Die aufgeladene Stimmung eines heißen Sommers, eine geheime Affäre und ein Porträt mit explosiver Wirkung
Die Malerin Sophie verbringt den Sommer mit drei Freundinnen auf der griechischen Insel Sifnos. Eine von ihnen wird bald heiraten, es ist das letzte Mal, dass sie als unverheiratete Frauen zusammen sind, in fünf Tagen kommen ihre jeweiligen Partner nach. Sophie genießt die trägen Tage in der Sommerhitze – und die Auszeit von ihrem Freund Greg, der sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck setzt. Jeden Morgen geht sie zum Schwimmen runter ans Meer und begegnet dort dem Griechen Ky. Beide fühlen sich auf Anhieb zueinander hingezogen. Eine intensive Affäre beginnt, in der Sophie sich immer mehr verliert. Unterdessen arbeitet Sophie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia, doch zwischen den beiden Frauen entstehen Unstimmigkeiten, die sich von Tag zu Tag intensivieren. Sowohl das Gemälde als auch die Affäre stellen alles infrage, was Sophie zu wissen glaubt. Als Greg mit den anderen Männern auf die Insel kommt, droht die Situation zu eskalieren …
Rhiannon Lucy Cosslett is a columnist, feature writer and editor for The Guardian newspaper. She is the author of two novels, one memoir, and a collection of her parenthood writing.
She was born in Islington, grew up in Wales, spent time living in France and Italy, and has now returned to her birthplace, where she lives with her husband, son, and Mackerel, her cat.
Der Klappentext und das Cover versprechen einen seichten Sommerroman über vier Freundinnen, die einen Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel feiern. Doch das Buch kann so viel mehr und ich bin absolut begeistert. Es geht um Feminismus, Freund*innenschaft, toxische Beziehungen, Leidenschaft und Freiheit. Der Roman lenkt den Blick auf weibliche Körper und geht zwischen den Kapitel auf die Künstlerinnen und ihre Aktportraits ein. Das hat mir besonders gut gefallen, wie die Protagonistin ihre Sicht auf die Bilder schildert. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen! Für mich ist das der Sommerroman 2026!
»FÜNF TAGE IM LICHT« 🍋 (engl. ›FEMALE NUDE‹ , übersetzt von Sabine Längsfeld) von der Autorin & Journalistin Rhiannon Lucy Cosslett ist ein sehr artsy & spicy Roman über Identität, weibliche Lust und Mutterschaft. 💛
»Ich weiß nicht, wie aus uns zwei Menschen werden konnten, die einander so wenig verstehen. Die so wenig Mitgefühl für einander empfinden.« (158)
Der Roman erzählt den Urlaub der vier englischen Girls (Sophia, Alessia, Helena & Iris) auf einer griechischen Insel aus Sicht der Protagonistin Sophia, die Künstlerin ist und in diesem Urlaub anfängt ein Aktbild von ihrer Freundin Alessia zu malen und sich auf eine dramatische Affäre mit dem Griechen Ky einlässt. Zwischen den einzelnen chronologischen Erzählungen des 10-tägigen Urlaubs, blickt die ältere Sophia als Künstlerin auf Aktbilder anderer Künstlerinnen und erklärt diese nicht nur, sondern setzt diese auch in einen Kontext. So macht dieser Roman aufmerksam auf weibliche Kunst, kritisiert den Male Gaze, das Patriarchat und Klassismus, hinterfragt Mutterschaft und, was es aus einem Menschen macht.
»Jemand wird sich unserer erinnern, sage ich, sogar noch in einer anderen Zeit.« (136)
Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Das Ende war für mich - vergleichsweise zum Romaninhalt - zu schnell und oberflächlich erzählt und nicht ganz überzeugend in Bezug auf die Auseinandersetzung von Mutterschaft x Identität als Künstlerin. Versteht mich nicht falsch: Das Drama, das sich konstant anbahnt, meine ich nicht, vielmehr, was alles nicht in einem Schlagaustausch geklärt wird und wen es trifft. Dennoch hat mich das Setting, die verschiedenen Themen und die Verbindung von Kunst in der Literatur begeistert. Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen vielschichtigen Roman haben 🩵
Last but not least zwei Punkte zum Buch: ☝🏼 Der deutsche Titel ist smart, aber der englische Titel ›FEMALE NUDE‹ einfach so pointiert 🤌🏼 ✌🏼 Ich hätte Abbildungen der besprochenen Kunstwerke sehr sinnvoll gefunden, so habe ich sie selbst recherchiert, um die Erklärungen besser verstehen zu können.
