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Unser Haus mit Rutsche: Roman

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Laylas Eltern sind das glamouröseste Liebespaar der Welt – oder zumindest Saarbrückens. Ihr irakischer Vater hat ständig neue spektakulär scheiternde Geschäftsideen und verspricht seiner staunenden Familie zugleich Umzüge nach New York, ein Haus mit Rutsche in den Tigris, eine große Zukunft. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus dem nobelsten Bürgertum, rebelliert gegen ihr Elternhaus und trägt dabei doch Chanel Nº5. Alles in dieser Familie kann nur schiefgehen und ist dennoch für einige Kindheitsjahre ungeheuer leicht und wunderschön. Dann bricht 1991 der Golfkrieg aus. Eingeholt von der Realität, wird Laylas Vater ein Fremder. Berührend, komisch und täuschend leicht erzählt Safia Al Bagdadi vom Aufwachsen im Dazwischen.

341 pages, Kindle Edition

Published February 17, 2026

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Safia Al Bagdadi

1 book1 follower

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Displaying 1 - 22 of 22 reviews
Profile Image for LeserinLu.
381 reviews49 followers
March 5, 2026
Der Roman „Unser Haus mit Rutsche“ von Safia Al Bagdadi erzählt mitWärme, Humor und Melancholie vom Aufwachsen zwischen Kulturen, Erwartungen und familiären Widersprüchen.

Die Erzählerin Layla ist als Kind gleich in mehreren Welten zuhause: Ihr Vater stammt aus dem Irak, ihre Mutter aus Frankreich, aufgewachsen ist sie in Saarbrücken. Der Vater ist zunächst ein Charmeur, der mit Witzen, Tricks und großen Versprechen alle für sich einnimmt, gleichzeitig aber immer wieder an der Realität scheitert. Die Mutter managt das Familienleben, auch wenn sie eher distanziert und verkrampft ist.

Die Geschichte entfaltet sich überwiegend in kurzen Episoden aus Laylas Perspektive. Viele dieser Szenen sind humorvoll erzählt und haben mich schnell in den Familienalltag eintauchen lassen, sodass nach und nach collagenartig ein Bild der Familie entsteht. Im Verlauf des Romans wird vor allem die Zeit in Laylas Kindheit geschildert. Durch Gespräche, Erinnerungen und auch geschilderte Therapiesitzungen setzt sich Stück für Stück ein größeres Bild zusammen. Parallel dazu werden politische Entwicklungen im Irak seit den 1990er-Jahren thematisiert, was mir ebenfalls gut gefallen hat.

Insgesamt ist „Unser Haus mit Rutsche“ trotz ernster Themen ein erstaunlich locker leicht erzählter Roman über Identität, Herkunft und das Aufwachsen im Dazwischen, den ich sehr empfehlen kann.
Profile Image for Sarah Maijada.
26 reviews1 follower
March 9, 2026
Hm hm hmmm, irgendwas hat gefehlt. Der Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart war mir nicht stark genug — zu viel Vergangenheit.
Profile Image for Melanie.
537 reviews5 followers
February 24, 2026
Unser Haus mit Rutsche erzählt aus Laylas Sicht vor allem viel aus ihrer Kindheit.
Laylas Hintergrund ist auf jeden Fall interessant - und der gleiche, den auch die Autorin besitzt: Ihre Mutter ist Französin, der Vater stammt aus dem Irak und die aus den Eltern, Layla und dem jüngeren Bruder Nouri (den Layla ständig "den Seestern" nennt) bestehende Familie lebt in Saarbrücken.
Ausgehend von dem Jetzt, in dem die erwachsene Layla in Paris lebt, sich mit Suizid Gedanken trägt und eine Therapie macht, führt uns die Autorin tief in die Kindheit der Figur Layla. Dabei fällt vor allem auf, dass die junge Layla ihren Vater sehr stark idealisiert hat, bis es zu einer starken Veränderung seines Wesens kam, die in die Zeit ihrer Pubertät fiel.
Wir lesen über mehrere schwierige Weihnachtsfeste im Kreis der steifen französischen Verwandtschaft und als krassen Gegensatz dazu den einen Besuch über die Osterferien im Irak bei der großen und ganz anderen väterlichen Seite der Familie. Dieser Kontrast war spannend zu lesen und hat mir vor allem den Mittelteil des Buches sehr interessant gemacht.

Die Geschichte bricht aber meiner Meinung nach leider ab an der Stelle, als es "spannend" wird und es zum Bruch zwischen Layla und ihrem Vater kommt und dem Zerfallen ihrer Kernfamilie. Einiges wird bereits am Anfang vorweggenommen, dann aber nicht mehr weiter ausgeführt, was ich sehr schade fand. Die Sprache und vor allem die Stellen im Mittelteil, die vermutlich autobiographisch inspiriert wurden, haben mir gefallen. Allerdings wirkten die vielen Fragen, die die junge Layla vor allem in ihrer Zeit bei der irakischen Familie, aber auch später im Dialog mit dem Vater, stellt, manchmal stark konstruiert und gingen mir dann auch gegen Ende mehr und mehr auf die Nerven.
Auch, dass der jüngere Bruder durch den Spitznamen Seestern so entmenschlicht wurde, fand ich unangebracht, zumal es eine Stelle gibt, in der die erwachsene Layla ihn ebenfalls fast so nennt in einem Therapiegespräch, bevor sie sich schnell verbessert.
Alles in allem muss ich sagen, dass ich am Ende der kurzen Lektüre leider etwas ratlos war und deswegen nur eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3 Sterne vergeben kann.
Profile Image for Anne Zeiß.
20 reviews
March 14, 2026
Und vielleicht badet Saddam Hussein im Whirlpool seines Palastes in Pepsi

