Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Masterarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie zum ersten Mal schwanger ist, von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt. Eigentlich - bis doch alles schrecklich schiefgeht.
Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf - Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend.
In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. Kann sie sich befreien aus dem selbst herbeigeführten Chaos und den Dynamiken ihres dysfunktionalen Umfelds?
“das leben ist nicht nur leicht, hedda. es besteht nicht nur aus lustigen aufsätzen über heinrich den vierten und seine geköpften frauen.”
auf chaos war ich aufgrund des klappentextes sehr gespannt. die geschichte klang nach einem roman, der genauso wild, chaotisch und witzig sein würde, wie es der titel bereits vermuten lässt.
und tatsächlich: der name ist hier durchaus programm. die erzählung fühlt sich oft sehr chaotisch an und folgt für mein empfinden keinem klaren roten faden. zwar gibt es themen und ereignisse, die immer wieder aufgegriffen werden, doch die verbindungen dazwischen wirkten auf mich nicht immer nachvollziehbar, wodurch die geschichte stellenweise etwas ziellos erschien.
auch die wechsel zwischen rückblicken und gegenwart konnten mich nicht vollständig überzeugen. an einigen stellen fiel es mir schwer, die verschiedenen zeitebenen klar voneinander zu trennen, was immer wieder für verwirrung gesorgt hat und meinen lesefluss etwas gebremst hat.
am meisten gefehlt hat mir jedoch die möglichkeit, hedda wirklich kennenzulernen. ich hätte mir deutlich mehr tiefgang gewünscht, um ihre gedanken, gefühle und entscheidungen besser nachvollziehen zu können. vieles blieb für mich eher oberflächlich und wirkte am ende nicht vollständig ausgearbeitet.
Hedda befindet sich in einer kritischen Phase ihres Lebens. Sie ist schwanger von ihrem Freund, der sie in allem unterstützt, und arbeitet an ihrer Doktorarbeit. Soweit so gut, doch dann scheint plötzlich alles schiefzugehen. Plötzlich taucht ihr Vater wieder auf. Mit seinem Größenwahn bringt er alles durcheinander, was ihre Familie in den Jahren seiner Abwesenheit aufgebaut hat. Und Hedda trifft eine schlechte Entscheidung nach der anderen. Kann sie sich aus dem Sog ihres dysfunktionalen Umfelds retten?
Mein Eindruck:
Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und muss zugeben, dass es mir die ganze Zeit über schwergefallen ist, meine Erwartungen an das Buch zu formulieren.
Der bildhafte Schreibstil hat mir gut gefallen und zeugt von einer gewissen Liebe zum Detail. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Eigenschaften in der Originalsprache noch ausgeprägter sind. Es hat sich in jedem Fall zügig lesen lassen. Die Handlung setzt sich aus Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen zusammen, was mir prinzipiell gefällt. Es gibt jedoch keine feste Struktur, in der diese auftreten. Dadurch wirkt die Erzählung willkürlich.
Hedda wird als Hauptfigur des Buchs ziemlich komplex und unsympathisch dargestellt. Sie hat Schwierigkeiten, Emotionen zu zeigen, wirkt unbeholfen im Umgang mit anderen, hat egoistische Züge und scheint Probleme aufzuschieben. Ihr Verhalten und ihre Entscheidungen standen so gut wie immer im Einklang mit dem, was sie in der Vergangenheit erlebt hat. Das Buch zeigt hervorragend, wie Heranwachsende von ihrem Umfeld beeinflusst und wie sich generationelle Eigenheiten – besonders im psychischen Bereich – weitergegeben werden. Die Familie hat einige Probleme, und jedes Mitglied leidet auf seine Weise darunter. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass die Einblicke in die Dynamiken zwischen den Familienmitgliedern größtenteils zu kurz waren, um wirklich aussagekräftig zu sein.
In den größeren Konfliktsituationen des Buches hätte ich mir mehr Reflexion und Entwicklung der Figuren gewünscht. Hedda hat sich über das gesamte Buch hinweg nicht wirklich verändert und sich ihre Fehler am Ende nicht eingestanden. Das fand ich sehr schade, da ich Charakterentwicklungen in Büchern gerne beobachte. Aus diesem Grund hat sich das Buch – neben ein paar weiteren Faktoren – irgendwie unabgeschlossen angefühlt, als wären der Autorin die Seiten ausgegangen oder die Lust an ihrer eigenen Geschichte vergangen.
