Cleo ist smart, lässig und voller ungeahnter Abgründe. Als Ingenieurin in der Automobilindustrie arbeitet Cleo in einer Männerdomäne – und am offenen Herzen der strauchelnden deutschen Wirtschaft. Ihr Team soll die Entwicklung eines Elektromodells vorantreiben, doch getrieben werden sie vor allem vom Speiseplan der Kantine. Cleo glaubt nicht an Konventionen oder an Arbeit am Wochenende und auch nicht daran, als Frau in der Technik irgendetwas repräsentieren zu müssen. Doch dann tritt sie in eine Konkurrenzsituation mit ihrem Kollegen Martin, aus der sich eine beidseitige Obsession entwickelt. Für Cleo geht es nicht nur um ihre berufliche Zukunft, sondern auch darum, sich nicht von einem Mann ausbooten zu lassen.
Werbung | Eine ironische Hommage an den patriarchalen Büro-Smalltalk und Office-Challenges als Frau.
Ein super spannendes Buch, das die Leserin mit in den ganz normalen Büro-Alltag eines jeden Männer-geprägten Unternehmens, einläd. Tag für Tag die Ach-So-Wichtigen-Gespräche, die Martins, Bernhards und wie sie alle heißen, die sich über Sprichwörter nur allzu gerne den Kopf zerbrechen, aber beim Gendern das reine Kotzen bekommen. Mittendrin steckt Cleo, die mit ihrem Kollegen um ein China-Projekt buhlen soll.
Auf der einen Seite war das Buch so unglaublich ermüdend, weil es einfach so realitätsnah ist. Nicht wenige der Gespräche habe ich auch schon oft geführt, nicht wenige Gedanken habe ich auch schon gedacht. Frauen werden immernoch (ja Martin) anders und häufiger bewertet als Männer und gerade in Männer-dominierten Berufen, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es da genau so läuft, wie beschrieben.
Ich kann das Buch vor allem Frauen in technischen Berufen empfehlen, ich denke ihr fühlt euch da vielleicht gut abgeholt. Unbelesenen/ unfeministischen Personen würde ich dann doch eher die feministischen Basics zuerst empfehlen, für dieses Buch braucht mann schon ein bisschen Vorwissen um zwischen den Zeilen zu lesen..
Es fühlt sich an wie ein besonders anstrengender Bürotag – nur ohne Feierabend. Der Roman begleitet eine Frau in der Automobilindustrie, die sich in einem internen Konkurrenzkampf gegen einen männlichen Kollegen behaupten muss. Was dabei entsteht, ist eine Art „Stromberg“ in der Industrie: überspitzt, satirisch, stellenweise bodenlos – und leider oft erschreckend real, besonders aus weiblicher Perspektive.
Stark ist vor allem die Darstellung des Ungleichgewichts: kompetente Frauen voller Selbstzweifel treffen auf Männer mit fragwürdigem Können, aber umso größerem Ego. Die Dialoge wirken dabei authentisch, aber auch wirr und teilweise ermüdend – eben wie echter Büroalltag, nur dass man hier nicht einfach Feierabend machen kann.
Der Roman zeigt die Hürden einer Frau in einer männerdominierten Branche treffend auf, bleibt dabei aber etwas zu zurückhaltend. Ein bisschen mehr Witz und vor allem eine wütendere, mutigere Protagonistin hätten dem Ganzen gutgetan. So bleibt ein klug beobachtendes, leicht frustrierendes Buch, das mehr schmerzt als unterhält.