Tokyo Lily. Auf der Jagd nach Hirohitos Gold: Zwischen Jazzclubs, Teezeremonien und dunklen Geschäften: ein Spionage-Thriller aus dem Tokio der 1950er Jahre – Kriminalroman
Starke Frauenfiguren, raffinierte Spannung und eine Prise Humor – ein filmreifes Krimierlebnis!
1950: Die junge Japanologin Mirabell Molnar reist nach Japan, um ein scheinbar harmloses Tauschgeschäft abzuwickeln. Doch der Deal platzt, und Mirabell wird entführt, hinein in Tokyos Unterwelt, wo Gerüchte über verstecktes Gold kursieren. Als Geisha verkleidet und von CIA und Yakuza verfolgt, wird Mirabell zur unfreiwilligen Mitspielerin in einem tödlichen Komplott – und trägt plötzlich den Schlüssel zu einem Geheimnis, das die Nachkriegswelt erschüttern könnte.
Meinrad Braun entführt die Leser in die exotische Welt Japans und lässt sie gemeinsam mit Mirabell Molnar Licht in die Schatten der Vergangenheit bringen. Ein Spionage-Thriller voller Wendungen, der Liebhaber von Krimis mit außergewöhnlichem Setting begeistern wird.
»Braun ist ein Meister darin, andere Zeiten und Orte zu sezieren und zum Leben zu erwecken.« – der reporter über Tausend Meilen weites Land. Ein früher Western
Mit diesem Roman gelingt Meinrad Braun ein spannendes Buch, der vor allem durch sein außergewöhnliches Setting und den historischen Hintergrund überzeugt. Die Geschichte führt in ein Japan der Nachkriegszeit, das für viele Leser*innen eher unbekannt sein dürfte – genau das macht den Reiz des Buches aus.
Besonders interessant ist, wie der Roman kulturelle Details einbindet. Ob Essen, Einrichtung oder gesellschaftliche Gepflogenheiten – immer wieder bekommt man Einblicke in die japanische Lebensweise und Mentalität, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen. Gleichzeitig zeigt der Roman auch die dunkleren Seiten menschlichen Handelns, vor allem wenn es um Macht und Geld geht.
Die Handlung ist spannend konstruiert, mit vielen Wendungen und einer starken Hauptfigur, die sich in einer gefährlichen Welt behaupten muss. Trotzdem hätte man sich stellenweise gewünscht, dass die Geschichte noch mehr Raum bekommt. Gerade weil das Setting und die Thematik so viel Potenzial bieten, wirkt das Ende etwas abrupt – fast so, als würde es an der spannendsten Stelle abbrechen.
Für die junge Japanologin Mirabell Molnar, sollte es im Jahr 1950 nur ein einfaches Tauschgeschäft werden, als sie mit einem Kriegshelm nach Japan reist und im Gegenzug einen seltenen Holzschnitt nach Berlin zurück bringen sollte. Ihr dortige Begleiter Herr Gassan kommt ihr von Beginn weg etwas seltsam vor und sie sollte recht behalten. Denn als sich ihr mitgebrachter Helm als Fälschung heraus stellt, wird sie von Gassan, der sich nun Toshiro nennt mit seiner Begleiterin, Kaede, deren Gesicht von einer großen Narbe entstellt ist, kurzerhand entführt. Aber nur um sie zu beschützen, denn nicht nur das CIA, sondern auch kriminelle Banden trachten ihr nach dem Leben, da Unmengen an japanischer Kriegsbeute versteckt ist, die gewisse Mächte unbedingt geheim halten wollen aber andere vermuten, dass Mirabell den Schlüssel zu diesen Verstecken besitzt. So beginnt eine Flucht, wo Mirabell fremden Menschen vertrauen muss, wenn sie am Leben bleiben möchte. Der Autor, Meinrad Braun, entführt den Leser mit seinem Roman ,,Tokyo Lily“ in das Tokyo der Nachkriegszeit, wo er eine spannende Geschichte erzählt. Er hat dabei gut und vor allem bildhaft recherchiert, wo man immer wieder mit diversen Traditionen und Bräuchen der japanischen Kultur konfrontiert worden ist. So beschreibt er unter anderem, nicht nur wie die traditionelle Teezubereitung funktioniert sondern auch, wie aufwendig die Maskerade und die prachtvolle Kostümierung einer Geisha ist. Gerade zu Beginn ist man ein wenig überfordert, von den vielen Begriffen und Erklärungen über japanische Traditionen. Man erfährt in der Geschichte viele Ereignisse aus der Kriegszeit, wo man gesehen hat, dass Menschlichkeit für viele ein Fremdwort war und so mancher nach Macht und Reichtum, jeden Skrupel hat fallen lassen. Selbst die Regierungen von den USA und Japan, haben nicht immer zum Wohl der kriegsgebeutelten Bevölkerung gehandelt, wo viel Unrecht nicht wieder