Auf Amrum wird ein herrenloses Segelschiff angetrieben. Von der Besatzung fehlt jede Spur. Dann jedoch ziehen Fischer die Leiche einer Frau aus der Paula Lemmer. Sie war am Vorabend in See gestochen. An ihrem Hinterkopf eine tiefe Wunde, die von einem Schlag stammen könnte. Ein Mord ist somit nicht ausgeschlossen. John Benthien übernimmt die Ermittlungen und entdeckt Parallelen zu einem ungelösten Fall einer 2005 ermordeten Frau. Damals suchte Benthien als junger Kommissaranwärter mit seinem Mentor Litmanen nach dem Täter. Litmanen verschwand im Zuge der Nachforschungen spurlos, sein Verbleib blieb ungeklärt. John fragt sich, ob er damals einen Fehler beging, der seinen Kollegen das Leben kostete.
"Einsam stirbt der Mensch; ebenso einsam fühlt er sich auch in seinem inneren Leben." (Leo Tolstoi) Ein verlassenes Schiff wird kurz vor Amrum entdeckt, aber von der Crew fehlt jede Spur. Fischer entdecken kurz darauf die Leiche von Paula Lemmer in der Nordsee. Zunächst ist die Todesursache unklar. Ihre Wunde am Hinterkopf könnte von einem Schlag stammen, aber ebenso gut von einem Unfall in der letzten Sturmnacht. Für diesen Fall wird John Benthien nach Amrum geschickt, wo alte Erinnerungen wieder aufleben. Er hatte vor mehr als zwei Jahrzehnten bereits einmal zusammen mit seinem Kollegen und Mentor Cornelis Litmanen einen Fall aufklären müssen. Maren Frahm wurde damals getötet, erging es Paula ebenso? Litmanen ist seitdem verschwunden. Als Benthien mit der Fähre abfuhr und er allein auf der Insel zurückblieb, wusste danach niemand, was mit ihm geschah. Was ist mit Litmanen passiert, hatten sie damals den falschen Mörder und er kam ihm auf die Schliche? Haben sie den Fall damals zu früh aufgegeben? Für John wird dieser Fall zu einer persönlichen Spurensuche.
Meine Meinung: Der mittlerweile zwölfte Band dieser Krimi-Reihe um John Benthien hat erneut ein Cover, das passend zu dem inhaltlichen Kriminalfall ist. Diesmal stehen jedoch nicht nur zwei Fälle zur Diskussion, wie wir es von dieser Reihe gewohnt sind. Ebenfalls kommt der Cold-Case Fall von Cornelis Litmanen hinzu, der für Benthien von entscheidender Bedeutung ist. Bis heute macht er sich nämlich Vorwürfe, weshalb er seinen Mentor damals allein auf der Insel zurückgelassen hat. Für alle war der Mord von Maren Frahms jedoch gelöst, da inzwischen ein Täter ermittelt und festgenommen wurde. Nur Litmanen war sich nicht sicher, ob dieser tatsächlich Maren Frahm getötet hat. Sein Verschwinden danach war für alle ein Schock. Benthien ist überzeugt, er auf den Täter gestoßen ist. Benthien und Fitzen kümmern sich um den Tod von Paula Lemmer, während Lilly Velasco und Juri ebenfalls nach Amrum müssen. Der bisherige Serientäter und Mörder von Maren Frahm hat plötzlich Zweifel, sie getötet zu haben. Er möchte jedoch seine Erinnerungen am Tatort noch einmal auffrischen. Ausgrabungen auf Amrum fanden damals wie heute statt. Paula Lemmer war Teil eines dieser Teams. Steht ihr Tod im Zusammenhang mit diesen Ausgrabungen? Wie in bisher jedem Buch dieser Reihe haben wir es mit unterschiedlichen Handlungen zu tun. Nur dieses Mal kommt eben noch der Vermisstenfall von Litmanen hinzu. Ich fand diesen Krimi diesmal etwas zu verwirrend und unstrukturiert. Man musste sehr aufpassen, damit man überhaupt noch wusste, um wen es gerade ging. Auch fand ich, dass diese Fälle zu oft durch private Angelegenheiten der Ermittler unterbrochen wurden. Natürlich war das schon immer so, aber dieses Mal fand ich es etwas zu geballt. Obwohl die Ereignisse rund um die Ausgrabungen interessant und sicherlich gut recherchiert wurden, waren sie manchmal auch recht anstrengend. Es überraschte mich nicht, dass Lilly erneut Gefühle für John entwickelt. Das Ende überraschte nicht nur in diesem konkreten Fall, sondern auch in Bezug auf die Zukunftspläne von Sannas Schwester. Ob sie dieser Herausforderung gewachsen ist, wird sich herausstellen. Ich fände es jedenfalls in Ordnung, wenn der nächste Fall wieder etwas spannender und nicht so kompliziert wäre. Deshalb gibt es dieses Mal leider nur 3 1/2 Sterne.