Layla Beni Sayed sitzt in ihrer Wohnung über den Dächern von Paris und denkt über Selbstmord nach. Ihre Karriere als Schauspielerin und Schriftstellerin steckt in einer Sackgasse und die Geschichten, die sie erzählen möchte, lässt ihr Verlag sie aufgrund ihres arabischen Namens höchstens unter Pseudonym veröffentlichen. Schreibend und in Gesprächen mit ihrer Therapeutin blickt Layla zurück auf ihre Kindheit in Saarbrücken als Tochter eines irakischen Vaters und einer französischen Mutter.

Für die kleine Layla ist ihr Babe ein Held, der Abenteurer, der ferne Länder bereist, zu Hause mit den Kindern auf dem Teppich herumtollt und ihnen baldige Umzüge nach Bagdad oder New York verspricht, wohingegen Maman immer eher wie die distanzierte Spielverderberin wirkt, die vor allem auf ihr Aussehen bedacht ist. Immer wieder prallen Welten aufeinander: Bei konfliktreichen mehrgängigen Familienessen in der Villa der Großeltern im Elsass oder wenn Maman während der einzigen Reise der Familie in den Irak ihre perfekte Frisur unter einem Kopftuch verstecken und in der Moschee beten muss.

Safia Al Bagdadi gelingt es unglaublich gut, die Geschehnisse aus der Kinderperspektive zu erzählen. Wir erfahren, welche Ängste, Hoffnungen und bunte Fantasien im Kopf der kleinen Layla aufgrund des Verhaltens und der Äußerungen der Erwachsenen entstehen und wie sich die Spannungen der Großen auf die Kleinen auswirken. In den Passagen aus der Gegenwart betrachtet die erwachsene Layla ihre Vergangenheit noch einmal aus einer anderen Perspektive und beginnt, ihren Vater und auch sich selbst besser zu verstehen.

Da ich den Irak eigentlich nur als eine Art Schreckensort aus den Nachrichten kenne, war für mich der zweite Teil des Romans, in dem die Familie dorthin reist, besonders interessant. Durch Kinderaugen blicken wir beim Lesen auf gesellige Familienzusammenkünfte, Soldaten am Straßenrand, heruntergekommene Hotels, prachtvolle Moscheen, Soldaten, das allgegenwärtige Bild Saddam Husseins und die faszinierendsten Waren auf dem Souk.

Kurz nachdem die Familie nach Saarbrücken zurückkehrt, bricht der Golfkrieg aus und alles ändert sich. Die Autorin findet über den gesamten Roman hinweg eine perfekte Mischung aus Komik und Tragik. In manchen Passagen muss man lachen, während einem gleichzeitig ein bisschen das Herz bricht. Insbesondere Laylas kindliche Fantasien bringen Leichtigkeit und Humor in die Erzählung, gleichzeitig wird man sich selbst des Gewichts einiger Geschehnisse bewusst, die das Kind Layla so noch nicht fassen kann.

In allen Rückblicken auf Laylas Kindheit schwingen stets Andeutungen auf eine Katastrophe mit. Dadurch entsteht eine Spannung, die am Ende aus meiner Sicht leider etwas verpufft. Durch die Vorausdeutungen hatte ich einen großen Knall erwartet, der letztendlich ausbleibt. Das Ende kommt zu plötzlich, mir haben ein paar Jahre Familienleben und ein entscheidender Höhepunkt gefehlt und ich habe mich gefragt, ob Layla nicht eine ebenso fantastische Geschichtenerzählerin wie ihr Babe ist.