gut gemacht worden ist. Am Ende des Romans findet man noch ein tolles Nachwort zum Hintergrund geschichtlichen Ereignisse. Mirabell wird als selbstbewusste und nach Gerechtigkeit strebende junge Frau beschrieben, die für die damalige Zeit gewusst hat, was sie will. Es ist eine spannende und auch berührende Geschichte, wo sogar immer wieder ein kleiner spöttischer Humor durchblitzt. Die drei Protagonisten Mirabell, Toshiro und Kaede setzen im Grunde ihr Leben für andere aufs Spiel, damit der geheimnisvolle Schatz nicht in falsche Hände fällt. Manchmal tauchen für mich ein paar zu viele Charaktere auf, wo ich nicht immer gleich wusste, zu welcher ,,Partei“ diese jetzt gehören und wer dabei welches Spiel spielt. Bis zum Schluss bekommt man Spannung, Verfolgungsjagden, freundschaftliche Beziehungen, Verschwörungen und viel Wissenswertes präsentiert. Da Mirabell am Ende mit ihrem Wissen und Beweisen nicht zufrieden ist wie damit umgegangen wird, lässt vermuten, dass es vielleicht noch eine Fortsetzung gibt.
Ein atmosphärisches Abenteuer, das japanische Kultur, Spannung und Emotionen verbindet – mit kleinen Schwächen, aber viel Herz.
Kurz gesagt: Ein spannender Mix aus japanischer Kultur, Schatzsuche, Intrigen und emotionalen Momenten – mit kleinen Schwächen, aber insgesamt ein sehr lesenswertes Abenteuer.
Tokyo Lily hat mich direkt mit seiner Atmosphäre abgeholt. Die Geschichte verbindet Kunst, alte japanische Traditionen und eine Schatzsuche, die immer größer und gefährlicher wird. Besonders stark ist, wie lebendig die japanische Kultur dargestellt wird – man merkt, dass viel Herzblut in den historischen und kulturellen Details steckt.
Wichtig zu wissen: Das Buch arbeitet mit vielen japanischen Begriffen, Namen und Elementen aus der damaligen Kultur. Es gibt kein Glossar, kein Nachschlagewerk – man muss also bereit sein, sich darauf einzulassen. Für Liebhaber dieser Welt ist das ein echtes Plus, für alle anderen eine kleine Herausforderung, die aber gut zu meistern ist.
Der Schreibstil selbst liest sich sehr angenehm. Ich bin gut durch die Kapitel gekommen, und die Mischung aus Spannung, Rätseln und emotionalen Momenten hat mir Freude gemacht. Die Figuren – allen voran Mirabell – tragen die Geschichte mit einer schönen Mischung aus Stärke, Verletzlichkeit und Eigenwilligkeit.
Natürlich gibt es hier und da kleine Schwächen: Manche Szenenwechsel sind etwas abrupt, und gelegentlich verliert man kurz den Überblick. Aber das schmälert den Gesamteindruck kaum. Die Geschichte bleibt packend, atmosphärisch und überraschend emotional.
Für mich ist Tokyo Lily ein Buch, das trotz kleiner Stolpersteine definitiv lesenswert ist – besonders, wenn man japanische Kultur liebt oder Geschichten mag, die zwischen Spannung, Mythos und Menschlichkeit pendeln.
„Tokyo Lily. Auf der Suche nach Hirohitos Gold“ von Meinrad Braun ist ein Kriminalroman, der in den 1950er Jahren spielt. Die junge Amerikanerin Mirabell reist nach Japan, um einen Kriegshelm gegen einen Holzschnitt zu tauschen und gerät dabei zwischen die amerikanischen und japanischen Fronten. Die Story rund um Japans versteckter Kriegsbeute baut auf historischen Fakten auf und ist gut recherchiert. Der Schreibstil ist etwas ungewohnter, schlichter und erinnert an alte Agentenromane. Wie wenn man ein altmodisches Telefon mit Drehscheibe mit einem modernen Telefon vergleicht. Es brauchte ein wenig, bis ich mich an diesen Erzählstil gewöhnt hatte, aber wenn man sich drauf einlässt fühlt man sich mitten in den 1950er Jahren: einer Mischung aus Wiederaufbau-Stimmung, jungem Selbstbewußtsein, aber auch dem Festhalten von Traditionen und politischen Klüngeleien. Man kann schon fast die vielen Zigaretten riechen, die während der Geschichte geraucht werden. Gut gefallen hat mir der Perspektivwechsel zwischen den einzelnen Protagonisten und damit verbunden die unterschiedlichen patriotischen Betrachtungsweisen auf die Handlung. Fazit: ein solide recherchierter Kriminalroman, der einem aus verschiedenen Blickwinkeln in das Japan der Nachkriegszeit versetzt. Für alle, die mehr über Japans neuere Geschichte erfahren wollen, als die Kurzzusammenfassungen in Reiseführern bereithalten.
