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Ins fahle Herz des Sommers

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Was, wenn die Zukunft längst begonnen hat - nur ohne uns?


Seit Jahren brennt die Sonne erbarmungslos vom Himmel. Die Hitze ist unerträglich, der Süden unbewohnbar, der Staat nur noch Fassade. Wer es sich leisten konnte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Nur wenige Menschen sind in ihrer Heimat geblieben. Fausto ist einer von ihnen. In einem weitgehend aufgegebenen Dorf kämpfen er und einige wenige Nachbarn ums Überleben. Der Alltag ist hart und wenig abwechslungsreich. Bis eines Tages eine schöne, schweigsame junge Frau auftaucht, der die Hitze beneidenswert wenig auszumachen scheint. Fausto verliebt sich und schöpft Hoffnung. Er ahnt nicht, welch unerhörtes Geheimnis mit Valérie verbunden ist ...


Ein eindringlicher Roman um ein hochaktuelles Thema und ein beklemmendes Gedankenexperiment

241 pages, Kindle Edition

Published April 27, 2026

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About the author

Andreas Eschbach

158 books858 followers
Andreas Eschbach is a German writer who mostly writes science fiction. Even if some of his stories do not exactly fall into the SF genre, they usually feature elements of the fantastic.

Eschbach studied aerospace engineering at the University of Stuttgart and later worked as a software engineer. He has been writing since he was 12 years old. His first professional publication was the short story Dolls, published in 1991 in German computing magazine C't. His first novel was published in 1995. Five of his novels have won the Kurd-Laßwitz-Award, one of the most prestigious awards in the German SF scene.

His novels have also been translated into a number of languages, including English, French, Italian, Russian, Polish, Turkish and Japanese.

In 2002, his novel Das Jesus Video was adapted for German television. In 2003, his novel Eine Billion Dollar was adapted for German radio. As of 2006, his only novel translated into English was Die Haarteppichknüpfer, published in 2005 as The Carpet Makers.

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Displaying 1 - 17 of 17 reviews
Profile Image for Aleshanee.
1,757 reviews128 followers
May 10, 2026
Diese Geschichte spielt ein Szenario durch, an dass viele von uns sicher schon einmal gedacht haben - aber wie so viele Zukunftsaussichten verdrängt werden, weil wir sie nicht wahrhaben wollen. Natürlich kann niemand genau wissen, welche Klimaveränderungen auf uns zukommen, aber dass sie kommen kann keiner mehr abstreiten. Egal an was genau es liegt ... das Klima hat sich schon immer verändert, aber das Tempo gerade ist doch schneller als man aus der Vergangenheit sehen kann.

Fausto Tardillon lebt jedenfalls in einer Welt, die ausdörrt. Die Temperaturen auf der Erde sind in dieser Zukunft innerhalb weniger Jahre extrem angestiegen. Obwohl die Vorzeichen da waren, kam dieser Wechsel zu schnell, um sichere Vorkehrungen zu treffen, dazu kam eine Seuche, die zusätzlich eine Menge Menschenleben gekostet hat.
Die Flucht in den Norden hat Fausto verpasst. Anfangs war das noch möglich, als alles noch unsicher war - mittlerweile jedenfalls ist eine Reise dorthin nur noch mit viel Geld und Glück möglich.

Fausto hat sich in dem (fiktiven) Dorf Saint-Aumarec in Frankreich ein Quartier eingerichtet. Ein verlassenes Haus, dass er mit Solaranlagen, einem Sonnenofen und einem Kühlschrank ausgestattet hat. Für alles andere unternimmt er nachts immer wieder Streifzüge in die verlassenen Dörfer in der Nähe, wo er immer wieder etwas nützliches finden kann.
Außer ihm wohnt nur noch die alte Madame Mareceaux in der kleinen Gemeinde sowie der Pfarrer, der ebenfalls schon in die Jahre gekommen ist. Der wenige Kontakt mit den beiden hilft ihm zumindest ein wenig über das Gefühl der Einsamkeit hinweg, das er beständig verdrängt. Er lebt nur für das Heute und Morgen, denn eine Zukunftsperspektive sieht er nicht mehr für sich.

Andreas Eschbach beschreibt von Anfang an eine Stimmung, die einen schon eine leichte Gänsehaut bescheren kann. Die verlassenen Häuser und Straßen, die immer mehr verfallen; das Fehlen von Pflanzen und Tieren, in dieser sengenden Hitze nicht überleben können, die gespenstische Stille während die Sonne unbarmherzig niederbrennt und die ständige Angst, dass eines Tages doch Menschen auftauchen könnten, die nichts gutes im Sinn haben.
Sowie auch die Bauernfamilie, die nicht weit vom Dorf entfernt lebt und die sich ihre ganz eigene Art des Lebens zurecht gelegt haben.

