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Der letzte Sommer der Tauben

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Der große neue Roman von Abbas Khider - wie totalitäre Herrschaft in den Alltag dringt.
Noah ist vierzehn Jahre alt und Taubenzüchter. Eines Tages flattern seine geliebten Tiere unruhig durch die Lüfte, über der Stadt kreisen die Helikopter des Kalifats. Noah erlebt einen Sommer voller Umbrüche: Für seinen Vater muss er Frauenkörper auf Produktfotos schwärzen, sein älterer Bruder steigt zum Leiter einer Sicherheitsbehörde auf, seine Mutter und seine Schwester dürfen nicht mehr allein aus dem Haus - und bald schon steht das Leben seiner Tauben auf dem Spiel. Mit großer Zartheit und feinem Humor erzählt »Der letzte Sommer der Tauben« vom Verlust der Kindheit und vom Erwachsensein in einer von Willkür und Gewalt bestimmten Gesellschaft. Eine mitreißende Geschichte voller eindringlicher Bilder - ein großer neuer Roman von Abbas Khider, der als Junge selbst Taubenzüchter war.

202 pages, Kindle Edition

First published January 27, 2026

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About the author

Abbas Khider

11 books95 followers
Abbas Khider was born in 1973 in Baghdad. At the age of seventeen, he was arrested for his political activism. Following his release in 1996, he fled Iraq and lived for several years in various countries with irregular refugee status. He has been living in Germany since 2000. Abbas Khider has received numerous literary awards and currently resides in Berlin.


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224 (52%)
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167 (38%)
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3 (<1%)
1 star
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Displaying 1 - 30 of 69 reviews
Profile Image for LeserinLu.
374 reviews48 followers
February 13, 2026
Der Roman „Der letzte Sommer der Tauben“ von einem meiner Lieblingsautoren Abbas Khider hat mich nicht enttäuscht. Er verbindet die politische Realität einer Autokratie mit einer persönlichen, kindlichen Perspektive.

Im Mittelpunkt steht der vierzehnjährige Noah, der sich hingebungsvoll um seinen Taubenschlag kümmert. Doch der Sommer bringt tiefgreifende Veränderungen: Neue Regeln des Kalifats unterdrücken Meinungsfreiheit und Gleichstellung und plötzlich verändern sich auch die Menschen um ihn herum. Schritt für Schritt zerbricht Noahs vertrautes Umfeld und selbst Noahs Tauben geraten in Gefahr. Dadurch wird auch sichtbar, wie unterschiedlich Menschen in autoritären Systemen reagieren: Manche machen allzu gerne mit, andere versuchen, an anderen Werten festzuhalten und so zu handeln. Die Tauben werden für Noah zu mehr als nur einem Hobby: Sie stehen für Freiheit, Gleichheit und Orientierung.

Besonders gefallen hat mir der Kontrast zwischen Noahs kindlicher, friedfertiger Wahrnehmung und der brutalen Realität der Autokratie, die ihn umgibt. Khider erzählt diese Perspektive in klarer, einfühlsamer Sprache. Gerade die Balance zwischen Leichtigkeit und Schwere hat mir sehr gefallen. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gute Bücher mögen!
Profile Image for Zeilenbrecherin.
210 reviews16 followers
February 20, 2026
"Der letzte Sommer der Tauben" wird aus der Perspektive des 14-jährigen Noah erzählt, dessen Heimat, Kultur, Familie und Freiheit, eigentlich das gesamte Leben Schritt für Schritt durch strenge Verbote des Kalifats immer mehr eingeschränkt wird.

Der Roman besticht durch seine Schreibweise. Er ist relativ fast-paced. Viele Sachen passieren ohne den gewichtigen Raum einzunehmen, der ihnen gebüren würde. Ein Verbot, eine Gewalttat, ein Unglück nach dem anderen und mittendrin ist dieser Junge, eigentlich noch ein Kind, der dem ganzen zum Teil mit jugendlichem Leichtsinn begegnet, zum großen Hinterfragen noch zu jung ist und sich am liebsten nur mit seiner Taubenzucht beschäftigen würde. Bei den Tauben findet er seine Ruhe und Gemeinschaft mit anderen Taubenzüchtern, nicht zuletzt seinem freigeistigen Onkel Ali. Das reale sowie metaphorische Motiv der Tauben hat mir außerordentlich gut gefallen.