Unser Haus mit Rutsche ist eine tragikomische Geschichte über Familie und Herkunft - sowohl in Bezug auf Kultur als auch auf Klasse - die sowohl aus der Perspektive des Kindes als auch der der späteren Erwachsenen erzählt wird.
443 reviews4 followers
March 7, 2026
Es gibt Familien, die wirken wie ein Roman – und dann gibt es Familien, die so schillernd sind, dass selbst ein Roman kaum mit ihnen mithalten kann. Genau so eine Familie steht im Zentrum von Unser Haus mit Rutsche von Safia Al Bagdadi.
Layla wächst in Saarbrücken zwischen zwei Welten auf: Ihr Vater, ein irakischer Visionär mit unerschöpflichem Charme und ständig neuen – meist grandios scheiternden – Geschäftsideen, verspricht seiner Familie eine Zukunft voller Glanz. Vielleicht ein Umzug nach New York. Vielleicht ein Haus mit Rutsche direkt in den Tigris. Vielleicht alles auf einmal. Ihre französische Mutter dagegen stammt aus einer vornehmen bürgerlichen Familie, rebelliert gegen deren Konventionen – und bleibt ihnen doch auf elegante Weise verbunden. Zwischen diesen beiden Polen erlebt Layla eine Kindheit, die gleichermaßen chaotisch, fantasievoll und wunderbar leicht wirkt.
Besonders stark ist der Roman dort, wo er diese frühen Jahre einfängt. Die Erinnerungen an Wohnzimmerabenteuer, an absurde Familienmomente oder an festliche, zugleich spannungsgeladene Besuche bei den Großeltern sind voller Wärme, Humor und genauer Beobachtung. Man spürt beim Lesen, wie diese Kindheit zugleich magisch und brüchig ist.
Doch der Ton verändert sich, als Anfang der 1990er-Jahre der Golfkrieg ausbricht. Die politischen Ereignisse greifen plötzlich direkt in das Leben der Familie ein. Der Vater, zuvor Mittelpunkt und Träumer, verliert zunehmend Halt. Aus großen Visionen werden unerfüllte Versprechen, aus dem schillernden Liebespaar der Eltern ein konfliktreiches Gespann. Für Layla bedeutet das nicht nur den Verlust von Sicherheit, sondern auch den Beginn einer langen Suche nach sich selbst.
Erzählerisch gelingt Safia Al Bagdadi etwas Besonderes: Ihr Stil wirkt leicht, fast verspielt, während er gleichzeitig sehr präzise von Melancholie, Identitätsfragen und familiären Spannungen erzählt. Die Sprache fließt mühelos, voller feiner Ironie und lebendiger Dialoge. Man liest schnell, weil alles so selbstverständlich wirkt – und merkt erst im Nachhinein, wie viele komplexe Themen hier berührt werden: Migration, Zugehörigkeit, familiäre Rollenbilder und die Frage, wo man eigentlich zuhause ist.
Auch die Figuren bleiben im Gedächtnis. Der Vater als charismatischer Träumer, der an seinen eigenen Versprechen scheitert. Die Mutter, stark und kontrolliert, aber ebenfalls voller innerer Widersprüche. Und Layla selbst, die als Erwachsene mit Selbstzweifeln, Melancholie und dem Gefühl kämpft, nie wirklich angekommen zu sein. Besonders interessant ist dabei der Blick zurück aus der Perspektive der erwachsenen Layla, die in Therapiesitzungen versucht zu verstehen, wie sehr ihre Kindheit sie geprägt hat.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt für mich das Ende, das relativ knapp ausfällt. Nach all den emotionalen Entwicklungen hätte ich mir gewünscht, noch etwas länger in dieser Geschichte zu verweilen und die offenen Fäden ausführlicher nachklingen zu lassen.
Trotzdem bleibt Unser Haus mit Rutsche ein eindrucksvoller, kluger und oft überraschend humorvoller Roman über eine Kindheit zwischen Kulturen, über große Versprechen und über die Frage, wie sehr unsere Familiengeschichten uns ein Leben lang begleiten.

Profile Image for Seitenmusik.
446 reviews26 followers
May 17, 2026
„Ich wusste überhaupt nichts.“ (S. 125)

Mit Safia Al Bagdadis Roman "Unser Haus mit Rutsche", erschienen im Hanser Verlag, liegt ein Familienroman vor, der zwischen Saarbrücken, Bagdad und Paris gespannt ist. Im Mittelpunkt steht Layla, die als Erzählerin auf ihre Kindheit zwischen irakischem Vater und französischer Mutter zurückblickt – eine Kindheit voller großer Versprechen, kultureller Reibungen und politischer Umbrüche, die sich zunehmend in die familiäre Realität einschreiben.

Zum Inhalt

Der Einstieg in die Geschichte wirkt zunächst leichtfüßig, fast verspielt: Laylas Vater entwirft Zukunftsvisionen voller Größe und Möglichkeit, während die Familie in einem fragilen Gleichgewicht zwischen Herkunft und Hoffnung lebt. Doch diese Leichtigkeit trägt eine Spannung in sich, die sich mit dem Ausbruch des Golfkriegs 1991 zunehmend verschiebt. Die familiäre Dynamik verändert sich, und aus dem „glamourösesten Liebespaar Saarbrückens“ wird ein Konstrukt, das von Realität und Geschichte eingeholt wird.

Meine Meinung

Was mich beim Lesen besonders beschäftigt hat, ist dieser Bruch zwischen Erinnerung und Erkenntnis. Layla erzählt rückblickend, und genau dadurch entsteht eine Distanz, die gleichzeitig schützt und schmerzt. „Ich hatte das Land meines Vaters besucht, aber es war gar nicht mehr sein Land gewesen.“ (S. 206) – dieser Satz fasst für mich viel von dem zusammen, was das Buch trägt: die Erfahrung, dass Heimat kein stabiler Ort ist, sondern etwas, das sich verschiebt, verliert, neu zusammensetzt.

Gleichzeitig bleibt die Perspektive stark auf den Vater und seine inneren wie äußeren Kämpfe fokussiert. Das führt zu intensiven, emotional aufgeladenen Momenten, etwa in der Konfrontation mit Geschichte und Gewalt. Diese Szenen sind eindrücklich, wirken aber manchmal wie lose Fragmente, die weniger eine durchgehende Dramaturgie bilden als vielmehr Erinnerungsinseln.

Erzählerisch arbeitet der Roman mit einem ruhigen, stellenweise fragmentierten Stil. Die vielen kurzen Sätze und gedanklichen Einschübe haben mich manchmal in meinem Lesefluss gestört. Gleichzeitig liegt aber genau darin auch ein realistischer Zugriff auf Erinnerung: nicht linear, nicht glatt, sondern tastend.

