Die Welt der Hexe MJ gerät aus den Fugen, als ihr eine wichtige Erinnerung gestohlen wird. Denn wenn sie sie nicht bis Weihnachten wiederbekommt, wird etwas Schreckliches passieren. In der Not bleibt ihr nichts anderes übrig, als ein riskantes Ritual zu wagen, doch es kommt anders als Ehe sie sich versieht, hat sie den finsteren Cian an sich gebunden, der ganz eigene Ziele zu verfolgen scheint. Obwohl er mit jeder Faser seines Körpers Schatten und Gefahr ausstrahlt, fühlt sich MJ auf eine Weise zu ihm hingezogen, die rein gar nichts mit Magie zu tun hat. Dabei ist er der Letzte, dem sie vertrauen sollte, scheint er doch mehr über sie zu wissen als sie selbst …
Cosy & spicy Romantasy-Einzelband für Weihnachten! Nur für kurze Zeit zum Einführungspreis von 99 Cent. Alternativ kannst du dieses Fantasy-Buch via Kindle Unlimited ausleihen und kostenlos lesen.
❄
Ich schaltete nicht schnell genug. Ohne mich zu berühren, wirbelte Cian herum, sodass ich plötzlich zwischen ihm und der Wand in meinem Rücken stand. Der Wand, an der er sich locker mit einem Unterarm abstützte, um sein Gesicht ganz nah an meines zu bringen. Mir blieb die Spucke weg, und meine Glieder wurden weich wie Pudding, als seine eigenen, ruhigen Atemzüge über meine Haut strichen. Sein Blick war einzig und allein auf meine Augen gerichtet, nahm mich gefangen und ließ mich nicht mehr los, als er »Dürfte ich dich bitten, mich nicht so anzuschreien?« Ich wagte es kaum noch, Luft zu holen. Das geringste Heben meiner Brust hätte dafür gesorgt, dass sie auf seine traf, so dicht befand sich sein Körper an meinem. Nicht zum ersten Mal wurde ich Opfer der drohenden Gefahr, die er mit jeder Faser ausstrahlte. Seiner schattenhaften Aura, die, obwohl sie jetzt nicht sichtbar war, auf mich überzugehen und mich mit ihrer kalten Berührung vorzuwarnen schien, was passieren würde, wenn ich mich nicht benahm. Aber Warnungen hatten bei mir noch nie etwas bezweckt. Ich legte den Kopf in den Nacken, sodass sein Mund nur ein kurzes Stück von meinen entfernt war. »Oder sonst?« Cian, der sich die meiste Zeit über in Zurückhaltung übte, rückte kein bisschen von mir ab. Im Gegenteil. Ich bildete mir ein, dass er mir umso näher kam, bis nur noch ein winziger Hauch gefehlt hätte, dass unsere Lippen miteinander verschmolzen. Und ich konnte schwören, dass ihm das genauso bewusst war wie mir. Denn sein Blick glitt hinab zu meinem Mund, ehe er leise »Sonst müsste ich dich zum Schweigen bringen.«
Annie Waye ist eine junge Autorin mit einer alten Seele. Sie ist auf der ganzen Welt zu Hause und seit jeher der Magie der Bücher verfallen. Sie schreibt, um den phantastischen Charakteren und fremden Orten Leben einzuhauchen, die sie seit ihrer frühesten Kindheit nicht mehr loslassen. Wenn sie nicht gerade an Romanen arbeitet, veröffentlicht sie Kurzgeschichten und bereist die Welt auf der Suche nach ihrem nächsten Sehnsuchtsort.
Ich hatte Anfangs keine hohen Erwartungen an das Buch und fand den Einstieg recht langsam. Doch zum Glück hab ich weitergelesen, denn es war ganz große Klasse! Selten schafft es ein Buch mich wirklich laut zum Lachen zu bringen, aber dieses Buch und vor allem MJ haben es ständig geschafft. Nicht nur ein leichtes Schmunzeln, sondern richtiges lautes Lachen. Die Charaktere waren komplex und man musste sie einfach lieben. MJ ist stark, zielstrebig, lustig und trotzdem hat sie auch ihre verletzliche und einsame Seite. Und Cian ist eine phantastische Mischung aus dem mysteriösen Bad-Boy und dem pflichtbewussten schüchternen Jungen von Nebenan. Wie das geht fragt ihr euch? Lest es am besten selbst, dann versteht ihr es. Dass Cian der Geist der zukünftigen Weihnacht ist, finde ich außerdem richtig einfallsreich und auch wenn er trotzdem ein Shadow-Daddy ist (😉) fühlte es sich nicht ausgelutscht an. Ich habe gelacht, geweint und mitgefiebert. Das Buch hatte wirklich alles, was ich von einem guten Buch erwarte. Ich kann es nur zu 100% empfehlen!
