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Ultramarin

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Die Sommer gehören Lou und seinem charismatischen Freund Raf, dessen Anziehungskraft sich niemand entziehen kann, am allerwenigsten Lou. Doch diesmal ist es Auch die blonde Nora steigt mit ins Auto an die dänische Küste. In einem alten Ferienhaus in den Dünen leben die drei in den Tag hinein, springen in die Wellen, rauchen, kochen, streichen umeinander herum. Was von außen wie ein unbeschwerter Urlaub scheint, eröffnet in dieser neuen Konstellation langsam dunkle Abgründe. Lou ist sich auf einmal nicht mehr Will Raf noch seine Nähe oder verachtet er ihn für seine Ergebenheit? Und warum verschwindet Nora eines Nachmittags ohne ein Wort? Ann-Christin Kumms Debüt ist ein psychologisch meisterhaft konstruiertes und erotisch flirrendes Spiel mit Macht, Manipulation und Begehren.

213 pages, Kindle Edition

Published March 17, 2026

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About the author

Ann-Christin Kumm

1 book1 follower

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Community Reviews

5 stars
54 (17%)
4 stars
147 (46%)
3 stars
77 (24%)
2 stars
27 (8%)
1 star
8 (2%)
Displaying 1 - 30 of 62 reviews
Profile Image for le.lyssa.
176 reviews613 followers
February 2, 2026
Wie Zoë Beck sagt: Man liest nur kurz rein – und merkt sofort, dass es ein besonderer Roman ist, den man nicht mehr weglegen kann.“

Seit Jahren verbringen Raf, seine Schwester Sophie und ihr Freund Lou die Sommerferien gemeinsam – mal am Mittelmeer, diesmal an der dänischen Küste. Doch Sophie sagt kurzfristig ab; Nora, eine flüchtig bekannte Freundin springt ein. So reisen schließlich Raf, Lou und Nora in einer ungewöhnlichen – und für Lou schwierigen – Konstellation an.

Raf hat mich total an Champbell Eliot aus „The Society” erinnert. Er ist so bedrohlich, dass man ihn nicht aus den Augen lassen möchte und gleichzeitig möchte man keine Minute zu viel in seiner Nähe verbringen.

„Ultramarin“ ist für alle, die gerne gedrehte Zigaretten rauchen und Bock auf eine fesselnde Geschichte haben, die ihre Spuren beim Lesen hinterlassen.
Profile Image for Melody.
2 reviews1 follower
April 15, 2026
selten Charaktere so gehasst (:
Profile Image for lotti.
33 reviews5 followers
June 2, 2026
Mochte überhaupt nichts daran.
Profile Image for Fabienne Trier.
20 reviews86 followers
April 29, 2026
Hat Spaß gemacht aber aus unerklärlichen Gründen dachte ich die ganze Zeit dass Lou eine Frau ist??
Profile Image for Sophie K..
8 reviews1 follower
March 22, 2026
Die Geschichte saugt einen von der ersten Seite an in sich hinein und lässt einen erst los, wenn die letzte Seite gelesen ist. Und selbst dann lässt sie einen nicht wirklich gehen.
Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit: In der Gegenwart verbringt Lou den Sommerurlaub mit seinem besten Freund Raf. Diesmal ohne Rafs Schwester Sophie, dafür mit ihrer Freundin Nora, die das vertraute Gefüge von Grund auf durcheinanderbringt. Die Vergangenheitsstränge zeigen, wie das toxische Band zwischen Lou und Raf entstanden ist und wie es sich Stück für Stück enger geknüpft hat. Dieses Wechselspiel macht die kranke Dynamik zwischen den beiden so greifbar und beklemmend.
Ultramarin ist kein Buch, das es einem leicht macht. Es lässt die Nackenhaare zu Berge stehen und trotzdem ist es unmöglich, es aus der Hand zu legen. Fast jede*r Leser*in wird sich in diesen stillen Machtverschiebungen wiederfinden und eigene Beziehungskonzepte neu hinterfragen. Dass alle Figuren queer sind, ist dabei kein aufgesetztes Merkmal, sondern fühlt sich selbstverständlich und richtig an.
Kumms Schreibstil braucht am Anfang etwas Eingewöhnung, entfaltet aber schnell eine außergewöhnliche Kraft. Besonders in der Art, wie sie Gefühle und Situationen in Worte fasst. Für ein Debüt ist das bemerkenswert stark.
Das Ende wirkt im Vergleich zu allem Vorherigen etwas gehetzt. Die starken Gefühle und die Spannung, die über den ganzen Roman aufgebaut wurden, finden dort nicht ganz den Abschluss, den sie verdient hätten. Das schmälert den Gesamteindruck aber kaum.
Fazit: Anziehend, abgründig und unvergesslich. Unbedingte Leseempfehlung.
Profile Image for Lucie.
459 reviews6 followers
March 31, 2026
Ich habe schon einige Bücher zu toxischen Beziehungen, Gewalt und schwierigen Persönlichkeiten gelesen, und trotzdem war dieses Hörbuch nochmal ganz anders. Dabei fand ich die Dynamiken zwischen den Figuren spannend zu „beobachten“, auch wenn ich Lou gerne die Hälfte der Zeit geschüttelt hätte. Allerdings war mir das, was wahrscheinlich als schockierende Wendung gedacht war, schon nach der Hälfte des Werkes viel zu offensichtlich. Dazu kommt, dass mir das Ende dann doch zu rasant war, wodurch ich etwas unzufrieden zurückgelassen wurde. Hingegen keineswegs zu bemängeln habe ich Jannik Schümann, dessen Stimme das Hörerlebnis genießbar gemacht hat. Somit gibt es einige positive und negative Aspekte, weswegen ich eine Gesamtbewertung von 3 Sternen geben würde. (Ich bedanke mich bei NetGalley für das Bereitstellen des Hörbuchs!)
Profile Image for WildesKopfkino .
1,129 reviews10 followers
May 1, 2026
Es beginnt wie ein flirrend leichter Sommer! Lou, Raf und plötzlich auch Nora treiben gemeinsam durch warme Tage an der dänischen Küste. Doch hinter salziger Luft und scheinbarer Freiheit brodelt etwas Unausgesprochenes, das sich langsam und unaufhaltsam entfaltet.