Inhaltlich überzeugt mich das Buch besonders dort, wo es Migration, Zugehörigkeit und familiäre Projektionen miteinander verwebt. Die Zerrissenheit zwischen Herkunft und Gegenwart wird spürbar, ohne dass sie je vollständig aufgelöst wird. Gleichzeitig blieb bei mir der Eindruck, dass das erzählerische Potenzial nicht in allen Teilen konsequent ausgeschöpft wird und die Spannung zwischen den Zeitebenen unterschiedlich stark trägt.

Fazit

"Unser Haus mit Rutsche" ist ein ruhiger, reflektierter Familienroman über Herkunft, Illusionen und die Brüche politischer Realität im Privaten. Besonders geeignet für alle, die sich für Migrationserfahrungen, Identitätsfragen und familiäre Erinnerung interessieren. Weniger passend ist das Buch für alle, die eine klar getriebene, spannungsorientierte Handlung erwarten. Hängen bleibt vor allem die Frage, wie schnell aus Versprechen Geschichte wird und aus Geschichte Verlust. Vielen Dank an den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.
Profile Image for Amirasbibliothek.
105 reviews
March 21, 2026
Ich bin davon überzeugt, dass dieses Buch vielen Menschen, die sonst immer zwischen den Stühlen stehen, für 300 Seiten ein Zuhause schenken kann, mit dem sie sich identifizieren können. Hier geht es nicht einfach nur um eine Vater-Tochter-Beziehung, sondern auch darum, seine eigene Identität zwischen zwei Kulturen zu finden, von denen gesagt wird, sie könnten nicht zusammen existieren. Aber beide sind sie Teil von einem. Ungelogen: Des Öfteren habe ich während des Lesens Momente der Katharsis verspürt, nicht selten fand ich mich selbst auf einer Therapie-Couch wieder. Angenehm, wenn das Lesen über reine Unterhaltung hinaus noch weitere Ziele verfolgt.
Das gesponnene Netz an Figuren hätte spannender nicht sein können, ich mochte die mysteriöse Tiefe, die ihnen durch die tief verstrickte Erzählerin verliehen wurde. Ich bin ein großer Fan aus den fragmentarischen Erinnerungshappen, die erst am Ende ein vollständiges Bild der Geschichte ergeben, wenn überhaupt. Für meinen Geschmack hätte es am Ende noch weitergehen können. Aber die Autorin hat sich für ein Ende entschieden, was gerade groß in Mode ist und auch sehr gut passte, allerdings ein klein wenig vorhersehbar war. Das Wechselspiel aus Vorausdeutungen und Verknüpfungen bzw. Wiederaufgreifen von gestreuten Anekdoten hat mich dagegen sehr überzeugt. Auch das nahezu nahtlose Verzahnen der zeitlichen Ebenen garantiert einen großen Lesespaß, zumal das Setting in den Achtzigern neben Nostalgie auch einen ereignisreichen gesellschafts-politischen Rahmen bietet.

Weniger gefallen hat mir dagegen der Schreibstil. Es hat leider einige Zeit gedauert, bis ich warm mit ihm wurde und ich bin fest davon überzeugt, dass er sich wirklich über das Buch hinweg gebessert hat und am Ende doch durch seine Individualität überzeugen konnte. Aber erst erwies er sich als aufgesetzt, mühselig und vor allem viele Dialoge wirkten gestellt.
Was dagegen besonders positiv heraussticht, ist das subtile Einbinden sprachlicher Bilder und das Spiel mit fantastischen und klaren Momenten der Erinnerung in Form einer Art Bewusstseinsstrom.

Hervorzuheben ist auch eine Besonderheit im Aufbau des Buches: Die vielen verheißungsvoll betitelten Unterkapitel, die nicht nur den Lesefluss anregen, sondern auch den fragmentarischen Charakter befeuern.

