Okay Okay, erstmal kann ich sagen, dass sich meine schlimmsten Befürchtungen nicht erfüllt haben - wer sich noch an meine Rezension des 12ten Teils der Eberhoferreihe erinnern kann (die ist nun mittlerweile auch schon fast wieder ein Jahr her) ((wahrscheinlich erinnert sich keine Sau, aber warum auch)), wird vermutlich auch noch meinen Frust und meine Abneigung bezüglich dessen in den Knochen und im Gedächtnis spüren.
Sagen wir es mal so: Ich habe zu damaligem Zeitpunkt eine Gnadenfrist in Höhe von einem weiteren Teil ausgesetzt - würde dieser mich ebenso nachhaltig traumatisieren, würde ich meiner liebsten Blödel-Kollektion endgültig den Rücken zukehren. Rita Falk bot mir eine zu engstirnige, zu konservative und zu verachtende Sicht auf die neue Generation und den Wandel der Zeit dar (wie eine schlecht in die Jahre gekommene Karen, die sich über jeden falsch geparkten Zentimeter aufregt und einer Schwangeren im Bus den Sitzplatz abspricht). Rita Falk maulte, wetterte und zeterte über die achso schlimmen Veganer und Vegetarier, über die Klima-Kleber und die Gender-Sprachler, brachte damit jedes mögliche Thema der Kontroverse auf und stolperte über diverse Fettnäpfchen, die sie sich so sicher fühlte zu umgehen. Anstatt ihr Publikum damit abzuholen, verschreckte sie es, anstatt es zum Lachen zu bringen, erntete sie angewiderte Blicke (zumindest kam es mir so vor, als wäre ich nicht die einzige, die den letzten Band absolut desaströs fand). Rita Falk fiel aus der Zeit und der Eberhofer wurde zu einem unvertretbaren Grad unsymphatisch.
Doch genug dazu, wie ihr seht strudle ich mich schon wieder fest - es wird alles gut, es liegt ein neuer Teil vor uns, der jedoch ebenso nicht an seine hervorragenden Vorgänger anknüpfen kann. Ja - gottseidank hat dieser Karen-Verschnitt endlich die dummen Witze und Anspielungen auf die "woke culture" sein lassen (halleluja), dennoch wirken die Dialoge platt und gestellt (ich glaube der Eberhofer aus den Teilen 1-4 würde sich über unseren jetzigen Eberhofer totlachen und anschließend im Grab umdrehen), der Handlungsverlauf lückenhaft, die Dynamik zwischen Eberhofer und Rudi schrecklich tyrannisch und der Mordfall einfach langweilig. Es passiert nichts mehr und natürlich kann ich nicht leugnen, dass ich hin und wieder geschmunzelt habe, aber der Grund-Charme, der mich immer wieder abgeholt und zu dieser Reihe hingezogen hat, ist zwischen all diesen Teilen nahezu verloren gegangen. Und glaubt mir, ich sage das selber nicht gern, ich mochte meinen Dorf-Sheriff und dessen Lakaien sehr gern, aber nach 250 Seiten an Lesestoff sind dies die einzigen Punkte die hängen geblieben sind.
Rita Falk ist, meiner Meinung nach, aus dem Cancel-Loch entklommen (wahrscheinlich ärgert sie sich jeden Tag darüber, dass man als Schriftsteller nicht mAl MehR ÜbER DAs SCHreIbEn DarF WaS mAN WilL), doch ob allein das die Reihe wieder genießbar macht stelle ich (leider) stark in Frage. Sie meinte einst, sie würde so lange die Eberhofers schreiben, bis niemand sie mehr verlangen würde. Und mehr sage ich dazu nicht