Deutschland investiert Hunderte Milliarden Euro in die Rüstung und die Aufstockung der Bundeswehr. Die Angst geht um, dass Putins Russland nach der Ukraine auch andere europäische Staaten angreifen könnte. Die Bedrohung durch das größte Land der Erde dominiert Medien und Politik. Aber welche Möglichkeiten, Fähigkeiten und Ressourcen hat Russland tatsächlich? Der vermutlich beste Kenner des russischen Militärwesens im Westen, Matthias Uhl, zeigt auf, wie beschränkt die Mittel Russlands sind und welche gravierenden militärischen und technologischen Defizite es gibt. Und er Wer der russischen Aggression wirksam begegnen will, muss nicht nur die Stärken, sondern vor allem auch die Schwächen von Putins Streitmacht genau kennen.
Zunächst einmal die klaren Stärken des Buchs: Es ist knallhart unterlegt mit Fakten, die auch noch sehr gut aufbereitet sind. Vor allem die Produktionszahlen der Sowjetunion sind sehr stark herausgearbeitet. Generell machen diese numerischen Angaben das Buch zu einem exzellenten Nachschlagewerk, wenn es darum geht. Hier merkt man auch, dass Herr Uhl ein sehr talentierter Historiker ist. Lediglich ein kleiner Namensfehler beim Sidewinder-Diebstahl 1967 ist vorhanden (permanent wird Hauptfeldwebel „Koppe“ statt Knoppe geschrieben).
Der Gegenwartsbezug hat leider in meinen Augen ein paar Schwächen. Waffensysteme werden falsch geschrieben („NLAU“) und unzutreffende Vergleiche gezogen. Ein Beispiel: die russische Ausbildungsdauer bis zur Fronttauglichkeit wird mit der AGA der Bundeswehr von drei Monaten verglichen. Dabei folgen zahlreiche weitere Ausbildungen (selbst für die unterste Ebene an Soldaten) wie z.B. die SGA. Es existieren daneben noch weitere Beispiele, die man aber als lesende Person selbst herausfinden kann.
Kurzfazit: Sehr stark in der historischen Analyse, lückenhaft im Kontextbezug.
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