Plötzlich taucht jedoch eine junge Frau auf, die alles was Fausto sich über seine Zukunft ausgemalt hat, über den Haufen wirft. Die Einsamkeit die er verdrängt hat, die kurzfristigen Zukunftspläne von Tag zu Tag, das überleben... alles wird plötzlich an andere Stelle gerückt und was er tut und glaubt und hofft wirkt irreal und rein impulsiv.
Aber es ist verständlich, denke ich. Wenn man so lange alleine ist, keine Chancen mehr sieht auf eine Veränderung und man nur darauf achtet, den nächsten Tag zu überleben, klammert man sich an jede Hoffnung, die sich einem bietet.

Das beflügelt ihn zum einen - zum anderen ruft es aber auch unberechenbare Nachbarn hervor. Auf welche Gedanken die Menschen in diesen Zeiten kommen ist grausam und erschreckend. Allerdings fand ich es aber auch etwas befremdlich wie Fausto sich weigert, sich das bewusst zu machen. Und vielleicht auch zu helfen. Wobei schon klar ist, dass das in dieser Situation kaum möglich ist. Aber insgeheim hatte ich schon gehofft, dass er noch so viel Mitgefühl in sich trägt, dass er zumindest kurz darüber nachdenken könnte.
Sein Festhalten an dem, was er glauben möchte, ist wohl einfach seinem Überlebensinstinkt geschuldet und dass Menschen weiterleben und nicht aufgeben wollen.

Fausto zeigt mit seiner Figur, wie jemand in all dem Schrecken und der Hoffnungslosigkeit dennoch eine gewissen Menschlichkeit bewahrt. Durch ihn und seine Rückblicke in die Vergangenheit erfahren wir auch, wie es soweit kommen konnte und welches weltweite Ausmaß diese Katastrophe nach sich zieht.
Eschbach bietet aber auch eine Lösung an, die mich allerdings eher erschreckt als ermutigen würde. Die vielen Forschungen bieten natürlich einiges an Potenzial und wohin das ganze hier führt, spiegelt nicht meine eigenen Erwartungen. Ich bin am überlegen, warum der Autor in diese Richtung gegangen ist, ob es tatsächlich schon Forschungen in dieser Richtung gibt und ob es tatsächlich möglich wäre. Eine sehr befremdliche Aussicht für mich, die ich mir nicht so gerne genau vorstellen mag.

Das Buch ist mit etwas mehr als 200 Seiten nicht recht lang und der Fokus liegt auf dem Protagonisten und seine kleine Welt, die aus nicht mehr viel besteht, als den nächsten Tag zu überleben. Seine schlimmen Erlebnisse, die er hinter sich hat, die zarte Hoffnung, die aufkeimt und das Ende, das einen neuen Anfang nehmen könnte. Eine interessante Novelle, die nachdenklich macht - und wohl schon eine kleine Vorbereitung auf das neue Buch "Novembersommer", das im September erscheint. Auch hier wird es um die Klimaerwärmung gehen in Verbindung mit Geo Engineering; eine Seitenzahl zu dem Buch hab ich noch nicht gefunden, habe aber gehört, dass es schon etwas mehr sein sollen und dadurch auch eine größere Tiefe zu diesem Thema. Ich bin gespannt :)
32 reviews
May 6, 2026
Die Klimakatastrophe hat den Süden unbewohnbar gemacht und der Staat ist nur noch eine Fassade. Wer schnell reagierte oder reich war, ist in den Norden in die letzten bewohnbaren Gebiete in Kanada, Grönland oder Nordsibirien geflohen. Andreas Eschbach überzeugt mit "Ins fahle Herz des Sommers" wieder mit einem tiefgründigen Gedankenexperiment, das aufzeigt, wie sich die Dystopie eines rasend schnellen Klimawandels auf die Realität des menschlichen Lebens auswirken würde.