Und hinter allem steht, was auch schon der Titel offenbart: Gemeinsame Träume, die eine Familie zusammenhalten bzw. implodieren lassen. Eine wirklich großartige Romanidee mit einer doch rückblickend überzeugenden Umsetzung!
Profile Image for Karola.
887 reviews7 followers
February 17, 2026
Aufwachsen zwischen verschiedenen Kulturen und dem Golfkrieg
In drei Teilen geht es auf zwei Erzählebenen um Laylas Lebensgeschichte. Ihre Ruckbesinnung an eine fantasievolle Kindheit in Saarbrücken, an gut situierte Großeltern im Elsass und an liebevoll agierende Eltern aus verschiedenen Kulturen wechseln ab mit Laylas jetzigem bedrückenden Alltag in Paris. Mittlerweile über 40 Jahre alt leidet sie an Panikattacken und hegt nun eine Abneigung gegen ihre arabische Seite. In Dialogen mit Hausarzt und Psychologin geht es nicht nur um ihren Vater und dessen fanatischen, religiösen Wandlung durch den Golfkrieg. Sie strauchelt als Deutsche auch mit ihrem Familiennamen sowohl als erfolglose Schauspielerin für deutsche Rollen als auch als Schriftstellerin, zweifelt insgesamt an der Welt, in der sie deprimiert lebt. Die heldenhafte Rolle des geliebten irakischen Vaters wandelt sich langsam während der Familienreise nach Bagdad mit dem Besuch dortiger Familienmitglieder, mit ihr als Zehnjährige auch in einem historischen Exkurs über Nimrud, Nedschef, Mossul etc. in Friedenszeiten mit Saddam Hussein als Präsident. Nach 1990 in der Golfkrise sind Geschäfte mit dem Irak auf Eis gelegt. Die drastischen familiären Auswirkungen in Bagdad und Saarbrücken durch dieses lang anhaltende Wirtschaftsembargo werden eindringlich geschildert. Flucht in die islamische Religion, Schuldgefühle, Ohnmacht und panarabische Ideologie auf Seiten des Vaters wechseln ab mit Laylas Fragen zu ihrer Identität und Kulturzugehörigkeit, sieht sie doch nicht arabisch aus. Der familiäre Stimmungswandel in Tristesse während Laylas Pubertät mit der nun berufstätigen Mutter ist gut nachvollziehbar. Ihr Vertrauen in den Vater ist tief erschüttert, glaubt sie doch nicht mehr an sein Versprechen vom Haus mit Rutsche. Erst über den Dialog mit der Psychologin findet sie den kulturellen Zugang zu normalerweise vorhandenen arabischen Erwartungen an den Erstgeborenen und der daraus resultierenden schweren Verantwortung ihres Vaters für die Heimatfamilie.
Historische Fakten zu der Urlaubsreise und nachfolgende Etappen des Golfkriegs in autofiktionalem Rahmen gefallen. Die Erzählebene der erwachsenen Layla in Paris wirkt emotional wirr und verstörend, wenn auch psychologisch aufschlussreich. 3,5*
Profile Image for Benita.
176 reviews1 follower
March 18, 2026
Welches Haus mit Rutsche?

Genauso wie Layla bin ich drauf reingefallen. Es ging nie um sie. Sie war schlicht und ergreifend die Erzählerin, die die Geschichte ihrer Eltern, genauer gesagt ihres Vaters erzählte.

Der Roman (und der Klappentext) geben einem zu Beginn das Gefühl, man würde in das Leben einer Frau, Layla, schauen, die ihr Leben langsam ordnet und immer mehr ihre eigene Geschichte und Freiheit erfindet. Die Schriftstellerin, die Schauspielern, die noch ihren Durchbruch erleben wird. Dazu zu Anfang ein paar Rückblicke in die Vergangenheit - zum Aufräumen, zum Verstehen ihrer Situation.
Vergeblich habe ich die letzten beiden Drittel auf diesen Durchbruch gehofft.
Es scheint, als lebe Layla in der Vergangenheit. Sie verarbeitet den Tod ihres Opas, die Weihnachten bei der Großmutter, die Reise in den Irak und den Fall ihres geliebten Babes.

Nach dem Lesen des Romans, war ich zunächst enttäuscht. Ich hatte mir einen fröhlicheren Roman vorgestellt. Ich dachte dieser Roman sei eine verpasste Chance. Ich habe auf das Haus mit Rutsche gewartet.

Und genau das müsste doch ein Zeichen dafür sein, dass dieser Roman wirklich gelungen ist. Die kindlichen und naiven Hoffnungen, bis zum Schluss festzuhalten und sogar als Leser mitzufiebern, obwohl doch die Zeichen so eindeutig gegen das Happy End sprechen. Nicht nur die Geschichte einer Person, die für sich die Welt erobert sind der Mittelpunkt. Sondern eine Familie. Viele Schicksale, die durch Weltpolitik und vermasselte Chancen gelenkt wurden.
Ein Detail welches für mich diesen Roman auch einzigartig erscheinen lässt, ist die Rückbesinnung des Vaters zum Islam. Wo sich von ihm selbst so abfällig und offensichtlich widersprüchlich gegen den Glauben und den Islam geäußert wurden, bekehrt er sich zu demselben Glauben zurück. Die Erfüllung des Widerspruchs in sich?

Und trotzdem hat mir teilweise der Schreibstil der Autorin nicht ganz gefallen. Die teilweisen kurzen aneinandergereihten Sätze und die vielen Gedanken zwischen den Unterhaltungen, haben für mich den Lesefluss unterbrochen. Im ersten Drittel des Buches war die Stimmung sehr erdrückend, obwohl die Familie sich doch auf dem Höhepunkt ihrer Zeit befand. Es fiel mir teilweise schwer, weiterzulesen.
Profile Image for Franziska Dreßler.
158 reviews1 follower
March 28, 2026
„Unser Haus mit Rutsche“ ist ein Roman, der mich vor allem durch seine ungewöhnliche Mischung aus Leichtigkeit und Schwere beeindruckt hat. Im Zentrum steht eine Protagonistin, die zwischen zwei Kulturen aufwächst – geprägt von einem irakischen Vater und den Spannungen, die diese Herkunft mit sich bringt. Besonders eindrücklich sind die frühen Kindheitsjahre: Der Vater erscheint zunächst als liebevoller, fast magischer Geschichtenerzähler, der mit seiner Fantasie eine schillernde, warme Welt für seine Kinder erschafft. Mit dem Beginn des Golfkriegs kippt diese Idylle jedoch spürbar, und seine Persönlichkeit verändert sich auf eine Weise, die die Familie zunehmend belastet.