Ich bin ehrlich: Mich hat dieses Buch eher verstört als verführt. Die Dynamik zwischen den Figuren fühlte sich für mich wie ein Fiebertraum an, ein Spiel aus Nähe und Distanz, das mich eher genervt als gefesselt hat. Lou wirkte auf mich oft erschreckend naiv! Keine der Figuren hat mich wirklich erreicht, ich blieb eher eine stille Beobachterin am Rand.

Der Schreibstil ist in Ordnung. Die fehlende wörtliche Rede hat mich auf Abstand gehalten, ich konnte kaum richtig eintauchen.
Am Ende blieb für mich kein nachhaltiges Gefühl, es überraschte mich übrigens auch überhaupt nicht das die Story so zu Ende ging!
Profile Image for Alina.
31 reviews4 followers
April 8, 2026
"Manchmal, sagte sie, denke ich, wir waren alle schon verdammt, als wir auf die Welt kamen. Nazis und Klimawandel, mehr gibt es für uns nicht mehr."

Ultramarin ist ein besonderes Buch, von dem ich auch jetzt, einen Tag nachdem ich es zu Ende gelesen habe, nicht ganz weiß wie ich es bewerten soll. Der Schreibstil von Ann-Christin Kumm ist besonders, einerseits sprachlich künstlerisch, andererseits fliegt man trotzdem nur so durch die Seiten.
Die Autorin hat eine ganz besondere Art und Weise zu erzählen, sodass man das Buch kaum weglegen kann.

Die Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen, obwohl alle Figuren nicht wirklich sympathisch waren. Als Leser erfährt man alles durch Lous Perspektive, bei der ich manchmal echt den Kopf schütteln musste. Ann-Christin Kumm schafft es sehr authentisch die toxische Beziehung zwischen Lou und Raf darzustellen. Mithilfe von verschiedenen Zeitebenen erfährt man, wie sich die beiden kennengelernt haben und wie es zu der heutigen Situation gekommen ist. Man merkt schnell, dass so ziemlich alles in dieser Beziehung falsch läuft aber versteht irgendwie auch die widersprüchlichen Gedanken die Lou in sich trägt.

Der einzige Minuspunkt ist, dass das Ende ziemlich abrupt kam und ziemlich schnell abgehandelt wurde. Da hätten ein paar Seiten mehr der Geschichte sehr gut getan, zumal es sich gegen Mitte des Buchs ein wenig gezogen hat.
Profile Image for Simon Dirksen.
24 reviews
June 14, 2026
Es ist ein kurzes Buch, das mich nicht losgelassen hat - man kann es an einem sonnigen Sonntag durchlesen. Man darf aber nicht damit rechnen, eine seichte, leichte Urlaubslektüre vor sich zu haben - es handelt sich, obwohl es praktisch nur im Sommer spielt, um teils düsteren, in jedem Fall anstrengenden Stoff.

Wir haben hier eine Coming-of-Age-Story, die auf zwei Ebenen erzählt wird: Das Jetzt, in dem die beiden Hauptfiguren (einer davon der Erzähler) mit einer dritten Person eine Woche in Dänemark zum Sommerurlaub verbringen. Und Episoden (oft ebenfalls gemeinsame Sommerurlaube) seit dem Kennenlernen von Erzähler und zweiter Hauptfigur im Teenageralter über zehn Jahre zuvor.

Dabei dreht sich Alles um die Passivität, die Ergebenheit, die Unterwürfigkeit des Erzählers gegenüber der zweiten Hauptfigur und wie er über den Lauf der Zeit sämtliche Redflags ignoriert und sich mangels ausreichender Reflexionsgabe immer stärker manipulieren lässt. All das wird in einer alternativlosen Vehemenz dargestellt, sodass ich kein Mitleid mit ihm, seinen Erlebnissen und seinen Verletzungen, seinen Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten aufbauen kann. Stattdessen sind die beiden zentralen Charaktere, auf denen das Buch aufgebaut ist, von Beginn an unsympathisch und ich fand sie mit jeder weiteren Seite schlimmer. Gerade der Erzähler wird vor dem Hintergrund seiner fehlenden Einsicht immer nervtötender.

Die Chance, all diese Spannungen und Untiefen am Ende aufzulösen, vergibt die Autorin, in dem sie beide Erzählstränge im Extremen kulminieren lässt, was den Ereignissen eine überaus drastische Unwahrscheinlichkeit zukommen lässt (auch wenn diese Enden mich letztlich nicht gänzlich überrascht haben).

Einziger Pluspunkt: Homosexualität spielt eine erfreulich nonchalante Rolle und tritt in verschiedenen Momenten völlig zwanglos hervor, ohne dass ihre Thematisierung eine politische Funktion erfüllen muss. Zudem ist das mann-männliche Begehren zwischen Erzähler und zweiter Hauptfigur aus meiner Sicht nicht so besonders, weil es sich um zwei Männer handelt, sondern eben wegen der massiven Abhängigkeit, die geschildert wird (und was ich, wie oben beschrieben, wenig ansprechend fand). Die psychologische Komponente überlagert die geschlechtliche hier völlig (auch wenn man natürlich immer fragen kann, inwiefern das eine das andere nicht beeinflusst ...), was wiederum ein erfrischendes Merkmal im Vergleich zur ansonsten landläufigen literarischen Berücksichtigung von Homo- und Bisexualität ist.