Das Buch ist wie ihr merkt kein fröhliches Buch, es ist hart und zu meinem Leidwesen keine Dystopie, sondern bittere Realität in manchen Gegenden der Erde. Es erzählt uns aber beinahe sanft davon, es ist kein Thriller, die Dramatik ergibt sich deutlich, aber oft subtil. Ein Roman, den ich jedem empfehlen kann.
Profile Image for Sandra.
214 reviews60 followers
March 7, 2026
Der Roman spielt im Irak zu einer nicht näher benannten Zeit, an einem nicht näher benannten Ort. Es wird aus der Perspektive des 14-Jährigen Noah das Bild einer Gesellschaft gezeichnet, die der Machtübernahme eines totalitären, gewalttätigen Systems ausgeliefert ist. Durch seine Augen werden wir ZeugInnen von Repressionen und Gewalt. Das Buch läuft auf die Frage hinaus, wie Hoffnung und Mut in solchen dunklen Zeiten aufrecht erhalten bleiben kann. 

Noahs große Leidenschaft sind seine Tauben auf dem Dach. Im Laufe der Geschichte werden diese Vögel immer mehr zum Sinnbild von Freiheit und freundlichem Miteinander. Wichtig sind sie auch als verbindendes Element zwischen Noah und seinem Onkel Ali, der mehr als alles andere für einen geistigen Widerstand steht und Noah Orientierung gibt, die er dringend braucht. 

Der Klappentext nennt das Werk eine Parabel und als solche funktioniert es ganz wunderbar. Leider kann das Buch auch als realistische Erzählung gelesen werden, die möglicherweise sehr von den eigenen Erfahrungen des Autors in seinem Heimatland geprägt ist.

Ein hoch emotionales, kunstvoll komponiertes Buch, das zwar stellenweise humor- und hoffnungsvoll ist, die meiste Zeit jedoch bedrückend und tieftraurig.

Große Leseempfehlung.
Profile Image for Carmen.
16 reviews
February 8, 2026
Ich habe es sehr gerne gelesen, durch die kurzen Kapitel ist man sehr schnell vor Ort und fühlt sich als Begleiter:in von Noah. Und spürt sehr schnell die bedrückende Stimmung und Situation. Die Geschichte lässt mich sprachlos zurück.
Profile Image for Dunja Brala.
680 reviews62 followers
February 1, 2026
Die Taubenzucht war bisher für mich ein Relikt aus den 60er und 70er Jahren der Bundesrepublik, praktiziert hauptsächlich im Ruhrgebiet und ein Ausdruck größter Spießigkeit. In einem Vereinslokal in der Nähe meines Elternhauses fanden regelmäßig Veranstaltungen und Ausstellungen statt und als Kind bekamen wir Freikarten. Verstanden habe ich diese Leidenschaft nie besonders. Abbas Khider hat meinen Blick diesbezüglich verschoben und meinen Horizont nicht nur in Bezug zu den Vögeln verändert.

Noah ist 15 Jahre alt und lebt in einer Stadt in Irak, die nun zum Kalifat gehört. Die Regeln ändern sich dramatisch. Alles, was das Leben schöner gemacht hat, ist verboten. Der Roman beginnt mit dem verbrennen aller Gegenstände, welche die Islamisten verboten haben. Kleider, Zeitschriften, Handys und DVDs landen auf einen großen Scheiterhaufen und werden zerstört oder mitgenommen.

Seine Tauben dürfen aber bleiben. Diese uralte Tradition, die ihren Ursprung in Indien hat, ist im Irak eine Leidenschaft, geboren aus dem Wunsch miteinander in Kontakt zu treten, Freiheit zu atmen und Frieden zu bringen. Der Geschichte verleihen sie gleichzeitig Hoffnung und Melancholie.
Vom Dach aus beobachtet er die Schwärme, freut sich, wenn sie neue Gefährten mitbringen. Er pflegt seine Tiere, füttert sie und gibt ihnen liebevolle Namen, die zu ihrem Charakter oder Aussehen passen : Mövchen, Wilde, fauler Sack oder Regenbogen sind nur ein paar davon. Er kennt ihre Rasse und ihre Zeichnung und die Art, wie sie fliegen und ihre Kreise im Himmel ziehen. Und obwohl sie frei sein könnten, kommen sie immer wieder zu ihm zurück.