Ein weiteres Problem, das ich mit dem Buch hatte, ist, dass es nichts in mir auslösen konnte, abgesehen von einem Taubheitsgefühl. Während des Lesens konnte ich mich mehrmals mit der Dame auf dem Cover (vermutlich Hedda) identifizieren und habe mich natürlich auch gefragt, ob das das Ziel der Autorin war. Was sie konkret mit dem Buch bewirken oder ansprechen wollte, ist mir ebenfalls unklar, da sie so viele Themen angesprochen, aber nichts wirklich vertieft hat. Sie hat psychische Störungen thematisiert und sie im selben Atemzug von ihren Figuren auf krankhaftes Verhalten reduziert, ohne einen gesunden Umgang als erstrebenswert zu präsentieren. Es wirkt, als könnte Hedda gar nicht anders, als sich ihren psychischen Problemen zu ergeben – wobei ich nicht suggerieren möchte, dass es ein leichter Prozess wäre, sich damit auseinanderzusetzen.
„Chaos” ist in jedem Fall ein passender Titel für das Buch. Es erzählt eine Geschichte, auf die man sich bewusst einlassen muss, um zumindest angenehme Lesestunden zu haben. Ich bin unschlüssig, ob ich das Buch weiterempfehlen würde, da ich es definitiv nicht noch einmal lesen möchte.
Heddas Masterarbeit raubt ihr den letzten Nerv, gleichzeitig ist sie überglücklich zum ersten Mal schwanger zu sein! Dann taucht auch noch ihr Vater auf, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend. Hedda trifft eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie. Willkommen im Chaos!
"Nicht jeder hat einen Papa, der zaubern kann." "Und nicht alle, die zaubern können, haben einen Papa." Seite 27
Mich hat der Klappentext einfach super neugierig gemacht, als ich auf der Suche nach „mal was anderem“ war. Die Leseprobe hat mir gut gefallen, ein bisschen besonders vom Stil, aber durchaus ansprechend. Der Plot gefällt mir nach wie vor auch sehr gut, Hedda die irgendwie seit ewig in ihrer Masterarbeit feststeckt und nicht weiterkommt. Privat ist sie glücklich vergeben und ganz frisch schwanger. Geprägt von einem eher unsicheren Lebensstil ihrer Eltern und vielen Umbrüchen in ihrer Kindheit, die immer wieder in Rückblenden erzählt werden, versucht Hedda mit ihrem Leben klar zu kommen.
Direkt zu Anfang des Buches steht eine Triggerwarnung, die für mich persönlich sehr sehr gut war. Die Rückblenden waren gut, um Dinge zu verstehen, allerdings bin ich super oft durcheinander gekommen, was jetzt ist und was Vergangenheit, weil es da keine Kennzeichnung gibt. Der Schreibstil ist besonders, unterstützt aber die Verlorenheit im Buch – Chaos eben. Es ist nicht unbedingt düster, aber eine gewisse Hoffnungslosigkeit und Unbeständigkeit schwingt schon sehr mit. Ich bin nicht wirklich in das Buch reingekommen und konnte auch keine Beziehung zu einer der Figuren aufbauen, dafür war es einfach zu viel Chaos. Die Idee hinter Heddas Geschichte finde ich aber super spannend, gerade auch wie viel sie aus ihrer Kindheit auf das Jetzt projiziert, was man aus dem Buch erstmal herausfinden musste. Für mich war das Buch leider zu traurig und zu sprunghaft, regt aber doch auch zum Nachdenken an. Definitiv keine leichte Lektüre =)
Der Titel „Chaos“ trifft den Roman sehr gut. Schon zu Beginn kam mir die Erzählstruktur äußerst chaotisch vor und mehr als einmal dachte ich, wie passend dieser Titel gewählt ist. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich die verschiedenen Erzählebenen richtig erfassen konnte, da die Handlung ohne klare Struktur zwischen Rückblicken und gegenwärtigen Ereignissen wechselt. Möglicherweise ist dieses Stilmittel bewusst eingesetzt worden, um das chaotische Leben der Protagonistin Hedda widerzuspiegeln.
Im Mittelpunkt steht die junge Hedda, deren Lebensgeschichte zeigt, wie stark Kindheitserfahrungen das spätere Erwachsenenleben prägen können. Sie wächst in einer wohlhabenden, aber emotional problematischen Familie auf. Geld scheint in ihrer Familie wichtiger zu sein als zwischenmenschliche Werte. Der Besitz einer Privatinsel wird fast selbstverständlich betrachtet. Hedda lernt dadurch kaum, wie man Beziehungen aufbaut oder Empathie entwickelt. Diese Defizite begleiten sie bis ins Erwachsenenalter.