Fazit: Empfehlen kann ich "Ultramarin" nicht, aber ich möchte keinesfalls davon abraten. Vielleicht können andere dem Werk deutlich mehr abgewinnen.
91 reviews
May 9, 2026
Eindringlich und atmosphärisch
Mit ihrem Debüt-Roman "Ultramarin" legt Ann-Christin Kumm das perfekte Buch für den Sommer vor. Ebenso lebendig wie die Sommeratmosphäre, fängt die Autorin die Spannungen und Dynamiken zwischen ihren Figuren ein. Der Erzählstil von Kumm ist zurückhaltend, fast skizzenhaft, was jedoch keineswegs zu Lasten der Erzählung geht. Es ist vielmehr so, dass die Lücken und Leerstellen eigene Spekulation auslösen und Spannung hervorrufen. So viel Geschick und Gespür für Spannung zeigt Kumm ebenfalls bei der Handlungsführung. Bei einem wiederkehrenden Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit lässt die Autorin, die Leserin und Leser lange im Unklaren, erschafft aber zugleich ein Gefühl der Dringlichkeit. "Ultramarin" von Ann-Christin Kumm ist ein eindringlicher und atmosphärischer Sommerroman der anderen Art.
Profile Image for hannahᖭི༏ᖫྀ.
142 reviews4 followers
March 30, 2026
es ist mir so schwer gefallen lou zu mögen aber tief in meinem inneren habe ich gespürt, dass er einer von uns ist. das er selber tief in meinem inneren verankert ist und er eine kleine version meiner abhängigkeit verkörpert, die das toxische nicht loslassen kann und sich immer wieder verletzen lässt. durch lou habe ich gelernt, dass es nicht wichtig ist anderen menschen zu gefallen und dafür zu sorgen, dass sie glücklich sind und ein zufriedenes leben leben können. die eigene selbstliebe und zufriedenheit ist das wichtigste, was man einem selber beibringen muss.

der schreibstil der autorin lädt dazu ein sich auf eine umfangreiche, fesselnde und überraschende erzählung einzulassen. der switch zwischen vergangenheit und gegenwart lässt darauf erahnen (oder vielleicht auch nicht), was in naher zukunft herausgefunden wird und lässt einen beim lesen nicht los.
Profile Image for Sarah.
195 reviews15 followers
January 10, 2026
"Manchmal, sagte sie, denke ich, wir waren alle schon verdammt, als wir auf die Welt kamen. Nazis und Klimawandel, mehr gibt es für uns nicht mehr."

"Ich wünschte mich fort. Ich hätte, dachte ich, nicht mitkommen sollen. Hätte laufen gehen sollen oder mir den Fuß brechen, Hauptsache, nicht hier sein."

"Sie irritierte mich, wie wenn man ein Kleidungsstück tragen muss aus einem ungewohnten Stoff. Einem, den man sonst vermeidet."

"In der Stille klang das Geräusch, mit dem wir in unsere Croissanthälften bissen, wie einstürzende Häuser."
Profile Image for Leonie.
206 reviews7 followers
March 22, 2026
“In der Stille klang das Geräusch, mit dem wir in unsere Croissants bissen, wie einstürzende Häuser.”

3.5*
Profile Image for kati.
19 reviews1 follower
June 27, 2026
bin seltsam hin und hergerissen zwischen 1 & 5 ⭐️
Profile Image for Alannah.
66 reviews14 followers
June 3, 2026
After 70 pages, I simply couldn’t face another one. Life’s too short, so I googled the ending instead. No regrets.
Profile Image for Maira Lütke.
20 reviews1 follower
May 25, 2026
„er wollte mich nur verletzen. Darin war er von Anfang an gut gewesen. Oder: Ich war gut darin, verletzt zu sein.“
Profile Image for herrzett.
103 reviews5 followers
June 17, 2026
"Der leblose Körper ruht dicht vor dem Holzstapel, die Augen zur Decke gerichtet, leer. Der Mund steht leicht offen. Halb Lächeln, halb Verblüffung. Ein Arm ist in einem seltsamen Winkel abgespreizt [...] Sie hätte nicht mitkommen dürfen. Ich hätte das nicht zulassen dürfen. Hinterher weiß man so etwas."

Vielleicht hat es sich auch schon vorher angebahnt und Lou wollte es einfach nicht wahrhaben? "Der leblose Körper..." so beginnt dieser toxisch aufgeladene Beziehungs-/Spannungsroman Ultramarin von Ann-Christin Kumm. Eigentlich war alles anders geplant, Lou und sein Freund Raf, dessen Schwester Sophie und Nora, eine Freundin von ihr, wollten gemeinsam Urlaub an der dänischen Küste machen. Doch Sophie ist kurzfristig abgesprungen und so fahren sie nun zu dritt, zum Ferienhaus von Rafs Familie. Zunächst ein sehr unbeschwertes Bild, die Wellen, die Idylle, das Kennenlernen... doch mit jeder weiteren Seite bekommt die Fassade Risse, in Rückblenden lernen wir Lous und Rafs Geschichte kennen, ihre Liebe und Schulzeit, erfahren von den früheren gemeinsamen Urlauben und von Jakob. Es entsteht eine toxische Dynamik oder war sie schon immer da? Und als Nora dann plötzlich eines Nachmittags verschwindet... bei dem Anfang?

