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Fünf Tage im Licht

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Die aufgeladene Stimmung eines heißen Sommers, eine geheime Affäre und ein Porträt mit explosiver Wirkung

Die Malerin Sophie verbringt den Sommer mit drei Freundinnen auf der griechischen Insel Sifnos. Eine von ihnen wird bald heiraten, es ist das letzte Mal, dass sie als unverheiratete Frauen zusammen sind, in fünf Tagen kommen ihre jeweiligen Partner nach. 
Sophie genießt die trägen Tage in der Sommerhitze – und die Auszeit von ihrem Freund Greg, der sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck setzt. Jeden Morgen geht sie zum Schwimmen runter ans Meer und begegnet dort dem Griechen Ky. Beide fühlen sich auf Anhieb zueinander hingezogen. Eine intensive Affäre beginnt, in der Sophie sich immer mehr verliert.
Unterdessen arbeitet Sophie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia, doch zwischen den beiden Frauen entstehen Unstimmigkeiten, die sich von Tag zu Tag intensivieren. Sowohl das Gemälde als auch die Affäre stellen alles infrage, was Sophie zu wissen glaubt. Als Greg mit den anderen Männern auf die Insel kommt, droht die Situation zu eskalieren …

296 pages, Kindle Edition

Published May 1, 2026

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About the author

Rhiannon Lucy Cosslett

6 books36 followers
Rhiannon Lucy Cosslett is a columnist, feature writer and editor for The Guardian newspaper. She is the author of two novels, one memoir, and a collection of her parenthood writing.

She was born in Islington, grew up in Wales, spent time living in France and Italy, and has now returned to her birthplace, where she lives with her husband, son, and Mackerel, her cat.

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Displaying 1 - 30 of 43 reviews
Profile Image for le.lyssa.
176 reviews613 followers
May 29, 2026
»Glaubst du, du kannst kommen, ohne dass ich dich berühre?« (S. 228)

Sophies Freundin Helena heiratet bald. Aus diesem Grund fliegen sie mit zwei weiteren Freundinnen nach Griechenland, wo eine von ihnen ein prachtvolles Haus am Meer besitzt. Fünf Tage später kommen die Männer nach und sie verbringen ihre Zeit mit guter Lektüre, heißer Sonne und genussvollem Essen.

In diesen fünf Tagen lernt Sophie Ky kennen, der eine Anziehungskraft auf sie ausübt wie bisher kein anderer Mensch zuvor. Sie stürzt sich in eine Affäre, in der sie zum ersten Mal ihre weibliche Lust wirklich auslebt.

»Fünf Tage im Licht« ist nicht nur ein Roman über weibliche Lust. Es geht um Mutterschaft in all ihren Facetten, um Kunst, die frei vom Male Gaze geschaffen wurde und vielleicht nur von Frauen zu hundert Prozent verstanden werden kann. Übergeordnet ist es ein sehr feministischer Roman, der sich intensiv mit der patriarchalen Bewertung weiblicher Körper auseinandersetzt.

Für mich DER SOMMERROMAN 2026, an dem ich wirklich NICHTS auszusetzen habe.
Profile Image for Valeska.
40 reviews3 followers
June 28, 2026
Der Klappentext und das Cover versprechen einen seichten Sommerroman über vier Freundinnen, die einen Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel feiern. Doch das Buch kann so viel mehr und ich bin absolut begeistert. Es geht um Feminismus, Freund*innenschaft, toxische Beziehungen, Leidenschaft und Freiheit. Der Roman lenkt den Blick auf weibliche Körper und geht zwischen den Kapitel auf bekannte Künstlerinnen wie Frida Kahlo oder Louise Bourgeois und ihre Aktportraits ein. Das hat mir besonders gut gefallen, wie die Protagonistin ihre Sicht auf die Bilder schildert. Ich kann das Buch absolut weiterempfehlen! Für mich ist das der Sommerroman 2026!
Profile Image for Fiona.
166 reviews45 followers
July 4, 2026
Ich liebe Bücher, die die Dynamiken und Machtverhältnisse zwischen Menschen ausloten und dieses Buch hat das sooo krass gut umgesetzt!!! Die Freundinnen Sophie, Alessia, Helena und Iris verbringen gemeinsam fünf Tage auf einer griechischen Insel – bevor ihre Partner nachkommen und Helena heiraten wird. Es sind träge Tage in der flirrenden Hitze. Sophie, eine Malerin, soll ein Aktporträt von Alessia anfertigen und trifft außerdem auf den Griechen Ky. Und mit der Hitze stauen sich unter den sehr unterschiedlichen Freundinnen auch die Emotionen und Konflikte immer mehr auf…

»Fünf Tage im Licht« ist ein intensiver und sinnlicher Sommerroman mit Sogwirkung, der von (toxischen) Beziehungsdynamiken, weiblichem Begehren, Körperbildern, Kunst und dem Male Gaze erzählt. Die einzelnen Kapitel werden von kurzen Exkursen in die Kunstgeschichte begleitet, die weibliche Selbstporträts und damit weiblich gelesene Körper in unserer patriarchalen Gesellschaft ins Zentrum stellen. Damit öffnet das Buch auch einen feministischen und politischen Diskurs, den es wahnsinnig klug, teilweise unbequem und doch mitreißend vermittelt.

Ich habe dieses Buch in wenigen Tagen verschlungen, obwohl ich nicht wollte, dass es endet – dafür war es leider viel zu gut. Auf jeden Fall ein Jahreshighlight!
Profile Image for Isa ◡̈ .
250 reviews45 followers
May 25, 2026

»FÜNF TAGE IM LICHT« 🍋 (engl. ›FEMALE NUDE‹ , übersetzt von Sabine Längsfeld) von der Autorin & Journalistin Rhiannon Lucy Cosslett ist ein sehr artsy & spicy Roman über Identität, weibliche Lust und Mutterschaft. 💛

»Ich weiß nicht, wie aus uns zwei Menschen werden konnten, die einander so wenig verstehen. Die so wenig Mitgefühl für einander empfinden.« (158)

Der Roman erzählt den Urlaub der vier englischen Girls (Sophia, Alessia, Helena & Iris) auf einer griechischen Insel aus Sicht der Protagonistin Sophia, die Künstlerin ist und in diesem Urlaub anfängt ein Aktbild von ihrer Freundin Alessia zu malen und sich auf eine dramatische Affäre mit dem Griechen Ky einlässt. Zwischen den einzelnen chronologischen Erzählungen des 10-tägigen Urlaubs, blickt die ältere Sophia als Künstlerin auf Aktbilder anderer Künstlerinnen und erklärt diese nicht nur, sondern setzt diese auch in einen Kontext. So macht dieser Roman aufmerksam auf weibliche Kunst, kritisiert den Male Gaze, das Patriarchat und Klassismus, hinterfragt Mutterschaft und, was es aus einem Menschen macht.

»Jemand wird sich unserer erinnern, sage ich, sogar noch in einer anderen Zeit.« (136)

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Das Ende war für mich - vergleichsweise zum Romaninhalt - zu schnell und oberflächlich erzählt und nicht ganz überzeugend in Bezug auf die Auseinandersetzung von Mutterschaft x Identität als Künstlerin. Versteht mich nicht falsch: Das Drama, das sich konstant anbahnt, meine ich nicht, vielmehr, was alles nicht in einem Schlagaustausch geklärt wird und wen es trifft. Dennoch hat mich das Setting, die verschiedenen Themen und die Verbindung von Kunst in der Literatur begeistert. Leseempfehlung für alle, die Lust auf einen vielschichtigen Roman haben 🩵

Last but not least zwei Punkte zum Buch:
☝🏼 Der deutsche Titel ist smart, aber der englische Titel ›FEMALE NUDE‹ einfach so pointiert 🤌🏼
✌🏼 Ich hätte Abbildungen der besprochenen Kunstwerke sehr sinnvoll gefunden, so habe ich sie selbst recherchiert, um die Erklärungen besser verstehen zu können.
Profile Image for Julias Leseecken.
285 reviews9 followers
May 21, 2026
"Ich glaube nicht, dass eine Frau sich verliert, wenn sie Kinder bekommt; es ist eher so, dass es niemanden gibt, der die Aufgabe übernehmen will, sie zu retten, wenn sie anfängt unterzugehen." (S. 258)

Als absolute Kunst-Liebhaberin, hat mich der Roman wirklich sehr begeistert. Viele weibliche Künstlerinnen aus verschiedenen Epochen werden hier mit ihren Werken genannt und in ihren Einstellungen mit dem Leben der Protagonistin Sophie (selbst Künstlerin) in Beziehung gesetzt.