Seiner Familie er geht es anders. Die Frauen dürfen das Haus nur noch in Begleitung und stark verhüllt verlassen, der Vater kann seinen Beruf nur noch eingeschränkt ausüben und der Onkel, ein Einzelgänger mit viel Charme, muss sein Café schließen. Noah und seine Freunde möchten dem etwas entgegensetzen.

Es ist unglaublich tragisch, mit anzusehen wie Menschen aufgrund einer – meiner Meinung nach oft vorgeschobenen – Religionssucht Gewalt an ihrem Mitmenschen ausüben. Willkür und Machtmissbrauch sind an der Tagesordnung. „Man weiß, wie sie denken. Man ahnt, woran sie glauben. Doch man weiß nie so richtig, was Gott ihnen alles erlaubt.“ (S.139)
Wie sie junge Menschen für sich einnehmen erinnert mich an das, was gerade in Deutschland unabhängig von Religion mehr und mehr passiert. „Die Mudschaheddin verstehen es, junge Menschen für sich einzunehmen. Sie bieten Gemeinschaft, klare Rollen, viele können dem nicht widerstehen.“ (S.118/119) Na? Klingelt da was bei euch? Ich finde, es ist sehr deutlich zu erkennen, was mit unserem Land geschehen wird, wenn wir verbrecherischen Machtmenschen dieses Feld überlassen.

Wir sind Teil von Noahs Familie. Dieser Mikrokosmos wirkt lange beschützt und ich habe so gehofft, dass das so bleibt. Natürlich merkt man die ständige „Habacht“ Stellung, die Angst ins Visier der Mudschaheddin zu gelangen. Doch es gibt friedliche Szenen und der Wille nach Zusammenhalt, der sie stark macht. Auch Humor ist ein Mittel, mit dem man der gegenwärtigen Situation begegnet. Besonders Noahs Onkel Ali hat da seine ganz eigene Stimme.
Einen Bezug zu Deutschland gibt es auch, der mir nicht unbedingt schöne Gefühle gegeben hat, der für unseren Protagonisten aber immer wichtiger wird.

Khider schreibt knapp, konzentriert sich auf das Wesentliche und verleiht dem Text trotzdem eine ganz besondere Poesie. Die Kapitel sind sehr kurz, manchmal nur eine halbe Seite und dennoch transportieren sie so viel Atmosphäre, Gefühl und Charakterzeichnung. Der Wandel ins Extreme und die damit verbundene Wachsamkeit und Angst konnte ich ganz stark spüren. Das ist schon sehr besonders.

Für mich ist das Buch ein Highlight! Ich hoffe sehr, dass es in die Auswahl zum Deutschen Buchpreis gerät , ich sehe hier auf jeden Fall einen potentiellen Kandidaten!
Eine große Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach kurzen Texten mit besonderer Qualität sind. Wir erleben hier eine Blaupause, wie es mit uns bergab gehen könnte, wenn wir dem nichts mehr entgegensetzen.
Profile Image for Alexa.
181 reviews15 followers
March 11, 2026
Was für ein wichtiges, besonderes und vielschichtiges Buch, über einen Sommer im Leben des 14jährigen Noah im beginnenden Kalifat unter einer totalitären Herrschaft. Für mich auf jeden Fall ein Jahreshighlight! Ein Buch was noch lange nachwirkt!
Profile Image for XfeliX.
201 reviews2 followers
Review of advance copy received from Verlag
January 17, 2026
3.5 Sterne
ich bin mir grade nicht sicher, ob ich schon was sagen darf weil das Buch erst am 27.1. erscheint und goodreads mich sogar aufgefordert hat anzugeben woher ich dieses Buch jetzt schon habe, aber I guess ich sag lieber in 10 Tagen was dazu xD
93 reviews2 followers
February 12, 2026
Freiheitstauben

Noah ist vierzehn, lebt im Irak und sein größtes Hobby ist das Züchten von Tauben - sein Onkel ist Vorsitzender des Taubenzüchtervereins und Noah verbringt viel Zeit auf dem Dach seines Hauses und kümmert sich um die Tauben. Doch dann übernimmt der IS die Herrschaft in der Stadt - das Kalifat hat jetzt die Macht und für Noah stellt sich die Frage, ob das Taubenzüchten nun überhaupt noch erlaubt ist. Außerdem beobachtet er, wie sich die verschiedenen Menschen unterschiedlich mit den Mudschaheddin arrangieren oder leisen Widerstand leisten.