Nach Cormac McCarthys Die Straße ist dies bereits meine zweite Dystopie in diesem Jahr. Thematisch teilen beide Werke Kernmotive wie die absolute Isolation, das Plündern letzter Ruinen und den nackten Überlebenskampf in einer verrohten Welt. Sprachlich und atmosphärisch könnten sie jedoch kaum unterschiedlicher sein: Wo McCarthy auf einen radikalen, fast schon verstörenden Minimalismus setzt und die Trostlosigkeit durch kühle, wortkarge Beschreibungen erzeugt, wählt Eschbach einen wesentlich nahbareren Weg. Er macht die flimmernde Hitze und die ständige Paranoia durch tiefe Einblicke in die Gedankenwelt und Erinnerungen seines Protagonisten greifbar. Die Welt wirkt dadurch lebendiger und weniger steril - und somit irgendwie auch realistischer. Für mich entstand so ein deutlich angenehmerer Lesefluss, der gerade in der zweiten Hälfte einen regelrechten Sog entwickelt hat, der mir bei McCarthys distanziertem Stil gefehlt hat.

Wir begleiten den Protagonisten durch seinen von brütender Hitze geprägten Alltag in einem fast verlassenen Dorf. Um zu überleben, haust er im kühleren Keller; tagsüber ist es draußen unerträglich. Erst nachts, bei Vollmond, wagt er sich auf seinem Klappfahrrad in die Nachbarstädte, um die letzten Konservendosen zusammenzusuchen. Wir erleben diese isolierte Routine und die spärlichen Interaktionen mit den verbliebenen drei Haushalten – darunter die autarke Familie Braque, mit der es immer wieder Konflikte gibt. Doch dieses fragile Gleichgewicht kippt, als aus dem Nichts eine fremde Frau auftaucht. Der Protagonist verliebt sich und klammert sich verzweifelt an die schöne Illusion, eine neue Familie gründen zu können. Dabei ignoriert er bewusst die unheimlichen Warnsignale: Die Frau verträgt keine normale Nahrung, ernährt sich ausschließlich von wild wachsenden Kakteen und scheint völlig immun gegen die tödliche Hitze zu sein.

Dennoch fehlt für mich in diesem Buch, auch aufgrund der für Eschbach untypischen Kürze, der ganz große Wurf. Der Plot endet für meinen Geschmack zu abrupt – ich hätte gerne noch mehr von dieser Welt erlebt. Die Motivationen einiger Charaktere (wie etwa der Grund für die Eskalation am Ende) bleiben bewusst diffus, weswegen leider offene Fragen zu einigen Hintergründen nicht aufgelöst werden. Dass man überhaupt so sehr daran interessiert ist, zeigt allerdings, dass das Worldbuilding hervorragend funktioniert. Wer offene Enden mag, erlebt hier einen kurzweiligen Ausflug in eine sehr gelungene Climate Fiction (Cli-Fi).

Rezension: 7 / 10
Profile Image for Vic.
64 reviews2 followers
May 3, 2026
Wenn Cli-Fi von der Realität eingeholt wird 😰

Eschbach hat es wieder geschafft: Mich mit einem Thema, das die Gesellschaft und mich ohnehin schon umtreibt abzuholen und spitzt es so präzise zu, dass man beim Lesen fast selbst der Angstschweiß ausbricht!

„Ins fahle Herz des Sommers“ ist leider viel zu kurz dafür aber umso intensiver.


HANDLUNG:
Die Geschichte entwirft ein atmosphärisches und leider sehr glaubwürdiges Szenario einer Welt unter extremer klimatischer Belastung. Es geht nicht nur um die physische Hitze, sondern um die psychologischen Folgen: die Erschöpfung, das Schwinden der Hoffnung und die Frage, wie man sich in einer Welt ohne echte Abkühlung noch behaupten kann.


PERSÖNLICHER EINDRUCK:
Ich habe das Buch an ersten Mai-Wochenende 2026 gelesen, an dem das Thermometer draußen bereits an der 30-Grad-Marke kratzte.
Die Beklemmung, die Eschbach beschreibt – dieses Gefühl des Kontrollverlusts gegenüber einer unerbittlichen Sonne, dem "Lautlosen Killer" –, war für mich beim Lesen körperlich und mental bedrückend spürbar.

Es ist eine traurige, aber unglaublich wichtige Erzählung über Anpassung und den Verlust von Gewissheiten.


FAZIT:
Kein Buch für einen entspannten Sommertag, sondern ein literarischer Weckruf. Wer Eschbach für seine klugen, wissenschaftlich fundierten Dystopien schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten.
Ein kurzes, aber nachhallendes Werk, das einen nach der letzten Seite (leider) sehr angstvoll in die Sonne blicken lässt.
Profile Image for Azyria Sun.
664 reviews4 followers
May 3, 2026
Der letzte seiner Art – Welt ohne Entkommen

Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit seinen Nachbarn ums Überleben.