Was mich beim Lesen berührt hat, ist diese feine Balance zwischen Tragik und Komik. Trotz der politischen und familiären Schwere schafft es das Buch immer wieder, Momente von Humor und Absurdität einzubauen, die sich sehr echt anfühlen – fast so, als wäre das Lachen eine Art Überlebensstrategie. Gerade diese tragikomische Erzählweise hat mir das Gefühl gegeben, der Protagonistin sehr nah zu sein.

Gleichzeitig hatte ich stellenweise das Gefühl, dass der Text sehr sprunghaft und fragmentarisch ist. Manche Szenen wirken eher wie Momentaufnahmen als wie eine durchgehend fließende Erzählung, was zwar stilistisch interessant ist, mich aber auch oft aus dem Lesefluss gerissen hat. Trotzdem passt diese Form irgendwie auch zur Geschichte selbst – zu den Brüchen in der Biografie und den widersprüchlichen Erfahrungen zwischen Kindheit, Familie und politischer Realität.

Insgesamt ist „Unser Haus mit Rutsche“ für mich ein eindringliches, persönliches Buch, das noch lange nachwirkt – gerade weil es sich nicht immer glatt lesen lässt, sondern an manchen Stellen bewusst sperrig bleibt.
Profile Image for rebecca_booklover.
216 reviews2 followers
February 28, 2026
Leichtgängig erzählt, aber das verbindende Glied fehlt

Safia al Bagdadi erzählt in „Unser Haus mit Rutsche“ vom Familienleben der Ich-Erzählerin Layla – mit einem Ton, der zunächst leicht und spielerisch wirkt. Die kurzen Kapitel, versehen mit kleinen, oft ironischen Titeln, tragen dazu bei, dass man angenehm durch die Episoden gleitet. Der Roman wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was grundsätzlich für Dynamik sorgt, aber leider nicht immer zu einem klaren Gesamtbild führt.

Ich hatte beim Lesen das Gefühl, nicht wirklich nah an die Figuren heranzukommen. Laylas Familie blieb mir fremd, ihre Gedanken und Gefühle schienen nur angedeutet statt entfaltet. Besonders die Rückblenden wirkten wie lose Puzzleteile, die sich nicht zu einem übergeordneten Bild zusammenfügen wollten. Damit fehlte mir letztlich der rote Faden, der die vielen kleinen Beobachtungen zu einer emotionalen Erzählung verbindet.

Spannend fand ich jedoch die Passagen, in denen der Golfkrieg zur Sprache kommt – insbesondere die unterschiedlichen Haltungen innerhalb der Familie und Laylas Enttäuschung über die unerfüllten Träume ihres Vaters. Diese Momente gaben dem Buch Tiefe und gesellschaftliche Relevanz.
Schade nur, dass der Roman am Ende so abrupt abbricht, dass man etwas unzufrieden zurückbleibt.

Insgesamt ist „Unser Haus mit Rutsche“ leicht zu lesen, atmosphärisch interessant und stellenweise klug beobachtet – doch mir fehlte das verbindende Element, das alles zu einer wirklich berührenden Geschichte gemacht hätte.
Profile Image for Elke Sonne.
579 reviews2 followers
March 10, 2026
Zwischen den Kulturen

„Unser Haus mit Rutsche“ ist ein emotionaler Roman der in Paris lebenden Autorin und Schauspielerin Safia Al Bagdadi.

Layla wächst bei ihren Eltern in Saarbrücken auf. Ihr Vater stammt aus dem Irak, hat aber sein Leben den europäischen Verhältnissen angepasst und steckt voller Ideen, die leider immer wieder scheitern. Auch Layla macht er immer wieder Versprechungen, die er nicht erfüllen kann. Ihre Mutter ist in einer reichen französischen Familie aufgewachsen und ist mit ihrem Leben in Deutschland unzufrieden.

Die Ereignisse werden aus Laylas Perspektive geschildert. Sie berichtet aus ihrer Kindheit bis in die Gegenwart, in der sie bereits vierzig ist. Sie wächst zwischen den Kulturen auf, erlebt die in Deutschland und die, die ihre Eltern ihr vorleben. Die Familie lebt zwischen Realität und Traum.

Der Schreibstil ist warm und emotional. Es werden ernste Themen angesprochen, aber es werden auch die humorvollen Momente, die das Leben mit sich bringt, geschildert. Dadurch ist der Roman vielseitig und liest sich authentisch. Es geht um Familie, Freunde, Konflikte, unterschiedliche Kulturen, aktuelle politische Themen, Religion, Krieg, Identität, Migration und vieles mehr.

Besonders gelungen finde ich die Wechsel zwischen der kindlichen Perspektive und der aus Laylas Sicht als erwachsene Frau.

Insgesamt ist es ein eindrucksvoller Roman über eine Kindheit zwischen unterschiedlichen Kulturen und darüber wie sehr uns unsere Familiengeschichten prägt.
Profile Image for Anneke.
217 reviews
April 7, 2026
Werbung | Rezensionsexemplar

“Unser Haus mit Rutsche” war eine der Neuerscheinungen, die ich bei meiner Recherche Anfang des Jahres direkt auf meine Liste gesetzt habt. Umso mehr habe ich mich gefreut, als ich es als Rezensionsexemplar erhalten habe.