"Ich glaube nicht, dass eine Frau sich verliert, wenn sie Kinder bekommt; es ist eher so, dass es niemanden gibt, der die Aufgabe übernehmen will, sie zu retten, wenn sie anfängt unterzugehen." (S. 258)
Als absolute Kunst-Liebhaberin, hat mich der Roman wirklich sehr begeistert. Viele weibliche Künstlerinnen aus verschiedenen Epochen werden hier mit ihren Werken genannt und in ihren Einstellungen mit dem Leben der Protagonistin Sophie (selbst Künstlerin) in Beziehung gesetzt.
Im Roman setzt sich die Hauptfigur viel mit dem gesellschaftlichen / männlich-geprägten Blick auf weibliche Körper auseinander und wie dadurch auch Frauen selbst beginnen, ihren eigenen Körper sowie auch den anderer Frauen zu bewerten und mit kritischen Blick zu betrachten.
"Die Abwertung war ein Seelentröster, eine Methode der psychologischen Selbstbeschwichtigung, die ich schon früh im Leben entwickelt hatte, um die Schönheit, das Talent oder die Errungenschaften anderer Frauen für mich erträglich zu machen." (S.24)
Sophie befindet sich in einer Beziehung in der ihr immer weiter ihr Ich-Sein und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse aberkannt oder nicht ernst genommen werden, da sich ihr Partner Greg Kinder wünscht. Obwohl er weiß, dass Sophie keine Kinder möchte, setzt er sie diesbezüglich massiv unter Druck und kontrolliert, dass sie (durch z.B. Verbot von rauchen und Alkoholkonsum) ihren Körper möglich gesund hält. Sie selbst distanziert sich emotional dadurch immer weiter von ihm und beginnt im Jungesellinnen-Urlaub einer Freundin auf Griechenland eine Affäre mit einem Kerl namens Ky.
Ich schätze an dem Buch extrem die kritischen Auseinandersetzung mit dem Prozess des Alters und dem damit auch einhergehenden Verlust von freundschaftlichen Beziehungen. Dass man beobachtet, wie Freundinnen in ungesunden Beziehungen in ihr Verderben laufen und man nur unbeteiligt daneben stehen kann. Dieses Gefühl, eine Freundin / eine Schwester durch die Finger gleiten zu sehen und zu beobachten, wie sie nach und nach ihre eigenen Werte für die Beziehung zu einem Mann und für die Erfüllung der traditionellen Rolle vergisst, kenne ich nur zu gut. Ich habe mich demnach sehr in den Gedankengängen von Sophie wiedergefunden.
"Manche Beziehungen sind allen außer den Leuten, die sie führen, ein Rätsel."
Das Ende des Buches hat mich dann aber ehrlicherweise etwas enttäuscht. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber eine ganz bestimmte Entwicklung am Ende des Buches, hätte es für mich absolut nicht im Kontext der Gesamtprämisse des Buches gebraucht. Das hat leider einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen, obwohl ich das Buch ansonsten wirklich sehr gelungen finde.