Im Roman setzt sich die Hauptfigur viel mit dem gesellschaftlichen / männlich-geprägten Blick auf weibliche Körper auseinander und wie dadurch auch Frauen selbst beginnen, ihren eigenen Körper sowie auch den anderer Frauen zu bewerten und mit kritischen Blick zu betrachten.

"Die Abwertung war ein Seelentröster, eine Methode der psychologischen Selbstbeschwichtigung, die ich schon früh im Leben entwickelt hatte, um die Schönheit, das Talent oder die Errungenschaften anderer Frauen für mich erträglich zu machen." (S.24)

Sophie befindet sich in einer Beziehung in der ihr immer weiter ihr Ich-Sein und ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse aberkannt oder nicht ernst genommen werden, da sich ihr Partner Greg Kinder wünscht. Obwohl er weiß, dass Sophie keine Kinder möchte, setzt er sie diesbezüglich massiv unter Druck und kontrolliert, dass sie (durch z.B. Verbot von rauchen und Alkoholkonsum) ihren Körper möglich gesund hält. Sie selbst distanziert sich emotional dadurch immer weiter von ihm und beginnt im Jungesellinnen-Urlaub einer Freundin auf Griechenland eine Affäre mit einem Kerl namens Ky.

Ich schätze an dem Buch extrem die kritischen Auseinandersetzung mit dem Prozess des Alters und dem damit auch einhergehenden Verlust von freundschaftlichen Beziehungen. Dass man beobachtet, wie Freundinnen in ungesunden Beziehungen in ihr Verderben laufen und man nur unbeteiligt daneben stehen kann. Dieses Gefühl, eine Freundin / eine Schwester durch die Finger gleiten zu sehen und zu beobachten, wie sie nach und nach ihre eigenen Werte für die Beziehung zu einem Mann und für die Erfüllung der traditionellen Rolle vergisst, kenne ich nur zu gut. Ich habe mich demnach sehr in den Gedankengängen von Sophie wiedergefunden.

"Manche Beziehungen sind allen außer den Leuten, die sie führen, ein Rätsel."

Das Ende des Buches hat mich dann aber ehrlicherweise etwas enttäuscht. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber eine ganz bestimmte Entwicklung am Ende des Buches, hätte es für mich absolut nicht im Kontext der Gesamtprämisse des Buches gebraucht. Das hat leider einen leicht faden Beigeschmack hinterlassen, obwohl ich das Buch ansonsten wirklich sehr gelungen finde.
Profile Image for Kati.
15 reviews2 followers
July 1, 2026
„Ich sitze in meinem Zimmer und schreibe und habe dabei die salzige Feuchte von Feta auf der Zunge, die explosive Süße der Pfirsiche, die Agatha jeden Morgen mit nach oben ins Haus brachte. Mir steigt der Duft der trockenen Kiefern in die Nase, der schwere Nektar der Nachtblüher, der Duft von Lavendel, Thymian und der Geruch der Räucherspiralen, die wir abends anzündeten, um die Mücken zu vertreiben. Ich habe die Zikaden im Ohr und das leise Murmeln von Gesprächen, direkt außer Hörweite, glasklares Englisch, auf einer kräftigen Kykladenbrise durch die Luft getragen.“

Mein Sommerroman 2026. Die Atmosphäre ist so dicht und so sinnlich, dass ich mich beim Lesen gefühlt habe als säße ich mit den Charakteren am reich gedeckten Tisch und als würde ich nackt mit ihnen in der kleinen Bucht im offenen Meer schwimmen. Das Besondere an dem Roman ist aber vor allem, dass zwischen den Kapiteln immer wieder Selbstporträts diverser Künstlerinnen aus verschiedensten Kunstepochen beschrieben und aus einem feministischen Blickwinkel besprochen werden. Hierbei wird vor allem das Thema Mutterschaft besprochen, dem auch im Plot selbst ein großer Stellenwert zukommt. Es geht aber auch viel um weibliche Lust, Freundinnenschaft und Liebesbeziehungen und deren potentielle Auswirkungen.
Profile Image for Kerstin.
36 reviews2 followers
May 6, 2026
Das Buch handelt von 10 Tagen im Leben der Künstlerin Sophie Evans, auf denen sie zunächst 5 Tage mit ihrer Freundin Helena und deren Freundinnen eine Art Junggesellinnenurlaub auf einer Insel in Griechenland verbringen.
Während dieser 5 Tage beginnt sie eine heftige Affäre mit Ky, einem "local". Die Geschichte gipfelt mit der Zureise der Partner nach den ersten 5 Tagen.
Die Autorin verbindet in dem Roman verschiedene Themen geschickt miteinander, u.a. Selbstportraits von Künstlerinnen, die Geschichte der Anerkennung von diesen, die Rolle der Frau und die Verbindung der tranditionellen Rollenbilder (Mutterschaft) mit einer Künsterlinnenlaufbahn. Des weiterin flechtet sie geschickt noch Klassenunterschiede, sowie Care-Tatigkeiten fpr Menschen mit Behinderung ein.
Als Kunsthistoriker fand ich natürlich die Reflektion der Aktzeptanz von Künsterlinnen sehr spannend. Ein ganz neuer Blickwinkel, wie ich fand.
Sophie als Ich-Erzählerin ist teilweise schwer zugänglich, auf der anderen Seite aber verstand ich sie auch sehr gut. Den Aufbau der Geschichte mit den Einflechtungen von Kunstwerken fand ich gut, allerdings hat mir in der Mitte ein wenig die Spannung gefehlt, da ich nicht so genau wusste, wohin die Reise geht.
Das Ende fand ich allerdings wieder gut und mochte auch die Auflösung des Impacts dieser 10 Tage auf Sophie. Das war unaufgeregt, realistisch und authentisch.
Profile Image for Lara.
496 reviews39 followers
June 29, 2026
Ein atmosphärisch wunderschöner Sommerroman, bei dem ich die Hitze Griechenlands und das Meer förmlich spüren konnte.
Die Geschichte ist intensiv, sinnlich und voller Emotionen. Gleichzeitig wirft sie spannende Fragen zu Weiblichkeit, Lust, Feminismus, moralischen Grenzen und gesellschaftlichen Erwartungen auf.
Die Einschübe über Künstlerinnen und ihre Werke waren etwas ganz Besonderes und haben perfekt zur Protagonistin gepasst. Und obwohl ich Sophie (und auch ihre Freundinnen) nicht sonderlich sympathisch fand, hat ihre Geschichte mich sehr berührt in den Bann gezogen.
Im Vergleich zum restlichen, eher ruhigerem Erzähltempo, fand ich das Ende allerdings ein wenig zu schnell, da hätte ich mir noch mehr gewünscht.

