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Reisen (Hanser Berlin LEBEN)

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Seit 30 Jahren permanent Felicitas Hoppe über Rastlosigkeit und Trägheit und das Privileg der Freiheit zu »Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.«

Das Leben ist eine Reise mit unbekanntem Ziel. Aber wie leben wir auf Reisen, wie schlafen, wo wohnen, was essen wir, wie lieben, streiten und arbeiten wir, während wir, mit allen Risiken und Nebenwirkungen, permanent unterwegs sind, die Welt zu erkunden, um dem Ort unserer Sehnsucht ein Stück näher zu kommen? Wer wüsste das besser als Felicitas Hoppe, die seit ihrer Weltumrundung auf einem Containerfrachtschiff mit ihrer Fantasie und Erzähllust mühelos sämtliche Grenzen überwindet. Während sie vom Abenteuer ihrer überbordenden Reisebiografie erzählt, die einst als Stubenhockerin begann, denkt sie so klug wie packend über den Alltag und die Metaphysik des Reisens nach, dass wir unsere vier Wände eigentlich nie mehr verlassen müssten und zugleich sofort wieder aufbrechen wollen.

109 pages, Kindle Edition

Published April 21, 2026

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About the author

Felicitas Hoppe

42 books11 followers
Her work often deals with transitory themes, as in "Picknick der Friseure", in a comical, but nevertheless thrilling way, which make her stories seem to be absurd. She also uses the technique of quotation for her novels, as in "Johanna", where she reconstructs the story of Joan of Arc using official case records.[1] As a relatively young, successful and female writer, she belongs to a group of writers which literary criticism calls the "Fräuleinwunder".

For her work as a writer she received the following awards: in 1994 Alfred-Döblin-Stipendium (a scholarship), in 1996 Aspekte-Literaturpreis and the Ernst-Willner-Preis at the Festival of German-Language Literature in Klagenfurt, in 1997 the Rauriser Literaturpreis, in 2004 the Nicolas Born-Preis des Landes Niedersachsen, the Heimito von Doderer-Literaturpreis and the Spycher: Literaturpreis Leuk, in 2005 the Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau. In 2005 she also held the Poetikdozentur: junge Autoren der Fachhochschule Wiesbaden. In 2007 she received Literaturpreis der Stadt Bremen and the Roswitha-Preis. In 2008 Hoppe held the Bert Brecht Gastprofessur at the University of Augsburg.

In 2012, Felicitas Hoppe was awarded the most prestigious literary prize in German literature, the Georg Büchner Prize.

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Displaying 1 - 2 of 2 reviews
Profile Image for Seitenmusik.
441 reviews26 followers
May 8, 2026
„Reisen“ von Felicitas Hoppe ist im Hanser Verlag erschienen und Teil der wunderschönen „Leben“-Reihe, die allein optisch schon jedes Bücherregal bereichert. Auf gerade einmal 128 Seiten denkt Hoppe über das Reisen nach – über Fernweh, Rastlosigkeit, Tourismus, Erinnerung und die Frage, warum Menschen überhaupt aufbrechen.

Worum geht es?

Dabei geht es weniger um klassische Reiseberichte als vielmehr um ein essayistisches Mäandern durch Gedanken, Beobachtungen und persönliche Erfahrungen. Ausgangspunkt ist Hoppes eigene Reisebiografie, die von Frachtschiffreisen, Literatur, Sehnsucht und Bewegung geprägt ist. Oder wie es auf dem Klappentext zum Buch treffenderweise heißt: „Ein Mensch muss reisen. Mit allen Risiken und Nebenwirkungen.“

Meine Meinung

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war die sprachliche Kraft. Viele Sätze wirken fast wie kleine literarische Momentaufnahmen, die man sofort markieren möchte. Besonders hängen geblieben ist mir: „Sprache ist Macht und Erinnerung. Nicht wer fährt, sondern wer spricht, bestimmt den Fortgang der Dinge.“ (S. 83) Dieser Gedanke zieht sich unterschwellig durch das gesamte Buch und macht deutlich, dass Reisen bei Hoppe nie nur Fortbewegung ist, sondern immer auch ein Nachdenken über Perspektiven, Privilegien und Wahrnehmung.