Das Buch handelt von 10 Tagen im Leben der Künstlerin Sophie Evans, auf denen sie zunächst 5 Tage mit ihrer Freundin Helena und deren Freundinnen eine Art Junggesellinnenurlaub auf einer Insel in Griechenland verbringen. Während dieser 5 Tage beginnt sie eine heftige Affäre mit Ky, einem "local". Die Geschichte gipfelt mit der Zureise der Partner nach den ersten 5 Tagen. Die Autorin verbindet in dem Roman verschiedene Themen geschickt miteinander, u.a. Selbstportraits von Künstlerinnen, die Geschichte der Anerkennung von diesen, die Rolle der Frau und die Verbindung der tranditionellen Rollenbilder (Mutterschaft) mit einer Künsterlinnenlaufbahn. Des weiterin flechtet sie geschickt noch Klassenunterschiede, sowie Care-Tatigkeiten fpr Menschen mit Behinderung ein. Als Kunsthistoriker fand ich natürlich die Reflektion der Aktzeptanz von Künsterlinnen sehr spannend. Ein ganz neuer Blickwinkel, wie ich fand. Sophie als Ich-Erzählerin ist teilweise schwer zugänglich, auf der anderen Seite aber verstand ich sie auch sehr gut. Den Aufbau der Geschichte mit den Einflechtungen von Kunstwerken fand ich gut, allerdings hat mir in der Mitte ein wenig die Spannung gefehlt, da ich nicht so genau wusste, wohin die Reise geht. Das Ende fand ich allerdings wieder gut und mochte auch die Auflösung des Impacts dieser 10 Tage auf Sophie. Das war unaufgeregt, realistisch und authentisch.
„Vielleicht warst du so wie ich oft starr vor Schreck wegen der vielen Kunst, die du nicht geschaffen hattest.“ (S. 7) ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Sophie ist eine junge Malerin und lebt mit ihrem Freund Greg zusammen. Er will unbedingt Kinder und setzt sie mit diesem Wunsch unter Druck - da kommt der Mädelsurlaub mit drei Freundinnen auf einer griechischen Insel zur perfekten Zeit. Auf der Insel lernt Sophie Ky kennen und die beiden fühlen sich schnell voneinander angezogen ... doch nach den ersten 5 Tagen sollen die Männer nachkommen und Sophie muss sich entschieden, ob sie und Greg noch eine Zukunft haben. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Sophie beschäftigt sich viel mit dem Künstlerinnendasein und Mutterschaft. In Einschüben schreibt sie über Werke von Künstlerinnen und setzt sich mit deren Lebensgeschichten (und ihrer Mutterschaft) auseinander. Das hat mir richtig gut gefallen! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Die Kammerspiel-Atmosphäre in der Villa unter den Freundinnen (und später auch deren Männern) offenbart die Unterschiede der Freundinnen und ihrer Lebensrealitäten. Die Dynamik ist spannend zu beobachten und trägt zu einem guten Lesesog bei. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, ich mochte Sophie und ihre feministischen Ansichten sehr. Ihr innerlicher Struggle kommt sehr gut rüber und ist sehr nachvollziehbar. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ein feministisches Sommerbuch mit griechischem Flair, besonders geeignet für Kunstbegeisterte! ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, eignet sich hervorragend für Buchclubs/Buddy Reads. ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ 4/5 ⭐️ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Grandios übersetzt von Sabine Längsfeld
--- Rezensionsexemplar I Vielen Dank @rowohltverlag @vorablesen 💛
Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett / Rezension
Das war mein erstes Buch der Autorin und heute stelle ich es Euch vor.
✨Zitat
„Es ist schwer, gleichzeitig zu weinen und zu schwimmen, und die leere Bucht war im Licht der Morgendämmerung so entwaffnend schön, dass der Traum schnell vergessen war.“
✨Inhalt
Die Malerin Sophie ist mit ihren Freundinnen auf Sifnos, um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. In 5 Tagen sollen die Partner der Frauen nachkommen… aber Sophie beginnt eine Affäre mit dem Griechen Ky und auch zwischen den Frauen ist die Stimmung nicht entspannt…
✨Meinung
Ich hatte mich auf Anhieb in das sommerliche Cover verliebt und habe vom Klappentext her eine etwas weniger „schwere“ Geschichte erwartet. Ja, eine Affäre findet statt, das ist grundsätzlich nicht unbedingt meins, aber in diesem Buch geht es um sehr viel mehr, so dass ich das schon fast aussen vor lassen kann und natürlich trotzdem offen in das Geschehen abgetaucht bin.
Es geht um ganz unterschiedliche Frauen, jede mit ihrem eigenen Leben und jede ist auch recht stark davon überzeugt, dass sie es richtig macht. Größter Streitpunkt wie immer: einige wollen Kinder und können ggf. keine bekommen und andere wollen keine, müssen sich rechtfertigen und haben Partner, die versuchen, ihre Meinung zu ändern. Die Frauengruppe ist wirklich nicht harmonisch unterwegs. Es war interessant zu lesen, aber ich musste mich regelmäßig daran erinnern, dass es nur ein Buch ist und ich mich einfach entspannen kann (war nicht möglich, es ging doch sehr toxisch zu).