Abbas Khider erzählt in kurzen - manchmal sogar sehr kurzen - Kapiteln davon, wie es ist, wenn sich eine totalitäre Herrschaft über eine Gemeinschaft legt. Manche arrangieren sich, andere kollaborieren, manche leisten leisen oder lauten Widerstand, Grausamkeiten wie Hinrichtungen werden zu etwas Alltäglichem, manchmal finden sich aber auch unerwartete Verbündete und aus Freunden können Feinde werden. Sehr berührend und hochaktuell!
156 reviews10 followers
February 16, 2026
Das Fliegen nicht verlernen

In „Der letzte Sommer der Tauben“, dem neuen Roman von Abbas Khider, erschienen 2026 im Carl Hanser Verlag, beschreibt der Autor überraschend sanft, wie die Welt sich verändert, wenn das Kalifat den Menschen die Flügel stutzt. Auf etwas über 200 Seiten, in kurzen Kapiteln, sehen die Lesenden hilflos dabei zu, wie sich die Schlinge immer enger zieht und eine strenge Religionsauslegung zu immer mehr Absurditäten führt – bis die Religion, die den Menschen doch heben und schützen sollte, ihn immer mehr in ein enges Regelwerk einsperrt und begrenzt.

Wir folgen dem jungen Noah, der, 14 Jahre alt, eigentlich gerade im besten Alter für Blödsinn und Schelmenstreiche ist, der sich selbst gern hungrig ins Leben stürzen würde, aber stattdessen Erfahrungen machen muss, die man niemandem wünscht. Khider findet klare und eindrückliche Bilder, direkt am Anfang des Buches, wenn Noah mit seinem Vater gemeinsam im von der Familie betriebenen Bekleidungsgeschäft sämtliche Abbildungen auf Verpackungen schwärzen muss, damit keine weibliche Haut, keine Haare mehr zu sehen sind. Mit einem schwarzen Stift bemalt Noah schwarze Haare, formt Individualität in ein Schema. Ein Sinnbild für viele weitere Maßnahmen, die im Verlauf des Buches das Leben erdrücken und sogar die Träume nur noch düster machen.

Dabei grenzt das Kalifat spürbar vor allem die Frauen immer mehr ein, die ihre Freiheit komplett verlieren. Doch auch die Männer spüren starke Auswirkungen, Schulen werden geschlossen, Tätigkeiten verboten, Kunst, Kultur, Musik, all das nur noch Vergangenheit, das Misstrauen wohnt überall. Die starren Regeln zerstören Familien, auch durch Noahs Familie geht ein Riss, Freundschaften werden aufgelöst, Umerziehungslager verändern gerade junge Menschen komplett, vor allem steht aber über allem die andauernde Angst, etwas falsch zu machen. So wird auch Noah im Verlauf der Geschichte immer nervöser und traut sich kaum noch aus dem Haus.

Sinnbildlich schweben über allem die Tauben. Noah hat, wie viele in seinem Ort, eine Taubenzucht auf dem Dach. Täglich lässt er die Tauben aufsteigen und zurückkehren, betrachtet er vom Dach aus die Welt. Bis eines Tages auch die Taubenzucht auf dem Dach verboten wird und die Tauben die Schwungfedern gestutzt bekommen, um von nun an am Boden zu leben, im Hof, wie Hühner. Sie tragen so bildhafte Namen wie Regenbogen und Tänzer, Schneeweiß und Himmelblau, eine kaum zu ertragende Poesie, die hier zum Bodendasein verdammt wird. 24 Tauben sind es, vielleicht eine Anspielung auf die 24. Sure An-Nur, in der sich auch schon abbildet, wie harte Regeln und Licht nebeneinander stehen – es ist eine Frage der Lesart und der Auslegung, wie man auch das Kalifat nicht mit dem Islam verwechseln darf.

Khider schont seine Leser:innen nicht, zeigt Steinigung und Pranger, Zwangsheirat und Gefängnis und ehrlich schenkt er kein Happy End, nur eine Projektion von Hoffnung an den Himmel – doch wann dieser Himmel wirklich Erlösung bringen wird, bleibt offen. Ein starkes Buch, von dem ich mir gewünscht hätte, dass es den Frauen noch mehr Stimme verliehen hätte, die sich doch etwas sehr leise in ihr Schicksal fügen. Dennoch auf jeden Fall die Lesereise sehr wert.