Auch ihr späteres Leben verläuft chaotisch. Sie scheitert an ihrer Masterarbeit und eine Fehlgeburt wirft sie völlig aus der Bahn. Ihre finanzielle Probleme zeigen, dass sie, ähnlich wie ihr Vater, keinen gesunden Umgang mit Geld entwickelt hat. Besonders die Darstellung der familiären Prägungen fand ich interessant und nachvollziehbar.
Schwieriger fand ich jedoch den Zugang zu den Figuren. Fast alle Charaktere blieben für mich auf Distanz. Hedda selbst wirkte oft emotionslos und wenig empathisch, während ihr Vater mit seinem Größenwahn teilweise geradezu krankhafte Züge zeigt. Lediglich der Großvater brachte etwas Wärme und Menschlichkeit in die Geschichte.
Insgesamt bietet Chaos interessante Gedanken über familiäre Prägungen und die Folgen einer dysfunktionalen Kindheit.
Chaos handelt - wie es die Triggerwarnung am Anfang des Buches bereits zum Glück klarstellt - vor allem von einer Fehlgeburt.
Hedda, die mit ihrem Freund Björn ein Kind erwartet, kommt aus einer schwierigen Familie. Der Vater hat einen sehr unsteten Lebenswandel gehabt und die Familie hat entweder märchenhaften Reichtum oder drohende Zwangsvollstreckung erlebt.
Während Hedda nun in der schlimmsten Krise ihres Lebens ist und sich dabei leider von niemandem helfen lässt, wird immer wieder bruchstückhaft aus ihrer Vergangenheit erzählt.
Für mich war der Roman leider gar nichts. Die Erzählweise war sehr sprunghaft, viel zu sprunghaft für mich - ich habe einfach keinen roten Faden erkennen können. Zudem blieben die meisten Nebenfiguren für mich nicht richtig greifbar und auch das, was geschehen ist oder gerade geschah, habe ich sehr häufig nicht ganz oder nur teilweise erfassen können. Der Schreibstil war passend zum Thema sehr düster und Hedda tat mir zwar oft wirklich Leid, aber ich habe trotzdem nicht wirklich mit ihr fühlen können und ihr Verhalten absolut nicht nachvollziehen können.
Bis zum für mich leider viel zu düsteren Schluss habe ich mich durch das Buch gekämpft, das für mich nur einen einzigen Vorteil besitzt: Es ist nicht sehr umfangreich. Leider keine Leseempfehlung von mir.
Zunächst einmal habe ich mich sehr darüber gefreut Teil einer der letzten Leserunden der Lesejury sein zu dürfen. Allerdings hat mich die Geschichte leider sehr enttäuscht. Für mich fehlte es der Geschichte leider total an Handlung... Für mich war nicht wirklich erkennbar, was der Plot ist, ein roter Faden war für mich leider nicht erkennbar. Ich hatte die Hoffnung, dass die Handlung nach den ersten Kapiteln etwas an Gestalt annimmt allerdings war dies leider nicht der Fall.
Nachdem zu Beginn Heddas Schwangerschaft aufkam, und die Triggerwahrnung zu Beginn bereits Hinweise auf die folgende Handlung gibt, war die Geschichte für mich leider auch sehr vorhersehbar. Auch wenn es sehr berührend und ergreifend geschrieben war. In dieser Situation habe ich sehr mit Hedda mitgefühlt.
Auch in den Handlungsstrang rund um Heddas Promotionsverfahren hatte ich eigentlich große Erwartungen. Ich hätte mich gefreut mit dem Buch einen Einblick in diese Sphäre der akademischen Welt zu erhalten. Allerdings wurde beinahe ausschließlich über ihre Masterarbeit informiert.
Das Cover gefällt mir eigentlich wirklich gut, es passt zu der Geschichte. Es eröffnet Interpretationsspielraum, dass sowohl physisches als auch psychisches Chaos thematisiert wird.
Auch der Schreibstil war an sich flüssig und einfach zu lesen, allerdings war die Handlung, meiner Meinung nach, leider einfach nur zusammenhangslos...
Abschließend muss ich leider sagen, dass mich das Buch sehr enttäuscht hat und ich es sehr wahrscheinlich nicht noch einmal lesen werde... Tendenziell werde ich es auch eher weniger weiterempfehlen. :(