Was ich richtig schön fand, war die Einbindung der weiblichen Kunstgeschichte. Die Autorin hat es sehr schön mit der Gegenwart verknüpft. In diesem Buch erwarten Euch wirklich viele Themen wie etwa Ungleichheit, Mutterschaft, Kinderwunsch, Behinderung, Beziehungen, Freundschaften und das alles vor der Kulisse von Sifnos, Griechenland.
Was passiert mit Sophie und ihrem Freund im Anschluss? Davon müsst Ihr Euch überraschen lassen.
✨Fazit
Es war etwas anders, als ich ursprünglich erwartet habe, aber deshalb nicht schlechter. Wer gern über female empowerment liest, wird hier gut aufgehoben sein. Für mich waren einige Themen richtig toll umgesetzt und andere Situationen etwas weniger meins, so dass ich mich für eine gute und realistische Bewertung zwischen 3,5 und 4⭐️ entschieden habe.
Fünf Tage im Licht gehört zu den Romanen, deren eigentliche Bedeutung sich erst nach und nach entfaltet. Bis weit über die Hälfte hinaus war mir nicht klar, worauf die Gedanken und Handlungen der Protagonistin hinauslaufen und welche Erkenntnisse sie letztlich daraus ziehen wird. Genau das hat meine Neugier geweckt – gleichzeitig hat mich das Buch dadurch stellenweise aber auch etwas verloren.
Der Roman gliedert sich in ein Vorher und Nachher. Zunächst begleiten wir eine Gruppe von Frauen auf einem Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Eine der Freundinnen stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und besitzt dort eine Unterkunft, während die Protagonistin deutlich weniger privilegiert ist. In der zweiten Hälfte stoßen ihre Männer dazu. Diese Zweiteilung hat für mich sehr gut gezeigt, wie unterschiedlich die Frauen ohne und mit ihren Partnern auftreten und wie verschieden die Paarungen sind.
Dabei bleibt der Fokus stets auf dem Bild der Frau. Zu Beginn jedes Kapitels werden berühmte, historisch relevante (Selbst-)Porträts aus der Ich-Perspektive betrachtet und eingeordnet. Welche Bedeutung dahintersteckt, muss man sich selbst erschließen. Ich ertappte mich allerdings dabei, diese Passagen manchmal eher zu überfliegen, weil mein eigenes Interesse an Kunst nicht tief genug ging, um alles vollständig greifen zu können.
Kunst zieht sich jedoch nicht nur durch die Kapitelanfänge, sondern über das Buch hinweg entsteht ein eigenes Porträt, gezeichnet durch die Protagonistin und ich war am Ende positiv überrascht, wie sich dieses mit der Geschichte entwickelt hat. Die Enthüllung bot für mich den Aha-Moment des Buches.
Zwischendurch empfand ich immer wieder Wut. Wut darüber, wie Männer Zukunftsbilder entwerfen, ohne darüber nachzudenken, was sie dafür zerstören oder nehmen. Gleichzeitig wirkte die Protagonistin in dieser Hinsicht stellenweise abhängiger, als sie eigentlich erscheinen sollte.
Insgesamt ein atmosphärischer Roman mit traumhaftem Setting und einer Bedeutung, die sich erst langsam offenbart.