Insgesamt ist es ein wohlkonstruierter, sehr aufgeladener Roman mit mehreren Spannungsbögen und ergänzenden Rückblenden. Eigentlich ein sehr geschickt gemachter Text, denn durch das vorweggenommene Unglück wird man als Leser*in sofort mitgerissen, stellt Vermutungen auf und versucht Entwicklungen zu deuten. Auch dass Lou, keine weibliche Protagonistin ist, habe ich erst recht spät verstanden, was mich irgendwie noch immer fasziniert. Und so habe ich dann auch lange über diesen Roman und seine Wendungen, wie Handlungen nachgedacht, was leider nicht immer positiv war... Die Dynamik zwischen den Figuren fand ich sehr spannend, teils hat mich dieses Buch an In blaukalter Tiefe von Kristina Hauff erinnert, nur eben mit einem Haus, statt einem Boot. Vergleichend fand ich diese Geschichte, dann deutlich besser, die Machtverhältnisse und Ungleichheiten interessanter beschrieben, das Austesten der Grenzen zwischen den einzelnen Figuren nicht ohne, aber inhaltlich harkte es für mich an so einigen Stellen. Schon zu Beginn wunderte ich mich über die Konstellation der Gruppe: Würde man als Frau mit zwei, beinahe fremden Typen in den Urlaub fahren? Auch im weiteren Verlauf (ich möchte nun nichts vorweg nehmen) fand ich es sehr fraglich, dass XY nichts von den beschriebenen, einschneidenden Erlebnissen mitbekommen hat oder eingeschritten ist, nichts näher hinterfragt hat, scheinbar nichts zu hören war oder oder. Das hat mich schon beim Lesen wahnsinnig genervt und zeitgleich fühlte ich mich so mitgerissen, dass ich unbedingt wissen wollte, wie dieser Roman ausgeht und auf welchen Höhepunkt diese toxische Beziehungsdynamik zusteuert. Und dann das Ende... naja.
Kurz gesagt: ich hab Ultramarin irgendwie gern gelesen, es ist ein toller, unterhaltsamer Spannungsroman mit so einigen Abzügen. Es ist kein Lieblingsbuch geworden, aber so als Strandlektüre oder zwischendurch kann man´s schon mal lesen.
Profile Image for Buchdoktor.
2,465 reviews198 followers
Review of advance copy received from Netgalley
March 16, 2026
gemeinsamen Schulzeit. Inzwischen sind rund 10 Jahre vergangen, die das Triumvirat anhand der gemeinsamen Urlaubsreisen zählt: Rom, Korsika, Dänemark. Nach langer Zeit steht wieder das Ferienhaus von Rafs und Sophies Tante in Dänemark auf dem Programm. Dieses Mal ohne Sophie, die seit damals konsequent ihre Umweltschutzaktivität verfolgt hat und an einer Baumschutzaktion teilnehmen wird. Nora, Sophies Mitbewohnerin, sagt die Reise nicht ab, was die Frage aufwirft, ob das Projekt in dieser Kombination gutgehen kann. In Rückblenden in die Zeit ihres Kennenlernens erleben wir Lou, der seine Probleme konstant zwei Trennungen seiner Mutter und dem darauf folgenden Umzug nach Hamburg zuschreibt und das Geschwisterpaar, das nach dem frühen Tod der Mutter wie Sozialwaisen beim distanzierten Vater aufwächst. Für Raf und Sophie spielt Geld offenbar keine Rolle, während Lou sich allmählich um einen Job neben der Schule kümmern sollte, um aus seiner kindlich fordernden Rolle gegenüber seiner Mutter herauszutreten.

Seitdem die Geschwister studieren und Lou eine Ausbildung absolviert, wohnen die jungen Männer zusammen. Sophie zog zum Studium nach Kiel und lebt mit Nora zusammen, kann sich jedoch der Verantwortung für - den älteren - Raf nur schwer entziehen. Raf zeigt sich als manipulativer, gewalttätiger Typ, der wie aus dem Lehrbuch über Co-Abhängigkeit bei häuslicher Gewalt Lou als Dienstboten behandelt und die Verantwortung für sein toxisches Verhalten stets anderen zuschiebt. Lou dreht Raf Zigaretten, kocht Kaffee und bekocht die Gruppe im Urlaub, seit er eine Ausbildung als Bäcker abgeschlossen hat. Wie selbstverständlich hat Raf Sex mit zahlreichen Personen und legt Wert darauf, dass seine Tür dabei stets offensteht. Unterbrochen von besorgt klingenden Textnachrichten Sophies, baut Ann-Christin Kumm im Rückblick die Beziehung der aktuell vier Beteiligten auf und spannt ihre Leser:innen auf die Folter, was damals im Korsika-Urlaub mit Jakob geschah, der neu in die Klasse von Raf und Lou kam und so ganz anders war als Lou es von Raf gewöhnt war.

Fazit
Durch umfangreiche Rückblenden des Icherzählers, die lange die Entwicklung vom kindlich fordernden Lou zum erwachsenen Berufstätigen offenlassen, kommt die Geschichte für meinen Geschmack zu langsam in Gang. Mir fehlte bei Lou lange eine spürbare Entwicklung zum Mitte Zwanzigjährigen, der sich mittlerweile mit den Fehlern seiner Mutter versöhnt haben sollte. Der kurze Text von rund 220 Seiten eignet sich perfekt zur Diskussion in Literaturgruppen/Lesekreisen, vorausgesetzt, deren Teilnehmer gedulden sich bis zur überraschenden Wende.
Profile Image for Reuven.
27 reviews
May 6, 2026
Erschütternd, fesselnd und zutiefst deprimierend

Ich habe Ultramarin von Ann-Christin Kumm gerade beendet und fühle mich nach der Lektüre regelrecht erschlagen. Dieses Buch hat mich auf der einen Seite ungeheuer gefesselt, auf der anderen Seite aber auch tief deprimiert und erschlagen zurückgelassen.
Was besonders schwer wiegt: Keine der beschriebenen Beziehungen wirkt wirklich gelungen oder heilsam. Weder die Liebesbeziehungen noch die familiären Verhältnisse — ob zwischen den Eltern, zwischen Eltern und Kindern oder innerhalb anderer Bindungen — bieten einen echten Gegenpol zur emotionalen Schwere des Romans. Besonders die Beziehung zwischen Lou und Raf empfand ich als beklemmend, beinahe morbid. Lous Unterwürfigkeit gegenüber Raf ist streckenweise kaum zu ertragen und reicht erschütternderweise sogar über Rafs Tod hinaus.
Dabei habe ich mit den Figuren sehr gelitten. Gerade Lou hat für mich eine besondere Ambivalenz: Sein Charakter, seine Empfindsamkeit und vielleicht auch seine Verletzlichkeit machen ihn nachvollziehbar und berührend, zugleich scheint genau darin ein Teil seiner Abhängigkeit von Raf und dessen Dominanz zu liegen. Diese Dynamik hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt.
Umso schwerer nachvollziehbar war für mich, dass Lou die Chance, die sich mit Jakob hätte eröffnen können, nicht ergreift. Jakob mochte ich sehr; in ihm lag für mich etwas Warmes, Zugewandtes und Mögliches, das einen Gegenentwurf zu Raf hätte bilden können. Gerade deshalb empfand ich Lous Entscheidung als besonders traurig und frustrierend.
Mit Nora konnte ich dagegen wenig anfangen; sie blieb für mich eine eher nervende, plappernde Figur, zu der ich keinen wirklichen Zugang gefunden habe.
Gleichzeitig muss ich der Autorin zugutehalten, dass sie ihre Figuren glaubwürdig und eindringlich zeichnet. Selbst dort, wo ihre Entscheidungen schwer zu ertragen sind, wirken sie lebendig, konsequent und emotional nachvollziehbar. Etwas irritiert hat mich zunächst, dass eine Frau über eine homosexuelle Männerbeziehung schreibt — vielleicht auch, weil ich das Vorurteil in mir trage, dass man das Innenleben des anderen Geschlechts nie vollständig erfassen kann. Umgekehrt gälte das für Männer natürlich ebenso. Dennoch ist es Ann-Christin Kumm gelungen, eine intensive, glaubhafte und sehr fesselnde Geschichte zu erzählen.
Ultramarin ist für mich kein 'schönes Buch' im klassischen Sinne, aber ein starkes. Ein Roman, der weh tut, der beklemmt, der wütend macht — und den man trotzdem kaum aus der Hand legen kann.
Darum auch ein gutes Buch, dem ich fünf Sterne gebe.
93 reviews
June 1, 2026
Es ist etwas passiert: Mit mir und mit diesem Buch.
Und mit einem anderen Buch.
Man könnte es eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung nennen.
Was ein bisschen wild ist: Weil es in beiden Büchern um verhängnisvolle Dreiecksbeziehungen geht und ich jetzt quasi mittendrin stecke.