Ein heißer, emotionaler Sommerroman mit fantastischer, hitziger Atmosphäre.
Profile Image for Carla.
1,122 reviews146 followers
May 15, 2026
„Vielleicht warst du so wie ich oft starr vor Schreck wegen der vielen Kunst, die du nicht geschaffen hattest.“ (S. 7)
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Sophie ist eine junge Malerin und lebt mit ihrem Freund Greg zusammen. Er will unbedingt Kinder und setzt sie mit diesem Wunsch unter Druck - da kommt der Mädelsurlaub mit drei Freundinnen auf einer griechischen Insel zur perfekten Zeit. Auf der Insel lernt Sophie Ky kennen und die beiden fühlen sich schnell voneinander angezogen ... doch nach den ersten 5 Tagen sollen die Männer nachkommen und Sophie muss sich entschieden, ob sie und Greg noch eine Zukunft haben.
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Sophie beschäftigt sich viel mit dem Künstlerinnendasein und Mutterschaft. In Einschüben schreibt sie über Werke von Künstlerinnen und setzt sich mit deren Lebensgeschichten (und ihrer Mutterschaft) auseinander. Das hat mir richtig gut gefallen!
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Die Kammerspiel-Atmosphäre in der Villa unter den Freundinnen (und später auch deren Männern) offenbart die Unterschiede der Freundinnen und ihrer Lebensrealitäten. Die Dynamik ist spannend zu beobachten und trägt zu einem guten Lesesog bei. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, ich mochte Sophie und ihre feministischen Ansichten sehr. Ihr innerlicher Struggle kommt sehr gut rüber und ist sehr nachvollziehbar.
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Ein feministisches Sommerbuch mit griechischem Flair, besonders geeignet für Kunstbegeisterte!
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Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, eignet sich hervorragend für Buchclubs/Buddy Reads.
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4/5 ⭐️
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Grandios übersetzt von Sabine Längsfeld

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Rezensionsexemplar I Vielen Dank @rowohltverlag @vorablesen 💛
3 reviews
June 30, 2026
Somehow a perfect light summer read, that is not light at all. Starts out quite weird, but becomes more interesting and captivating after the first 100 pages! Acknowledgements at the end are a 5/5. ⭐️
Profile Image for Nachtwandlerin.
35 reviews
May 27, 2026
Eine leichte, vielleicht auch gute spicy Lektüre für den Urlaub, durchzogen von Abhandlungen über Kunst, weibliches Schaffen und den male gaze: Das hatte ich mir von "Fünf Tage im Licht" erhofft. Und zumindest teilweise auch bekommen, jedoch dachte ich mir am Ende: Wow, lange nicht mehr so einen heteronormativen Roman gelesen...

Das Cover und die Farbgestaltung finde ich sehr ansprechend und passend für das sommerliche Setting. Und insgesamt hat mich das Setting des Romans überzeugt. Die sehr bildhaften und vor allem die Sinne ansprechenden Beschreibungen der griechischen Insel - die Düfte und Gerüche, Farben und Schattierungen - haben alles sehr lebendig erscheinen lassen. Leider macht der Titel für mich keinen Sinn: Ja, es sind fünf Tage, bis die Männer der Freundinnen nachkommen. Aber sowohl die Affäre als auch die künstlerisch inspirierende Zeit für die Protagonistin auf der Insel gehen über die diese Tage hinaus.

Sophie, gefangen in einer Art kreativen Blockade, einer unglücklichen Beziehung mit ihrem Freund Greg und in einer Quarterlife-Crisis, empfand ich als sehr ambivalente Figur. Einerseits ist sie geprägt von tiefgreifenden Erfahrungen wie dem Aufwachsen als Arbeiterkind und der Care-Arbeit für ihre Schwester, welche einst einen schlimmen Tauchunfall hatte, wodurch sie in weiten Teilen verständnisvoller und bodenständiger ist als ihre reichen, privilegierten Freundinnen. Andererseits legt sie immer mal die von ihr selbst kritisierte Misogynie im Außen internalisiert im Inneren selbst an den Tag. Ihr, von ihr selbst teils als künstlerisch objektiv beschriebener, Blick auf ihre Freundinnen schwankt immer wieder ins subjektiv Wertende. Ich war es irgendwann leid, immer wieder zu lesen, als wie viel schöner und normativ hübscher sie ihre Freundinnen empfindet. Bella Swan, bist du es?!

Frei nach dem Motto "Ich bin nicht so wie andere" entspinnt sich Sophies Affäre mit dem Griechen Ky - "'Du sprichst mehr Griechisch als die meisten Engländer', meinte er" (S. 41) - und ich habe diesen maßgeblichen Antrieb der Handlung einfach nicht gefühlt. Ich konnte Sophies Faszination mit der Insel und die Entwicklung, die sich für ihr Empfinden und ihre Kreativität ergibt, sehr nachvollziehen und fand diese als ebenfalls kreative Person richtig schön. Aber die angeblich so prickelnde Affäre hat bei mir leider kein Feuer entfacht und war für meinen Geschmack zu klischeehaft erzählt: Der "exotische" ausländische Liebhaber, Eifersüchteleien wegen einer ehemaligen Geliebten des Liebhabers und ein großer Showdown am Ende. Dabei wiederholt der Roman leider heteronormative, patriarchale Strukturen, gegen die er eigentlich anzuschreiben versucht. Gerade die Themen Eifersucht und besitzergreifendes Verhalten sind mir dabei bitter aufgestoßen: "Mein Verlangen nach seinem Körper hatte beinahe etwas Gewalttätiges, das mich gegen die Angst vor Konsequenzen immun zu machen schien. Hätte ich Greg in dem Moment ungestraft über Bord schubsen können, ich hätte es getan" (S. 199).

Was mir hingegen neben der Beleuchtung von Klassismus und Ableismus gut gefallen hat: Das neben der Affäre zentrale Thema der weiblichen Kunst! Ich hätte auch einfach nur die Einleitungen der einzelnen Kapitel lesen können, in denen jedes Mal ein Kunstwerk und das Leben einer Künstlerin vorgestellt wird, und wäre komplett zufrieden gewesen. Abhandlungen zu den Themen weibliche Muse und männlicher Künstler, Kunst und Care-Arbeit, patriarchale Strukturen im Kunstgewerbe und male gaze waren genau das, was ich zuerst von "Fünf Tage im Licht" erwartet habe. Zumindest bei diesen Themen hat der Roman für mich ins Schwarze (des Interesses) getroffen. Die Passage, als Sophie das Porträtieren ihrer Schwester als revolutionäres Aktgemälde einer Frau mit Behinderung beschreibt, hat mich sehr berührt und dieser Teil liest sich wirklich sehr empowerend.

Damit geht für mich jedoch wieder ein zentraler Kritikpunkt einher: Ich fand die Auflösung des seltsamen Gefühls von Sophie während der Affäre und die Darstellung des Aktporträts sehr flach.

Und es geht leider weiter mit Kritik: Auch zum Thema S*x: Warum wird in solchen Handlungen mit den komplett fremden Affären nie verhütet? Sophie denkt aktiv darüber nach, dass sie am Morgen noch mit Ky geschlafen hat (ohne Kondom, denn sie verhütet ja hormonell, reicht~) und danach ungeduscht neben ihrem Freund liegt: "Seine Spuren schwammen in mir, drohten sogar aus mir herauszulaufen, während mein Freund seine Arme um den untreuen Körper schlang" (S. 156). Big oof, was ist das denn für ein Seifenoper-Niveau? Da reiht sich auch eine Szene ein, als Ky Sophie nur durch seine Worte zum Höhepunkt bringt (vgl. S.227ff). Des Weiteren ist mir Sophie mit ihren Vorbehalten und fast schon r*ssistischen Gedanken negativ aufgefallen: "Ich warf mir ein weites, gestreiftes Hemdkleid aus Leinen über, wie Französinnen sie tragen, wenn sie den August im Süden verbringen" (S. 224). Und, noch schlimmer: "Ehe wir uns kennenlernten, hatte ich Männer gehabt, die mir atemlos zugeraunt hatten, wie schön ich sei, dass sie ohne mich sterben würden (meistens Franzosen oder Italiener)" (S. 216). Ja klar, wir scheren mal eben ganze Nationen im Bett über einen Kamm, ernsthaft... Ich weiß nicht, ob das für ihre Ausgestaltung als Figur wirklich nötig gewesen wäre.