Meine Meinung:
Ich wollte schon lange ein Buch von Andreas Eschbach lesen. Mit „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich das endlich getan – und ziemlich schnell verstanden, warum dieser Mann so viele Leser in seinen Bann zieht. Sein Stil ist klar, präzise, fast schon nüchtern – und genau dadurch so eindringlich. Keine unnötigen Schnörkel, keine übertriebene Dramatik. Die Welt brennt auch ohne große Worte.

Wir begleiten Fausto, der in einer Welt lebt, die Stück für Stück unbewohnbar wird. Hitze ist hier kein Wetter mehr, sondern ein Zustand. Ein Dauerzustand. An seiner Seite ist Valérie, die plötzlich ins Nachbarhaus zieht und so gar nicht in diese ausgedörrte Realität passen will. Fremd, rätselhaft – und genau deshalb faszinierend. Mehr dazu zu sagen wäre gespoilert, also lernt sie selbst kennen. Dann gibt es noch den Dorfpfarrer und Madame Mareveaux, Faustos Nachbarin, die sich heimlich ein bisschen in mein Herz geschlichen hat. Vielleicht, weil sie etwas verkörpert, das in dieser Welt selten geworden ist: Menschlichkeit.

Was das Buch besonders macht, ist dieses beklemmende Gedankenexperiment. Eine Zukunft, die sich nicht wie Science-Fiction anfühlt, sondern wie eine logische Fortsetzung der Gegenwart. Die Hitze, der Mangel, das langsame Verschwinden von Strukturen – all das wird so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen fast selbst Durst bekommt. Es ist nicht die große Katastrophe, die hier Angst macht, sondern wie sie fast schleichend dahergekommen ist. Und dann die Leere. Die Einsamkeit. In Faustos Dorf leben nur noch eine Handvoll Menschen – und es werden weniger.

Und genau hier liegt auch mein kleiner Kritikpunkt: Das Buch streift viele spannende Fragen, bleibt aber oft an der Oberfläche. Wie lebt es sich im Norden? Was steckt wirklich hinter Valérie? Und was macht BioGen? Es gibt Andeutungen, Hinweise – aber keine echten Antworten. Bei etwas mehr als 200 Seiten wirkt es fast so an, als würde man nur einen Ausschnitt sehen, obwohl die Welt dahinter riesig ist.

Trotzdem: Die Wirkung bleibt. Dieses Buch setzt sich fest. Und macht neugierig auf weitere Bücher des Autors.

Fazit:
„Ins fahle Herz des Sommers“ von Andreas Eschbach ist ein eindringliches dystopisches Gedankenexperiment über eine Welt, die zu heiß geworden ist, um darin zu leben. Mit klarer, direkter Sprache und bedrückender Atmosphäre erzählt er von Einsamkeit, Überleben und dem, was vom Menschsein übrig bleibt. Auch wenn vieles nur angerissen wird und man sich an einigen Stellen mehr Tiefe wünscht, entfaltet der Roman eine starke Intensität. Ein schmales Buch mit schwerem Inhalt – und definitiv eines, das noch eine ganze Weile im Kopf bleibt.

4 sonnige Sterne von mir
Profile Image for Buchverliebt und leselustig.
99 reviews1 follower
April 28, 2026
Starkes Zukunftsszenario mit angezogener Handbremse

Mit Ins fahle Herz des Sommers entwirft Andreas Eschbach ein beklemmendes Zukunftsszenario, das erschreckend nah wirkt. Eine Welt, in der die Hitze alles bestimmt, ganze Regionen unbewohnbar geworden sind und nur noch wenige Menschen in den zurückgelassenen Gebieten ausharren – das ist ein Setting, das sofort fesselt und zum Nachdenken anregt.

Im Mittelpunkt steht Fausto, der in einem fast verlassenen Dorf ums Überleben kämpft. Der Alltag ist geprägt von Hitze, Mangel und Stillstand. Erst das Auftauchen der geheimnisvollen Valérie bringt Bewegung in sein Leben – und weckt Hoffnung. Ihre Andersartigkeit und die Fragen, die sie aufwirft, verleihen der Geschichte eine zusätzliche Spannungsebene, die über das reine Endzeit-Szenario hinausgeht.
Gerade die Atmosphäre ist eine der großen Stärken des Romans. Eschbach gelingt es, die drückende Hitze und die Ausweglosigkeit der Situation spürbar zu machen. Die Welt wirkt durchdacht und realistisch, ohne dabei überladen zu sein – ein Zukunftsbild, das sich unangenehm plausibel anfühlt.