Als Sophie den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Helena auf einer griechischen Insel antritt, ahnt sie nicht, dass das ihr ganzes Leben verändert wird. Nicht nur, dass sie ihre künstlerische Passion mit einem Aktporträt von Alessia nachgehen kann, sie beginnt auch eine Affäre mit dem Griechen Ky, die alles in Frage stellt, vor allem ihre langjährige Beziehung zu Greg. „Fünf Tage im Licht“ von Rhiannaon Lucy Cosslett, hat mich überrascht, begeistert und später enttäuscht. Ich mochte den Aufbau anfangs sehr. Die Kapitel werden mit essayhaften Bildbeschreibungen eingeleitet, die durch den Blick aus der Zukunft zart Foreshadowing betreiben. Als das große, unausweichliche Finale immer näher rückt, nimmt das allerdings die Spannung. Die feministischen Einschübe, die nirgendwo angeteasert wurden, fand ich großartig, vor allem weil ich nicht mit diesen gerechnet habe. Sie waren fabelhaft in die Geschichte eingewoben und schimmerten immer wieder durch. Auch beim Kinderthema fühlte ich mich zunächst abgeholt, denn ich empfinde genauso wie Sophie, die von Greg dahingehend unter Druck gesetzt wird und sich aus vielfältigen Gründen nicht als Mutter sieht. Bis sie das offensichtlich nicht mehr tut. Das kam überraschend und hat mich enttäuscht. Das Plädoyer für Kinderfreiheit wandelte sich (wie so oft) ins Gegenteil. Auch kam eine Wendung, ausgelöst durch eine Erkenntnis, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und für mich wie aus dem nichts kam. Da hatte Sophie mich dann vollends verloren. Zu Beginn war sie mir unheimlich sympathisch, ich hab mit ihre gefühlt, aber das geriet erst ins Kippen und rutschte dann komplett ab; ich war froh, dass ich am Ende des Buches angelangt war. Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es ein schlechter Roman ist, er hat mich in meiner jetzigen Lebensphase einfach nicht abholen können, bzw. erst ja, später dann nicht mehr. Davon abgesehen ist es ein flirrender, atmosphärischer Roman, der wichtige Fragen aufwirft.
Hitzige Sommertage. Ein Urlaub mit alten Freundinnen. Und ein Kellner, der Sophie den Kopf verdreht. Das ist die Ausgangslage in „Fünf Tage im Licht.“
Künstlerin Sophie und ihre Studienfreundinnen reisen auf eine griechische Insel. Dort verliebt sich Sophie in Kellner Ky. Regelmäßig treffen sie sich und beginnen eine Affäre. Obwohl Greg, Sophies Freund, wenige Tage später nachreist…
Dieses Buch ist deutlich mehr als ein Sommerroman. Zahlreiche relevante Themen werden behandelt und mehr oder weniger offen kritisiert. Hierbei ist die ruhige, bildhafte Sprache hilfreich. So kann ich mir nicht nur das traumhafte Setting vorstellen, sondern auch Sophies Gedankengänge nachvollziehen.
So zum Beispiel ihre Gedanken zur sozialen Ungleichheit in der Freundesgrupppe. Die anderen Frauen haben mehr oder weniger reiche Eltern und stehen finanziell abgesichert da. Sophie und Greg leben in einer kleinen Zweizimmerwohnung zur Miete. Sophie schildert zahlreiche Situationen, in denen diese Ungleichheit deutlich wird (am Flughafen oder in Erinnerungen).
Was die Protagonistin auch deutlich macht ist das Gefühl des weiblichen Körpers. Ky geht im Gegensatz zu Greg auf ihr sexuelles Verlangen ein. Dieses Gefühl des Abenteuers wird in Beziehungen oft nicht respektiert.
Schließlich steht auch die Care Arbeit (Kinder, Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige) in der Kritik. Sophie hat eine Angehörige, die Pflege und Betreuung braucht- doch wird aus ihrer Sicht zu wenig dafür bezahlt. Ihre Kritik geht so weit, dass sie keine Kinder will.
Ihre Gedankengänge zeichnen das Bild einer toughen, selbstbewussten Frau, die klare Ziele und Werte hat. Ich kann mich gut in Sophie hineinversetzen und schätze sie als Protagonistin sehr.
Was mich an den Roman ein wenig gestört hat ist das abrupte Ende. Ich war nicht wirklich darauf vorbereitet und einige Fragen werden offen bleiben. Nichtsdestotrotz erhält dieser wichtige Roman fünf Sterne von mir.
