Er nennt sie Mačak – Kater – oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante – nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen. Ein außergewöhnlicher erster amüsant, zärtlich, ernst.
charaktere so on point, so lustig und gleichzeitig so fucking herzzerreißend (as a fellow tochter einer kranken mutter hat das ganz viel mit mir gemacht, vielleicht zu viel, musste doll schlucken)
Ein wunderbar kurzweiliges und lustiges Buch über Trauer und Familie, die Figuren haben Tiefe und mit filmischer Sprache wird alles gezeigt, wenig einfach nur gesagt. Von mir aus hätte es noch 50 Seiten länger sein dürfen.
Sie bietet Benny Schnee an. Er probiert. »Und. Gut?« »Ja, irgendwie nicht so säuerlich wie der Schnee, den man immer als Kind gegessen hat.« Ich bin froh, dass Benny wieder redet. Auch Blondie probiert. »Vom Feinsten.« Mein Vater ist enttäuscht, dass wir österreichischen Schnee essen. »Muss ich mir Sorgen um euch machen?« »Ja.« »Um mich musst du dir keine Sorgen machen«, sagte Blondie. »Nein, du bist schwer okay. Meine trotteloiden Kinder sind das Problem.«
Super schönes Buch wo die Charaktere auf den Punkt getroffen sind. Die Erzählung springt in verschiedenen Zeiten und zugleich schlängelt sich die Geschichte und Darstellung der Figuren an einem perfekten roten Faden entlang. Sehr schön, regt zum nachdenken an und hilft die eigene Familie besser zu verstehen und ein Miteinander zu harmonisieren. Für mich auf jeden Fall 5 Sterne, wenn man Bücher mag, wo die Figuren im Vordergrund stehen, ohne Spannung mit einem wohligen Gefühl und toller schnörkelloser Sprache.
ich finde zu sagen, dass ein buch “klug” ist komplett abgedroschen und bescheuert aber dieses buch ist tatsächlich klug. war für mich bis jetzt das ehrlichste buch zum thema trauer und hatte hier und da pipi in den augen.
Ich habe zu Diamanten von David Vajda gegriffen, weil ich mich wieder einmal bewusst auf eine Neuerscheinung eines deutschen Autors einlassen wollte. Leider wurde ich enttäuscht.
Der Roman erzählt von vier erwachsenen Geschwistern, die nach dem Tod ihrer Mutter auf unterschiedliche Weise mit ihrer Trauer, ihrer Familie und ihrer Vergangenheit konfrontiert werden.
So vielversprechend dieser Ansatz auch klang, so wenig konnte mich die Umsetzung überzeugen.
Mein größtes Problem war der Schreibstil. Er wirkte auf mich eher gekünstelt als originell. Mal bestehen die Kapitel aus ellenlangen, verschachtelten Sätzen, dann wieder aus extrem kurzen abgehakten Sätzen. Hinzu kommen zahlreiche Wortwiederholungen und eine Erzählweise, die ich schlicht nicht nachvollziehen konnte: Immer wieder wird ein Satz zunächst in direkter Rede wiedergegeben und unmittelbar danach noch einmal indirekt erzählt. Diese Dopplungen ziehen sich durch das gesamte Buch und haben für mich keinerlei erzählerische Funktion geboten, im Gegenteil, sie haben meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen.
Ebenso wenig erschlossen sich mir die englischsprachigen Passagen. Das Englisch war zwar leicht verständlich, dennoch habe ich mich ständig gefragt, warum diese Stellen überhaupt auf Englisch geschrieben wurden. Für mich hatte das keinen erkennbaren Mehrwert und wirkte eher wie ein weiteres Stilmittel, das um seiner selbst willen eingesetzt wurde.
Auch die Handlung konnte mich leider nicht überzeugen. Viele Themen wie Trauer, familiäre Beziehungen, die Dynamik zwischen den Geschwistern oder das Verhältnis zu den Eltern werden zwar angerissen, für mein Empfinden aber nie wirklich vertieft. Es wirkte auf mich, als hätte der Roman viele Ideen, ohne daraus eine zusammenhängende Geschichte zu entwickeln.
Ich hatte häufig den Eindruck, dass der Roman unbedingt literarisch und besonders wirken wollte dabei gerieten Inhalt und Erzählfluss für mich in den Hintergrund.