Der Höhepunkt der Handlung ist mir gleich doppelt bitter aufgestoßen: Der Roman verbringt so viel Zeit damit, patriarchale Klischees aufzuzeigen und teils anzugehen, nur um damit wieder in dieselbe Kerbe zu schlagen... Warum?

Unterm Strich mag ich den Handlungstropus "Affäre" anscheinend einfach nicht. Es hätte genug Wege gegeben, wieder Leidenschaft in die Beziehung zwischen Sophie und Greg zu bringen: offene Beziehung, bessere Kommunikation, vielleicht das latent queere Begehren von Sophie entdecken (zumindest habe ich das so rausgelesen). Also irgendwas, was nicht vor monogamer Heteronormativität strotzt. Im Grunde gab es auch genug Grenzüberschreitungen seitens Greg, was das Kinderkriegen angeht, sodass Sophie schon vorher hätte Schluss machen und sich kreativ wieder hätte befreien können. Aber dass es dafür das Klischee des "exotischen" südeuropäischen Lovers braucht, der natürlich sooo viel besser im Bett ist als der langweilige britische Freund und sie direkt auf dem Felsen im Meer vernascht... Ich weiß ja nicht. Zumal die Beziehung am Anfang ebenfalls sehr körperlich war: "Wir hatten den ganzen Urlaub mit Sex verbracht [...]" (S. 154), erinnert sich Sophie an ihren ersten gemeinsamen Urlaub mit Greg. Und auch Ky hat seine fragwürdigen Momente: "'Er weißt, dass du nicht mehr ihm gehörst.' Ich wollte sagen, dass ich niemandem gehörte, aber ich wollte mich nicht streiten" (S. 227). Zu viele Aspekte, die mir das Buch madig gemacht haben, weshalb ich nur wohlwollende 2,5 von 5 Sternen vergeben kann. Weibliches Begehren lässt sich nicht durch die Wiederholung patriarchaler Muster und klassisch männlich gelesener Taten und Gedanken, bei denen lediglich die männliche durch eine weibliche Figur ersetzt wird, darstellen.
31 reviews
July 6, 2026
Interessante Ideen, aber nicht ganz mein Buch

Fünf Tage im Licht hat bei mir ziemlich gemischte Gefühle hinterlassen. Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich einige Aspekte wirklich mochte, während andere dafür gesorgt haben, dass ich nie komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Gerade die Themen fand ich originell und wichtig, die Umsetzung hat mich jedoch leider nicht vollständig abgeholt.

Wir begleiten die Malerin Sophie aus der Ich-Perspektive, die gemeinsam mit ihren Freundinnen ein paar Tage auf einer Insel verbringt. Zwischen den eigentlichen Kapiteln gibt es immer wieder Abschnitte, in denen Kunstwerke beziehungsweise die Künstlerinnen direkt angesprochen werden. Die Erzählerin spricht die Malerinnen mit "du" an und erzählt von ihrem Leben, den Umständen, unter denen die Werke entstanden sind, und den Geschichten hinter den Bildern.

Gerade als Hörbuch hat mich das am Anfang allerdings unglaublich verwirrt, das ist im Buch wahrscheinlich einfacher nachzuvollziehen. Ich wusste häufig gar nicht, was gerade passiert oder warum plötzlich diese Perspektive gewechselt wird. Die Übergänge waren für mich nicht immer klar genug und ich musste mehrfach zurückspulen, weil ich zunächst gar nicht verstanden habe, welchen Bezug diese Passagen zur eigentlichen Handlung haben. Erst später habe ich mich daran gewöhnt und konnte den Mehrwert besser erkennen. Im Nachhinein fand ich diese Einschübe sogar ganz interessant, weil sie den Blick auf verschiedene Künstlerinnen und ihre Lebensgeschichten erweitern. Einige der erwähnten Malerinnen kannte ich vorher gar nicht und war danach tatsächlich neugierig, mehr über sie zu erfahren.

Grundsätzlich beschäftigt sich das Buch mit Themen wie weiblicher Selbstbestimmung, der Lust von Frauen, Selbstfindung und der Rolle der Frau in der Kunst. Genau diese Themen haben mir wirklich gefallen. Immer wieder gibt es Sätze oder Gedanken, die zum Nachdenken anregen und die ich sehr gelungen fand. Auch das Setting hat mir richtig gut gefallen. Die sommerliche Atmosphäre war für mich jederzeit spürbar. Das Schwimmen, die Insel, Sommerkleider und die allgemeine Leichtigkeit dieser Tage haben eine schöne Stimmung erzeugt und konnten mich immer wieder abholen.

Was mir dagegen deutlich schwerer gefallen ist, war der Erzählstil. Die Handlung kommt insgesamt eher schleppend voran und Sophie erzählt ihre Geschichte oft so, als würde sie in einem Tagebuch auf ihr Leben zurückblicken. Dabei springt sie ständig zwischen verschiedenen Zeitpunkten hin und her. Plötzlich befindet sie sich viele Jahre in der Zukunft, erzählt in wenigen Sätzen, was später einmal passieren wird, und kurz darauf sind wir wieder auf der Insel. Im Hörbuch war das manchmal ziemlich verwirrend. Wäre nicht immer wieder erwähnt worden, wie alt Sophie gerade ist, hätte ich häufig gar nicht gewusst, in welcher Zeitebene ich mich befinde. Vor allem fand ich schade, dass dadurch viele wichtige Entwicklungen und Ereignisse einfach vorweggenommen werden. Ich hätte diese Momente viel lieber gemeinsam mit Sophie erlebt, anstatt sie nur in wenigen Sätzen erzählt zu bekommen. Dadurch ging für mich einiges an emotionaler Wirkung verloren.

Was ich dem Buch allerdings sehr zugutehalten muss, ist die Charakterzeichnung. Sophie ist keine perfekte Protagonistin. Sie trifft Entscheidungen, die anderen wehtun, verhält sich manchmal egoistisch oder verletzend und macht Fehler. Trotzdem konnte ich ihre Gedanken oft nachvollziehen. Gerade dieses Unperfekte hat sie für mich glaubwürdig gemacht. Statt einer makellosen Hauptfigur bekommt man hier einen Menschen mit Ecken und Kanten, bei dem man sich selbst immer wieder fragt, ob man ihre Entscheidungen nachvollziehen kann oder eben nicht. Das fand ich sehr gelungen.

Mein Fazit:

Letztendlich hat mich Fünf Tage im Licht trotzdem nicht vollständig überzeugt. Ich mochte die Themen, die Denkanstöße und auch viele der Figuren. Die Erzählweise mit ihren vielen Zeitsprüngen sowie die Tatsache, dass wichtige Entwicklungen oft nur erzählt statt erlebt werden, haben für mich jedoch dafür gesorgt, dass ich emotional auf Abstand geblieben bin

Ein Roman mit spannenden Themen, einer glaubwürdigen Hauptfigur und einer schönen sommerlichen Atmosphäre, dessen ungewöhnlicher Erzählstil und die vielen Gedanken bzw. Zeitsprünge für mich jedoch mehr Distanz als Nähe geschaffen haben.
Profile Image for Christiane Fischer.
586 reviews8 followers
June 4, 2026

FÜNF TAGE IM LICHT
Rhiannon Lucy Cosslett
RT: 15.05.26

Die Malerin Sophie reist mit ihren drei Freundinnen in das Haus von Alessias Familie auf die griechische Insel Sifnos, um den Junggesellinnenabschied von Helena zu feiern. Der Plan: fünf Tage Sonne, Meer und gutes Essen genießen, bevor die Männer nachkommen und alle gemeinsam eine weitere Woche auf der Insel verbringen.
Doch alles kommt anders als erwartet. Beim morgendlichen Schwimmen begegnet Sophie Ky, der einstigen Ferienliebe von Alessia. Zwischen den beiden entsteht sofort eine starke Anziehungskraft, aus der schon bald eine leidenschaftliche Affäre wird. Mit jedem Tag verblasst Sophies schlechtes Gewissen ein wenig mehr. Durch Ky wird ihr bewusst, dass sie ihren langjährigen Partner Greg kaum vermisst und dass ihrer Beziehung schon seit Längerem etwas fehlt.