Fünf Tage im Licht“ spielt vor der traumhaften Kulisse der griechischen Insel Sifnos und verbindet Sommerurlaub, Freundschaft, Kunst und eine verbotene Affäre miteinander. Vier Freundinnen verbringen gemeinsam die letzten Tage vor einer Hochzeit auf der Insel, bevor ihre Partner nachreisen. Im Mittelpunkt steht die Malerin Sophie, die die Zeit fernab ihres Freundes Greg genießt – besonders, weil dessen Kinderwunsch zunehmend Druck auf ihre Beziehung ausübt. Als sie dem geheimnisvollen Griechen Ky begegnet, beginnt eine leidenschaftliche Affäre, die immer intensiver wird und Sophie emotional völlig aus der Bahn wirft. Parallel arbeitet sie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia, wodurch zusätzlich Spannungen innerhalb der Freundesgruppe entstehen.
Der Roman lebt vor allem von seiner sommerlichen Atmosphäre. Die Beschreibungen der Hitze, des Meeres und der trägen Tage auf Sifnos erzeugen ein echtes Urlaubsgefühl und machen Lust auf Sonne und Meer. Besonders gelungen ist außerdem die Darstellung von Sophies innerem Konflikt zwischen Freiheit, Erwartungen und Selbstverwirklichung.
Allerdings fiel es mir insgesamt schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Vieles wirkt stellenweise etwas wirr und sprunghaft erzählt. Nach jedem Kapitel spricht Sophie über Selbstporträts anderer Künstlerinnen und was diese in ihr auslösen – ein interessanter Ansatz, der aber den Lesefluss teilweise unterbricht und die Handlung eher unübersichtlich wirken lässt. Auch die Dynamik zwischen den Figuren blieb für mich manchmal schwer greifbar.
Trotz spannender Themen wie Freundschaft, weiblicher Selbstfindung und emotionaler Abhängigkeit konnte mich die Geschichte daher nicht komplett überzeugen. Die Atmosphäre war stark, die Handlung insgesamt aber etwas chaotisch erzählt.
Zum Inhalt: Malerin Sophie verbringt mit drei Freundinnen den Sommer auf Sifnos. Da eine von ihnen bald heiraten wird, ist es das letzte Mal, dass sie gemeinsam und unverheiratet Zeit miteinander verbringen können, Sophie genießt die Auszeit, denn ihr Freund setzt sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck. Als sie Ky begegnet, beginnen die beiden eine leidenschaftliche Affäre. Zudem arbeitet sie an einem Aktportrait ihrer Freundin Alessia, doch es entstehen immer mehr Unstimmigkeiten. Meine Meinung: Ja, es gibt die Momente, die auf einmal alles in Frage stellen, was einem zuvor noch als logisch und richtig erschien. So ergeht im Grunde Sophie, die sich durch den Kinderwunsch ihres Partners sehr unter Druck fühlt. Als sie dann den sympathischen Griechen kennenlernt, ist endlich wieder etwas Leichtigkeit da, aber noch mehr Unsicherheit zu dem, was vorher war. Auch ihre Unstimmigkeiten mit Freundin Alessia machen das Ganze nicht besser. Was ich durchaus interessant fand, war dass immer wieder auch die Rede von anderen Künstlerinnen und ihren Gemälden, das hatte schon was besonderes. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand. Das Buch ist emotional geschrieben und hinterfragt so manches, dass sich sicher nicht nur die Protagonistin gefragt hat. Fazit: Emotionale Geschichte
Für mich DIE unerwartete Entdeckung des Jahres. Ein literarisches Werk, fantastisch übersetzt von Sabine Längsfeld (wirklich Applaus, Applaus, Applaus!), das eine Künstlerin auf einer Griechenlandreise begleitet und währenddessen durch eine feministische, auf Kunst gerichtete Perspektive Themen wie Frausein, Mutterschaft, Beziehungen, Klassenunterschiede und Behinderung seziert. Es ist durchweg spannend (und durchaus spicy, Obacht) und schafft klare Bilder, teils von echten Bildern bzw. Kunstwerken. Ich war hin und weg und durchweg begeistert. Ich habe noch nie jemanden auf diese Art über Kunst und Kunstschaffen reden hören und möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen: ein Sommerbuch, ja, aber wer da an "bisschen schwimmen und hübsche Griechen" denkt, möge kurz seine Vorurteile reflektieren. Die Abwertung der von Frauen produzierten und/oder sich an die richtenden Kunst--da gehören Bücher ja nunmal dazu--ist nichts neues und so widmen sich auch einige Stellen des Romans dieser Problematik.