Ein großes Dankeschön an vorablesen.de und den Carl Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar!
Profile Image for Daniel.
81 reviews
April 20, 2026
Ein schöner Roman, der für mich jedoch zu abrupt endet. Gerne hätte ich Noahs Geschichte noch weiter verfolgt.

Sprachlich ist das Buch herausragend geschrieben und man bekommt eine leise Ahnung davon, was es heißt in einem totalitären Regime zu leben.
Profile Image for Amin.
61 reviews13 followers
January 21, 2026
Da s‘buech nonig erschine isch, chan ich no nüt zum inhalt sege, aber wenn er öpis chan, isch es bildhaft und schön erzähle. Ich bin nur so über d‘siite gfloge und han vo ahfang bis zum schluss spass gha!
Nur kei 5 stern, wills mir chli "normal" gsi isch, dass es mega usesteche würi. Aber isch en super read gsi!
4/5 sterndlii
14 reviews
February 5, 2026
3.5!
Hätte mir bisschen mehr Tiefe in die Charaktere gewünscht, aber ist einfach ein kurzes Buch. Und fand es gut, dass gezeigt wurde, dass es Machtpolitik ist, was in den Ländern passiert, aber hätte mir gewünscht, dass den Religionen weniger die Schuld zugewiesen wird, sondern den Menschen. Am Ende war das schon etwas klarer
1 review
February 12, 2026
Besonders interessant fand ich die Einblicke in die Veränderungen des politischen Systems in Afghanistan, die aus der Perspektive des 14 jährigen Noahs erzählt werden. Durch die kurzen Kapitel wird man regelrecht in die Geschichte hineingezogen und möchte ständig wissen, wie es weitergeht. Der Schreibstil ist sehr verständlich und vermittelt zugleich einen guten Einblick in die Religion des Islam. Das Buch hat mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, welche grausamen Taten die Mudschahedin im totalitären System begangen haben. Auch die Auswirkungen des Eingreifens der USA in Afghanistan wurden mir erneut bewusst, insbesondere der Versuch, bestehende Probleme zu lösen, um sich später zurückzuziehen und dadurch neue Schwierigkeiten zu hinterlassen. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch.
3 reviews
April 6, 2026
Sehr gutes Buch. Es ist in sehr vielen ganz kurzen Kapiteln (2bis4 Seiten) eingeteilt. Es gibt keine Längen im Buch. Die bedrückende Stimmung innerhalb der irakischen Stimmung wird gut auf den Leser übertragen . Spannend, liest sich daher sehr schnell.
Profile Image for Erika.
92 reviews
March 13, 2026
Poetisch und warmherzig lässt uns Abbas Khider am Familienleben einer irakischen Familie teilhaben, deren Alltag durch den Terror des Kalifats auf den Kopf gestellt wird. Ein atmosphärischer Roman, der trotz thematischer Schwere seine Leichtigkeit nicht verliert.
Sprachlich wunderschön, ein absoluter Lesegenuss!
Profile Image for auserlesenes.
373 reviews19 followers
March 3, 2026
Noah Akram Derwisch ist erst 14 Jahre alt, als sein einst unbeschwerter Alltag immer mehr schmerzliche Einschnitte erfährt. Nachdem das Kalifat ausgerufen worden ist, wird die Liste an Verboten, Repressalien, Einschüchterungsversuchen und Gewalttaten länger und länger. Seine Familie, Freunde und er selbst schweben bald in Gefahr. Doch in seinen Tauben findet der Teenager Trost und in seinem Onkel Ali einen einfühlsamen Erwachsenen, der seine Leidenschaft für die Zucht teilt…

„Der letzte Sommer der Tauben“ ist ein Roman von Abbas Khider.

Erzählt wird die Geschichte in knappen Kapiteln im Präsens und in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Noah. Die Handlung spielt während eines Sommers, wobei das Jahr und der Ort nicht definiert werden und nur spekuliert werden kann, dass der Irak gemeint sein könnte.

Der junge Protagonist wird glaubwürdig und stimmig dargestellt. Er ist ein Sympathieträger. Noah ist noch ein wenig naiv, nicht ganz erwachsen und mit mancher Situation alterstypisch etwas überfordert, jedoch empathisch und loyal. Auch die übrigen Figuren, vor allem die Mitglieder seiner Familie, wirken authentisch.