Dabei ist Greg ein liebevoller und verlässlicher Partner, der sie und ihre Kunst stets unterstützt hat. Doch während er sich nichts sehnlicher wünscht als eine Familie zu gründen, fühlt Sophie sich dazu noch nicht bereit. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, hat Kunst studiert und arbeitet noch immer in einem Museumsshop, weil sie von ihrer Malerei nicht leben kann. Ihr Ziel ist es, erst dann eine Familie zu gründen, wenn sie als Künstlerin ihren Durchbruch geschafft hat.

Als die Männer schließlich auf der Insel eintreffen, ist die Spannung zwischen allen Beteiligten förmlich greifbar. Nach einem Abend mit reichlich Alkohol eskaliert die Situation schließlich.

Besonders begeistert haben mich die kleinen eingeschobenen Kapitel, in denen Werke weiblicher Künstlerinnen betrachtet werden. Rhiannon Lucy Cosslett verwebt diese kunsthistorischen Exkurse auf geschickte Weise mit Sophies Zukunft und ihrer persönlichen Entwicklung. Dadurch erhalten die Bildbetrachtungen eine zusätzliche Bedeutungsebene und bereichern die Geschichte auf besondere Weise.

Ebenso gelungen ist die Atmosphäre der griechischen Insel. Die flirrende Hitze, das glitzernde Meer und die langen Sommertage werden so lebendig beschrieben, dass ich sie förmlich spüren konnte.

Etwas zu viel waren mir allerdings die zahlreichen und teilweise recht vulgären S3xszenen. Auch der Umgang mit Dr0gen wirkte auf mich stellenweise etwas zu selbstverständlich.

Zusätzlich durfte ich das Buch nicht nur lesen, sondern auch als Hörbuch erleben. Henriette Schreurs hat die Geschichte wunderbar eingelesen.

Fazit:
Wer Geschichten voller Leidenschaft, Sommerhitze, Kunst und komplizierter Beziehungen mag, wird hier auf seine Kosten kommen. Mich haben besonders die kunsthistorischen Elemente, das griechische Inselsetting und die wunderschöne, atmosphärische Sprache begeistert. Einige Handlungen waren mir zu viel und haben meinen Lesegenuss zwar etwas geschmälert, insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen und schwanke zwischen einer guten und einer sehr guten Bewertung.
3,5/5
Profile Image for Fruggielicious.
795 reviews7 followers
May 15, 2026
3,75⭐️

Fünf Tage im Licht von Rhiannon Lucy Cosslett / Rezension

Das war mein erstes Buch der Autorin und heute stelle ich es Euch vor.

✨Zitat

„Es ist schwer, gleichzeitig zu weinen und zu schwimmen, und die leere Bucht war im Licht der Morgendämmerung so entwaffnend schön, dass der Traum schnell vergessen war.“

✨Inhalt

Die Malerin Sophie ist mit ihren Freundinnen auf Sifnos, um einen Junggesellinnenabschied zu feiern. In 5 Tagen sollen die Partner der Frauen nachkommen… aber Sophie beginnt eine Affäre mit dem Griechen Ky und auch zwischen den Frauen ist die Stimmung nicht entspannt…

✨Meinung

Ich hatte mich auf Anhieb in das sommerliche Cover verliebt und habe vom Klappentext her eine etwas weniger „schwere“ Geschichte erwartet. Ja, eine Affäre findet statt, das ist grundsätzlich nicht unbedingt meins, aber in diesem Buch geht es um sehr viel mehr, so dass ich das schon fast aussen vor lassen kann und natürlich trotzdem offen in das Geschehen abgetaucht bin.

Es geht um ganz unterschiedliche Frauen, jede mit ihrem eigenen Leben und jede ist auch recht stark davon überzeugt, dass sie es richtig macht. Größter Streitpunkt wie immer: einige wollen Kinder und können ggf. keine bekommen und andere wollen keine, müssen sich rechtfertigen und haben Partner, die versuchen, ihre Meinung zu ändern. Die Frauengruppe ist wirklich nicht harmonisch unterwegs. Es war interessant zu lesen, aber ich musste mich regelmäßig daran erinnern, dass es nur ein Buch ist und ich mich einfach entspannen kann (war nicht möglich, es ging doch sehr toxisch zu).

Was ich richtig schön fand, war die Einbindung der weiblichen Kunstgeschichte. Die Autorin hat es sehr schön mit der Gegenwart verknüpft. In diesem Buch erwarten Euch wirklich viele Themen wie etwa Ungleichheit, Mutterschaft, Kinderwunsch, Behinderung, Beziehungen, Freundschaften und das alles vor der Kulisse von Sifnos, Griechenland.

Was passiert mit Sophie und ihrem Freund im Anschluss? Davon müsst Ihr Euch überraschen lassen.

✨Fazit

Es war etwas anders, als ich ursprünglich erwartet habe, aber deshalb nicht schlechter. Wer gern über female empowerment liest, wird hier gut aufgehoben sein. Für mich waren einige Themen richtig toll umgesetzt und andere Situationen etwas weniger meins, so dass ich mich für eine gute und realistische Bewertung zwischen 3,5 und 4⭐️ entschieden habe.

Macht Euch gern ein eigenes Bild!

3,75/5⭐️⭐️⭐️⭐️


Profile Image for MirjS.
155 reviews
May 27, 2026
Künstlerisch und inhaltlich wertvoll!

„Fünf Tage im Licht“. Fünf Tage, in denen die Freundinnen Sophie, Helena, Iris und Alessia ein letztes Mal unter sich sein werden, bevor Helena heirat und die Männer auf die griech. Insel Sifnos zum „Junggesellinnenabschied“ nachreisen werden. Fünf Tage, ausgelassene Stimmung, ambivalente Freundschaft und eine Affäre, die nicht nur Alles eskalieren lässt, sondern auch das Leben von Malerin Sophie nachhaltig verändern wird. Wobei sich das zentrale Thema von Autorin Rhiannon Lucy Cosslett auf Feminismus und die Frage nach Mutterschaft ausrichtet, das sie eindrucksvoll mit Kunst verbindet und aufarbeitet.

Als kunstbegeisterter Mensch hat mich die Herangehensweise der Autorin an dieses Thema absolut fasziniert und sofort eingefangen. Zu Beginn eines jeden Kapitels widmet sich Sophie einem weiblichen Aktbild, aus den unterschiedlichsten Epochen, auf dem sich eine Künstlerin selbst abbildet und tritt mit ihnen gedanklich in Interaktion, indem sie über deren Schaffen, Leben, weibliche Rolle und Mutterschaft philosophiert und sich mit ihnen in Bezug setzt. Ich habe mir sowohl die Künstlerinnen, als auch die besprochenen Werke herausgeschrieben und sie zeitgleich mit Sophie betrachtet. Da ich das Hörbuch gehört habe, lies sich das wunderbar umsetzen und hat sich angefühlt wie spannender „Kunstunterricht“, der mich auf bereichernde Künstlerinnen aufmerksam gemacht hat, durch den lockeren Schreibstil jedoch nicht belehrend herüber kam, sondern eher zu weiteren Nachforschungen motiviert hat.

Insgesamt hat mir der Schreibstil, mit seinen bildhaften Beschreibungen wahnsinnig gut gefallen. Ich konnte die Sonne Griechenlands und das türkisklare Wasser geradezu auf der Haut spüren, die Meze schmecken und die in der Lust liegende Anspannung flirren hören.
Die unterschiedlichen Charaktere sind so authentisch dargestellt, dass es leicht fällt sich in sie hinein zu fühlen und ihnen zu folgen. Davon abgesehen, hat Sprecherin Henriette Schreurs ihre Sache mal wieder wahnsinnig gut gemacht - es war einfach ein Genuss ihren Worten und natürlich auch der Story bei herrlichem Sonnenschein zu folgen!