Auch andere Passagen fand ich unglaublich stark beobachtet: „Tourismus ist ein Gesellschaftsspiel, ein Monopoly der verkauften Länder und Sitten“ (S. 31) oder „Jede Liebe, jede Reise lebt von demselben uralten Zauberwort […] Sehnsucht“ (S. 27). Gerade diese Mischung aus Ironie, Gesellschaftskritik und philosophischen Gedanken hat für mich den Reiz des Buches ausgemacht.

Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass mir beim Lesen immer wieder ein klarer roter Faden gefehlt hat. Das Buch springt stark zwischen Gedanken, Erinnerungen und Beobachtungen, wodurch ich stellenweise den Zugang verloren habe. Manche Passagen wirkten auf mich eher wie lose Gedankensplitter als wie ein zusammenhängender Essay.

Hinzu kommt, dass einige Textstellen bei mir durchaus Irritation ausgelöst haben. Teilweise werden problematische Begriffe oder Formulierungen verwendet, die heute kritisch betrachtet werden müssen. Auch bestimmte Aussagen – etwa rund um psychische Gesundheit oder Suizid – empfand ich stellenweise als schwierig oder zumindest diskussionswürdig. Ich hatte dabei nicht das Gefühl, dass das Buch bewusst provozieren möchte, aber manche Formulierungen wirkten auf mich unnötig unsensibel.

Trotzdem steckt in „Reisen“ viel Klugheit. Besonders spannend fand ich die Gedanken über Tourismus als Privileg und über die Frage, ob es überhaupt noch „authentisches Reisen“ geben kann. Felicitas Hoppe beschreibt das Reisen nicht romantisch verklärt, sondern oft widersprüchlich, unbequem und voller gesellschaftlicher Schieflagen.

Fazit
„Reisen“ ist kein Buch, das man einfach konsumiert – eher eines, mit dem man sich auseinandersetzt. Sprachlich brillant, gedanklich interessant, aber für mich auch stellenweise zu sprunghaft und wenig greifbar. Für alle, die literarische Essays, Reflexionen über Fernweh und philosophische Gedankenspiele mögen. Weniger geeignet für Leser:innen, die einen klassischen Reisebericht oder einen klar strukturierten Zugang erwarten. Danke an den Hanser Verlag und netgalley.de für das digitale Rezensionsexemplar!
Profile Image for Daniela.
218 reviews2 followers
April 29, 2026
Schwer zugänglich

Ich habe mir sehr schwer dabei getan, in Felicitas Hoppes „Reisen“ hinein zu finden. Das Buch strotzt vor sehr komplexen Satzbauten und Wortverbindungen, und es fühlte sich für mich häufig so an, als würde sie um das Wesentliche nur herum schreiben.

Felicitas Hoppe berichtet darüber, wie sie selbst zum Reisen kam, wenn man das denn als Reisen bezeichnen kann - so schaut sie doch selbstkritisch darauf, ob ihre Art, sich durch die Welt zu bewegen, wirklich ein Reisen ist, oder nicht. Außerdem nimmt sie den Begriff reisen an sich auseinander, der aus ihrer Sicht weniger die Welt kennen lernt, es fiel mehr, ein km-sammeln ist. Eine durchaus interessante Sichtweise, die ich aber so nicht nachvollziehen kann und die, zumindest in meinem Umfeld auf niemanden, der Reisenden zutrifft. Sie hat doch einen sehr eigenwilligen Blick auf das Reisen. Gepaart mit sehr viel schwurbeliger Sprache, fällt es schwer, diese teilweise Selbstbeweihräucherung bis zum Ende durchzulesen. Da hätte ich detailliertere Berichte von ihren Reisen und Erlebnissen spannender gefunden.
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