Schon beim Lesen des Klappentexts von "Ultramarin" habe ich gedacht: Den kennst du doch!
Gemeint ist der Protagonist "Raf" - oder Rafael. Raf, der in diesem Roman mit seinem besten Freund Lou ans Meer fährt. Auf der Rücksitzbank sitzt dieses Mal jedoch nicht Rafs Schwester, sondern deren Freundin Nora, und die bringt das sowieso schon instabile Gefüge zwischen den beiden Freunden gefährlich ins Wanken.

Ich habe schon einmal einen Protagonisten gelesen, der diesem Raf zum Verwechseln ähnlich ist. Er treibt in dem Roman "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl sein Unwesen. Auch in diesem Buch geht es um eine komplizierte Männerfreundschaft. Ich habe die Geschichte damals verschlungen. Es gehört zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Vielleicht hat die Assoziation deshalb so heftig bei mir gehitted.

Um ehrlich zu sein: Teilweise hat es sich beim Lesen so angefühlt, als wäre der Raf aus dem einen Buch in das andere Buch kopiert worden - als so ähnlich habe ich die beiden empfunden. Und gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob ich diese Parallele so krass gesehen hätte, wenn die Autorin von "Ultramarin" einen anderen Vornamen gewählt hätte. Wahrscheinlich nicht.

Denn von den oben genannten Parallelen mal abgesehen (und davon, dass sie beide dunkel, beklemmend und abgründig sind) sind es zwei völlig unterschiedliche Bücher. "Ultramarin" hat einen sehr nüchternen, prägnanten, fast schon scharfen Schreibstil. Die Umgangssprache und die fehlende wörtliche Rede unterstreichen das.

Das Buch hält, was sein Titel verspricht. Es zieht dich hinab, in das dunkle Blau, und weiter hinunter bis ins tiefste Schwarz einer toxischen Freundschaft (Plus). Das Ende ist richtig dick aufgetragen. Das was es braucht, um die Erwartungen zu erfüllen, nachdem man 240 Seiten lang beim Lesen die Luft angehalten hat. Ein bisschen too much ist manchmal genau richtig.

Irgendwie fühle ich mich doch dazu verpflichtet, wenigstens einen Stern abzuziehen. Maybe weil die Originalität am Ende doch darunter leidet, dass ich sowas in der Art schon einmal gelesen habe. Davon kann ich mich nicht ganz frei machen.
Nichtsdestotrotz handelt es sich um einen ganz eigenen Roman, der es mehr als wert ist, gelesen zu werden.
Profile Image for Isa ◡̈ .
250 reviews45 followers
April 7, 2026
»Ich habe mir immer mehr gewünscht, mehr und noch mehr. Er wusste das. Hat es von Anfang an gewusst, auch wenn wir nicht darüber sprachen, bis ich es ihm ins Gesicht schrie.« (127)

»ULTRAMARIN« ist der Debütroman der Autorin & Texterin Ann-Christin Kumm. Seit ihrer Teeniezeit fährt Lou jedes Jahr mit den beiden Geschwistern Raf & Sophie in einen von den beiden geplanten Sommerurlaub. Nur dieses Jahr fährt anstelle von Sophie ihre Freundin Nora mit in das abgelegene Ferienhaus im dänischen Jylland. Von Beginn an ist klar, dass hier etwas nicht stimmig ist — und es ist nicht nur auf Sophie’s Abwesenheit zurückzuführen. Von Anfang an ist die Beziehung zwischen Lou und dem Geschwisterpaar von den Klassenunterschieden, der unterschiedlichen Herkunft und Sozialisierung geprägt. In Einschüben und Rückblenden erfahren wir als Lesende mehr über Lou’s Vergangenheit und damit auch die Beziehung zu seinem offiziell besten Freund Raf und dessen Schwester. Zwischen Teeniezeit in Hamburg und Urlaubsidylle im dänischer Ferienhaus wird diese fatale Amour fou 💔 immer krasser und mit ihr die menschlichen Abgründe, die sich auftun. 🚩

»Ich blinzelte. Wahrscheinlich meinte er gar nicht, was er sagte, er wollte mich nur verletzen. Darin war er von Anfang an gut gewesen. Oder: Ich war gut darin, verletzt zu sein.« (144)

»ULTRAMARIN« ist ein perfides Spiel um Macht, Intimitäten, Manipulation, Gefühlen & Menschen … Ein Roman, der zum Pageturner wird, dessen ruhige Erzählweise in einem krassen Kontrast zu seinem Inhalt steht und der leise aber beharrlich flüstert: Hier stimmt etwas nicht …

Lou hat mich mit seinem devoten Verhalten richtiggehend wütend gemacht. 🥵 Ich habe so sehr gehofft, dass er es schafft, für sich einzustehen, anstatt sich J E D E S Mal selbst aufzuopfern, um es einer einzigen Person recht zu machen: Raf. Ist es Hilflosigkeit / Liebe / Abhängigkeit / fehlender Selbstschutz oder Selbstwertgefühl?