Fazit: Aufgrund der vielfachen Auseinandersetzung mit diversen Künstlerinnen, Kunst & Co. sollte man dieser schon zugetan oder zumindest offen und neugierig sein. Mich persönlich haben Thema und Umsetzung absolut abgeholt und „Fünf Tage im Licht“ zu einem nachhaltigen Jahreshighlight gemacht!
Profile Image for Stephie.
41 reviews
July 10, 2026
Zwischen Affären, Kunst und den großen Fragen des Frauseins

Das Buch handelt von Freundschaft, Affären, Leidenschaft, Lust, Partnerschaft, Kunst, und dem Thema: Will ich Kinder oder nicht?
Der Roman bringt viele Themen gut in einem Sommerroman unter. Das Setting hat mir gut gefallen und auch der Schreibstil der Autorin war klasse. Allerdings konnte mich die Handlung leider so gar nicht überzeugen. Zwischen den Kapiteln gab es immer mal wieder Beschreibungen feministischer Kunstwerke und Künstlerinnen, die von der Protagonistin Sophie eingeordnet und besprochen wurden. Ich bin nicht desinteressiert an Kunst und trotzdem fand ich diese Unterbrechungen der eigentlichen Handlung störend, weil sie mich aus dem Lesefluss der Geschichte rausgeholt haben.

Die Freundinnen sind nicht ehrlich miteinander und man merkt als Leserin, dass sie mit ihren Gefühlen füreinander hinter dem Berg halten. Während der gesamten Zeit besteht eine gewisse Distanz zwischen den Frauen, die diese lockere und leichte Atmosphäre gedämpft hat.

Im Grunde genommen geht es in diesem Roman aber um die Frage, was das Kinderkriegen mit einer Frau macht. Nicht nur mit ihrem Sein und ihrem Körper, sondern auch mit ihrem Kunstschaffen. Kann eine Mutter noch Künstlerin sein? Ist man als Mutter vielleicht sogar eine bessere Künstlerin, weil man bereits das Unglaublichste aus sich heraus geschaffen hat? Ist das überhaupt miteinander vereinbar: Das Muttersein und das Künstlerinnensein?

Große Fragen für unsere Protagonistin Sophie, die selbst Künstlerin ist und sich nun mit ihrem Partner auseinandersetzen muss, der sich nichts sehnlicher wünscht, als Vater zu werden. In den fünf Tagen, die sie in Griechenland verbringt, nimmt sie sich die Zeit, über ihre Gefühle diesbezüglich nachzudenken. Aber nicht nur das: Sie beginnt auch eine Affäre mit einem dort ansässigen Kellner.

Ein Roman für alle, die keine fluffigen Liebesromane mit an den Strand nehmen wollen, im Sommer aber trotzdem etwas im sommerlichen Setting lesen wollen. Anspruchsvoll, zum Nachdenken anregend und spannend für alle, die sich mehr mit feministischer Kunst auseinandersetzen wollen.

Mich konnte der Roman leider nicht ganz überzeugen.
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May 17, 2026
Fünf Tage im Licht gehört zu den Romanen, deren eigentliche Bedeutung sich erst nach und nach entfaltet. Bis weit über die Hälfte hinaus war mir nicht klar, worauf die Gedanken und Handlungen der Protagonistin hinauslaufen und welche Erkenntnisse sie letztlich daraus ziehen wird. Genau das hat meine Neugier geweckt – gleichzeitig hat mich das Buch dadurch stellenweise aber auch etwas verloren.

Der Roman gliedert sich in ein Vorher und Nachher. Zunächst begleiten wir eine Gruppe von Frauen auf einem Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Eine der Freundinnen stammt aus wohlhabenden Verhältnissen und besitzt dort eine Unterkunft, während die Protagonistin deutlich weniger privilegiert ist. In der zweiten Hälfte stoßen ihre Männer dazu. Diese Zweiteilung hat für mich sehr gut gezeigt, wie unterschiedlich die Frauen ohne und mit ihren Partnern auftreten und wie verschieden die Paarungen sind.

Dabei bleibt der Fokus stets auf dem Bild der Frau. Zu Beginn jedes Kapitels werden berühmte, historisch relevante (Selbst-)Porträts aus der Ich-Perspektive betrachtet und eingeordnet. Welche Bedeutung dahintersteckt, muss man sich selbst erschließen. Ich ertappte mich allerdings dabei, diese Passagen manchmal eher zu überfliegen, weil mein eigenes Interesse an Kunst nicht tief genug ging, um alles vollständig greifen zu können.

Kunst zieht sich jedoch nicht nur durch die Kapitelanfänge, sondern über das Buch hinweg entsteht ein eigenes Porträt, gezeichnet durch die Protagonistin und ich war am Ende positiv überrascht, wie sich dieses mit der Geschichte entwickelt hat. Die Enthüllung bot für mich den Aha-Moment des Buches.

Zwischendurch empfand ich immer wieder Wut. Wut darüber, wie Männer Zukunftsbilder entwerfen, ohne darüber nachzudenken, was sie dafür zerstören oder nehmen. Gleichzeitig wirkte die Protagonistin in dieser Hinsicht stellenweise abhängiger, als sie eigentlich erscheinen sollte.

Insgesamt ein atmosphärischer Roman mit traumhaftem Setting und einer Bedeutung, die sich erst langsam offenbart.
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May 11, 2026
Als Sophie den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Helena auf einer griechischen Insel antritt, ahnt sie nicht, dass das ihr ganzes Leben verändert wird. Nicht nur, dass sie ihre künstlerische Passion mit einem Aktporträt von Alessia nachgehen kann, sie beginnt auch eine Affäre mit dem Griechen Ky, die alles in Frage stellt, vor allem ihre langjährige Beziehung zu Greg.
„Fünf Tage im Licht“ von Rhiannaon Lucy Cosslett, hat mich überrascht, begeistert und später enttäuscht. Ich mochte den Aufbau anfangs sehr. Die Kapitel werden mit essayhaften Bildbeschreibungen eingeleitet, die durch den Blick aus der Zukunft zart Foreshadowing betreiben. Als das große, unausweichliche Finale immer näher rückt, nimmt das allerdings die Spannung.
Die feministischen Einschübe, die nirgendwo angeteasert wurden, fand ich großartig, vor allem weil ich nicht mit diesen gerechnet habe. Sie waren fabelhaft in die Geschichte eingewoben und schimmerten immer wieder durch. Auch beim Kinderthema fühlte ich mich zunächst abgeholt, denn ich empfinde genauso wie Sophie, die von Greg dahingehend unter Druck gesetzt wird und sich aus vielfältigen Gründen nicht als Mutter sieht. Bis sie das offensichtlich nicht mehr tut. Das kam überraschend und hat mich enttäuscht. Das Plädoyer für Kinderfreiheit wandelte sich (wie so oft) ins Gegenteil.
Auch kam eine Wendung, ausgelöst durch eine Erkenntnis, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte und für mich wie aus dem nichts kam. Da hatte Sophie mich dann vollends verloren. Zu Beginn war sie mir unheimlich sympathisch, ich hab mit ihre gefühlt, aber das geriet erst ins Kippen und rutschte dann komplett ab; ich war froh, dass ich am Ende des Buches angelangt war.
Trotzdem kann ich nicht sagen, dass es ein schlechter Roman ist, er hat mich in meiner jetzigen Lebensphase einfach nicht abholen können, bzw. erst ja, später dann nicht mehr. Davon abgesehen ist es ein flirrender, atmosphärischer Roman, der wichtige Fragen aufwirft.
226 reviews
May 20, 2026
Wichtig

Hitzige Sommertage. Ein Urlaub mit alten Freundinnen. Und ein Kellner, der Sophie den Kopf verdreht. Das ist die Ausgangslage in „Fünf Tage im Licht.“

Künstlerin Sophie und ihre Studienfreundinnen reisen auf eine griechische Insel. Dort verliebt sich Sophie in Kellner Ky. Regelmäßig treffen sie sich und beginnen eine Affäre. Obwohl Greg, Sophies Freund, wenige Tage später nachreist…

Dieses Buch ist deutlich mehr als ein Sommerroman. Zahlreiche relevante Themen werden behandelt und mehr oder weniger offen kritisiert. Hierbei ist die ruhige, bildhafte Sprache hilfreich. So kann ich mir nicht nur das traumhafte Setting vorstellen, sondern auch Sophies Gedankengänge nachvollziehen.