Wir folgen Laylas Leben. Immer wieder springen wir von ihrer Kindheit ins hier und jetzt. Finden heraus, wie die Frau von heute, sich aus der Familie ihre Kindheit entwickelt hat. Aus der Dynamik ihrer Eltern miteinander, über den doppelten Migrationshintergrund und über den (Nicht-)Glauben in ihrer Familie.

Layla ist eine spannende Protagonistin. Ihr Charakter entfaltet sich immer weiter, umso mehr man liest. Wir lernen sie als Kind kennen und als erwachsenen Frau - und diese beiden Bilder bewegen sich immer weiter aufeinander zu. Durch ihre kreativen Gedankengänge, liefert sie immer wieder spannende Bilder.

Das Buch hat sich so schnell gelesen. Der Text fließt dahin und Safia Al Bagdadi schafft es mit ihren Metaphern tolle Bilder hervorzurufen. Immer wieder bringt sie tollen Humor ein, der vor allem den kindlichen Charakter von Layla gut verdeutlicht.

“Unser Haus mit Rutsch” ist ein wunderbares Buch zwischen Irak, Frankreich und Saarland. Das die kindliche Perspektive auf gesellschaftliche Entwicklungen und politische Ereignisse und deren Auswirkungen auf die kindliche Psyche.

Für mich eine klare Empfehlung für alle, die gerne literary fiction mit Familiendynamik lesen.
Profile Image for rapunzel xxl.
248 reviews
Review of advance copy
February 16, 2026
Unser Haus mit Rutsche ist ein Roman von Safia Al Bagdadi. Das 320-seitige Buch erzählt die Geschichte von Laylas Kindheit und aktuellem Leben in einem komplexen familiären und kulturellen Umfeld.

Layla wuchs in Deutschland auf. Ihre Mutter ist französischer Abstammung und stammt aus einer der wohlhabendsten Familien der Mittelschicht. Ihr Vater ist irakischer Herkunft. Laylas Leben lang plagten sie Fragen der Identität und Zugehörigkeit. 1990, mit dem Ausbruch des Golfkriegs, zwang der fast fanatische religiöse Eifer ihres Vaters sie zur Konversion zum Islam – eine Entscheidung, mit der sie innerlich rang. Auch heute, mit über vierzig, verfolgen sie die Erfahrungen ihrer Kindheit als Immigrantin weiterhin und tragen möglicherweise zu ihren psychischen Problemen bei.

Obwohl die Themen des Buches durchaus ernst sind, mildert der unbeschwerte und humorvolle Schreibstil der Autorin diese und lindert den Schmerz. Die aus der Ich-Perspektive erzählte, leicht selbstironische Erzählweise ermöglicht es den Lesern, sich Layla näher zu fühlen. Die Geschichte ist lebendig, aber auch voller Alltagsbelanglosigkeiten. Diese kleinen Fragmente störten mich mitunter, da sie den Lesefluss unterbrachen. Zudem empfand ich das Buch als unvollständig. Daher kann ich ihm nur drei Sterne geben.
8 reviews
March 26, 2026
Dieses semi-autobiographische Buch von Safia al Bagdadi überzeugt mit einem überraschend erfrischendem Schreibstil und einer abgebildeten Familie, die alle eine gewisse Wärme in ihrer Skurrilität ausstrahlen. Das Familienleben wird aus der Perspektive der 10-jährigen Layla erzählt, die einen kleinen Bruder (liebevoll "Seestern" genannt), eine französische Mama und einen irakischen Papa hat. Die Szenen springen von den bürgerlichen Großeltern im Elsass zu den lauten Verwandten im Irak zu dem eigentlichen Wohnort der Familie in Saarbrücken. Aus Kinderaugen wird der Konflikt zwischen Kulturen, Generationen und Religionen sichtbar gemacht. Die Dialoge sind schnell und klug, dabei gesellschaftspolitisch relevant. Dabei schafft es die Autorin, die Gleichzeitigkeit von Gesprächen in der Familie und den Alltagstätigkeiten perfekt abzubilden. Langweilig wird einem beim Lesen sicherlich nie, allerdings bleiben einige Fragen offen und auch die Zeitsprünge in den ersten Kapiteln waren teils verwirrend. Die Beschreibung der Irak Reise war mein klares Highlight des Buches. Von mir gibt es eine klare Empfehlung an alle, die sich mit Familiengeschichten und verschiedenen Kulturen aus Kinderaugen beschäftigen wollen.
Profile Image for Inge H..
504 reviews9 followers
February 17, 2026
Irak, Frankreich und Saarbrücken