Allerdings bleibt der Roman für mein Empfinden hinter seinem eigenen Potenzial zurück. Die zentrale Idee – insbesondere rund um Valérie und das Geheimnis, das sie umgibt – wird zwar angedeutet, aber nicht wirklich tiefgehend ausgearbeitet. Vieles wird nur angerissen, wo man ich mehr Tiefe, mehr Erklärung und mehr Entwicklung gewünscht hätte.

Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Geschichte eher an der Oberfläche bleibt, obwohl sie thematisch deutlich mehr hätte bieten können. Gerade die spannenden Fragen, die der Roman aufwirft, hätten mehr Raum verdient.

Trotzdem ist Ins fahle Herz des Sommers ein lesenswerter Roman mit einem starken Setting und einer eindringlichen Grundidee. Auch wenn nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, bleibt ein atmosphärisch dichter Eindruck und eine Geschichte, die zum Weiterdenken anregt.

Lieben Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars über Netgalley.
Profile Image for Dimue Merle.
59 reviews1 follower
April 30, 2026
Der fahle Sommer, was das wohl bedeutet…. Ein blasser Sommer, was das wohl sein wird? Ein trüber Sommer? Oder leblos? Oder einfach doch nur flau oder blond?

Matthias Koerberlin schafft es uns auf eindrucksvolle Weise mit auf die Reise nach dieser Frage zu nehmen. Er spricht mit seiner eher tiefen Stimme eine mögliche nicht zu ferne Zukunft auf. Jeder Sommer wird heißer und heißer. Der Boden vertrocknet, Regen bleibt aus und die Menschen sind entweder nach Norden geflohen (Grönland ist perfekt für Ackerbau) oder an einer unbekannten Seuche gestorben. Nur ein paar wenige Personen sind übriggeblieben, Fausto, eine ältere Dame, der Pfarrer und eine sehr fragwürdige Bauersfamilie.

Der Hörer wird sofort in den Überlebenskampf mit eingebunden und in Rückblenden erfährt man, was zu der Katastrophe führte. Fausto fährt mit dem Fahrrad und beginnt die Dörfer zu durchstreifen und plötzlich zieht neben ihn in das Haus eine Frau ein. Mit ihr verändert sich das fragile Gefüge im Dorf und wir, als Leser werden, mitgenommen in eine mögliche Zukunft, oder auch nicht.

Andreas Eschbach schafft es vom ersten Wort eine doch sehr düstere Stimmung aufzubauen, diese Stimmung bleibt auch konstant bei. Hoffnung ist eher Mangelware. Es drängt sich oft die Frage auf, was wäre, wenn.... Diese Frage lässt der Autor am Ende auch offen und leider auch noch ein paar mehr Fragen. Mich hat dieses gefühlt immer gleichbleibende doch am Ende mit einem Beigeschmack zurückgelassen.

Es ist ein besonderes Buch, was sicher seine Freunde findet und jeder der auf Endzeitszenarien, Dystopien und eine enggestrickte Atmosphäre liebt, der ist hier gut aufgehoben. Mir fehlte am Ende der rote Faden und es waren mir zu viele Plot Stränge offengeblieben, das könnte aber auch an der gekürzten Hörbuchfassung liegen.
Profile Image for MirjS.
132 reviews
May 5, 2026
Ungewohnt fahle Dystopie des Autors

Unbarmherzig und schonungslos sticht die Sonne vom Himmel und brennt sich tagein und tagaus in das mittlerweile verdorrte Land und die wenigen, verbliebenen Menschen. Große Teile der Menschheit hat eine Pest dahingerafft, der andere Teil kämpft ums Überleben, während ganze Landstriche mittlerweile unbewohnbar sind. Einer dieser Kämpfer ist Fausto. Sein Leben ist mühsam, schwer und nur von wenigen Nachbarn begleitet. Bis eines Tages Valérie im Haus neben ihm einzieht und mit ihr ein dunkles Geheimnis.

Normalerweise bin ich großer Fan von Andreas Eschbach und hatte mich schon sehr auf sein neues Buch „Ins fahle Herz des Sommers“ gefreut, zumal es mein erstes Hörbuch von ihm sein sollte. Sprecher Matthias Koeberlin hat seine Sache auch wirklich gut gemacht, so dass es eine Freude und sehr angenehm war seinen Worten zu lauschen. Leider verhielt es sich mit der Story und auch den Protagonisten, für meinen Geschmack, da anders. Diese konnten mich diesmal leider nicht überzeugen. Fausto & Co. erschienen mir nicht greifbar und blass gezeichnet, die Story eindimensional und vorhersehbar. Irgendwie in sich nicht schlüssig, bzw. unfertig, so als sei lediglich ein Kapitel aus einem Buch herausgenommen worden und während Dreiviertel so vor sich hin geplätschert sind, hat das letzte Viertel dann versucht alle „Action“ aufzuholen. Absolut grandios waren jedoch Eschbachs Schilderungen von Klima, Land und Leuten. Hier ist es ihm so meisterhaft gelungen die beklemmende Stimmung und düstere Atmosphäre zu transportieren, dass ich mich beim Hören, am Liebsten meines Shirts und der langen Hose entledigt hätte.