Die Hörbuchproduktion ist ein Genuss. Sprecherin Henriette Schreurs liefert mal wieder richtig ab. 5/5 Sternen, 10/10 wenn es das Bewertungssystem ermöglichte.
Danke an NetGalley und argon hörbuch für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Der Roman entführt auf eine griechische Insel, auf der vier Freundinnen gemeinsam einen Junggesellinnenabschied feiern. Die Autorin fängt die Atmosphäre dabei ausgesprochen gelungen ein, man spürt förmlich die Hitze, das Licht und die Meereswellen zwischen den Seiten. In der Geschichte werden wichtige Themen aufgegriffen, etwa die Objektifizierung von Frauen in der Kunst sowie die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Erwartungen. Es hat zwar etwas gedauert, bis ich richtig in den Roman hineingefunden habe, doch die Geschichte rund um die vier Freundinnen hat mich schließlich überzeugt.
Teilweise empfand ich die Handlung jedoch als etwas sprunghaft erzählt. Auch hätten zusätzliche Erklärungen zu den Dynamiken und Beziehungen zwischen den Freundinnen dem Roman gutgetan.
Besonders gut konnte ich mit Sophie mitfühlen. In vielen ihrer Gedanken, vor allem im Umgang mit den Erwartungen anderer und der eigenen Selbstentwicklung, habe ich mich selbst wiedererkannt. Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, und ich würde ihn weiterempfehlen, besonders für Leser/innen, die einen etwas anderen Sommerroman suchen, der sich mit weiblicher Selbstverwirklichung auseinandersetzt.
Rhiannon Lucy Cosslett hat ein Werk geschaffen über die verschiedenen Lebensrealitäten von Frauen Anfang 30. Das Buch ist geprägt von Lebensfragen wie der Frage nach möchte ich Kinder, will ich heiraten, was sind meine beruflichen Ambitionen. Wer jetzt an einen Lebensratgeber denkt wird enttäuscht. Denn Cosslett schafft es diese Fragen immer wieder aufzubringen in der Geschichte des Sommerurlaubs und gleichzeitigem Junggesellinnenabschied von vier Freundinnen. Das Setting vermittelt eine Wärme und Sommerlichkeit, die aufgewogen wird mit den harten düsteren Lebensfragen. Eine Besonderheit schafft das Buch mit der Thematik von weiblichen Selbstporträts in der Kunst. Nach jedem Kapitel folgt ein „Künstlerinnen Kapitel“ in der wir der Protagonistin folgen die im Laufe ihres Lebens viele Selbstporträts weiblicher Künstlerinnen besucht. Das tolle daran ist, dass Cosslett eine umfangreiche Liste realer Künstlerinnen liefert sowie den Ort an dem die Gemälde hängen. Das Buch ist somit ein Lebensratgeber, Kunstguide und gesellschaftskritischer Liebesroman. Ein ganz besonderes Werk.
(Zumindest) aktuell traf das Hörbuch nicht wirklich auf mein Interesse. Die Protagonistinnen, die sich im Licht der Insel, ihrer Sehnsüchte und Vergleiche untereinander treffen, sind mir fremd. Zu jung? Zu mariniert? Irgendwie zu verwöhnt, wenn auch längst nicht alle gleich viel verwöhnt?
Das Cover zeigt viel Sommer - wie viele Cover derzeit - bleibt aber auch ein bssichen nichtssagend und ohne wirklich tragendes Element. Und so ging es mir mit dem Tänzeln und Kokettieren der Freundinnen im griechischen Ausnahmezustand ebenfalls. Und die Konkurrenz, latente Missgunst, irgendwie passive Aggression von Anfang an - das finde ich auch nicht so wirklich vergnüglich.
Ich habe es wirklich probiert, aber das Hörbuch konnte meine Konzentration nicht binden. Und da in einem solchen Fall das Hören dann nichts bringt und ich die kunstbeflissenen Damen in der flirrenden Sonne und körperlichen Aufgeladenheit immer gleich wieder vergessen habe, habe ich letztlich aufgegeben und abgebrochen.