Safia Al Bagdadi hat mit dem Roman, Unser Haus mit Rutsche, ein wunderbares Werk geschaffen.
Die Protagonistin Layla hat den gleichen Hintergrund wie die Autorin.
Sie ist elf bald zwölf Jahre alt. Ihr Vater stammt aus dem Irak und Laylas Held, sie stellt immer viele Fragen, die er beantwortet. Aber er hat selber viele Ideen, die sich nicht so realisieren lassen.
Alles ist gut, bis der Vater keinen Job mehr hat. Der Irakkrieg beginnt und alles wird anders.
Plötzlich ist der Vater nicht mehr der Held, Layla kann nicht mehr zu ihm aufsehen. Ja, so ist das eben, Eltern sind eben auch nur Menschen. Die Autorin beschreibt alles mit eindrucksvoller Stimme.
So lässt sie die ältere Layla mit Arzt und Psychologin debattieren. Ihre Kindheit hat auch ihr Erwachsenenleben geprägt.
Der Roman hat mich total gefesselt.
Das Leben und denken dieser Familie war so lebendig, das ich ich den Roman gerne weiter empfehle.
2,385 reviews14 followers
February 24, 2026
Zum Inhalt:
Laylas Eltern sind glamourös. Ihr Irakischer Vater hat ständig neue Geschäftsideen, die aber immer wieder grandios scheitern. Er verspricht der Familie die dollsten Dinge, löst aber eigentlich nie etwas ein. Die französische Mutter rebelliert zwar gegen ihr Elternhaus, trägt aber trotzdem Chanel-Parfum. Als der Golfkrieg ausbricht, wird Laylas Vater, eingeholt von der Realität wie ein Fremder.
Meine Meinung:
Ich weiß nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll. Einerseits hat es ein recht angenehmen Schreibstil und dem Klappentext nach hätte das Buch auch sehr interessant sein können, aber irgendwie hat mich das Buch nicht so richtig einfangen können. Die Schilderung der Vergangenheit hat mir auf jeden Fall besser gefallen als die der Gegenwart. Dieses Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Kulturen hat mir gefallen. Aber insgesamt hat mich die Geschichte nicht nicht gepackt.
Fazit:
War nicht so ganz meins
Profile Image for Anne Dietrich.
221 reviews
February 26, 2026
Erinnerungen

Layla wächst gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Nouri in Saarbrücken auf. Ihre Mutter stammt aus Frankreich aus einer wohlhabenden Familie und ihr Vater aus dem Irak.

Berichtet werden die Ereignisse aus der Gegenwart in der Layla sich erinnert. Derzeit lebt sie in Paris, trägt sich mit Suizidgedanken und macht eine Therapie.

An ihren Erinnerungen ist zu merken, dass ihre Familie aus sehr eigenwilligen Persönlichkeiten besteht. Insbesondere der Vater, der ihnen die tollsten Dinge verspricht, diese aber nicht verwirklicht, ist für Layla der Größte bis der Golfkrieg ausbricht und sich alles verändert.

Da das Geschehen aus Laylas Sicht geschildert wird, bleibt leider vieles im Verborgenen und es gibt nur wenige Informationen über die Entwicklung des Vaters. Ich hatte gehofft, dass diese mehr im Vordergrund stehen würde.
Dennoch ist der Einblick in diese ungewöhnliche Familiendynamik und die Wahrnehmung der Protagonistin interessant.
Profile Image for Chrissy.
100 reviews1 follower
March 29, 2026
Ich würde dem Buch 3.5-4 Sterne geben. Teilweise fand ich es sehr berührend, an einigen Stellen hat mir allerdings einiges gefehlt.
Kontext, Verständnis und auch teilweise auch die Leichtigkeit. Im Großen und Ganzen war es schon eine sehr bedrückende Geschichte. Eltern, die schweigen. Leere Versprechen. Krieg. Eine Kindheit, geprägt von negativen Emotionen. Eine heute eher unglücklich scheinende Erzählerin. Ausschnitte aus Gesprächen mit Therapeuten und unnahbarer Luxus.
Ich konnte beim lesen eintauchen, es war auf jeden Fall Mitgefühl da. Und auch Sympathie der Erzählerin gegenüber. Gut gefallen haben mir auch die kurzen Kapiteln mit den sehr schönen Überschriften, die wirklich gut gewählt waren.
Der Titel hat mir von Anfang an gefallen und auch nachdem ich das Buch gelesen habe, finde ich ihn sehr passend.
Ich kann das Buch absolut empfehlen! Aber für mich hatte es keine Komik, bzw. nur sehr wenig, zu wenig.
Profile Image for Denise.
11 reviews
March 30, 2026
Der Roman ist eine sehr feinfühlig erzählte Geschichte über Beziehungen, Erinnerung und die Suche nach Zugehörigkeit. Im Fokus stehen Layla und ihre Familie, insbesondere ihre über die Jahre veränderte Beziehung zu ihrem Vater. Safia Al Bagdadi erzählt diese Geschichte überwiegend aus einer kindlichen, teils naiven, teils fantasievollen Sicht, die nur in der zeitlich späteren Rahmenhandlung durch eine erwachsenere Perspektive ergänzt wird. Durch die unbedarfte, kindliche Perspektive wirken selbst kleinere Situationen lange nach. Besonders beeindruckend ist das Gespür der Autorin für feine Zwischentöne und Unausgesprochenes. Allerdings hat mich die Rahmenhandlung der Erwachsenen Layla insbesondere zu Beginn des Romans weniger abgeholt und war teilweise mit eher irrelevanten Figuren und Bildern gespickt. Dennoch ein Buch, das noch lange im Gedächtnis bleibt.
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140 reviews
May 16, 2026
Schaaaade, ich liebe eigentlich Familienromane, aber das hat mich irgendwie gar nicht gepackt und mir haben sich auch die zeitsprünge nicht erschlossen. Hat sich eher wie Anekdoten als wie eine zusammenhängende Geschichte gelesen
39 reviews
March 27, 2026
Ich wollte es so gerne mögen, aber ich kam nicht recht rein ins Buch. Hab es darum in der Hälfte abgebrochen.
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