Die Tauben spielen ebenfalls eine zentrale Rolle in der Geschichte: sowohl im wörtlichen Sinne als tierische Protagonisten, mit denen sich Noah beschäftigt, als auch im übertragenen Sinne als Symbol für Freiheit und Flucht. Allerdings, so muss ich gestehen, hat mich die überbordende Verwendung dieser Metapher ein wenig gestört, da sie zunehmend plakativ wird.

Das alles überlagernde Thema ist die totalitäre Herrschaft im Namen einer Religion, die in ihrer Umsetzung mit Gewalt und Willkür einhergeht. Die Geschichte schildert eindrücklich auf nur wenig mehr als 200 Seiten, wie die neuen Machthaber im Kalifat den Alltag der einfachen Leute zunehmend einschränken und erschweren, welche fürchterlichen Auswirkungen die immer ausufernden Regeln haben und wie schnell der staatliche Terror eskalieren kann. Die dargestellte Gewalt kommt ohne übertriebene Sensationsgier und unnötige Ausschmückungen aus, was sie für mich besonders eindringlich gemacht hat. Zudem wird mehrfach die Frage aufgeworfen, ob die religiösen Lehren sinnvoll sind. Neben der sehr ernster Thematik sorgen mehrere humorvolle Momente dafür, dass der Inhalt nicht zu düster erscheint.

Nicht nur, aber insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Autor nicht in seiner Muttersprache schreibt, hat mich die sprachliche Kunstfertigkeit beeindruckt. Der Text ist atmosphärisch, bildstark und von einer poetischen Note geprägt, ohne ins Blumige oder Überkandidelte abzudriften.

Das unaufgeregte und dennoch farblich auffällige Covermotiv passt hervorragend zu der Geschichte. Zudem harmoniert es perfekt mit dem Titel, sodass sich ein durchweg stimmiges Gesamtbild ergibt.

Mein Fazit:
Mit „Der letzte Sommer der Tauben“ ist Abbas Khider ein berührender, aufschlussreicher und eindrucksvoller Roman gelungen, den ich gerne weiterempfehlen kann.
Profile Image for Merle.
1,620 reviews
February 2, 2026
Dieses Buch klang super interessant, und da ich noch ein kurzes Hörbuch gesucht habe für Ende Januar, habe ich mich dafür entschieden. Das Buch hat knapp 200 Seiten, das Hörbuch ging 4 Stunden und die kurzen Kapitel sind auch alle in einfacher Sprache verfasst (passend zur Perspektive des 14-jährigen Protagonisten Noah), sodass sich das Buch schnell lesen lies.

Durch Noahs Augen erleben wir mit, wie die totalitäre Herrschaft im Kalifat mit seinen Vorschriften das Leben der Bevölkerung verändert. In diesem Buch wird bewusst kein konkretes Land oder eine Stadt genannt, es bleibt somit zeitlos und frei für Interpretationen.

Die Entwicklungen spielen sich auf verschiedenen Ebenen ab. Vom Schwärzen von Frauenkörpern in Prospekten (im Laden des Vaters) und der Verhüllung von Frauen und dem Ausschluss der Gesellschaft (seine Schwester), Verbot von Zigaretten und anderen Konsumgütern sowie Zwang zum Gebet (sein Vater), reelle Verhaftungen und Angst vor Hinrichtungen (sein Schwager und sein Onkel) bis hin zu Einschränkungen bei der Taubenzucht (seinem Hobby). Alle Personen, alle Facetten des Alltags sind betroffen.

Die Tauben, die Noah züchtet, sind fast wie eine Metapher für die Menschen vor Ort. Sie dürften erst frei fliegen und dann irgendwann nicht mehr. Sie werden zur Kommunikation von geheimen Widerständen genutzt, aber das wird unterbunden und evtl. werden sie getötet. Und auch wenn manche Tauben das Leben in Freiheit noch kannten: sie werden sich vermehren und der Generationenwechsel wird kommen, sodass es irgendwann nur noch Tauben gibt, die den freien Himmel nicht mehr kennen und sich an das Leben in Gefangenschaft gewöhnt haben…

Auch wenn ich das Buch an sich gut fand, besonders weil klar ist, dass der Autor viel aus seiner eigenen Kindheit im Irak gekannt haben wird, habe ich mir irgendwie mehr erhofft. Es ist eine leise Handlung, ein relativ blasser Protagonist, man erahnt viel, von dem was passieren wird (wenn man sich realer Entwicklungen bewusst ist). Nicht jede Unterdrückungsgeschichte muss in meinen Augen mit schockierenden Plottwists daherkommen, aber zumindest auf Seite der Charaktere hätte ich mir mehr Emotionalität gewünscht. Der Schreibstil des Autors ist jedoch sehr schön und ich kann mir auf jeden Fall vorstellen, noch mal etwas von ihm zu lesen.