Die Flensburger Kripo um Lilly Velasco und John Benthien werden nach Amrum gerufen, da es dort einen Todesfall gibt, der Anzeichen eines Mordes hat. Die junge Paula Lemmer wird aus der Nordsee gezogen in den Nähe eines havarierten Segelboots und sie weist eine klaffende Kopfwunde auf, die sehr wahrscheinlich von einem Schlag herrührt. John erinnert sich an seine ersten Schritte als Kommissar mir dem erfahrenen Cornelis Litmanen zusammen, die sie zu einem Mord auf Amrum führte. Auch da war eine junge Frau ermordet worden, deren Mörder aber schnell gefunden schien. Anschließend verschwand Litmanen allerdings spurlos, da er noch etwas ohne John auf der Insel ermitteln wollte. Jetzt tauchen natürlich Fragen auf, ob die Fälle etwas gemeinsam haben, denn abschließend wurde nie geklärt, wer für den Mord im Jahre 2005 verantwortlich war. Der Nordsee-Krimi „Einsames Watt“ von Nina Ohlandt/Jan F. Wiefelpütz behandelt zwei Mordfälle, die zwar zeitlich auseinander liegen, aber unter Umständen etwas gemeinsam haben. Das Cover weist auf jeden Fall auf eine Begebenheit hin, die im Krimi eine Rolle spielt. Ein havariertes Segelboot am Strand spielt eine wichtige Rolle. Das wird auf den erste Seiten schon klar. Die Hauptakteure sind die Kommissare der Flensburger Kripo, die in den vorherigen Romanen auch schon für die Ermittlungen tätig waren. Also ein eingespieltes Team, das hier ermittelt. John Benthiern kommt noch eine spezielle Rolle zu, denn er ermittelt zusätzlich in einem alten Fall an gleicher Stelle, in dessen Verlauf sein ehemaliger Kollege Litmanen spurlos verschwand. Es ist sehr interessant und spanend zu verfolgen, wie der alte Fall wieder aufgerollt wird, und mit dem neuen Fall verknüpft wird. Gleichzeitig wird noch der Mörder aus dem alten Fall in diesen Fall eingebaut. Das hört sich langatmig an, ist es an manchen Stellen auch. Das ist jetzt Kritik auf hohem Niveau, aber die Ermittlungen ziehen sich, fast so wie im echten Leben. Spannend ist es allemal sorgt aber manchmal für etwas Chaos im Kopf und stört so ein wenig den Lesefluss. Eine neue Hauptperson wird im Laufe des Krimis eingebaut. Dabei handelt es sich um Jaane, die Schwester einer ermordeten Staatsanwältin, der John versprochen hat sich um die Schwester zu kümmern. Das tut John natürlich gerne, gerade weil diese Schwester auch über exzellente IT-Fähigkeiten verfügt, die schon wichtig sind. Der Schreibstil gefällt mir gut, da er mein Kopfkino gut bedient und ich die Story gut nachverfolgen kann, bis auf die Phasen, wo es manchmal so aussieht, als wenn sich der Autor verzetteln würde. Der Spannungsbogen ist konsequent bis zu Ende durchgeführt worden, vielleicht ein bisschen zu gut nachvollziehbar, aber das liegt im Auge des Betrachters. Ich habe mich von diesem Krimi sehr gut abgeholt gefühlt und auch die Beschreibungen von Amrum habe ich gerne zur Kenntnis genommen, ebenso wie das Thema des Buches. Abzüge gibt es für die Längen, die das Buch hat und das kleine Chaos, dass es angerichtet hat. Empfehlenswert ist es für mich trotzdem, da es sehr individuell ausgelegt werden kann. Die Realität von Ermittlungen kann manchmal viel chaotischer sein.