Das Cover und der Klappentext ließen mich vermuten, dass es sich um eine leichte Sommerlektüre beziehungsweise Romanze handelt, jedoch besitzt dieses Buch viel mehr Tiefgang und eine Handlung, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Sophie möchte in den ersten 5 Tagen auf der griechischen Insel dem Druck ihres Freundes Greg entfliehen und beginnt eine Affäre, die sie alles in Frage stellen lässt. Auch das Verhältnis zu ihren Freundinnen spannt sich nach und nach an und die Dynamik verändert sich. Der Schreibstil ist flüssig, jedoch hätte ich mir gewünscht, dass einzelne Szenen oder Kapitel weiter ausgeführt werden. Zudem fand ich die Zwischenkapitel anfangs etwas verwirrend und habe den Zusammenhang nicht direkt verstehen können. Dieses Buch ist auf jeden Fall mal etwas anderes, vor allem anspruchsvoller und keine typische Lovestory. Ich kann es für die empfehlen, die sich in sommerlichen Gefühlen verlieren wollen und gleichzeitig eine Leidenschaft zur Kunst mitbringen.
Perfekter Sommerroman Fünf Tage im Licht war für mich eine wahre Freude und positive Überraschung - der perfekte Sommerroman! Die Geschichte spielt auf einer griechischen Insel, vier Freundinnen feiern hier den Junggesellinnenabschied einer der vier zusammen. Am besten hat mir tatsächlich einfach die Atmosphäre gefallen, die Autorin hat das so bildlich ge- und beschrieben, dass ich die flirrende Hitze und das glitzernde Meer fast schon gespürt habe. In Fünf Tage im Licht spielt die Auseinandersetzung mit der Kunst eine große Rolle - das hat mir als Laie in dem Themengebiet gut gefallen und war auch immer verständlich. Sophie, die Hauptprotagonistin, war mir zudem sehr sympathisch und ich konnte ihre Ängste sehr gut nachvollziehen. Die Handlung war teilweise fiebertraummäßig und das in Kombi mit der atmosphärischen Schreibweise ist das perfekte Sommerurlaubsbuch. Große Empfehlung!
Ich wusste erst nicht so richtig, was mich bei diesem Buch erwartet, aber am Ende hat es mich echt berührt. Fünf Tage im Licht erzählt von Verlust, Trauer und Freundschaft, ohne dabei zu kitschig zu werden. Gerade das mochte ich voll. Das Buch begleitet eine Gruppe von Freund*innen auf einem gemeinsamen Trip nach dem Tod einer engen Freundin. Dabei geht es nicht um Plottwists, sondern eher um die Dynamik zwischen den Figuren und dieses seltsame Gefühl, wenn das Leben einfach weitergeht, obwohl etwas Schlimmes passiert ist. Ich fand die Stimmung im Buch total besonders. Irgendwie melancholisch, aber leicht genug, dass es sich nicht schwer lesen ließ. Manche Szenen haben sich sehr echt angefühlt und ich mochte, dass die Charaktere nicht perfekt waren. Gleichzeitig hätte ich mir an ein paar Stellen noch etwas mehr Tiefe gewünscht, weil manche Themen nur angerissen wurden.
"Fünf Tage im Licht" ist ein gesellschaftskritischer Sommerroman, den man gut in einem Rutsch durchlesen kann. Die Sommeratmosphäre mit dem Setting auf der griechischen Insel wird durch die zahlreichen Beschreibungen sofort erzeugt.
Im Fokus der Erzählung steht Sophie, die Protagonistin, die sich gerade in einer Selbstfindungsphase befindet. Sie versucht für sich selbst herauszufinden, welchen Stellenwert Liebe, Familie, Kunst, Freundschaften und ihre Selbstwert in ihrem Leben haben. Durch den Einblick in ihr Innerstes und einige ihrer Handlungen sammelte sie bei mir während des Lesens nicht immer unbedingt Pluspunkte. Auch die anderen Figuren haben ihre Ecken und Kanten uns polarisieren eher, als dass sie auf Anhieb sympathisch sind.
Aus diesem Grund war das Ende für mich eher unerwartet jedoch passend und hat die Geschichte im ganzen abgerundet.