Wäre das alte Tokyo der 50er Jahre eventuell interessant für euch? Dann ist dieses Buch genau das Richtige für euch.
Die Handlung spielt kurz nach dem Krieg und eine junge Frau soll von Berlin nach Japan reisen, um hier ein Artefakt zu überbringen und gleichzeitig ein anderes auf die Echtheit zu begutachten. Doch leider läuft hier nicht alles, wie geplant und schon bald befindet sich die junge Frau auf der Flucht und begibt sich immer tiefer in die Spirale.
Das Buch habe ich sehr gern gelesen, da wir hier viel über die Kultur mitbekommen. Anders hierbei ist, dass wir diese Informationen in kleineren Happen serviert bekommen, sodass es weder überladen wirkt und deplatziert. Gleiches gilt für eine kleinere Liebesgeschichte, die zwar mit wenigen Worten beschrieben, aber dadurch intensiver wirkte.
Am meisten mochte ich Kaede, die sich je mehr wir in der Story voranschreiten, zu einer geheimnisvollen und interessanten Persönlichkeit entwickelte, über die ich sehr gern mehr erfahren hätte. Doch auch unsere Protagonistin ist ein sehr spannender Charakter, die auf manchen einen naiven Eindruck hinterlässt. Für mich aber genau die richtige Wahl war, um die Ereignisse durchzustehen und in vielen Situationen mit bedacht handelte.
Mirabell eine junge Japanologin soll eine Antiquität in Japan gegen eine andere tauschen. Ein Geschäft für ein Museum in Berlin. Als sie ankommt wird ihr das Teil gestohlen und sie gerät zwischen alle Fronten. Nach und nach klären sich die Verhältnisse und sie erfährt politisches Dynamit. Schließlich ist es 1950 nicht lange nach Kriegsende und Japan steht noch unter amerikanischer Kontrolle. Ein spannendes Thema auch die Figuren und Handlungen waren gelungen. Nur die Tiefe fehlte. Es ging alles unwahrscheinlich schnell. Ankunft, Raub, Erklärungen, andere handelnde Personen tauchten auf und wieder ab. Das längere Nachwort ordnete alles ein, was historisch bedeutsam war. Das war gut aber die Handlung war zu sehr im Zeitraffer geschrieben, Ich hätte gern mehr über die einzelnen Figuren erfahren, über ihre Vergangenheit und nicht nur in zwei Sätzen die Beziehungen der Einzelnen zu einander. Logisch war die ganze Geschichte auch gut vorstellbar. Schade daher für einen guten Roman war zuviel Luft nach oben.
Das Cover finde ich sehr ansprechend gestaltet, mir gefällt die Aufteilung sehr. Die Details und auch der Titel weisen bereits daraufhin, in welchem Land die Handlung spielen wird. Japan , genauer gesagt Tokyo, dort begibt sie die junge Japanologin Mirabell Molnar im Jahr 1950 hin. Sie möchte eigentlich nur ein einfaches Tauschgeschäft durchführen doch es kommt alles ganz anders, als gedacht. Der Deal platzt und sie wird entführt, sie taucht ab in Tokyos Unterwelt, voller Gefahren. Als Geisha verkleidet muss sie sich nicht nur von den Yakuza in acht nehmen, auch das CIA ist auf sie angesetzt. Ist sie der Schlüssel zu einem Geheimnis?
Der Spionage-Thriller hat mir sehr gut gefallen, er hat durch unvorhergesehene Wendungen und einem lebhaften Schreibstil mich wirklich packend können. Mirabell war eine starke Persönlichkeit, die durch die Handlung sehr souverän aber auch menschlich blieb. Die Geschichte war spannend und ich habe viel über die damalige Kultur Japans kennengelernt. Mir hat das Buch gut gefallen und ich empfehle es weiter.