So zum Beispiel ihre Gedanken zur sozialen Ungleichheit in der Freundesgrupppe. Die anderen Frauen haben mehr oder weniger reiche Eltern und stehen finanziell abgesichert da. Sophie und Greg leben in einer kleinen Zweizimmerwohnung zur Miete. Sophie schildert zahlreiche Situationen, in denen diese Ungleichheit deutlich wird (am Flughafen oder in Erinnerungen).

Was die Protagonistin auch deutlich macht ist das Gefühl des weiblichen Körpers. Ky geht im Gegensatz zu Greg auf ihr sexuelles Verlangen ein. Dieses Gefühl des Abenteuers wird in Beziehungen oft nicht respektiert.

Schließlich steht auch die Care Arbeit (Kinder, Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftige) in der Kritik. Sophie hat eine Angehörige, die Pflege und Betreuung braucht- doch wird aus ihrer Sicht zu wenig dafür bezahlt. Ihre Kritik geht so weit, dass sie keine Kinder will.

Ihre Gedankengänge zeichnen das Bild einer toughen, selbstbewussten Frau, die klare Ziele und Werte hat. Ich kann mich gut in Sophie hineinversetzen und schätze sie als Protagonistin sehr.

Was mich an den Roman ein wenig gestört hat ist das abrupte Ende. Ich war nicht wirklich darauf vorbereitet und einige Fragen werden offen bleiben. Nichtsdestotrotz erhält dieser wichtige Roman fünf Sterne von mir.
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99 reviews
May 14, 2026
Fünf Tage im Licht“ spielt vor der traumhaften Kulisse der griechischen Insel Sifnos und verbindet Sommerurlaub, Freundschaft, Kunst und eine verbotene Affäre miteinander. Vier Freundinnen verbringen gemeinsam die letzten Tage vor einer Hochzeit auf der Insel, bevor ihre Partner nachreisen. Im Mittelpunkt steht die Malerin Sophie, die die Zeit fernab ihres Freundes Greg genießt – besonders, weil dessen Kinderwunsch zunehmend Druck auf ihre Beziehung ausübt. Als sie dem geheimnisvollen Griechen Ky begegnet, beginnt eine leidenschaftliche Affäre, die immer intensiver wird und Sophie emotional völlig aus der Bahn wirft. Parallel arbeitet sie an einem Aktporträt ihrer Freundin Alessia, wodurch zusätzlich Spannungen innerhalb der Freundesgruppe entstehen.

Der Roman lebt vor allem von seiner sommerlichen Atmosphäre. Die Beschreibungen der Hitze, des Meeres und der trägen Tage auf Sifnos erzeugen ein echtes Urlaubsgefühl und machen Lust auf Sonne und Meer. Besonders gelungen ist außerdem die Darstellung von Sophies innerem Konflikt zwischen Freiheit, Erwartungen und Selbstverwirklichung.

Allerdings fiel es mir insgesamt schwer, richtig in die Geschichte hineinzufinden. Vieles wirkt stellenweise etwas wirr und sprunghaft erzählt. Nach jedem Kapitel spricht Sophie über Selbstporträts anderer Künstlerinnen und was diese in ihr auslösen – ein interessanter Ansatz, der aber den Lesefluss teilweise unterbricht und die Handlung eher unübersichtlich wirken lässt. Auch die Dynamik zwischen den Figuren blieb für mich manchmal schwer greifbar.

Trotz spannender Themen wie Freundschaft, weiblicher Selbstfindung und emotionaler Abhängigkeit konnte mich die Geschichte daher nicht komplett überzeugen. Die Atmosphäre war stark, die Handlung insgesamt aber etwas chaotisch erzählt.
55 reviews
June 26, 2026
"Fünf Tage im Licht" ist ein tiefgründiger und berührender Roman über Selbstfindung, weibliche Lust, Selbstbestimmung und Identität.
Die Protagonistin Sophie ist für fünf Tage mit drei Freundinnen für einen Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel und stellt sich in dieser Zeit viele Fragen zu ihrer Beziehung, dem Konzept Ehe, Kindern, ihrer Kunstkarriere und einfach wie ihre Zukunft aussehen soll.
Da die Protagonistin Malerin ist, lernt man auch viel über Kunst in dem Roman, besonders über weibliche Künstlerinnen, denn zwischendurch werden immer wieder berühmte Bilder von Künstlerinnen beschrieben.
Auch die Freundschaft zwischen den drei Frauen ist ein wichtiges Thema, wobei die vier verschiedenen Frauencharaktere sehr gut gelungen sind und alle wirkten komplex und realistisch auf mich.
Obwohl Sophie einige moralisch fragwürdige Entscheidung trifft, ist sie doch eine sehr interessante und authentische Protagonistin und ich fand ihre Gedankengänge wirklich spannend.
Die Atmosphäre auf der griechischen Insel in der Sommerhitze ist sehr gut beschrieben und macht es zu einem perfekten Buch für den Sommerurlaub.
Ich muss sagen, dass ich den englischen Originaltitel "Female, nude" deutlich besser gewählt finde, da der deutsche Titel sehr generisch klingt.
Die große Stärke des Romans sind wirklich Sophies Gedanken und Überlegungen über ihr Leben und für mich weniger die eigentliche Handlung. Leider empfand ich die Beschreibungen der Affäre teilweise als sehr klischeehaft und das Ende hat mir auch nicht so wirklich gefallen. Trotzdem ein sehr interessantes Buch, vor allem für Frauen Ende 20/ Anfang 30, die sich auch viel mit dem Thema Feminismus auseinander setzten.


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1,131 reviews10 followers
June 1, 2026
Sommer, Sonne, Sifnos und dann knallt da einfach mal das ganze Innenleben einer Frau auf den Tisch. Fünf Tage im Licht klingt erst nach Urlaub, Meer, Wein und ein bisschen Herzklopfen, aber dieses Buch hat deutlich mehr unter der Haut als Sonnencreme.

Sophie reist mit ihren Freundinnen auf eine griechische Insel, kurz bevor das Leben wieder nach Beziehungen, Erwartungen und Erwachsenenpflichten riecht. Und während alle irgendwie versuchen, diese letzten freien Tage zu genießen, hängt bei Sophie schon dieser Druck in der Luft. Greg will Kinder, Sophie will Luft, Kunst, Körper, Freiheit und vielleicht auch einfach mal niemandem erklären müssen, warum sie nicht in die hübsch sortierte Lebensschublade passt.

Dann kommt Ky. Natürlich kommt Ky. Und ja, man ahnt sofort, dass das keine kleine harmlose Sommerflamme wird, sondern eher so ein Streichholz im trockenen Olivenhain. Die Affäre ist sinnlich, aufgeladen und manchmal auch herrlich unvernünftig. Beim Lesen denkt man mehr als einmal: Sophie, Mädchen, atme kurz durch. Macht sie natürlich nicht. Wäre ja auch zu einfach.

Besonders stark fand ich aber die Kunstebene. Das Porträt von Alessia bringt eine ganz eigene Spannung rein, weil da nicht nur gemalt wird, sondern gesehen, bewertet, gespiegelt und verletzt. Freundschaft wirkt hier nicht wie ein kuscheliges Sicherheitsnetz, sondern wie etwas Lebendiges, Schönes, manchmal Eifersüchtiges und ziemlich Zerbrechliches.