Ich habe lange akzeptiert, dass ich vermutlich ein hoffnungsloser Weihnachtsmuffel bin – und Christmas Curse hat daran leider nichts geändert. Aber: Das ist kein Vorwurf an das Buch. Statt überzuckerter Weihnachtsromantik setzt die Geschichte auf eine eher zurückhaltende, leicht mystische Winteratmosphäre. Schneefall, Lichter und Weihnachtsmärkte in London sind präsent, aber dezent im Hintergrund. Wer also Angst vor Glöckchen-Overkill und Zwangsbesinnlichkeit hat, kann hier beruhigt zugreifen.
Im Mittelpunkt steht die Hexe MJ, die eines Morgens aufwacht und sofort spürt, dass etwas Entscheidendes fehlt. Keine Kleinigkeit, sondern eine Erinnerung, deren Abwesenheit sich falsch anfühlt. Getrieben von dem Gefühl, dass sie diese unbedingt vor Weihnachten zurückgewinnen muss, greift sie zu einer naheliegenden Lösung: Sie will den Geist der vergangenen Weihnacht beschwören. Schließlich klingt das nach genau der richtigen Adresse für verlorene Erinnerungen. Dass stattdessen Cian, der Geist der zukünftigen Weihnacht, vor ihr steht, war so sicher nicht geplant.
Cian ist grummelig, still, distanziert und emotional so zugänglich wie ein Eisblock in der Arktis. Er kommentiert MJs Handlungen ausschließlich dann, wenn sie in seinen Augen absolut idiotisch sind, und selbst dann eher widerwillig. Obwohl er an sie gebunden ist, hat er keinerlei Ambitionen, ihr aktiv zu helfen oder ihr mehr Informationen zu geben, als unbedingt notwendig. MJ versucht, ihn mit schamlosem Flirten aus der Reserve zu locken – mit mäßigem Erfolg. Schnell wird klar: Sie hat sich einen Weihnachtsgeist angelacht, der Professionalität über alles stellt und Gefühle als störenden Systemfehler betrachtet.
MJ selbst ist eine sympathische, pragmatische Protagonistin. Als schwarze Hexe arbeitet sie als Totenbeschwörerin und jobbt nebenbei in Abes Antiquariat. Sie ist entschlossen, ihre Erinnerung zurückzubekommen, egal was es kostet – und beweist dabei ein bemerkenswertes Talent, sich zusätzlich selbst zu verfluchen. Plötzlich wird sie regelmäßig von Gestaltwandlern attackiert und steht nicht nur vor der Aufgabe, ihre Erinnerung wiederzufinden, sondern auch herauszufinden, wie sie diesen Fluch loswird. Multitasking auf magischem Niveau.
Zwischen MJ und Cian entwickelt sich eine Dynamik, die vor allem von Gegensätzen lebt. Sie ist impulsiv, emotional und hartnäckig, er kontrolliert, kühl und streng an die Ordnung der Dinge gebunden. Trotz seiner Distanz knistert es spürbar zwischen ihnen – auch wenn dieses Knistern von Cians Seite eher einem ausgewachsenen Schneesturm gleicht. Nähe wird von ihm konsequent als Fehler abgestempelt, während MJ langsam merkt, dass sie Gefühle für jemanden entwickelt, der offiziell gar keine haben sollte.
Das Worldbuilding ist einer der stärkeren Aspekte des Buches. Die Geschichte spielt im weihnachtlichen London, doch unter der Oberfläche existiert eine verborgene magische Welt. Geister, Dämonen und Hexen leben im Untergrund, so gut verborgen, dass sie sich teilweise nicht einmal gegenseitig erkennen. Besonders interessant sind die Weihnachtsgeister, die nicht nur zur Weihnachtszeit aktiv sind, sondern grundsätzlich der Ordnung der Dinge dienen. Sie erscheinen Menschen, die dabei sind, einen Weg einzuschlagen, der die Welt ins Chaos stürzen könnte – Mitgefühl ist dabei optional.
Auch die Hexenwelt folgt klaren Regeln. Es gibt helle Hexen, die heilen oder die Zukunft sehen, und dunkle Hexen wie MJ, die sich mit Tod und Beschwörungen befassen. Gerade bei der Totenbeschwörung gelten strenge Gesetze: Es dürfen nur Geister beschworen werden, die maximal 24 Stunden tot sind. Alles andere endet in einer Katastrophe. Dass MJs Eltern bei einem solchen verbotenen Versuch ums Leben kamen, verleiht der Geschichte zusätzliche emotionale Tiefe und zeigt, dass Magie hier echte Konsequenzen hat.
