Kurz nach dem Sturz der Diktatur flieht Vio mit ihren Eltern aus dem rumänischen Banat nach Deutschland. Sich anpassen, bloß nicht auffallen – das ist der Preis des Ankommens. Fleiß und Schönheit seine Währung. Trotz aller Widerstände findet Vio ihren Platz in der Gesellschaft. Als jedoch Jahre später ihre zweijährige Tochter bei einem Unfall Narben davonträgt, droht sie, an ihren Selbstvorwürfen zu zerbrechen. Im 18. Jahrhundert muss Theresia einen hohen Preis dafür zahlen, als begehrenswert zu gelten. Sie gerät ins Visier der Keuschheitskommission, wird entrechtet und verschleppt. Beiden Frauen ist die Banater Erde eingeschrieben, die zwischen den Jahrhunderten ein Band aus Schmerz und Schönheit spinnt.
"»Ich meine, damit es auch dir besser geht. Du bist so dünn geworden.« In meiner Familie sagen wir nicht, Ich sehe deine Verzweiflung oder Ich merke, dass du leidest, sondern Du bist so dünn geworden."
"Vio spürte die Bewunderung in ihrer Stimme wie einen flauschigen Pullover auf ihrer Haut."
"An ihrer Körperspannung merke ich, dass sie darauf wartet, dass ich doch noch lospruste. Ein Running Gag, über den man schon lange nicht mehr um seiner selbst willen lacht, sondern für die Verbindung, die er zu anderen Menschen schafft."
"Ständig werden wir von euch belehrt. Ja, vielleicht wissen wir manches nicht. Und ihr, ihr wisst dafür alles besser. Ihr könnt uns doch nicht dafür kritisieren, dass wir Fehler gemacht haben. Wir hatten doch keine Ahnung. Und die vor uns wussten noch weniger. Aber ihr, ihr hattet doch alle Möglichkeiten zu lernen und ihr brüstet euch doch auch damit. »Das macht man heute so, oder nein, das glaubt man schon lange nicht mehr« oder »Es gibt da neue Untersuchungen«."
"Nachdem es lange Zeit die Frauen unserer Familie vereinte, ist Schönheit jetzt eine Leerstelle."