Fünf Tage im Licht ist kein leichter Poolrand Roman, obwohl das Setting danach aussieht. Es ist sinnlich, klug, manchmal unbequem und voller flirrender Hitze. Kein perfektes Buch, aber eins, das hängen bleibt wie Salz auf der Haut.
Profile Image for book_fairy04 Eva.
15 reviews
June 12, 2026
5 Tage im Licht konnte mich leider nicht ganz abholen.
Rhiannon Lucy Cosslett / 5 Tage im Licht / Rowohlt Verlag
Das Cover vermittelt für mich die Leichtigkeit eines klassischen Sommerromans. Tatsächlich geht es aber um deutlich tiefere Themen wie Kunst, Feminismus, Freundschaft, Treue und Mutterschaft.
Gemeinsam mit drei Freundinnen verbringt Sophie einige Tage in Griechenland. Während nach außen alles nach Sonne, Meer und Unbeschwertheit aussieht, werden nach und nach Konflikte, Unsicherheiten und unterschiedliche Vorstellungen vom Leben sichtbar.
Besonders gerne habe ich die Einschübe zu den Künstlerinnen und ihren Werken gelesen. Sie haben dem Roman eine zusätzliche Tiefe verliehen und mich immer wieder zum Nachdenken gebracht. Vor allem die Themen Weiblichkeit und gesellschaftliche Rollenbilder haben mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt.
Die Sprache mochte ich sehr. Gleichzeitig ist 5 Tage im Licht für mich kein Buch, das man mal eben wegliest. Die Geschichte entwickelt sich ruhig, vieles bleibt unterschwellig, vor allem die Stimmung zwischen den Freundinnen, und lebt mehr von Gedanken und Entwicklungen als von großen Wendungen.
Mit der Affäre zwischen Sophie und dem griechischen Kellner Ky wurde ich dagegen nicht ganz warm. Sie wirkte auf mich stellenweise etwas plakativ.
Für mich ist 5 Tage im Licht kein leichter Sommerroman. Vielmehr ist es ein Roman, der sich Zeit nimmt und seine Stärken vor allem in den Themen Kunst, Feminismus und weiblicher Identität hat.


2,409 reviews14 followers
May 15, 2026
Zum Inhalt:
Malerin Sophie verbringt mit drei Freundinnen den Sommer auf Sifnos. Da eine von ihnen bald heiraten wird, ist es das letzte Mal, dass sie gemeinsam und unverheiratet Zeit miteinander verbringen können, Sophie genießt die Auszeit, denn ihr Freund setzt sie mit seinem Kinderwunsch unter Druck. Als sie Ky begegnet, beginnen die beiden eine leidenschaftliche Affäre. Zudem arbeitet sie an einem Aktportrait ihrer Freundin Alessia, doch es entstehen immer mehr Unstimmigkeiten.
Meine Meinung:
Ja, es gibt die Momente, die auf einmal alles in Frage stellen, was einem zuvor noch als logisch und richtig erschien. So ergeht im Grunde Sophie, die sich durch den Kinderwunsch ihres Partners sehr unter Druck fühlt. Als sie dann den sympathischen Griechen kennenlernt, ist endlich wieder etwas Leichtigkeit da, aber noch mehr Unsicherheit zu dem, was vorher war. Auch ihre Unstimmigkeiten mit Freundin Alessia machen das Ganze nicht besser. Was ich durchaus interessant fand, war dass immer wieder auch die Rede von anderen Künstlerinnen und ihren Gemälden, das hatte schon was besonderes. Ich hatte die Hörbuchversion, die ich auch gut gelesen fand. Das Buch ist emotional geschrieben und hinterfragt so manches, dass sich sicher nicht nur die Protagonistin gefragt hat.
Fazit:
Emotionale Geschichte
Profile Image for Nic.
295 reviews
Review of advance copy received from NetGalley
May 7, 2026
Für mich DIE unerwartete Entdeckung des Jahres. Ein literarisches Werk, fantastisch übersetzt von Sabine Längsfeld (wirklich Applaus, Applaus, Applaus!), das eine Künstlerin auf einer Griechenlandreise begleitet und währenddessen durch eine feministische, auf Kunst gerichtete Perspektive Themen wie Frausein, Mutterschaft, Beziehungen, Klassenunterschiede und Behinderung seziert.
Es ist durchweg spannend (und durchaus spicy, Obacht) und schafft klare Bilder, teils von echten Bildern bzw. Kunstwerken. Ich war hin und weg und durchweg begeistert. Ich habe noch nie jemanden auf diese Art über Kunst und Kunstschaffen reden hören und möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen: ein Sommerbuch, ja, aber wer da an "bisschen schwimmen und hübsche Griechen" denkt, möge kurz seine Vorurteile reflektieren. Die Abwertung der von Frauen produzierten und/oder sich an die richtenden Kunst--da gehören Bücher ja nunmal dazu--ist nichts neues und so widmen sich auch einige Stellen des Romans dieser Problematik.

Die Hörbuchproduktion ist ein Genuss. Sprecherin Henriette Schreurs liefert mal wieder richtig ab. 5/5 Sternen, 10/10 wenn es das Bewertungssystem ermöglichte.

Danke an NetGalley und argon hörbuch für das kostenlose Rezensionsexemplar!
Profile Image for Hanna.
17 reviews2 followers
May 15, 2026
Der Roman entführt auf eine griechische Insel, auf der vier Freundinnen gemeinsam einen Junggesellinnenabschied feiern. Die Autorin fängt die Atmosphäre dabei ausgesprochen gelungen ein, man spürt förmlich die Hitze, das Licht und die Meereswellen zwischen den Seiten.
In der Geschichte werden wichtige Themen aufgegriffen, etwa die Objektifizierung von Frauen in der Kunst sowie die Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen, Bedürfnissen und Erwartungen. Es hat zwar etwas gedauert, bis ich richtig in den Roman hineingefunden habe, doch die Geschichte rund um die vier Freundinnen hat mich schließlich überzeugt.

Teilweise empfand ich die Handlung jedoch als etwas sprunghaft erzählt. Auch hätten zusätzliche Erklärungen zu den Dynamiken und Beziehungen zwischen den Freundinnen dem Roman gutgetan.

Besonders gut konnte ich mit Sophie mitfühlen. In vielen ihrer Gedanken, vor allem im Umgang mit den Erwartungen anderer und der eigenen Selbstentwicklung, habe ich mich selbst wiedererkannt.
Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, und ich würde ihn weiterempfehlen, besonders für Leser/innen, die einen etwas anderen Sommerroman suchen, der sich mit weiblicher Selbstverwirklichung auseinandersetzt.
5 reviews
May 5, 2026
Sommeridylle?

Rhiannon Lucy Cosslett hat ein Werk geschaffen über die verschiedenen Lebensrealitäten von Frauen Anfang 30. Das Buch ist geprägt von Lebensfragen wie der Frage nach möchte ich Kinder, will ich heiraten, was sind meine beruflichen Ambitionen. Wer jetzt an einen Lebensratgeber denkt wird enttäuscht. Denn Cosslett schafft es diese Fragen immer wieder aufzubringen in der Geschichte des Sommerurlaubs und gleichzeitigem Junggesellinnenabschied von vier Freundinnen. Das Setting vermittelt eine Wärme und Sommerlichkeit, die aufgewogen wird mit den harten düsteren Lebensfragen. Eine Besonderheit schafft das Buch mit der Thematik von weiblichen Selbstporträts in der Kunst. Nach jedem Kapitel folgt ein „Künstlerinnen Kapitel“ in der wir der Protagonistin folgen die im Laufe ihres Lebens viele Selbstporträts weiblicher Künstlerinnen besucht. Das tolle daran ist, dass Cosslett eine umfangreiche Liste realer Künstlerinnen liefert sowie den Ort an dem die Gemälde hängen. Das Buch ist somit ein Lebensratgeber, Kunstguide und gesellschaftskritischer Liebesroman. Ein ganz besonderes Werk.
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