Insgesamt gebe ich 3,5 von 5 Sternen. Für Personen, die schon öfters sich literarisch mit Geschichten aus der Maschrek/MENA-Region beschäftigt haben, wird es wahrscheinlich wenig inhaltlich neue Einblicke geben und auch wenn die Perspektive eines Jugendlichen auf die Veränderungen ein spannender Ansatz ist, fand ich Noah etwas blass.
Profile Image for Lilli.
16 reviews
February 25, 2026
Der Roman ist zutiefst berührend. Aus der Perspektive eines vierzehnjährigen Jungen wird die Machtübernahme der Mudschahedin in einem nicht näher benannten arabischen Land geschildert. Die Sprache ist "einfach", ich konnte mir deshalb den 14jährigen Jungen, der erzählt so gut vorstellen, gerade deshalb trifft der Inhalt umso härter. Er ist erschütternd und brutal, besonders in dem, was dem Jungen, seiner Familie und seinem gesamten Umfeld widerfährt.
Die Freiheit wird Schritt für Schritt zerstört, das öffentliche Leben verschwindet. Wo zuvor Begegnung, Stimmen und Lebendigkeit waren, herrschen plötzlich Angst, Einsamkeit und bedrückende Stille. Die Menschen ziehen sich in ihre Häuser zurück. Frauen dürfen nicht mehr ohne männliche Begleitung aus dem Haus. Familienmitglieder und Freunde schließen sich den Mudschahedin an.
Besonders bewegend ist das Bild der Tauben. Der Junge hält sie gemeinsam mit seinem Onkel. Schließlich müssen sie den Tieren die Flügel stutzen, weil sie nicht mehr fliegen dürfen. Diese Analogie ist ebenso schön wie schmerzhaft: Die Tauben stehen für das, was auch den Menschen genommen wird – ihre Freiheit.
Die Geschichte ist sehr kurz, und doch war ich sofort mitten im Geschehen. Es ist keine Fiktion. Das macht sie umso eindringlicher – und in vielem kaum vorstellbar.
Profile Image for Hannah K..
81 reviews1 follower
May 2, 2026
Noahs kleine, vertraute Welt zeigt – und wie schnell sie unter den neuen Regeln des Kalifats ins Wanken gerät. Noah ist vierzehn, eigentlich noch ein Kind, und möchte am liebsten nur Zeit mit seinen Tauben verbringen. Doch plötzlich verändern sich die Menschen um ihn herum, Freiheit wird eingeschränkt, Angst schleicht sich in jede Ecke. Die Tauben werden für ihn zu etwas Größerem: ein Symbol für Orientierung, Ruhe und ein Stück Freiheit, das ihm niemand nehmen soll.
Khiders Stil ist knapp, direkt und trotzdem poetisch. Die Kapitel sind kurz, fast wie Momentaufnahmen, und genau dadurch spürt man die ständige Unsicherheit und die unterschwellige Bedrohung. Gleichzeitig gibt es warme, fast zärtliche Szenen – besonders mit Onkel Ali, der mit Humor und Freigeist immer wieder Licht in die düstere Stimmung bringt.
Der Roman ist hart, aber nie reißerisch. Politisch, traurig, nah dran an der Realität vieler Menschen – und trotzdem voller Menschlichkeit. Für mich ein starkes, eindringliches Buch, das lange nachwirkt und zeigt, wie schnell eine Welt kippen kann, wenn niemand mehr widerspricht.
Profile Image for Wiktoria.
228 reviews5 followers
January 28, 2026
In wenigen Sommerwochen entfaltet sich eine leise, erschütternde Geschichte. Sie spielt in einer namenlosen Stadt, in einem fremden Land. Bewaffnete Männer rufen ein Kalifat aus. Mit jeder Woche werden die Regeln strenger, die Strafen grausamer und öffentlich zur Abschreckung vollzogen.

Im Mittelpunkt steht Noah, vierzehn Jahre alt, Erzähler seiner eigenen Verlorenheit. Während die Welt um ihn herum zerbricht, findet er Halt bei seinen Tauben. Seine Stimme klingt jung, tastend, manchmal überfordert. Er versteht nicht mehr alles, verliert Freunde aus den Augen, klammert sich an kleine Momente der Hoffnung. Angst begleitet ihn fast täglich, doch in ihm regt sich auch Widerstand – still, fragil, aber vorhanden.