Der Plot entfaltet sich ruhig, aber stetig. Der Zeitdruck entsteht weniger durch eine tickende Uhr als durch die zunehmende Gefahr und den emotionalen Einsatz. Der große Twist – dass MJ Cian nie beschworen hat und ihre Erinnerung absichtlich von Boudica gestohlen wurde, um sie vor einem falschen Weg zu bewahren – trifft unerwartet hart. Der Verrat schmerzt, vor allem weil MJ zu diesem Zeitpunkt bereits Gefühle für Cian entwickelt hat. Gleichzeitig muss auch er erkennen, dass er mehr ist als nur ein Werkzeug der Ordnung und dass Wünsche, Bedürfnisse und Liebe nicht automatisch Chaos bedeuten.
Der Schreibstil von Annie Waye ist durchgehend flüssig und angenehm zu lesen. Die Seiten lassen sich mühelos weglesen, Dialoge funktionieren gut, und die Geschichte bleibt zugänglich. Trotzdem hatte ich während des gesamten Buches das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Nicht konkret benennbar, nicht offensichtlich falsch – eher dieses diffuse Empfinden, dass die Geschichte an manchen Stellen noch etwas mehr Raum, Tiefe oder Konsequenz hätte vertragen können. Das ist schade, weil das Konzept stark und innovativ ist.
Unterm Strich ist Christmas Curse ein kreatives, magisches Winterbuch mit einer frischen Idee, stimmigem Worldbuilding und einer interessanten Figurenkonstellation. Es hat mich nicht zum Weihnachtsfan gemacht, aber gut unterhalten. Für mich bleibt es ein solider 4-Sterne-Read, der zeigt, wie viel Potenzial in dieser Geschichte steckt – auch wenn es nicht vollständig ausgeschöpft wird.
Wir treffen in der Geschichte auf MJ, eine junge, etwas chaotische Schwarzmagierin, die wir auf einer Reise mit dem Weihnachtsgeist begleiten. Mir fällt es relativ schwer, die Rezi zu schreiben, denn ich mag die Geschichte, jedoch hat sie sich stellenweise gezogen und lange ist nicht viel passiert. Gegen Ende des Buches wurde es dann aber doch sehr spannend und ich habe richtig mitgefiebert (auch ein paar Tränchen kamen). MJ ist als Hauptprotagonistin sehr anstrengend und Cian … uff, ein sehr spannender Mann. 🤭 Der Spicy-Anteil ist nicht zu wenig. Das winterliche Londoner Setting gefällt mir sehr. Alles in allem ist es eine tolle Geschichte.
[𝕂𝕝𝕒𝕡𝕡𝕖𝕟𝕥𝕖𝕩𝕥:]
Wenn die Weihnachtsgeschichte zum Fluch wird ...
Die Welt der Hexe MJ gerät aus den Fugen, als ihr eine wichtige Erinnerung gestohlen wird. Denn wenn sie sie nicht bis Weihnachten wiederbekommt, wird etwas Schreckliches passieren. In der Not bleibt ihr nichts anderes übrig, als ein riskantes Ritual zu wagen, doch es kommt anders als geplant: Ehe sie sich versieht, hat sie den finsteren Cian an sich gebunden, der ganz eigene Ziele zu verfolgen scheint. Obwohl er mit jeder Faser seines Körpers Schatten und Gefahr ausstrahlt, fühlt sich MJ auf eine Weise zu ihm hingezogen, die rein gar nichts mit Magie zu tun hat. Dabei ist er der Letzte, dem sie vertrauen sollte, scheint er doch mehr über sie zu wissen als sie selbst …
Eine interessante, spicy Weihnachts-Romantasy, die sich locker und mit einer Prise Humor lesen lässt. Die Geschichte dreht sich um MJ, eine Schwarzmagierin aus London, der eine wichtige Erinnerung gestohlen wurde. Aus Verzweiflung führt sie ein Ritual durch, um einen Geist um Hilfe zu bitten – doch statt des gewünschten Wesens erscheint Cian: dunkel, mysteriös… und natürlich sexy. MJ hat mich zwischendurch etwas genervt, weil sie sich teilweise wirklich kindisch verhalten hat und manchmal ein wenig delulu wirkte. Trotzdem war die Geschichte insgesamt cozy und unterhaltsam, und auch der Spice-Anteil war für meinen Geschmack vollkommen in Ordnung.