»Siehst du nicht, dass du nervst.
Das Problem war, dass ich es sehr wohl sah. Ich ging mir selbst auf die Nerven, ohne dass ich etwas daran hätte ändern können. Ich wusste einfach nicht, wie das ging.« (145)

Ein Roman, der mich emotional sehr gepackt hat und mich dadurch durch die Seiten hat fliegen lassen. Ein Roman über CoA, Queerness, Liebe und Hass, und eine dramatische Amour fou 💔 Der Roman hallt nach, und auch wenn mir das Ende zu abrupt war, würde ich ihn definitiv empfehlen. (Dennoch würde ich eine Triggerwarnung durchaus sinnvoll finden …)
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Magnolia .
659 reviews3 followers
March 17, 2026
Charismatisch, manipulativ, toxisch

„Das Wasser tief unter uns, ein dunkles Blau, ultramarin. Vielleicht war das schon zu viel gewesen für meine Nerven.“

Es gibt sie, diese charismatischen Menschen, die dich festhalten, dich mit allen Sinnen verführen, die dich innehalten lassen und dich von ihnen abhängig machen. Ann-Christin Kumm hat sich in ihrem Debüt ihrer angenommen, sie erzählt von ihrem manipulativen Spiel, von dem man hinterher weiß. Es eigentlich schon vorher weiß, es aber nicht wahrhaben will.

Alles beginnt mit einer Leichtigkeit, zumindest fast. Lou und Raf und Nora sind unterwegs zu dem alten Ferienhaus in Dänemark, das Rafs Familie gehört. Eigentlich sollte Sophie dabei sein, seine Schwester. Sie aber ist verhindert, deshalb schickt sie Nora mit. Sie freuen sich über unbeschwerte Tage, die vor ihnen liegen. Lou ist derjenige, der dafür sorgt, dass sie nicht hungern müssen. Und auch ansonsten ist er es, der sich kümmert.

Aus Lous Sicht wird dieses Spiel um Macht und Begehren sichtbar. Sein Blick geht zwischendurch zurück auf gemeinsam Erlebtes, auch auf Jakob, mit dem ihn viel an Intimität verband, kommt darin vor. Und immer wieder ist es Raf, der sie alle mitzieht, der sein Spiel perfekt auf seine ureigene, sehr manipulative Weise beherrscht.

Ann-Christin Kumm präsentiert ihre absolut authentisch beschriebenen Akteure in dieser sommerlichen Atmosphäre. Sie leben in den Tag hinein, genießen ihr Dasein, alles flirrt. Sie probieren sich aus, testen Grenzen aus, gehen weit darüber hinweg. Dieses Spiel um Erotik, Macht und Begehren ist hoch toxisch, die Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen werden deutlich sichtbar, auch wenn man am liebsten die Augen davor verschließen möchte.

Die Autorin versteht es, ihre Leser direkt mit hineinzuziehen in dieses Machtgefüge. Zunächst war ich ob der Zeitsprünge etwas verwirrt, ihr ganz eigener Schreibstil war mit bald vertraut, sie hat mich in ihr meisterhaft konstruiertes Spiel hinein gesaugt und mich erst wieder losgelassen, als es vorbei war. Erst da wusste ich um die ganze Dramatik. Sie hat in mir eine Gefühlspalette entfacht, die nie ganz positiv war, die jedoch immer gehofft hat. Das Ende kommt abrupt, ist aber trotz der Düsternis in sich stimmig. „Ultramarin“ ist ein Buch, das ich nicht missen möchte, das mich noch lange gedanklich beschäftigen wird.
Profile Image for Literatur Fangirl.
66 reviews13 followers
March 18, 2026
REZENSIONSEXEMPLAR - Danke an @hanserberlin

Ultramarin von Ann-Christin Kumm startet mit einem Bang, und erst nach und nach offenbart sich, was eigentlich passiert ist und wie es dazu kam. Lieb ich ja. Von Anfang an ist klar, dass alles auf eine Eskalation zusteuert. Gleichzeitig liegt über dem ganzen Buch etwas Schiefes, Komisches, latent Bedrohliches, ohne dass man es zunächst direkt greifen kann.

Doch das bleibt nicht lange diffus, denn ziemlich schnell wird klar: Raf ist ein ziemlich ätzender Geselle.
Wir begleiten drei junge Menschen in den Urlaub nach Dänemark.
Der Ich-Erzähler Lou und Raf sind, was Urlaube angeht, ein eingespieltes Team. Sie kennen sich seit der Schulzeit und fahren regelmäßig zusammen weg. Meistens ist auch Rafs Schwester Sophie dabei. Dieses Mal jedoch nicht. Stattdessen kommt ihre Freundin Nora mit, die die eingespielte Dynamik sofort durcheinanderwürfelt und das komplexe Netz aus Macht & Manipulation ins Wanken bringt, also all die Dinge, aus denen der ständige Eierschalentanz einer toxischen Beziehung besteht.

Und ja, es kommt zur Eskalation. Das ist aber kein Spoiler, denn das erfährt man schon auf der ersten Seite, und es ist auch gar nicht der eigentliche Fokus des Buches. Der liegt vielmehr in der Beobachtung toxischer Beziehungen, deren Dynamiken so präzise und nuanciert beschreiben werden, das es mich sehr überzeugt hat.

In jedem Fall hat mich das Buch von der ersten Seite an reingezogen. Bei aller zwischenmenschlichen Analyse ist es nämlich auch herrlich plotgetrieben, legt geschickt falsche Fährten und hat dafür gesorgt, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe. Gegen Ende musste ich wirklich Impulskontrolle aufbringen, um nicht vorzublättern, und ich habe das Ende so nicht kommen sehen.

Über dieses Ende lässt sich tatsächlich streiten, aber nicht heute :-)

Weitere Funfacts, die sich im Gespräch mit Ann-Christin Kumm bzw. bei ihrer Buchpremiere ergeben haben.
1. Ultramarin ist Yves Klein Blau - beste Farbe!
2. Das Geschlecht von Lou ist bewusst zunächst nicht eindeutig - lieben wir!
3. Sie hat das komplette Manuskript von Hand geschrieben, siehe slide 4 - WOW!


https://www.instagram.com/p/DWBgfnSDG...
55 reviews
March 19, 2026
Lou ist seit der Schule eng mit den Geschwistern Raf und Sophie befreundet und die drei fahren jeden Sommer zusammen in den Urlaub. Dieses Mal kommt allerdings statt Sophie nur ihre Freundin Nora mit, die sofort zwischen den beiden besten Freunden steht. Es folgt ein spannender psychologischer Thriller über Manipulation, Machtspielchen und Begehren.