Die Geschichte erinnert an den Irak im Sommer 2014, bleibt jedoch bewusst zeitlos. Gerade diese Unbestimmtheit macht sie beklemmend aktuell und wiederholbar.

„Der letzte Sommer der Tauben“ erzählt mit poetischer Zurückhaltung eine große, schmerzhafte Realität – leise, eindringlich und lange nachhallend.
Profile Image for Klaus Mo.
41 reviews
May 7, 2026
Der letzte Sommer der Tauben
Der Roman spielt direkt nach der Machtübergabe des Kalifats in einem arabischen Land, vermutlich im Irak, wo der Autor aufgewachsen ist und auch inhaftiert war.
Die Geschichte wird in sehr kurzen Zeitabschnitten erzählt, als würde von jedem einzelnen Tag berichtet.
Die Hauptfigur ist der 14-jährige Noah, der zusammen mit seinem Onkel, seiner Familie und seinen Freunden lernt, mit den Verboten und neuen Gesetzen des Regimes umzugehen.
Noah ist ein biblischer Name. Der testamentarische Noah wurde von Gott beauftragt, während der Sintflut jeder Tierart auf seiner Arche das Überleben zu sichern. Auch der Noah im Roman hat eine starke Verbindung zu seinen Tauben, die allegorisch seine eigene Freiheit symbolisieren. Gelernt hat er den Umgang mit den Tauben von seinem Onkel Ali, der durch die Tauben auch Informationen ins Ausland schmuggelt.
Der Roman hat einen sehr sanften Spannungsbogen, der die täglichen Erfahrungen von Noahs Familie schildert. Aber die Spannung wird gesteigert, als auch Noah ins Visier der Machhaber gerät.
Abbas Kider schildert diese Ereignisse in einem angenehmen und flüssigen Erzählstil, obwohl die Ereignisse so furchtbar sind.
Noahs Familie behält ihre starke Verbundenheit und auch im Umgang miteinander ihren Humor. Das gibt ihnen Kraft und dem Leser Hoffnung.
5/5 Punkte und eine Leseempfehlung von mir.
Profile Image for Henni.
21 reviews
April 8, 2026
Da ich das Buch geschenkt bekommen habe, bin ich vollkommen unerwartet zwischen seine Buchdeckel gestolpert und habe es auf einer Zugfahrt durchgelesen und dabei leise vor mich hin geweint. Sehr berührend, sehr traurig. Voller einfacher Sätze, die viel Poesie in sich tragen. Irgendwie ein leises Buch, voller Schmerz und doch etwas Hoffnung. Wie man in so wenig Seiten die Grausamkeit des Kalifats so erzählen kann, ist unbegreiflich
Profile Image for Teresa Buckard.
7 reviews
March 9, 2026
4.3 Sterne!
Die Schreibweise des Buches ist etwas besonderes: große, bedeutungsschwere Dinge passieren, werden allerdings in einer klaren, fast schon sanften Stimme erzählt.
Unser Erzähler ist noch jung und vielleicht noch etwas naiv, und er navigiert diesen großen Umbruch indem er zwar hinterfrage aber sich auch bei seinen Tauben zurück zieht.
Profile Image for Lukas.
11 reviews
February 17, 2026
glaub wär gut für die welt wenn mehr menschen läsen so insgesamt. also. Ich jedenfalls lese für bücher wie das hier
Profile Image for Anne.
16 reviews2 followers
May 14, 2026
„Teppiche bleiben, während alles andere vergeht“
Profile Image for Miriam.
326 reviews4 followers
March 7, 2026
Mit wenigen Worten einen enormen Eindruck gemacht.
Profile Image for BeeMue.
18 reviews
March 27, 2026
Das Buch erinnert mich an "Eine Hand voller Sterne" von Rafik Schami.
Ich möchte wissen wir es weiter geht. Wie ergeht es Noah im "Ferienlager", wohin verschlägt es seinen Onkel? Ich würde gerne die Perspektive von Suad kennen lernen oder die Geschichte von Ibu Islam.
Ich mag Tauben nicht so gerne und fremdelte deshalb erst mit dem Buch, aber mir wurden die Tauben schnell sympathisch.
Displaying 1 - 30 of 69 reviews