Fazit: Erstmals, dass ich zu einem Eschbach sagen muss - kann man hören/lesen muss man aber nicht. Ein interessantes, jedoch recht fahles Gedankenexperiment.
Profile Image for Galladan.
400 reviews3 followers
Review of advance copy received from NetGalley
April 21, 2026
Kein erhobener Zeigefinger!

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach, erschienen im‎ Lübbe Verlag am 27. April 2026.

Fausto lebt in einer Zukunft, in der der Klimawandel sein heißes Gesicht zeigt. Ausser einer alten Frau und dem örtlichen Pfarrer und einer Bauernfamilie, die aber für sich lebt, haben die Bewohner den Ort und die erreichbaren Orte rundum verlassen. Fausto durchsucht die verlassenen Hütten nach Nahrung und nutzbaren Gegenständen. Der Süden ist unbewohnbar, der Norden nimmt niemanden mehr auf. Es geht ums nackte Überleben in der nicht endend wollenden Hitze. Ohne Jahreszeiten. Ohne Hoffnung. Dann taucht Valérie auf, die nicht wirklich weiß, woher sie kommt. Ihr scheint die enorme Hitze nichts auszumachen und Fausto schwebt im siebten Himmel, als sie bei ihm einzieht. Dann tauchen plötzlich Fremde im Dorf auf. Behaupten, die Frau gehöre zu ihnen.

Der Autor lässt eine Welt entstehen, die vor Hitze glüht. Kein Regen, keine Jahreszeiten. Ein großer Teil der Menschen wurden durch eine Pandemie getötet und nun geht es nur noch darum, wer sich die Ressourcen unter den Nagel reißt und überlebt.

Andreas Eschbach schreibt ohne Schuldzuweisungen. Der erhobene Zeigefinger bleibt unten. Dadurch schafft sein Roman eine Atmosphäre des unausweichlichen, düsteren, einsamen und die Zukunft scheint bedrückend.

Die Charakterbildung ist gut und ausreichend bei den Charakteren, die wenig eigene Handlung haben.

Gerade weil der Autor keine Anklage gegen uns erhebt, ist dieses Buch ein solcher Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich selbst fragt, ob er genug macht, um genau dieses Szenario zu verhindern. Sehr gut gemacht. Klare Kaufempfehlung.
Profile Image for Magnolia .
634 reviews3 followers
April 30, 2026
Beklemmendes Zukunftsszenario

Andreas Eschbach nimmt sich in seinem neuesten Roman INS FAHLE HERZ DES SOMMERS eines düsteren Zukunftsszenarios an, das angesichts des nicht zu leugnenden Klimawandels gar nicht so abwegig ist.

Fausto lebt als einer der wenigen noch verbliebenen Menschen in einem Ort, der weitgehend ausgestorben ist. Ein Pfarrer, eine alte Frau und eine Farmerfamilie sind noch da. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, Fausto hat sich in dem nicht sehr viel kühleren Keller eingerichtet. Seine Suche nach zurückgelassener Nahrung betreibt er akribisch, ein alter Kühlschrank dient dank Sonnenenergie für kühles Wasser, das zunehmend knapp wird.

Die meisten der Dorfbewohner haben sich in den kälteren Norden aufgemacht, Ansichtskarten zeugen von ihrem dort sehr viel angenehmeren Leben.

Als eines Tages eine junge Frau in Faustos Nachbarhaus erzieht, nimmt er Kontakt zu ihr, zu Valérie, auf. Ihr scheint die Hitze nichts auszumachen, jedoch trägt sie ein Geheimnis in sich, das Fausto erst sehr viel später erkennt.