Buchmeinung zu Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz – »Einsames Watt«
»Einsames Watt« ist ein Kriminalroman von Nina Ohlandt & Jan F. Wielpütz, der 2026 bei Lübbe erschienen ist. Dies ist bereits der zwölfte Band um John Benthien und seine Kollegen.
Zum Autor: Nina Ohlandt, ausgebildete Sprachlehrerin, arbeitete in vielen Berufen, bis sie zu ihrer wahren Berufung zurückfand: dem Krimischreiben. Ihre Nordsee-Krimireihe mit John Benthien als ermittelnden Kommissar war sensationell erfolgreich. Nina Ohlandt starb im Dezember 2020. Die Krimireihe der 2020 verstorbenen Autorin Nina Ohlandt wird von Jan F. Wielpütz fortgesetzt, der als Verlagslektor Krimi- und Thrillerautoren betreute und - teils unter Pseudonym - mehrere Bücher veröffentlichte, die auf der SPIEGEL-Bestsellerliste standen.
Zum Inhalt: Auf Amrum wird ein herrenloses Segelschiff angetrieben und Fischer ziehen die Leiche einer Frau aus der Nordsee. John Benthien fühlt sich an einen alten Fall mit ähnlichen Merkmalen erinnert. Im Zuge der damaligen Ermittlungen verschwand sein Mentor Litmanen spurlos.
Meine Meinung: Ich kannte diese Serie bereits und meine Erwartungen wurden zu großen Teilen erfüllt. Thematisiert werden archäologischen Suchen und Schatzfunde im Wattenmeer. Neben den Kriminalfällen spielen auch Probleme im Privatleben der Ermittler eine umfangreiche Rolle. Die Figuren sind wie gewohnt mit Ecken und Kanten gezeichnet und bieten Raum für einige überraschende Wendungen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, die sich getrennt entwickeln und erst spät wird ihr Zusammenhang deutlich. Manche Aktionen der Ermittler sind grenzwertig und dürften in der Realität so kaum vorkommen, sind für mich aber akzeptabel und nachvollziehbar. Durch die verschiedenen Perspektiven werden die Eigenheiten der Figuren und auch ihre Gefühle deutlich. Die Krimispannung baut sich langsam auf und nimmt im Verlauf deutlich zu. Die Ermittlergruppe funktioniert als Team auf beeindruckende Weise, auch wenn nicht jeder Beteiligte in Bestform ist. Dadurch wirken die Figuren realistisch und sympathisch. Es bedarf vieler Ermittlungsschritte bis sich dank der Hartnäckigkeit der Ermittler ein vollständiges Bild abzeichnet. Am Ende stehen zwei vollständig und nachvollziehbar gelöste Fälle und auch die Vorgänge um das Verschwinden von Kommissar Litmanen werden geklärt. Mein Lesevergnügen war auch dank der atmosphärischen Schreibweise hoch und die gelungene Mischung aus Fall und privaten Themen konnte mich wieder überzeugen.
Fazit: Auch wenn es sicherlich nicht der beste Roman der Serie ist, so konnten mich John Benthien und seine Kollegen gut unterhalten. Figurenzeichnung und Plot sind überdurchschnittlich und haben mich zum Fan der Serie gemacht. Deshalb bewerte ich den Titel mit vier von fünf Sternen (80 von 100 Punkten) und spreche eine Leseempfehlung aus.