Ich habe das Buch wirklich verschlungen und an einem Tag gelesen, weil es von Anfang spannend war. Durch die zwei verschieden Zeitstränge wird nochmal extra Spannung aufgebaut und man versteht nach und nach die Dynamiken zwischen den Charakteren besser.
Auch der Schreibstil hat mir wirklich gut gefallen und erinnerte mich teilweise an Sally Rooney, da die wörtliche Rede weggelassen wurde. Dadurch fühlt es sich noch viel mehr so an, als ob wir wirklich im Kopf von Lou sind. Der Schreibstil ist sehr fließend und atmosphärisch und die Naturbeschreibungen teilen sehr zu der Stimmung bei.

Ich muss aber sagen, ich habe selten einen Charakter so sehr gehasst wie Raf und manche Seiten waren deshalb wirklich schwer zu lesen, vor allem da wir alles nur aus der Sicht von Lou mitbekommen. Auch Lou war als Charakter teilweise schwer zu ertragen, da er sich so leicht manipulieren und schlecht behandeln lässt. Man wird wirklich wütend beim Lesen. Doch das Buch stellt sehr realistisch da, wie eine emotional und körperlich missbräuchliche Beziehung funktioniert und auch, dass dies genauso in queeren Beziehungsformen vorkommt. Generell hat mir gut gefallen, wie das Buch mit dem Thema Queerness umgegangen ist.
Ich hätte mir nur noch mehr Einblick in Lous Leben gewünscht bevor er Raf kennengelernt hat, um noch ein bisschen besser zu verstehen, warum er sich so behandeln lässt, was im Buch nur kurz angeschnitten wird.

Ich würde es allen empfehlen, die Lust auf diese Art psychologischen Thriller haben, allerdings ist es wirklich gerade zum Ende hin keine leichte Kost. Für einen Debütroman ist es sehr beeindruckend und ich werde auf jeden Fall nach den künftigen Büchern der Autorin Ausschau halten!
Profile Image for rebecca_booklover.
219 reviews2 followers
Review of advance copy
March 10, 2026
Gefährliche Machtspiele, die nicht die erhoffte Wirkung entfalten

Ann-Christin Kumms psychologischer Spannungsroman *Ultramarin* beginnt mit vielversprechender Intensität: Das Setting an der dänischen Küste und das fein beobachtete Innenleben der Protagonistin Lou deuten auf ein fesselndes Spiel zwischen Macht, Abhängigkeit und verborgenen Emotionen hin.
Kumm versteht es, gleich zu Beginn eine dichte, fast beklemmende Atmosphäre zu schaffen, die neugierig macht auf die sich entfaltende Dynamik zwischen Lou und Raf.

Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit eröffnet Einblicke in Lous Beziehungsgeschichte – vom anfänglichen Kennenlernen bis zu den ersten alarmierenden Anzeichen von Rafs Kontrolle und Aggression. Diese Rückblenden geben der Handlung psychologische Tiefe, verlieren jedoch im weiteren Verlauf etwas an Klarheit und Stringenz. Gerade dadurch, dass vieles nur angedeutet wird, bleibt zwar Raum für Interpretation, gleichzeitig entsteht aber stellenweise Verwirrung, da zentrale Fragen unbeantwortet bleiben.

Mit der Figur Nora kommt ein weiterer spannender Aspekt ins Spiel: Sie verschiebt die Machtverhältnisse zwischen Lou und Raf und sorgt für neues Spannungspotenzial.
Doch mit der Zeit zerfällt die anfänglich geschickte Balance zwischen psychologischer Spannung und atmosphärischer Dichte zunehmend, sodass das Ende nicht die Schärfe und emotionale Wirkung entfaltet, die der Roman zu Beginn verspricht.

Kumm zeigt in "Ultramarin" ihr erzählerisches Potenzial und Gespür für komplexe Beziehungsdynamiken, doch am Ende bleibt der Eindruck eines Romans, der viele starke Ansätze bietet, diese aber nicht konsequent zu einem stimmigen Gesamtbild zusammenführt.
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March 13, 2026
Atmosphärisch & düster – sehr intensiv

„Ultramarin“ ist das Debüt der in Berlin lebenden Autorin Ann-Christin Kumm.

Wäre da nicht der dramatische Prolog könnte man meinen, dass es sich um einen sommerlichen Urlaubsroman handelt. Aber durch den düsteren Einstieg hatte ich von Beginn an ein ungutes Gefühl.

Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Lou geschildert.
Lou, Raf und Nora sind auf dem Weg nach Dänemark. Sie wollen dort ein paar Tage in einem Ferienhaus in den Dünen verbringen. Geplant war ein Urlaub zu viert, aber Sophie sagt kurzfristig ab.
Die Atmosphäre ist angespannt. Während Lou alles versucht um Raf zu gefallen, sich ihm regelrecht unterwirft, geht Raf auf Abstand, verhält sich regelrecht grausam und dass Nora Gefühle für Lou hat, macht die Situation noch komplizierter.

Ann-Christin Kumm beschreibt ihre Charaktere vielschichtig, das ändert aber nichts daran, dass ich sie für mich nicht einfach zu greifen waren. Lous unterwürfiges Verhalten gegenüber Raf war für mich nur schwer nachvollziehbar und Rafs Verhalten - seine Anspruchshaltung und Neigung zur Gewalt gegenüber Lou - habe ich schon beim Lesen als unangenehm und abstoßend empfunden.

Die sommerliche Atmosphäre, das wundervolle Setting am Meer in Dänemark und die damit verbundene Leichtigkeit stehen in einem starken Kontrast zu der anspannten Atmosphäre zwischen den Charakteren. Vieles wird nur angedeutet, wodurch sich die Spannung erhöht.