Das Buch lebt von Überspritzungen, nichts anderes ist zu erwarten. Und doch zeigt es auf erschreckende Weise, wohin die Welt sich bewegt. Das Thema ist allgegenwärtig, die globale Erderwärmung geht einher mit extremen Wetterereignissen. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, die Folgen für die Menschheit sind deutlich spürbar. Hier ist es die unerträgliche Hitze, die Ernten vertrocknen und das Wasser verdunsten, die der Menschheit keinen Raum zum Leben lässt. Ein „beklemmendes Gedankenexperiment“, das nachdenklich stimmt.
38 reviews
April 28, 2026
Eschbach in Kürze

Das Hörbuch "Ins fahle Herz des Sommers" nach einem Buch von Andreas Eschbach, gut gelesen von Matthias Koeberlin, trifft mit seiner Thematik einer Geschichte rund um die Existenz in einer lebensfeindlichen, klimatisch veränderten Welt, leider immer noch voll ins Schwarze. Es ist die Geschichte von Fausto, der in einem aufgrund zunehmender Hitze verlassenen Dorfes im Norden mit wenigen Nachbarn die Stellung hält. Es kommt einem eigentlich nicht wie Zukunft, sondern eher schon wie Gegenwart vor. Anschaulich beschreibt Eschbach die neuen Lebensbedingungen mit dem Plündern von Vorräten in den verlassenen Häusern, Wasser als wichtigstem Gut und der täglichen Aufgabe, die Hitze so gut wie möglich von sich fernzuhalten. Seltsam wird es, als Fausto die Begegnung einer wunderschönen, eigenartigen Nachbarin macht...
Die Geschichte von "Ins fahle Herz des Sommers" scheint von Eschbach nur skizzenhaft ausgeführt worden zu sein. Die Darstellung der Charaktere, die Handlung...alles scheint in diesem (Hör-) Buch ein wenig zu kurz gekommen zu sein. Zudem fand ich es ein wenig erheiternd, wie der Sprecher die Frauenstimmen simuliert hat. Das hat mich ein wenig aus der Geschichte herausgebracht. Auch das Frauenbild, welches Eschbach bedient, ist mir etwas zu altbacken. Ich hoffe, dass sich da in der Zukunft eher mal was tut. Dennoch ist das Thema "Klimakrise" und "Leben in der Zukunft" sehr wichtig und daraus ergibt sich für mich, dass das Hörbuch nicht überflüssig ist.
Profile Image for Mariola Pijewski.
8 reviews1 follower
April 30, 2026
Fausto lebt in einem Welt , welche kann unsere Zukunft sein, ausgebrannte Erde, erbarmungslose Sonne und unerträgliche Hitze , von Menschen ist nicht viel übrig geblieben - eine Seuche hat nur die am Leben gelassen welche ein bestimmtes Gen haben. Die Tage verbringt er zu Hause, die Nächte beim plündern von leeren Häuser, die Paar Menschen in seinen Dorf kämpfen genau wie er mit die Hitze und ums Überleben und dann kommt Valerie uns stellt Faustos Welt auf der Kopf, er verliebt sich und hofft auf bessere Zeiten, aber die schöne Valerie hütet ein Geheimnis ...

Ein beindrückendes Buch welche noch lange wird in meine Kopf bleiben, weil die Szenario leider sehr realistisch ist , die Vision gefällt mir nicht aber die Geschichte doch. Einzige Minus Punkt von mir - die Charaktere, bis zum Ende habe ich zum Fausto und Valerie die Nähe gesucht aber nicht gefunden.

Sehr gut finde ich hier die Atmosphäre, die große Beklemmung, die düstere Gedanken und die herrschende Hoffnungslosigkeit ( bis zum Valerie Ankunft ) sind perfekt mit den Text verbunden, dann kommt bisschen Licht und Hoffnung , auch sehr gut spürbar und alles ist mit Prise geheimnisvoll gemischt, sehr gelungene Mischung.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und schnell zum lesen, der Autor schreibt klar und deutlich und seine Gedanken über unsere Zukunft haben mir gefallen , ohne philosophische Schnick - Schnack einfach die Tatsachen , sehr gut .
Profile Image for Denise.
668 reviews9 followers
Review of advance copy received from NetGalley
April 25, 2026
Die Welt überhitzt. Die Sonne brennt unbarmherzig und nur in den Ländern weit im Norden ist das Leben noch angenehm. Franco ist in seinem Dorf in Frankreich geblieben. Er begibt sich nachts auf die Suche nach Nahrung und tagsüber versucht er im Keller seines Hauses nicht zugrunde zu gehen. Das Leben ist hart. Bis eine geheimnisvolle Frau auftaucht.

"Ins fahle Herz des Sommers" ist der neuste Kurzroman von Andreas Eschbach und hat mich nicht überzeugen können. Ich mag Gedankenspiele, die sich mit "Was wäre, wenn?" zu Themen wie Klimawandel, Fortbestand der Menschheit und Überleben befassen. Doch Eschbach macht aus dem Gedankenexperiment eine stillstehende Geschichte ohne Spannung, Drang oder Verzweiflung. Schade!

