals schon ein Buch dieses Genres gelesen habe, in dem das so war, und in dem sich das so wunderbar gut in die Geschichte eingefügt hat. Es hat so gut gepasst, und macht, dass ich einen Apell-Brief an alle deutschen Schriftsteller/-innen schreiben will, dieses Buch zu lesen und es dann genauso zu machen.
Ich mochte auch die Geschichte sehr, obwohl ich mir vor allem in der ersten Hälfte des Buches an manchen Stellen noch ein wenig mehr Zeit gewünscht hätte (Noch zehn Kapitel Frederike, bitte!). Zum Ende hin hat es dann allerdings wieder wunderbar gepasst, und ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass irgendwas zu schnell gegangen wäre.
Ich weiß nicht, was ich noch sagen kann, außer, dass mir Rehruf wirklich sehr, sehr gut gefallen hat. Es hat mein Herz gebrochen und es dann ganz sanft wieder zusammengesetzt, und mich dabei in Worte gehüllt, die so schön waren, dass ich die Realität am liebsten nie wieder gesehen hätte.
Mir sind beim Lesen ein, zwei kleine (Tipp-)Fehlerchen aufgefallen (Dieses Mal habe ich mir auch gemerkt, wo und welche - ich schick dir gleich eine Nachricht, Julia!), aber wirklich nichts was den Lesefluss jetzt großartig gestört hätte.
Alles in allem wirklich eine große Empfehlung für dieses Buch!
Profile Image for Katharina Haderer.
Author 23 books72 followers
April 8, 2015
Dass Julia Mayer schreiben kann, weiß ich seit dem Auftakt ihrer "Old Souls"-Serie. Bei Rehruf hat sie mich noch einmal umgehauen, behält sie ihr hohes Niveau bei, konnte ich mich jedoch noch besser in die Protagonistin einfühlen. Mayer beschreibt die Innenwelt der schwer kranken Protagonistin auf eine Art und Weise, die nachvollziehbar ist, ohne übertriebene Sentimentalität. Das Mädchen weiß, dass es nicht ewig leben wird. Es leidet unter der Krankheit, hat aber mit der Tatsache abgeschlossen. Dabei (und das fand ich wirklich toll gemacht, weil sicher keine leichte Aufgabe als Autorin) sympathisch.
Als Inga stirbt, gleitet die Geschichte ins Fantastische ab. Was mir an der Idee so gut gefällt, ist, dass sie Hoffnung auf ein danach gibt. Ingas Tante, die als Hippie verschrien ist, nimmt sie mit sich und möchte ihr ein neues Leben schenken - doch dieses ist mit Einbußen verbunden: Inga erwacht als Reh.

Für mich ist "Rehruf" ein Märchen im modernen Gewand. Für alle Liebhaber schöner Sprache und märchenhafter Elemente.
Profile Image for Kati.
22 reviews
December 10, 2015
Da ich mir vorgenommen habe öfters mal meinen Senf dazuzugeben versuche ich es mal wieder mit einem kurzen Text und vergebe nicht nur still und heimlich meine Sternchen.

Wie schon in den bisherigen Rezensionen erwähnt empfand auch ich das Buch als sehr schön geschrieben und hätten meine Augen nicht so wehgetan von meinem kleinen Handydisplay (Mimimi.) hätte ich es vermutlich noch schneller verschlungen als sowieso schon.
Ein ganz großes Plus war meiner Meinung nach, dass es keine wirkliche Liebesgeschichte gab. ENDLICH mal ein Buch für Jugendliche, das nicht ein Liebesdreieck inkludiert oder sonst groß etwas mit Liebe (im romantischen Sinne) zu tun hat!
Der einzige Kritikpunkt ist, dass mir mehr Hintergundwissen gefehlt hat zu der Magie, die am Ende nur sehr kurz angerissen wird, und den anderen Mitgliedern der Rehdoppelherde. (Vielleicht hätte ich aber gerne auch nur so 100 Seiten mehr gelesen, weil es so schön ist und man es so flüssig lesen konnte. Oder auch mehr.)

Deshalb (leider) nur 4 von 5 Sternen.
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