Obwohl mir einiges nicht aus erzählt erschien und es Brüche in der Handlung gab, hat mich die Mischung aus Melancholie, Manipulation, Begehren und subtiler Spannung überrascht und gefesselt, so dass ich gespannt auf weitere Bücher der Autorin bin.
10 reviews
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March 15, 2026
Ultramarin – Ann-Christin Kumm
Drei junge Menschen mieten sich in einem Ferienhaus an der dänischen Küste ein. Unbeschwert verläuft dieser Urlaub jedoch nicht. Denn zwischen Raf, Lou und Nora entfaltet sich ein komplexes, äußerst toxisches Beziehungsgeflecht.
Raf und Lou unterhalten bereits seit Jahren eine ungleiche, queere On-Off-Beziehung. Dass die beiden Männer homosexuell sind, spielt in dieser Geschichte für mich aber eigentlich höchstens eine untergeordnete Rolle. Viel gravierender ist Rafs eklatante Persönlichkeitsstörung, die immer offensichtlicher wird, für die der hörige Lou aber völlig blind zu sein scheint. Nora hingegen ist zum ersten Mal mit den beiden auf Reisen und scheint auf unglückliche Weise zwischen die Fronten zu geraten.
Raf manipuliert, spielt seine Macht aus und testet immer weiter Lous Grenzen aus – etwas, das dieser gar nicht zu besitzen scheint. Rückblenden in die Vergangenheit und damit in die Anfangszeit der beiden zeigen bereits deutliche Warnsignale. Auch Klassenunterschiede, die das ungleiche Machtverhältnis nur noch weiter manifestieren, sind ein Thema.
Frau Kumm hat einen bemerkenswert direkten, wenn auch manchmal etwas knappen Erzählstil. Schonungslos und mit großer Nähe führt sie ihre Leser ganz dicht an ihre Figuren heran – und lässt sie fassungslos zurück. Oft arbeitet sie mit kleinen, schockierenden Andeutungen. Die Geschichte ist psychologisch äußerst tiefgründig. Sowohl Raf als auch Lou sind auf ganz unterschiedliche Art und Weise sehr interessante Charaktere.
Es entsteht ein gewaltiger Sog und eine Spannung, die sich bis zum Finale hochschraubt.
Spannend, verstörend, bedrückend.
4 Sterne
187 reviews1 follower
March 22, 2026
Für Lou gibt es nur Raf. Seit der Schulzeit dreht sich Lou und sein ganzes Leben um diesen anderen Menschen, der ihn wie Dreck behandelt. So manches Mal versucht Lou sich zu lösen, gewinnt Abstand, nur um wieder von Raf eingefangen zu werden. Dann kommt es zu einem schicksalhaften Sommerurlaub, den die ferne Bekannte Nora begleitet.
"Ultramarin" von Ann-Christin Kumm war unerträglich. Ich habe schon lange nicht mehr ein so schmerzhaftes Buch gelesen. Lou liebt Raf so sehr. Raf weiß es und nutzt es mit Vergnügen aus und zerstört Lou so immer weiter, ganz bewusst. Und auch Lou sieht das manchmal, kann sich aber dennoch nicht entziehen, egal wie fies Rafs Sprüche sind, egal wie schlimm er Lou behandelt, egal wie sehr Lou sich selbst droht zu verlieren.
Und man ahnt, da brodelt es. Man ahnt, dass da noch viel mehr in der Vergangenheit passiert ist. Mit jedem Rückblick erfährt man ein kleines Stückchen mehr von dieser toxischen Beziehung und aufgrund des Prologs ist von Beginn an klar, dass es nicht gut enden wird. Trotzdem hat der Schluss mich überrascht.
Ann-Christin Kumms Stil empfand ich als sehr passend für die Thematik: Sie schildert kompromisslos, schnörkellos, in vielen Dialogen, wobei Lou oft schweigt und erträgt. Sie schafft es, mit wenigen Worten die Figuren zu zeichnen und Emotionen zu wecken, was ich sehr beeindruckend fand. Außerdem bringt es einen auf eigenartige Weise dazu, die eigenen Beziehungsstrukturen zu hinterfragen.
Nun werde ich ein paar Tage oder eher Wochen brauchen, um dieses Debüt zu verarbeiten. Es wird noch lange nachhallen, da bin ich sicher.
107 reviews
April 25, 2026
Das Cover gefällt mir sehr und ist passend zum Schauplatz perfekt gewählt, ich kann mir die Kulisse, einen schönen Urlaubsort an der dänischen Küste sehr gut bildlich vorstellen, das lässt anfangs direkt ein wenig Harmonie und Erholung aufkommen, ist jedoch trügerisch.
Es handelt sich um den Debutroman der Autorin Ann-Christin Kumm, mit nicht allzu vielen Seiten, dafür umso wuchtigerem Inhalt. Erzählt wird in Ich-Form, das wirkt manches Mal etwas einseitig und hätte ein anderer Erzählstil vielleicht gutgetan, sodass mehr Einblicke in die Denkweise der anderen handelnden Personen gegeben wäre. Vielleicht auch dadurch war für mich nicht immer alles nachvollziehbar.
Die drei Hauptcharaktere Raf & Lou und zusätzlich Nora sowie als inaktive Protagonistin auch Sophie, Raf`s Schwester sind extrem negativ besetzt, ich kann mit keiner Figur wirklich warm werden, sie sind direkt unsympathisch, aber vermutlich ist das auch so beabsichtigt.
Die dynamische Beziehungs- Dreiecksgeschichte erzählt von Abhängigkeit, Untergebenheit, Machtspielen und sehr vielen toxischen und zerstörerischen Emotionen. Beim Lesen wurde mir das ein oder andere Mal sehr mulmig, so stark waren diese negativen Gefühle spürbar. Sehr ausdrucksstark und bildhaft geschrieben, gerne hätte ich mich manches Mal eingebracht.
Ich habe mir nicht ganz leicht getan beim Lesen, habe mir jedoch vor Augen geführt, dass es sich hier um einen Gegenwartsroman handelt, der eine seit Menschengedenken vorkommenden Problematik behandelt und fand dieses Buch am Ende definitiv lesenswert.
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