Das gesamte Setting wirkte auf mich oberflächlich und nicht zu Ende gedacht. Die Figuren agieren nachvollziehbar, aber ich konnte nicht mit ihnen mitfühlen. Und auch das Auftauchen von Valerie, der geheimnisvollen Frau mit kalter Haut, bleibt spektakulär unspannend.

Bei der Hälfte des Romans habe ich aufgehört, denn mich hielt nichts an dieser Geschichte. Echt schade!
Profile Image for Goldensammy.
467 reviews5 followers
April 27, 2026
Die Sonne brennt seit Jahren erbarmungslos vom Himmel. Der Süden ist unbewohnbar und die Hitze unerträglich, der Staat nur noch Fassade. Wer über die nötigen Mittel verfügte, ist rechtzeitig nach Nordschottland, Grönland, Kanada oder Sibirien gezogen. Nur wenige Menschen sind, wie Fausto, in ihrer Heimat geblieben und kämpfen ums Überleben. Als eines Tages eine junge Frau auftaucht, der die Hitze nichts auszumachen scheint, verliebt Fausto sich und schöpft wieder Hoffnung. Allerdings ahnt er nicht, welches Geheimnis mit Valerie verbunden ist.
Kurze Kapitel und eindringliche Szenen schaffen eine Geschichte, die man sich nicht vorstellen möchte. An dem Punkt an dem Fausto und Valerie sich verlieben, hofft man auf ein Wunder, doch was dann kommt, hat bei mir Gänsehaut beim Lesen ausgelöst. Der Handlungsverlauf ist beklemmend und gleichzeitig interessant. Auch wenn die Figuren für mich nicht wirklich nahbar sind, passt es hier zum Gesamtbild. Ich weiß nicht, was ich noch dazu sagen soll. Andreas Eschbach hat hier ein fesselndes, wenn auch hoffnungsloses dystopisches Werk geschaffen, welches zum Nachdenken anregt.
163 reviews
April 28, 2026
Ich bin mit diesem Hörbuch bis zum Schluss nicht warm geworden

Es ist unheimlich heiß. Viele Einwohner des kleinen Dorfes sind in den Norden gezogen oder gestorben. Fausto und ein paar wenige Einwohner sind geblieben. Dann tauchen Fremde auf.

Meine Meinung

Eigentlich würde dieses Hörbuch genau in mein Beuteschema passen. Ich mag Dystopien und wenn sie noch realistisch sein können oder werden, um so mehr.

Leider aber überzeugte mich dieses gar nicht. Es lag nicht am Sprecher. Dieser gefiel mir sogar sehr gut. Er hat eine angenehme und leicht monotone Stimme. Passt wunderbar.

Mir fehlte die packende Spannung. Dies ist nicht mein erstes Buch/Hörbuch dieses Autors und ich mag seinen Schreibstil.

Die Personen kommen authentisch rüber und werden sehr gut erklärt und verständlich beschrieben. Einige für mich wichtige Sachen in diesem Buch wurden nur oberflächlich erwähnt und dann nicht weiter erklärt. Die offenen Fragen bleiben. Und plötzlich war das Buch fertig.

Ich kann nur 3 Sterne vergeben. Eigentlich eine sehr gute Idee, ein guter Sprecher, aber es wurde zu wenig daraus gemacht.

67 reviews
April 28, 2026
Die Zukunft so nah - Andreas Eschbach schafft es in diesem kurzen Roman ein düsteres Szenario zu entwerfen welches durchaus plausibel erscheint.
Aufgrund einer rapide einsetzenden Klimaerwärmung sowie einer Pandemie sind die überlebenden Menschen gezwungen in die nördlichsten Zonen umzusiedeln. Nur noch vereinzelt schaffen es ein paar wenige in den aufgegebenen Städten Mitteleuropas auszuharren. Einer von ihnen ist Fausto, der im Schutz der kühleren Nächte Lebensmittel sucht. Dann taucht plötzlich Valerie auf, eine junge Frau ohne Erinnerung aber ungewöhnlichen Eigenschaften.
Die beklemmende Atmosphäre, den Überlebenskampf und die wenigen Menschen finde ich sehr gut beschrieben. Schade, dass gerade der Part um Valeries Vergangenheit nicht weiter ausgebaut wurde.
Mir gefallen die Bücher von Andreas Eschbach, auch dieses ist erschreckend realistisch, daher sehr beklemmend.
Profile Image for Tina.
135 reviews28 followers
May 11, 2026
Hat interessant begonnen, aber leider nach dem ersten Drittel abgenommen...
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